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Geschätzt um die 100’000 Sans Papiers leben in der Schweiz – gegen 20’000 alleine im Kanton Zürich. Fliegen sie auf, müssen sie in der Regel das Land verlassen. Obschon sie für viele Schweizerinnen und Schweizer zu unverzichtbaren Nannys, Putzkräften und Köchen geworden sind, leben viele im Versteckten und meiden die Öffentlichkeit. Tanja Polli hat sie getroffen, mit ihnen viele Stunden verbracht und schliesslich zusammen mit der Fotografin Ursula Markus ein Buch mit dem Titel «Die Unsichtbaren» herausgebracht.
In der neusten Folge des Landbote-Podcasts «Dialogplatz» liest Polli aus ihrem Buch vor und spricht über Schicksale wie jenes der 63-jährigen Bolivianerin Fany. Polli erklärt, wie die Lebensumstände für Sans Papiers wie Fany verbessert werden könnten und wieso Winterthur für die «Papierlosen» ein schwieriges Pflaster ist.
Polli, 53 und Mutter zweier erwachsener Söhne, hat Anfang der 90er-Jahre in Winterthur die Gassenarbeit aufgebaut und ist vielseitig begabt. Die Buchautorin und Journalistin organisiert nebenbei Reisen in den Kosovo, engagiert sich dort für kulturelle Projekte und gibt in Winterthur Yoga – manchmal zu Heavy Metal.
Wann welches Thema besprochen wird:Es sind die Ungerechtigkeiten in der Welt, die die 34-jährige SP-Co-Präsidentin Mattea Meyer antreiben: «Ich kann es sehr schlecht aushalten, wenn Menschen, die Macht haben, diese gegenüber den Menschen ausspielen, die das alles nicht haben.»
Im Podcast «Dialogplatz» erzählt Meyer, was ihr Energie gibt, sich täglich politisch einzusetzen. Aber auch, weshalb sie ihre Emotionen zeigt und ihre Tränen nicht zurückhält. «Ich bin keine Kunstfigur oder spiele ein Theater im Nationalratssaal, sondern das bin ich», sagt sie. Trotzdem bleibe sie zuversichtlich: «Ich habe Wut im Bauch und Hoffnung im Herzen.»
Meyer ist Mutter von zwei Kindern und lebt mit ihrem Partner in Winterthur. Im Primarschulalter ist sie mit ihrer Familie von Baselland nach Winterthur gezogen. Sie studierte an der Universität Zürich Human- und Wirtschaftsgeografie. Schon früh ist sie in die SP eingestiegen und bekleidete viele Ämter. Zum Beispiel war sie Vizepräsidentin der Juso Schweiz und politisierte im Winterthurer Stadt- und später im Kantonsparlament. Seit 2015 ist sie Nationalrätin und seit Herbst 2020 Co-Parteipräsidentin, zusammen mit Cédric Wermuth.
Derzeit beschäftigten sie der Krieg in der Ukraine und das Schicksal der Geflüchteten. Die Vorstellung, ihre fünfjährige Tochter müsste ihrem Vater Tschüss sagen und wüsste nicht, ob sie ihn wiedersehen würde – das bewege sie extrem. Ihre Emotionen hat Meyer auch an der Mahnwache für die Ukraine kurz nach Kriegsbeginn auf dem Winterthurer Neumarkt gezeigt, die sie mit einem Freund organisiert hatte. «Das war ein grosses Zeichen für den Frieden.» In der Stadt werde sie hin und wieder auf ihre Politik angesprochen, zum Beispiel auf dem Markt. Das seien eigentlich die schönen Begegnungen, sagt sie. «Und wenn es nicht gerade auf dem Kinderspielplatz ist und ich auf die Kinder aufpassen muss, rede ich sehr gern über Politik.»
In letzter Zeit machte die SP vor allem Schlagzeilen, weil sie in Parlamentswahlen einige Sitzverluste hinnehmen musste. Das sei schmerzhaft, sagt Meyer. Allerdings sei die SP in den Regierungen gut gewählt worden und habe noch nie so viele Abstimmungen gewonnen wie in den letzten eineinhalb Jahren.
Von den Grünen wolle man sich nicht abgrenzen. «Bei der Klimafondsinitiative zum Beispiel handelt es sich um eine gemeinschaftliche Aufgabe. Weshalb sollten wir uns also nicht mit den Grünen zusammentun?» In der Politik gehe es schliesslich um die Sache und nicht um Parteigeplänkel. Dass die SP auch in Winterthur drei Sitze im Parlament verloren habe, tue ihr leid. Die Wahlen im Februar habe sie mitverfolgt – und sei entsprechend nervös gewesen.
