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International episodes

  • Agadez – Drehscheibe der Migration und Vorposten der EU
    Agadez, die sagenumwobene Stadt am Südrand der Sahara, ist zur Drehscheibe der Migration geworden. Nun aber verfolgt die Regierung von Niger den Transport der Migranten als illegalen Menschenhandel - auf Druck auch der EU, die die AfrikanerInnen so von Europa fernhalten will. Mit massiven Folgen.Die «Passeurs», wie sie sich selber nennen, werden nun zu Menschenhändlern, die mit bis zu 30 Jahren Gefängnis bestraft werden können. Viele Schlepper haben daher ihrem jahrelangen Business den Rücken gekehrt und sind seit einem Jahr arbeitslos. Und total frustriert. Die EU habe ihnen im Gegenzug Alternativen in Aussicht gestellt, monieren sie, Angebote für neue Jobs etwa oder Umschulungen. Aber nicht nur die einstigen Schlepper leiden unter dem neuen, harten Vorgehen der Regierung, auch Chauffeure, Wasserverkäufer und ganz viele lokale Kleinhändler, die den MigrantInnen Essen und eine Unterkunft verkaufen konnten, haben ihr Einkommen verloren.Die MigrantInnen sind wohl weniger geworden, aber noch immer wollen viele junge Westafrikaner nach Norden, koste es, was es wolle. Im wahrsten Sinn des Wortes: Weil ihr Transport nun illegal ist, werden sie bei Nacht und Nebel auf unbekannten Routen durch die Wüste gekarrt. Weit weg von Dörfern und Polizeikontroll-Posten. Wer da an Banditen gerät oder eine Auto-Panne hat, kann nur mit Glück gefunden – und gerettet - werden.
    28 min
  • Für Putin und die Kommunisten – Leben im sibirischen Dorf
    Beim grössten Teil der ländlichen Bevölkerung geniesst Russlands Präsident Putin hohes Ansehen. Ganz anders die lokalen Behörden. Im sibirischen Dorf Aremsjani zum Beispiel wehrt sich fast das ganze Dorf gegen ein Vorhaben der Mächtigen, beim Dorf eine Fabrik zu bauen.Aremsjani ist ein 700-Seelen-Dorf am Irtysch-Fluss – mitten in Sibirien. Auf der einen Seite des Flusses leben die Russinnen und Russen, auf der andern die Tataren, die sich dort vor 500 Jahren angesiedelt haben. Die meisten leben in bescheidenen Holzhäuschen, viele haben noch immer keinen Gasanschluss oder fliessendes Wasser. Nun ist das kleine Dorf quasi über Nacht berühmt geworden: Gemeinsam wehren sie sich gegen den Bau einer riesigen Sperrholz- und Zellulosefabrik, die in ihrem Dorf am Flussufer gebaut werden soll. Niemand hat mit diesem beharrlichen Widerstand gerechnet, schon gar nicht die lokalen Politiker, die mehrheitlich der Regierungspartei Einiges Russland angehören. Die Leute im Dorf fühlen sich übergangen, weil sie aus dem Internet erfahren haben, dass ein solches Monster-Projekt geplant ist. Sie glauben nicht, dass das Dorf davon einen Nutzen haben könnte: Seit Jahren foutiere sich die lokale Machtelite um die Probleme im Dorf. Auch deshalb wählt man in Aremsjani die Kommunisten und hofft auf Präsident Putin, auf den die Dorfbevölkerung grosse Stücke hält.
