Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • 500 Jahre Orell Füssli: Von Zwinglis Bibel bis zum Banknotendruck
    Der Mann, der Zwinglis Bibel druckte, legte den Grundstein zum Zürcher Unternehmen und zu einer Erfolgsgeschichte. Und heute? Hat das Buch noch eine Zukunft? Bei Ivana Pribakovic diskutieren der Historiker Adrian Scherrer und Denise Zumbrunnen, Vorsitzende des Fachbereichs Buchhandel SBVV. Im Mittelalter waren Basel, Zürich und Genf Weltspitze, wenn es um den Buchdruck geht. In Zürich beginnt 1519 die turbulente Firmengeschichte von Orell Füssli, die fast alle kulturellen Entwicklungen dieser Zeit abbildet: die Reformation, die Aufklärung, Zürich als Literaturstadt, in der sich neben Goethe auch Klopstock auch Wieland trafen. Und heute? Dem Schweizer Buchhandel geht es nicht besonders gut. An beste Lagen kommen statt der Bücherläden plötzlich Billigdiscounter, wie aktuell in Bern. Die digitale Verfügbarkeit von Lesestoff verändert die Welt des Lesens fast wie damals die Erfindung des Buchdrucks durch Gutenberg im 15. Jahrhundert. Können da nur Grossunternehmen überleben? Endet mit der digitalen Technologie wieder eine Epoche wie mit der Erfindung des Buchdrucks? Oder hat genau heute das Buch eine besondere Chance in unserer schnelllebigen Welt? Im Tagesgespräch diskutieren der Historiker und die Buchhändlerin.
    25 min
  • Urs Lehmann: Wo steht die Skination Schweiz?
    Kurz vor Abschluss der Ski-WM steht die Schweiz im Medaillenspiegel auf Platz 1. Das ist erfreulich, täuscht aber womöglich etwas über die wahren Kräfteverhältnisse hinweg. Swiss Ski-Präsident Urs Lehmann macht sich im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann Gedanken zum Stellenwert seines Sports. Mit ihren vier Medaillen führt das Schweizer Team vor den letzten drei Disziplinen die Nationenwertung an. Vor allem die Frauen haben bisher überzeugt. Die Schweiz als sonst ewige Zweite hinter der unangefochtenen Topnation Österreich: Gehört sie wirklich an die Spitze? Hat nicht eben das Aushängeschild Carlo Janka öffentlich gesagt, «die Stimmung im Team sei wie tot»?
    Wie nimmt der Verband diese Kritik auf? Und was tut er, um die Skination Schweiz langfristig im Spitzensport zu etablieren? Was hat der Skisport überhaupt für eine Zukunft – in der Breite, wie in der Spitze?
    Fragen an Urs Lehmann: Der 49-jährige Aargauer ist seit 2008 Präsident von Swiss Ski. Als Abfahrtsweltmeister von 1993 und promovierter Ökonom verbindet er praktische Spitzensporterfahrungen mit Managementqualitäten, so dass er weitherum als auch Wunschkandidat für die Nachfolge von Gianfranco Kasper als Präsident des Weltverbands FIS gilt. Marc Lehmann hat Urs Lehmann in Are erreicht.
    27 min
  • Andreas Meyers Erklärungen zum Pannenzug «Dosto»
    Die 59 Fernverkehrszüge «Dosto», sie sind die grösste SBB-Investition aller Zeiten. Nur kommt der Luxuszug von Bombardier nicht recht ins Rollen. Ein Image-Debakel nicht nur für den Hersteller, sondern auch für die SBB. Im Tagesgespräch bei Marc Lehmann nimmt SBB-CEO Andreas Meyer Stellung. Bereits vor sechs Jahren hätten «Dosto»-Züge fahren sollen, doch erst vergangenes Jahr wurden die ersten eingesetzt – und nun funktionieren sie nicht einmal nach Wunsch. Die Türen schliessen nicht, die Klimaanlagen funktionieren nicht, und den Passagieren wird vom Wanken schlecht. Die SBB weisen den schwarzen Peter der kanadischen Herstellerfirma Bombardier zu. Diese bezeichnet die Pannen als «Kinderkrankheiten» und macht den SBB den Vorwurf, ständig neue Anpassungen zu verlangen. Wer ist schuld am Debakel? Das will auch die Politik wissen. Der oberste SBB-Chef Andreas Meyer musste sich diese Woche vor der Nationalratskommission erklären – und jetzt gibt er im Tagesgespräch Auskunft zu «Dosto», Pünktlichkeit und mobilen Visionen.
