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Er hat sich 15 Gault Millau Punkte erkocht und isst zu Hause am liebsten «Ghackets mit Hörnli». Der Winterthurer Alex Bindig führt seit drei Jahren das Restaurant Trübli am Neumarkt. Dort gibt es nur ein Menu Surprise, die Gäste bekommen also keine Speisekarte, sondern essen, was auf den Tisch kommt. «Damit wollen wir unsere Gäste in die richtige Richtung stossen und ihren kulinarischen Horizont erweitern», erklärt Bindig im Podcast «Dialogplatz».
Als Kind erweiterte Bindig bereits den kulinarischen Horizont seiner Mutter. «Ich musste zu Hause die kulinarische Reissleine ziehen», verrät er. Seine Mutter habe eine Vorliebe für Kartoffelgratin und Dörrbohnen gehabt, dies sei ihm auf Dauer etwas zu eintönig gewesen. Seit kurzem ist Bindig selber Vater. Einen Vaterschaftsurlaub hat er zwar nicht, aber er plante zusammen mit dem Team die Betriebsferien für die Zeit um die Geburt. Die Ferien will er nutzen, um seine Tochter kennen zu lernen. «Es nützt ihr nichts, wenn sie mich in Hochglanzmagazinen sieht und sagt: ‹Ah da ist der Papi, der nie Zeit hat›», sagt der Punktekoch.
Die Entwicklung der Winterthurer GastronomieBindig hat mit seinem absoluten Fokus auf das Menu Surprise in Winterthur eine neue Idee etabliert. Ähnliches gibt es nur noch im Rosa Pulver, das ebenfalls mit Punkten ausgezeichnet wurde und von Bindig explizit gelobt wird. «Sie machen das sensationell», so Bindig.
Der Gastroszene Winterthur gehe es aktuell aber gut, glaubt er. Wobei nach der Pandemie mit dem Krieg in der Ukraine und den steigenden Energiepreisen bereits die nächsten Herausforderungen warten. Für die klassische Gastronomie malt Bindig aber eine düstere Zukunft, er glaubt, dass man den Gästen mehr bieten müsse, das habe sich durch die Pandemie nochmals verstärkt. Die neuen Gastrotrends sieht er beim bewussten Geniessen, insbesondere was den Fleischkonsum angeht. Daniel Humm hat letzthin als erster Koch überhaupt drei Michelin-Sterne bekommen für ein veganes Restaurant. «Wenn man das vor 15 Jahren jemandem erzählt hätte, wäre man ausgelacht worden», meint Bindig.
Was man seiner Frau nicht verraten soll, hören Sie im Landbote-Podcast «Dialogplatz» ab Minute 33.
Welches Thema wann besprochen wirdEigentlich freue er sich auf alles. Beni Thurnheer (73) steht am Samstag, 15. Oktober, wieder auf der Showbühne. Dann strahlt SRF nach zehn Jahren Pause wieder die SRF-Sendung «Benissimo» aus. Anlass dafür ist die erste Ausgabe der beliebten Samstagabendsendung, die vor 30 Jahren ausgestrahlt wurde. Um ein «Comeback» handle es sich aber nicht. «Das ist eine einmalige Jubiläumsshow», sagt Thurnheer im Podcast «Dialogplatz». Gleichzeitig findet an diesem Abend der Match FCW gegen GC statt. Sollte der FCW in Führung gehen, sei für ihn klar: «Es wäre mir eine Ehre, das Zwischenresultat bekannt zu geben.» Aber nicht nur das: Die Leute würden dann merken, dass die Sendung «wirklich live ist».
FCW-Fan ist Thurnheer schon seit seinem siebten Lebensjahr. Deshalb feierte er auch spontan den Aufstieg seines Lieblingsclubs vor dem Stadthaus im Mai. Im Gespräch, das vor dem FCW-Sieg am letzten Sonntag gegen Sion stattfand, sagt er denn auch: «Der FCW kann sich nun ein Jahr lang ans Klima der Super League gewöhnen.»
Aus dem Leben eines SportreportersObwohl Beni Thurnheer schon längst im Pensionsalter ist, will er es nicht gemütlich nehmen. «Es wird mir relativ schnell langweilig.» Deshalb habe er verschiedene Projekte am Laufen. Demnächst erscheine ein neues Buch von ihm. Titel: «Der Sportreporter und die Philosophen» – eine Mischung aus Autobiografie und Konversation mit Philosophen.
