Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Claudia Moustaquim – Aus Liebe nach Marokko
    Claudia Moustaquim aus Pfungen (ZH) hat ihr Leben neu aufgebaut fern der Schweiz, direkt am Atlantik. Gemeinsam mit ihrem Mann Mehdi lebt sie in Marokko, umgeben von Meer, Kultur und Gastfreundschaft.
    Seit fünf Jahren lebt Claudia Moustaquim mit ihrem Mann Mehdi in Marokko. Aktuell wohnt das Paar in Aglou, einer kleinen Ortschaft rund eineinhalb Stunden von der Hafenstadt Agadir entfernt. In ihrer Villa mit Meerblick bauen sie ihr Maison d'Hôtes auf – ein kleines, privat geführtes Gästehaus, in dem Begegnungen und Gastfreundschaft im Mittelpunkt stehen. «Wir lieben Menschen und möchten zurück zu den Wurzeln der Gastfreundschaft», sagt Claudia.
    Mehdi bringt jahrelange Erfahrung aus der Tourismusbranche mit: Als Tourguide kennt er Marokko in all seinen Facetten, er hat Rundreisen geleitet, Events organisiert und als Maître de Cabine bei einer Fluggesellschaft gearbeitet. Seine marokkanische Kochkunst und sein Insider-Wissen begeistern die Gäste. Claudia ist im Online-Marketing tätig, dieses Know-how nutzt sie auch für ihr Maison d'Hôtes. Die Hotelfachfrau HF verbindet ihre digitale Kompetenz mit ihrer Leidenschaft für Gastfreundschaft und sorgt dafür, dass sich die Gäste rundum wohlfühlen. Kennengelernt haben sich die beiden über eine Freundin während einer Marokko-Rundreise.
    «Marokko ist reich an Kultur»
    Claudia ist fasziniert von Marokkos kultureller Vielfalt, wo Berge, Schnee und Meer nah beieinanderliegen. Vor allem ist die 42-Jährige aber von der Offenheit und Gastfreundschaft der Leute beeindruckt. In Mehdis Familie fühlt sich Claudia Moustaquim zuhause: «Mehdis Eltern haben mich sehr herzlich aufgenommen. Es ist eine gläubige und gleichzeitig weltoffene Familie.» Auch die Mehrsprachigkeit der Schweiz half ihr, sich rasch zu integrieren.
    49 min
  • Vom Radiomacher in Berlin zum Podcaster in Irland
    Nicolas Kreutter machte in Berlin als Radiomoderator Karriere, war Entwickler von TV-Formaten und Kreativberater. Heute lebt der gebürtige Basler mit seiner Familie im Südosten von Irland, betreibt Deutschlands grössten Auswanderer-Podcast und geniesst die Ruhe fernab vom Grossstadtrummel.
    Achtzehn Jahre Berlin, acht davon als «DER SCHWEIZER» im härtesten Radiomarkt Europas. So kennt man Nicolas Kreutter. Vor vier Jahren zog der Basler mit seiner Familie in den Südosten Irlands. In einem hundertjährigen ehemaligen Farmhaus in New Ross, in der Grafschaft Wexford. Dort geniesst er die Ruhe und die atemberaubende Natur. Neben seiner Arbeit als Autor für Sender und Verlage ist er hauptsächlich Podcaster: Seit über fünf Jahren erzählt er inspirierende Geschichten von Menschen, die den Schritt ins Ausland gewagt haben: «Ich bin selbst zweimal ausgewandert und weiss, wie gross die Herausforderungen sind», sagt Nicolas.
    Hundertjähriges Farmhaus
    Das Haus der Familie Kreutter ist ein hundertjähriges irisches Farmhaus mit viel Umschwung: «Es hat viel Land und kaum Leute.» Mit viel Herzblut hat die junge Familie das Anwesen renoviert. Wer Irland entdecken will, kann sogar im traditionellen Gästehaus Urlaub machen.
    39 min
  • Von Kehrsatz ins tropische Paradies Costa Rica
    Ruth und Andreas Perracini haben sich in Costa Rica ihren Lebenstraum erfüllt. Im Bergdorf Navarro del Socorro führen sie ein kleines Bed & Breakfast. Mitten in üppiger Natur und fest verankert in der Dorfgemeinschaft.
