Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Catherine Loverti hat in Portland ihr zu Hause gefunden
    Catherine Loverti unterrichtet deutsche und englische Literatur an einem College in Portland im Bundesstaat Oregon. Die grösste Stadt des Bundesstaates gilt politisch als eher links orientiert. Für viele sei die Wahl des neuen Präsidenten erschreckend gewesen, einige am College hätten sogar geweint.Seit zwanzig Jahren lebt die 44-Jährige Catherine Loverti in Amerika. Sohn Leo ist in Oakland, Kalifornien geboren. Trotz politischen Turbulenzen, gefällt ihr das Leben in Portland sehr.Viele Leute würden behaupten, die Amerikaner seien oberflächlich, sagt siei: «Das stimmt nicht. Die Amis sind nett. Egal wo man hingeht, sie sind nett zu dir. Und das gefällt mir.» Auch das Klima, sei ähnlich wie in der Schweiz.Einzig das Bildungssystem sei leider nicht so gut wie im benachbarten Washington: «Die Schüler werden in Washington schon früh gefördert und in Spezialschulen geschickt. Die Universitäten sind hervorragend.»
    15 min
  • Ralph Pichler – Schweizer Boblegende in Kanada
    Der ehemalige Schweizer Bobfahrer Ralph Pichler hat in seiner Karriere als Profi-Bobfahrer viele Medaillen gewonnen. In den 1980-Jahren holte er sich nicht nur zwei Weltmeistertitel, sondern fand an den Olympischen Winterspielen in Sarajevo auch seine grosse Liebe.Ralph Pichler lebt seit 26 Jahren mit seiner Familie in Toronto in Kanada. Der ehemalige Schweizer Bobfahrer blickt auf eine glanzvolle Karriere zurück. In den 1980-Jahren gewann er mit seinem Team nicht nur zahlreiche Medaillensätze an Europameisterschaften, sondern holte auch gleich zwei Weltmeistertitel im Zweierbob. Zuletzt 1987 in St. Moritz.Auf seine Zeit als Spitzensportler blickt er gerne zurück. In ein schwarzes Loch sei er nach seinem Karriereende zum Glück nie gefallen, erzählt Ralph Pichler: «Ich hatte keine Zeit zu überlegen. Ich war abgelenkt als frisch gebackener Familienvater und die Tatsache, dass ich nach Kanada auswandere.»Ausgewandert ist der Zürcher seiner Frau zuliebe. Kennen gelernt hat er Marla an den Olympischen Winterspielen in Sarajevo: «Anfangs fiel mir das Leben in Kanada nicht leicht. Die Kanadier reden zwischen den Zeilen. Man muss die Kultur lernen zu verstehen.» Mittlerweile ist er Kanadier durch und durch. Doch die Schweizer Kultur, sagt Pichler, wird immer in ihm schlummern.
    17 min
  • Selina Senti – Pantomimin in Berlin
    Sich ohne Worte auszudrücken gelingt ihr durch und durch. Selina Senti ist Pantomimin und begeistert das Publikum mit ihren stillen und ausdrucksstarken Auftritten. Seit zwölf Jahren lebt die Luzernerin zusammen mit ihrer Lebensgefährtin in Berlin.Selina Senti hat während der Schauspielausbildung gemerkt, dass ihre Stärken in der Mimik liegen und weniger in der sprachlichen Ausdrucksform: «Ohne Worte, ohne Effekte oder Requisiten Welten entstehen zu lassen, fasziniert mich.»Selina Senti wohnt zusammen mit ihrer Lebenspartnerin in einer schmucken Altbauwohnung in Berlin. Vor zwölf Jahren kam sie wegen der Pantomimenschule in die pulsierende und bunte Stadt: «Berlin ist arm und sexy, sagte einst der ehemalige Bürgermeister Klaus Wowereit. Diese Stadt hat wahrlich nichts mit dem restlichen Deutschland am Hut.»In Berlin fühlt sich Selina Senti als Künstlerin ernst genommen: «Die Schweizer denken oft, mein Beruf sei nur ein Hobby von mir.» Bald ist die Luzernerin auf der Bühne der deutschen Oper in Berlin zu sehen: Als Stumme Schauspielerin.