Thurnheer erzählt im «Dialogplatz» auch aus seinem Leben als Sportreporter und wie ihm sein Jusstudium dabei geholfen hat – nämlich beim genauen Formulieren. Er selber habe bei den Fussballspielen immer viele Notizen dabeigehabt. Heute habe sich der Job des Kommentators grundlegend verändert. Wichtig sei nach wie vor, die eigene Persönlichkeit einzubringen.
In seinem Leben war Thurnheer häufig auf Reisen unterwegs, doch zu Hause ist er in Seuzach. Das ist ihm wichtig: «Es war eine Ehrensache, dass ich beim 125-Jahr-Jubiläum der Musikgesellschaft Seuzach moderierte.» Häufig trifft man ihn auch in Winterthur an, wo er geboren und aufgewachsen ist. Um Autogramme werde er zwar nicht mehr so oft gebeten. «Dafür fragen viele, ob sie ein Selfie mit mir machen können.» Dafür ist «Beni national» gern zu haben.
Wann welches Thema besprochen wirdFür Winzerin Nadine Saxer ist Wein mehr als nur der Beruf. «Er ist auch etwas mein Leben», sagt sie. Und es sei auch mehr als nur Arbeit. Es sei eine Kunst, so Saxer. Vor allem, wenn das Jahr nicht so gut gewesen sei. «Es sind sehr viele Faktoren, die bei der Arbeit im Keller, also nach der Traubenlese, reinspielen», sagt Saxer. Aktuell wird auf den Parzellen des Weinguts Saxer gewümmet – alles in Handarbeit. «Wir haben ein treues, routiniertes Trüppchen, das uns dabei hilft», sagt Saxer. 2022 ist ein gutes Weinjahr, was das heisst, erklärt Saxer beim Podcast «Dialogplatz».
Die studierte Önologin übernahm das Weingut 2011 von ihrem Vater, seither habe sie nur feine Umstellungen vorgenommen. «Ich habe nicht alles auf den Kopfgestellt», sagt sie. Als Frau war sie fast eine Exotin in der Szene. «Da gewöhnt man sich aber schnell dran.» Zudem gäbe es immer mehr Winzerinnen. Ihnen wird nachgesagt, dass sie die bessere Nase haben für die Feinheiten im Wein.
Dank Corona Kunden aus der WestschweizAuf Grund der Reisebeschränkungen durch die Corona-Pandemie haben viele Leute in den vergangenen beiden Jahren die Schweiz entdeckt – und gemäss Saxer auch den Schweizer Weinbau. So habe sie seither vermehrt Kunden aus der Westschweiz. «Es ist wirklich etwas Neues, dass die Westschweizer sich für Deutschschweizer Wein interessieren.» Weniger spannend findet Saxer alkoholfreien Wein. «Der Alkohol ist auch ein Aromaträger, darum kommt alkoholfreier Wein nicht an die Qualität eines normalen Weins heran», meint sie.
Wann welches Thema besprochen wirdNicole Reist ist die weltweit beste Velofahrerin, wenn es über sehr weite Distanzen geht. Seit elf Jahren hat die 38-jährige Weisslingerin jedes Rennen gewonnen. Für die Tortour im August – ein Rennen über 1035 Kilometer und 13’000 Höhenmeter – brauchte sie 40 Stunden und 15 Minuten und gewann in der Damenkategorie. Reists Leistung ist ein Rekord. Aber nicht der einzige, den sie geknackt hat. Im Podcast «Dialogplatz» erzählt Reist, was sie antreibt, weshalb sie so hart trainiert und was den Reiz dieser ultralangen Rennen ausmacht.
Dieses Jahr stand sie kurz davor, ein grosses Ziel zu erreichen: Beim Race Across America im Juni lag sie bis 300 Kilometer vor Schluss in Führung, noch vor dem ersten Mann. Doch dann brach sie sich das Schambein und musste zwei Konkurrenten vorbeiziehen lassen. Den Sieg in der Frauenkategorie erreichte sie trotzdem. Ein Preisgeld dafür gab es aber nicht. Ihr Gewinn war lediglich ein Holzbrettchen. Im krassen Gegensatz zum Preisgeld stehen die Auslagen für die Rennen. «Die sind massiv», sagt Reist. Das ist mit ein Grund, weshalb sie neben dem harten Training 100 Prozent arbeitet.
Durchgetakteter AlltagIhren Beruf als Hochbautechnikerin liebt Reist. 98 Prozent ihrer Zeit verbringe sie sitzend im Büro. Das harte Training sei deshalb gut möglich. Im Podcast erzählt sie, dass sie täglich um 1.30 Uhr aufsteht, um im Schutzraum ein erstes Training zu absolvieren. Ihr Arbeitstag beginnt morgens um 5 Uhr, um 16 Uhr macht sie Feierabend. Die Nacht beginnt für Reist früh; meist ist sie um 19 Uhr im Bett. Liegt nicht einmal ein feines Abendessen in einem Restaurant drin für die Sportlerin? «Je nach Saison ist das sehr schwierig», sagt Reist. Wenn, dann terminiere sie das aufs Wochenende.
