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International episodes

  • Wo die Bärte spriessen – Salafismus in Deutschland
    Der Bundesverfassungsschutz ist beunruhigt. Die Zahl der Salafisten in Deutschland hat sich in den letzten vier Jahren mehr als verdoppelt. Diese konservative bis extremistische islamische Strömung beschäftigt Deutschland.Nicht jeder Salafist ist ein Dschihadist oder IS-Kämpfer. Aber die meisten Dschihadisten aus Deutschland sind Salafisten und viele tragen einen Bart. Dominic Musa Schmitz aus Mönchengladbach mit auffällig blauen Augen ist mit 17 zum Islam, genauer zu den Salafisten übergetreten. Und hat sich vor drei Jahren von ihnen gelöst. Er hat über seine Erfahrungen ein Buch geschrieben, berät Schulen und tritt in einem Theaterstück auf. Claudia Dantschke von der Organisation Hayat berät Mütter, deren Töchter nachts plötzlich aufstehen und beten und tagsüber in der Schule einschlafen. Oder sie hilft Vätern, ihre Söhne vom IS in Syrien zurückzuholen. Und sie greift dabei auf Methoden zurück, die sich bei Neonazi-Aussteigern bewährt haben.Der Salafismus trägt in Deutschland Züge einer Jugendkultur. Die Moscheen sind zweitrangig. In Deutschland gibt es rund 8600 Salafisten, 800 sind nach Syrien zum IS gereist, 260 sind zurückgekehrt. Deutschland fürchtet Anschläge und in einem IS-Video taucht das Berner Münster auf.
    27 min
  • Mexiko - Die gekaufte Republik
    Mexiko ist das bevölkerungsreichste spanischsprachige Land der Welt und die zehntgrösste Volkswirtschaft. Auf dem Papier ist Mexiko eine stabile Demokratie. Doch der Staat gerät immer mehr aus den Fugen. Er leidet vor allem unter Korruption und dem offenen Krieg mit konkurrierenden Drogenkartellen.Ob ein Mexikaner sein Land als «gescheiterten Staat» erlebt oder als funktionierenden Organismus - das ist zu allererst eine Frage des Geldes. Des schmutzigen Geldes vor allem.Für die Köpfe des Organisierten Verbrechens ist der Staat Beute: Auf ihren Lohnzetteln stehen Politiker, Beamte, Polizisten, Militärs, Richter und der freundliche Taxi-Fahrer von nebenan, der für sie die Strasse im Auge behält. Einziger Störfaktor für die Mafia selbst: dass es so viele konkurrierende Banden gibt, die um Märkte kämpfen, sich bekriegen, massakrieren.Präsident Enrique Peña Nieto hat angekündigt, Korruption und Drogenkartelle zu bekämpfen - leere Versprechen, wie sich heute zeigt: Während der ersten Hälfte von Peña Nietos sechsjährigen Amtszeit hat sich das Organisierte Verbrechen weiter ausgebreitet und an Macht gewonnen - zum Leidwesen der Menschen im Land. Über 27.000 Mexikaner gelten offiziell als «verschwunden», immer wieder werden Massengräber gefunden. Menschenrechtsorganisationen gehen gar von etwa 60.000 Verschleppten aus.Opfer von Entführungen und Hinrichtungen sind häufig Journalisten. Sie berichten von Bedrohungen, Angriffen, Einschüchterungen. Diese Gewalt beschneidet die gesetzlich garantierte Pressefreiheit. Ökonomischer Druck durch Behörden auf die Medien verstärkt diesen Effekt.
    29 min
  • Finnlands Wohlfahrtstaat kommt unter Druck
    Finnland ist bekannt für seinen ausgeprägten Wohlfahrtstaat. Und ausgeprägt bedeutet: Die staatliche Unterstützung schliesst alles ein und niemanden aus, Kinderbetreuung, Altenpflege, Arbeitslosigkeit, Wohnungsgelder - keiner fällt durchs Netz.Auch Fairness und Chancengleichheit haben in der finnischen Gesellschaft oberste Priorität und sind - bisher jedenfalls - ein elementarer Teil dieses Wohlfahrtsystems.Doch jetzt kommt der Sozialstaat in Finnland wegen der Wirtschaftskrise unter Druck. Zwar sind sich alle einig, dass gespart werden muss. Nur über die Frage «wie und wieviel» wird gestritten.Um die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, will die Regierung den Arbeitsmarkt liberalisieren und die Lohnkosten senken - will heissen: mehr Arbeit für weniger Lohn, und keine Zuschläge für Überstunden und Sonntagsarbeit mehr. Um das Defizit abzubauen, gibt es Abstriche beim Sozialstaat, in Form von drastischen Kürzungen bei der Sozialhilfe, der Bildung und Forschung.Die Gewerkschaften sind erzürnt, weil alles zu Lasten der Arbeitnehmer geht – und weil die neue rechts-konservative Regierung den Einfluss der Gewerkschaften einschränken will.Die International-Reportage zeigt, dass die Konsenskultur in Finnland nicht nur den Gewerkschaften heilig ist, sondern - wie der soziale Frieden - zum Selbstverständnis der finnischen Bevölkerung gehört – sei es auf dem Turku-Inselarchipel oder in der Hauptstadt Helsinki.
    31 min
  • Indien setzt auf die digitale Revolution
