Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Anna Lemmenmeier: «Unermüdlicher Kampf für Demokratie im Sudan»
    Seit dem Sturz des Langzeitherrschers Omar al-Bashir 2019 kämpft die Zivilbevölkerung unermüdlich für Demokratie. Trotz tödlicher Repression der Streitkräfte und Milizen haben die Demonstrationen nie aufgehört. Anna Lemmenmeier kennt den Sudan und die Demokratiebewegung von mehreren Besuchen.
    Die Waffenruhe im Sudan hält nicht. Zumindest in der Hautstadt Karthum gehen die Kämpfe weiter. Nur in einigen Teilen des Landes ist es ruhiger geworden. Berichte von Übergriffen auf die Bevölkerung mehren sich. Davon berichtet beispielsweise der UN-Vermittler aus Sudan an der Sitzung des Sicherheitsrates. Die beiden verfeindeten Armeen kommen den Forderungen nach sofortigen Verhandlungen nicht nach.
    In diesem gewaltsamen Konflikt geht auch die breite und grosse Bewegung der Zivilbevölkerung für die Demokratie unter. Eine Bewegung, die seit dem Sturz des Langzeitherrschers Omar al-Bashir keine Ruhe gegeben hatte. Die Forderungen verstummten auf den Strassen nie, obwohl die Demonstrierenden ihr Leben riskierten. Die Sicherheitskräfte und die Milizen schossen immer wieder auf Protestierende.
    SRF-Afrikakorrespondentin Anna Lemmenmeier besuchte Karthum kurz nach der Absetzung von al-Bashir. Zum letzten Mal reiste sie vor einem Jahr in den Sudan. Die unermüdliche Forderung nach demokratischen Strukturen hat sie beeindruckt.
    27 min
  • Sarah Nowotny: «Polen ist beängstigend nah am Ukrainekrieg»
    Wenn die EU der Ukraine Waffen liefert, werden diese durch Polen transportiert. Wenn US-Präsident Joe Biden Kiew besucht, reist er über Polen. Das Land ist zum Dreh- und Angelpunkt der westlichen Hilfe für die Ukraine geworden. Korrespondentin Sarah Nowotny erklärt, weshalb.
    Der Krieg in der Ukraine ist eine politische Zeitenwende: Alle reden wieder von Verteidigung und militärischer Aufrüstung. Und der Krieg verändert auch die Gewichte in Europa. Gut zeigen lässt sich dies am Beispiel von Polen: Das osteuropäische Land ist durch den Krieg wichtiger geworden. Ganz anders die Rolle von Ungarn: Das Land irritiert die EU durch seine russlandfreundliche Politik.
    Weshalb ist die Solidarität für die Ukraine in Polen so gross? Und warum fährt Ungarn einen ganz anderen Kurs? SRF-Osteuropakorrespondentin Sarah Nowotny beobachtet die Länder der Region bereits seit vier Jahren. Einerseits spürt sie den Krieg in ihrem Alltag in Polen selbst, weiss aber auch, was er für die verschiedenen Länder Osteuropas politisch bedeutet.
    27 min
  • Pascale Baeriswyl: «Ein historischer Moment für die Schweiz»
    Seit Januar sitzt die Schweiz erstmals im Uno-Sicherheitsrat. Im Mai steht der Höhepunkt dieser zweijährigen Präsenz im wichtigsten Gremium der Weltpolitik an: Die Schweiz übernimmt den Vorsitz im Uno-Sicherheitsrat. Vertreten wird sie dort von Uno-Botschafterin Pascale Baeriswyl.
    Seit dem 1. Januar ist die Schweiz erstmals im mächtigsten Gremium der Uno vertreten: Im Sicherheitsrat der Vereinten Nationen. Zum Gremium zählen die fünf ständigen Mitglieder China, Frankreich, Grossbritannien, Russland und die USA. Dazu gesellen sich zehn nichtständige Mitglieder, eben unter anderem die Schweiz.
    Am 1. Mai beginnt der Höhepunkt der zweijährigen Schweizer Präsenz im Uno-Sicherheitsrat: die Schweiz übernimmt den Vorsitz. Botschafterin Pascale Baeriswyl vertritt die Schweiz in diesem wichtigsten Gremium der Weltpolitik.
    28 min
  • Guy Parmelin: Der Bundesrat warnt vor dem nächsten Winter
    Der Bundesrat hat vorgestellt, wie die Energieversorgung der Schweiz auch im kommenden Winter sichergestellt werden soll. Wirtschaftsminister Guy Parmelin erklärt im Tagesgespräch die neusten Entscheidungen.
    Strom sparen, um eine Mangellage abzuwenden - das war der Appell letzten Herbst. Inzwischen ist der Winter überstanden. Viel Strom gespart wurde allergings nicht: So sank der Verbrauch im Vergleich zu vergangenen Wintern lediglich um 4 Prozent. Zum Engpass kam es trotzdem nicht, vor allem wegen des warmen Wetters. Der Bundesrat warnt aber: Auch im nächsten Winter kann der Strom knapp werden.
