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International episodes

  • Der Kampf ums Wasser in Marokkos Wüste
    Wasser ist in Marokko politisch ein heisses Thema. Im Süden des Landes protestieren viele Menschen seit Monaten, weil sie immer weniger Wasser bekommen. Alle brauchen Wasser: Es ist nicht nur Lebensgrundlage für die Menschen, sondern auch ein wichtiger Rohstoff für Wirtschaft und Stromindustrie. Marokkos Energiepolitik ist ein Musterbeispiel für klimafreundliche Energiepolitik. Die UNO hat dafür Marokkos staatliche Agentur für erneuerbare Energie, MASEN, mit dem Umweltpreis ausgezeichnet.
    Bis 2030 will das Land mehr als 50 Prozent des Energiebedarfs mit erneuerbarer Energie decken: Strom aus Sonnen und Windenergie.
    Im Süden des Landes entsteht in der Nähe der Wüstenstadt Ouarzazate das Solarkraftwerk Noor, der grösste Solarpark der Welt. Der erste Teil des Kraftwerks, ging anfangs 2016 ans Netz. Noor 1 hat eine Kapazität von 160 Megawatt. Eingesammelt wird das Licht von Parabolspiegeln, die sich automatisch nach der Sonne ausrichten. Im Laufe des neuen Jahres soll auch das vierte Kraftwerk den Betrieb aufnehmen. Geht es nach Plan, wird Noor im Endausbau auf einer Fläche von 30 Quadratkilometern jährlich mehr als 550 Megawatt Strom produzieren.
    Aber für die Produktion von Solarstrom braucht es nicht nur Sonne, sondern auch viel Wasser. Nicht nur für den Betrieb des Kühlturms, sondern auch für die Reinigung der Sonnensegel und der Parabolspiegel.
    Noor bezieht Wasser aus dem Mansour Eddahbi Stausee, dem Wasserschloss von Marokkos Süden. Gebaut wurde der Damm anfangs der 70er Jahre mit dem Ziel, das Draatal bis zur Wüstenstadt Zagora und die Oasen am Rande der Wüste gleichmässig mit Wasser versorgen. Ein Rohstoff, der in der Region am Rande der Sahara zunehmend knapp wird. Denn während die Niederschläge in den vergangenen Jahrzehnten abgenommen haben, hat der Wasserverbrauch durch Industrie, Landwirtschaft und Bevölkerung zugenommen.
    28 min
  • «Best of...»: Irland: Der Brexit teilt die Insel abermals
    Die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland hat sich seit den 90er-Jahren praktisch aufgelöst. Wirtschaft und Menschen sind zusammengewachsen. Der Brexit wird sie jetzt aber wieder auseinanderreissen. Was sind die Folgen? Eine Spurensuche entlang der Grenze. Sharon Treacey-Dunne hat Tausende von Jugendlichen aus dem Norden und Süden Irlands zusammengebracht. Ihr Friedensprojekt riss geistige Mauern nieder, indem es die jungen Leute in Orchestern und Chören vereinigte. Sie fürchtet sich davor, dass der Brexit ihr Lebenswerk wieder zunichte macht und die Spannung im nord-irischen Konflikt erneut anheizt.
    Paddy Hughes produziert Tierfutter. Wenn er heute eine Ladung seiner Produkte nach Deutschland verfrachtet, besteht der einzige administrative Aufwand darin, die Packliste auszudrucken. Wenn er eine Ladung nach Nahost verschickt, kostet ihn der Papierkram dagegen 1500 Pfund und benötigt drei Wochen. Mit dem Brexit könnten Lieferungen in die EU gleich schwierig werden wie nach Übersee. Grössere Firmen in der Gegend seien deshalb schon daran, ihren Standort von Nordirland in den Süden zu verlagern, sagt Hughes.
    Wiederholung der Sendung vom 30. September 2017
    29 min
  • Best of: Leben im Sumpfgebiet - Sibiriens Permafrost taut auf
    In Sibirien sind mehr als Zweidrittel des Bodens dauergefroren. Die Temperatur dieser Permafrost-Schicht war jahrhundertelang stabil. Doch mit der Klimaerwärmung taut der Tundra-Boden immer tiefer auf. Erdrutsche und Risse im Boden häufen sich – mit schlimmen Folgen. Die Häuser, sagen die Sibirjaken, beginnen zu wackeln. Wie überall in Permafrostgebieten, werden die Häuser auf Stahl – oder Betonpfeiler gebaut, damit der Dauerfrostboden kühl bleibt.
