Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Leo Wigger: «So umstritten war eine Fussball-WM noch nie»
    Am Sonntag beginnt in Katar die Fussball-Weltmeisterschaft. Eine WM, die von Skandalen überschattet wird. Es lohne sich, genau nach Katar zu schauen. Denn vielleicht seien im konservativen Golf-Emirat gesellschaftliche Entwicklungen möglich, sagt Nahost-Kenner Leo Wigger im «Tagesgespräch».
    Katar ist auf der Weltkarte ein Winzling mit nicht einmal drei Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern. Es ist kein grosses Fussballland. Im Wüstenstaat ist es sehr heiss, sogar im Winter. Für die Fussball-WM wurden extra sechs neue Stadien gebaut – die danach nicht mehr gebraucht werden. Beim Bau der Stadien kamen viele Gastarbeiter ums Leben.
    Im Land sind die Rechte der LGBTQ-Community nicht garantiert. Homosexualität ist verboten. Die katarischen Frauen haben weniger Rechte als die Männer. Und ausserdem ist Katar das Land mit dem höchsten CO2-Ausstoss pro Kopf – weltweit.
    Die Liste der Kritikpunkte ist also lang. Und bereits die Vergabe der WM war umstritten, weil Katar von allen Bewerbern am schlechtesten abgeschnitten hatte. Deshalb wurden immer wieder Rufe nach einem WM-Boykott laut.
    Doch nun beginnt die Weltmeisterschaft – an der auch die Schweiz teilnimmt. Es sei richtig und wichtig, die Probleme der aktuellen WM anzusprechen, sagt dazu Leo Wigger. Wigger arbeitet für das Nahost-Magazin «Zenith» und hat mit einem Co-Autor das Buch: «Katar 2022: So eine WM gab es noch nie» geschrieben.
    Gleichzeitig gebe es auch die Hoffnung, dass sich gewisse Dinge in Katar auch zum Besseren entwickeln, sagt Wigger im «Tagesgespräch». Er ist zu Gast bei Rafael von Matt.
    27 min
  • Moritz Leuenberger: Muss es ein Frauenticket sein?
    Die Frage wer Simonetta Sommaruga als Bundesrätin beerbt, sorgt für Diskussionen. Moritz Leuenberger findet, die Parteileitung der SP habe einen Fehler gemacht, als sie ein reines Frauenticket für die Bundesratswahl gefordert habe. Der alt Bundesrat ist zu Gast im «Tagesgespräch».
    Der kommende Freitag ist vorentscheidend für die Bundesrats-Wahl: Die SVP bestimmt ihr definitives Ticket und die SP legt die Kriterien für ihr Ticket fest.
    Vor allem die Ersatzwahl für den SP-Sitz im Bundesrat schlägt Wellen, inklusive Diskussionen über Diskriminierung und Gleichstellungspolitik. Die SP-Spitze fordert ein reines Frauenticket und hat damit parteiintern für Unruhe gesorgt.
    Kurz vor der Ersatz-Doppelwahl des Bundesrates spricht alt Bundesrat Moritz Leuenberger im «Tagesgespräch» über angebliche Diskriminierung, junge Mütter im Bundesrat und über den Zustand der SP.
    Von 1995 bis 2010 hat Moritz Leuenberger die SP im Bundesrat vertreten. Danach wählte das Parlament Simonetta Sommaruga zu seiner Nachfolgerin. Er ist zu Gast bei David Karasek.
    28 min
  • Judith Kohlenberger: «Die grossen Fluchtbewegungen kommen noch»
    Die Schweiz bereitet sich auf eine Rekordwelle von Flüchtlingen vor, der grössten Flüchtlingskrise seit dem Zweiten Weltkrieg. Überhaupt steigen die Asylanträge in ganz Europa. Dieser Trend werde anhalten, sagt Fluchtforscherin Judith Kohlenberger. Sie ist zu Gast im «Tagesgespräch».
