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International episodes

  • Kambodscha – Der lange Schatten der Roten Khmer
    Vor knapp vierzig Jahren ging in Kambodscha eines der brutalsten Kapitel der Weltgeschichte zu Ende: Unter den Roten Khmer war ein Viertel der Bevölkerung umgebracht worden oder verhungert, die Wirtschaft des Landes war zerstört. Seit dem Friedensabkommen von 1991 ist jedoch viel passiert.Kambodschas Wirtschaft wächst schneller als die meisten anderen in Asien, die Armut konnte reduziert werden und die Kindersterblichkeit ist gesunken. Das sind positive Entwicklungen. Der Weg zu Versöhnung und Frieden bleibt jedoch ein steiniger. Nur langsam beginnen sich die Kambodschaner mit ihrer Geschichte auseinanderzusetzen und sich mit ihr zu versöhnen.Youk Chhang, der Direktor des Dokumentationszentrums von Kambodscha, ist einer der Überlebenden. Er trägt massgeblich zur Aufarbeitung der Geschichte bei. Karin Wenger hat ihn und andere Überlebende getroffen.
    29 min
  • Der Veneto sucht ein neues Erfolgsmodell
    Italiens Wirtschaft stagniert seit Jahren. Premier Matteo Renzi schaffte es zwar, die Talfahrt zu bremsen, doch zu einem soliden Wachstum hat Italien auch unter Renzi nicht zurückgefunden.Anfang Dezember muss der Premier zudem ein höchst umstrittenes Verfassungsreferendum überstehen. Scheitert er, droht Italien auch politische Instabilität. Die italienische Stagnation zeigt sich auch in den wohlhabendsten Regionen des Landes, zum Beispiel im Nordosten, im Veneto.Seit Generationen ist der Veneto das Land der vielen Klein- und Mittelbetriebe. In der langen italienischen Krise mussten aber viele schliessen. Ein äusserst schmerzhafter Prozess, den die Bankenkrise zusätzlich und gerade auch im Veneto verstärkte. Es gibt zwar Ansätze eines Aufschwungs, zum Beispiel die vielen Kleinfirmen, die hochtechnologische Produkte liefern. Trotzdem hat der Aufschwung auch im Veneto noch immer nicht eingesetzt.
    27 min
  • Nicaragua – die verscherbelte Revolution
    Daniel Ortega war einer der Comandantes, die 1979 den Aufstand der Sandinisten gegen Diktator Somoza anführten. Er wurde Held der Armen und Hoffnungsträger der Linken. Und schliesslich Präsident des zentralamerikanischen Landes.In einer Woche bewirbt er sich um eine dritte Amtszeit in Folge - und er hat gute Chancen, Präsident von Nicaragua zu bleiben.Tatsächlich hat der mittlerweile 71-jährige Ortega Menschen aus der schlimmsten Armut geholt. Aber er hat die demokratischen Institutionen ausgehebelt und die Opposition ausgeschaltet.Der Ex-Guerillero ist zum autoritären Staatschef geworden, von dem sich die früheren Weggefährten weitgehend abgewendet haben. Ortega sei ein Opportunist, urteilt etwa Gioconda Belli, die berühmteste Schriftstellerin des Landes, die einst an seiner Seite gegen die Diktatur kämpfte. Und besessen von einem ungeheuren Machtstreben: «Daniel Ortega hat die Ideale der Sandinistischen Revolution verraten».
    29 min
  • Kaschmir - Terror oder Freiheitskampf?
    Mit Steinen und Gebrüll versuchen sich die Jugendlichen in Kaschmir Tag für Tag gegen die Übermacht der indischen Verwalter zu wehren; diese antworten mit einer Ladung Schrot, Mitten in die Gesichter der Demonstranten.Noch nie in den 70 Jahren seit der Teilung Kaschmirs sprachen sich dort so viele Menschen offen für Gewalt als politisches Instrument aus.Kaschmir, das teils in Pakistan, teils in Indien liegt, ist eines der am stärksten militarisierten Gebiete der Welt – alleine Indien hat 600‘000 Soldaten und Paramilitärs in seinem Teil stationiert. Die junge Generation im einzigen muslimisch geprägten indischen Bundesstaat «Jammu und Kaschmir» hat kaum Arbeit und fühlt sich unterdrückt.Die Bevölkerung sollte laut einer UN-Resolution längst selber über ihr Schicksal entscheiden dürfen. Doch die Situation bleibt ungelöst und die Wut nimmt zu. Regelrecht aufgeflammt ist der Kampf für Unabhängigkeit, als Burhan Wani im Sommer 2016 erschossen wurde. Für Indiens Sicherheitskräfte war er ein Terrorist, für seine Familie ist er ein Märtyrer. Sein Vater zeigt voller Stolz das Grab des 22-Jährigen. Er konnte die junge Generation für den Widerstand mobilisieren. Nun demonstrieren immer mehr junge Männer und liefern sich Gefechte mit den Sicherheitskräften.Im Kaschmir-Konflikt fehlt die Aussicht auf eine politische Lösung. Inzwischen gleichen die gesellschaftlichen Spannungen einem Vulkan: ein Funke schon könnte reichen.
