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International episodes

  • Verschleppt, versklavt, missbraucht: Jesidinnen als Opfer des IS
    Im August 2014 überrannten IS-Kämpfer Dörfer von Jesiden im Nordirak. Sie töteten die Männer, verschleppten Kinder und Frauen. Auch die 17jährige Schirin wurde versklavt und verkauft. Nach monatelangen Peinigungen konnte Shirin fliehen. Nun versucht sie, in Deutschland ihr Trauma zu überwinden.Die UNO spricht von einem Genozid, weil der sogenannte «Islamische Staat» systematisch versucht, die religiöse Minderheit der Jesiden zu zerstören. 7000 Jesiden sind durch die radikalen Islamisten des IS getötet worden, vorab Männer, Tausende wurden entführt. Kleine Buben wurden zu Kindersoldaten ausgebildet, Mädchen und junge Frauen als Sexsklavinnen missbraucht.Noch immer sind 3500 jesidische Frauen und Mädchen in den Händen des IS, ganze Familien sind verschollen. Diejenigen, die fliehen konnten, sind schwer traumatisiert ob all der Gräuel, die sie gesehen oder selber erlebt haben: Angehörige, die geköpft wurden, Väter, die erschossen wurden, Babies, die vor den Augen ihrer Mütter zu Tode gequält wurden.Gut tausend der am schlimmsten traumatisierten Frauen und Kinder werden nun in Deutschland stabilisiert und psychologisch betreut - dank einer einzigartigen Hilfsaktion, die Baden-Württemberg ermöglicht hat.
    26 min
  • Frankreichs Jugend auf der Suche nach der Zukunft
    Die Jugendlichen in Frankreich sind unter Druck: Kaum eine Ausbildung ist noch Garantie für eine sichere Arbeitsstelle. Viele bleiben abhängig von Familie und Staat. Die Integration in die Gesellschaft wird zur Hauptsorge einer ganzen Generation, für die die Politik wenig Gehör hat.Die Jugendlichen haben in Frankreich einen schlechten Ruf, denn es geht in der Öffentlichkeit immer nur um jene, die Probleme machen. Um die ganz normalen Jugendlichen kümmert sich keiner. In der Politik sind sie kaum vertreten, ihre Anliegen müssen sie in Vereinen oder auf der Strasse verteidigen. Dabei stehen sie in unsicheren ökonomische und politischen Zeiten vor ganz besonderen Schwierigkeiten: Die Unternehmen bilden weniger Lehrlinge aus, sie stellen oft nur noch zu sehr prekären und temporären Bedingungen junge Arbeitnehmer ein. Auf dem französischen Arbeitsmarkt, der nur eine Generation absorbiert, bleiben die fixen Stellen den Erwachsenen vorbehalten. Nur wer mobil ist, kommt weiter. Doch viele Jugendliche gerade in ländlichen Gebieten, in kleinen und mittleren Städten, in denen sie sich langweilen, haben kaum Möglichkeiten, sich zu bewegen: sei es mangels öffentlichem Verkehr oder mangels «Mobilität im Kopf» – sie können und wollen nicht weg. Von Lothringen aus gäbe es genügend Stellen nur wenige Kilometer entfernt in Deutschland. Doch die Grenze ist für viele der schlecht ausgebildeten, arbeitslosen Nachkommen der ehemaligen Mineure im einstigen Kohlerevier unüberwindbar. Und so stösst in diesen ehemaligen Industriegebieten im Nordosten Frankreichs der Front National auf eine grosse Anhängerschaft - gerade unter der frustrierten jungen Generation. Und er selbst bietet als einzige Partei die Möglichkeit einer raschen Karriere für noch jugendliche Parteigänger.
    29 min
  • Iran - jeder Millimeter ist ein Schritt
    Auf den ersten Blick ist Donald Trump auch im Iran das grosse Thema. Was bedeutet er für das Land? Doch es zeigt sich, dass viele Iraner ihre Sicht eher nach innen richten: auf die Grenzen, die ihnen ihr eigenes Regime setzt und auf die Räume, die es auszuloten gilt, mit ganz kleinen Schritten.Zu sagen, was ist, kann im Iran gefährlich und bedrohlich sein. Doch das ist für viele Iranerinnen und Iraner, vor allem für Intellektuelle und Künstler, kein Grund zu schweigen. Beispiele sind der Schriftsteller Amir Hassan Cheheltan oder der Historiker Hossein Dehbashi.