    27 min
  • Wer baut Syrien wieder auf?
    Die Siegermächte und die Verlierer des Syrienkriegs brüten über die Zukunft Syriens – an zwei separaten Konferenzen. Wie sehen die zwei unterschiedlichen Lösungsansätze aus? Nahostkorrespondentin Susanne Brunner und der diplomatische Korrespondent Fredy Gsteiger analysieren bei Ivana Pribakovic. Gleich zwei hochrangige Konferenzen beschäftigen sich zur Zeit mit Syrien: die eine in Warschau, mit US-Vizepräsident Pence, mit Israels Premier Netanjahu, die andere in Sotschi mit Russlands Präsident Putin, dem türkischen Präsidenten Erdogan und den Iranern. Beide Konferenzen wollen über die Zukunft Syriens diskutieren. Aufgrund der Zusammensetzung – hier die Gegner von Machthaber Assad, dort die Unterstützer des syrischen Präsidententen – ist schon klar: die beiden Konferenzen werden zu unterschiedlichen Lösungen kommen. Klar ist: sowohl Russland wie auch die USA wollen ihren Einfluss in der Region behalten. Klar ist auch: Israel fühlt sich durch den Iran zunehmend bedroht, da iranische Milizen in Syrien operieren, mit Zustimmung des syrischen Präsidenten. Und das ganze spielt sich ab in einer Region, die wirtschaftlich gebeutelt ist vom Stellvertreterkrieg. Welche Rolle kann oder muss da Europa spielen?
    27 min
  • Andrea Höhener im Kampf gegen Wirtschaftskriminalität
    Betrug, Veruntreuung, Daten- und Sachdiebstahl: Die Vielfalt an Wirtschaftsdelikten ist gross und richtet in der Schweiz jährlich riesige Schäden an. Darum lohnt sich die Analyse. Die Ermittlerin Andrea Höhener gibt im« Tagesgespräch» bei Marc Lehmann Einblicke in die Welt der Wirtschaftsdelinquenz. 50 grosse Wirtschaftsdelikte richteten vergangenes Jahr einen Gesamtschaden von 166 Millionen Franken an – dies geht aus dem jährlich erhobenen «Forensic Fraud Barometer» der Wirtschaftsprüfungsanstalt KPMG hervor. Die Wirtschaftskriminalität ist zwar gemäss der Erhebung zurückgegangen, aber sie verursacht nicht nur erhebliche finanzielle Schäden, sondern schadet auch der Vertrauenskultur, auf der das Wirtschaftsleben eigentlich aufbaut.
    Wer sind die Täter, wer die Opfer und wie können sich Unternehmen vor Delikten schützen? In welche Richtung entwickelt sich die Wirtschaftskriminalität und was spielt die Digitalisierung für eine Rolle? Fragen an Andrea Höhener: Die 40jährige Juristin leitet die Ermittlungsabteilung Wirtschaftskriminalität der Kantonspolizei Zürich und ist Gast von Marc Lehmann.
