Die fünfte Schweiz

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Therese Girod: «In Ballyshannon haben wir Zeit für uns.»
    Ballyshannon liegt im äussersten Süden im Nordwesten Irlands. Der kleine Ort bezeichnet sich stolz als älteste Stadt Irlands. Therese Girod und ihr Mann leben schon 17 Jahre in Ballyshannon. Gefunden haben die beiden dort vor allem eines: Zeit füreinander.Zwar ist Ballyshannon nur gerade mal drei Stunden von Dublin entfernt, und doch scheint die kleine Stadt mit ihren rund 3000 Einwohnern immer wieder in Vergessenheit zu geraten, sagt Therese Girod. «Es ist die ärmste Gegend von Irland. Das Land ist noch sehr ursprünglich und es gibt keine Industrie.»Die Arbeitslosigkeit sei dementsprechend hoch. Viele junge Menschen würden Ballyshannon deshalb verlassen. Aber seit sich der «Wild Atlantic Way» entlang der Westküste schlängelt, würden sich doch ein paar Touristen nach Ballyshannon verirren. Und wer sich verirrt, der dürfe die Girods auch mal besuchen und bei ihnen übernachten: «Wir kriegen oft Besuch von fremden Leuten. Wir sind sehr offen für neue Begegnungen.»Früher besassen die Girods ein Hausboot, heute leben die beiden in einem Haus mit viel Umschwung. Mittlerweile habe sie einen grünen Daumen, sagt Therese Girod: «In der Schweiz besass ich keinen Garten. Jetzt geniesse ich die Arbeit unter freiem Himmel.» Mit Erfolg! Ihre Blumen und das Gemüse haben schon einige Preise an landwirtschaftlichen Ausstellungen gewonnen.
    10 min
  • Heinz Krattiger, Argentinien - «Ich lebe meine Leidenschaft»
    Heinz Krattiger (53) wanderte nach Argentinien aus, weil eine spannende Arbeit auf ihn wartete. Mehr als einmal stand diese Auswanderung aber auf der Kippe. Heute ist die Hauptstadt Buenos Aires sein Lebensmittelpunkt.Argentinien hat viel zu bieten. 2001 allerdings war alles anders: Die grosse Wirtschaftskrise stürzte das Land in Not. Und auch Heinz Krattiger stand damals ohne Arbeit auf der Strasse. Auf der Suche nach Arbeit, kam er in die Schweiz zurück. 2006 probierte er den Neuanfang, fing finanziell ganz unten an. Und es funktionierte. Er hat eine feste Anstellung.Und seit zehn Jahren lebt er nun abends und an den Wochenenden seinen grossen Traum, die Schauspielerei. Er tritt in Argentinien auf der Bühne, im Film und in der Werbung auf.
    18 min
  • Peter Näf – auf der Osterinsel den Lebensmittelpunkt gefunden
    Früher war Peter Näf (55) ein rastloser Reiseleiter und Flight Attendant. Auf einem Südamerikaflug landete er einmal auf der chilenischen Osterinsel, mitten im Pazifik. Dort lernte er seine heutige Frau Tiare kennen, eine Einheimische.Die Osterinsel ist klein. Es leben weniger als zehntausend Menschen dort. Der Fokus im Alltag liegt auf der Familie. Zusammen mit der Verwandtschaft seiner Frau hatte Peter Näf ein Haus und drei Bungalows gebaut. «Heute bin ich Bauprofi», schmunzelt Peter Näf. Zusammen mit seiner Frau Tiare betreibt er das Bed & Breakfast 'Hareswiss'.«Meine Integration auf der Insel ist gelungen», bilanziert Peter Näf. Das sei auch nötig: «Wenn die Einheimischen dich nicht akzeptieren, hast du keine Chance.»
    16 min
  • Kurt Schlenz – 60 Jahre Coiffeur mit Herzblut
    Der Thurgauer Kurt Schlenz lebt in Atlanta, der Hauptstadt im US-Bundesstaat Georgia. Der Herren- und Damenfriseur schneidet seit mehr als 60 Jahren täglich seiner Kundschaft die Haare. Ans Aufhören denkt der 87-Jährige noch lange nicht.Seine älteste Kundin ist 90 Jahre alt und auch Familienmitglieder bis in die dritte Generation nehmen bis heute Platz auf seinem Coiffeur-Sessel. Kurt Schlenz ist Coiffeur durch und durch. In den 1950er-Jahren hat er sich mit der berühmten «Kreuz Locken Frisur» in Amerika einen Namen gemacht: «Es ist eine mit der Hand geformte Locke. Auch Stars wie Gina Lollobrigida hat sie oft getragen.»Starfriseur in HollywoodEigentlich wollte Kurt Schlenz aus Diessenhofen im Kanton Thurgau nach Hollywood, um Stars und Sternchen zu frisieren. Sein Glück fand er aber in Atlanta und gründete mit einem Geschäftspartner eine erfolgreiche Coiffeur-Kette. Heute mit 87 Jahren reicht ihm seine kleine und schmucke Coiffeur-Boutique in einem Geschäftshaus. In all den Jahren habe er viele Lebensgeschichten gehört. Aber Diskretion sei das höchste Gebot, sagt Kurt Schlenz: «Ein guter Coiffeur ist ein Buch mit sieben Siegeln.»
