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International episodes

  • Tripoli und die sunnitische Orientierungskrise
    Tripoli, die ärmste Stadt Libanons, hat einen Syrienkrieg im Kleinformat erlebt. Syria Street – heisst ironischerweise die Strasse, die die zwei verfeindeten Quartiere in der Hafenstadt trennt. Das eine sunnitisch und solidarisch mit der syrischen Rebellion, das andere alawitisch und stramm assadtreu, beide bekämpften sich jahrelang.Inzwischen schweigen die Waffen, doch die Verwerfungen sind geblieben, es sind im Grunde dieselben wie in Syrien. Der Stellvertreterkrieg der Regionalmächte lähmt die Entwicklung der einst blühenden «sunnitischen Metropole» Libanons, die politische Korruption und die Orientierungslosigkeit der lokalen sunnitischen Eliten destabilisieren die Lage zusätzlich. Die Armut ist gross. Die Jugend hat wenig Perspektiven. Salafistische Scharfmacher profitieren von diesem Vakuum.
    27 min
  • Burmas schwelender Bürgerkrieg
    Die einstige Militärdiktatur Burma transformiert sich in schnellem Tempo in Richtung einer Demokratie. Allerdings: bis heute leidet ein grosser Teil der Bevölkerung unter Repression und Bürgerkrieg. Und die Armee ist zwar offiziell auf dem Rückzug, zieht aber im Hintergrund noch immer die Fäden.2011 haben Burmas Generäle begonnen, die einstige Militärdiktatur mehr und mehr zu öffnen. Im November vergangenen Jahres schliesslich fanden in dem südostasiatischen Land die ersten freien Parlamentswahlen seit 25 Jahren statt. Die Nationale Liga für Demokratie (NLD) und ihre Bannerträgerin, die Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi gewannen mit überwältigender Mehrheit – seither stellt die NLD den Präsidenten und mit Aung San Suu Kyi die mächtige Frau dahinter.Sie wolle das Land versöhnen, dafür sorgen, dass die Gesetze und die Menschenrechte eingehalten würden. Sie wolle einen Wandel, sagte Aung San Suu Kyi. Das klingt ambitiös, vor allem auch vor dem Hintergrund, dass die Armee noch immer sehr viel Macht hat, dass noch immer ganze Volksgruppen unterdrückt werden und in Teilen des Landes Bürgerkrieg herrscht. Bewaffnete Rebellen kämpfen für mehr Autonomie und gegen die Armee. Willkür und Gewalt sind an der Tagesordnung. Und obwohl die Armee mit einigen der vielen Rebellengruppen ein Waffenstillstandsabkommen geschlossen hat, kann von Friede kaum die Rede sein.
    30 min
  • 30 Rappen pro Stück für Bulgariens Näherinnen
    Wo die Löhne tief sind, da ist die Textilbranche nicht weit. Kein Wunder, hat sich auch Osteuropa zu einem beliebten Standort entwickelt. Gemessen an den Lebenskosten sind die Löhne da sogar noch tiefer als in Asien, zum Beispiel in Bulgarien.Die Sendung International hat bulgarische Näherinnen getroffen, die bereit waren, ihre miserablen Arbeitsbedingungen zu schildern und zu erklären, wie man mit einem Lohn überlebt, der nicht einmal fürs Nötigste reicht. Grosse Modemarken wie H&M und Zara sehen in ausbeuterischen Zulieferern inzwischen eine Gefahr für ihren Ruf und gehen dagegen vor.Die Sendung geht auch der Frage nach, was deren Bekenntnis zu fairen Arbeitsbedingungen wert ist. Und nicht zuletzt wird auch die Rolle der Konsumenten untersucht und der Beitrag umrissen, den sie leisten könnten zur Verbesserung des Schicksals der Näherinnen.
