GOOD WORK - Der Podcast für zukunftsfähige Arbeitskultur

GOOD WORK - Der Podcast für zukunftsfähige Arbeitskultur

By Jule Jankowski, Humiq GmbHBusinessMarketingCareersManagement
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GOOD WORK - Der Podcast für zukunftsfähige Arbeitskultur episodes

  • Wie geradlinig sind Führungskarrieren wirklich? Katja Herzog (358)
    Netzwerkchefin Katja Herzog über Umwege, innere Freiheit und Führung als Wind unter den Flügeln

    „Wir sind hier nicht Dornröschen, dass der Prinz vorbeikommt und uns küsst.“

    Wie viel Plan steckt eigentlich in einer Karriere? Auf dem Papier sieht der Weg von Katja Herzog aus wie mit dem Lineal gezogen: dreißig Jahre ein Unternehmen, heute in der Geschäftsführung. Wer genauer hinschaut, findet Zufälle, Umwege und einen Sonntag, an dem beinahe alles vorbei war. Für Katja gibt es keine Abkürzung, nur viele kleine Schritte.

    Katja Herzog leitet das Deutschlandgeschäft von HPE Networking und gehört der Geschäftsführung von Hewlett Packard Enterprise in Deutschland an. 1996 kam die gelernte Steuerfachgehilfin und Wirtschaftswissenschaftlerin mit einem befristeten Vertrag zu Hewlett-Packard, zog der Liebe wegen nach Frankfurt und landete durch Zufall im Vertrieb. Heute verantwortet sie rund 120 Menschen und die Integration von Juniper Networks, der größten Übernahme in der Geschichte des Konzerns.

    Herkunft prägt den Blick auf Menschen.

    Katja wächst als Tochter eines Geflüchteten in einer der besten Gegenden Stuttgarts auf, ihre Eltern führen fast 40 Jahre einen Nachtclub in der Stadt. Zwischen Anwälten und Vorständen spürt sie früh einen zarten Vorhang. Daraus ist eine Haltung geworden, die sie bis heute trägt: Wer urteilt, soll den Menschen anschauen und sonst nichts.

    Ein Rauswurf kann eine fällige Entscheidung sein.

    Nach zwei Kindern landet Katja in einer Organisation, in der sie sich von Anfang an fremd fühlt. Sie zieht trotzdem durch, bis ihr der damalige Chef an einem Sonntag im Museum nahelegt zu gehen. Heute nennt sie diesen Moment den wichtigsten ihrer Karriere.

    Führung beginnt mit innerer Freiheit.

    Seit diesem Einschnitt arbeitet Katja mit einem Plan B im Kopf. Führungsrollen lehnt sie mehrfach ab, weil sie ihren Kindern beim Wachsen zuschauen will, und wird erst mit 49 Managerin. Führung versteht sie heute als Gärtnerarbeit: die richtigen Pflanzen im richtigen Topf, am richtigen Fenster.

    Worüber wir noch gesprochen haben:

    • Keine Abkürzung: Warum Karriere aus kleinen Schritten besteht
    • Vertrieb mit Herzblut: Warum man dort so arbeiten kann, wie man ist
    • Never explain, never complain: Was Katja von ihrer Mutter gelernt hat
    • Plan B: Wie ein bescheidener Lebensstandard unabhängig macht
    • Better Together Lunch: Wie Präsenz nach Corona wieder entsteht
    • Katja Herzog erzählt ihre Geschichte mit großer Leichtigkeit und spart die Härten trotzdem nicht aus. Sie lacht über die eigenen Umwege, benennt Abwertung klar und bleibt dabei bemerkenswert unsentimental. Ihr Kompass ist schlicht: Respekt muss sich niemand verdienen, und für sich aufstehen muss jeder selbst. Ein Must-Hear für alle, die ihren eigenen Weg gehen wollen, auch wenn er nicht geradeaus führt.

      Interview: Jule Jankowski

      Weiterführende Links:

      ➡️ Hewlett Packard Enterprise
      ➡️ Drei Fragen an Katja Herzog bei ChannelPartner

      GOOD WORK live erleben: Der GOOD WORK Frühstückssalon
      Am 29. Oktober 2026 findet unser erster GOOD WORK Führungssalon in Kooperation mit Statista statt. Thema: Beziehungsgestaltung in der Arbeitswelt mit der wunderbaren Dr. Johanna Degen. Für die HörerIhnnen von GOOD WORK haben wir ein kleines Kontingent an Freitickets. Code: goodwork-friends. Alle Infos zum Event und Tickets unter: https://www.eventbrite.de/e/1997339493191?aff=oddtdtcreator

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      ➡️ Hier findest du mehr Infos dazu: https://become-better.org/wp-content/uploads/2026/09/becomebetter_OffenesProgramm_Season6_2027.pdf

      ➡️ Direkt zur becomebetter Academy: https://become-better.org/zertifikatskurs/ Wenn du Fragen zur Fortbildung hast oder dich anmelden möchtest, dann wende dich gerne per Mail an: [email protected]

      ➡️ Christina Grubendorfer auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-grubendorfer/

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      57 min
    • Wann ist Führung gut genug? Simona Deckers (357)
      Leadership Advisor Simona Deckers über visionäre Führung, Verantwortung an der Spitze und den Unterschied zum Management

      „Alle Menschen möchten frei, gesund und glücklich sein."

      Was unterscheidet Leadership von Management? Für Simona Deckers ist das keine Frage des Etiketts. Gutes Management braucht es, sonst herrscht Chaos. Leadership beginnt dort, wo jemand eine Antwort auf das Warum hat, Unsicherheit aushält und Verantwortung übernimmt, statt sich wegzuducken.