    Ruth und Andreas Perracini haben ihren Traum verwirklicht. Die Liebe zu Costa Rica begann 1996 in den Flitterwochen und liess sie nie mehr los. «Wir wussten von Anfang an, das ist unser Land, wo wir einmal leben möchten.» Nach unzähligen Reisen durch Costa Rica haben sie ihr Anwesen mit viel Umschwung im Bergdorf Navarro del Socorro, in der Provinz Cartago gefunden. Seit drei Jahren führt das Paar ein Bed & Breakfast mit schmucken Bungalows inmitten der Natur: «Wir haben mit viel Herzblut ein kleines Paradies erschaffen,» sagt Ruth Perracini: «Ich habe noch nie so eine üppige Vegetation und so viele Vogelarten, wie hier gesehen.»
    Soziales Engagement wichtig
    Ruth und Andreas Perracini engagieren sich auch ehrenamtlich in der Dorfgemeinde. Andreas hilft beim Müll einsammeln am Strassenrand, Ruth backt Kuchen für Schulfeste und gibt kostenlos Englischunterricht. Sich sozial zu engagieren sei enorm wichtig, sagt Ruth: «Wir möchten Teil der Gemeinde sein. Die Einheimischen schätzen das sehr.»
    46 min
  • Candid Aeby lebt im abgelegenen Nordosten Thailands
    Der Zürcher Candid Aeby lebt seit sieben Jahren im thailändischen Ubon Ratchathani, unmittelbar an der kambodschanischen Grenze. Mit seiner Frau, der bekannten Sängerin Vacharaporn Somsuk, hat er sich ein neues Leben zwischen Musik, Alltag und Familienkultur aufgebaut.
    Candid Aeby aus Zürich hat sein Leben in den Nordosten Thailands verlegt. In der Provinz Ubon Ratchathani, nahe der kambodschanischen Grenze, lebt er mit seiner Frau Vacharaporn Somsuk, einer in Nordost Thailand bekannten Sängerin. Kennengelernt haben sich die beiden in Bangkok: «Ich begleite sie oft auf ihren Konzert Tourneen quer durch Thailand.»
    Abseits der Öffentlichkeit lebt das Paar bewusst zurückgezogen. Sie bewohnen ein grosses Haus mit Garten, in dem Papayas, Mangos und Bananen wachsen. Zwei Fischteiche gehören ebenfalls dazu. Der ehemalige IT-Spezialist schätzt die ruhige Lebensweise und die familiäre Verbundenheit: «Die Warmherzigkeit der Menschen und die Kultur beeindrucken mich bis heute.» Die Region ist geprägt von Mischwäldern, Savannen und weiten Reisfeldern. Eine Landschaft, die Candid seit seiner ersten Thailandreise vor 25 Jahren fasziniert.
    Der einzige Schweizer weit und breit
    Ubon Ratchathani ist die grösste Provinz Thailands und doch ist es weniger touristisch als in den klassischen Hotspots. Candid Aeby ist in unter 12’000 Einwohnern der einzige offiziell registrierte Ausländer: «Es ist authentischer und ruhiger hier. Die Gegend zieht Reisende an, die Thailand abseits des Massentourismus erleben wollen.»
    33 min
  • Barbara Gerber: «Der Bauchtanz brachte mich nach Kairo»
    Seit 2007 lebt Barbara El Nimra Gerber in Kairo, wo sie Bauchtanz und Kunst frei auslebt und ihre neue Heimat sie täglich inspiriert. El-Nimra bedeutet «Kleiner Tiger», sagt die 72-Jährige: «Der Name passt zu mir, ich war schon immer eine Kämpferin!»
    Als Barbara Gerber 2007 in ein altes Stadtviertel von Kairo zog, fand sie endlich den Raum, den sie suchte. Einen Ort, an dem sie sich ganz ihrer Kunst widmen konnte. Seit 1993 prägt der Bauchtanz ihr Leben, später kamen Malerei und das kunstvolle Verarbeiten von Materialien aus den Basaren hinzu. Bevor sie in Ägypten heimisch wurde, reiste sie durch Europa, lebte in Nidau am Bielersee und wurde erst sesshaft, als ihre Kinder zur Schule gingen. Doch als diese ausflogen, kehrte das Gefühl der Enge zurück. «Es hat mich fast erdrückt», sagt sie. Auf der Suche nach authentischem ägyptischem Bauchtanz führte ihr Weg sie nach Kairo, wo sie sich sofort willkommen fühlte und sogar eine Wohnung angeboten bekam. Für Ausländer ein seltenes Privileg: «Hier fühle ich mich frei und kann tun und lassen, was ich will.»