    29 min
  • Tabak macht Malawi abhängig und krank
    Fast in jeder Zigarette weltweit befindet sich Tabak aus Malawi. Das kleine Land im Südosten Afrikas hat sich grossen Reichtum von der Tabakproduktion versprochen. Jetzt sind aber die Abnahmepreise gefallen. Statt reich ist Malawi abhängig geworden – und krank.Malawi ist komplett abhängig vom Tabak. 70 Prozent seiner Deviseneinnahmen kommen aus dem Tabak-Export. Die Farmer, die mit dem Tabakanbau vor 20 bis 30 Jahren begonnen haben, sind reich geworden. Weltbank und Währungsfonds haben darum der Regierung empfohlen, den Anbau auch für Kleinbauern freizugeben. Ihnen haben die grünen Blätter aber kein Glück gebracht.Malawi unter DruckWeil immer mehr produziert wurde und weil in Europa und Nordamerika weniger geraucht wird, sind die Preise drastisch eingebrochen. Die Bauern haben sich für Saatgut und Dünger verschuldet und sind jetzt den internationalen Firmen, die z.B. British American Tobacco und Philip Morris beliefern, auf Gedeih und Verderb ausgeliefert.Tabakanbau macht krankDie Kleinbauern und Kinder, die auf den Feldern arbeiten, leiden fast alle an der sogenannten «Green Tobacco Sickness». Sie husten und haben ein Stechen in der Brust. Ein Kind, das den ganzen Tag auf dem Tabakfeld arbeitet, nimmt über die Haut gleichviel Nikotin auf, wie wenn es 50 Zigaretten geraucht hätte.Die malawischen Behörden wollen aber von der Krankheit nichts wissen und die grossen internationalen Tabak-Konzerne waschen ihre Hände in Unschuld. Ein Lehrstück über den globalisierte Wirtschaft.
    26 min
  • Frauen im Schützengraben
    Frauen im Kampfanzug, bis zu den Knien im Morast, die Waffe im Anschlag: Soldatinnen waren bis vor wenigen Jahren in westlichen Armeen äusserst selten. Inzwischen sind sie aus den meisten Streitkräften nicht mehr wegzudenken. Nicht nur im rückwärtigen Dienst, sondern selbst bei Kampfeinsätzen.Norwegen führt jetzt als erstes Nato-Land sogar die Wehrpflicht für Frauen ein. Gründe für die neue Offenheit der Armeen für Frauen gibt es gleich mehrere. Die beiden Wichtigsten: Erstens ist es im 21. Jahrhundert anachronistisch, wenn die Streitkräfte, als eine der grössten und wichtigsten staatlichen Institutionen reine Männergesellschaften sind. Also die Zusammensetzung der Gesellschaft nicht im Geringsten spiegeln. Zweitens sind Armeen daran interessiert, ihren Rekrutierungspool zu verdoppeln, um daraus die Geeignetsten auszuwählen – egal ob Mann oder Frau. Dazu kommt: In der modernen Kriegsführung kommt es immer weniger auf reine Körperkräfte an. Frauen können also in zunehmendem Mass sämtliche militärischen Funktionen besetzen.Die wachsende Frauenpräsenz kann allerdings auch zu Problemen führen. In manchen Armeen sind sexuelle Übergriffe ein grosses Problem, vielerorts auch ein noch immer tabuisiertes. Und noch immer ist der Frauenanteil in den höchsten Rängen äusserst gering – und hängt auch damit zusammen, dass in manchen Ländern Soldatinnen weitgehend in Bereichen wie Logistik, Sanität oder Kommunikation eingesetzt werden. Also nicht in Funktionen, die qualifizieren für eine Offiziers- oder gar Generalskarriere. Da muss also noch einiges passieren.
    26 min
  • «Brexit» – die Würfel sind gefallen
    Vor drei Monaten hat das Vereinigte Königreich eine folgenschwere Entscheidung getroffen und für den Austritt aus der EU gestimmt. Ein paar Wochen vor dem Brexit-Referendum hat «International» Engländer, Schotten, Waliserinnen und Nordiren nach ihren Gründen für oder gegen den Brexit gefragt. Und jetzt? Was denken sie nach der Abstimmung? Welche Folgen hat das Ja zum Brexit für sie alle? Zu Wort kommen wie beim ersten Besuch zwei britische Unternehmer, ein Londoner Banker, der irische Botschafter, ein schottischer Forscher, die eingewanderte polnische Geschäftsfrau und ein UKIP-Politiker. Sie erklären, wie sich ihre Befindlichkeit nach dem Ja zum Brexit verändert hat – im neuen Lokaltermin mit gleichem Personal, gleichen Schauplätzen - aber neuer Lage.
