Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Otfried Jarren, die Medien und die Schweizer Demokratie
    In der Schweizer Medienpolitik ist Otfried Jarren ein wissenschaftliches Schwergewicht. Am 1.Oktober tritt er als Präsident der Eidgenössischen Medienkommission ab nach 8 Jahren. Im «Tagesgespräch» zieht er Bilanz.
    Die Tageszeitung, das Radioprogramm, verschiedene News-Apps: Sie prägen unsere Wahrnehmung, unser Weltbild. Die öffentlich-rechtliche SRG hat zudem den Auftrag, jenen eine Stimme zu geben, die sonst keine hätten. Service public ist ein weiteres Stichwort. Zur Zeit verändert sich die Medienbranche rasant durch die Digitalisierung. Andere Gesetze gelten plötzlich, auch andere Finanzierungsmodelle und Abhängigkeiten. Weltweit und in der Schweiz. Jahrelang hat der renommierte Kommunikationswissenschaftler und Professor für Publizistikwissenschaft der Universität Zürich die Entwicklung der Medien wissenschaftlich verfolgt, die letzten acht Jahre als Präsident der Eidgenössischen Medienkommission. Mit 68 Jahren gibt er dieses Amt jetzt ab.
    Ein guter Zeitpunkt, um am letzten Arbeitstag mit Otfried Jarren Bilanz der vergangenen Jahre zu ziehen und über die schweizerische Medienpolitik und die Zukunft des Journalismus zu reden.
    27 min
  • Angela Merkels «journalistischer Schatten» zum Wahlausgang
    Nico Fried kommentiert mit spitzer Feder, was CDU-Kanzlerkandidat Laschet jetzt brauche, sei jemand, der ihm sage, dass es vorbei sei. Über Deutschlands politische Zukunft diskutieren wir mit dem Leiter der Parlamentsredaktion der «Süddeutschen Zeitung».
    Ampel oder Jamaica? Je nachdem, welche Regierungskoalition der SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz zustande bringt, sieht Deutschlands Zukunft anders aus. Und ob er überhaupt eine Regierungskoalition zustande bringt. Denn Grüne und FDP wollen mitregieren, haben aber eigene Vorstellungen und Forderungen. Und dann ist da noch der gescheiterte Kanzlerkandidat von CDU/CSU: Armin Laschet. Angepriesen als einer, der Gräben zuschütten und Kompromisse finden wollte und sollte, hat er viele im Wahlkampf enttäuscht. Doch noch gibt Laschet nicht auf.
    Deutschlands Innenpolitik beobachten wenige so intensiv wie Nico Fried. Zusammen mit seinen Kolleginnen und Kollegen berichtet er seit Jahren für die Süddeutsche Zeitung über die Personen und Ereignisse im Kanzleramt, den Ministerien, dem Parlament und anderen Orten, wo Politik gemacht wird. Wie schaut er auf dieses Wahlresultat? Welche Koalition hält er für am wahrscheinlichsten – und welche Konsequenzen hätte diese für Deutschlands Innen- aber auch Aussenpolitik?
    28 min
  • Gerd Gigerenzer und die Kontrolle in einer digitalen Welt
    Selbst Jugendliche, Digital Natives, können versteckte Werbung nicht von echten Nachrichten unterscheiden. Erwachsene haben noch mehr Mühe. Wie jeder die neuen Möglichkeiten nutzen und dabei die Selbständigkeit behalten kann, beschreibt der renommierte Psychologe Gerd Gigerenzer im «Tagesgespräch».
    Die Digitalisierung und künstliche Intelligenz lässt viele träumen: Selbstfahrende Autos, Drohnen, die Güter und Menschen transportieren, Gesundheitsassistenten, die den Ernährungsplan optimal zusammenstellen und medizinische Kosten senken können oder Roboter, die in der Betagtenpflege den Personalmangel ausgleichen können.