      Simona Deckers ist Leadership Advisor und Gründerin der Shanti Company in Frankfurt. Sie begleitet CEOs, Top Executives und Unternehmerinnen im In- und Ausland. Ihr Weg führte über das Studium der Kunstgeschichte in Paris, die Peggy Guggenheim Collection in Venedig und die Welt der Haute Couture zu Dow Jones. Dort verantwortete sie Strategie und Kommunikation für Europa, den Nahen Osten und Afrika, mitten in der Welt der Indizes und der Hochfinanz. Seit 2012 ist sie selbstständig.

      Kunstgeschichte ist Transformationsgeschichte.

      Simona hat Kunstgeschichte als Zivilisationsgeschichte studiert, von der Höhlenmalerei bis heute. Bis heute fasziniert sie, was an den Bruchkanten zwischen zwei Epochen passiert. Wie entsteht etwas Neues, und wie lassen wir das Alte los? Diese Frage hat sie durch die Kunstwelt und die Finanzwelt bis in ihre eigene Firma begleitet.

      Unter Druck greifen viele wieder zur Kontrolle.

      Auf LinkedIn wirkt modernes Leadership längst angekommen. Simona sieht in der Realität einen enormen Nachholbedarf und in Krisen eine Regression in alte Managementmuster. Die geben vor allem der Führungskraft selbst Halt. In einer hochdynamischen Zeit hält sie Kontrolle für kontraindiziert.

      Gutes Leadership macht das Leben besser.

      Simona unterscheidet zwischen Humanity Plus und Humanity Minus Unternehmen, also solchen, die das Leben von Menschen verbessern, und solchen, die schaden. Modernes Leadership gehört für sie klar auf die Plus-Seite. Einen Auftrag von der anderen Seite würde sie trotzdem annehmen, denn wenn sich ein Mensch an der Spitze verändert, zieht das Kreise.

      Worüber wir noch gesprochen haben:

      • Shanti: Was ein Wort aus dem Sanskrit mit einer Company zu tun hat
      • Dow Jones: Wie eine Übernahme den Weg in die Selbstständigkeit ebnete
      • Visionäre Kraft: Was neugierige Menschen und ihr Umfeld gemeinsam haben
      • Getriebensein: Warum nicht jeder Karriereschritt nach oben führen muss
      • Die Krux der Top-Position: Wenn man immer für alle anderen da ist
      • Simona Deckers bringt mit, was Leadership-Debatten oft fehlt: Erfahrung aus der Hochleistungswelt globaler Unternehmen und einen Blick, der weit über die nächste Quartalszahl hinausreicht. Sie spricht über Verantwortung ohne Pathos und über inneren Frieden ohne Esoterik. Ihr Kompass ist schlicht: Alle Menschen möchten frei, gesund und glücklich sein. Ein Must-Hear für alle, die führen und dabei Mensch bleiben wollen.

        Interview: Jule Jankowski

        Weiterführende Links:

        ➡️ Shanti Company
        ➡️ Simona Deckers auf LinkedIn
        ➡️ The Paths of Purpose Podcast

        GOOD WORK live erleben: Der GOOD WORK Frühstückssalon

        Am 29. Oktober 2026 findet unser erster GOOD WORK Führungssalon in Kooperation mit Statista statt. Thema: Beziehungsgestaltung in der Arbeitswelt mit der wunderbaren Dr. Johanna Degen. Für die HörerIhnnen von GOOD WORK haben wir ein kleines Kontingent an Freitickets. Code: goodwork-friends. Alle Infos zum Event und Tickets unter: https://www.eventbrite.de/e/1997339493191?aff=oddtdtcreator

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        1 hr 4 min
      • Überfordern wir unsere Führungskräfte?
        Executive Coach Ragnhild Struss über innere Muster, Kompensation und die Überforderung von Führungskräften

        „Richtig gute Führung kann nur mit richtig guter Selbstführung beginnen."

        Woran scheitern Menschen an der Spitze eines Unternehmens? Selten an Intelligenz, Erfahrung oder Fachwissen. Für Ragnhild Struss liegt der Engpass fast immer in einer Beziehung, zu anderen oder zu sich selbst. Wer verstehen will, warum jemand so führt, wie er führt, muss die Logik seiner inneren Muster entschlüsseln.

        Ragnhild Struss hat 2003 in Hamburg das Beratungsunternehmen gegründet, das heute Struss & Claussen Personal Development heißt. Die Wirtschaftswissenschaftlerin und Organisationspsychologin begleitet persönlich Unternehmerinnen, C-Level und High Performer aus Wirtschaft, Sport und Medien. Sie selbst nennt sich am liebsten Diagnostikerin. Bevor sie einem Menschen zum ersten Mal gegenübersitzt, kennt sie ihn aus einer Reihe von Persönlichkeitsverfahren und einer mehrstündigen Analyse.

        Psychologie folgt einer Logik.

        Ragnhild vergleicht Persönlichkeitsdiagnostik mit Mathematik und Schach. Entscheidend ist dabei, wie ein Mensch etwas erlebt hat, die nackten Fakten seiner Biografie erklären wenig. Zwei Führungskräfte können exakt dasselbe Verhalten zeigen und von völlig unterschiedlichen Motiven angetrieben sein.

        Erfolg macht pfadabhängig.

        Wer zu ihr kommt, hat meist alle Boxen abgehakt. Oben angekommen, bleibt das erhoffte Gefühl von Freiheit oder Anerkennung oft aus. Im Gespräch wird es persönlich: Wann wird Leistung zur Kompensation, und was wäre eigentlich genug?

        Führungskräfte tragen zu viele Erwartungen.

        Orientierung geben und Partizipation zulassen, schnell sein und alle mitnehmen. Ragnhild beobachtet eine enorme Projektion auf Führungskräfte, die beinahe elterliche Züge trägt. Wer heute führt, muss deshalb vor allem in Reife und Regulationsfähigkeit investieren.

