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Als Kim Jong-un aus dem Zugabteil steigt, nimmt er kurz seinen Hut ab. Sein gepanzerter Zug macht Halt in Chassan. Die Stadt liegt nahe an der russischen Grenze zu Nordkorea. Kim wird mit Blumen, Salz und Brot begrüßt, wie es die russische Tradition verlangt.
Von hier aus fährt Kim weiter zur Hafenstadt Wladiwostok, wo er vom russischen Präsidenten Putin empfangen wird. An diesem Mittwochabend soll es erst ein Bankett geben, am Donnerstag dann Gespräche zwischen den Delegationen Russlands und Nordkoreas. Vor allem über das nordkoreanische Atomprogramm. Kim möchte mit dem Treffen US-Präsident Trump unter Druck setzen. Am wichtigsten dürften für den Diktator die Bilder sein. Denn mit jedem Staatschef, den er trifft, sagt SZ-Korrespondent Christoph Neidhart, wird Kim in der Welt mehr und mehr akzeptiert.
Weitere Themen: Neuer Dürresommer droht, Panama Papers, Bayerns Justiz ächzt wegen Dieselskandal.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Carlo Sarsky
Zusätzliches Material über Reuters.
Heiko Maas hat sich Verstärkung geholt. Für die Washington Post hat er einen Gastbeitrag über sexualisierte Gewalt geschrieben. Und zwar zusammen mit Angelina Jolie. Maas und Jolie schreiben von schrecklichen Schicksalen in Krisengebieten, die sie beide besucht haben. Viel zu oft würden Täter noch straffrei davonkommen.
Der Außenminister will dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen eine Resolution gegen sexualisierte Gewalt verabschiedet. Für SZ-Politikredakteurin Jana Anzlinger sind im Kampf gegen sexualisierte Gewalt, egal in welcher Region, zwei Dinge wichtig: Aufklärung und Entstigmatisierung.
Weitere Themen: IS-Terrormiliz bekennt sich zu Anschlägen, Weber will Nord Stream 2 blockieren, Hannelore Elsner gestorben.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Julia Ongyerth
Indonesien hat sich für Vielfalt entschieden. Bei den Wahlen hat der liberale Amtsinhaber Joko Widodo gewonnen. Und das in der drittgrößten Demokratie der Welt, dem Staat mit der größten muslimischen Bevölkerung weltweit. In Indonesien herrsche, so heißt es klischeehaft, ein liberaler Islam. Doch in der Provinz Aceh ist die Scharia eingeführt worden - mit drakonischen Körperstrafen.
Der Islam ist in dem multikulturellen und multiethnischen Staat eher die Klammer als ein Vorbild für andere islamische Länder, sagt SZ-Südostasien-Korrespondent Arne Perras. Konservative religiöse Strömungen haben in den vergangenen Jahren immer stärker an Gewicht gewonnen. Ganz ohne Mekka scheint gar nichts mehr in Indonesien zu gehen.
Weitere Meldungen: 29 Deutsche sterben bei Busunglück auf Madeira, Griechenland verlangt Entschädigung von Deutschland, neue Datenpanne bei Facebook.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Jean-Marie Magro
Produktion: Justin Patchett
"Le Grand Débat", so hat Emmanuel Macron seine Veranstaltungsreihe mit den Franzosen genannt. Über Monate ist er mit Ihnen ins Gespräch gekommen und hat über ihre Probleme debattiert. Es war die Antwort des Präsidenten auf die Proteste der Gelbwesten-Bewegung.
Die Ergebnisse will Macron eigentlich am Montagabend bei einer Fernsehansprache vorstellen. Aber dann kommt ihm ein Ereignis dazwischen, das ganz Frankreich trifft: Notre-Dame de Paris, das Wahrzeichen und der Mittelpunkt Frankreichs, brennt. Macron besucht den Einsatzort, spricht mit Feuerwehrleuten und Kirchenvertretern.
Die Reformen, die er am Montagabend vorstellen wollte, sind mittlerweile trotzdem an die Öffentlichkeit gelangt. Am überraschendsten, so der langjährige SZ-Korrespondent in Paris Stefan Ulrich, ist auf dem ersten Blick die Abschaffung der Eliteschule ENA.
Weitere Themen: Schnellere Abschiebungen, Scheuer will Bahn attraktiver machen, Teuteberg soll FDP-Generalsekretärin werden.
Moderation, Redaktion: Jean-Marie Magro
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb und Lars Langenau
Produktion: Carlo Sarsky
Zusätzliches Material über Élysée.
Mit dem Weltkulturerbe Notre-Dame sind mehr als 800 Jahre europäischer Kultur in Flammen aufgegangen. Diese Kathedrale ist, oder war, mehr als eine profane Kirche: Salbungsort des Engländers Heinrich VI. zum französischen König. Der Ort, an dem Napoleon sich selbst zum Kaiser krönte und heiratete. Und Schauplatz der Staatsbegräbnisse der Präsidenten de Gaulle und Mitterand.
Notre-Dame ist ein Ort der französischen Einheit, sagt der SZ-Kulturjournalist Joseph Hanimann in Paris. Die Umarmung von Präsident Macron und dem örtlichen Bischof vor den Trümmern zeige eine "Verbrüderung vor den Flammen". Die Kluft zwischen Kirche und weltlicher Macht sei kleiner geworden.
