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International episodes

  • Aung San Suu Kyi: Eine Ikone wird vom Sockel gehoben
    Aung San Suu Kyi war der Darling des Westens und die Hoffnungsträgerin in Burma. Doch zwei Jahre nachdem sie und ihre Partei die Macht im Land übernommen haben, ist der Lack abgeblättert. Die Wirtschaft wächst nur langsam, die vielen ethnischen Konflikte wurden nicht befriedet. Suu Kyi hat keine Versöhnung gebracht; versöhnt hat sie sich nur mit der Armee.
    Ende 2015 erklangen neue Töne in ganz Burma, oder Myanmar, wie es heute auch heisst: Es war der Song der Nationalen Liga für Demokratie, Aung San Suu Kyis Partei, der Hoffnung auf Veränderung in die hintersten Winkel des Landes trug. Das Volk hatte genug gelitten im Schraubstock der Militärjunta und setzte auf die Wahlversprechen ihrer Demokratie-Ikone. Deren zwei grössten Verheissungen waren Wirtschaftswachstum und Befriedung der vielen ethnischen Konflikte. Zwei Jahre hat Suu Kyis nun Zeit gehabt, Burma in eine demokratische, friedliche und prosperierende Richtung zu lenken. Doch wieviel davon spüren die Menschen in ihrem Alltag? Erfüllt «die Lady» die hohen Erwartungen, die sie zu Hause und im Westen geschürt hat?
    Auf der Suche nach Antworten reist die Sendung «International» quer durchs Land und trifft auf harte Schicksale und Weggefährten der Politikerin. Sie zeigt, weshalb die wertvolle Jade nach wie vor dem Militär Reichtum, der Bevölkerung aber unendlich viel Leid bringt; weshalb der ethnische Hass auf Minderheiten nicht kleiner geworden, sondern nochmals massiv gewachsen ist. Unter den Augen der einst so hochgelobten Friedensnobelpreisträgerin verharrt Burma in den alten Machtstrukturen. Hatte sich die ganze Welt in Aung San Suu Kyi getäuscht, oder waren die Erwartungen schlicht zu hoch? Burmas Entwicklung sorgt für Enttäuschung.
    27 min
  • Tajo – trauriger Fluss im trockenen Land
    Der längste Fluss der iberischen Halbinsel, der Tajo, vermag die Stauseen am Oberlauf nicht mehr zu füllen und fliesst mit minimalem Pegel Richtung Portugal. Die Seen sind fast leer, weil sie seit Jahrzehnten Wasser an die Landwirtschaft im Süden abgeben und die Niederschläge nicht mehr reichen, um den sinkenden Wasserstand zu kompensieren. Der Tajo wird zum Symbol für die Trockenheit in Spanien.
    Von fünf Dürrejahren reden die einen in Spanien, vom Klimawandel die andern. Sicher ist, dass viele Flüsse in Spanien viel weniger Wasser führen als noch vor zehn oder fünfzehn Jahren. Sicher ist auch, dass viele Stauseen im Land auf sehr niedrigem, sogar auf Minimalpegel sind. Die spanische Landwirtschaft, im Süden oder in der Grossregion Castilla-La Mancha, braucht in so trockenen Zeiten noch mehr Wasser und belastet den Fluss so zusätzlich. Die Zuflüsse gleichen das teilweise wieder aus. Aber auch hier gibt es Probleme: Der Jarama, der bei Aranjuez in den Tajo mündet, ist stark verschmutzt. Er bringt Abwässer aus Madrid, die nicht ausreichend gereinigt wurden. Spanien braucht dringend eine neue Wasserpolitik, die auf diese veränderten Verhältnisse reagiert. Dieses Thema war zu lange zweitrangig.
    27 min
  • «Kambodscha – Pol Pots Erben rüsten zum letzten Gefecht»
    Nach 32 Jahren an der Macht müssen Kambodschas Kommunisten bei den kommenden Wahlen im Juli erstmals um ihre Mehrheit im Parlament fürchten. Vor allem junge Menschen lassen sich die dauernde Bevormundung nicht mehr gefallen. Doch die Regierung reagiert mit blanker Repression. Die wichtigste Oppositionspartei wurde verboten, ihr Führer verhaftet und kritische Medien werden kurzerhand geschlossen.
    25 min
  • Im Land der Pyramiden – exotisches Deutschland
    Am Rande des Südharz zwischen Leipzig und Göttingen gibt es Pyramiden, höher als in Ägypten. Es ist ein Landstrich, geprägt vom Bergbau und den Abraumhalden der Bergwerke. Das Mansfelder Land: Es ist ein schwarzes Loch, ein Energiezentrum deutscher Geschichte. Es ist ein Landstrich, den die rechtspopulistische AfD ideologisch zu vereinnahmen versucht, aus dem Bach und Luther stammen und in dem der sagenumworbene Kaiser Barbarossa der Sage nach schläft. Das Mansfelder Land ist Provinz mit grossartigen Menschen und universal gültigen Geschichten.