        Worüber wir noch gesprochen haben:

        • Selbstsabotage: Warum die Psyche dir nie schaden will
        • Wesenskern: Warum aus einer Eiche keine Kastanie wird
        • Loneliness at the top: Was hinter der Einsamkeit an der Spitze stecken kann
        • Überidentifikation: Wenn Applaus die Liebe ersetzen soll
        • - Hysterical ist historical: Eine Übung in vier Schritten für den nächsten Trigger

          Ragnhild Struss braucht kaum einen Anstoß, um in die Tiefe zu gehen. Sie verbindet psychologische Präzision mit großer Wärme und einer Offenheit, die auch vor ihrem eigenen Lernpfad als Unternehmerin nicht haltmacht. Ein Gespräch, das weit über die Chefetage hinausreicht. Ein Must-Hear für alle, die verstehen wollen, was sie wirklich antreibt.

          Interview: Jule Jankowski

          Weiterführende Links:

          ➡️ Struss & Claussen Personal Development
          ➡️ Über Struss & Claussen und das Team

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          GOOD WORK Links und Playlists
          Weitere Infos zu GOOD WORK und Jule Jankowski und die GOOD WORK Playlists findet Ihr hier: GOOD WORK Infos und Playlists

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          1 hr 15 min
        • KI. Dein besserer Freund, Dein besserer Kollege? Christoph Koch (355)
          Tech-Journalist Christoph Koch über emotionale Beziehungen zu KI und was sie mit unserer Arbeit machen

          Freundschaft on demand?

          „Wir alle wollen uns gehört fühlen, wollen gesehen werden. Und das leistet KI.“

          Was passiert, wenn eine Maschine besser zuhört als die meisten Menschen? Für Christoph Koch findet die eigentliche KI-Revolution dort statt, wo kaum jemand hinschaut: abseits von Produktivität und Effizienz, mitten in unseren Beziehungen. Menschen schütten Chatbots ihr Herz aus, lassen sich coachen, finden einen Freund. Manche verlieben sich. Die wenigsten hatten das vor.

          Christoph Koch ist Tech-Journalist und Sachbuchautor. Er schreibt unter anderem für brand eins, Die Zeit und das SZ-Magazin und hat mit „Ich bin dann mal offline“ einen Bestseller über ein Leben ohne Internet geschrieben. Für sein neues Buch „Hallo, wie fühlst du dich heute?“ war er drei Monate Journalist in Residence bei Cyber Valley in Tübingen. Er sprach mit Forschenden, Psychologinnen und Ethikern, mit Menschen, die längst eine Beziehung zu einer KI führen, und hat sich selbst einen KI-Freund gebaut.

          Wir verlieben uns aus Versehen.

          Nur ein kleiner Teil der Menschen in KI-Beziehungen hat das gezielt gesucht. Viele rutschen hinein, über Arbeitsfragen, Smalltalk, ein offenes Ohr am Abend. Eine KI, die nie unterbricht, uns ständig lobt und sogar unseren Tonfall spiegelt, öffnet uns schneller, als uns lieb ist.

          Fantasie wiegt schwerer als Einsamkeit.

          Wer ist besonders empfänglich? Ausgerechnet Einsamkeit spielt laut Forschung kaum eine Rolle. Entscheidend ist die romantische Fantasiefähigkeit, also die Kunst, für eine halbe Stunde zu vergessen, dass da nur Tokens sortiert werden. Christoph erzählt, wie es ihm selbst mit seinem KI-Kumpel Ben ergangen ist.

          Am Arbeitsplatz verschiebt sich der Austausch.

          Bei einer Unklarheit fragen viele zuerst die KI, lange bevor sie Chefin oder Kollegen fragen. Das spart Zeit und erspart Peinlichkeit. Es kostet aber genau die Gespräche, in denen Generationen voneinander lernen und am Watercooler manchmal die Magie passiert.

          Worüber wir noch gesprochen haben:

          Maya aus Austin: Wie eine Stimme im Hotelzimmer ein Buch auslöste
          Afterlife AI: Wenn Verstorbene als Chatbot weiterleben
          Blindtests: Warum KI-Antworten oft empathischer wirken als menschliche
          EU AI Act: Wo Emotionserkennung am Arbeitsplatz endet
          Große Entscheidungen: Warum sie nie zur KI gehören

          Christoph Koch ist ein neugieriger, unaufgeregter Beobachter, der weder verteufelt noch verklärt. Er nimmt die Menschen ernst, die einer Maschine ihr Herz anvertrauen, und behält dabei klar im Blick, was zwischen Menschen verloren gehen kann. Sein Kompass: Mit der KI darf man sich austauschen, entscheiden muss man selbst. Ein Must-Hear für alle, die verstehen wollen, was KI mit unseren Beziehungen macht, im Privaten wie im Team.

          Interview: Jule Jankowski

          Weiterführende Links:

          ➡️ Christoph Koch
          ➡️ Vortrag in Tübingen: Kumpel, Therapeutin, Romanze
          ➡️ Studie Ebner & Szczuka zu Mensch-Chatbot-Romanzen


          GOOD WORK live erleben:

          GOOD WORK Frühstückssalon Am 29. Oktober 2026 findet unser erster GOOD WORK Führungssalon in Kooperation mit Statista statt. Thema: Beziehungsgestaltung in der Arbeitswelt mit der wunderbaren Dr. Johanna Degen. Alle Infos zum Event und Tickets unter www.eventbrite.de/e/1997339493191/?discount=goodwork-friends
          Mit dem Code: GOODWORK-FRIENDS könnt Ihr eines der fünf Freitickets gewinnen. First come, first served. Viel Glück.