Weitere Themen: Böhmermann-Klage gegen Merkel abgewiesen, hohe Strafe für AfD, Beinahe-Absturz von Bundeswehr-Jet.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terbel
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über dpa.
Es ist ungeheuerlich, was sich mehr als zehn Jahre lang auf dem Campingplatz “Eichwald” in Lügde abgespielt haben soll. Genauer gesagt auf der Parzelle des Hauptverdächtigen Andreas V. Er soll zusammen mit einem Komplizen mindestens 40 Kinder sexuell missbraucht und dabei gefilmt haben. Von über 1000 Missbrauchsfällen ist die Rede.
Seit V. Anfang Dezember festgenommen wurde, hatten die Behörden Zeit, den Tatort ausführlich zu untersuchen. Doch bei den Ermittlungen reiht sich ein Fehler an den anderen. Die Spurensicherung arbeitet unordentlich, Beweise verschwinden und der Abrissunternehmer, der die Parzelle von Andreas V. platt machen sollte, findet potenzielles Beweismaterial. Jana Stegemann, die den Fall für die SZ begleitet, kann diese Pannenserie nicht begreifen. Einen Rücktritt des NRW-Innenministers Herbert Reul fordert sie aber nicht.
Weitere Themen: Winterkorn angeklagt, EU-Urheberrechtsreform kommt, Vermögen der Deutschen wachsen.
Redaktion, Moderation: Jean-Marie Magro
Redaktion: Laura Terberl
Produktion: Carlo Sarsky
Zusätzliches Material über dpa.
Am Donnerstag wurde überraschend der Wikileaks-Gründer Julian Assange in London verhaftet – und die USA will, dass Großbritannien ihn ausgeliefert. Das US-Justizministerium wirft ihm die Verabredung zu einer Straftat mit Chelsea Manning vor. Assange habe ihr geholfen, ein Passwort zu knacken, um an geheime Regierungsdokumente zu kommen.
Wie schnell könnte es zu dieser Auslieferung kommen? Und was würde sie für Journalisten und Whistleblower weltweit bedeuten? Das erklärt Frederik Obermaier aus dem SZ-Investigativ-Ressort im Podcast. Er sagt, dass viele Vorwürfe sehr dünn sind. Viele Investigativ-Journalisten arbeiten mit Methoden, die Assange jetzt vorgeworfen werden.
Weitere Themen: Ermittlungen in Lügde, BGH-Urteil zu Feriengästen, Bundesrat-Gesetze.
Redaktion, Moderation: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über Reuters.
Der Brexit ist potentiell bis Halloween aufgeschoben. Der Deal mit Brüssel soll aber nicht nachverhandelt werden. Warum also sollte das britische Unterhaus dem zustimmen?
Plötzlich ist wieder ganz viel möglich, sagt die SZ-Korrespondentin in London, Cathrin Kahlweit. Vielleicht bleibe es ja auch nicht nur bei sechs Monaten. Möglicherweise gebe es auch noch ein neues Referendum über den Verbleib der Insel in der EU. Vielleicht ist das sogar eine der wenigen plausiblen Lösungen aus dem Dilemma.
Weitere Meldungen: London bekommt einen zeitlichen Aufschub beim Brexit. Jetzt ist wieder alles möglich. Wirklich alles.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb
Produktion: Justin Patchett
Zusätzliches Material über britisches Parlament und dpa.
Der Likud-Block von Benjamin Netanjahu hat die Wahl in Israel für sich entschieden. Damit steht der Premier vor seiner fünften Amtszeit. Im Sommer wird er sein Ziel erreichen, länger als Staatsgründer David Ben Gurion im Amt zu sein. Und das mit der womöglich rechtesten Regierung in der Geschichte des Landes.
Wenn Netanjahu seine Ankündigung der Annexion der jüdischen Siedlungen im Westjordanland wirklich wahr macht, dann sei die Bildung eines palästinensischen Staates unmöglich, sagt Israel-Korrespondentin Alexandra Föderl-Schmid. Schon heute sei das Gebiet ein Flickenteppich. Die Enttäuschung der Araber in Israel und der Palästinenser sei riesig.
Weitere Meldungen: Schwarzes Loch fotografiert, Brexit, Nowitzki beendet Karriere.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terbel
Produktion: Julia Ongyerth
Zusätzliches Material über Facebook: Benjamin Netanjahu, dpa.
In Libyen eskalieren die Kämpfe: Der Kriegsherr Haftar rückt immer weiter auf die Hauptstadt Tripolis zu. Dabei ist der ehemalige Gefolgsmann von Diktator Gaddafi kein Mann der Zukunft, sagt der ehemalige SZ-Nahost-Korrespondent Tomas Avenarius.
Vor seiner Offensive sei Haftar ein Bündnis mit den Russen eingegangen, die versuchen, im Magreb Fuß zu fassen. Es geht in dem Konflikt vor allem um Öl und Gas - und daran seien auch die USA und die Europäer interessiert. Ein erneuter, umfassender Bürgerkrieg könnte allerdings eine weitere große Flüchtlingswelle auslösen.
Weitere Nachrichten: Flüchtlingsboot "Alan Kurdi", IT-Gesetz sieht Herausgabe von Passwörtern vor, Prozess gegen IS-Anhängerin Jennifer W.
Moderation, Redaktion: Lars Langenau
Redaktion: Vinzent-Vitus Leitgeb, Laura Terberl
Produktion: Carlo Sarsky
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