    Zwischen zwei Kulturen leben
    Barbara Gerber beachtet die gesellschaftlichen Regeln des muslimisch geprägten Landes doch ihre farbigen Fingernägel, Kettchen und Ringe liess sie sich nie nehmen. «Künstlerinnen und Künstler haben in der arabischen Welt einen hohen Stellenwert. Darum akzeptieren mich die Einheimischen so wie ich bin.»
    42 min
  • Vom Polygrafen zum Hightech-Unternehmer in Schweden
    Rafael Mosberger aus Luzern lebt seit fünfzehn Jahren in Schweden. Mit seinem Startup entwickelt er Sensoren und Software für mobile Maschinen, die autonom in Minen und Tunneln fahren und Menschen vor gefährlicher Arbeit schützen.
    Die ETH-Lausanne führte Rafael Mosberger damals nach Schweden. Heute lebt er in Örebro: «Eigentlich wollte ich nur sechs Monate bleiben und in Schweden meine Masterarbeit schreiben.» Aus der Forschung an der Universität entstand die Idee für ein eigenes Unternehmen. Gemeinsam mit Kollegen gründete Rafael Mosberger ein Robotik-Startup, das Sensorsysteme und Navigierungssoftware für autonome Maschinen entwickelt. Viele dieser Fahrzeuge bewegen sich selbstständig durch grosse, weitläufige Untergrundminen ohne Fahrer und ohne Risiko für Menschen. Die Sensorik liefert die Daten, damit die Maschinen sicher und präzise arbeiten können. Rafael Mosberger lebt mit seiner Partnerin im Zentrum von Örebro. Die Stadt mit rund 160'000 Einwohnern, liegt zwei Stunden westlich von Stockholm.
    Weihnachten auf Schwedisch
    Statt Samichlaus feiert man in Schweden am 13. Dezember das Luciafest. Ein wichtiges Lichterfest, das Licht in die dunkle Winterzeit bringt, die Heilige Lucia ehrt und die Weihnachtszeit einläutet: «In den Wintermonaten ist es früh am Nachmittag bereits dunkel.» Am Heiligabend gehört das «Julbord» dazu. Ein üppiges Weihnachts-Buffet mit unter anderem eingelegtem Hering, den berühmten Fleischbällchen «Köttbullar» und Kartoffelauflauf.
    40 min
  • Meret Räber in Chile – Wo die Anden den Himmel berühren
    Meret Räber lebt mit ihrem Mann Bernardo im Rio Hurtado Tal im Norden von Chile. In Seron betreiben die beiden ihre eigene grosse Farm. Mit Pferden führen sie Gäste durch die wilde Landschaft der Anden und lassen sie die chilenische Kultur hautnah erleben.
    Aufgewachsen in Oberburg im Kanton Bern, entdeckte Meret Räber in Südamerika ihre zweite Heimat. Nach Stationen in Argentinien, Ecuador und Chile entschied sie sich, ihr Leben den Anden zu widmen. Meret Räber kennt das Rio Hurtado Tal schon seit vielen Jahren. 2009 war sie Touren-Guide auf einer Hazienda im Tal und machte auch Führungen in der zur Anlage gehörenden Sternwarte. Im Rio Hurtado Tal befinden sich zahlreiche bedeutende Sternwarten: «Der Norden Chiles ist weltbekannt für seinen klaren Sternenhimmel.» Bei der Arbeit lernte sie damals ihren chilenischen Mann Bernardo kennen, mit dem sie nach der Heirat ihr eigenes Projekt startete.
    Meret und Bernardo – Ein starkes Team
    Meret Räber und ihr Mann Bernardo Rojas haben im Rio Hurtado Tal, im Dorf Seron, ihre eigene Farm aufgebaut. Beide sind handwerklich begabt und haben mit viel Einsatz und Kreativität ein Zuhause geschaffen, das zugleich Ausgangspunkt für ihre Arbeit ist. Auf der Farm organisieren sie Reitausflüge und lassen Gäste die Natur und Tradition der Anden hautnah erleben.
    46 min
  • Marvin Guggisberg – Vom Tösstal nach Singapur
    Vom Tösstal in die Welt: Marvin Guggisberg lebt in der Millionenmetropole Singapur und bringt als HR-Manager der Lufthansa Group Menschen zusammen und ein Stück Schweiz nach Südostasien.