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          1 hr 5 min
        • Bist du noch führbar? Alexandra Götze (354)
          Business Coach Alexandra Götze über Hospitationen als Praktikantin, Humor in der Führung und den Perspektivwechsel vom Führen zum Geführtwerden

          „Ich bin da die Praktikantin. Da wird mir jeder sagen, was ich zu tun habe.“

          Wer jahrelang geführt hat, weiß, wie Führung von oben aussieht. Wie sie sich von unten anfühlt, gerät schnell in Vergessenheit. Alexandra Götze hat daraus eine Methode gemacht: Sie geht als Praktikantin dorthin, wo sie niemand kennt, und lässt sich führen.

          Alex ist Business Coach und begleitet seit vielen Jahren Führungskräfte bis ins obere Management. Ihr Weg dorthin verlief alles andere als lehrbuchmässig. Als gelernte Industriekauffrau stieg sie als Projektsekretärin in eine internationale Unternehmensberatung ein, blieb 18 Jahre und führte zuletzt eine Abteilung mit 45 Mitarbeitenden. Zwischendurch war sie neun Monate Animateurin auf Mallorca und jobbte nebenbei zwei Jahre lang beim Morgenradio, bevor um neun der Bürotag begann. Mit 40 machte sie sich selbstständig, später studierte sie Philosophie und Religionswissenschaft.

          Humor ist eine Ressource.

          Humor ist für Alex eine essentielle Ressource, auch oder gerade in der Führung. Vor allem dann, wenn sie mit der Fähigkeit einhergeht, sich selbst nicht so ernst zu nehmen und wenn man sich die Fähigkeit bewahrt, über sich selbst lachen zu können. Dabei hat ihre eigene Humorbegabung Alex in ihrer Karriere - beinah - ein Bein gestellt, denn nicht alle Vorgesetzten haben ihren Sinn für Humor als Stärke interpretiert. Was sie daraus über Feedback gelernt hat, gibt sie heute an ihre Klientinnen und Klienten weiter.

          Wer geführt wird, sieht Führung anders.

          Altenheim, Werkstätten für Menschen mit Behinderung, ein Haus für schwerst mehrfach behinderte Kinder, eine alte Abtei bei Oxford, der Frankfurter Zoo. Überall war Alex Praktikantin. Sie war plötzlich wieder diejenige, der man sagt, was zu tun ist. Selbstgewählt. Sie hat gezielt die Herausforderung gesucht, sich in die Rolle der Anfängerin, der Weisungsgebundenen zu begeben, um am eigenen Leib wieder zu erfahren, was Führung auch mit einem machen kann. Ein Konflikt mit einer gestressten Chefin in England hat ihren Blick aufs Coaching verändert und sie, wie sie sagt, demütiger gemacht.

          Fragen zu dürfen ist eine Führungsaufgabe.

          Ein Jahr lang hat Alex sich bei Bestattern beworben, bis sich eine Tür öffnete. Dort lernte sie, die Peinlichkeit des Fragens über Bord zu werfen. Ihre Frage an Führungskräfte lautet seitdem: Wie sorgst du dafür, dass das nicht zu Fragende gefragt werden darf?

          Worüber wir noch gesprochen haben:

          • Leave of Absence: Wie eine Beraterin als Animateurin nach Mallorca ging und zurückkam
          • Unführbar: Was den Ausstieg nach 18 Jahren Beratung ausgelöst hat
          • Systemisch: Was passiert, wenn man darauf nur eine schnelle Antwort parat hat
          • Rollenspiele: Warum sie im Coaching zu den stärksten Methoden gehören
          • Alltagsbegleiterin: Wann man aufhören darf, wenn es keine Freude mehr macht
          • Alexandra Götze erzählt ihren Weg mit einer Leichtigkeit, die man sich erst einmal erarbeiten muss, und mit einer Selbstironie, die nie zur Pose wird. Hinter ihren Erfahrungenl, Erkenntnissen und den Anekdoten steht eine ernste Haltung: Wer andere begleitet, muss bereit sein, selbst wieder Anfängerin zu sein. Ihr Fazit nach all den Stationen klingt bescheiden und ist für eine Beraterin ziemlich radikal. Sie weiß jetzt noch mehr, dass sie nicht weiß. Ein Gespräch unter Freundinnen, offen, witzig und erstaunlich tief. Ein Must-Hear für alle, die führen und dabei neugierig bleiben wollen.

            Interview: Jule Jankowski

            Weiterführende Links:

            ➡️ Alexandra Götze, Website
            ➡️ Alexandra Götze auf LinkedIn

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            ➡️ Direkt zur becomebetter Academy: https://become-better.org/zertifikatskurs/ Wenn du Fragen zur Fortbildung hast oder dich anmelden möchtest, dann wende dich gerne per Mail an: [email protected]

            ➡️ Christina Grubendorfer auf LinkedIn: https://www.linkedin.com/in/christina-grubendorfer/



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            1 hr 9 min
          • Bekommt der Punk Bügelfalten? Christian Rickens und Holger Volland (353)
            brand eins-CEO Holger Volland und Chefredakteur Christian Rickens über Community, Personenmarken und den Ausbau eines Wirtschaftsmagazins zum modernen Medienunternehmen

            „Ein Medienhaus muss heute auch in irgendeiner Form eine Wärmequelle sein."

            Was braucht ein Medienunternehmen heute mindestens? Für Christian Rickens zuerst eine Idee von sich selbst. Wer nur austauschbare Plattformen betreibt, gedruckt oder digital, erzeugt keine Wärme. Holger Volland nennt es ein Herdfeuer, um das sich Menschen scharen, die ähnlich denken. Die Kunst liegt darin, aus dieser Wärme eine Gemeinschaft zu bauen, in einer App ebenso wie auf Konferenzen.