    25 min
  • Leben im Sumpfgebiet - Sibiriens Permafrost taut auf
    In Sibirien sind mehr als Zweidrittel des Bodens dauergefroren. Die Temperatur dieser Permafrost-Schicht war jahrhundertelang stabil. Doch mit der Klimaerwärmung taut der Tundra-Boden immer tiefer auf. Erdrutsche und Risse im Boden häufen sich – mit schlimmen Folgen.Die Häuser, sagen die Sibirjaken, beginnen zu wackeln. Wie überall in Permafrostgebieten, werden die Häuser auf Stahl – oder Betonpfeiler gebaut, damit der Dauerfrostboden kühl bleibt.Aber seit der Klimaerwärmung gibt es im Winter plötzlich ungewöhnliche Temperaturschwankungen: Das Eis taut auf, das Wasser fliesst den Pfeilern entlang tief in den Boden. Und wenn es wieder gefriert, werden die Pfeiler aus dem Boden gedrückt, weil Eis voluminöser ist als Wasser.Auch die Strassen sind instabil und brüchiger geworden. Wegen der riesigen Distanzen zwischen den sibirischen Städten und Dörfern sind die Strassen Lebensadern für die BewohnerInnen der Tundra.Für das Ökosystem hat das Auftauen des Permafrosts ebenfalls Folgen, ganze Landschaften verändern sich.«Wir können jetzt hier ganz genau beobachten, wie die viele Pflanzen- und Tierarten nach Norden wandern. Es gibt plötzlich mehr Polarfüchse. Weil der Boden weicher wird, können sie auch hier in der Tundra ihre Höhlen graben», sagt Anton Sinitskij, Leiter des arktischen Zentrums in der Salechard, der Gebietshauptstadt im sibirischen Nordwesten.Und die Taiga mit ihren typischen sibirischen Zedern und Lärchen rückt nordwärts und beginnt sich mit der Tundra zu vermischen: Plötzlich wachsen hier Bäume, und es nisten Vogelarten, die es im hohen Norden bisher nicht gab.
    29 min
  • «Arbeitslose und die Parteien – Österreich vor der Wahl»
    Als diesen Januar die Arbeitslosigkeit in Österreich auf fast 11% stieg, läuteten in den Parteizentralen die Alarmglocken. Die Linke forderte ein Konjunkturprogramm, die Bürgerlichen Steuererleichterungen für die Unternehmen und die Rechte eine Teilabschottung des Arbeitsmarktes.Doch eine gelähmte Koalitionsregierung, die EU-Personenfreizügigkeit und die Maastrichter-Kriterien standen all diesen Plänen im Wege.Jetzt sind Wahlen, aber das Thema ist aus Schlagzeilen und den Wahlprogrammen verschwunden. Die Parteien kochen die sogenannte «Flüchtlingskrise» hoch, übertreffen sich mit immer schärferen Massnahmen gegen Asylsuchende, warnen vor einer Islamisierung Österreichs oder übertreiben die Ausländerkriminalität. Doch die Arbeitslosen sind noch immer da, und das Land erwartet eigentlich von der Politik Lösungen. Im September waren noch immer knapp 400'000 Österreicherinnen und Österreicher arbeitslos, dies in der «besten Zeit» des Jahres, wo Schulabgänger eine Lehrstelle gefunden haben, der Tourismus noch blüht und auf dem Bau Hochbetrieb herrscht. Und der nächste Winter kommt bestimmt. Daran ändern auch die Wahlen nichts.
    28 min
  • Irland: Der Brexit teilt die Insel abermals
    Die Grenze zwischen der Republik Irland und dem britischen Nordirland hat sich seit den 90er-Jahren praktisch aufgelöst. Wirtschaft und Menschen sind zusammengewachsen. Der Brexit wird sie jetzt aber wieder auseinanderreissen. Was sind die Folgen? Eine Spurensuche entlang der Grenze.Sharon Treacey-Dunne hat Tausende von Jugendlichen aus dem Norden und Süden Irlands zusammengebracht. Ihr Friedensprojekt riss geistige Mauern nieder, indem es die jungen Leute in Orchestern und Chören vereinigte. Sie fürchtet sich davor, dass der Brexit ihr Lebenswerk wieder zunichte macht und die Spannung im nord-irischen Konflikt erneut anheizt.Paddy Hughes produziert Tierfutter. Wenn er heute eine Ladung seiner Produkte nach Deutschland verfrachtet, besteht der einzige administrative Aufwand darin, die Packliste auszudrucken. Wenn er eine Ladung nach Nahost verschickt, kostet ihn der Papierkram dagegen 1500 Pfund und benötigt drei Wochen. Mit dem Brexit könnten Lieferungen in die EU gleich schwierig werden wie nach Übersee. Grössere Firmen in der Gegend seien deshalb schon daran, ihren Standort von Nordirland in den Süden zu verlagern, sagt Hughes.Der irische Bauer Cathal Reilly fürchtet sich seinerseits vor dem Brexit, weil ihn eine neue Grenze und Zölle vom britischen Markt abschneiden könnten. Seine Pilze müssen in den britischen Supermärkten ankommen, solange sie noch frisch sind. Irische Bauern liefern 50 Prozent der frischen Pilze, die in Grossbritannien konsumiert werden.All diese Probleme hätten die Wähler in Grossbritannien während des Brexit-Referendums überhaupt nicht bedacht. John Bruton, der ehemalige irische Regierungschef, geht mit der britischen Politik hart ins Gericht.