    Die Digitalisierung beschäftigt auch das Parlament und die Bundesverwaltung; konkrete Einsatzmöglichkeiten werden zur Zeit evaluiert.
    Gerd Gigerenzer liefert in seinem Buch «Klick. Wie wir in einer digitalen Welt die Kontrolle behalten und die richtigen Entscheidungen treffen» eine Anleitung zum Mit- und Nachdenken. Es basiert auf Forschungsergebnissen und eigenen Erfahrungen als Direktor am Max-Planck-Institut für Bildungsforschung in Berlin.
    27 min
  • Gero Neugebauer: Was nun, Deutschland?
    Deutschland hat gewählt, die SPD hat die Wahlen knapp gewonnen. Doch wer kann das Land in Zukunft wie regieren? Das fragen wir Politikwissenschaftler Gero Neugebauer im «Tagesgespräch».
    Nach 16 Jahren Kanzlerin Merkel stand Deutschland vor einer Richtungswahl. Wofür würden sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden: Stabilität oder Modernisierung? Aufbruch oder Weiter so? Die Antwort nach den Wahlen fällt nicht eindeutig aus. Die SPD hat die Wahlen knapp mit 25,7 Prozent gewonnen, die CDU liegt mit 24,1 Prozent auf einem Rekordtief. Die Grünen werden drittstärkste Kraft mit 14,8 Prozent, gefolgt von der FDP mit 11,5 Prozent. Was wollen die Wählerinnen und Wähler damit ausdrücken? Wer wird nun Kanzler? Und in welche Richtung wird sich Deutschland entwickeln?
    Wir wollen die Ergebnisse und die Ausgangslage genauer analysieren mit dem deutschen Politikwissenschaftler Gero Neugebauer. Er war bis 2006 Lehrbeauftragter am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Einer seiner Schwerpunkte ist die Parteienforschung in Deutschland. Barbara Peter hat mit Gero Neugebauer gesprochen.
    26 min
  • Fanni Fetzer: «Kunstmuseen müssen für alle da sein»
    Internationale Kunstmessen wir die ART Basel stehen im Ruf, ein Event für die Superreichen zu sein. Fanni Fetzer, Direktorin des Kunstmuseums Luzern, kennt die Kritik, Kunst sei völlig abgehoben und irrelevant für die Gesellschaft. Im «Tagesgespräch» führt sie aus, warum sie das völlig anders sieht.
    Natürlich war auch Fanni Fetzer in den letzten Tagen an der ART unterwegs. Allerdings nicht in erster Linie mit dem Ziel, ein Objekt für ihr Museum zu erwerben, dafür sei ihr Ankaufs-Etat viel zu klein. Für sie ist die Kunstmesse in Basel ein Ort für die persönliche Inspiration, und natürlich nutzt sie die Zeit auch für die wichtige Kontaktpflege in der Kunstszene.
    Dass Kunst sowieso nur etwas für den elitären Zirkel der Vermögenden und gut Gebildeten sei und für die breite Gesellschaft eigentlich überflüssig, das hört Fanni Fetzer immer wieder. Als Direktorin eines mittelgrossen Museums in der Schweiz ist sie täglich mit der Frage konfrontiert, welche Rolle Kunst in der Gesellschaft spielen soll – und wie man Kultur auch an jene vermittelt, die den Zugang dazu schwerlich finden.
    27 min
  • Urs Niggli: «Erwartungen an Uno-Welternährungsgipfel sind hoch»
    Es geht um viel heute am Welternährungsgipfel in New York: Die Uno will den Hunger in der Welt bis 2030 beenden. Dafür braucht es auch eine umfassende Veränderung der weltweiten Landwirtschaft, sagt der Schweizer Agrarforscher Urs Niggli im «Tagesgespräch».