    29 min
  • «Best of International»: Brexit – die Würfel sind gefallen
    Vor sechs Monaten hat das Vereinigte Königreich eine folgenschwere Entscheidung getroffen und für den Austritt aus der Europäischen Union gestimmt.Ein paar Wochen vor dem Brexit-Referendum hat Grossbritannien-Korrespondent Martin Alioth Engländer, Schottinnen, Waliserinnen und Nordiren nach ihren Gründen für oder gegen einen Brexit gefragt.Drei Monate nach der Abstimmung hat er nochmals denselben Ort aufgesucht: Welche Folgen hat das Ja zum Brexit für die Leute dort? Zu Wort kommen wie beim ersten Besuch zwei britische Unternehmer, ein Londoner Banker, der irische Botschafter, ein schottischer Forscher, die eingewanderte polnische Geschäftsfrau und ein UKIP-Politiker. Sie erklären, wie sich ihre Befindlichkeit nach dem Ja zum Brexit verändert hat – im neuen Lokaltermin mit gleichem Personal, gleichen Schauplätzen - aber neuer Lage.(Wiederholung der Sendung vom 1. Oktober 2016)
    29 min
  • «Best of International»: Weshalb Donald Trump zum neuen US-Präsidenten gewählt wurde
    Der eine heisst Tony Sevi und ist Gewerkschafter in Ohio. Der andere ist Michael Jack und lebt als ehemaliger FBI-Agent in Nevada - beide haben Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November ihre Stimme gegeben. Weshalb?Auf einer Fahrt durch seine Heimat Youngstown, Ohio, erklärt Tony Sevi, weshalb er sein Leben lang die Demokraten gewählt hat und nun als Gewerkschafter den Republikaner Donald Trump wählt: Die früher gut bezahlten Arbeitsstellen in den Fabriken sind verschwunden.Michael Jack, der ehemaliger FBI-Agent, hat Donald Trump gewählt, weil dieser eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen will, um so die Immigration zu stoppen. Die Wirtschaft und die Einwanderung – zwei der Hauptargumente für Menschen in den USA, den Milliardär und Fernseh-Showman Trump zum neuen US-Präsidenten zu wählen.Seine Anhänger glauben an seine Versprechen und blenden Trumps Schwächen und Fehler aus. Das zeigt die Reportage aus Ohio und Nevada.
    29 min
  • Der Fluch der Schönheit. Barcelona und seine Touristen
    Proteste häufen sich in Barcelona. Es sind oft lärmige Kundgebungen der Gastgeber gegen ihre (oft lärmigen) Gäste. Spaniens zweitgrösster Stadt werden die Touristen zur Last.Sie sind das sichtbare Problem. Die eigentlichen Gründe dafür liegen tiefer.Achteinhalb Millionen Touristen übernachten jedes Jahr in der blühenden katalanischen Hafenstadt. Und immer noch grössere Kreuzfahrtschiffe schleppen zusätzlich zweieinhalb Millionen Passagiere an. Vor allem die Bewohnerinnen und Bewohner der Zentrumsquartiere organisieren sich. Sie sind vom jährlich wachsenden Touristenstrom am stärksten betroffen und klagen über steigende Preise, Wohnungsknappheit, höhere Mieten.Die neue, linke Stadtregierung will gegensteuern, ohne auf den Segen hoher Einnahmen aus dem Geschäft zu verzichten. Das ist ein schwieriges Manöver, die Mittel sind nicht grenzenlos, und die Kompetenzen, um Fehler der Vergangenheit zu korrigieren, sind beschränkt.Barcelona ist, wie der Rest des Landes, gefangen in einer Wirtschaft, die trotz Wachstum noch immer schwach ist. Barcelona wird den Fluch der Schönheit wohl nicht so schnell los.
    28 min
  • Chinas «Ein-Kind-Politik» und ihre massiven Folgen
    Über drei Jahrzehnte galt in China die «Ein-Kind-Politik». Die Regierung fürchtete sich vor einer Bevölkerungsexplosion und führte eine rigorose Geburtenkontrolle ein. Vor knapp einem Jahr hob China die Regelung offiziell auf. Mit den Folgen wird das Land aber noch lange kämpfen.Die «Ein-Kind-Politik» war ein gewaltiger Eingriff in das Leben der Menschen: Während 36 Jahren kontrollierte die chinesische Regierung die Geburten ihres Volkes. Wer illegal ein Kind zur Welt brachte, musste mit hohen Bussen rechnen – und es drohte der Verlust der Arbeitsstelle. Die Behörden schreckten auch nicht vor Zwangsabtreibungen und Sterilisationen zurück.Mit der Geburtenkontrolle wollte die chinesische Regierung das Bevölkerungswachstum eindämmen. 400 Millionen Geburten sollen laut offiziellen Zahlen verhindert worden sein. Experten zweifeln zwar, dass diese Zahl so hoch ausfällt, unbestritten ist dagegen: Diese Politik hat die chinesische Bevölkerung nachhaltig verändert.«Die Ein-Kind-Politik» führte zu einem Männerüberschuss, weil traditionelle chinesische Familien nun erst recht einen Sohn wollten. Der von oben verordnete Geburtenrückgang hat weitere Folgen: Chinas Bevölkerung altert nun rapide. Und die Zahl der arbeitenden Bevölkerung nimmt stetig ab.
