Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Jacques Pilet: Beobachter der Westschweiz
    In der Westschweiz geht gerade viel: In der Waadt gab die Kontroverse um Valérie Dittlis Steuersitz und der weiter verzögerte Ausbau des Bahnhofs Lausanne zu reden. In Genf könnte ein Comeback von Pierre Maudet bevorstehen. Zum grossen Ärger der Westschweizer Politikerinnen und Pendler.
    Dittli, Maudet, der Bahnhof Lausanne: In der Westschweiz sorgen mehrere Themen für Ärger. Die Waadtländer Finanzministerin Valérie Dittli geriet in die Kritik, weil sie im Kanton Zug Steuern zahlte, obwohl sie in Lausanne politisierte – und ihr dort auch Geld verdiente. Der frühere Genfer Regierungsrat Pierre Maudet versucht ein Comeback in der Politik, obwohl er wegen eines Korruptionsdelikts verurteilt wurde. Und der Umbau des Bahnhofs Lausanne wird stetig verschoben.
    Der Westschweizer Journalist Jacques Pilet hat vor über 60 Jahren seinen ersten Zeitungsartikel geschrieben und mehrere Publikationen gegründet: Zum Beispiel die Zeitschrift L'Hebdo. Noch heute greift er wöchentlich in die Tasten und publiziert auf seinem Online-Portal «Bon pour la tête».
    27 min
  • Herbert Grönemeyer: «Unsere Köpfe sind dauernd am Anschlag»
    Herbert Grönemeyer ist einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands. Nun ist er zurück mit einem neuen Album über Krieg, Krisen und Corona-Pandemie. Welche Spuren haben die letzten Jahre auf seinem neuen Album hinterlassen?
    Corona-Pandemie, Krieg in Europa, Energienot, Inflation. Der Welt bleibt derzeit nicht viel erspart. Was tun? Das fragt sich Herbert Grönemeyer. Einer der erfolgreichsten Musiker Deutschlands veröffentlicht am Freitag sein neues Album «Das ist los». Darin beschäftigt sich der bald 67-Jährige mit dem Zustand unserer Gesellschaft, der sich seiner Meinung nach durch Krieg, Krisen und Pandemie verändert hat. Herbert Grönemeyer, ein Analyst unserer Zeit, will mit seinen Texten aufrütteln. Und ab und zu auch nur unterhalten. Er ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Vincent Ducrot: SBB – nächster Halt Europa?
    Das Defizit der SBB hat sich verkleinert, die Passagierzahlen steigen. Doch auch die Herausforderungen nehmen zu: Die Romandie fühlt sich abgehängt, Energie wird teurer, der Druck in der EU nach Liberalisierung bei internationalen Verbindungen nimmt zu. SBB-Chef Vincent Ducrot ist gefordert.
    Fast auf den Tag genau seit drei Jahren ist Vincent Ducrot Chef der SBB. Die Pandemie ist auf dem Durchzug, die Passagierzahlen steigen, das Defizit ist kleiner geworden. Vor allem der Freizeitverkehr boomt. Die SBB überlegt sich, am Wochenende mehr Züge fahren zu lassen, ohne aus dem Takt zu fallen. Trotzdem mangelt es nicht an Herausforderungen. Eben erst musste der SBB-Chef erklären, dass sich die Bauarbeiten am Bahnhof Lausanne um weitere viereinhalb Jahre verzögern. Dies kommt in der Romandie schlecht an, fühlt sich dieser Landesteil durch die SBB allgemein schlechter gestellt. Probleme bietet auch die Energieversorgung, der letzte trockene Sommer hat die Eigenproduktion der SBB schrumpfen lassen. Nun will auch sie mit Solarkraftwerken in den Alpen zu neuem Schub kommen. Vincent Ducrot muss auf allen Geleisen die Übersicht behalten, um die Weichen richtig zu stellen: Wie und wo sollen in Bahnhöfen Passagier-Daten gesammelt werden? Welche Wohnbaupolitik verfolgt die SBB bei ihren Immobilien? Wird Bahnfahren teurer? Und wie will die SBB ihr Monopol auch gegen Druck aus der EU behalten, wenn es um internationale Zugverbindungen geht? SBB-Chef Vincent Ducrot ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    28 min
  • Joachim Gauck: Ein Bundespräsident, der warnte
    Joachim Gauck war Bundespräsident Deutschlands, als Russland die Halbinsel Krim annektierte. Schon damals, 2014, warnte Gauck vor dem Aggressor Putin. Nun setzt er sich vehement für die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ein und kritisiert die Weigerung der Schweiz, Waffen zu liefern.