    Die Schweiz erlebt aktuell eine Flüchtlingssituation wie seit Jahrzehnten nicht mehr. Der Bund vergleicht die Lage sogar mit dem Zweiten Weltkrieg. Das Staatssekretariat für Migration rechnet damit, dass die Schweiz in diesem Jahr über 100'000 Menschen aufnehmen wird.
    Über 70'000 Menschen sind bisher vor dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine in die Schweiz geflüchtet und haben den Schutzstatus S beantragt. Hinzu kommen immer mehr Asylsuchende aus klassischen Herkunftsländern. Die Herausforderungen für die Schweiz sind riesig.
    Überhaupt ist ganz Europa mit fast fünf Millionen Vertriebenen Schauplatz der grössten Flüchtlingsbewegung seit dem Zweiten Weltkrieg. Dieser Trend werde anhalten, sagt Fluchtforscherin Judith Kohlenberger. Umso klüger wäre es, die Widersprüche unserer aktuellen Flüchtlingspolitik zu lösen, schreibt sie in ihrem neuen Buch »Das Fluchtparadox«.
    Judith Kohlenberger ist Migrationsforscherin an der Wirtschaftsuniversität Wien. Im Herbst 2015 war sie an der europaweit ersten Studie zur grossen Fluchtbewegung beteiligt. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
    27 min
  • Volker Thiel: «Wir planen noch besseren Corona-Impfschutz»
    Seit einem Monat läuft die Kampagne für eine zweite Auffrischimpfung gegen Covid-19. Doch bisher ist das Interesse verhalten. Virologe Volker Thiel erklärt im «Tagesgespräch», weshalb dies nicht schlimm ist. Und er verspricht für die Zukunft einen noch besseren Impfstoff.
    An Weihnachten 2020 war die Coronaimpfung zum ersten Mal in der Schweiz erhältlich. Und es herrschte ein grosser Andrang – überlastete Anmeldesysteme und Warteschlangen vor den Impfzentren inklusive. Knapp zwei Jahre später ist die Situation eine andere: Der Bund empfiehlt zwar eine zweite Auffrischimpfung, doch von Grossandrang keine Spur: Bisher haben sich erst 6 Prozent der Bevölkerung zum vierten Mal gegen Covid-19 impfen lassen.
    Der Virologe Volker Thiel vom Institut für Virologie und Immunologie des Bundes und der Vetsuisse-Fakultät der Universität Bern sieht darin allerdings kein Problem. Wichtig sei, dass die Impfung für alle verfügbar sei. Inzwischen gebe es in der Bevölkerung eine hohe Grundimmunität gegen das Coronavirus. Derweil hat Thiel mit seinem Team einen neuen Coronaimpfstoff entwickelt, der das Virus noch besser in Schach halten soll.
    Im «Tagesgespräch» erklärt der renommierte Virologe, was der Vorteil des neuen Impfstoffs ist und was es noch braucht, bis er auf den Markt kommt.
    28 min
  • Carlos Henriquez: Humor auf der anderen Seite des Röstigrabens
    Humor hat im täglichen Leben in der Westschweiz einen grossen Stellenwert. Ein beliebtes Sujet sind dabei auch die Deutschschweizer, die immer wieder aufs Korn genommen werden. Im «Tagesgespräch» werfen wir mit Humorist Carlos Henriquez einen Blick über den Röstigraben.
    Ein kleine Humoreinlage am Morgen, eine grosse Humorsendung am Mittag – am Westschweizer Radio begleitet Humor die Menschen durch den ganzen Tag. Es gibt auch in der Westschweiz eine grosse Szene an Humoristen und wichtige Festivals wie etwa in Montreux. Und nun zum Jahresende haben in den grossen Städten die Revues begonnen. Das sind satirische Jahresrückblicke, in denen sich Humoristen über Politiker, Wirtschaftsbosse oder Sportler lustig machen. Carlos Henriquez ist ein Komiker, der auf beiden Seiten des Röstigrabens aufgetreten ist. Für einen Blick auf den Humor in der Westschweiz ist er zu Gast im «Tagesgespräch», bei Westschweizkorrespondent Andreas Stüdli.