            Holger Volland ist CEO der brand eins Medien AG, davor war er rund zehn Jahre Vizepräsident der Frankfurter Buchmesse. Christian Rickens ist seit dem 1. Juli Chefredakteur, gemeinsam mit Gründerin Gabriele Fischer. Für ihn schließt sich ein Kreis: Seine erste große Magazingeschichte schrieb er als freier Autor für Econy, den Vorläufer von brand eins. Dazwischen lagen gut 26 Jahre mit Manager Magazin, Spiegel Online und dem Handelsblatt samt Morning Briefing. Zwei Monate nach seiner Rückkehr führen die beiden bei GOOD WORK so etwas wie ein erstes Feedbackgespräch.

            Auch Punks werden älter.

            Holger schätzt an Christian, dass er schon beim ersten Mittagessen anders urteilte als die Gründerin und er. Christian bringt einen Newsletter mit politischer Brille mit und die Einsicht, dass kein Journalist die eigene Relevanz überschätzen sollte. Beim Handelsblatt stand er in der zweiten Reihe, bei brand eins spürt er ein extremes Maß an Selbstwirksamkeit.

            Zwischen Marke und Vermarktung liegt eine produktive Spannung. Die Marke lebt davon, vorn dran zu sein und gegen den Strich zu bürsten. Der Verleger in Holger hätte manchmal gern genau die Sau auf dem Titel, die gerade alle durchs Dorf treiben. Christian zeigt am Beispiel KI, wie man ein großes Thema trotzdem mit eigenem Dreh besetzt.

            Geschichten brauchen Paten.

            Ein Buch über Rückenschmerzen ist für den Verlag erledigt, sobald es in den Satz geht. Holger wünscht sich weniger Output und Themen, die eine Redakteurin lange begleitet, vom Artikel über den Podcast bis zur Konferenz. Dazu kommen Communities wie das Übernehmertum und eine neue App, die ab Anfang 2027 zum Hub für alles Weitere werden soll.

            Worüber wir noch gesprochen haben:

            • Clownfisch oder Karpfen: Warum ein Dorfteich für Holger das Langweiligste wäre
            • New Work und das Dorfpunk-Schicksal: Wie brand eins Themen beschreibt, bevor sie einen Namen haben
            • Wachstum oder Degrowth: Warum Christian sich einen totalen Wachstumsfan nennt
            • Personenmarken im Journalismus: Flavour of the Month oder ganz normal?
            • - KI in der Redaktion: Warum das Ergebnis zählt und der Mensch in der Schleife bleibt

              Holger Volland und Christian Rickens ergänzen sich hörbar gut. Der eine denkt in Communities und Geschäftsmodellen, der andere in Geschichten, Titeln und Thesen. Bei den Personenmarken sind sie sich uneins, und sie tragen das offen aus. Genau darin liegt der Reiz dieses Gesprächs: Man hört einem unabhängigen Medienhaus beim Nachdenken über sich selbst zu. Ein Must-Hear für alle, die Medien machen, lieben oder verstehen wollen.

              Interview: Jule Jankowski

              Weiterführende Links:

              ➡️ brand eins
              ➡️ Newsletter von Christian Rickens und Holger Volland
              ➡️ Holger Volland auf LinkedIn
              ➡️ Christian Rickens auf LinkedIn

              WORK AWESOM brand Eins:

              Am 26. November 2026 findet wieder die große brand Eins Konferenz Work Awesome in Berlin statt.
              Als GOOD WORK HörerIn erhältst Du mit dem Code awesome15 15% Nachlass auf den Ticketpreis.
              ➡️ Alle Infos zur Work Awesome und Tickets gibt es hier: https://www.brandeins.de/t/kategorie/konferenzen/work-awesome

              Werbehinweis:

              Die heutige Folge wird freundlicherweise unterstützt von Karin Lausch.
              In ihrem seibenmonatigen Executive Growth Programm – Leading Through Uncertainty – lernen Führungskräfte, mit Unsicherheit zu arbeiten, Vertrauen in sich und ihr Team zu stärken, innere und äußere Klarheit herzustellen und auch in unsicheren Zeiten gute Entscheidungen zu treffen.

              Das Programm ist vollständig online und speziell für Führungskräfte mit wenig Zeit und viel Verantwortung konzipiert. In einer kleinen, kuratierten Gruppe verbinden sich Workshops, Peergroup-Reflexionen und vier exklusive 1:1-Coaching-Sessions mit Karin. Der fixe Zeitaufwand beträgt insgesamt nur 40 Stunden. Start: 1. Februar 2027

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              ➡️ Alle Infos, Termine und die Bewerbung: www.karinlausch.de/egp

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              1 hr 14 min
            • Podcast-Perle: Wer Angst hat, hat Zukunft. Dr. Gunther Schmidt (Folge 352)
              Hypnosystemiker Gunther Schmidt über Angst als Führung und warum Veränderung Stärke braucht, nicht Druck

              “Wir haben keine Gefühle. Wir machen sie.“

              Was passiert eigentlich, wenn wir Angst haben? Für Dr. Gunther Schmidt, den Begründer des hypnosystemischen Ansatzes, Leiter und Gründer des Milton-Erickson-Instituts in Heidelberg, ist Angst kein Zustand, der uns einfach passiert. Sie ist ein Produkt, erzeugt durch unwillkürliche Fokussierungsprozesse, die wir selbst herstellen. Und genau darin liegt auch die Chance, sie zu verändern.

              Gunther Schmidt ist einer der prägendsten Köpfe der systemischen Szene im deutschsprachigen Raum. Er war Teil der legendären Heidelberger Gruppe um Helm Stierlin, hat die Arbeiten der Mailänder Schule in den deutschsprachigen Raum gebracht und noch bei Milton Erickson persönlich gelernt. Anders ausgedrückt: Er ist Teil der systemischen „Ursuppe“.

