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Auf einem Wagenplatz in der Berner Besetzerszene ist es offenbar zu einem sexuellen Übergriff gekommen. Anstatt zur Polizei zu gehen, hat das linksautonome Kollektiv daraufhin im Sommer 2025 versucht, den Fall intern aufzuarbeiten – nach dem Konzept der sogenannten transformativen Gerechtigkeit.
Der mutmassliche Täter soll jedoch rückfällig geworden sein und eine Vergewaltigung begangen haben. Er wurde vom Wagenplatz ausgeschlossen und tauchte offenbar in Deutschland unter. Das Kollektiv hat ihn daraufhin mit seinem Rufnamen öffentlich an den Pranger gestellt.
Warum hat man sich auf dem Wagenplatz zu diesem Vorgehen entschieden und den mutmasslichen Täter in Schutz genommen? Was versteht man eigentlich genau unter einem transformativen Aufarbeitungsprozess und wo bleibt dabei der Opferschutz? Und warum werden über 80 Prozent der Vergewaltigungen nicht der Polizei angezeigt?
In einer neuen Folge vom Podcast «Gesprächsstoff» erzählen die beiden Redaktoren Kaspar Keller und Simon Wälti aus dem Ressort Bern von ihrer Recherche. Von einem Umfeld, das nebst Polizei und Staat auch kritisch gegenüber Fachstellen und Medien ist.
Von einigen lokalen und nationalen Politikerinnen und Politikern, die sich gegen sexuelle Gewalt an Frauen einsetzen, sich aber auf Anfrage der Redaktion nicht zum Fall geäussert haben. Und von den vielen offenen Fragen zu Opfer- und Täterschutz bei der transformativen Gerechtigkeit.
In dieser Podcastfolge zu Wort kommt auch Ineke Pruin. Sie ist Professorin am Institut für Strafrecht und Kriminologie an der Universität in Bern und Expertin für Restorative Justice im Strafverfahren und für Fragen des Opferrechts.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gäste: Kaspar Keller und Simon Wälti
Artikel zum Fall
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Der Chefkoch vom Hotel Victoria-Jungfrau, der nur auf den Tisch bringt, was er im Umkreis von 50 Kilometern findet, wird zum «Green Chef of the Year» gekürt. Ein 30-Jähriger holt sich in Grindelwald den Titel «Aufsteiger des Jahres».
Ein altbekannter Berner, der eben erst ein neues Lokal eröffnet hat, heimst schon wieder 17 Punkte ein. Und mit dem Côte d’Orée in Prêles schafft erstmals ein Campingplatz-Restaurant den Einzug in den Gastroführer.
Am Montag war es wieder so weit; der Gastroführer «Gault Millau» 2027 ist herausgekommen. Im Kanton Bern holten mehrere Küchenbrigaden zum ersten Mal die begehrten Punkte. Im Oberland dagegen fielen gleich zehn Gastrobetriebe heraus. Im ganzen Kanton gibt es 2027 im Vergleich zum Vorjahr insgesamt noch 94 Punkte-Restaurants.
Aber wie schafft man es eigentlich, die begehrten «Gault-Millau»-Punkte zu holen? Ist diese Auszeichnung ein Erfolgsgarant oder kann sie auch zur Bürde werden? Wie steht es um die Gourmetküche in den aktuell wirtschaftlich unsicheren Zeiten? Und was sagt die Vergabe über den Zustand der Gastronomie im Kanton Bern aus?
In einer neuen Folge des Podcasts «Gesprächsstoff» spricht Kaspar Keller, freier Journalist und Gastroszenen-Kenner, über die neuste Ausgabe des Gastroführers «Gault Millau».
«Auch in der Berner Punkte-Küche kocht man nur mit Wasser, respektive mit Belper Knolle», sagt Keller. Er erklärt, warum die meisten ausgezeichneten Berner Restaurants auf Lokalität setzen und wieso man ebenso schnell aufsteigen wie wieder aus dem Gastroführer rausfallen kann.
Artikel zum neuen «Gault-Millau»
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Diese Folge wurde am 22. Mai 2026 zum ersten Mal publiziert.
Im Mai 2022 hat die Schweizer Stimmbevölkerung der erweiterten Widerspruchslösung zugestimmt. Das heisst: wir alle sind Organspenderinnen und Organspender, ausser wir halten in einem Online-Register das Gegenteil fest. Doch dieses Register gibt es auch vier Jahre nach der Abstimmung noch nicht.