Wann welches Thema besprochen wirdBei den Stadtratswahlen im Frühling hat Stadtpräsident Michael Künzle (Mitte) mit 21’799 Stimmen das beste Resultat erzielt. Er ist bekannt als «Händeschüttler», der an jeder Veranstaltung anzutreffen ist. Im Podcast «Dialogplatz» erzählt er, dass sich die Leute jeweils darüber lustig machten, dass er an jede «Hundsverlochete» gehe. «Aber die gleichen Leute sind ja dann auch froh, dass ich an ihren Anlass komme.» Das ganze Gespräch hören Sie hier:
Im Podcast gibt der Stadtpräsident auch Einblicke in sein Privatleben. So klagt er über betrunkene Nachtschwärmer, die grölend an seinem Garten vorbeilaufen. «Ich bin froh, dass die nicht wissen, wer da wohnt.» Künzle erzählt auch von seinen Ferien mit der Familie, in denen er sich seine Rippe gebrochen hat, als er ein Kinderbuch aufheben wollte. Der Stadtpräsident steht auch dem Kulturressort vor, auf einen Favoriten in Winterthur will er sich aber nicht festlegen. Hingegen habe ihn an den Musikfestwochen die Band «Jeremias» begeistert. «Die Texte sind tiefsinnig und die Musik kommt gut rüber. Es war ein schöner Abend.»
Neben den privaten Einblicken nahm Michael Künzle auch zu politischen Fragen Stellung. Etwa zur städtebaulichen Entwicklung von Winterthur. So wünsche er sich für Töss einen besseren Übergang zum Dättnau. «Es kann ja nicht sein, dass eine Fussgängerüberführung eine Autobahn kreuzen muss. Man kann die Situation dort verbessern.» Die geplante Aufwertung mit dem A1-Projekt sieht er als grosse Chance.
Keine Angst vorm «Merkel-Effekt»
Künzle trauert dem «C» nach, das seine Partei mit dem Wechsel von «CVP» zu «die Mitte» abgab. «Das ist eine starke Marke in der Schweiz, die man nicht verändern sollte.» Die Mitte hat in Winterthur bei den letzten Wahlen zwar zugelegt, ist aber immer noch eine kleine Partei, im Hinblick darauf, dass sie den Stadtpräsidenten stellt. Trotzdem hat Michael Künzle keine Angst vor einem «Merkel-Effekt», dass die Partei nach ihm in ein Tief fallen könnte. Es gebe aussichtsreiche Kandidaten für seine Nachfolge, so Künzle.
Wann welches Thema besprochen wird
Für viele waren Rychenbergpark, Büelpark und Viehmarkt eine ideale Kulisse für die Musikfestwochen (MFW). Letztes Jahr ging das traditionelle Festival ausnahmsweise im Grünen über die Bühne – wegen Corona. Die Atmosphäre in den Parks kam gut an beim Publikum. «Viele Menschen hatten Freude, doch auch in den Parks gab es Herausforderungen», sagt die 37-jährige MFW-Präsidentin Anina Ljaskowsky im Podcast. Ein Problem waren etwa die «No-Shows»: Gäste, die ein (Gratis-)Ticket reserviert hatten, aber dann nicht zum Konzert erschienen.
Auseinandersetzungen mit den Anwohnern gab es insbesondere im Rychenbergpark. «Man hört viel über diejenigen, die schimpfen. Am Schluss ist das aber eine kleine Zahl von Menschen», sagt Ljaskowsky im Podcast. «Aber natürlich, man muss Rücksicht nehmen auf die Anwohnerinnen und Anwohner.» Der Stadtrat habe diese eine Ausnahme bewilligt. Deshalb sei auch klar, dass es dabei bleiben würde.
Festival der NewcomerOft höre Ljaskowsky Geschichten von früher, als Bands wie «Die toten Hosen» auf der Steinberggasse auftraten. Doch die Musikfestwochen seien nicht mehr das Festival der «grossen Namen». Das habe mit der Entwicklung der Musikindustrie zu tun. Viele Bands würden heute grössere Gagen verlangen, weil sie keine CDs mehr verkaufen. Das übersteige das MFW-Budget. «Wir sind heute ein Festival der Newcomer, Schweizer Acts oder Entdeckerbands.»