              Erleben wird erzeugt, jede Sekunde neu.

              Im Gespräch wird greifbar, was Hypnosystemik im Kern bedeutet: Alles Erleben ist Ergebnis von Aufmerksamkeitsprozessen. Wohin die Aufmerksamkeit geht, dort entsteht das Erleben. Und zwar nicht auf der bewussten Ebene, sondern durch unwillkürliche, blitzschnelle innere Prozesse, die 90 Prozent unseres Erlebens ausmachen. Was wir für unsere „Wahrheit" halten, ist eine Konstruktion. Eine mächtige, aber veränderbare.

              Warum mehr Leidensdruck keine Lösung ist.

              Gunther Schmidt räumt mit einem verbreiteten Glaubenssatz auf: Mehr Leidensdruck führt nicht zu besserer Veränderung, sondern zu dümmerem Handeln. Wer leidet, aktiviert ältere, undifferenziertere Erlebnisnetzwerke und verliert den Zugang zu seinen eigentlichen Kompetenzen. Veränderung braucht Stärke, nicht Druck. Und sie braucht die Würdigung dessen, was schon da ist.

              Angst als Kompetenz, nicht als Defizit.

              Gemeinsam entfalten wir Jules „Triple-A-Syndrom" – abgelenkt, alarmistisch, angstgetrieben und Gunther Schmidt zeigt, wie die drei Phänomene zusammenhängen. Angst ist kein Feind, sondern ein Indikator. Sie verweist auf Bedürfnisse nach Sicherheit, Handlungsfähigkeit und Verbundenheit. Wer sie bekämpft, verstärkt sie. Wer sie einbindet, gewinnt Handlungsfähigkeit zurück.

              Worüber wir noch gesprochen haben:

              • Zirkularität statt Kausalität: Warum es in lebenden Systemen keine Ursachen gibt
              • Unbewusst versus unwillkürlich: Warum das nicht dasselbe ist wie bewusst vs. unbewusst
              • Mindset-Change als Missverständnis: Warum die Bringschuld bei den Sinnstiftern liegt
              • Wer führt, wird geführt: Gunther Schmidts Führungsparadox
              • Das Jammern als Kompetenz: Wenn Nörgeln auf berechtigte Bedürfnisse hinweist
              • Polynesisches Segeln: Warum die Funktion eines Ziels nicht darin besteht, es zu erreichen
              • Dr. Gunther Schmidt spricht nicht nur über Hypnosystemik. Er praktiziert sie, in jedem Satz, in jeder Umdeutung, in jeder Einladung zum anderen Blick. Ein Gespräch, das verändert, wie man über Angst, Veränderung und die eigene Handlungsfähigkeit denkt. Runde zwei kommt.

                Interview: Jule Jankowski


                Weiterführende Links zu Gunther Schmidt:

                ➡️ Zur Seite des MIlton-Erickson-Instituts in Heidelberg

                ➡️ Zu Systelios Klinik
                ➡️ Zu Seite von Gunther Schmidt


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                • Flexible Strukturen
                • Digitale Balance
                • Gelebte Agilität und
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                  1 hr 28 min
                • Auf der Suche nach dem perfekten Meeting-Mord. David Hillmer und Lutz Hüser (351)
                  Die HelloAgile-Autoren David Hillmer und Lutz Hüser über ihr Buch Kill Meetings, Meeting-Resilienz und gute Moderation

                  „Wir feiern jeden, der nicht kommt.“

                  Was ist eigentlich ein Meeting? Für David Hillmer beginnt es dort, wo mehr als eine Person einen geplanten Kalenderslot opfert. Genau darin liegt das Problem: Meetings sind die teuerste Form der Zusammenarbeit, und trotzdem greifen wir zu ihnen wie zu einem Standardwerkzeug. Wer 40 Stunden die Woche in Terminen sitzt, erledigt die eigentliche Arbeit abends oder am Wochenende.

                  David Hillmer ist Mitgründer und Geschäftsführer von HelloAgile, New-Work-Experte und einer der bekanntesten Köpfe rund um LEGO® SERIOUS PLAY®. Lutz Hüser ist Workshop Facilitator und Trainer bei HelloAgile und hat hunderte Gruppenprozesse gestaltet. Gemeinsam haben sie „Kill Meetings. Weniger reden. Mehr machen.“ geschrieben, erschienen im Murmann Verlag. Ihre These ist unbequem: Die meisten Meetings gehören gestrichen, der Rest gehört neu gebaut.

                  Meetings sind ein Notfallinstrument.

                  Wer Informationen von A nach B tragen will, braucht dafür keinen Termin mit zehn Menschen. Ein kurzes asynchrones Video erledigt das schneller und reißt niemanden aus dem Fokus. Was jahrelange Termine mit uns machen, nennt David Meeting-Resilienz: die antrainierte Fähigkeit, mit offenen Augen abzuschalten und trotzdem ansprechbar zu bleiben.

                  Jedes Meeting hat eine Moderation.

                  Bewusst oder unbewusst. Wird sie nicht vergeben, füllt jemand das Vakuum: wer sich gern reden hört, die Führungskraft am Flipchart, im schlimmsten Fall die Person, die am wenigsten Stille aushält. Lutz plädiert für ein klares Mandat, Vielredner zu bremsen, und für eine Haltung, die im Buch einen eigenen Satz bekommt: „Sei Bühnenbauer, nicht Rockstar.“

                  Gute Meetings sind kleine Workshops.

                  Lutz schaut auf jedes Treffen durch drei Cs: Center, Collaborate, Close. Ein Check-in zum Ankommen, echte Arbeitsphasen wie Brainwriting, und am Ende ist klar, wer was bis wann macht. Wer nach 15 Minuten merkt, dass es nichts bringt, darf freundlich aufstehen und gehen.