    29 min
  • «Best of International»: Türkei – Dunkle Zeiten
    Die Türkei Ende April: Niemand ahnte damals, dass das Land nur zweieinhalb Monate später, am 15. Juli, durch einen Putschversuch von Teilen der Armee erschüttert wird. Aber die Repression nahm zu, kritische Stimmen wurden zum Schweigen gebracht, die Spannungen wuchsen.Die Unterdrückung der Meinungsfreiheit, der Krieg gegen die PKK und die kurdische Zivilbevölkerung, die tiefe Spaltung der Gesellschaft – alle Zeichen deuteten im Frühjahr auf eine Eskalation hin, viele Menschen fürchteten, dass alles noch schlimmer kommen könnte. Dass es noch dunkler werde in der Türkei.(Wiederholung der Sendung vom 30. April 2016)
    29 min
  • «Best of International»: Russen in Lettland
    In Lettland lebt die grösste russischsprachige Minderheit im Baltikum. Das Land war früher eine sowjetische Republik. Russen wurden ins Baltikum umgesiedelt und trieben dort die Industrialisierung voran. Das kleine Lettland wurde russifiziert.So sprach man in Lettland russisch und erst seit dem Zusammenbruch der Sowjet Union ist lettisch wieder Landessprache.Das Zusammenleben der beiden Volksgruppen und der beiden Kulturen ist vor diesem Hintergrund nicht ohne Probleme. Die Letten wollen den Russen nicht zu viel Raum geben, die Russen fühlen sich oft diskriminiert. Auch die Wirtschaftskrise trifft die Russen oft härter als die Letten. Aber offene Konflikte oder Gewalt gibt es nicht. Und Sowjetromantiker sind eher selten. Das zeigt ein Besuch in der lettisch-russischen Grenzregion. Man sucht ein gutes Einvernehmen mit Moskau, aber die Anziehungskraft des europäischen Westens ist stärker.Wiederholung der Sendung vom 9./10. April 2016
    29 min
  • «Best of International»: Casablanca – Baustelle mit zwei Geschwindigkeiten
    Marokkos Regierung hat mit Casablanca grosse Pläne. Der Entwicklungsplan «Casablanca 2015 – 2020» soll die Stadt modernisieren und Fehlentwicklungen korrigieren. Doch das attraktive Zentrum und die Wohnquartiere am Stadtrand entwickeln sich mit unterschiedlicher Geschwindigkeit.Nur wenige Städte sind im 20. Jahrhundert so schnell gewachsen wie Casablanca. Vor hundert Jahren noch eine Kleinstadt mit knapp 25‘000 Einwohner, so ist Gross-Casablanca heute mit über vier Millionen Einwohner die grösste Stadt im Maghreb und Marokkos wirtschaftliche Metropole. Hier konzentrieren sich knapp 40 Prozent der marokkanischen Industrie.Nun soll die Stadt auch zu einem Finanzzentrum für den ganzen afrikanischen Kontinent werden: «Casablanca Finance City». Der ehemaligen Flugplatzes Anfa lag in den Fünfzigerjahren noch am Stadtrand, heute entsteht auf der Brache von 350 Hektaren eine noble Büro- und Wohnstadt, mit Tramverbindung zum Flughafen und ins Stadtzentrum.Das Projekt ist nur ein Teil des ehrgeizigen Entwicklungsplans «Casablanca 2015 – 2020», der Casablancas internationale Ausstrahlung festigen soll.Doch nicht nur das Zentrum von Casablanca ist eine Baustelle – die Stadt wächst auch an den Rändern – und was dort entsteht, passt weniger gut zu den Bildern des Entwicklungsplans.(Wiederholung der Sendung vom 19./20. März 2016)
    29 min
  • «Best of International»: Afrika - Von allen guten Geistern verlassen