    13 min
  • Ueli Bangerter – Auf Jamaika ticken Schweizer Uhren
    Eines war für ihn schon immer klar: Irgendwann würde Ueli Bangerter seinem Onkel nach Jamaika folgen, um Schweizer Uhren zu verkaufen. Mittlerweile sind achtzehn Jahre vergangen. Ueli Bangerter lebt in der Hauptstadt Kingston. Auf der Insel wo der Rum fliesst, ist Schweizer Uhrhandwerk sehr gefragt.Ueli Bangerter lebt seit achtzehn Jahren auf Jamaika. Zusammen mit seinem Onkel, führt er ein typisch schweizerisches Uhren- und Schmuckgeschäft mitten in der Hauptstadt Kingston.Mit Uhren und Schweizer Messern hatte der Gastronom vorher nichts am Hut: «Es spielt keine Rolle ob ich Steaks oder Uhren verkaufe. Die Qualität muss bei beiden stimmen.»Jamaika sei die Schweizer Insel in der Karibik, sagt Ueli Bangerter: «Die drei Inseln Kuba, Haiti und Jamaika könnten unterschiedlicher nicht sein. Jamaika ist aber unabhängig wie die Schweiz.»Neuerdings führen die Bangerter's auch noch ein stilvolles Café und Restaurant. Viel Freizeit bleibt da nicht. Dass Ueli Bangerter mehr arbeitet als in der Schweiz, stört ihn nicht. Erholung sucht er sich in den bekannten Blue Mountains, einer Bergregion im Osten Jamaikas.
    15 min
  • Silvia Haug: Sinn und Zweck des Lebens in Kolumbien gefunden
    Die Kundendienstleiterin aus Brugg im Kanton Aargau suchte vor zwölf Jahren nach dem Sinn des Lebens. Gefunden hat ihn Silvia Haug in Kolumbien. Sie sammelt Geld für bedürftige Menschen und führt zusammen mit ihrer besten kolumbianischen Freundin ein kleines Hotel im Herzen von Bogotá.In der Schweiz arbeitete Silvia Haug als Kundendienstleiterin. Zuletzt für die Stadt Baden im Kanton Aargau. Trotz sicherem Job, wollte die Aargauerin etwas verändern in ihrem Leben. Sie meldete sich bei diversen Hilfsorganisationen. Vor zwölf Jahren schickte man sie nach «Cartagena de Indias», einer Stadt an der Karibikküste Kolumbiens. Damals war die Ortschaft nicht ungefährlich, erinnert sich Silvia Haug: «Um sechs Uhr abends wurde meisten die Ausgangssperre verhängt. Heute hat sich die Lage gebessert.»Sammelt Geld für ein Frauenhaus und eine BehindertenschuleNach der Zerschlagung der Drogenkartelle in den 1990er-Jahren hat sich die Situation in Kolumbien nur ein bischen gebessert, sagt Silvia Haug. Mehr als die Hälfte der kolumbianischen Bevölkerung seien nicht krankversichert und bekommen keine Pension. Viele würden am am Existenzminimum leben. Vor allem Frauen werden oft schlimm behandelt, weiss Silvia Haug aus Erfahrung: «Junge und ältere Frauen werden vergewaltigt und landen auf der Strasse.» Die 64-jährige Aargauerin sammelt Geld für ein Frauenhaus und unterstützt eine Schule für behinderte Kinder. Zusammen mit ihrer kolumbianischen Freundin führt sie ein kleines schmuckes Hotel. Ein toller Ausgleich zur sonst oft so tristen Arbeit. Trotzdem hat sie den Glauben das Gute bis heute nicht verloren.
