Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Leandra Bias über die Wahlen in Russland
    Russland ohne Vladimir Putin ist eine Vorstellung, die vielen Russinnen und Russen undenkbar scheint: Seit über 20 Jahren steht er an der Spitze des russischen Staates. 
    Auch jetzt, vor den Parlamentswahlen, die am Freitag beginnen, sieht es danach aus, als würden sich die Machtverhältnisse in den kommenden fünf Jahren nicht verändern. Denn es ist eine Wahl ohne wirkliche Alternativen.
    Doch Präsident Putins Regierungspartei hat in den letzten Jahren an Rückhalt verloren. Besonders eine junge Generation von Russinnen und Russen wünscht sich ein Land ohne den «ewigen Herrscher» Putin. Wer aber Kritik äussert, geht erhebliche Risiken ein. Leandra Bias ist eine profunde Kennerin der russischen Politik. Die Politikwissenschaftlerin hat ihre Russland- und Osteuropastudien in Oxford abgeschlossen und sich intensiv mit autoritären Regimes auseinandergesetzt. Sie arbeitet als Gender-Expertin bei der Schweizerischen Friedensstiftung Swisspeace und ist zu Gast bei Anita Richner.
    25 min
  • Jens Korte: «Wer ans grosse Geld will, ziehts an die Wall Street»
    Vom kleinen Startup zum Milliardenkonzern: Heute geht der Schweizer Sportschuhhersteller On in New York an die US-Börse. Was sind Chancen und Risiken des Börsengangs? Gast im «Tagesgespräch» ist Börsenexperte Jens Korte.
    Grosser Tag für den Schweizer Laufschuhhersteller On: Das Unternehmen mit Sitz in Zürich nimmt heute den Börsenhandel an der Wall Street auf und dürfte damit auf einen Schlag zum Milliardenkonzern werden. Bereits gestern hat ein anderes Schweizer Unternehmen den Sprung an die US-Börse gewagt: der Sportdatenanbieter Sportradar aus St. Gallen wird nun ebenfalls in New York gehandelt. Die Schweizer Unternehmen sind in guter Gesellschaft: Insgesamt könnte 2021 könnte zu einem neuen Rekordjahr der Börsengänge werden. Die Unternehmen drängen an die Börsen, vor allem an die US-amerikanischen, und wollen durch die Ausgabe von Aktien neue finanzielle Mittel gewinnen. Denn die Börsen boomen, knacken eine Rekordmarke nach der anderen. Wie lange wird der Höhenflug noch andauern? Und wie gefährlich ist der Boom für die reale Wirtschaft? Darüber sprechen wir mit Jens Korte, Börsenexperte und Journalist an der Wall Street in New York. Er berichtet unter anderem für Radio SRF von der US-Börse. Derzeit ist er zu Besuch in der Schweiz.
    26 min
  • Walter Kunz und Christian Laesser: Die Reisebranche kämpft ums Überleben
    Die Pandemie hat den Tourismus noch immer fest im Griff; die Folgen sind verheerend fürs Reisegeschäft, denn es generiert wenig Umsatz und leidet unter hohen Zusatzkosten. Doch: Bietet die Krise der Branche auch die Chance zur nachhaltigen Veränderung? Wir fragen im «Tagesgespräch» zwei Experten.
    Die Covid-Pandemie hat dem Reisebusiness eine Zwangspause verordnet – kaum eine andere Branche wurde in den letzten Monaten so hart getroffen. Massive Umsatzeinbrüche, grosse Arbeitsplatzverluste: Viele Schweizer Reisebüros kämpfen ums Überleben. Eine einst gesunde Branche sieht sich grundlegend gefährdet, denn auch die unmittelbaren Aussichten werden von den Reise-Profis als ziemlich schlecht beurteilt.
    Doch es gibt auch wieder Licht am Ende des Tunnels. Die Menschen wollen reisen und haben Nachholbedarf. Was heisst das für die Zukunft? Wie wird sich das Reisegeschäft nach der Pandemie entwickeln? Kommt es wieder zu Massentourismus oder rückt vermehrt die Nachhaltigkeit in den Vordergrund?
    Das will Marc Lehmann von Tourismus-Professor Christian Laesser von der Universität St. Gallen und von Walter Kunz, dem Geschäftsführer des Schweizer Reise-Verbands, wissen. Er hat die beiden Experten anlässlich der heutigen Bilanz-Medienkonferenz des Verbands am Flughafen Zürich getroffen.
    28 min
  • Franz J. Marty: «Wenig Verhandlungsmacht gegenüber den Taliban»
    Lassen sich humanitäre Hilfe für Afghanistan mit Bedingungen an die Taliban verknüpfen? Vor dieser Frage steht die internationale Gemeinschaft. Der Journalist Franz J. Marty in Kabul ordnet im «Tagesgespräch» die Verhandlungsbereitschaft der Taliban ein und beschreibt das Leben unter den Taliban.
