Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Josef Hader und sein Film «Wilde Maus»
    Ein Mann wird entlassen, sagt seiner Frau nichts davon und sinnt auf Rache. Tragisch, und trotzdem komisch, denn die Geschichte erzählt der österreichische Kabarettist Josef Hader. Susanne Brunner hat ihn in Zürich getroffen.Er ist der wohl erfolgreichste Kabarettist Österreichs und auch als Schauspieler in Kino- und Fernsehfilmen bekannt: Josef Hader, Bauernsohn aus Waldhausen im Strudengau, und Lehrer – bis er eben Kabarettist wurde. Nächste Woche kommt «Wilde Maus» ins Kino, der erste Film, für den er das Drehbuch geschrieben, die Hauptrolle gespielt und Regie geführt hat. Der Film war im Februar an der Berlinale im Rennen um den Goldenen Bären, die Plakate dazu sind bereits in Schweizer Kinos zu sehen, der Film ist es nächste Woche. Josef Hader ist aus diesem Grund für zwei Tage in die Schweiz gekommen. Die Geschichte, die er erzählt, hat etwas ganz Alltägliches. Die Hauptfigur ist eine typische Hader-Figur – ein ziemlich unbeholfener Mann, der nicht sprechen kann über das, was ihn frustriert, demütigt und wütend macht.
    23 min
  • Ariane Bauer – 16 Monate als IKRK-Delegationsleiterin in Donezk
    Seit drei Jahren ist Krieg in der Ostukraine, ein Ende ist nicht in Sicht. Über ein Jahr lang war Ariane Bauer als IKRK-Delegationsleiterin in Donezk im Einsatz. Nach ihrer Rückkehr hat sie Susanne Brunner in Genf getroffen.Vom IKRK-Büro in Donezk aus höre man die Schüsse. Meistens ab dem frühen Nachmittag, manchmal lauter und intesiver, manchmal weniger. Das erzählt Ariane Bauer, die 16 Monate lang fürs Internationale Komitee in Donezk gearbeitet hat. Nach drei Jahren Krieg zwischen prorussischen und ukrainischen Kämpfern leidet die Bevölkerung. Es fehlt es der einst fünftgrössten Stadt der Ukraine an fast allem, vieles ist zerstört, eine Zukunft aufzubauen ist schwer. Dazu kommt, dass viele Leute abgeschnitten sind von den Verwandten auf der anderen Seite der Frontlinie. Ariane Bauer ist seit neun Jahren beim IKRK. Vor einigen Tagen ist sie von ihrem Einsatz in der Ostukraine zurückgekehrt.
    26 min
  • Regine Sauter und Pirmin Bischof - Ringen um Rentenreform
    Sollen die Rentenausfälle in der 2. Säule durch eine Erhöhung der AHV-Renten um 70 Franken ausgeglichen werden? Im Tagesgespräch bei Marc Lehmann erörtern FDP-Nationalrätin Regine Sauter und CVP-Ständerat Pirmin Bischof diese Frage.«Die Renten müssen runter», fordert Bischof. Denn die Zinseinnahmen seien in den letzten Jahren weggebrochen, was die Pensionskassen-Renten dahinschmelzen lasse. Er glaubt aber, dass erhöhte PK-Beiträge alleine keine Reformlösung sind. «Wir werden massiv höhrere Lohnkosten haben - erklären Sie das mal den kleinen Unternehmen!» Besser sei es, die 70 Franken mehr via AHV-Rente auszuzahlen. Sauter wiederum will davon nichts wissen. Es soll möglich sein, dass die persönliche Vorsorge für alle möglich werde. «Das ist die persönlicherere Lösung, weil ich immer sehe, wieviel ich im Pensionsalter erhalten werde.» Sie will also das Altersguthaben stärken.
    27 min
  • Adrian Wüthrich, Präsident kantonalbernischer Polizeiverband
    Schon wieder ist Bern wegen Krawallen in die Schlagzeilen geraten – unmittelbar bevor es im Ständerat um die härtere Bestrafung von Gewalt gegen Beamte geht. Gast von Susanne Brunner ist Adrian Wüthrich, Präsident des Polizeiverbandes Bern Kanton.Brennende Lieferwagen und Strassenbarrikaden, hohe Sachbeschädigung und elf Verletzte, darunter zehn Polizisten: Das ist die vorläufige Bilanz der Krawalle vom Wochenende in Bern. Die Empörung ist gross. Der Ruf nach härteren Strafen für Gewalttäter, die Beamte angreifen, wird am Nachmittag den Ständerat beschäftigen. «Gewalt ist kein Berufsrisiko der Polizei», sagt Adrian Wüthrich, Präsident des Polizeiverbands des Kantons Bern. Er ist selber nicht Polizeibeamter, er kennt aber deren Sorgen und Nöte, gerade auch im Zusammenhang mit der Gewalt rund um die Berner Reitschule.
