Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Michael Elsener: «Wahlen sind das Hobby einer Minderheit»
    Politologe und Kabarettist Michael Elsener ist wieder auf Tournee. Mit seinem neuen Bühnenprogramm will der 37-Jährige, die Demokratiemüdigkeit der Schweizerinnen und Schweizer kurieren.
    Die Wahlbeteiligung in der Schweiz ist bekanntlich tief. Bei den letzten eidgenössischen Wahlen vor vier Jahren wurde mit 45 Prozent einer der tiefsten Werte der Geschichte erreicht. Die Abnahme der Wahlbeteiligung konnte man in allen Kantonen feststellen.
    Im Oktober wählt die Schweizer Bevölkerung das Parlament neu. Voraussichtlich wird jedoch nur die Hälfte oder weniger der Aufforderung zur Wahl folgen. Mehr als jede und jeder zweite Wahlberechtigte in diesem Land wirft das Wahlcouvert gleich direkt ins Altpapier.
    Von wo kommt dieses geringe Interesse? Das fragt sich auch der Politologe und Kabarettist Michael Elsener. In seiner neuen Polit-Comedy-Show will er die Demokratiemüdigkeit der Schweizerinnen und Schweizer kurieren. Wählen und Abstimmen dürfe nicht das Hobby einer Minderheit sein, sagt der Satiriker.
    25 min
  • Natan Sznaider: «Die Situation in Israel ist gefährlich»
    Seit Wochen demonstrieren in Israel zehntausende Menschen gegen eine geplante Justizreform. Die rechte Regierung von Benjamin Netanjahu will damit die Macht des obersten Gerichts massiv einschränken. Wegen der Reform drohe dem Land eine gefährliche Spaltung, meint Soziologieprofessor Natan Sznaider.
    Es sind Woche für Woche die gleichen Bilder aus Israel: Tausende, ja Zehntausende gehen auf die Strasse und protestieren lautstark gegen die geplante Justizreform. Teilweise haben mehr als 200'000 Personen an den Kundgebungen teilgenommen.
    Auslöser der Proteste ist ein Projekt der rechten Regierung in Israel: Sie will, dass das Parlament Urteile des obersten Gerichts überstimmen kann. Ausserdem soll die Regierung mehr Einfluss auf die Ernennung von Richtern erhalten.
    Diese Pläne der Regierung seien sehr problematisch, sagt der israelische Soziologieprofessor Natan Sznaider. Die Reform würde die Aufhebung der Gewaltenteilung bedeuten und sei eine Gefahr für die Demokratie im Land.
    26 min
  • Christian Levrat: Wird die Post teurer?
    Weniger Päckli, weniger Briefe: Die Post hat im vergangenen Jahr einen Konzerngewinn von 295 Millionen Franken ausgewiesen. Das sind 30% weniger als im Vorjahr. Die Post will darum im nächsten Jahr die Preise erhöhen. Post-Präsident Christian Levrat ist zu Gast im Tagesgespräch.
    Der Gewinn der Post ist im vergangenen Jahr zusammengeschrumpft. Minus 157 Millionen Franken. Die Post erklärt den geschrumpften Gewinn mit um vier Prozent rückläufigen Brief- und Paketmengen wegen der gedrückten Konsumentenstimmung und Lieferengpässen. Ausserdem hätte der Krieg in der Ukraine das Geschäft beeinträchtigt. Die Post verdient also deutlich weniger – jetzt will sie höhere Preise. Der Preisüberwacher soll einer Preiserhöhung ab 2024 zustimmen. Ohne Preiserhöhungen, könne man die Grundversorgung nicht mehr garantieren. Christian Levrat, Verwaltungsratspräsident der Post, ist zu Gast bei David Karasek.
    28 min
  • Stefan Wolter: Dem Bildungsdampfer Riffs und Stürme aufzeigen
    Die Pandemie hat die Leistungen der Schülerinnen und Schüler nicht geschmälert. Mädchen sind doppelt so häufig von beleidigenden Äusserungen im Netz betroffen als Knaben: Stefan Wolter verfasst alle vier Jahre den Bildungsbericht mit Daten und Fakten als Grundlage der Schweizer Bildungspolitik.