    Wie kann der Hunger in der Welt beendet werden? Wie kann die Bevölkerung in Zukunft ernährt werden, ohne dass der Planet dabei kaputt geht? Es sind grosse Fragen, die am Uno-Welternährungsgipfel heute in New York behandelt werden. Und die Zeit drängt, denn in den letzten Jahren hat die Zahl der hungernden Menschen weltweit wieder zugenommen. Laut Uno leiden aktuell bis zu 820 Millionen Menschen an Hunger. Gleichzeitig zeigt der Klimawandel die Grenzen des Ökosystems Erde auf. Um das Dilemma zwischen Klimaschutz und Hungerbekämpfung zu lösen, brauche es neue Ansätze und eine tiefgreifende Veränderung der Ernährungssysteme, sagt der Schweizer Agrarforscher Urs Niggli. Eine zentrale Rolle dabei spiele die Landwirtschaft. Der 68-jährige Solothurner ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet des biologischen Landbaus. Von 1990 bis 2020 leitete Niggli das Forschungsinstitut für biologischen Landbau FiBL. Er ist Mitglied im wissenschaftlichen Beirat des Uno-Welternährungsgipfel und hat das Treffen mitvorbereitet. Barbara Peter hat mit Urs Niggli gesprochen.
    28 min
  • Benedikt Weibel über schnelle Züge in Europa
    Train à grande vitesse: Heute vor 40 Jahren ist zum ersten Mal ein Hochgeschwindigkeitszug über europäische Schienen gebraust, der TGV von Paris nach Lyon. Es war der Start in ein neues Verkehrszeitalter. Wie hat es sich seither entwickelt? Wir fragen im «Tagesgespräch» Bahn-Manager Benedikt Weibel.
    Die Bahn hatte im boomenden Nachkriegs-Europa dem Siegeszug des Autos wenig entgegen zu setzen – zu langsam, zu umständlich, oft zu teuer. Das änderte sich ab 1981, als in Frankreich der TGV in Betrieb genommen wurde und der Hochgeschwindigkeitszug auf den Hauptverkehrsachsen zwischen den grossen Städten der Autobahn wieder Konkurrenz machte.
    Der schnelle und grenzüberschreitende Bahnverkehr hat seither zweifellos Fortschritte gemacht. Aber es gibt auch Rückschläge, und noch wird die Bahn ihrer Rolle als Hoffnungsträgerin in Zeiten des Klimawandels nicht immer gerecht. Zwar gilt sie als ökologischer als der Strassen- und Luftverkehr, aber gerade im internationalen Verkehr hapert es oft mit der Zuverlässigkeit.
    Benedikt Weibel war 13 Jahre lang Chef der SBB. Auch sass er im Verwaltungsrat der französischen Staatsbahn und präsidierte den internationalen Eisenbahnverband, was ihm Einblicke in die europäischen Entwicklungen ermöglichte. Auch mit bald 75 Jahren hat Weibel noch keine Lust auf Ruhestand: Er steht der privaten österreichischen Westbahn vor, hat soeben ein Buch über Mobilität geschrieben – und hat Marc Lehmann in seinem Büro zum Gespräch empfangen.
    28 min
  • Der Kampf gegen die Volkskrankheit Demenz
    Betroffene schämen sich, Angehörige sind überfordert, es fehlt an Wissen und Versorgungsstrategien – Demenzerkrankungen sind noch immer ein Tabu. Wie und welche Massnahmen zu treffen sind, erklären zwei Expertinnen im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann.
    Demenzerkrankungen – allen voran die verbreitetste Form Alzheimer – gelten noch immer als ein Buch mit sieben Siegeln. Trotz vielen Forschungsmilliarden konnte weder bei der Prävention, noch bei der Behandlung ein Durchbruch erzielt werden. Weshalb ist das so schwierig?
    Für Betroffene und deren Angehörige ist die Krankheit eine riesige Belastung. Doch trotz manchen Initiativen zur Verbesserung von Forschung und Betreuung, sind die Fortschritte marginal. Was also ist zu tun, damit die wachsende Zahl von Demenzerkrankungen das Gesundheitssystem nicht überlastet?