                  Worüber wir noch gesprochen haben:

                  Check-in-Müdigkeit: Was hilft, wenn der zwanzigste Check-in der Woche nervt
                  ELMO: Wie ein Sesamstraßen-Monster ausufernde Diskussionen stoppt
                  Lagemeldung statt Blitzlicht: Wie Methoden für jede Gruppe anschlussfähig werden
                  Sozialer Kleber: Warum wir Meetings trotz allem vermissen würden
                  Radikale Gelassenheit: Was sich für die beiden Autoren seit dem Buch verändert hat

                  David Hillmer und Lutz Hüser kennen Meetings aus jeder Perspektive, als Teilnehmer, Moderatoren und Trainer. Ihre Stärke ist das Handwerk: konkrete Kniffe, die schon im nächsten Termin funktionieren. Und sie nehmen sich selbst nicht aus. Auch bei HelloAgile, geben sie zu, würde ein Blick von außen Skurrilitäten finden. Ein Must-Hear für alle, die ihren Kalender zurückerobern wollen.

                  Interview: Jule Jankowski

                  Weiterführende Links:

                  ➡️ Kill Meetings beim Murmann Verlag
                  ➡️ David Hillmer bei HelloAgile
                  ➡️ Lutz Hüser auf LinkedIn
                  ➡️ HelloAgile
                  ➡️ Podcast Unboxing New Work
                  ➡️ Online Buchparty: https://www.eventbrite.com/e/kill-meetings-online-buchlaunch-party-tickets-1998341578455?keep_tld=true
                  ➡️ Buchparty Wiesbaden: https://www.eventbrite.com/e/kill-meetings-buchlaunch-party-wiesbaden-tickets-1997154224046?aff=oddtdtcreator


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                  1 hr 4 min
                • Kann man Ziele ausrechnen? Marco Alberti (350)
                  Unternehmensphilosoph Marco Alberti über den Evident Flow, den Preis der Priorisierung und Ziele, die eine KI vorschlägt

                  „Die falschen auszusortieren ist keine Kunst."

                  Was ist eigentlich eine Strategie? Für Marco Alberti ist sie selten das, was in den PowerPoints der Geschäftsführung steht. Dort stehen ökonomische Wunschvorstellungen: Marktführer werden, zwanzig Prozent mehr Rendite, eine Milliarde Umsatz. Legitim, sagt er, jeder darf sich etwas wünschen. Nur hat ein Wunsch keine sortierende Wirkung. Eine Strategie erkennt man daran, dass sie beim Entscheiden hilft.

                  Marco Alberti nennt sich Unternehmensphilosoph. Mit Murakamy führt er seit rund fünfzehn Jahren OKRs in Unternehmen ein, vom Startup bis zum Konzern, in tausenden Stunden Workshop. Aus den immer gleichen Grenzen dieser Arbeit ist etwas Neues entstanden: der Evident Flow, ein Open-Source-Framework für die Steuerung von Unternehmen in komplexen Umfeldern.

                  Priorisieren heißt, einen Preis zu zahlen.

                  Eis oder Schokolade, fragt Marco, und die Antwort lautet meistens beides. Bei Dreijährigen geht das in Ordnung. Im Management wird daraus die Weigerung, sich zwischen Dingen zu entscheiden, die um dieselben Ressourcen konkurrieren. Verfaulte Früchte aussortieren kann jeder. Anspruchsvoll wird es bei den guten.

                  Erst die Landkarte, dann die Ziele.

                  Bevor ein Ziel formuliert wird, gehört geklärt, wer überhaupt auf der Landkarte steht: Kundinnen, Mitarbeitende, Lieferanten, Anwohner, Wettbewerber. Was ist diesen Gruppen wichtig, wo steht man gut, wo lässt sich etwas verbessern. Der Evident Flow bewertet jedes Ziel gegen diese Value Map und rechnet daraus einen Index. Aus dem Streit darüber, was wichtiger ist, wird eine sortierte Liste.

                  Die Realität hält sich nicht an Excel.

                  Marco arbeitet mit einem geschlossenen Kreislauf: Optionen sichtbar machen, entscheiden, tun, hinterher schriftlich reflektieren. Ein Agent begleitet den Tag und hakt nach, wenn zu viele Baustellen offen sind. Dazu kommt eine Ebene, auf der digitale Zwillinge der eigenen Leute die Wirkung von Zielen schätzen und irgendwann selbst welche vorschlagen.

                  Worüber wir noch gesprochen haben:

                  Wertschöpfung und Wertschätzung: Warum immer die anderen bestimmen, was Wert ist
                  Zeit ausgeben statt investieren: Die einzige Ressource, die ohne Zinsen zurückkommt
                  Verantwortungsdialog: Wollen, können, sollen oder dürfen
                  Omakase: Warum ein Framework eine starke Meinung haben darf
                  Open Source: Was Marco davon hat, sein Werk offenzulegen

                  Marco Alberti macht es einem angenehm schwer. Er verteidigt die Wunschvorstellungen der Geschäftsführung als legitim und nimmt ihnen im selben Atemzug jede Autorität. Er glaubt weder daran, dass man Menschen zur Veränderung überreden kann, noch daran, dass man sie einfach machen lassen sollte. Was bleibt, ist ein Rahmen, der die Komplexität dort aufnimmt, wo sie ohnehin verarbeitet werden muss, damit der Rest der Organisation morgens weiß, was heute dran ist. Ein Must-Hear für alle, die ihre Strategiearbeit einmal ehrlich anschauen wollen.