    Seit Anfang des Jahres arbeitet Marvin Guggisberg für die Lufthansa Group in Singapur und rekrutiert als HR-Manager Personal, treibt Transformationsprojekte voran und ist für die Personalentwicklung verantwortlich: «Internationale Teams bringen Vielfalt und genau das macht die Zusammenarbeit so spannend.» Singapur fasziniert mit seiner Skyline, seiner Mischung aus Moderne und Natur und der Vielfalt an Kulturen: «Ich war neugierig und wollte meinen Horizont erweitern», sagt Marvin. In der multikulturellen Metropole trifft er täglich auf Menschen aus aller Welt: «In Singapur kommt keine Langeweile auf. Die Stadt hält täglich neue Überraschungen bereit.»
    36 min
  • Von Guttannen nach Cartagena – Ursula Schläppi in Kolumbien
    Seit 15 Jahren lebt Ursula Schläppi in der Hafenstadt Cartagena in Kolumbien. Als Direktorin einer gemeinnützigen Organisation setzt sie sich für Kinder und Erwachsene mit kognitiven und mehrfachen Behinderungen ein. Mitten in einer Stadt, in der die soziale Kluft besonders sichtbar ist.
    Vor 19 Jahren entdeckte Ursula Schläppi ein Stelleninserat, in dem eine Fachperson gesucht wurde, um die heilpädagogische Früherziehung in einem Zentrum in Cartagena, Kolumbien, aufzubauen: «Ich kannte die Stadt von einer früheren Reise und habe mich auf das Inserat gemeldet.» Am Anfang waren es jeweils ein paar Monate, daraus wurden viele Jahre. Ursula Schläppi hat das Zentrum mit viel Herzblut mit aufgebaut. Mittlerweile werden dort über 1400 Kleinkinder, Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen betreut, gefördert und geschult. Besonders wichtig sei die Arbeit mit den Familien: «Wir bilden Mütter aus, damit sie ihren Kindern im Alltag Unterstützung in deren Entwicklung geben können.» Gemeinsam mit ihrem Team besucht Ursula Schläppi regelmässig Familien in den Armenvierteln Cartagenas: «Viele Familien können sich eine Reise zu uns ins Zentrum nicht leisten. Umso wichtiger ist es, dass die Hilfe direkt zu ihnen nach Hause kommt.»
    «Die Menschen sind offen für Inklusion»
    Tief beeindruckt ist Ursula Schläppi von der Haltung der Menschen, die trotz Armut und schwieriger Lebensumstände mit dem Thema Behinderung konfrontiert sind: «Gerade sie sind es, die eine grosse Offenheit für Inklusion zeigen. Trotz ihrer schwierigen Lebensumstände bewahren die Menschen ihre Fröhlichkeit und schöpfen das Beste daraus.»
    41 min
  • Serge Policky in Florida – Alligatoren sind seine Nachbarn
    Seit vier Jahren lebt der Basler Serge Policky in der kleinen Gemeinde Loxahatchee im Palm Beach County, Florida. Mitten im Naturschutzgebiet kaufte sich der 59-Jährige ein Haus mit viel Umschwung. Umgeben von Pferden und Kühen. Ab und zu lassen sich auch Alligatoren und Schildkröten blicken.
    Serge Policky hat eine bewegte Karriere hinter sich. Der Basler war viele Jahre Radiomacher mit Herzblut, hatte sein eigenes Schreibbüro und arbeitete für eine amerikanische Fernsehproduktionsfirma in Virginia. Zurück in der Schweiz bildete er sich zum Fitness Instruktor und Hypnosetherapeuten aus. Weil er in der Schweiz keine Familie mehr hat, zog es Serge Policky vor vier Jahren zu seiner Schwester nach Florida: «Meine Schwester lebt schon dreissig Jahre hier. Zudem sind ältere Menschen in Amerika auf dem Arbeitsmarkt sehr willkommen.» Heute führt der 59-Jährige mit Erfolg sein eigenes Gesundheitszentrum in Boca Raton, Palm Beach County.
    Jede Woche 800 Kilometer Pendeln
    In Amerika ist es normal, lange Strecken mit dem Auto zu fahren. Mittlerweile auch für Serge Policky. Sein Gesundheitszentrum befindet sich in Boca Raton, etwa zwei Autostunden von Loxahatchee entfernt: «Pro Woche lege ich ganze 800 Kilometer mit dem Auto zurück!» Der Basler nimmt es aber gelassen: «Wenn ich im Auto sitze, dann höre ich regelmässig SRF 4 News und SRF 1. So bleibt mir ein Stück Heimat.»
    41 min

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