Doch was bedeutet es, den Entscheid der Organspende für eine andere Person zu fällen? Wie haben sich die Transplantationszahlen und Wartezeiten seit der Abstimmung entwickelt? Wie funktioniert so eine Transplantation überhaupt? Und wie fühlt es sich an, wenn ein fremdes Herz in der eigenen Brust schlägt?
Alle Seiten einer Herztransplantation
In einer Spezialfolge vom Podcast «Gesprächsstoff» sprechen Moderatorin Sibylle Hartmann und Kaspar Keller, freier Journalist, mit einer Mutter, dessen zweijährige Tochter zur Organspenderin wurde und vier Menschen das Leben rettete.
Herzchirurginnen und -chirurgen des Inselspitals gewähren einen exklusiven Einblick in eine Herztransplantation – von der Entnahme in einem anderen Spital über die Fahrt mit Blaulicht in die Insel bis zum Herzschlag beim Empfänger. Und ein 27-jähriger Berner, der vor drei Jahren ein neues Herz erhalten hat, erzählt, wie sich sein Alltag seither entwickelt hat.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann und Kaspar Keller
Drei Artikel zur Widerspruchslösung
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Jede zweite Woche wird in der Schweiz eine Frau aufgrund ihres Geschlechts getötet. Unter den Tätern sind Partner, Väter, Brüder. Gleichzeitig rückt die Polizei immer häufiger wegen häuslicher Gewalt aus. Warum ist heute der gefährlichste Ort für Frauen ihr Zuhause?
Darüber haben am Dienstagabend die ehemalige Bundesrätin Simonetta Sommaruga, die Berner Stadträtin und Gewaltbetroffene Dominique Hodel und der Gewaltberater Christoph Jäggi am «Bund»-im-Gespräch im Bierhübeli diskutiert.
Simonetta Sommaruga hat als Studentin in einem Frauenhaus gearbeitet, was sie bis heute prägt. Seit den Anfängen ihrer politischen Karriere setzt sie sich für Gleichberechtigung ein. Sie sagt: «Gleichstellung verhindert Gewalt.»
Wie schwierig es ist, aus einer toxischen Beziehung auszubrechen, weiss die Berner SP-Stadträtin Dominique Hodel. Sie war jahrelang in einer Gewaltspirale gefangen. «Ich habe jeweils behauptet, mich selbst verletzt zu haben», sagt sie.
Wer sind die Männer, die ihre Partnerinnen schlagen oder sogar umbringen? Christoph Jäggi berät seit 15 Jahren Täter. Er kennt die Wege aus der Gewalt. Die Prävention beginne bereits in der Kindheit bei der Sozialisierung der Buben und junger Männer, sagt er.
Moderation: Mirjam Comtesse und Simone Klemenz
Gäste: Simonetta Sommaruga, Dominique Hodel, Christoph Jäggo
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Sei es Poulet, Rind oder Schweinefleisch, in Form von Steak, Plätzli, oder Mostbröckli: Wir Schweizerinnen und Schweizer essen im Schnitt 50 Kilogramm Fleisch im Jahr. «Zu viel», sagen die Initiantinnen und Initianten der Ernährungsinitiative, über die wir am 27. September abstimmen. «Zu viel», sagt aber auch der Bundesrat.
Essen ist politisch geworden. Wie viel und welches Fleisch können, wollen und dürfen wir uns also künftig noch leisten?
Auf der Suche nach Antworten hat unser Redaktor Marius Aschwanden in der Zähringer-Migros in der Länggasse das Auswahlverfahren der Kundschaft in der Fleischabteilung studiert. Er hat sich eine der grössten Munimastereien in der Nähe von Burgdorf angeschaut, wo Bauer Tobias Steffen seine 320 Tiere innerhalb von acht Monaten auf 550 Kilogramm mästet.
Und er hat die Biometzgerei «La Boulotte» im Berner Breiterainquartier besucht, wo erst das nächste Tier geschlachtet wird, wenn das vorherige komplett verkauft ist.