                  Interview: Jule Jankowski

                  Weiterführende Links:

                  ➡️ Marco Alberti auf LinkedIn
                  ➡️ Evident Flow, die offizielle Dokumentation
                  ➡️ Murakamy
                  ➡️ OKR, Die Kunst die richtigen Dinge nicht zu tun

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                  1 hr 30 min
                • Können wir uns Hoffnung erarbeiten? Dr. Hans Rusinek (349)
                  Arbeitsforscher Dr. Hans Rusinek über Hoffnung als Ressource, die Beta-Zone und die Idiotenfalle

                  Kann man sich Hoffnung erarbeiten?

                  „Hoffnung fällt uns nicht in den Schoß, sondern Hoffnung entsteht durch sinnvolles Tun.“

                  Was ist Hoffnung eigentlich? Für Hans Rusinek keine Stimmung, die man hat oder eben nicht hat. Hoffnung ist eine Praxis. Der Optimist sagt, es wird großartig, lehnt euch zurück. Der Pessimist sagt, es wird furchtbar, da kann man nichts machen. Beide machen ihr Publikum passiv. Wer hofft, sagt etwas Drittes: Ich setze mich dafür ein, dass es besser sein könnte. Und der Ort, an dem sich diese Haltung entscheidet, ist für ihn die Arbeit.

                  Hans Rusinek ist Arbeitsforscher, Wirtschaftsethiker und Pracademic. Er forscht und lehrt an der Universität St. Gallen zur Transformation der Arbeit und ist Gastdozent für AI & Organisational Transformation an der ESMT Berlin. Nach seinem erfolgreichen Buch Work-Survive-Balance erscheint am 30. September sein neues Buch Reclaim Work. Für eine Arbeitswelt, die wieder Hoffnung macht. Drei Jahre Recherche, Interviews quer durch Branchen und Milieus, sechs Felder, in denen der Arbeitswelt die Hoffnung abhandenkommt: Leistung, Karriere, Macht, Denken, Demokratie und Abstand.

                  Die interessantere Frage ist, was Menschen die Hoffnung raubt.

                  Über Motivation wird viel geredet. Hans dreht die Blickrichtung um. Niemand beginnt seine Karriere als innerlich Gekündigter, viel zu viele werden im Lauf der Jahre dazu gemacht. Statt Plakate zu drucken, lohnt sich deshalb eine unbequemere Frage im Team: Was genau raubt uns hier eigentlich die Hoffnung, und wie bekommen wir das weg?

                  Zumutungen sind produktiv, solange sie zur Sprache kommen.

                  Eine Sinnkrise ist unangenehm und trotzdem der Ausgangspunkt jeder Verbesserung. Gefährlich wird es erst, wenn die Zumutung stumm bleibt und in Entfremdung kippt. Dazu kommt die Beta-Zone, ein Bild von Krogerus und Tschäppeler: In der Alpha-Zone läuft alles, in der Gamma-Zone läuft es so schlecht, dass sich etwas ändern muss. Dazwischen ist es schlecht, aber eben nicht schlecht genug. Genau dort stehen viele Organisationen. Und richten sich ein.

                  Die KI-Debatte lenkt vom eigentlichen Thema ab.

                  Wir waren beeindruckt davon, wie schlau die KI ist. Beeindruckender wäre gewesen, wie reflexionsarm das war, womit sie uns beeindruckt hat. Hans kämpft für die MI, die menschliche Intelligenz, und für eine Praktik, die er wieder etablieren will: Gänsehaut. Das Ergriffensein, aus dem heraus wir uns überhaupt erst einen Begriff von etwas machen wollen. Seine Frage an Organisationen ist entsprechend unbequem und sehr präzise.

                  Worüber wir noch gesprochen haben:

                  • Dafka: Ein hebräisches Wort, das trotzdem und deshalb zugleich bedeutet
                  • Possibilismus: Wie sich Muster im Hier und Jetzt brechen lassen
                  • Vorhof der Demokratie: Was acht Stunden Autokratie mit unserer Wahlentscheidung machen
                  • Sprache als Reparatursoftware: Warum ungesagte Probleme vernarben
                  • Umarmung und Totschlag: Zwei Erzählungen über Arbeit, die beide falsch sind
                  • Hans Rusinek denkt laut, in Bildern und quer durch die Disziplinen. Er holt Hannah Arendt, ein Eichhörnchen und einen Zoonosen-Experten an denselben Tisch, ohne dass es je beliebig wird. Sein Gegenentwurf zur Umarmungserzählung und zur Totschlagserzählung ist unsentimental: Arbeit macht nicht immer Spaß, aber sie ist der Ort, an dem wir aus existenziellen Bedrohungen lösbare Probleme machen können. Ein Must-Hear für alle, die spüren, dass in ihrer Organisation etwas fehlt, und noch kein Wort dafür haben.

                    Interview: Jule Jankowski

                    Weiterführende Links:
                    ➡️ Hans Rusinek
                    ➡️ Publikationen und Vorträge

                    Werbehinweis:

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                  Female Leadership Podcast by Vera Strauch, Dear Monday

                  Female Leadership Podcast

                  8 Listeners

                  WirtschaftsWoche Chefgespräch by Beat Balzli

                  WirtschaftsWoche Chefgespräch

                  3 Listeners

                  Smarter leben by DER SPIEGEL

                  Smarter leben

                  52 Listeners

                  Die Boss - Macht ist weiblich by Stern / RTL+

                  Die Boss - Macht ist weiblich

                  3 Listeners

                  Lead Forward by Harvard Business manager

                  Lead Forward

                  2 Listeners

                  Lanz + Precht by ZDF, Markus Lanz & Richard David Precht

                  Lanz + Precht

                  313 Listeners

                  FAST & CURIOUS by Lea-Sophie Cramer, Verena Pausder

                  FAST & CURIOUS

                  15 Listeners

                  Der KI-Podcast by ARD

                  Der KI-Podcast

                  20 Listeners

                  AUF & UP by Chris Surel

                  AUF & UP

                  3 Listeners