    29 min
  • Manuel Cancio: «Vorwurf der Rebellion ist ungerechtfertigt»
    War es Rebellion, als die katalanische Regierung 2017 über die Unabhängigkeit Kataloniens abstimmen liess? Um diese Frage geht es ab morgen vor dem Obersten Gerichtshof Spaniens. Im «Tagesgespräch» ordnet der Strafrechtsprofessor Manuel Cancio den Prozess ein. Vor dem Obersten Gerichtshof in Madrid beginnt morgen der sogenannten «Katalonien-Prozess». Es ist die gerichtliche Aufarbeitung der Unabhängigkeitsabstimmung in Katalonien vom 1. Oktober 2017. Eine Abstimmung, die stattgefunden hat, obwohl das spanische Verfassungsgericht sie verboten hatte. Nun müssen sich zwölf Politiker und Aktivisten der katalanischen Unabhängigkeitsbewegung vor Gericht verantworten. Neun von ihnen sind wegen Rebellion angeklagt. Der Prozess spaltet Spanien: Das Verfahren sei ein politischer Schauprozess, sagen katalanische Separatisten. Die Staatsanwaltschaft dagegen beruft sich auf die Verfassung und den nationalen Zusammenhalt Spaniens. Ist der Gerichtssaal überhaupt der richtige Ort, um politische Fragen zu verhandeln? Und kann ein Strafprozess die verworrene Situation in Spanien lösen? Der Jurist Manuel Cancio steht dem Verfahren kritisch gegenüber. Er ist Professor für Strafrecht an der Universidad Autónoma de Madrid. Ursprünglich im Aargau aufgewachsen, lebt Manuel Cancio als schweizerisch-spanischer Doppelbürger seit über 30 Jahren in Spanien. Er ist Gast von Barbara Peter.
    27 min
  • Armin Köhli: Hoffnung und Desillusion in Eritrea
    Die Politik und die Menschenrechte in Eritrea führen immer wieder zu Diskussionen, wie schlimm die Lage dort sei. Nun keimt nach dem Frieden mit dem Nachbarn Äthiopien erstmals Hoffnung auf Veränderungen auf. Armin Köhli hat Eritrea bereist und ist Gast im «Tagesgespräch». Sie gehören immer noch zu den häufigsten Asylgesuchstellern in der Schweiz; die Eritreerinnen und Eritreer. Die EU, aber auch Schweizer Parlamentarier stellen deshalb die Frage nach der Situation in Eritrea und bestreiten teilweise die Berichte des Uno-Menschenrechtsrats, der den unbegrenzten Militärdienst, aber auch Folter, Mord und Verfolgung anprangert. Sicher ist nur; Fakten gibt es wenige zu diesem Land, Meinungen dazu viele. Klar ist auch; der autokratische Präsident führt das Land, das zu den ärmsten in Afrika gehört, ohne Wahlen oder unabhängige Medien oder politischer Opposition.
    Mit dem Frieden mit Äthiopien, nach einem zwanzigjährigen Konflikt und einem Grenzkrieg mit 80 000 Toten, wird eine Veränderung plötzlich denkbar. Wie sieht die Lage in Eritrea im Moment aus? Was wünschen oder befürchten die Menschen? Haben getrennte Familienangehörige aus Eritrea und Äthiopien wieder zusammengefunden? Diese und viele anderen Fragen hat der freie Journalist Armin Köhli auf seiner Reise in Eritrea gestellt, und gibt Antworten im «Tagesgespräch» bei Karoline Arn.
    27 min
  • Uwe Kissmann: «Wirtschaftsspionage machen private Firmen»
    Bald soll die neue Mobilfunktechnologie 5G eingeführt werden; die USA beschuldigen den chinesischen Anbieter Huawei, Daten zu sammeln und zu spionieren. Doch die Gefahren lauern an anderen Orten, sagt der Cyber-Security-Experte Uwe Kissmann im «Tagesgespräch». Ob selbstfahrende Autos oder eine exakte Ferndiagnose vom Arzt; die neue Mobilfunktechnologie 5G soll es möglich machen. Sie verspricht viel – birgt aber auch grosse Risiken, wie die momentane Diskussion um Huawei zeigt. Doch Punkto Sicherheit spiele es nach heutigem Wissensstand keine Rolle, ob man mit Huawei, Nokia oder Ericsson die neue Mobilfunktechnologie 5G aufbaue. Das sagt der Sicherheitsexperte Uwe Kissmann, Leiter der Europäischen Cyber Security Services bei Accenture. Denn für die grossen Anbieter stehe nicht weniger als ihre Existenz auf dem Spiel, wenn sie spionieren oder manipulieren würden. Die Gefahr der Wirtschaftsspionage wachse zwar ständig, gehe aber vor allem von spezialisierten Hackern aus.