    27 min
  • Georgiens Armut bremst das Wachstum
    Hier das Kaspische Meer – dort der grosse Kaukasus: und dazwischen Georgien. Die kleine südkaukasische Republik hat in den letzten zehn, fünfzehn Jahren eine schier unglaubliche Entwicklung durchgemacht. Nach einer Justiz- und Polizeireform ist die Korruption weitgehend aus dem Alltag verschwunden.Der Tourismus wächst, die Wirtschaft ebenso, wenn auch nur leicht. Ausländische Investoren loben das unternehmerfreundliche Geschäftsklima im Land und möchten gerne investieren. Das Problem ist nur: Georgien kann so viele Investitionen gar nicht absorbieren, weil gut ausgebildete Arbeitskräfte fehlen. Nach zwei Sezessionskriegen und einem blutigen Bürgerkrieg in den 90er Jahren sind vor allem die gut ausgebildeten Leute davon gelaufen. Geblieben sind die Binnenflüchtlinge, ethnische Georgierinnen und Georgier, die aus Abchasien und Südossetien vertrieben wurden. Sie und die dörfliche Bevölkerung profitieren wenig bis gar nichts von der wirtschaftlichen Entwicklung.
    29 min
  • Land in Bewegung – Flüchtlinge in Afghanistan
    Afghanistan ist noch immer ein Land im Krieg. Und trotzdem müssen Flüchtlinge zu Zehntausenden zurück. Anfang Oktober schloss die EU ein Abkommen mit der afghanischen Regierung ab, das eine zügige Rückführung abgewiesener Asylbewerber vorsieht. Und auch Pakistan schickt Afghanen zurück.Pakistan will mehr als eine halbe Million Flüchtlinge nach Afghanistan abschieben. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) befürchtet, dass das Land nicht in der Lage sein wird, die hohen Zahlen an Binnenflüchtlingen und den Zustrom von Afghanen aus Pakistan und Europa zu bewältigen.Wirtschaftliche Perspektiven gibt es in Afghanistan angesichts der Kämpfe so gut wie keine. 2012, als noch viele internationale Helfer im Land arbeiteten und die NATO zehntausende Soldaten im Land stationiert hatte, wuchs die Wirtschaft um 14 Prozent. Jetzt sind es nach Schätzungen des Internationalen Währungsfonds nur noch 0,8 Prozent. Und selbst diese Zahl ist mit Vorsicht zu genießen, da die afghanische Regierung schon lange keine offiziellen Statistiken mehr erstellen ließ.Viele Afghanen sind innerhalb ihres Landes auf der Flucht, und zahlreiche Menschen versuchen weiterhin, nach Europa zu kommen – auch wenn sie dort kaum eine Perspektive haben.
    29 min
  • Bosnien und sein Problem mit den Salafisten
    In Bosnien gebe es Salafisten-Dörfer, wo sich die Polizei nicht hingetraue. Terroristen würden dort angeworben und trainiert. So und ähnlich tönt es seit einiger Zeit in zahlreichen Berichten. Wer aber sind diese Salafisten? Ist Bosnien tatsächlich zur Brutstätte eines militanten Islams geworden?Nach dem Bosnienkrieg haben sich in mehreren verlassenen Serbendörfern entlang der ehemaligen Frontlinie sogenannte Salafisten niedergelassen. Es sind muslimische Bosnier mit ihren Familien. Zumeist waren sie im Krieg mit arabischen Kämpfern in Kontakt gekommen, die den bosnischen Glaubensbrüdern zu Hilfe geeilt waren und die salafistische, wortgetreue Auslegung des Islams ins Land gebracht hatten. Aus diesen Dörfern sind rund 250 Männer und Frauen in den Krieg nach Syrien und Irak gezogen. Ein Teil von ihnen ist inzwischen zurück und steht vor Gericht.Die bosnischen Behörden haben ein Verbot von Jihad-Reisen erlassen und die Islamische Glaubens-Gemeinschaft, die muslimische «Landeskirche» Bosniens bekämpft den Radikalismus. Sie zwingt alle salafistischen Gemeinden zur Mitgliedschaft und nimmt Einfluss auf die Auswahl der Imame.Der Besuch in den Salafisten-Dörfern zeigt, dass die Situation dort nicht so dramatisch ist wie oft beschrieben. Viele christliche Serben sind in die Dörfer zurückgekehrt und leben friedlich mit den Salafisten zusammen. Bosnische Politologen und Soziologen sagen, dass die grosse Mehrheit der Salafisten im Land zwar nach eigenen Regeln lebten, damit aber die Gesetze des Staates nicht verletzten. Trotzdem muss die Gefahr ernst genommen werden, dass sich vereinzelte Salafisten radikalisieren und Gewalt anwenden. Das Problem liegt darin, dass der bosnische Staat wegen des ungelösten Konflikts aus dem Bosnien-Krieg nicht wirklich handlungsfähig ist.Auf der einen Seite stilisieren serbische Nationalisten die Salafisten zu einer riesigen Bedrohung empor, auf der anderen Seite gehen muslimische Bosnier in eine Verteidigungs-Haltung und negieren das Problem. Die politische Instrumentalisierung des Problems behindert seine Lösung.
    29 min

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