    29 min
  • Wirtschaftswunder Vietnam – mit fatalen Folgen
    Vietnam gilt zurzeit als asiatisches Vorzeigeland – zumindest am Wirtschaftswachstum gemessen. Die Industrie schätzt Vietnam als billigen Standort für die Produktion. Doch der Aufschwung hat auch einen hohen Preis für die Umwelt. Kritik daran ist im totalitären Vietnam unerwünscht.Vietnam hat sich während der vergangenen zwei Jahrzehnte radikal gewandelt. Die Wirtschaft blüht und wächst rasant. Schuh- und Kleiderproduzenten haben Vietnam als billigen Produktionsort für sich entdeckt. Autohersteller wie Honda und Toyota, sowie Elektronikhersteller sind ebenfalls in Vietnam angekommen und produzieren für den heimischen Markt und den Export. Auch der Tourismus boomt und Jungunternehmer versuchen ihr Glück auf dem digitalen Mark.Wirtschaftspolitisch hat sich die Sozialistische Republik Vietnam vom Sozialismus abgewandt. Die Devise «Wachstum zu jedem Preis» hat jedoch auch ihre Schattenseiten. Umweltbestimmungen werden kaum beachtet, Korruption ist endemisch. Vor einem Jahr führte das zum grössten Umweltskandal in der jüngsten Geschichte des Landes. Der taiwanesische Stahlproduzent Formosa Ha Tinh Steel leitete hoch giftige Abwasser ins Meer. Dies führte nicht nur zu einem Massensterben von Fischen, auch die Lebensgrundlage von Hunderttausenden Menschen wurde zerstört. Doch Proteste lässt die Regierung niederprügeln.
    28 min
  • Sufismus in Südasien – das sanfte Gesicht des Islam ändert sich
    Sie tanzen sich in Trance, rauchen Haschisch und singen. Sie predigen von Gleichheit und von Liebe. Und sie waren und sind erfolgreich auf dem indischen Subkontinent, wo das Kastenwesen die Ärmsten unten hält und die Oberen oben.In Pakistan, Indien, aber auch in Afghanistan wurden die Sufisten, die Anhänger dieses sanften Islam, zur Konkurrenz von anderen herrschenden Religionen. Mit Musik, Poesie, Meditation und Heiligenverehrung bekehrten die Angehörigen von Sufi-Orden in Südasien Millionen aus den niederen Kasten und verbreiteten diese spirituelle Strömung des Islam schon vor rund 1000 Jahren nachhaltig. Doch der Sufismus, der immer auch religiöse Brücken zu anderen Religionen schlug, ändert sich.Islamistische «Hardliner» bezeichnen Sufisten heute als Ungläubige und schrecken auch nicht vor Terroranschlägen auf Verehrer von Sufi-Schreinen zurück. Und die Taliban berufen sich gar auf Sufi-Lehren, wollen aber deren «unislamische» Verirrungen mit ihrem «wahren» Islam gewaltsam korrigieren. Dabei steht der Sufismus eigentlich für einen toleranten Islam.Eine Reise durch Pakistan und Indien auf den Spuren der vielfältigen Ausprägungen des Sufismus.