    Guy Parmelin ist der zuständige Bundesrat, er erklärt die neusten Entscheidungen. Und nimmt auch Stellung zu anderen Dossiers, beispielsweise zum momentanen internationalen Druck auf die Schweiz. Der Wirtschaftsminister ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Barbara Wieland: Der Schweizer Impfstoff gegen Vogelgrippe
    Das Bundesamt für Umwelt hat eine Bewilligung erteilt, um Schweizer Impfstoff gegen Vogelgrippe an Zoovögeln zu testen. Andere Länder impfen bereits flächendeckend ihr Geflügel. Was können Impfungen gegen das Virus ausrichten? Fragen an Barbara Wieland vom Institut für Virologie und Immunologie.
    Das sogenannte Vogelgrippevirus H5N1 ist keine Neuerscheinung: Bereits in den 1950er Jahren wurde ein erster Ausbruch in Schottland dokumentiert. Unterdessen ist es jedoch ansteckender und gefährlicher geworden. Hat es jahrelang während den Vogelzügen einzelne Vögel getötet, kommt es nun zu Massensterben bei Wildvögeln. Auch Geflügel oder Legehennen sind betroffen, letztes Jahr mussten 50 Millionen Vögel gekeult werden. In engem Kontakt kann das Virus auch Menschen infizieren.
    In China wird seit Jahren gegen Vogelgrippe geimpft. Im März hat nun auch die EU einer sogenannten Notschutzimpfung für Geflügel zugestimmt. Die Situation in der Schweiz ist weniger dramatisch: Mindestens bis Ende April gelten schweizweit Schutzmassnahmen, eine Impfung jedoch ist verboten. Doch das soll sich nun ändern: Das Institut für Virologie erhält eine Bewilligung, einen eigenen Impfstoff an Zootieren zu testen. Was können Impfungen gegen die Vogelgrippe ausrichten? Wie hat sich das Virus verändert? Kann es auch für Säugetiere und den Menschen gefährlich werden? Dazu forscht das Institut für Virologie und Immunologie IVI im bernischen Mittelhäusern. Die Direktorin Barbara Wieland ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    28 min
  • Gerrit Kurtz: «Gewalt in Sudan ist Folge von Eskalationsspirale»
    Sudan hätte in diesen Tagen eine zivile Regierung bekommen sollen. Stattdessen ist es zu blutigen Kämpfen zwischen zwei Generälen gekommen. Droht ein Bürgerkrieg oder eine Eskalation in der Region? Fragen an Gerrit Kurtz von der Stiftung für Wissenschaft und Politik SWP.
    Dreissig Jahre regierte Omar al-Baschir in Sudan, er wurde auch als Endlosdiktator bezeichnet. Nach grossen Protesten wich al-Bashir 2019 nicht dem Druck der Strasse, sondern wurde von den eigenen Generälen aus dem Amt gedrängt. Bis heute gelang es nicht, die Zivilbevölkerung langfristig in die Regierung einzubinden. Nach vier Jahren fast ununterbrochenen Protesten hätte Sudan in diesen Tagen wieder eine zivile Regierung bekommen sollen. Stattdessen ist ein gewalttätiger Konflikt zwischen zwei Generälen ausgebrochen, die gemeinsam gegen al-Bashir geputscht hatten.
    Was heisst dies für das Land, das fast fünfmal so gross ist wie Deutschland und rund 45 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner zählt? Ein Land, das seit seiner Unabhängigkeit 1956 insgesamt 15 Putsche erlebte? Entwickelt sich der Konflikt zu einem Bürgerkrieg? Kann sich die Gewalt auch auf Nachbarländer ausweiten? Welche Chancen hat ein Waffenstillstand und welche internationalen Bemühungen gibt es, den Konflikt zu stoppen?
    Gerrit Kurtz ist bei der Berliner Stiftung Wissenschaft und Politik SWP zuständig für Afrika und den Mittleren Osten. Die SWP berät den Deutschen Bundestag und internationale Organisationen wie die EU, Nato oder UNO in Fragen der Aussen- und Sicherheitspolitik. Im «Tagesgespräch» ist Gerrit Kurtz zu Gast bei Karoline Arn.
    23 min
  • Christian Lorenz: Mehr alkoholsüchtige Rentnerinnen und Rentner
    Der problematische Alkoholkonsum nimmt nach der Pensionierung sprunghaft zu. Jeder dritte Rentner trinkt täglich Alkohol – Tendenz steigend. Wieso werden immer mehr ältere Menschen süchtig und ist das Gesundheitssystem auf diese Entwicklung vorbereitet? Antworten von Suchtexperte Christian Lorenz.