    Knapp ein Monat ist vergangen, seit die Taliban in Afghanistan wieder an der Macht sind. Ob die neuen Machthaber tatsächlich moderater sind als früher, wird nach der vorgestellten Übergangsregierung und ersten Entscheidungen von Beobachtern bezweifelt. Gleichzeitig leiden Millionen Menschen im Land unter bitterer Armut. Die UNO warnt vor einer humanitären Katastrophe. Heute findet in Genf eine Geberkonferenz der internationalen Gemeinschaft statt mit dem Ziel, Geld für humanitäre Hilfe in Afghanistan zu sammeln. Viele Länder sind zu Hilfszahlungen bereit, wollen daran aber Bedingungen knüpfen. Doch wie gross ist das Interesse der Taliban an internationaler Zusammenarbeit? Und wie gestaltet sich mittlerweile der Alltag in der afghanischen Hauptstadt? Darüber haben wir mit dem Journalisten Franz J. Marty in Kabul gesprochen. Marty lebt seit 2014 in Afghanistan, arbeitet als freier Journalist und für das «Swiss Institute for Global Affairs». Auch nach dem Abzug der internationalen Truppen ist er im Land geblieben und berichtet aus erster Hand über die Ereignisse in Afghanistan. Barbara Peter hat mit Franz Marty gesprochen. Das Gespräch haben wir vor der Sendung aufgezeichnet.
    28 min
  • Barbara Kux: Nachhaltige Wirtschaft, wie geht das?
    Die Wirtschaft hat in der Pandemie vorübergehend innegehalten, und manche meinten, nach dem schwersten Einbruch seit dem 2. Weltkrieg sei nun die Gelegenheit, das Wachstumsmodell neu zu denken. Mehr Nachhaltigkeit dank Corona? Das fragen wir im «Tagesgespräch» die Verwaltungsrätin Barbara Kux.
    Die Wachstumskurven zeigen schon wieder steil nach oben, die Wirtschaft – zumindest in der Schweiz – brummt und erreicht fast wieder Werte wie vor der Krise. Gehts nun einfach nach dem alten Muster weiter? Oder schaffen die Unternehmen den Wandel zu mehr Nachhaltigkeit?
    Denn: Ohne gehe es nicht. Das ist auch der Tenor am heutigen «Tag der Wirtschaft» des Branchenverbands Economiesuisse in Basel. Nicht nur an den Profit denken, sondern die Wirtschaft auch ökologisch und sozial aufstellen, sei das Modell der Zukunft, sagte etwa der Präsident von Economiesuisse.
    Sind das mehr als nur schöne Worte? Marc Lehmann fragt die multiple Verwaltungsrätin und frühere Topmanagerin Barbara Kux. Die Zürcherin sass in den Chefetagen von internationalen Multis wie ABB, Philips oder Siemens – sie brachte dort den Nachhaltigkeitsgedanken früh ein. Heute ist sie Verwaltungsrätin von Konzernen wie Henkel oder Total und sagt, die Firmen müssten endlich Verantwortung übernehmen.
    Marc Lehmann
    28 min
  • Markus Schefer: Wie verhältnismässig ist die Zertifikatspflicht?
    Ab nächstem Montag darf in der Schweiz nur noch ins Restaurant, wer ein gültiges Covid-Zertifikat besitzt. Der Bundesrat sieht angesichts der angespannten Lage in den Spitälern keine Alternative. Ist diese Einschränkung zumutbar? Gast im «Tagesgespräch» ist Staatsrechtsprofessor Markus Schefer.
    Nun also doch: Der Bundesrat weitet die Zertifikatspflicht aus. Ab nächstem Montag werden nur noch Geimpfte, Genesene und Personen mit negativem Covid-Test in Restaurants, Museen und Fitnesscenter zugelassen. Um eine Überlastung der Intensivstationen zu vermeiden, sieht der Bundesrat keine andere Möglichkeit. Rund ein Viertel der erwachsenen Schweizer Bevölkerung ist derzeit ungeimpft und muss nun also im Alltag mit Einschränkungen rechnen. Sind damit auch die Grundrechte von ungeimpften Personen eingeschränkt? Oder ist die Ausweitung der Zertifikatspflicht zumutbar? Fragen, die wir mit Markus Schefer besprechen wollen. Er ist Professor für Staatsrecht an der Universität Basel, zu seinen Spezialgebieten gehören die Grundrechte. Barbara Peter hat mit Markus Schefer gesprochen.
    27 min
  • Nach dem Corona-Schock: Wie geht es der Schweizer Medtech-Branche?
    Für die Unternehmen in der Medizinaltechnik ging es jahrelang nur in eine Richtung: aufwärts. Die Branche verzeichnete lange zweistellige Wachstumsraten. Zuletzt sind aber auch dunkle Wolken aufgezogen. Wir analysieren den Zustand der Schweizer Medtech mit zwei Experten im «Tagesgespräch».
    Implantate, Messgeräte, Hörhilfen: Die Medizinaltechnik boomt, und obwohl die Branche global aufgestellt ist, setzen viele Unternehmen – vom KMU bis zum Grosskonzern – gezielt auf den Produktionsstandort Schweiz. Das bringt eine hohe Wertschöpfung und gute Positionen in den internationalen Innovationsrankings. Mit einer Exportquote von 65 Prozent und den meisten Patenten pro Einwohner in ganz Europa, ist die Medizinaltechnik-Industrie für die Schweiz von grosser volkswirtschaftlicher Bedeutung.