    25 min
  • Peter Collmer: Lenin, die Revolution und die Schweiz
    Vor 100 Jahren bricht in Russland die Revolution aus – und die Schweiz hat einen gewichtigen Anteil daran. Der Zürcher Osteuropa-Historiker Peter Collmer erklärt im «Tagesgespräch» bei Marc Lehmann die engen Verflechtungen zwischen dem Riesenreich und dem Kleinstaat.Die Konferenz der Sozialisten in Zimmerwald, das Aushecken revolutionärer Ideen im stillen Kämmerlein an der Zürcher Spiegelgasse und schliesslich die Reise im berühmten plombierten Zug von der Schweiz nach St. Petersburg: Lenin hat in der Schweiz Anlauf genommen, um den Umsturz in seiner russischen Heimat herbeizuführen, den Zar zu vertreiben und seine Bolschewiki an der Macht zu installieren. Dabei bekam er Unterstützung von Schweizer Sozialisten und einer Vielzahl revolutionär gesinnter Russinnen und Russen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ausbruch der Revolution in Ruhe in der Schweiz wirken konnten.«Die Beziehungen zwischen den ungleichen Ländern waren erstaunlich intensiv in jener Zeit», sagt der Historiker Peter Collmer - auch Tausende Schweizerinnen und Schweizer hätten ihr Glück in Russland gesucht. Collmer hat die Verflechtungen in einer umfassenden Studie dargelegt. Heute wird im Landesmuseum Zürich eine grosse Ausstellung eröffnet, die sich der russischen Revolution und den Beziehungen zwischen der Schweiz und Russland widmet.
    28 min
  • Beat Schuler vom UNHCR über die Flüchtlingssituation 2017
    Vor einem Jahr sprach das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR von Chaos, als Länder auf der Balkanroute ihre Grenzen schlossen. Wie ist die Situation ein Jahr später? Beat Schuler arbeitet fürs UNHCR in Rom und ist Gast von Susanne Brunner.Meldungen über Flüchtlinge sind in den Medien fast schon alltäglich geworden. 74 Tote Migranten vor der Küste Libyens. Die Italienische Küstenwache, die erst vorgestern wieder 630 Menschen aus seeuntauglichen Booten rettete. Deutschland, das afghanische Asylbewerber nach Afghanistan zurückschafft. Und in der Schweiz schliessen Kantone Asylunterkünfte, wenigstens vorläufig, weil weniger Flüchtlinge in die Schweiz kommen. Kommen weniger? Hat man ein Jahr nach den Bildern aus Lagern wie Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze die Situation in Europa unter Kontrolle? Und wenn ja, wovon hängt das ab? Beat Schuler war auch schon im letzten Jahr fürs UNHCR in Malta und Italien und gibt einen Überblick über die aktuelle Flüchtlingssituation.
    27 min
  • Günter Verheugen – Weckruf für Europa
    Der «Brexit», die Eurokrise und die Häme des neuen US-Präsidenten: Die Europäische Union ist derzeit nicht gerade in Hochform. Was zu tun ist, damit es Europa wieder besser geht, hat der ehemalige EU-Kommissar Günter Verheugen im Gespräch mit Marc Lehmann.«Es ist nicht die Zeit, mehr Integration zu fordern», sagt Verheugen. Das Gegenteil sei der Fall - die EU müsse wieder Kompetenzen abgeben. «Warum soll Brüssel den Metzgereien und den Bäckereien in den verschiedenen Staaten Vorschriften machen?» Das sei doch Sache der Staaten, gar der Länder oder Kantone. Verheugen glaubt, dass der Binnenmarkt ein Vorwand war, um Kompetenzen nach Brüssel zu holen. Nun ist die EU in der Krise und die Idenitätsfrage bekommt mehr Brisanz. Es müsse in Zukunft «verschiedene Integrationsmodelle» geben, fordert der ehemalige EU-Kommissar. Oder anders gesagt, sollen sich die Staaten selber entscheiden können, bei welchen Integrationsbereichen sie mitmachen wollen und bei welchen nicht.