    26 min
  • Herfried Münkler: «Für die Ukraine ist das Patt ein Erfolg»
    Vor gut acht Monaten hat die russische Armee die Ukraine überfallen. Anfangs gaben Militärfachleute der Ukraine kaum Chancen – aber sie habe sich überraschend gut verteidigt, sagt der renommierte deutsche Politikwissenschafter und Konfliktforscher Herfried Münkler im «Tagesgespräch».
    Die Invasion der Ukraine verläuft für die russische Armee nicht nach Plan. Gerade gestern musste sie den Rückzug aus der Stadt Cherson bekannt geben. Weil ihm wenige militärische Erfolge gelingen, greift Russland seit Wochen gezielt die Strom- und Energieversorgung der Ukraine an. Damit ist der Krieg in eine neue Phase getreten. Herfried Münkler deutet dies als militärische Schwäche Russlands.
    Herfried Münkler gehört zu den profiliertesten Politikwissenschaftern Europas – er lehrte bis zu seiner Emeritierung 2018 Politische Theorie und Ideengeschichte an der Humboldt-Universität in Berlin. Münkler ist Autor zahlreicher Bücher und ein gefragter Gast auf Podien und für Vorträge – diese Woche auf Einladung des Schweizerischen Instituts für Auslandforschung auch in Zürich. Er ist Gast im «Tagesgespräch». Im Gespräch geht es um die grossen Linien des Konflikts. Und um die Folgen des Krieges für die europäische Politik.
    27 min
  • Sarah Wagner: Nach den Midterms wird es für Biden schwieriger
    Noch werden in den USA die Wahlzettel gezählt: Gemäss ersten Resultaten der Zwischenwahlen, der Midterms, dürften die Republikaner mindestens im Repräsentantenhaus die Mehrheit gewinnen. Dies würde das Regieren für Präsident Biden deutlich schwieriger machen, sagt Politologin Sarah Wagner.
    Bei den Zwischenwahlen in den USA werden alle 435 Sitze im Repräsentantenhaus neu besetzt und ein Drittel der Sitze im Senat. Bisher haben die Demokraten in beiden Parlamentskammern eine knappe Mehrheit. Gemäss den Prognosen wird sich das ändern. Diese folgen dem langjährigen Trend, dass bei Zwischenwahlen die regierende Partei praktisch immer verliert.
    Die Midterms sind für die US-amerikanischen Stimmbürgerinnen und Stimmbürger die Gelegenheit, ihr Urteil über den Präsidenten abzugeben. Joe Biden ist ziemlich unbeliebt. In Umfragen unterstützen ihn nur 41 Prozent der Befragten.
    Besonders brisant: Bei den Republikanern haben auch zahlreiche Kandidatinnen und Kandidaten gewonnen, die Ex-Präsident Donald Trump Lüge verbreiten, er habe die Wahl von 2020 gar nicht verloren, der Sieg sei ihm gestohlen worden. Unter dem Einfluss dieser Trump-Anhänger könnte sich die republikanische Partei weiter radikalisieren. Was auch bereits einen Schatten auf die nächsten Präsidentschaftswahlen von 2024 werfen würde.
    27 min
  • Mathias Lörtscher: «Tierhandel kann den Tieren auch helfen»
    Elefanten in Afrika, Schuppentiere in Asien, Haifische in den Weltmeeren: Es gibt viele Orte, an denen bedrohte Tiere leben. Das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES schützt sie. Mathias Lörtscher vom BLV entscheidet an der CITES-Konferenz über ihr Schicksal – über ganze Tierpopulationen.