    Doch die Corona-Pandemie kühlte den Boom zunächst etwas ab, und neue Handelshemmnisse mit der Europäischen Union wegen des verhinderten Rahmenabkommens sorgen für Alarmstimmung in der Branche.
    Am heutigen Swiss Medtech Day in Bern trifft sich, was in der Medizinaltechnik Rang und Namen hat. Gelegenheit für Marc Lehmann, genauer hinzusehen: Mit dem Geschäftsführer des Branchenverbands Swiss Medtech, Peter Biedermann, und mit Daniel Bühler – erst ist Direktor von Biotronik, eines internationalen Unternehmens, das auf Herzschrittmacher und Defibrillatoren spezialisiert ist.
    27 min
  • Pietro Vernazza: Ruhestand mitten in der Pandemie
    Der St. Galler Infektiologe Pietro Vernazza hat sich international einen Namen gemacht als HIV-Forscher. Dann kam das Corona-Virus und Vernazza wurde zur wichtigen, aber auch polarisierenden Expertenstimme. Anlässlich seiner Pensionierung ist Pietro Vernazza Gast im «Tagesgespräch».
    Er gehörte in der Corona-Pandemie zu den gefragten Experten in der Schweiz: der Infektiologe Pietro Vernazza. Während mehr als 36 Jahren war er am Kantonsspital St. Gallen tätig, zuletzt als Leiter der Klinik für Infektiologie. Vernazza gilt als Pionier in der Aids- und HIV-Forschung. Insbesondere zu Beginn der Corona-Pandemie fiel der St. Galler zum Teil auf mit polarisierenden Aussagen und Kritik am Umgang mit dem Virus. Teilweise wurde er dafür auch von anderen Wissenschaftlern kritisiert. Seit Anfang Monat ist Vernazza nun im Ruhestand. Wie hat er die Corona-Debatte selbst erlebt? Und wie ordnet der Infektiologe die aktuelle Corona-Situation ein? Barbara Peter hat Pietro Vernazza in St. Gallen zum Gespräch getroffen.
    27 min
  • Abstimmungskontroverse: «99%-Initiative»
    Am 26. September stimmen wir über die Volksinitiative «Löhne entlasten, Kapital gerecht besteuern» ab, kurz nennen sie die Initiantinnen und Initianten: 99%-Initiative.
    Die Initiative der Juso verlangt höhere Steuern auf Kapitaleinkommen, als Beispiele dafür werden Dividenden, Einkünfte aus Mieten oder Zinsen genannt. Ab einem bestimmten Betrag soll jeder Franken, der eben zum Beispiel mit Dividenden verdient wurde, so versteuert werden, als wäre es ein Franken fünfzig.
    Die Initiative erhofft sich davon Mehreinnahmen für den Staat in Milliardenhöhe. Dieses Geld soll umverteilt werden: in Form von tieferen Steuern für Personen mit tiefen oder mittleren Arbeitseinkommen. Oder für die soziale Wohlfahrt, als Beispiele nennen die Initiantinnen und Initianten da Prämienverbilligungen oder Geld für den ÖV.
    Über die 99%-Initiative diskutieren Cédric Wermuth, Co-Präsident der SP Schweiz und Aargauer Nationalrat. Er ist für die Initiative. Und Maja Riniker, Aargauer FDP-Nationalrätin. Sie ist gegen die Initiative und Co-Präsidentin eines bürgerlichen Nein-Komitees. Das Gespräch leitet Gaudenz Wacker.
    26 min
  • Victoria Rietig: Europas Afghanistan-Dilemma
    Die UNO warnt vor einer drohenden Flüchtlingskrise in Afghanistan. Manche europäische Länder fürchten eine erneute Migrationswelle. Wie soll Europa mit afghanischen Flüchtlingen umgehen? Gast im «Tagesgespräch» ist die Migrationsexpertin Victoria Rietig.
    Droht in Afghanistan eine Flüchtlingskrise? Nach der Machtübernahme durch die Taliban warnt das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR vor bis zu 500'000 afghanischen Flüchtlingen bis Ende des Jahres. Doch wohin sollen die Menschen? An einem Sondertreffen der EU-Innenminister in Slowenien diese Woche wurde deutlich: Die meisten EU-Staaten wollen vorerst keine Flüchtlinge aus Afghanistan aufnehmen, stattdessen sollen die Nachbarländer Afghanistans finanziell unterstützt werden. Die Furcht vor einer erneuten Migrationswelle in Europa ist gross. Ist diese Angst berechtigt? Und was haben die EU und ihre Mitgliedsstaaten aus der Flüchtlingskrise 2015 tatsächlich gelernt? Diesen Fragen wollen wir mit Migrationsexpertin Victoria Rietig nachgehen. Sie leitet das Migrationsprogramm der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik in Berlin. Als Expertin für Migrations- und Flüchtlingspolitik hat sie unter anderem auch schon das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten beraten. Barbara Peter hat mit Victoria Rietig gesprochen.
    26 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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