    27 min
  • Michael Brzoska – Kriegsmaterialausfuhr der Schweiz
    Die Schweiz hat 2016 weniger Kriegsmaterial exportiert als im Vorjahr; markant angestiegen sind aber die Exporte nach Afrika. Michael Brzoska ist Experte für den internationalen Transfer von Rüstungsgütern – und Gast von Susanne Brunner.Das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO hat die Statistik zur Ausfuhr von Kriegsmaterial im Jahr 2016 veröffentlicht. Laut dem schwedischen Friedensforschungsinstitut SIPRI hat der Waffenhandel in den letzten zehn Jahren weltweit zugelegt. In der Schweiz hingegen sind die Exporte von Waffen und Rüstungsgütern auf den tiefsten Stand seit 2006 gesunken. Beide rechnen richtig, sagt Michael Brzoska. SIPRI würde neben den Kriegsmaterialgütern auch die damit verbundenen Dienstleistungen verrechnen und vor allem bei sämtlichen Ländern mit dem selben Massstab messen. Und so betrachtet sei die Schweiz eben durchaus potent.Kritisch äussert sich Brzoska zur teilweisen Aufhebung der Ausfuhrbeschränkungen nach Saudi-Arabien, das kriegt im Yemen führt. Es sei «naiv anzunehmen, dass solches Material dann nicht eingesetzt wird».Zugenommen haben die Schweizer Rüstungsexporte nach Afrika, vor allem nach Südafrika, das dank einer Verdreifachung seiner Bestellungen nun der zweitgrösste Kunde der Schweizer Rüstungsindustrie ist. Nur Deutschland bestellt mehr Rüstungsgüter in der Schweiz. Hierzu sagt Brzoska, der am Institut für Friedensforschung und Sicherheitspolitik an der Universität Hamburg arbeitet, die Schwankungen von Jahr zu Jahr seien, was einzelne Länder anbetrifft, gross. Man müsse den langfristigen Trend beobachten. Und der gehe für die Schweiz in Richtung weniger Exporte.
    26 min
  • Bernhard Russi – sein Abschied als Fernseh-Kommentator
    Rekord-Quoten am Fernsehen, Begeisterung am Pistenrand und ein Medaillen-Regen: Die Schweiz feierte in St. Moritz eine erfolgreiche Ski-WM – und Bernhard Russi seinen Abschied als TV-Kommentator. Was der Olympiasieger von 1972 und Pisten-Architekt nun vorhat, verrät er im Gespräch mit Marc Lehmann.Sieben Medaillen, drei Weltmeister-Titel und rot-weisse Fähnchen im Zielraum: die Ski-Nation Schweiz ist in St. Moritz wieder auferstanden. Das Land wurde von einer Welle der Begeisterung erfasst, wie man sie lange nicht mehr erlebt hat. Die TV-Quoten erinnern an die goldenen Skizeiten der 1970er- und 1980er-Jahre. Ein perfekter Moment für den Abgang: 30 Jahre lang hat Bernhard Russi mit Matthias Hüppi zusammen die Rennen in die gute Stube übertragen – und über Kantenfehler und verlorene Hundertstelsekunden aufgeklärt. Der 68-jährige Andermatter blickt ohne Wehmut auf seine Zeit als TV-Kommentator zurück. Er sei «einfach nur glücklich für die Bühne, die mir zur Verfügung gestellt worden ist». Jetzt freut sich Russi aufs Füsse hochlegen und Skiferien machen mit seiner Frau. Denn als Tourist kenne er all die Skigebiete noch nicht.
    28 min
  • Dieter Borchmeyer – «Was ist deutsch?»
    Ein neues Buch von Dieter Borchmeyer geht auf 1000 Seiten der Frage nach: «Was ist deutsch?» Der Autor ist emeritierter Professor für Neuere Deutsche Literatur und Theaterwissenschaft – und Gast von Susanne Brunner.Kaum eine Nation hat sich intensiver mit der eigenen Identität auseinandergesetzt als Deutschland. Vielleicht erstaunt das gar nicht, denn einerseits haben Deutsche in Literatur und Musik unsterbliche Werke geschaffen, wie die von Goethe, Schiller, Bach, Beethoven und Wagner. Andererseits ist Deutschland die Nation, die den Holocaust zu verantworten hat. Gerade aktuell tobt wieder die Debatte, was denn eigentlich deutsch sei. Es ist Wahljahr in Deutschland – und die grossen Themen sind die Flüchtlinge und die Muslime im Land. Der Literaturwissenschaftler und bekannte deutsche Autor Dieter Borchmeyer hat einen grossen Überblick über diese Identitätssuche geschaffen: «Was ist deutsch? – Die Suche einer Nation nach sich selbst». Im Gespräch mit Susanne Brunner kommt er zum Schluss, dass das Ausschliessende, das im deutschen Wahlkampf im Zusammenhang mit Flüchtlingen eine grosse Rolle spielt, eben gerade nicht zur deutschen Kultur passt. Dies nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Deutschland nicht von einem Stamm oder einer Ethnie ableite, sondern von der Sprache Deutsch.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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