Wann welches Thema besprochen wird:
5:50 Was Mattea Meyer politisiert hat
7:55 Was sie in ihrer politischen Arbeit antreibt
16:30 Weshalb sie Emotionen nicht zurückhält
18:35 Aufnahme von Geflüchteten in Privathaushalten
20:50 Ihre Motivation an die SP-Spitze zu gehen und was es dafür braucht
27:45 Verluste der SP und Meyers Einordnung
44:10 Wahlen in Winterthur und Meyers Juso-Vergangenheit
Der Wirtschaft gehe es eigentlich trotz Pandemie gut, sagt Désirée Schiess, Präsidentin des KMU-Verbandes Winterthur, im Podcast «Dialogplatz». «Es ist nicht so, dass bei uns auf der Geschäftsstelle permanent das Telefon klingelt und die Leute jammern.» Dank dem breit aufgestellten Vorstand finde man allerdings auch neue Themen, wie etwa die Nachhaltigkeit. Der Verband wolle zeigen, dass Unternehmer daran sehr wohl interessiert seien.
Derzeit gibt in Unternehmerkreisen auch die Initiative «Ein Lohn zum Leben» zu reden. Diese fordert in Winterthur einen Mindestlohn von 23 Franken. Der KMU-Verband lehnt sowohl die Initiative als auch den abgeschwächten Gegenvorschlag des Stadtrates ab. Schiess sagt: «Wir sind grundsätzlich der Meinung, dass die Unternehmen ihre Leute fair entlöhnen.» Und sie prangert die «Doppelmoral» der Konsumentinnen und Konsumenten an. Zwar würden sie verlangen, dass alle genügend verdienten. Schiess stellt aber infrage, ob sie auch bereit wären, höhere Preise zu bezahlen.
Als Chefin versuche sie, ihre Angestellten dazu zu motivieren, sich selber zu organisieren und mitzudenken. Das unterscheide sie von ihrem Vater, der die Schiess AG zuvor geführt hat. «Er war noch ein Patron im wahrsten Sinn des Wortes, aber mit einem guten Herz», sagt Schiess. Im Podcast spricht sie auch darüber, wie sie nach einer Lehre bei der Bank Julius Bär überhaupt im Familienunternehmen gelandet ist, wieso sie eine Frauenquote ablehnt und was der Krieg in der Ukraine für die hiesige Wirtschaft bedeutet.
Wann welches Thema besprochen wird
1.52 Was Désirée Schiess als Chefin anders macht als ihre Vorgänger
4.00 Ihr Einstieg in die Familienfirma
7.16 Weshalb eine Frauenquote für sie nicht das Richtige ist
11.26 Wie sie den KMU-Verband führt
15.08 Was die Winterthurer Firmen beschäftigt
16.00 Debatte über einen Mindestlohn
20.39 Wieso der KMU-Verband bei den Stadtratswahlen «Vollgas gab»
22.20 Wirtschaft in der Pandemie
25.00 Was der Ukraine-Krieg für die lokale Wirtschaft bedeutet
Felix Blumer wollte ursprünglich Sportlehrer werden, begann sich dann aber mit einem anderen Lieblingsthema genauer zu beschäftigen: dem Wetter. Seither erzählt er den Zuhörerinnen und Zuhörern von SRF Meteo, ob sie sich in den nächsten Tagen warm anziehen müssen oder sich auf Sonne freuen dürfen. Im Gespräch verrät er, wann er auch einmal daneben liegt mit seiner Vorhersage – und welche Reaktionen er dann erhält.
Angesprochen wird er aber nicht nur auf seine Prognosen, sondern auch auf seine Stimme – und seinen Winterthurer Dialekt. In seiner Geburtsstadt fühlt er sich daheim, auch wenn er das lokale Wetter nicht sonderlich spannend findet. Am liebsten mag er es heiss und sonnig, ganz anders als seine Frau, was bei der Ferienplanung jeweils zu Diskussionen führen könne.
Im Podcast erklärt Felix Blumer zudem, wie er als Winterthurer Zunftmeister werden konnte, wann uns das trockene Wetter Sorge bereiten sollte und wie es aus seiner Sicht um den Klimawandelt steht.
Wann welches Thema besprochen wird:
2:10 Wird Felix Blumer auch einmal vom Wetter überrascht?