    16 min
  • Hansueli Höhn findet auf Mauritius sein Paradies
    Plötzlich nahm sein Leben eine komplette Wende. Im Jahr 2015 stand Hansueli Höhn aus Zürich kurz davor, ausgesteuert zu werden. Statt von der Sozialhilfe zu leben, packte er ohne zu zögern die Koffer, um auf Mauritius einen Neustart zu wagen. Mit Erfolg!Hansueli Höhn lebt seit mehr als zwei Jahren in La Gaulette, im Südwesten der Insel Mauritius. Viele Jahre arbeitete der Zürcher erfolgreich für die Schweizer Pharmaindustrie. Eines Tages aber verlor er auf einen Schlag seinen Job und stand vor dem Nichts. Hansueli Höhn erinnert sich gut: «Ich stand kurz davor, ausgesteuert zu werden. Für mich war aber klar, ein Sozialfall werde ich nicht.»Die Liebe des Lebens auf Mauritius gefundenMit einem kleinen Startkapital landete Hansueli Höhn Mitte März 2015 auf der Insel Mauritius. Die Insel kannte er schon von früheren Ferienaufenthalten. Für die ersten paar Wochen fand der heute 60-Jährige Unterschlupf bei einem Bekannten.Bei einem Bootsausflug traf er zufällig auf seine grosse Liebe Mariline. Die Mauritianerin führt eine kleine Bar auf der beliebten Nachbarsinsel «Ile aux Bénitiers»: «Schöner hätte mein Neustart nicht beginnen können. Auf Mauritius habe ich mein Paradies gefunden.» Auch beruflich startet der Abenteurer durch. Im Spa-Bereich von grossen Hotelanlagen hat Hansueli Höhn eine Marktlücke entdeckt.
    15 min
  • Herbert Kündig: «Rumänien ist ein aufstrebendes Land»
    Herbert Kündig lebt seit einem Jahr in Flore?ti, einer Gemeinde in Siebenbürgern in Rumänien. Eigentlich könnte sich der ehemalige Finanzchef gemütlich zurück lehnen und sein Leben als Pensionär geniessen. Stattdessen kümmert sich der Ostschweizer um hilfsbedürftige Menschen in Rumänien.Herbert Kündig war schon immer fasziniert von Rumänien und hat das Land schon viele Male mit seinem Motorrad bereist. Seit einem Jahr lebt er zusammen mit seiner rumänischen Frau in einem Haus in Flore?ti. Kennen gelernt hat er sie durch die Hilfsprojekte vor Ort. Die Leute seien sehr offenherzig, sagt der Ostschweizer: «Ihre Gastfreundschaft ist unglaublich. Da könnten sich die Schweizer eine grosse Scheibe davon abschneiden.»Engagement mit HerzblutDurch seine Kirchgemeinde in Will (SG) kam Herbert Kündig zu den Hilfsprojekten in Rumänien. Er packt an wo er kann. Wenn Firmen ihre Büromöbel gratis abgeben, organisiert Herbert Kündig kurzerhand Sattelschlepper nach Rumänien. Aber auch Hilfsprojekte für Kinder unterstützt er: «Die Heimsituation in Rumänien hat sich sehr verbessert. Was aber immer noch fehlt, sind Institutionen für Jugendliche mit Drogenproblemen!» Rumänien, sagt Herbert Kündig, ist sein zu Hause geworden: «Dass ich den Menschen hier in Rumänien helfe, gehört zu meinem Leben.»
    11 min
  • Fabio Weiss – erfahrener Weltenbummler
    Fabio Weiss ist der geborene Auswanderer. Der 33-jährige Speditionskaufmann aus Eiken (AG) tingelt seit zwölf Jahren für eine internationale Firma rund um die Welt. London, Dubai, Amsterdam oder Hong Kong. Aktuell ist Singapur sein neues zu Hause.Seit zwölf Jahren arbeitet Fabio Weiss für eine internationale Logistikfirma, die weltweit Frachtcontainer auf dem See- oder Luftweg befördert. Für den Speditionskaufmann aus Eiken im Kanton Aargau ist es kein Problem, immer wieder den Wohnort zu wechseln: «Ich wollte schon immer die Welt entdecken und fühle mich überall wohl.»Neues Jahr, neues Zuhause Aktuell hat Fabio Weiss seinen Wohnsitz von China nach Südostasien verlegt. Mitten in Singapur hat er eine Wohnung gefunden. Sesshaft will er aber auch da nicht werden: «Ich würde gerne noch eine Zwischenstopp in Afrika oder Südamerika machen.» Der Weltenbummler kann sich gut vorstellen, irgendwann mal wieder in der Schweiz zu leben: «Meine Familie ist mir sehr wichtig.»