    Zum heutigen Welt-Alzheimer-Tag fordern verschiedene Schweizer Demenz-Organisationen wirksame Massnahmen in der Forschung, in der Prävention sowie in Behandlung und Betreuung. Wir reden darüber mit der Psychologin Stefanie Becker, Geschäftsführerin von Alzheimer Schweiz, eines Kompetenzzentrums mit Beratungs- und Betreuungsangeboten für Betroffene; und mit der Biologin Margrit Leuthold, Präsidentin der Stiftung Synapsis, die sich in der Alzheimer-Forschung engagiert.
    27 min
  • Tankred Stöbe: «Tief bewegt vom Leid in Afghanistan»
    Die Uno spricht von einer dramatischen humanitären Lage in Afghanistan. Der Hilfsbedarf sei enorm. Tankred Stöbe von «Ärzte ohne Grenzen», der soeben von einem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt ist, beschreibt im «Tagesgespräch» die aktuelle Lage.
    Hunger, Dürre, Gewalt, hunderttausende Vertriebene, eine schwere Wirtschaftskrise und eine tiefe, strukturelle Armut: Afghanistan ist ein Land am Abgrund. Die Uno schätzt, dass die Hälfte der 38 Millionen Afghaninnen und Afghanen Essensrationen, Wasser oder Medikamente braucht. Vor einer Woche an einer Uno-Geberkonferenz hat die internationale Gemeinschaft mehr als eine Milliarde Dollar Hilfe für Afghanistan zugesagt. Zugleich wurden Forderungen bezüglich Menschenrechte an die herrschenden Taliban gestellt. Wie zeigt sich das Ausmass der Krise vor Ort in Afghanistan? Und lässt sich humanitäre Hilfe an Bedingungen knüpfen? Darüber haben wir mit Tankred Stöbe gesprochen. Der Intensivmediziner aus Berlin arbeitet für die privat-finanzierte Hilfsorganisation «Ärzte ohne Grenzen» und ist soeben von einem Einsatz in Afghanistan zurückgekehrt. Seit knapp 20 Jahren hilft er Menschen in Krisengebieten. Über seine Einsätze hat der Arzt vor zwei Jahren das Buch «Mut und Menschlichkeit» geschrieben. Barbara Peter hat Tankred Stöbe in Basel zum Gespräch getroffen.
    28 min
  • Marcel Rohner, Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung
    Heute hat Marcel Rohner seinen ersten Arbeitstag als Präsident der Schweizerischen Bankiervereinigung. Der 57jährige promovierte Ökonom wurde im Frühling als Nachfolger von Herbert Scheidt an die Spitze des Branchenverbands gewählt. Er kennt das Gremium als Mitglied des Verwaltungsrats aber bestens.
    Marcel Rohner ist in der Bankenwelt ein wohlbekannter Name: Von 2007 bis 2009 war er Konzernchef der UBS, zu einer Zeit, als die Finanzkrise die Welt erschütterte, ausgelöst durch die geplatzte Immobilienblase in den USA. Wir erinnern uns: Weltweit mussten Banken von Regierungen und Zentralbanken vor dem Kollaps gerettet werden, in der Schweiz schnürten Bund und Nationalbank ein milliardenschweres Rettungspaket für die UBS. Marcel Rohner musste damals als CEO der UBS zurücktreten, sein Nachfolger wurde Oswald Grübel.
    Doch das ist lange her: Marcel Rohner, der seit seiner Zeit als UBS-Chef keine operative Funktion in einer Bank mehr ausgeübt hat, ist zurück. Neben seinem Amt als Präsident der Bankiervereinigung ist er Mitglied in verschiedenen Verwaltungsräten.
    Wer ist Marcel Rohner? Welches sind seine grössten Herausforderungen im neuen Job? Und wie sieht er die Zukunft der Banken?
    Anita Richner hat mit ihm gesprochen.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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