    Viele Frauen und Männer trinken ab 65 Jahren täglich Alkohol. So viel, dass es zum Problem wird. Gesundheitsbefragungen des Bundesamts für Statistik zeigen deutlich: Der tägliche Alkoholkonsum nimmt mit steigendem Alter kontinuierlich zu. Jeder dritte Rentner trinkt täglich Alkohol – Tendenz steigend. Bei den Frauen im gleichen Alter sind die Anteile halb so hoch. In keiner Altersgruppe ist der problematische Alkoholkonsum so verbreitet wie bei den über 65-Jährigen.
    Die Forel Klinik ist die grösste Klinik in der Schweiz für die Behandlung von Alkoholabhängigkeit. Die Anzahl Rentnerinnen und Rentner in der Klinik hat sich verdoppelt. Was treibt immer mehr ältere Menschen in die Alkoholsucht und ist unser Gesundheitssystem darauf vorbereitet? Christian Lorenz, Leiter des medizinisch-therapeutischen Bereichs der Forel Klinik, ist zu Gast bei David Karasek.
    25 min
  • Beat Stauffer: «Die Stimmung in Tunesien ist auf dem Nullpunkt»
    Die Zahl der Menschen, die über das Meer nach Italien flüchten ist viel höher als in den letzten Jahren. Ein Grund dafür ist die Situation in Tunesien. Das Land erlebt eine der schwersten Krisen seit der Unabhängigkeit. 
    Gut zwölf Jahre nach dem arabischen Frühling sind die demokratischen Errungenschaften in Frage gestellt. Aus Protest gegen polizeiliche Willkür zündete sich letzte Woche ein junger Fussballer an.
    Präsident Kais Saied nennt Flüchtlinge und Migranten aus der Subsahara als Grund für die Misere im Land. Viele Tunesierinnen und Tunesier sehen die Migration als einzigen Ausweg aus der Situation.
    Wie gross ist der Rückhalt für Kais Saied im Land? Wie sehen Szenarien aus, wenn es einen Machtwechsel gibt? Steht das Land an einem ähnlichen Punkt wie unter dem Langzeitherrscher Ben Ali?
    Beat Stauffer berichtet seit Jahrzehnten über Tunesien und den Maghreb, er ist Gast im Tagesgespräch.
    27 min
  • Jens Korte: «Die Wall Street lässt niemanden kalt»
    Nichts ist so alt wie die Börsenberichte des vergangenen Tages. Damit muss Jens Korte seit über zwei Jahrzehnten leben. Dennoch bleiben die Ereignisse jedes Tages einzigartig. Erlebnisse wie 9/11 oder die Finanzkrise verändern die Wirtschaft, die Politik, aber auch die eigene Persönlichkeit.
    Als das zweite Flugzeug am 11. September 2001 einschlug, stand Jens Korte vor dem World Trade Center. Er rannte in die New Yorker Börse und rief mit einem Festnetzanschluss seine Kollegen an, um sie zu warnen. Am Tag des Zusammenbruchs der Investmentbank Lehman Brothers 2008 wollte er mit seiner Familie den ersten Geburtstag seines Sohnes feiern, doch statt des Picknicks schob er den Kinderwagen vor der Notenbank auf und ab, um von den Ereignissen zu berichten. Ein Vierteljahrhundert arbeitet Jens Korte als Korrespondent der Finanzmärkte in New York. Was bedeutet ihm die Stadt? Warum sind die USA für ihn das kreativste Land? Welche Erlebnisse ihn geprägt haben und weswegen ihn auch Shanghai interessiert, erzählt Jens Korte im letzten Teil dieser Woche im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    23 min
  • Jens Korte: «Börsenhändler ist kein Beruf mit Zukunft»
    Das Berufsbild des Börsenhändlers hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert. Statt auf dem Parkett ins Telefon zu brüllen und Millionen zu verdienen, starren Trader heute auf Monitore. Wie erklärt sich dieser Wandel? Antworten hat SRF-Börsenkorrespondent Jens Korte.
    Noch vor 20 Jahren liefen sich die Börsenhändler, die sogenannten Trader, an der Wall Street die Füsse wund und schrien sich heiser. Der Berufsalltag der rund 7000 Trader war so hektisch, dass auch niemand Zeit hatte, um Börsenkorrespondent Jens Korte ein Interview oder eine Auskunft zu geben. Heute ist das ganz anders. Alles ist ruhig, alle haben Zeit, auch, um die Fragen des Journalisten zu beantworten. Die Arbeit auf dem Parkett erledigt unterdessen der Computer. So wird wohl auch die Börse an der Wall Street über kurz oder lang zum Museum. Vom Berufsziel Börsenhändler würde Jens Korte allen jungen Menschen abraten. Was hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert? Warum hängt gerade New York besonders an der Börse und ihrer Tradition? Handeln Computer rationaler als Menschen?
    17 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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