    10 min
  • Heidi Lundberg: «Auf Åland gibt es kaum Verbotsschilder»
    Åland wird auch Landskapet Åland genannt und gehört zu Finnland. Trotzdem sehen sich die Inselbewohner dieser Region als politisch unabhängig. Heidi Lundberg ist Musikerin. Die Zürcherin hat vor fünf Jahren dort ihre grosse Liebe gefunden.Auf Åland ist Schwedisch immer noch die einzige Amtssprache. Obwohl Åland zu Finnland gehört, ist die Inselgruppe weitgehend unabhängig. Die Ålander, sagt Heidi Lundberg, seien stolz unabhängig zu sein: «Sie legen Wert darauf, schwedisch zu sprechen. Hat man den Panzer einmal geknackt, sind sie deine Freunde auf Lebzeiten.»Der Liebe wegen ausgewandertIhr Mann, Bror Krister Lundberg, ist waschechter Ålander. Durch die Musikerszene lernten sich die beiden vor fünf Jahren kennen und lieben. Ein offener Mann, der für ihr gemeinsames Glück die Initiative ergriffen hat: «Ich hätte nie den ersten Schritt gewagt und bin glücklich, dass er mich erobert hat.»Zusammen bewohnen die Lundbergs ein uraltes schwedisches Haus aus dem 18. Jahrhundert. Typisch für Finnland ganz in rot, achtzehn Meter lang und mit viel Umschwung. Platz genug für Pudeldame «Püppeli», den Rüden «Scot» und Kater «Theo».
    15 min
  • Hanspeter Rikli, Voronezh - 'Russland ist anders als wir meinen.'
    Hanspeter Rikli wanderte vor über 20 Jahren nach Russland aus. In der Stadt Voronezh, zwischen Moskau und dem Schwarzen Meer gelegen, fand er seine Liebe und seine neue Heimat.«Wir haben ein ziemlich anderes Bild von den Russinnen und Russen, als es der Wirklicheit entspricht», sagt Hanspeter Rikli, «immer noch geprägt von der Zeit des Kalten Kriegs. In Russland sind die Menschen bei der ersten Begegnung zunächst sehr zurückhaltend. Kennt man sie besser, öffnen sie aber ihr Herz.»Als Agronom und landwirtschaftlicher Berater hat er einen guten Einblick in die Gesellschaft bekommen und fühlt sich unterdessen schon lange heimisch.
    15 min
  • Cécile Dambach - «Kaffeekultur ist dank uns kein Fremdwort mehr.»
    Als Cécile Dambach vor 14 Jahren schwanger in die längere Ferien nach Schweden fuhr, hatte sie noch nicht geplant, auch gleich dort zu bleiben. Aber sie blieb und es war der Start zu ihrer Auswanderergeschichte.«Wir importierten die Kaffeekultur»Zusammen mit ihrem Mann, eröffnete sie vor acht Jahren an der Ostküste in Südschweden ein Café. Mit ihrer professionellen Kaffeekolbenmaschine erregten sie bei der Eröffnung Aufsehen. In Schweden auf dem Lande ist der Kaffee nämlich kein Höhepunkt unter den Getränken. Man trinkt in erster Linie Filterkaffee.Eine Erfolgsgeschichte mit RisikoAls ausgebildete Lehrerin, Tanzpädagogin und Yogainstruktorin war sie eine Quereinsteigerin. Vier Jahre gaben sie und ihr Mann dem Café-Experiment. Die Leute am Ort bezweifelten, ob das Café in dieser ruhigen Gegend rentieren würde. Aber bereits nach 18 Monaten schafften sie den Turnaround.Ein Leben in relativer AbgeschiedenheitZusammen mit ihrem Mann und ihrer gemeinsamen Tochter, wohnt Cécile Dambach in einer ehemaligen Schule, in einem Weiler mit fünf, sechs Häusern und einer Kirche, am Rande eines Dorfes mit rund 2000 Einwohnern. Die nächstgrössere Stadt liegt rund 35 Kilometer weit weg. Im Sommer erwacht der Ort zur lebhaften Ferienregion. Das Meer ist nur fünf Kilometer weit weg.«Das Auswandern ist ein Ausprobieren», sagt Cécile Dambach rückwirkend. «Aber es hat sich gelohnt.»