In einer neuen Folge des Podcasts «Gesprächsstoff» erzählt Aschwanden von seiner Recherche zu unserem Fleischkonsum im Vorfeld der Abstimmung über die Ernährungsinitiative. Etwa von Andreas, der ohne mit der Wimper zu zucken zu Migros-Budget-Fleisch greift. Was es mit Bauer Steffen macht, wenn ein Muni plötzlich anhänglich wird. Und warum die Theke in der Biometzgerei nicht immer ganz einfach zu füllen ist.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Marius Aschwanden
Artikle zu unserem Fleischkonsum
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«Modeberg Bern – inspiriert von der einzigartigen Kultur und Geschichte der schweizerischen Hauptstadt.»
Dieser Slogan klang für eine 30-jährige Leserin absolut seriös. Auch die Website machte auf sie einen professionellen Eindruck. Und das Geschäft dazu befindet sich ja in der Stadt Bern, wie sie dachte.
So bestellte sie kürzlich online bei «Modeberg Bern» Qualitätskleider im Wert von 300 Franken. Drei Wochen später erhielt sie ein zerquetschtes Päckchen – voll mit Billigware aus China und einer nachträglich angenähten Etikette mit der Aufschrift «Modeberg Bern».
Szene aus jungen, vermeintlich reichen Dropshippern im Netz
Wie ist es möglich, dass immer mehr dubiose Onlineshops wie «Modeberg Bern» unbehelligt im Netz vorgaukeln können, ein lokales Geschäft zu sein? Ist es illegal, Billigware aus China zu liefern anstatt der versprochenen Qualitätskleidung? Was steckt genau hinter der sogenannten Dropshipping-Szene im Netz? Und wie kann man sich davor schützen?
In einer neuen Folge des Podcasts «Gesprächsstoff» erzählt Redaktor Andres Marti aus dem Ressort Bern über den Fall des vermeintlichen Berner Webshops. Er erklärt, was Dropshipping genau ist und was es mit dieser Szene von jungen Menschen im Netz, die damit reich geworden sind, auf sich hat.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Andres Marti
Artikel zu Dropshipping:
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Bereits eine Woche vor dem Auftakt der Schweizer Eishockeysaison kam es am Dienstagabend in Bern zum Tatzenderby. Jürg Fuhrer, CEO des SC Bern und Peter Jakob, Verwaltungsratspräsident der SCL Tigers, standen sich beim Talk der Berner Zeitung gegenüber.
Während beim SC Bern der grosse Umbruch im Gange ist mit Fuhrers Übernahme der Geschäftsführung von Clublegende Marc Lüthi, baut Langnau weiterhin auf Kontinuität mit dem langjährigen VR-Präsidenten Peter Jakob.
So unterschiedlich die Ausgangslage in der Führungsebene, so identisch klang am Dienstagabend das jeweilige Saisonziel: die Playoffs. Fuhrer hält auf dem Podium fest, dass für den SCB mittelfristig der Kübel wieder her müsse. Und hofft, dass Geld nicht der einzige Faktor sei, um die Meisterschaft zu entscheiden.
Dass die Mutzen um den Titel spielen, das wollen die Tigers aber gar nicht erst zulassen. «Am besten wärs, wor würden den SCB im Plaoff rausschmeissen», meint Jakob scherzhaft.Schliesslich seien sie unterdessen nicht mehr die Bauern, sondern eine Hockeyunternehmung auf dem Land.
Moderiert wurde der Abend vom BZ-Chefredaktor Wolf Röcken. Wie die beiden Clubs die Erwartungen der jeweiligen treuen Fanbasis erfüllen wollen und wie es um die beiden Stadien steht, kann hier nachgehört werden:
Moderation: Wolf Röcken
Gäste: Jürg Fuhrer, Peter Jakob
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Eine Frau um die 30, die 44-mal in flagranti beim Stehlen erwischt wurde rund um den Bahnhof. Ein Mann, der innerorts mit 81 Kilometern pro Stunde in eine Radarfalle getappt war und behauptet, sein Cousin sei am Steuer gesessen. Ein 32-Jähriger, der trotz Landesverweis wieder in die Schweiz eingereist ist – mit gefälschten Papieren.
Meistens geht es vor den Gerichten im Kanton Bern nicht um Mord und Totschlag oder die ganz grossen True-Crime-Fälle, sondern um die vermeintlich kleinen Konflikte mit dem Gesetz: um Verkehrsdelikte, Diebstähle oder Drogen.