    Die Gefahren wachsen tatsächlich mit den Möglichkeiten der Technologie: Früher wurden Daten gesammelt und verkauft. Heute werden bei Cyber-Attacken Daten so manipuliert, dass beispielsweise Maschinen nicht mehr richtig funktionieren und Schweissnähte fast unmerklich verschoben ausführen. Was im Cyber-Raum geschützt werden kann und soll und wo die Gefahren beginnen, diskutiert Karoline Arn im «Tagesgespräch» mit Uwe Kissmann.
    28 min
  • Natalie Amiri: «2019 als Schicksalsjahr für den Iran»
    Im Iran haben die Feiern zum 40. Jahrestag der Islamischen Revolution begonnen. Doch vielen Menschen im Iran ist nicht nach Feiern zumute. Der wirtschaftliche Zerfall des Landes trifft die Bevölkerung hart, beschreibt ARD-Iran-Korrespondentin Natalie Amiri im «Tagesgespräch». Vor 40 Jahren erlebte der Iran bewegte Tage: Am 1. Februar 1979 war Ayatollah Khomeini aus dem Exil in Frankreich zurückgekehrt. Zehn Tage später brach das Regime des Schahs endgültig zusammen. Die iranische Bevölkerung hatte auf eine bessere Zukunft, persönliche Freiheit und soziale Gerechtigkeit für das Land gehofft, doch diese Hoffnungen erfüllten sich nicht. Stattdessen beanspruchte Khomeini für sich die Rolle des von Gott legitimierten Revolutionsführers, der in allen Staatsangelegenheiten das letzte Wort hat. Der Iran wurde zum Gottesstaat und ist bis heute geblieben. Doch der Iran steht vor einer ungewissen Zukunft. Der Unmut in der Bevölkerung wächst. Die jungen Menschen sehnen sich nach Freiheit. Und insbesondere die wirtschaftliche Situation sei für eine Mehrheit der iranischen Bevölkerung unerträglich, sagt Natalie Amiri, die Iran-Korrespondentin der ARD. Seit 2007 arbeitet sie für das ARD-Studio in Teheran, seit 2015 leitet sie es. Derzeit ist Natalie Amiri in München. Barbara Peter hat mit ihr über den Zustand des Iran gesprochen – 40 Jahre nach der Revolution.
    28 min
  • Frank Zobel: «Kopf in den Sand reicht nicht in der Drogenpolitik»
    Cannabis, Kokain, Ecstasy: Das Geschäft mit illegalen Drogen in der Schweiz floriert. Nach welchen Regeln der Drogenmarkt funktioniert und was das für die Drogenpolitik bedeutet, erläutert Suchtexperte Frank Zobel im «Tagesgespräch». Wo Angebot und Nachfrage auf einander treffen, spielt der Markt. Das gilt auch für den Handel mit illegalen Drogen. Doch der Drogenmarkt ist zusätzlich geprägt von Eigenheiten und funktioniert nach eigenen Regeln. Das zeigen Studien von Sucht Schweiz. Die Stiftung betreibt Suchtforschung und -prävention und veröffentlicht jährlich das Suchtpanorama. Die diesjährige Ausgabe legt den Fokus auf den illegalen Drogenmarkt.
    Eine tiefe Regulierung und die hohe Kaufkraft in der Schweiz seien ideale Voraussetzungen für den Drogenhandel, schreibt Sucht Schweiz. Wie also funktioniert der Markt für illegale Drogen? Und was kann die Politik dem entgegensetzen? Wir sprechen darüber mit dem Suchtexperten Frank Zobel, er ist Vizedirektor von Sucht Schweiz. Zobel fordert eine versachlichte Debatte über den Drogenhandel und mehr Mut in der Drogenpolitik. Frank Zobel ist Gast von Barbara Peter.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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