    Lahme können wieder gehen, Arme werden reich, Ohnmächtige mächtig. Solche Wunder versprechen selbsternannte Propheten den Menschen in Afrika täglich. Evangelikale Kirchen mit Wunderglauben überziehen den Kontinent.100 Millionen Afrikaner sollen mittlerweile solchen Freikirchen angehören. Diese Kirchen machen mit der Verzweiflung der Menschen Geschäfte und sind schon in vielen Ländern äusserst einflussreich, auch in Uganda, wo in wenigen Tagen Wahlen stattfinden. Über Politik und Religion in Uganda.(Wiederholung der Sendung vom 13./14. Februar 2016)
    29 min
  • «Best of International»: Gurgaon: Indiens neue Finanzmetropole und ihre vielen Versprechen
    Noch vor zwei Jahrzehnten war Gurgaon ein verschlafenes Bauerndorf südlich der Hauptstadt Neu Delhi. Inzwischen hat sich «das Dorf des Gurus» in die Finanzmetropole des Nordens verwandelt. Die Stadt symbolisiert den indischen Mikrokosmos und ein Wirtschaftswachstum, das nicht allen Wohlstand bringt.Bauer Mukesh Sharma und seine Familie wurden über Nacht zu Multimillionären. Sie verkauften ihr Land in Gurgaon an einen Yogaguru, internationale Firmen und einen Bauherr, der darauf die luxuriöse Wohnsiedlung «World Spa» baute. In World Spa und anderen Luxus-Siedlungen lebt heute die neue Mittel- und Oberschicht, die durch die wirtschaftliche Öffnung 1991 ihr Geld verdient haben. Neue Mega-Metropolen wie Gurgaon locken aber auch Hunderttausende von Arbeits-Migranten an. Sie hoffen, in den Städten Arbeit und Wohlstand zu finden. Gurgaon mit seinen mehr als 1.5 Millionen Einwohnern wiederspiegelt damit das moderne Indien; seine Versprechen und seine Enttäuschungen.
    29 min
  • «Best of International»: La Buona Scuola: Italiens Bildungsreform
    In Italien finden 40 Prozent der Jugendlichen keine Arbeit. In Süditalien sind es sogar mehr als die Hälfte. Um das zu ändern, setzt die Regierung auch bei der Schule an: La Buona Scuola, die Gute Schule, heisst die Reform.Schülerinnen und Schüler sollen in den letzten Schuljahren in Betriebe oder Firmen gehen, um praktische Erfahrungen zu sammeln. Doch die mehrjährige Berufslehre dürfte in weiten Teilen Italiens auch in Zukunft eine Seltenheit bleiben.In diversen Regionen dürfte es nur schon schwierig sein, genügend Plätze für drei- oder vierwöchige Praktika zu finden. Vor allem in Süditalien gibt es dafür schlicht zu wenige Betriebe. Viel wird auch davon abhängen, ob und wie stark Italiens Wirtschaft wächst. Derzeit wächst sie, aber nur schwach. Kommt eine nächste Krise, werden viele Betriebe zuallererst bei der Berufsbildung sparen.(Wiederholung der Sendung vom 9./10. Januar 2016)
    29 min
  • Indien setzt auf die digitale Revolution
    Indiens Bevölkerung wächst rasant. Jedes Jahr braucht das Land Arbeitsplätze für 12 bis 15 Millionen junge Menschen. In der traditionellen Landwirtschaft und der Industrie ist dies jedoch nicht möglich – darum setzt die indische Regierung aufs Internet, auf eine digitale Strategie.Indien wandelt sich vom Agrarland zur Dienstleistungsgesellschaft. Kam vor fünfzig Jahren noch die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus der Landwirtschaft, sind es heute noch knapp 20 Prozent. Tendenz sinkend, auch wenn noch immer die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt.Stark gewachsen ist dagegen der Dienstleistungssektor. Hier sieht Indiens Regierung Wachstumschancen für die Zukunft. Mit der Strategie «Digital India» setzt sie aufs Internet – in einem Land, wo drei Viertel der Bevölkerung noch gar keinen Anschluss ans Netz haben.
    27 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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