    Indiens Bevölkerung wächst rasant. Jedes Jahr braucht das Land Arbeitsplätze für 12 bis 15 Millionen junge Menschen. In der traditionellen Landwirtschaft und der Industrie ist dies jedoch nicht möglich – darum setzt die indische Regierung aufs Internet, auf eine digitale Strategie.Indien wandelt sich vom Agrarland zur Dienstleistungsgesellschaft. Kam vor fünfzig Jahren noch die Hälfte der Wirtschaftsleistung aus der Landwirtschaft, sind es heute noch knapp 20 Prozent. Tendenz sinkend, auch wenn noch immer die Hälfte der Bevölkerung von der Landwirtschaft lebt.Stark gewachsen ist dagegen der Dienstleistungssektor. Hier sieht Indiens Regierung Wachstumschancen für die Zukunft. Mit der Strategie «Digital India» setzt sie aufs Internet – in einem Land, wo drei Viertel der Bevölkerung noch gar keinen Anschluss ans Netz haben.
    27 min
  • Ungarn – ein postkommunistischer Mafiastaat?
    Ungarn sei ein Mafiastaat, behauptet ein ungarischer Soziologe. Wie ein Pate regiere Premierminister Orban das Land, mache seine Freunde reich und stelle Gegner kalt. Nur physische Gewalt brauche er keine: Er hat ja die Staatsgewalt auf seiner Seite. Was ist dran an diesem düsteren Bild?Viele der ehemals kommunistischen EU-Länder haben ein Problem mit der Korruption. Meist geht es um Bestechung im Zusammenhang mit der Vergabe öffentlicher Aufträge. Doch in Ungarn hat die Korruption eine neue Qualität erreicht, sagt Balint Magyar, ein Soziologe und ehemaliger liberaler Politiker. In gewöhnlichen korrupten Gesellschaften unterwandern Geschäftsleute und Oligarchen den Staat mit Schmiergeldern. In Ungarn laufe es umgekehrt, so Magyar. Viktor Orban und seine Freunde nutzten die komplette Kontrolle über den Staat und seine Institutionen, um die Wirtschaft zu übernehmen. Und die EU heize mit ihren Subventionen die Entwicklung noch an.Wenn Magyar Recht hat, dann nehmen viele westeuropäische Beobachter Orbans Angriffe auf Flüchtlinge, die EU und den Liberalismus zu ernst – und übersehen, dass ein Clan rund um den Paten Viktor Orban sich das Land und seinen Reichtum unter den Nagel reisst. Harte Vorwürfe. Doch wer sich in Ungarn umhört, kommt zum Schluss, dass da einiges dran sein könnte.
    29 min
  • Italiens Häfen hoffen und bangen
    Am 1. Juni eröffnet die Schweiz den Gotthardbasistunnel. Das Tor nach Süden geht weit auf. Eine Chance auch für Italien. Die nächstgelegenen Meereshäfen der Schweiz, allen voran Genua, müssten eigentlich profitieren. Aber aus der Chance könnte sogar ein Nachteil werden.Die Container, die in Genua von den Schiffen geladen werden, müssen ein hohes Hindernis überwinden, bevor sie Richtung Mailand und die Schweiz in die Po-Ebene gelangen. Die zwei Bahnlinien von Ligurien durch den Apennin sind sehr steil, der Transport langsam und teuer.Schon heute gelangen viele Waren aus entgegengesetzter Richtung von den Nordseehäfen durch die Alpen in die Wirtschaftsmetropolen Norditaliens. Mit der Eröffnung des Gotthardbasistunnels wird diese Konkurrenz noch grösser. Um mitzuhalten, brauchen Genua und seine Nachbarhäfen dringend einen Basistunnel, auch durch den Apennin. Aber dieser Durchstich kommt nur langsam voran.Lange Zeit investierte die italienische Bahn vor allem in die Hochgeschwindigkeitslinien für den Personenverkehr. Und jetzt sind die Tunnelbohrer hinter Genua auch noch auf Asbest gestossen. Im besten Fall wird die neue Bahnlinie 2021 eröffnet. Bis dahin könnten die Häfen in Ligurien bereits Marktanteile an die Nordseehäfen verloren haben – und das für lange Zeit. Haben sich Transportwege einmal bewährt und eingespielt, lassen sie sich nur schwer wieder ändern.
    25 min
  • Spanien - Neustart mit Verzögerung
    Podemos – Wir können. Das ist seit den EU-Parlamentswahlen im Mai 2014 das Reizwort schlechthin – in Spanien und oft auch in Brüssel. Nach ihrem Überraschungserfolg schaffte die junge linke Protestpartei den Sprung auf die nationale Bühne und gab damit auch regionalen Parteien Schub.Spanien ist in den Gemeinden und Regionen linker geworden. Grosse Städte wie Madrid, Barcelona, Valencia und Sevilla sind in linker Hand. Die Wirtschaftskrise und zahllose Korruptionsskandale haben die konservative Regierungspartei PP diskreditiert, und die liberalen Ciudadanos vermochten der Linken bisher noch nicht ernsthaft Paroli zu bieten. Aber Spaniens Erneuerung ist keine Revolution. Das Land hat die Konservativen gezähmt, aber nicht verjagt. Es will keine allmächtigen Parteien mehr, und die Linken müssen, wo sie gewählt wurden, beweisen, dass sie eine Stadt oder eine ganze Region auch führen können. Überall treffen sie auf Schuldenberge, Arbeitslosigkeit, soziale Not. Und überall sind die Budgets knapp, zu verteilen gibt es nichts. Die Linke wird leisere Töne und langsamere Prozesse lernen müssen. Das alte Spanien ist noch nicht Vergangenheit – und das Neue ist erst unterwegs. Auf einem langen Weg.
    28 min

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Die Welt ist unübersichtlich geworden – «International» hilft, sie zu verstehen. Mit den SRF-Auslandkorrespondentinnen und -korrespondenten reisen wir dorthin, wo Geschichten entstehen: Krisengebiete, Wirtschaftsmächte, vergessene Regionen.

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