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Ursula von der Leyen wird Präsidentin der Europäischen Kommission. Sie hat am Dienstag eine ganz knappe Mehrheit im Europäischen Parlament geholt. So knapp, dass sogar Brüsselkorrespondentin Karoline Meta Beisel überrascht war, denn die Bewerbungsrede der deutschen Kandidatin wurde parteiübergreifend gut aufgenommen. Wie viel sie von ihren vielen Vorschlägen umsetzen kann, bleibt allerdings abzuwarten.
Die Wahl von der Leyens hat auch Konsequenzen in der Berliner Politik nach sich gezogen. Ausgerechnet Annegret Kramp-Karrenbauer ist jetzt neue Verteidigungsministerin. Und das, obwohl die CDU-Vorsitzende davor gar nicht ins Kabinett wollte. SZ-Innenpolitikchefin Ferdos Forudastan sieht darin einen riskanten Schachzug, um einen parteiinternen Konkurrenten auszubremsen.
Weitere Themen: Impfpflicht in Schulen, Bundeswehr darf Rechtsextremen entlassen.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carlo Sarsky
Weiteres Audiomaterial über European Parliament.
US-Präsident Donald Trump hat den demokratischen Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez, Ilhan Omar, Ayanna Pressley und Rashida Tlaib empfohlen in ihre Heimatländer zurückzukehren. Doch die vier Frauen sind US-Bürgerinnen.
Kein Präsident der jüngeren Geschichte sei so schamlos rassistisch aufgetreten wie Trump, sagt Nicolas Richter, ehemaliger US-Korrespondent in den USA. Hinter seinen Äußerungen stecke die Strategie, sich als Held der weißen Unter- und Mittelschicht aufzuspielen und deren Ressentiments zu bedienen.
Weitere Meldungen: Vizechef des Verwaltungsrats der Arbeitsagentur tritt zurück, Wahl von Ursula von der Leyens.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Viktoria Hausmann, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Weiteres Audiomaterial über Reuters.
Die Alternative für Deutschland ist heillos in einen "Flügel"-Kampf verstrickt. Der wird vor allem zwischen dem Thüringer AfD-Chef Björn Höcke, dem Wortführer des rechtsnationalen “Flügels” seiner Partei, und der lediglich konservativen Strömung der AfD ausgetragen.
Björn Höcke ist selbstverliebt, scheut aber oft die direkte Konfrontation, sagt Jens Schneider vom Hauptstadtbüro der SZ. Er glaube nicht, dass Höcke selbst im Herbst für den Vorstand der AfD antreten könnte, wie es manche seiner Anhänger und auch Gegner wollen. Allerdings würden die Grenzen zwischen ihm und den jetzigen Sprechern Jörg Meuthen, Alexander Gauland und Alice Weidel verschwimmen. Die oft bemühte "rote Linie" in Abgrenzung zum Rechsradikalismus und Rechtsextremismus würde es längst nicht mehr geben.
Weitere Meldungen: Wissenschaftlicher Beirat fordert Reformen für neue Klimapolitik; von der Leyen wirbt um Stimmen von Sozialdemokraten und Liberalen.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carolin Lenk
Weiteres Audiomaterial über die Facebook-Seiten der AfD und von "Der Flügel".
Immer mehr Deutsche fordern, dass der Ausstoß von CO2 teurer werden soll. Darin sind sich auch die meisten politischen Parteien einig, nur sie schlagen unterschiedliche Wege vor. Grüne, Linke und SPD wollen relativ schnell auf nationaler Ebene handeln, zum Beispiel mit einer CO2-Steuer. Die Union will hingegen den Zertifikatehandel in Europa auf weitere Sektoren ausweiten.
Jetzt haben sogar die Wirtschaftsweisen der Bundesregierung empfohlen, möglichst schnell eine CO2-Bepreisung durchzusetzen. Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte bei der Übergabe des Gutachtens schon mal klar, dass dies einen Umbruch bedeuten würde. Doch der CO2-Preis kann nur der erste Schritt sein, sagt Markus Schulte von Drach. Der SZ-Politikredakteur fordert, dass es ein grundsätzliches Umdenken geben muss, verbunden mit einem anderen Verständnis von Freiheit.
Weitere Themen: Bundesagentur-Vorstand Holsboer muss gehen, Klöckner zofft sich mit Seehofer.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über dpa.
2010 veröffentlichte Thilo Sarrazin seinen Bestseller “Deutschland schafft sich ab”. Darin beschreibt er, wie Deutschland angeblich unter der Zuwanderung leiden würde. Sarrazin macht dazu sehr zweifelhafte biologische Vergleiche. Daraufhin versuchte die SPD-Parteispitze schon zweimal, Sarrazin rauszuschmeißen. Doch sie scheiterte. Und Sarrazin? Der veröffentlichte fast jedes Jahr ein neues Buch.
Im dritten Anlauf könnte es mit dem Parteiausschluss aber klappen. Das hat zumindest die Schiedskommission des SPD-Kreisverbandes Charlottenburg-Wilmersdorf entschieden. SZ-Hauptstadtkorrespondent Stefan Braun sagt, dass Sarrazins Ausschluss die SPD von Altlasten befreien könnte.
Weitere Themen: Identitäre sind rechtsextrem, LKA-Panne in Niedersachsen, Frankreich verabschiedet Digitalsteuer.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl, Viktoria Hausmann, Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über den Youtube-Kanal FPÖ.tv.
In Mülheim an der Ruhr sollen fünf Minderjährige eine junge Frau vergewaltigt haben. Die SZ hat sich anfangs dafür entschieden, die Herkunft der mutmaßlichen Täter nicht zu nennen, später haben wir dies geändert.