4:00 Worüber er im Small Talk redet
5:50 Was er von den Muotathaler Wetterschmöckern hält
7:30 Welches Wetter er mag
11:15 Wie er sich für das Wetter zu interessieren begann
17:03 Der Zunftmeister aus Winterthur
20:28 Was am Winterthurer Wetter besonders ist
22:45 Ein stressiger Beruf
24:07 Reaktionen auf Fehlprognosen
29:26 Felix Blumer über seine Stimme
33:43 Seine Meinung zum Klimawandel
35:03 Felix Blumer warnt vor «Pseudoaktivismus»
Gerade einmal vier Winterthurerinnen und Winterthurer reisten an die Olympischen Spiele in Peking. Das überrascht nicht, Winterthur ist keine Wintersporthochburg. Überraschender ist hingegen, dass einer dieser vier Winterthurer der beste Snowboardcrosser der Schweiz ist. Kalle Koblet aus der Aussenwacht Gotzenwil kam mit einem 23. Rang im Einzel und einem 7. Rang im Teamwettkampf nach Hause. «Damit bin ich nicht zufrieden», sagt Koblet im Podcast des «Landboten». Vor allem im Einzel hatte er sich mehr erhofft.
Wann welches Thema besprochen wird
Es war ein Coup in der bisherigen Amtszeit von Nadine Wietlisbach: Die 39-jährige Direktorin des Fotomuseums Winterthur lädt im Sommer 2019 zur Vernissage der französischen Künstlerin Sophie Calle – und gewinnt deren Freund, Stephan Eicher, für ein Gratiskonzert vor dem Fotomuseum an der Grüzenstrasse. Wie sie es geschafft hat, den bekannten Musiker nach Winterthur zu holen, erzählt Wietlisbach im Podcast «Dialogplatz».
Wietlisbachs Werdegang ist bemerkenswert. Nach einer Lehre als Bodenlegerin entdeckt sie bei einem Handwerkerauftrag in einer Privatwohnung am Zürichberg ihr Interesse an der Kunst. Sie holt die Matura nach, beginnt ein Studium und organisiert schon bald erste Ausstellungen. Im Podcast spricht sie darüber, wie ihr ursprünglicher Beruf sie geprägt hat und ihr noch heute nützt. Teamarbeit ist Wietlisbach besonders wichtig. Sie sagt: «Ich bin jemand, der anderen Raum gibt. Und ich bin mit ganzem Herzen dabei.»
Im Gespräch verrät die Museumsdirektorin, was ihre bisherigen Highlights waren und worauf sie sich noch freut. Das Fotomuseum wird im nächsten Jahr saniert und umgebaut. Der Schwerpunkt wird noch mehr auf Vermittlung gelegt. Das ist ein Bereich, der Nadine Wietlisbach am Herzen liegt. Das Museum versuche, unterschiedliche Leute anzusprechen – insbesondere auch sehr junge Menschen. «Das ist unser grosses Ziel», sagt sie. Fotografie sei vielen auch sehr nah.
Die nächste Ausstellung «Orlando», die am 26. Februar startet, ist kuratiert von der Oscar-prämierten Schauspielerin Tilda Swinton. Wietlisbach hat auch sie versucht, nach Winterthur zu holen.
Am 6. Februar wird Viktor Giacobbo 70-jährig. Das Älterwerden bereite ihm keine Mühe, sagt er im Podcast des Landboten: «Es ist ja auch keine wahnsinnige Leistung.» Wenn er sich im Spiegel anblicke, dann frage er sich aber jeweils schon, wer das sein könnte. «Jemand aus dem Bekanntenkreis meiner Eltern vielleicht?» Und die Krux beim Altern im Showbereich: «Es gibt Aufnahmen von denen ich mir wünschte, das würde niemand mehr sehen.»
Sein Rezept, um kein «Klischeealter» zu werden: «Ich lerne immer noch viele junge Leute kennen.» Das sei oftmals das Traurige bei Gleichaltrigen, das sie seit 20 Jahren niemand Neues mehr kennengelernt hätten. «Dann wird man alt», sagt Giacobbo.
Nebst seinem runden Geburtstag feiert Giacobbo dieses Jahr auch das 20-Jahr-Jubiläum des Casinotheaters, dessen Verwaltungsratspräsident er ist. Dazu ist ein Jubiläumsstück entstanden, in dem der Satiriker wieder einmal in eine Frauenrolle schlüpft.
Der Debatte, dass Schauspieler einen ähnlichen kulturellen Hintergrund wie ihre Rolle haben müssen, kann er nur wenig abgewinnen. «Dann können wir den Beruf des Schauspielers gleich abschaffen», sagt er im Podcast. Entscheidend sei nicht die Identität, sondern die Leistung des Schauspielers. «All das grosse Moralisieren wird irgendwann von einer Welle ganz Junger überrollt, denen es besonders Spass macht, gegen diesen Moralismus Witze zu machen.» Denn Komik sei anarchisch.
Darüber, und weshalb er mit den Einschränkungen des Coronavirus lockerer umgeht als sein Kollege Mike Müller sowie sein Engagement im Tierschutz, spricht Giacobbo im Podcast «Dialogplatz» des Landboten.