    29 min
  • Ungarn – Stimmungsmache mit der Flüchtlingspolitik
    Am 2. Oktober stimmt Ungarn über die Flüchtlingspolitik der Europäischen Union ab: Soll Ungarn 1‘300 Menschen aufnehmen, oder nicht. Die Regierung von Premier Viktor Orbán will damit nicht nur Flüchtlingsquoten in der EU blockieren. Sie nutzt die Abstimmung auch zur Profilierung im Inland.Seit anderthalb Jahren malt der ungarische Premier Viktor Orbán einen Popanz an die Wand: Den muslimischen Feind. Er spricht von Migrationsströmen, will das christliche Ungarn gegen die «Muselmanen» schützen, ganz wie einst im Mittelalter. Orbán hat verbal aufgerüstet; er lässt Plakate aufstellen, setzt Flüchtlinge pauschal mit Terroristen gleich, will sein Land «verteidigen». Der Populist hat Ungarn in einen mentalen Kriegszustand versetzt.Den Grenzzaun zu Serbien und Kroatien will Orbán weiter verstärken, er kommandiert weitere Soldaten und Polizisten an die Grenzen, er lässt abschieben, im Eilverfahren werden «illegale Grenzverletzer» - so die offizielle Lesart - verurteilt.Am 2. Oktober sollen die Ungarn nun auch über die EU-Flüchtlingsquote abstimmen, konkret darüber, ob Ungarn 1‘300 Menschen aufnehmen soll oder nicht. Rechtlich ist das Referendum nicht bindend, aber Orbán verspricht sich davon Rückenwind - auch gegenüber Brüssel. In Ungarn heizt es die Stimmung weiter auf - und es lenkt ab von Korruption und Armut. Auf diesen Feldern bleibt die Regierung Orbán Antworten schuldig. Populismus ersetzt Politik.
    26 min
  • Weshalb Donald Trump der nächste US-Präsident werden könnte
    Der eine heisst Tony Sevi und ist Gewerkschafter in Ohio. Der andere ist Michael Jack und lebt als ehemaliger FBI-Agent in Nevada - beide wollen Donald Trump bei den US-Präsidentschaftswahlen im November ihre Stimme geben.Auf einer Fahrt durch seine Heimat Youngstown, Ohio, erklärt Tony Sevi, weshalb er sein Leben lang die Demokraten gewählt hat und nun als Gewerkschafter den Republikaner Donald Trump wählt: Die früher gut bezahlten Arbeitsstellen in den Fabriken sind verschwunden.Michael Jack, der ehemaliger FBI-Agent, will Donald Trump wählen, weil dieser eine Mauer an der Grenze zu Mexiko bauen will, um so die Immigration zu stoppen. Die Wirtschaft und die Einwanderung – zwei der Hauptargumente für Menschen in den USA, auf den Milliardär und Fernseh-Showman Trump zu setzen.Seine Anhänger glauben an seine Versprechen und blenden Trumps Schwächen und Fehler aus. Das zeigt die Reportage aus Ohio und Nevada.
    29 min
  • Nadvoizy und Kachkanar – Russlands Monostädte im Niedergang
    Zu Sowjetzeiten liess der Kreml im ganzen Land Monostädte erbauen. Ob in den Weiten Sibiriens oder im hohen Norden am Eismeer: überall entstanden aus dem Nichts sozialistische Musterstädte. Oft ging es um die Ausbeutung von Rohstoffen.Schulen, Konzertsäle, Sportanlagen – alles wurde in der Wildnis erbaut, damit die Arbeiter auch fern von Moskau gut leben konnten. Lief das Kombinat, der einzige Grossbetrieb im Ort gut, florierte auch die Stadt.Doch heute sind viele dieser Monostädte vom Aussterben bedroht. Nadvoizy in Karelien zum Beispiel: dort hat zwar das Aluminium-Kombinat den Zusammenbruch der Sowjetunion noch überlebt. Aber seit der globalen Finanzkrise 2008 sind die Aluminiumpreise gesunken, drei von vier Alu-Zechen wurden geschlossen. Die für Monostädte typische Abhängigkeit von einem einzigen Wirtschaftszweig zeigt Folgen: Rund ein Drittel der Bevölkerung ist bereits weggezogen. Wie den Niedergang aufhalten? Das zeigt die Reportage aus den beiden Monostädten Nadvoizy in Karelien und Kachkanar im Ural.
    28 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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