    Orchideen vor dem Küchenfenster, Uhren mit einem Armband aus Krokodilleder oder ein Schal aus tibetanischer Antilopen-Wolle für den Herbst. Was wir kaufen dürfen oder nicht, bestimmt das Washingtoner Artenschutzabkommen CITES.
    Die Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora (CITES) ist der entscheidende Dreh- und Angelpunkt bei allen Fragen rund um den internationalen Handel mit bedrohten Wildtieren und Pflanzen. Im Tier- und im Pflanzenkomitee haben Spezialistinnen und Spezialisten aus den jeweiligen Bereichen Einsitz.
    Was auf der CITES-Konferenz nächste Woche in Panama beschlossen wird, regelt den internationalen Handel mit Tieren und Pflanzen. Mathias Lörtscher vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen (BLV) ist Leiter der CITES-Vollzugsbehörde Schweiz. Ab 2016 präsidierte er das CITES-Tierkomitee für drei Jahre. Er sagt, der Handel mit Tieren könne den Tieren auch helfen.
    26 min
  • Almut Kirchner: «Wir können die Klimakrise stoppen»
    An der Weltklimakonferenz im ägyptischen Sharm El-Sheikh, der COP27, suchen knapp 200 Staaten Wege, um den Klimawandel zu bremsen. Die Prognostikerin Almut Kirchner sagt, «jede einzelne dieser Konferenzen ist wichtig.»
    Das Ziel der Weltgemeinschaft ist klar: Die Erderwärmung soll bis Ende dieses Jahrhunderts auf 1.5 Grad beschränkt werden. Laut dem neusten Uno-Bericht geht es aber in eine andere Richtung. Wenn nicht bald schärfere Massnahmen ergriffen werden, dürfte sich die Erde um 2.5 Grad erwärmen, verglichen mit dem Beginn des industriellen Zeitalters.
    Nun treffen sich rund 40'000 Regierungsvertreterinnen, Fachleute, Lobbyisten und Journalistinnen in Sharm El-Sheikh in Ägypten. An der COP 27 wollen sie sich auf Massnahmen im Kampf gegen den Klimawandel einigen. Doch was bringen solche Konferenzen? Kann die Menschheit den Kollaps überhaupt noch verhindern?
    Die Prognostikerin Almut Kirchner hat als Energie-Expertin im Auftrag des Bundes für die Schweiz die «Energieperspektiven 2050» erstellt. Sie sagt: «Als Industrieländer haben wir uns und der Welt ein grosses Problem eingebrockt. Das kann auch nur weltweit gelöst werden.»
    28 min
  • Marianne Lienhard: Die Kantone in der Flüchtlingskrise
    Der Bund muss Asylsuchende so schnell wie möglich an die Kantone weitergeben, da die Bundesasylzentren besetzt sind. Wie gut sind die Kantone vorbereitet? Frage an Marianne Lienhard, Glarner Regierungsrätin und Vizepräsidentin der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und -direktoren.
    Die Schweiz erlebt eine Flüchtlingskrise, wie es sie seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben hat. Der Bund hat Kapazitäten und Geld aufgestockt, trotzdem sind alle Plätze in den Bundesasylzentren belegt und Asylsuchende müssen vorzeitig in die Kantone gebracht werden. Diese sind gefordert: mit der privaten Unterbringung von Flüchtlingen aus der Ukraine und mit der Zunahme an Asylsuchenden, die zwar in die Kantone kommen, aber bereits einen abgewiesenen Asylentscheid haben. Wie sind die Kantone vorbereitet? Wie läuft die Zusammenarbeit mit dem Bund? Und welche Hilfe leistet die Bevölkerung?
    Marianne Lienhard ist Glarner Regierungsrätin und Vizepräsidentin der Konferenz der kantonalen Sozialdirektorinnen und Sozialdirektoren. Im «Tagesgespräch» ist sie zu Gast bei Karoline Arn.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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