    Er ist 400 Seiten dick, fast anderthalb Kilo schwer und beinhaltet 500 Bildungsthemen: Der Schweizer Bildungsbericht, der alle vier Jahre erscheint. Dieses Mal mit einem Jahr Verspätung, damit Erkenntnisse zur Corona-Pandemie einfliessen konnten. Die zusammengetragenen Fakten und Zahlen lesen sich wie ein Lexikon zur Entwicklung der Schweizer Kinder und Jugendlichen, zu Schulfragen, zum Stand der Ausbildungen und den vielfältigen kantonalen Unterschieden. Stefan Wolter, Direktor der Schweizerischen Koordinationsstelle für Bildungsforschung und Leiter der Forschungsstelle für Bildungsökonomie an der Universität Bern hat diesen Bericht im Auftrag der Kantone und des Bundes zum vierten Mal veröffentlicht. Wie beurteilt er die Entwicklung der letzten fünfzehn Jahre? Hat die Corona-Pandemie zu Lerneinbussen geführt? Erreicht die Schweiz ihre Ziele punkto Ausbildungen? Ab wann wird die Integration von Schülerinnen und Schülern mit besonderen Bedürfnissen zur Belastung für die ganze Klasse? Welche Chancenungerechtigkeiten existieren zwischen Knaben und Mädchen? Stefan Wolter bezeichnet die Bildung als Dampfer. Er beobachtet seinen Kurs und zeigt Untiefen auf und kündet Stürme an. Stefan Wolter ist nun zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    27 min
  • Samuel Burri: Der Krieg, über den niemand spricht
    Nach zwei Jahren brutalen Bürgerkriegs in der äthiopischen Region Tigray herrscht seit November eine Waffenruhe. Die Kämpfe seien seither in der Tat praktisch eingestellt worden, sagt Afrika-Korrespondent Samuel Burri. Er hat die Region Tigray kürzlich besucht.
    Schätzungen zufolge, sind rund 600'000 Menschen an den Folgen des Bürgerkriegs in der Region Tigray im Norden Äthiopiens gestorben. Nun herrscht ein Friedensabkommen und die Wege nach Tigray sind wieder geöffnet. Doch der Augenschein vor Ort zeigt, wie sehr die Menschen von den Kriegsjahren gezeichnet sind.
    Bei den Kämpfen waren laut UN seit November 2020 mehrere Hunderttausend Menschen ums Leben gekommen. Die Denkfabrik International Crisis Group bezeichnete den Konflikt als einen der tödlichsten weltweit". SRF-Korrespondent Samuel Burri hat die äthiopische Region Tigray besucht. Eine schwer traumatisierte Region. Wieso hat dieser Krieg nahezu abseits der Weltöffentlichkeit stattgefunden? Und wie kann Frieden einkehren nach so viel Tod? Antworten von Samuel Burri im «Tagesgespräch» mit David Karasek.
    27 min
  • Thomas Süssli: «Die Armee erfährt grössere Wertschätzung»
    Der Angriffskrieg gegen die Ukraine hat auch Auswirkungen auf die Schweizer Armee. Die Verteidigung wird wichtiger. Armeechef Thomas Süssli will keine grosse Armeereform, aber einen Umbau in kleinen Schritten: Mit neuen Waffen, einer neuen Führungskultur und weniger vorzeitigen Austritten.
    Die Schweiz soll sich wieder verteidigen können. Dies sind die Lehren aus dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine. Sicherheitspolitiker fordern deshalb eine neue Strategie, eine neue Doktrin. Armeechef Thomas Süssli setzt aber lieber auf eine Reform in kleinen Schritten.
    Trotz Kritik möchte er die Beschaffung bewaffneter Drohnen prüfen, ebenso wie den Kauf neuer Panzer. Vor allem aber will er verhindern, dass jährlich Tausende Armeeangehörige vorzeitig aus der Armee ausscheiden. 
    Wie will Thomas Süssli diesen Umbau bewerkstelligen? Wie hat der Angriffskrieg das Weltbild des Schweizer Armeechefs verändert? Und wie viele Leopard-Panzer kann die Schweiz an Deutschland entbehren? Thomas Süssli ist im «Tagesgespräch» bei Karoline Arn zu Gast.
    28 min
  • Reynald Parmelin: Der erste Bio-Winzer der Waadt
    In der Schweiz stehen die ersten Flaschen mit Jahrgang 2022 für den Verkauf bereit. Auch auf dem Weingut «La Capitaine» von Reynald Parmelin, dem ersten Bio-Winzer im Kanton Waadt. Bio-Weine sind gefragt - doch in Zeiten des Klimawandels nicht einfach herzustellen.
    Zuerst die grosse Nässe im Sommer 2021, dann die grosse Trockenheit im Sommer 2022. Das stellt die Bauern und mit ihnen auch die Weinbauern vor grosse Herausforderungen. Auch am Genfersee, wo Reynald Parmelin proudziert. Er war der erste Bio-Winzer im Kanton Waadt. Heute produziert er im Schnitt 200'000 Flaschen Bio-Wein im Jahr. Ihm bereitet nicht nur der Wassermangel Sorgen, sondern auch die Tatsache, dass immer weniger Wein getrunken wird.