Bei der Programmierung des Festivals achte man sehr auf den Frauenanteil bei den Acts. «Wir haben das grundsätzliche Anliegen, allen Arten von Menschen vor und hinter dem Bühne einen Platz zu geben», sagt die MFW-Präsidentin. Über Festivals, die nur Männer auf der Bühne haben, sagt sie: «Das ist ärgerlich.»
Ljaskowsky ist ehrenamtliche Präsidentin der MFW. Ihr Geld verdient sie hauptsächlich als Selbstständige im Eventbereich. Winterthur ist ihre Heimatstadt; ihr Grossvater und später ihr Vater führten ein Herrenmodegeschäft am Untertor. Ihre Antwort auf die Frage, was sie von Winterthur wegbringen würde, sagt Ljaskowsky klar: «Nichts.»
Wann welches Thema besprochen wirdNach zwei Jahren Pause findet das traditionelle Albanifest wieder statt. Vom 24. bis 26. Juni ist in der Altstadt Chilbi angesagt. Mitten im Getümmel wird der 53-jährige OK-Präsident Daniel Frei sein. «Ich bin jeweils dort, wo es mich in meiner Funktion braucht», sagt Frei im Podcast «Dialogplatz». Dieses Jahr wird er zum letzten Mal als Präsident dabei sein. Mit der Familie geniesst er trotz der Verpflichtungen jeweils eine Fahrt auf dem Riesenrad.
Das diesjährige, 49. Albanifest solle in etwa so stattfinden, wie man es kennt. Also mit Bahnen, Essensständen und Musik. Und: «Wir wollen die Tradition hochleben lassen. Das heisst, die Vereine stehen im Mittelpunkt.» Rund 80 Vereine sind am Fest präsent. Die Besucherzahl schätzt das OK auf über 100’000 – doch es könnten laut Frei nun nach der pandemiebedingten Pause sogar noch deutlich mehr sein. Das OK habe sich jedenfalls auf ein solches Szenario vorbereitet. Wie gross der Besucherandrang wird, könne Frei aber nicht sagen. Schliesslich gebe es verschiedene Zugänge zum Fest und keine «Eingangskontrollen». «Es wäre schön, wenn jeder Besucher einen Franken bezahlen würde», sagt er. «Das würde niemandem wehtun, und wir wüssten genau, wie viele Menschen in die Altstadt kamen.»
Frei erzählt im Gespräch auch, was es alles braucht, damit das Albanifest überhaupt stattfinden kann und was dieses so einzigartig macht. Ohne viel ehrenamtliches Engagement des OK und der Vereine würde das nicht klappen. Diesmal seien etwas weniger Vereine dabei als sonst. Für diese sei es eine Herausforderung, genügend Leute zu finden, die mithülfen.
Gern würde es Frei sehen, wenn das Albanifest mehr Unterstützung und Wertschätzung von der Politik erhalten würde. «Wir sind zehn Macher im Team und führen eigentlich ein KMU – ehrenamtlich.» Deshalb könne es nie genug Wertschätzung geben. Beklagen wolle er sich dennoch nicht. Frei ist beispielsweise zufrieden mit der Leistungsvereinbarung mit der Stadt.
Ein weiteres Ehrenamt hat Daniel Frei beim Dachverband Winterthurer Sport (DWS), den er präsidiert. Nicht, weil er einfach gern Präsident sei, sondern «weil ich früh gemerkt habe, dass es in einem Verein einfach einen braucht, der vorn hinsteht». Unter ihm ist der DWS politisch geworden – das hat sich etwa in der Diskussion um Gratisparkplätze für Sporttrainer gezeigt.
Wann welches Thema besprochen wirdDas erste Jahr arbeitete Andreas Mösli gratis für den FC Winterthur, weil der Verein derart verschuldet war. Das war vor 20 Jahren, nun ist der FCW auf dem Höhepunkt seines sportlichen Erfolges und Mösli sowas wie das Gesicht des Vereins. Nun will Mösli eigentlich sein Pensum reduzieren. «Ich hatte das Bedürfnis etwas runterzuschrauben, aber wenn man aufsteigt, ist dies natürlich nicht so einfach», sagt er.
Im Podcast «Dialogplatz» spricht er über den Kult um das Stadion. «Als ich vor 20 Jahren begann, war eines der grossen Themen: Die Schützenwiese diese Bruchbude, diese Lotterbude der Nation. Dafür müsse man sich schämen», erzählt Mösli im Podcast. Die «Schützi» sei sehr negativ konnotiert gewesen. Mit Blick nach Schaffhausen ist sich Mösli aber sicher, dass es richtig ist an der Schützenwiese festzuhalten – trotz den Problemen. «Die Schützenwiese hat Charme und eine Seele», sagt Mösli. Moderne Stadien, wie jenes in Schaffhausen, seien hingegen austauschbar.