    Im heutigen «Tagesgespräch» findet der ehemalige deutsche Bundespräsident Joachim Gauck deutliche Worte: Der 83jährige kritisiert die Schweiz für ihre Weigerung, die Weitergabe von Waffen an die Ukraine zu ermöglichen. Die Schweiz könne beides anbieten: Waffen und gleichzeitig ihre diplomatischen Dienste. Schon vor einem Monat warb Joachim Gauck an der Münchner Sicherheitskonferenz für militärische Unterstützung für die Ukraine.
    Joachim Gauck war von 2012 bis 2017 der erste parteilose Bundespräsident von Deutschland. Im Gespräch mit David Karasek spricht er über die Rolle der Schweiz in Europa, über unsere Neutralitätsdebatte und über seine Erfahrungen mit Wladimir Putin.
    27 min
  • Marcel Rohner: «Die Glaubwürdigkeit des Bankenplatzes bleibt»
    Die UBS schluckt die CS - eine Zäsur in der Schweizer Wirtschaftsgeschichte. Die Schweizerische Bankiervereinigung stellt sich hinter diesen Übernahme-Deal. Es sei die beste Lösung zur raschen Wiederherstellung des verlorengegangenen Vertrauens, sagt Präsident Marcel Rohner.
    Die Schweizerische Bankiervereinigung stellt sich hinter die Übernahme der Credit Suisse durch die UBS. Es sei die beste Lösung zur raschen Wiederherstellung des verlorengegangenen Vertrauens, sagt Marcel Rohner, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Die getroffene Entscheidung sei schlussendlich zum Wohl des Finanzplatzes Schweiz erfolgt.
    Marcel Rohner ist seit 30 Jahren im Finanzsektor tätig und war während der Weltfinanzkrise 2008 Konzernleiter der UBS. Im «Tagesgespräch» ist er zu Gast bei David Karasek.
    28 min
  • Reto Schiltknecht: «Das Management muss belangt werden können»
    Bis 2021 war Reto Schiltknecht Mitglied der Finanzmarktaufsicht Finma. Er hat die heutige Krise der CS bereits im Herbst in Fachzeitschriften beschrieben. Die bestehenden Aufsichtsregeln reichen seiner Meinung nach aus, doch es fehle an Möglichkeiten, um das Management zur Rechenschaft zu ziehen.
    Übers Wochenende ging die Ära Credit Suisse abrupt zu Ende. Der Bundesrat setzt Notrecht ein, die Schweizerische Nationalbank stellt für die Übernahme insgesamt 200 Milliarden Liquiditätshilfe zur Verfügung und die UBS übernimmt die CS für drei Milliarden Franken. Das wirft Fragen auf: Wie konnte es so weit kommen? Warum haben die Behörden nicht früher interveniert? Was bedeutet der Niedergang der CS für den Finanzplatz Schweiz? Und was braucht es, um solche Krisen künftig zu verhindern?
    Reto Schiltknecht war zwischen 2010 und 2021 Mitglied der Finanzmarktaufsicht Finma. Er hat bereits im letzten Herbst die Probleme der CS und deren Konsequenzen in Fachartikeln beschrieben. Dennoch sieht er keine Möglichkeit, wie die Behörden früher hätten intervenieren können. Die Verantwortung an der momentanen Situation trägt für ihn das Management. Dort möchte er auch ansetzen: Es müssten Möglichkeiten geschaffen werden, damit das Bankenkader zur Rechenschaft gezogen werden kann. So würde sich auch das Verhalten der Manager ändern. Reto Schiltknecht ist heute Finanzmarktberater und im «Tagesgespräch» zu Gast bei Karoline Arn.
    28 min
  • Urs Birchler: «Auch eine solvente Bank kann Opfer werden»
    Die Credit Suisse hat von der SNB 50 Milliarden Franken erhalten. Damit soll das Vertrauen gestärkt und der Abwärtstrend gestoppt werden. Nun droht aus den USA eine Sammelklage. Wirken die Stabilisierungs-Massnahmen als Folge der Finanzkrise ausreichend? Bankenexperte Urs Birchler ordnet ein.
    Der Sinkflug der CS-Aktie scheint aufgehalten. Die Schweizerische Nationalbank hat der zweitgrössten Schweizer Bank 50 Milliarden Franken geliehen, um das Vertrauen in die Bank zu stärken. Doch nun droht mit einer Sammelklage aus den USA neues Ungemach. Auch wenn die Situation nicht vergleichbar mit der Finanzkrise vor 15 Jahren ist, ausgestanden ist die Krise nicht: Eine weitere Bank musste in den USA mit Geld gerettet werden.