    26 min
  • Ursula Schneider Schüttel: Pro Natura im Clinch
    Das Parlament behandelt in dieser Frühjahrssession das Gesetz für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien. Mit dem Gesetz sollen unter anderem Hürden für Baubewilligungen abgebaut werden. Das wiederum bedroht Biotope von nationaler Bedeutung. Umweltverbände sind im Clinch.
    Solaranlagen in den Alpen, neue grosse Speicherseen und Windparks: Seit der drohenden Energieknappheit zeigt sich, wie drängend der Ausbau von erneuerbaren Energien in der Schweiz ist. Doch bei der beschlossenen Energiewende harzt die Umsetzung. Nun will das Parlament vorwärts machen: Unter anderem im Gesetz für eine sichere Stromversorgung mit erneuerbaren Energien sollen Projekte von nationaler Bedeutung forciert werden und Hürden für Baubewilligungen abgebaut werden, damit die Schweiz schneller mehr Energie gewinnen kann. Dass aber auch in Biotopen von nationaler Bedeutung neue Anlagen gebaut werden dürfen, dagegen regt sich Widerstand. 
    Umweltverbände wie Pro Natura sind gefordert: Wo sind sie bereit, Hand zu bieten und Kompromisse einzugehen? Haben der Umweltschutz oder die Energiewende höhere Priorität? Wie können die jahrelangen Blockierungen bei den Bewilligungsverfahren gelöst werden? Antworten liefert Ursula Schneider Schüttel, Präsidentin von Pro Natura und SP-Nationalrätin.
    28 min
  • Franz Hohler: «Mundart kann manchmal gefährlich sein»
    Der Kabarettist und Schriftsteller Franz Hohler hat Figuren geschaffen wie das Totemügerli. Er schreibt Gedichte, Bücher für Erwachsene und Kinder und sagt, was er denkt und was ihn bewegt. Heute feiert er seinen 80. Geburtstag. Sprache als Geschenke zur Geburt hat Hohler ein Leben lang gepflegt.
    Es «bärndütsches Gschichtli» ist es nicht, was Franz Hohler heute bei uns erzählt. Für jede Zeit sucht er die passende Form für seine Geschichten. Als Kabarettist umsetzen, was politisch passiert, reizt Franz Hohler heute nicht mehr. Andere Formen wie Erzählungen behagen ihm mehr. Seit Kindheit ist die Sprache sein wichtigstes und liebstes Instrument. Die Sprache, verletzlich wie eine Person, zuweilen verletzend auch. Sprache, die zum Spielen einlädt, etwas bewegen oder verarbeiten kann. Was Globi mit seiner Karriere zu tun hat, warum René nicht spricht, ob man heute mit weniger Konsequenzen rechnen muss, wenn man öffentlich seine Meinung sagt - das erzählt Franz Hohler im Tagesgespräch. Er ist zu Gast bei Karoline Arn.
    27 min
  • Ralph Lewin: Sorge wegen wachsendem Antisemitismus
    In der Schweiz gab es 2022 erneut etwas mehr Antisemitismusvorfälle. Der Präsident des Israelitischen Gemeindebunds, Ralph Lewin, ist besorgt. Denn das Gros der Fälle stamme aus den Reihen von Verschwörungstheoretikern. Er fordert Massnahmen vom Bund.
    Für die jüngste Zunahme von antisemitischen Vorfällen in der Schweiz sind nicht die klassischen Extreme linker, rechter oder islamistischer Ausprägung verantwortlich, sondern eine neue Entwicklung, die aus der Kritik an Corona-Massnahmen entstanden ist. Laut dem Antisemitismusbericht 2022, habe sich eine Subkultur entwickelt, deren Anhängerinnen und Anhänger überzeugt sind, dass hinter vielem eine geheime Macht steht, welche die Menschheit dezimieren wolle. Wie so oft in der Vergangenheit sei die Verknüpfung zu «den Juden» oder wahlweise auch «den Rothschilds» oder «den Zionisten» schnell gemacht, heisst es im Bericht weiter. Es zeige sich, dass eine generelle Zunahme von Verschwörungstheorien auch zu einer Zunahme antisemitischer Verschwörungstheorien führe.
    SIG-Präsident Ralph Lewin fordert ein staatliches Engagement beim Monitoring von Antisemitismus und Rassismus sowie eine Prüfung der rechtlichen Mittel zur Erfassung und Beschränkung von Hassrede. Zudem müsse ein Verbot von Nazisymbolen umgesetzt werden.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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