Wann welches Thema besprochen wirdThomas Kraft leitet das Winterthurer Impfzentrum, das im April seine Türen geöffnet hat. Seitdem steht er jeden Morgen vor seinem Team und erzählt eine Anekdote zum Tag. Zudem verschickt der 64-jährige Kraft wöchentlich eine E-Mail, um sich bei den rund 700 Mitarbeitenden zu bedanken. «Das Team wertzuschätzen, ist meine wichtigste Aufgabe», sagt er.
Bis Ende Januar ausgebuchtDieses Team hat seit letztem April rund 260’000 Spritzen injiziert. «Wir haben also die ganze Stadt doppelt geimpft», sagt Kraft. Am Mittwoch starten im Zentrum offiziell die Impfungen für Kinder von fünf bis elf Jahren. Die ersten 300 Kinder wurden allerdings schon am Sonntag geimpft, wie Kraft im Podcast erzählt. Dies im Rahmen einer Aktion für Angestellte des Kantonsspitals Winterthur und deren Angehörige.
Die derzeitige Omikron-Welle beschäftigt Kraft stark. «Wir haben kaum Reserven und müssten uns beim Personal nach der Decke strecken.» Denn bis mindestens Ende Januar sei man ausgebucht. Gleichzeitig haben rund 160 Angestellte des Impfzentrums eine Kündigung erhalten, weil sie weder geimpft noch genesen sind. «Aus medizinischen Gründen, aber auch aus Überzeugung.»
Ein Ende der Impfaktion sei nicht absehbar, so Kraft. Er rechnet mit einem erneuten Anstieg im Sommer, wenn viele in die Ferien wollen und ein aktuelles Zertifikat brauchen. Ob er dann allerdings das Zentrum noch leitet, lässt er offen.
Wann welches Thema besprochen wirdWir haben uns mit Monika Schmid über Weihnachten, ihre Kritik an der katholischen Kirche und die angekündigte Aufarbeitung der Übergriffe unterhalten. Das ganze Gespräch hören Sie hier:
Weihnachten bedeute ihr viel, sagt Monika Schmid. «Es ist für mich die Erinnerung, dass wir von Grund auf geliebt sind.» Schmid ist Theologin und Gemeindeleiterin der katholischen Kirche St. Martin in Illnau-Effretikon, Lindau und Brütten. Im Podcast erzählt sie, wie sie Weihnachten verbringt und wieso ihr am liebsten ist, wenn das Fest simpel gehalten wird. «Wenn die Erwartungen gross sind, ist der Unfrieden vorprogrammiert.» Dass so viele Menschen an den Festtagen alleine sind, treibt ihr die Tränen in die Augen.
Höchste ZeitAnfang Dezember wurde bekannt, dass die katholische Kirche die sexuellen Übergriffe durch Forscherinnen und Forscher der Universität Zürich untersuchen lässt. Darauf angesprochen sagt Schmid: «Eigentlich ist es zehn Jahre zu spät.» Seit 2008 rede man von den Missbrauchsfällen. Trotzdem sei sie froh, dass nun endlich etwas gehe. Die Kirche müsse dringend ihre Sexualmoral aufarbeiten. Das schulde sie den Menschen, die grosses Leid erfahren haben.
Sowieso findet Schmid: «Was man offiziell von der Kirche hört, ist manchmal wirklich zum Haareraufen.» Sie ist überzeugt, dass viele Leute nach wie vor auf die Kirche hörten. Es sei höchste Zeit, Themen wie das Frauenpriestertum oder das Zöllibat anzugehen. Denn wenn sich die Kirche nicht wandle, wendeten sich die Leute ab.
Wann welches Thema besprochen wirdAls Verwaltungsratspräsident der Gebäudetechnikfirma Hunziker Partner AG kennt sich Christian Hunziker bestens aus bei klimaneutralen Heizungen. Über die grosse Zustimmung zum kantonalen Energiegesetz hat er sich deshalb «riesig gefreut». Er ist überzeugt, dass sich Nachhaltigkeit auch wirtschaftlich rechnet und blickt bezüglich Klima optimistisch in die Zukunft. Der Optimismus ist ihm sozusagen in die Wiege gelegt worden. Im «Landbote»-Podcast spricht er auch über seine schwere Krankheit und wie er sie überstanden hat.
Wann welches Thema besprochen wird:
1.20 Ergebnisse Abstimmung
4.39 Was macht die Hunziker Partner AG genau?
7.04 Was unterscheidet diese Firma von anderen?
9.03 Wieso schreibt ihr einen Nachhaltigkeitsbericht?
13.14 Wieso eine nachhaltige Firma?
19.53 Pessimismus bringt einfach nichts
20.51 Schwere Krankheit überstanden
24.02 Sein Schiff, das mit Solarenergie fährt
27.28 Auch optimistisch, was das Klima betrifft?
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