    Aber seit der Klimaerwärmung gibt es im Winter plötzlich ungewöhnliche Temperaturschwankungen: Das Eis taut auf, das Wasser fliesst den Pfeilern entlang tief in den Boden. Und wenn es wieder gefriert, werden die Pfeiler aus dem Boden gedrückt, weil Eis voluminöser ist als Wasser.
    Auch die Strassen sind instabil und brüchiger geworden. Wegen der riesigen Distanzen zwischen den sibirischen Städten und Dörfern sind die Strassen Lebensadern für die BewohnerInnen der Tundra.
    Für das Ökosystem hat das Auftauen des Permafrosts ebenfalls Folgen, ganze Landschaften verändern sich.
    «Wir können jetzt hier ganz genau beobachten, wie die viele Pflanzen- und Tierarten nach Norden wandern. Es gibt plötzlich mehr Polarfüchse. Weil der Boden weicher wird, können sie auch hier in der Tundra ihre Höhlen graben», sagt Anton Sinitskij, Leiter des arktischen Zentrums in der Salechard, der Gebietshauptstadt im sibirischen Nordwesten.
    Und die Taiga mit ihren typischen sibirischen Zedern und Lärchen rückt nordwärts und beginnt sich mit der Tundra zu vermischen: Plötzlich wachsen hier Bäume, und es nisten Vogelarten, die es im hohen Norden bisher nicht gab.
    (Wiederholung der Sendung vom 14.10.2017)
    29 min
  • «Paz» - umkämpfter Friedenstraum in Kolumbien
    Kolumbien ist weit davon entfernt, Frieden zu schaffen. Zwar hat die FARC, die älteste Guerilla Lateinamerikas, nach 52 Jahren Krieg alle ihre Waffen abgegeben. Aber andere bewaffnete Gruppen sind auf dem Vormarsch. Sie terrorisieren die Menschen in entlegenen Gebieten und forcieren ihre illegalen «Geschäftszweige»: Kokainproduktion und Schmuggel, den nicht genehmigten Bergbau oder Schutzgeld-Erpressung.
    Die linke Guerilla ELN, rechte paramilitärische Milizen und Mörderbanden des organisierten Verbrechens bekämpfen sich heftiger als vor dem Friedensvertrag zwischen Regierung und FARC. Unter «paz», Frieden, verstehen die verschiedenen Interessensgruppen alle etwas anderes: Städter und Campesinos, Oberschicht und Marginalisierte, Ex-FARC-Kämpfer und Opfer, Regierung und Opposition. Der freie Journalist Michael Castritius war bei den Menschen im Kriegsgebiet. Bauern, Vertriebene, Indigene und Afro-Kolumbianer sind immer wieder Opfer der bewaffneten Auseinandersetzungen.
    30 min
  • Wie einst im Wilden Westen – Kampf um Landrechte in den USA
    Naturschutzgebiete gehören zu den grossen Schätzen der USA. Land, das vor intensiver Nutzung geschützt ist. Für Barack Obama waren sie ein wichtiger Teil der Umweltpolitik. Er hat mehr solche Parks geschaffen, als jeder seiner Vorgänger. Nachfolger Donald Trump will auch hier eine Kehrtwende.Bears Ears im Süden Utahs ist ein besonderes Stück Land: Für die Ureinwohner ist es Heiliger Boden mit Tausenden von archäologischen Grabungsstätten. Für die Industrie ein potentieller Standort für die Förderung von Bodenschätzen. Vor einem Jahr hat Präsident Barack Obama Bears Ears zum «National Monument» erklärt. Ein Gebiet etwa so gross wie der Kanton Bern wurde damit der intensiven Nutzung durch Landwirtschaft und Industrie entzogen. Sehr zum Missfallen von Farmern und führenden Politikern der Republikaner.Präsident Donald Trump hat ihre Wünsche erhört: Er will Obamas Entscheid revidieren und den Schutz für den grössten Teil von Bears Ears wieder aufheben. Ebenfalls zurückstufen will er das 7600 Quadratkilometer grosse «National Monument» Grand Staircase-Escalante, das ebenfalls im Staate Utah liegt.Und dies ist erst der Anfang – im Frühling hat Donald Trump angeordnet, dass 27 von bisher 129 nationalen Schutzgebieten überprüft werden.«Bears Ears» ist ein besonders umstrittener Fall, weil dort die Interessen weisser Siedler mit der Kultur indianischer Ureinwohner aufeinanderprallen.Ein Kampf ums Land fast wie vor 150 Jahren.