    26 min
  • Brasilien steht sich selbst im Weg
    Brasilien hat die letzte Fussball WM und die letzten Olympischen Spiele ausgerichtet. Volk und Regierung sahen das als Anerkennung der Fortschritte auf Brasiliens Weg in die Liga der wohlhabenden und bedeutenden Länder. Aber der Traum vom Aufstieg ist jäh geplatzt. Grund: Pfusch und Korruption.Nach dem grossen Fest kommt der Kater. Brasilien hat für die Olympischen Spiele und für die Fussball WM keine Anstrengung gescheut. Das Land hat riesige Bauprojekte in Angriff genommen, aber früh hat es interne Kritiker gegeben, die daran erinnerten, das Land hätte anderes nötig, Schulen, Spitäler wären wichtiger als neue Fussballstadien. Ihre Warnungen verhallten ungehört.Brasilien hat für die Fussball WM sogar noch mehr Stadien gebaut, als die FIFA verlangte. Und das nicht wirklich dem Sport zuliebe, sondern weil gierige Politiker und Unternehmer das grosse Geschäft witterten. Unsummen an Korruptionsgeldern wurden über den Tisch geschoben. Wer irgend konnte, versuchte zu seinem Fett zu kommen. Die Bauten waren oft von miserabler Qualität, viele Projekte verfallen bereits wieder, Stadien stehen leer.Langsam beginnt man in Brasilien, den Trümmerhaufen und den Morast zu sehen. Die Bevölkerung erkennt, in welchem Umfang sie betrogen wurde. Und auch den Tätern dämmert wohl, dass sie sehr viel zu weit gegangen sind. Zahllose Ermittlungen sind im Gang. Die Justiz ist entschlossen, die Korrupten hinter Gitter zu bringen. Immerhin, ein Novum für Brasilien.
    28 min
  • Nordkorea und die USA – brandgefährliche Provokationen
    Der konfrontative Kurs von Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un und US-Präsident Donald Trump im Atomwaffenkonflikt verunsichert. Ebenso die jüngsten nordkoreanischen Raketentests und die US-Militärmanöver mit Südkorea. Das Verhältnis zwischen den USA und Nordkorea ist äusserst gespannt.Besonders, seit der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un gedroht hat, Raketen in die pazifischen Gewässer um die Insel Guam im Pazifik abzufeuern. Von da an drehte sich die Spirale: US-Präsident Donald Trump antwortete in ähnlich scharfem Ton, und diese Woche feuerte Nordkorea erstmals unangekündigt eine Rakete über Japan ab – trotz schärferen Wirtschaftssanktionen.Hintergrund des Konflikts ist das nordkoreanische Atomprogramm, das mittlerweile die USA direkt zu bedrohen scheint. Aber auch die Machthaber in Pjöngjang bangen um ihr Überleben. Woher rühren die Spannungen? Wohin können sie führen? Und wie könnte der Konflikt gelöst werden?
    29 min
  • Parmesan «Made in Russia». Der Boom der russischen Landwirtschaft
    Über die Mangelwirtschaft in der Sowjetunion gab es unzählige Witze, dramatischer waren jedoch die wiederkehrenden Zeiten von Nahrungsmittel-Knappheit im Riesenreich. Inzwischen ist Russland wieder eine Agrar-Grossmacht.Der Export von Getreide erreicht Rekordstände – kein Land verkauft mehr Weizen auf dem Weltmarkt als Russland. Und wegen der Sanktionen, die der Kreml gegen den Westen erlassen hat, gibt es inzwischen Gänseleber, Parmesan und edlen Salami «Made in Russia». Lebensmittel aus heimischer Produktion ersetzen das, was früher importiert wurde.Einfach haben es die russischen Bauern trotzdem nicht. Im fruchtbaren Süden Russlands gibt es unzählige Konflikte ums Land: Agro-Multis versuchen mit Hilfe korrupter Behörden, den Kleinbauern die Äcker wegzunehmen. Im Norden des Landes wachsen die Felder derweil zu – und wer hier noch bauert, klagt über erdrückende staatliche Regulierung.
    28 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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