Die Süddeutsche Zeitung richtet sich nach dem Pressekodex und nach dem Grundgesetz. Der Artikel 3 macht entsprechende Vorgaben, sagt Tom Soyer aus der Leserredaktion. Demnach darf niemand wegen seiner Abstammung, Heimat und Herkunft benachteiligt werden. Auch sei Neugierde kein Grund zur Nennung der Nationalität. Deshalb hatten wir zunächst die Herkunft der Tatverdächtigen nicht genannt. Viele Leser haben sich über diese Entscheidung beschwert. Wir haben beim Presserat direkt nachgefragt und folgende Antwort bekommen: Angesichts des Alters der Beteiligten handele es sich um eine "in ihrer Dimension ungewöhnliche und zudem außergewöhnlich schwere Straftat". Und dies erlaube durchaus die Nennung von weiteren Einzelheiten zu Tat und Tätern.
Weitere Nachrichten: Von der Leyen erklärt ihre EU-Pläne, AfD-Sachsen bezeichnet Kandidatenstreichung als "Willkürakt", britische US-Botschafter Kim Darroch legt Amt nieder.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau, Viktoria Hausmann
Redaktion: Laura Terberl, Viktoria Hausmann
Produktion: Carlo Sarsky
Ende Mai ist das Ibiza-Video in den österreichischen Europawahlkampf wie eine Bombe eingeschlagen. Die Koalition von ÖVP und FPÖ unter Kanzler Sebastian Kurz zerbrach auch, weil die FPÖ-Spitzenpolitiker Heinz-Christian Strache und Johann Gudenus auch über ein womöglich illegales System der Parteienfinanzierung über angeblich gemeinnützige Vereine sprachen.
Jetzt wird auch gegen ÖVP und SPÖ wegen illegaler Spenden ermittelt - und "wegen Untreue" gegen die angeblichen Großspender der FPÖ. Obwohl Strache später erklärte, es seien keine solchen Spenden geflossen und sie selbst Spenden dementierten. Inzwischen gebe es ein neues Gesetz zur Parteienfinanzierung, sagen Leila Al-Serori und Bastian Obermayer, die zum Ibiza-Video recherchiert haben. Der Staatsanwaltschaft stehen nun umfangreiche Ermittlungen bevor und es müsse zunächst geklärt werden, was denn überhaupt ein Verein sei, der Parteien nahe stehe.
Weitere Nachrichten: "Alan Kurdi" nimmt 44 Flüchtlinge an Bord, Milliardenhilfen für schwache Regionen.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Weiteres Audiomaterial über SZ.de.
Nach der abgesagten Fusion mit der Commerzbank steht bei der Deutschen Bank ein brutaler Sanierungsplan an: Drei von neun Vorständen müssen gehen, weltweit werden 18 000 Jobs gestrichen.
Die Bank habe sich 1999 mit dem Einstieg ins globale Investmentbanking übernommen, sagt der Wirtschaftschef der SZ, Marc Beise. Die Deutsche Bank wolle und müsse sich jetzt aufs Kerngeschäft konzentrieren. Angesichts gut aufgestellter Konkurrenz und besetzter Nischen werde dies aber ein Kampf ums Überleben.
Weitere Nachrichten: Mitsotakis neuer Ministerpräsident Griechenlands, Italien beschlagnahmt italienisches Rettungsschiff.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Julia Ongyerth
Weiteres Audiomaterial über Reuters.
Schon seit Anfang dieser Woche verfügt Iran über mehr niedrig angereichertes Uran als im Atomabkommen erlaubt. Ab diesem Sonntag, dem 07. Juli, will sich der iranische Präsident Hassan Rohani auch an weitere Vereinbarungen des Abkommens nicht mehr halten. Wie gefährlich wäre das?
Das erklärt Paul-Anton Krüger, stellvertretender Leiter der SZ-Außenpolitik, in dieser Folge von "Auf den Punkt". Er erzählt, warum erst am vergangenen Freitag bei Verhandlungen in Wien noch mehr Zuversicht geherrscht hat – und wieso Donald Trump der einzige Gewinner des Konflikts sein könnte.
Weiter Meldungen: BMW-Chef Krüger hört auf, Schulze will Co2-Steuer, AfD-Wahllisten in Sachen.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Redaktion: Jean-Marie Magro
Produktion: Carolin Lenk
Zusätzliches Audiomaterial über FOX und das Weiße Haus.
Indonesien gilt nach China als das Land, das die Weltmeere am stärksten verschmutzt. 2018 hat das Land fast dreimal so viel Plastikmüll eingeführt wie im Jahr davor. Aus Deutschland kommt sogar 70 Mal mehr Müll dorthin, seit China einen Importstopp verhängt hat.
Die Einwohner Indonesiens leben auf verseuchter Erde. Es entstehen riesige Müllberge und ganze Küstenstreifen sind bedeckt. Deshalb hat Indonesien jetzt angekündigt, 49 Container Müll nach Deutschland, in die USA, Australien, Frankreich und Hongkong zurückzuschicken. In dem Abfall hätten sich giftige Stoffe befunden. Das zeigt, dass die Kontrollen hierzulande nicht einwandfrei funktionieren, sagt SZ-Wirtschaftsredakteurin Vivien Timmler. Denn eigentlich hätte der Müll Deutschland nie verlassen dürfen.
Weitere Meldungen: von der Leyen wirbt um Unterstützung, Weiterer Verdächtiger im Fall Lügde, Umwelthilfe darf weiter abmahnen.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carlo Sarsky
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