    29 min
  • Die Karibik – dem Klimawandel ausgeliefert
    Zwei Monate nach den Monsterstürmen ist die Reise in die Karibik eine Reise ins Katastrophengebiet. Die Verwüstungen sind immer noch gross und die Tourismusindustrie liegt vielerorts am Boden. Die Natur erholt sich rasch, aber den Menschen wird klar: Sie sind dem Klimawandel schutzlos ausgeliefert.Besonders schwer sind die Verwüstungen auf den Inseln Antigua und Barbuda. Dort sind die Menschen auf sich allein gestellt und wissen nicht, womit sie sichere Häuser bauen sollen. Im niederländischen Überseegebiet Sint Maarten wird den Geschäftsleuten schmerzlich bewusst, dass sie noch lange warten müssen, bis die Touristen zurückkehren, von denen sie abhängen. Und im US-Freistaat Puerto Rico warten die Menschen immer noch darauf, dass es wieder Strom gibt. Viele möchten Puerto Rico in Richtung Festland verlassen.Den Menschen ist klargeworden, dass sie auf ihren kleinen Inseln den Klimawandel besonders stark zu spüren kriegen. Die Stürme werden immer heftiger, die steigenden Meerestemperaturen bringen ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht. Die jüngsten Stürme waren ein Warnsignal, denn das karibische Inselparadies droht verlorenzugehen.
    26 min
  • Thessaloniki - die Krise schwelt weiter
    Seit 10 Jahren schon steckt Griechenland in der Krise. Vor zwei Jahren schlitterte des Land sogar knapp am finanziellen Kollaps vorbei. Seither haben die Regierung von Alexis Tsipras und sein Linksbündnis Syriza Reformen versprochen.Die Geldgeber stellten im Gegenzug weitere Milliarden zur Verfügung. Und so ist es etwas ruhiger geworden um Griechenland. Doch die die Krise ist noch längst nicht überwunden: Armut und Arbeitslosigkeit sind noch immer weit verbreitet – auch in Thessaloniki, der zweitgrössten Stadt des Landes.Es gehe zwar nicht mehr abwärts, sagen dort viele, aber auch nicht aufwärts. Die Lage bleibe auf sehr tiefem Niveau stabil.Das heisst vor allem für die junge Generation nichts Gutes. Rund die Hälfte der Jungen schafft es nicht mehr, in den Arbeitsprozess zu gelangen. Und wer arbeitet, erhält meist einen sehr tiefen Lohn, der zum selbständigen Leben nicht reicht. Betroffen davon ist auch die griechische Mittelschicht.Die wenigen Firmen, die neue Arbeitsplätze schaffen, florieren meist nur deswegen, weil sie im Ausland tätig sind und vor allem dort ihr Geld verdienen. Aber auch die hohen Steuern und die lähmende Bürokratie treiben viele Unternehmer ins Ausland. Die Zeichen der Krise sind noch immer allgegenwärtig.
    29 min
  • Rumäniens leidenschaftliche Ungaren
    Sie leben mitten in Rumänien, doch die Szekler verstehen sich als Ungaren. Seit 100 Jahren würden sie unterdrückt und vom rumänischen Staat um ihre Rechte geprellt, klagen sie und fordern Autonomie. Die rumänische Mehrheit hingegen hält den ungarischen Nationalismus im eigenen Land für eine Gefahr.Siebenbürgen oder Transsilvanien ist ein uralter Schmelztiegel. Seit Jahrhunderten spricht man in der Region im südöstlichen Knie der Karpaten Ungarisch, Rumänisch und Deutsch. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde das zuvor zu Ungarn gehörige Gebiet Rumänien zugeschlagen, den deutschen und ungarischen Minderheiten wurden weitgehende Rechte zugesichert. Doch diese existieren zum Teil bis heute nur auf dem Papier. Die Sendung «International» reist ins Szeklerland, jene Gegend Siebenbürgens, in welcher mehrheitlich Ungaren wohnen.Sie zeigt, warum die ungarische Bevölkerung sich unterdrückt fühlt und wie nationalistisch sie denkt. Zu Wort kommt aber auch die rumänische Seite. Denn auch sie fürchtet sich vor Unterdrückung, sollte das Szeklerland autonom werden. Dieser Minderheitenkonflikt wird nächstes Jahr wieder aufflammen, wenn der Staat feiert, dass Siebenbürgen seit 100 Jahren zu Rumänien gehört.