    15 min
  • Hans-Georg Bosch «Wir leben die Schweizer Kultur in Südafrika»
    Pretoria, die Hauptstadt der Republik Südafrika ist seit 41 Jahren Hans-Georg Boschs zu Hause und zugleich auch Drehscheibe seiner Schweizer Kontakte. Der Präsident vom Schweizer Club hat sich in all den Jahren ein grosses Netzwerk aufgebaut.«Sich gegenseitig zu helfen ist wichtig», sagt der 63-Jährige aus Zollikon (ZH). Hans-Georg Bosch kam als junger Mann nach Südafrika, um seine Englischkenntnisse zu verbessern. Auswandern sei anfänglich kein Thema gewesen, erinnert er sich: «Ich lernte meine Frau kennen und blieb.» Den Schritt bereut er nicht. Denn zu seiner Heimat Schweiz hat Hans-Georg Bosch bis heute eine enge Verbindung.
    13 min
  • Sabine Silberstein: «Heute habe ich anders Heimweh als früher.»
    Früher schien die Distanz zur Heimat grösser. Das Heimweh fühlte sich anders an, sagt Sabine Silberstein: «Damals haben die Kinder ihre bunten Zeichnungen per Fax an die Grosseltern geschickt. Heute ist man sich mit Skype auf einen Klick sehr nahe.» Seit 20 Jahren lebt die Zürcherin in Singapur.Sabine Silberstein fühlt sich seit zwanzig Jahren wohl in der 5-Millionenstadt Singapur. Seit ihre drei Kinder erwachsen sind, wohnt sie zusammen mit ihrem Mann inmitten der pulsierenden Stadt.«Ungeduld mag man hier nicht»Wenn Schweizer Firmen ihre Mitarbeiter samt Familie nach Asien schicken, lehrt ihnen Sabine Silberstein den richtigen Umgang mit der asiatischen Kultur: «Hier läuft alles viel gemächlicher und laut werden, gehört sich nicht.»Sabine Silberstein ist Mitglied im Schweizer Club Singapur und im Vorstand der Auslandschweizer Organisation ASO. Für sie ist es wichtig, den Kontakt zur Schweiz zu erhalten: «Wir pflegen bis heute den Kontakt zu unseren Freunden in der Schweiz. Falls wir eines Tages doch zurückkehren, sitzen wir nicht alleine da!»
    14 min
  • Mathias Häfeli ist Schlossherr in der Bretagne
    Manchmal werden Träume wahr. Der von Mathias Häfeli und seinem dänischen Lebenspartner Michael Linhoff erfüllte sich vor acht Jahren im bretonischen Ort Parigné. Die beiden besitzen nämlich ein Schloss – Schlossgeist inklusive. Der 40-jährige Mathias Häfeli aus Wangen bei Olten wollte schon immer im Ausland leben. Dass er gleich Schlossbesitzer in Frankreich wird, hätte er nie gedacht. Zwei Jahre lang tingelten die beiden quer durch Frankreich und besichtigten verschiedene Anwesen. Fündig wurden sie im Ort Parigné in der Bretagne. Der Ort zählt nur gerade 1300 Einwohner.75 Hektaren Land und ein halber ZooIst man auf dem Schloss zu Besuch, darf man durchaus auch in Jeans und Turnschuhen herumlaufen, sagt Mathias Häfeli: «Trotz edlem Anwesen, wollen wir hier kein Etepetete. Die Gäste sollen sich wohl fühlen.»75 Hektaren Land umsäumt das prächtige Schloss, ein Paradies auch für Tiere. So gehören zum Anwesen Ziegen, Hühner, Gänse oder Schafe: «Wir haben noch Zwergschweine, Pferde, Hunde und Katzen.» Und genau wegen diesem Lebensgefühl macht es Mathias Häfeli nichts aus, sieben Tage in der Woche zu arbeiten.Es kann auch mal spukenDas Schloss hat eine uralte Geschichte, die in die Zeit der Französischen Revolution zurückführt. So wird immer wieder die Frage gestellt, ob die Schlossgeister manchmal die Ketten rasseln lassen. Die Geister seien lieb, schmunzelt Mathias Häfeli: «Ab und zu machen sie sich bemerkbar, dann hängt ein Bild plötzlich schief.»
    15 min

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