Doch auch in Winterthur wird es Neuerungen geben. Beispielsweise die Sektorentrennung oder die Fangnetze hinter den Toren. «Trotzdem wird die Schützenwiese den Charme und den Charakter nicht verlieren», sagt Mösli.
Wann welches Thema zu hören istDamit das Technorama in Winterthur auch eine Schönwetterdestination wird, hat es viel in den Erlebnispark investiert. Direktor Thorsten Künnemann sagt im Podcast, wie der Aussenbereich ankommt und welche Exponate die Besucherinnen und Besucher aktuell und in Zukunft nicht verpassen sollten: von der Wunderbrücke über die geplante Gas-Show bis zu Lichtspielereien in den WCs.
An der nordfriesischen Küste aufgewachsen, hat sich Künnemann anfänglich vor allem für Biologie interessiert und bereits in jungen Jahren Führungen durch Watt und Salzwiesen geleitet. Schon damals sei es ihm darum gegangen, den Menschen nicht die Welt erklären zu wollen, sondern die Neugierde dafür zu wecken, den Phänomenen selbst auf den Grund zu gehen, indem man sie erlebt, ausprobiert und hinterfragt.
Ein grosses Haus wie das Technorama zu leiten, habe ihn schon immer fasziniert, sagt Künnemann im Gespräch. Als er 2008 das Zeitungsinserat für den Direktorenposten gelesen habe, sei er aber erst einmal in die Ferien verreist. Erst nach der zweiten Ausschreibung habe er sich getraut, eine Bewerbung einzureichen.
«Ich war früher eher schüchtern», sagt der 51-Jährige. Heute mag er Auftritte vor Publikum, nicht nur an Kongressen auf der ganzen Welt, sondern auch an Veranstaltungen wie der naturwissenschaftlichen Soiree «in Vino Scientia».
Der Familienvater verrät zudem im Podcast, was er an Winterthur besonders mag, wo er mit seiner Grösse von über zwei Metern einkauft und wie es dazu gekommen ist, dass er eine richtige Krokodil-Lokomotive erworben hat.
Wann welches Thema besprochen wirdDas Konzept der Literaturreihe «lauschig – Worte im Freien» ist bestechend einfach: Lesungen finden in Winterthurer Parks oder auf Spaziergängen statt. Initiantin der Reihe ist die 43-jährige Ramona Früh. Sie ist selbstständige Kulturmanagerin und hat «lauschig» im Jahr 2015 lanciert – mit grossem Erfolg.
Im Podcast «Dialogplatz» erzählt Früh, wie sie auf die Idee gekommen ist, Lesungen an speziellen Orten zu organisieren und wie sie ihr Programm zusammenstellt. «Manchmal braucht es auch Hartnäckigkeit, um an die Wunschautorinnen und -autoren zu gelangen», sagt sie. Gerade dieses Jahr habe sie mindestens zwei Literaturschaffende im Programm, die sie seit dem Start der Literaturreihe auf ihrer Liste standen und die sie immer wieder angefragt hatte. Wichtig ist Früh, dass es neben den bekannteren Namen immer wieder neue Autorinnen und Autoren zu entdecken gibt bei «lauschig».
Die Kulturmanagerin verrät im «Landbote»-Podcast auch, dass sie neben der Literatur auch von Musik begeistert ist. Nicht zuletzt deshalb habe sie an der Universität Zürich Musikwissenschaften studiert. Während des Studiums schrieb Ramona Früh als freie Journalistin auch für den «Landboten» über Musik. Selber hat sie vor rund 15 Jahren in der Band «Ladies Room» Bass gespielt. «Das ist schon ewig her», sagt Früh. Die Musikkarriere habe sie nicht weiterverfolgt: «Ich habe gemerkt, dass mir das Organisieren hinter den Kulissen mehr liegt, als selber auf der Bühne zu stehen.» Während der Corona-Pandemie hat sie sich sogar eine akustische Gitarre gekauft, die derzeit aber im Keller steht.
Corona habe der Literaturreihe zugesetzt. Vieles musste Früh in den vergangenen zwei Jahren verschieben oder absagen. Über die Runden kam «lauschig» auch deshalb, weil es vom Kanton eine Ausfallentschädigung erhielt. «Jetzt hoffen wir, dass das Publikum wieder kommt.» Die neue «lauschig»-Saison startet am 3. Juni und dauert bis am 10. September.
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