    29 min
  • Kroatien – das blockierte Land
    Für Touristen ist Kroatien ein Paradies, nicht aber für seine Bewohner. Kroatien produziert Probleme, aber keine Lösungen. Schwache Regierungen schieben Reformen vor sich her, schlechte Gesetze bringen die Bevölkerung in Not und ein Mega-Konkurs erschüttert das Land. Was ist los mit Kroatien?Schauplatz eins: Fast zehn Prozent der kroatischen Bevölkerung sind blockiert, d.h. sie haben keinen Zugang mehr zum eigenen Bankkonto. Ihr Einkommen wird teilweise, in Extremfällen sogar vollständig gepfändet, auch wenn es unter dem Existenzminimum liegt. Grund dafür ist ein missratenes Betreibungsgesetz. Unzählige Leute leben in Not und verlieren oft ihr Dach über dem Kopf.Schauplatz zwei: Kroatiens Schüler stehen im internationalen Vergleich schlecht da. Das Land braucht eine grundlegende Bildungsreform. Das bestreitet niemand. Ein Expertenteam hat darum einen detaillierten Vorschlag ausgearbeitet. Mit Grossdemonstrationen hat die Bevölkerung zweimal das Projekt unterstützt. Trotzdem haben Kreise, die sich vor jeder Art Modernisierung fürchten, die Bildungsreform blockiert.Schauplatz drei: Die Supermarkt-Kette Konzum, ist das Kernstück des Agrokor-Konzerns. Und Agrokor mit all seinen Unternehmen im Nahrungsmittel und Landwirtschaftsbereich das Rückgrat der kroatischen Wirtschaft. Zehntausende Existenzen hängen direkt oder indirekt ab von Agrokor. Der Mann aber, der den Konzern gross gemacht hat, stürzte ihn auch in den Schuldenstrudel. Die Kontrollorgane haben versagt – ein Beispiel für den Filz zwischen Politik und Wirtschaft.Der Historiker Hrvoje Klasic sieht Kroatien ohne Kurs und ohne Kompass. Dem Land fehle ein Projekt für die Zukunft, es sei gefangen in Vergangenheit und Nationalismus.
    29 min
  • Ägypten: Aufschwung für wen?
    Vor einem Jahr hat Ägypten den Wechselkurs freigegeben. Die Landeswährung, das Pfund, verlor gegenüber dem Dollar die Hälfte ihres Wertes. Einschneidende Wirtschaftsreformen sollen den Staatshaushalt sanieren und das Land aus seiner schweren Krise führen.Präsident Sissi entwirft schon das Bild eines völlig neuen Ägyptens, mit Ausstrahlung über die Region hinaus. Das Regime hat pharaonische Infrastrukturprojekte lanciert, lässt Schnellstrassen bauen, neue Flughäfen, ganze Städte in der Wüste. Im Hintergrund zieht die Armee die Fäden.Augenschein ein Jahr danach: Es fliessen tatsächlich wieder Devisen ins bevölkerungsreichste arabische Land. Die Investoren wollen an den Aufschwung glauben. Und die Politiker aus diversen Ländern kommen mit ihren Wirtschaftsdelegationen nach Kairo, unterschreiben Absichtserklärungen und Investitionsverträge. Nur bei der Bevölkerung ist der Optimismus nicht angekommen. Die Preise sind explodiert. Die Reformen haben Millionen mehr in die Armut gestossen. Die Menschen wirken müde. Und das Regime argumentiert - angesichts äusserer und innerer Bedrohungen - mit einem politischen «Sonderweg», der die Gängelung der Medien und die Unterdrückung jeder Kritik rechtfertige. Die Repression übertrifft jene unter Langzeitautokrat Mubarak noch.
    27 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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