    Urs Birchler war Mitglied der Direktion der Schweizerischen Nationalbank SNB und Professor für Banken- und Geldwesen an der Universität Zürich. Wie beurteilt er die Lage? Werden weitere Banken in Not geraten? Ist die CS wirklich über dem Berg? Genügen die Massnahmen wie das «Too big to fail-Gesetz», um diese und künftige Krisen zu meistern? Urs Birchler ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    26 min
  • Natalia Widla: Blick hinter die Revision des Sexualstrafrechts
    30 Jahre alt ist das Schweizer Sexualstrafrecht. Die Revision steht vor dem Abschluss. Wird «Nein heisst Nein» zu mehr Meldungen und Verurteilungen von sexualisierter Gewalt führen?
    Jede fünfte Frau erlebt sexualisierte Gewalt. Von diesen Frauen geht nur jede zehnte zur Polizei und nur jede achte macht eine Anzeige. Wo genau liegen die Probleme? Bei der Polizei? Beim Gericht? Beim Sexualstrafrecht? Die Journalistinnen Natalia Widla und Miriam Suter haben mit betroffenen Frauen über ihre Erfahrungen bei der Polizei, bei den Einvernahmen und im Gericht gesprochen. Sie haben Opferberaterinnen befragt und in die Polizeiausbildung begleitet. Dabei hat sich gezeigt: Vorurteile beeinflussen auch heute noch die Verfahren bei sexualisierter Gewalt. Was erzählen die Frauen? Wie kann die Opferhilfe Unterstützung bieten? Und wird mit der Revision des Sexualstrafrechts nun vieles besser? Natalia Widla ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    27 min
  • Philipp Scholkmann: «Nach den Erdbeben fehlt es an sehr vielem»
    Städte in Trümmern, 50'000 Tote, Millionen Obdachlose: An eine Rückkehr zur Normalität ist im Osten der Türkei fünf Wochen nach den Beben überhaupt nicht zu denken. Das sagt SRF-Auslandredaktor Philipp Scholkmann, der das Erdbebengebiet besucht hat.
    Anfang Februar erschütterten mehrere schwere Erdbeben Ostanatolien und den Norden von Syrien. Die Erdstösse forderten über 50'000 Menschenleben und zerstörten mehr als 100'000 Häuser. In manchen Städten stürzten ganze Häuserzeilen ein. Die Uno spricht von mehreren Millionen Obdachlosen.
    Philipp Scholkmann hat für Radio SRF verschiedene Städte im Osten der Türkei besucht, die schwer vom Erdbeben getroffen wurden. Nach Gesprächen mit betroffenen Menschen vor Ort schildert er seine Beobachtungen und erklärt, was es für den Wiederaufbau braucht.
    26 min
  • Maren Peters: «Junge Afghaninnen sahen in mir Rettungsengel»
    Zehn Tage besuchte SRF-Südasien-Korrespondentin Maren Peters Afghanistan. Die Landschaft und die Gastfreundschaft haben sie begeistert, die Armut und Perspektivenlosigkeit bedrückt. Frauen schilderten ihre Situation: Wie sie zuhause zu lernen versuchen oder Teppiche knüpfen. Viele möchten weg.
    Zehn Tage konnte Maren Peters Afghanistan bereisen. Sie ist eine der wenigen Journalistinnen, die von den Taliban eine Einreisebewilligung erhielt. Fast menschenleer seien die Strassen der Millionenstadt Kabul, vor allem Frauen nur selten unterwegs, die Armut, vor allem der Hunger, gross, besonders bei Frauen und Kindern. Das berichtet die SRF-Korrespondentin für Südasien.
    Maren Peters hat in einem afghanischen Spital eine Abteilung mit unterernährten Kindern besucht, die von Ärztinnen und Pflegerinnen betreut werden. Seit der Machtübernahme der Taliban dürfen Frauen jedoch nicht mehr länger studieren. Was die medizinische Versorgung des Landes in Zukunft noch prekärer gestalten dürfte.
    Trotz grosser Armut sei die Gastfreundschaft im Land jedoch gross, sagt Maren Peters. Sie erlebte den Alltag der Frauen, die heute nur noch zuhause lernen können oder in stickigen Höhlen Teppiche knüpfen, um etwas Geld zu verdienen. Auch konnte die SRF-Südasien-Korrespondentin mit den Taliban über die Zustände im Land sprechen.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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