    16 min
  • Monique Carrera rettet in Ägypten verwahrloste Tiere
    Monique Carrera wanderte 1996 nach Ägypten aus. Als erste Ballonpilotin Ägyptens war die Berner Oberländerin mit ihrem kleinen Heissluftballon drei Monate im Land der Pharaonen unterwegs. Gelandet und geblieben ist sie in Hurghada. Heute rettet sie Tiere in der ägyptischen Wüste.Seit zwanzig Jahren lebt Monique Carrera in der ägyptischen Touristenhochburg Hurghada. Eigentlich wollte sie Ballontouren anbieten. Das krisengeschüttelte Land am Roten Meer liess ihren Traum vom Ballonunternehmen jedoch platzen.Statt Wohngalerie für Künstler, ein Heim für TiereEhemann Salah ist Bildhauer. Gemeinsam wollten sie eine Wohngalerie für Künstler eröffnen. Aber alles kam anders, erinnert sich Monique Carrera: «Uns lief eine kleine verwahrloste Katze zu. Als sie uns mit ihren grossen verängstigten anschaute, wussten wir was wir künftig zu tun haben.»Vor fünfzehn Jahren entstand ein Tierheim in der kargen Wüstenlandschaft. Auf einer Fläche von über fünf Hektaren hat die Berner Oberländerin in den letzten Jahren eine wahre Oase aufgebaut. Rund dreihundert Tiere leben in der Auffangstation.Fünf Hektaren grosse TierfarmNeben den vielen Hunden leben auch zahlreiche andere Tiere auf dem Grundstück ausserhalb von Hurghada. Katzen, Hunde, Esel, Schafe oder Ziegen werden von den freiwilligen Helfern liebevoll betreut. Es sei Herzblutarbeit sagt Monique Carrera: «Manchmal frage ich mich warum ich das alles tue. Wenn ich aber sehe, wie sich die verwahrlosten Tiere langsam wieder erholen, dann weiss ich, es ist meine Lebensaufgabe.»
    12 min
  • Jardena Flückiger, Stralsund: «Mein Arbeitsweg ist ein Traum»
    Ihre Stimme hat sie nach Ostdeutschland gebracht: Jardena Flückiger ist Sopranistin und hat im Theater Vorpommern einen Zweijahresvertrag ergattert. Die 33-jährige Baslerin liebt das Meer und ihren Arbeitsweg, der am Strand entlang führt.Jardena Flückiger lebt in Stralsund, dem viertgrössten Ort im deutschen Bundesland Mecklenburg-Vorpommern – der sogar von der UNESCO zum Weltkulturerbe erkoren wurde. «Stralsund ist in der Tat ein wunderschönes Städtchen», schwärmt die Baslerin.Das Meer als EnergiequelleSie liebt nicht nur das Städtchen, sondern auch ihre Wohnung mit Traumaussicht. Wenn sie aus dem Fenster schaut, sieht sie die Ostsee, im Hintergrund die Insel Rügen. Überhaupt sei das Meer für sie eine Energiequelle, sagt sie: «Darum führt der Arbeitsweg dem Strand entlang.»Wahloma, Wahlopa und andere tolle MenschenObwohl die Menschen in Ostdeutschland etwas verschlossener seien, habe sie viele tolle Menschen kennengelernt, sagt Jardena Flückiger. Da wären ihre Kollegen in der Oper. Oder das ältere Ehepaar, das sie auf einer Wohnungsbesichtigung kennengelernt hat: Sie nennt sie nur noch Wahloma und Wahlopa. Beide besuchen sie oft in der Oper oder helfen ihr in administrativen Belangen.
    12 min

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