6’551 Strafprozesse haben letztes Jahr an den Berner Gerichten stattgefunden. Sie bilden den Schlusspunkt von Strafverfahren, die oft lang, manchmal sehr lang dauern. Und es werden in der Tendenz immer mehr.
Wie sieht der Justizalltag abseits der grossen Kriminalfälle überhaupt aus? Was sind das für Menschen, die sich wegen solcher unscheinbaren Delikte vor dem Gesetz verantworten müssen? Was erzählen diese einzelnen Geschichten über unsere Gesellschaft und unser Rechtssystem? Wie konnte es so weit kommen, dass die Gerichte der Flut an Fällen kaum noch hinterherkommen?
Diesen Fragen ist Cedric Fröhlich nachgegangen, Justizreporter beim Ressort Bern. Er hat eine Woche im Berner Amtshaus verbracht. In einer neuen Folge von «Gesprächsstoff», dem Podcast von Bund und Berner Zeitung erzählt er von den drei Fällen, bei denen er im Gerichtssaal sass. Und wie unterschiedlich Menschen damit umgehen, wenn ihnen etwas vorgeworfen wird.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Cedric Fröhlich
Redaktionelle Mitarbeit: Jessica King
Sprecherin: Jacky Wechsler
Artikel zur Berner Justiz am Anschlag:
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Seit den 90er-Jahren hat sich die Zahl der Kinder halbiert, die regelmässig Fahrrad fahren. Viele Kinder haben Mühe beim Bremsen und Schalten oder Linksabbiegen . In Köniz soll sich das jetzt ändern. Die Schule Buchsee ist seit diesem Sommer Teil des Pilotprojekts «Velofreundliche Schule», das von Pro Velo lanciert und vom Bundesamt für Energie finanziert wird.
Warum steigen Kinder und Jugendliche heutzutage weniger in den Sattel und benutzen stattdessen mit dem ÖV? Ist der heutige Autoverkehr wirklich gefährlicher für Velofahrende? Und was bringt die Veloprüfung überhaupt?
Darüber spricht in einer neuen Folge vom Podcast «Gesprächsstoff» Redaktorin Regina Schneeberger. Sie hat mit dem Verkehrspolizisten Peter Miescher getroffen, ist mit der Fünftklässlerin Jolina mit dem Velo in die Schule gefahren und hat zum Rückgang der Fahrradnutzung von Kindern und Jugendlichen recherchiert.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Regina Schneeberger
Artikel zum Schulweg mit dem Velo:
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Paul Baumann, besser bekannt als «Vatti», hat in den 1950er-Jahren in der Gemeinde Linden im Berner Mittelland die christliche Vereinigung Methernitha gegründet und dort jahrelang zahlreiche junge Mädchen missbraucht.
Dafür wurde er 1974 zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Doch auch nach seiner Entlassung machte er unbehelligt weiter – so lange, bis er körperlich und altershalber keine Bedürfnisse mehr hatte. 2011 starb Paul Baumann mit 93 Jahren.
Warum konnte der Sektenführer einfach so mit seinen Gräueltaten weitermachen? Was ist das überhaupt für eine religiöse Vereinigung, die immer noch existiert? Und was sagt die Gemeinde Linden heute dazu?
Darüber spricht Benjamin Lauener, Redaktor aus dem Ressort Region, in einer neuen Folge vom Podcast «Gesprächsstoff». Er hat sich für seine Recherche zum Missbrauchsskandal der Methernitha-Sekte tief ins Zeitungsarchiv vergaben und mit dem heutigen Dorfpfarrer von Linden gesprochen.
Ausgangspunkt war die neue vierteilige Dokumentar-Serie «Der Engelmacher» von Regisseurin Marina Klauser. Sie hat mit ihrer vierjährigen Recherchearbeit die Fortsetzung des Missbrauchs ans Tageslicht gebracht. Die Serie von Tellfilm entstand in Zusammenarbeit mit der SRG und 3SatSchweiz.
Der Film «Der Engelmacher» ist auf Play Suisse und ab dem 20. August auf Play SRF verfügbar. Die ersten beiden Teile laufen am 27. August auf SRF 1. Die Episoden 3 und 4 werden am 30. August ausgestrahlt.
Moderation und Produktion: Sibylle Hartmann
Gast: Benjamin Lauener
Redaktionelle Mitarbeit: Jessica King
O-Töne Betroffene: «Der Engelmacher»
Artikel zum Missbrauchsskandal
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