    29 min
  • Iran – die Früchte des Zorns
    Ende Dezember brachen in der iranischen Stadt Mashhad Proteste aus, die viele Städte im Land erfassten. Das Regime schien überrascht vom Aufstand der Armen. Unterdessen sind die Proteste erstickt, viele Demonstranten im Gefängnis. Für Journalisten sind keine Spuren mehr sichtbar - an der Oberfläche. Doch in den Köpfen der Menschen ist das Thema allgegenwärtig. Und Wut und Verzweiflung sind es auch. Drei Millionen Menschen hungern und ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze, sagt der Teheraner Oekonom Saeed Leylaz. Und die Sehnsucht nach mehr Freiheit ist ständig da. Immer mehr junge Leute sehen keinen anderen Ausweg mehr als das Exil, die Emigration.
    29 min
  • Der Nil – umkämpfte und bedrohte Lebensader
    Der Nil – der weltweit längste Fluss ist seit Jahrtausenden die Lebensader vieler Länder im östlichen Afrika. Um sein Wasser wird überall gekämpft, und wirtschaftlich spielt er nach wie vor eine grosse Rolle – ob in Äthiopien, Burundi oder Ägypten. Das gilt erst recht in Zeiten des Klimawandels. Die Trinkwasserreserven in Ostafrika, das gerade von extremer Dürre geplagt wird, sind bedroht. Der Sudan zum Beispiel wäre ohne den Nil weitgehend Wüste. Und in Ägypten, wo der Nil mehr als 90 Prozent der Wasserversorgung sicherstellt, werden Wasserreserven knapper. Fast alle Ägypterinnen Und Ägypter leben im Nil-Tal, Landwirtschaft wäre ohne diese Lebensader inmitten des Wüstenlandes undenkbar.
    Deshalb ist die Sorge vor dem Tag gross, an dem Äthiopien seinen neuen Riesenstaudamm in Betrieb nehmen will. Ägypten befürchtet, dass damit nicht mehr genügend Nilwasser ankommt und die fruchtbaren Ebenen entlang des Flusses vertrocknen.
    Eines ist klar: ohne den Nil könnte Äthiopien seine hochfliegenden Entwicklungspläne nicht umsetzen; Kenia, Uganda und die andern Anrainer-Staaten des Victoria-Sees, durch den der Nil fliesst, wären ärmer an Fischen und auch an Touristinnen und Touristen. Und so wird um das Wasser des Nils heftig gekämpft.
    26 min
  • Nichts wie weg aus Bosnien!
    Zehntausende wandern jedes Jahr aus Bosnien-Herzegowina aus. Sie haben die Hoffnung verloren, dass es ihnen eines Tages besser gehen wird. Arbeitsplätze sind rar und miserabel bezahlt. Die Politik wird beherrscht von einer korrupten Elite, die immer wieder Angst vor einem neuen Krieg schürt. Es gibt nicht viele junge Menschen in Bosnien, die es sich nicht schon überlegt haben auszuwandern. Vor den ausländischen Botschaften in Sarajevo stehen die Leute Schlange, um sich für eine Arbeits- und Aufenthaltsbewilligung zu bewerben. In den Medien ist das Problem der Abwanderung konstant präsent. Letztes Jahr sind schätzungsweise 40'000 ausgewandert, in den letzten vier Jahren waren es zusammen 150'000.
    In Bosnien-Herzegovina sind seit der Jahrtausendwende zehntausende Arbeitsplätze vernichtet worden. Der Grossteil der Industrie-Betriebe wurde durch korrupte Machenschaften bei der Privatisierung ruiniert. Anständig bezahlte Jobs gibt es fast nur beim Staat und in Betrieben, die von der Politik abhängen. Diese Stellen werden aber von den politischen Parteien gezielt an Günstlinge vergeben.
    Die Günstlingswirtschaft, Korruption und Arbeitslosigkeit sind drei der Gründe, wieso vor allem junge und gut ausgebildete Leute das Land verlassen. Genauso wichtig ist aber die politische Instabilität. Noch immer beherrschen jene Kreise die Politik, die im Bosnien-Krieg reich und mächtig wurden. Die Anführer der drei damaligen Kriegsgegner betreiben mit der Angst vor einem Rückfall in die Gewalt der 90er Jahre ein zynisches politisches Spiel.
    29 min
  • 22 Jahre Diktatur in Gambia - und nun?
    Bespitzelungen, Folter, Mord – mit diesen Methoden hielt sich Yahya Jammeh, der Präsident des westafrikanischen Landes, 22 Jahre an der Macht. Im Dezember 2016 wählten die Gambier ihren Diktator überraschend ab. Jetzt muss die neue Regierung den bankrotten Staat wieder auf Vordermann bringen. Die Wirtschaft ist am Boden, die Staatskasse geplündert – und Diktator Jammeh hat Gambia auch politisch und gesellschaftlich zugrunde gerichtet. Mit einem umfassenden Sicherheitsapparat liess er die Bevölkerung bespitzeln und verfolgen. Es gibt keine Statistik darüber, wieviele Menschen von Jammehs Schergen beiseite geräumt und ermordet wurden. Wer konnte, verliess denn das Land: Journalisten, Kulturschaffende, Oppositionspolitikerinnen, Juristen.
    Unter der neuen Regierung von Adama Barrow weht nun ein neuer Wind: Jammehs Kritiker sind zurückgekehrt, es herrscht Rede- und Pressefreiheit, und auch Kritik an der neuen Regierung ist erlaubt. Das ist schon viel. Doch die wirklich grossen Erfolge lassen noch auf sich warten: die Sanierung der Wirtschaft, die Schaffung von Arbeitsplätzen, die Verbesserung der Landwirtschaft, des Bildungsapparates und des Gesundheitswesens. Offen ist auch noch, wie die Opfer des Diktators entschädigt werden. Das ist viel Arbeit für die neue Regierung. Allerdings: Sie ist noch nicht einmal ein Jahr im Amt!
    36 min
  • Bio statt Pestizide – Indiens Landwirtschaft im Wandel
    Lange Zeit galt der massive Einsatz von Pestiziden in der indischen Landwirtschaft als Heilsversprechen. Mittlerweile hat ein Umdenken stattgefunden. Heute hat Indien die grösste Anzahl Bio-Bauern weltweit. Und in den Städten boomen die Bio-Läden. Das wichtigste Motiv der indischen Landwirtschaftspolitik war früher, die riesige Bevölkerung zu ernähren – egal mit welchen Mitteln. Bis sich in den 90er Jahren Zweifel auftaten. Und die Risiken von Kunstdünger und Pestiziden nach und nach bekannt wurden: von der Verschmutzung der Umwelt bis hin zur Belastung der Menschen. Zur Ernährungssicherheit kamen die Ziele Gesundheit und Nahrhaftigkeit hinzu. Der hindu-nationalistische Premierminister Narendra Modi fördert den Bio-Landbau aktiv – als Teil seiner national-konservativen Politik.
    In Städten wie der IT-Metropole Bangalore gibt es in manchen Quartieren eigentliche Bio-Supermärkte. Viele Menschen setzen auf Bio-Nahrung für die Gesundheit, andere sind besessen vom Wunsch nach einem gesunden Lifestyle. Und während Bauern in manchen entlegenen Regionen noch bis vor kurzem als rückständig galten, weil sie keine Pestizide verwendeten, setzen sie die absolute Unberührtheit ihrer Böden heute als Standortvorteil ein und verkaufen ihre Früchte zu Premium-Preisen. Ein Problem ist allerdings die Frage, wie Bio-Produkte in einem riesigen Land mit schlechten Strassen wie Indien vom Bauern zur Konsumentin gelangen.
    29 min
  • Korsikas Nationalisten wollen mehr Autonomie
    In Korsika beginnt eine neue politische Epoche. Die Nationalisten wollen die Insel gesellschaftlich erneuern, mit demokratischen Mitteln und ohne Gewalt. Sie fordern darum mehr Autonomie von Frankreich. Rückhalt finden sie vor allem bei der jungen Bevölkerung. Während Jahrzehnten dominierten ein paar wenige Familien-Clans die Politik Korsikas. Sie bedienten ihre eigene Klientel. Sie vergaben öffentliche Aufträge unter sich und profitierten persönlich vom Immobilien-Boom für Zweitwohnung.
    Ab 2014 begann dieses System zu zerfallen. Bei den Wahlen im letzten Dezember gewannen sie die absolute Mehrheit der Sitze im neuen Regionalparlament. Noch vor ein paar Jahren wäre das undenkbar gewesen.
    Der schnelle Aufstieg der Nationalisten verdeckt lange Verhandlungen hinter den Kulissen. Der Präsident der Regionalregierung, Gilles Simeoni, verkörpert diesen Wandel der Nationalisten. Der frühere Strafverteidiger prominenter Nationalisten, rang seinem Bündnis das Versprechen ab, den gewaltsamen Kampf für ein von Frankreich unabhängiges Korsika aufzugeben.
    Das ermöglichte es vielen Wählerinnen und Wählern in Korsika, ihre Stimme künftig den Nationalisten zu geben. Insbesondere die jungen Wählerinnen und Wähler koppeln den Aufstieg der Nationalisten an die Hoffnung auf eine bessere Zukunft.
    In den kommenden Jahren wollen die Nationalisten mit der französischen Regierung einen Autonomie-Status aushandeln, der ihnen mehr Selbstbestimmung geben soll.
    30 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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