Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Peter Härtling: Djadi, Flüchtlingsjunge
    Vor mehr als 70 Jahren war der deutsche Schriftsteller selbst ein Flüchtling. Die vielen Flüchtlinge in seinem Land haben in ihm Erinnerungen und auch Wut geweckt. Daraus wurde ein Kinderbuch. Susanne Brunner hat Peter Härtling in Frankfurt besucht.«Ich will, dass die Kinder über ihre Eltern nachdenken», sagt Härtling zu seinem neuen Buch. Darin erzählt er die Geschichte eines syrischen Jungen, der eines Tages in einer Wohngemeinschaft auftaucht. Die Wohngemeinschaft besteht aus drei älteren Paaren, die seit Jahren zusammenwohnen. Die Geschichte ist auch eine Aufarbeitung seiner eigenen Geschichte. «Wir wurden als Flüchtlinge voller Misstrauen und Abwehr empfangen. Diese plötzliche Kälte, diese Schockkälte, die empfinde ich heute noch - ich bin heute noch ein Fremder.»
    28 min
  • Kontroverse zur Einbürgerung: Peter Föhn vs. Hans Stöckli
    Sollen junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation leichter zum Schweizer Pass kommen? Argumente dafür und dagegen diskutieren unter der Leitung von Dominik Meier der SVP-Ständerat Peter Föhn und der SP-Ständerat Hans Stöckli.Ihre Grossväter oder ihre Grossmütter waren schon in der Schweiz - Väter oder Mütter gingen hier zur Schule – und sie sind in der Schweiz geboren und aufgewachsen: junge Ausländerinnen und Ausländer der dritten Generation! Am 12. Februar stimmt die Schweiz darüber ab, ob diese dritte Ausländergeneration «leichter» eingebürgert werden soll. Ein Befürworter und ein Gegner liefern sich einen Wettstreit ums bessere Argument: Der Schwyzer Ständerat Peter Föhn von der SVP sagt Nein zur erleichterten Einbürgerung der dritte Ausländer-Generation. Sein Berner Ständeratskollege Hans Stöckli von der SP sagt Ja.
    27 min
  • Heiner Flassbeck über Armut und Reichtum
    Heiner Flassbeck ist ein Kämpfer gegen die soziale Ungleichheit und für eine gerechtere Verteilung des Wohlstands. Der renommierte deutsche Ökonom fordert im Tagesgespräch bei Marc Lehmann: «Die Löhne müssen rauf!»Unsere Gesellschaft versagt bei der Verteilungsfrage: Das stellt Heiner Flassbeck anlässlich eines Caritas-Forums zum Thema «Recht auf Arbeit» fest. «Wie ist es möglich, dass es inmitten von Reichtum Armut gibt?», fragt er und gibt dem Kampf um die immer höhere Wettbewerbsfähigkeit die Schuld. Wenn aber die Unternehmen die Löhne drückten, um konkurrenzfähig zu bleiben, schnitten sie sich letztlich ins eigene Fleisch – denn am Ende lasse die Nachfrage nach.Wirtschaftsprofessor Heiner Flassbeck, ehemaliger Staatssekretär unter Bundeskanzler Schröder und später Chefvolkswirt der Uno-Organisation für Welthandel und Entwicklung Unctad, fordert mit seinen provokativen Thesen Wirtschaft und Politik immer wieder heraus. So etwa mit der Forderung, erfolgreiche Länder wie die Schweiz und Deutschland müssten ihre Wettbewerbsfähigkeit drosseln.
    27 min
  • Kontroverse zum NAF: Regula Rytz vs. Thierry Burkart
    Eine Milliarde Franken mehr pro Jahr für die Strasse: Bundesrat und Parlament schlagen dem Stimmvolk eine neue Strassenkasse vor, den sogenannten NAF, den Fonds für den Verkehr auf den Nationalstrassen und in den Agglomerationen.Im Vergleich zur aktuellen Strassenkasse soll er zeitlich unbefristet sein und auch von Bundesgeldern gespeist werden, so dass total rund drei Milliarden Franken pro Jahr zur Verfügung stehen sollen. Braucht es diesen NAF?Die Abstimmungskontroverse mit Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Partei und Thierry Burkart, Vizepräsident des Touring Clubs TCS. Das Gespräch leitet Christine Wanner.
    27 min
  • Economiesuisse-Präsident Heinz Karrer
    Unternehmenssteuerreform III, Energiewende, die Umsetzung der SVP-Initiative «gegen Masseneinwanderung»: Die Grossbaustellen der Schweizer Politik betreffen in erheblichem Mass auch den Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Präsident Heinz Karrer ist Gast von Marc Lehmann.Die vielen weichenstellenden Volksabstimmungen der jüngsten Vergangenheit und nahen Zukunft fordern Economiesuisse heraus: Bei welchen Themen soll sich der mächtigste Wirtschaftsverband engagieren, wo lohnt sich eine Grosskampagne und wann hält er sich besser zurück? Der 57-jährige Heinz Karrer ist vor gut drei Jahren angetreten, um den lange als abgehoben und arrogant verschrienen «Managerclub» auf ein neues Fundament zu stellen, ihn näher an die Bevölkerung zu führen. Sind sich Volk, Politik und Wirtschaft durch die Vermittlungsdienste des eleganten ehemaligen Spitzenhandballers nähergekommen? Heinz Karrer sieht der Verband auf gutem Weg. Es gebe jetzt Stammtische, an denen Unternehmer und Topmanager mit der Bevölkerung in Kontakt kommen, auch versucht der Verband, dem Parlament Wirtschaftskompetenz wieder direkter zur Verfügung zu stellen. Sein Ziel ist es vor allem, dass die Wirtschaft in der Politik geeint auftritt.Ist die Schweizer Wirtschaft gerüstet für die Herausforderungen der Zukunft? In Sachen Digitalisierung sagt Heinz Karrer ja. Er sieht vor allem Chancen und plädiert dafür, Regulierungen eher abzubauen als neue Gesetze aufzugleisen. Als Beispiel nennt er das Taxigewerbe, das er deregulieren will als die Internetplattform Uber zu regeln.
    28 min
  • Kontroverse zu USR III – Magdalena Martullo vs. Beat Jans
    Mit der Unternehmenssteuerreform III soll die Schweiz verpönte Steuerprivilegien für international tätige Firmen abschaffen. SVP-Nationalrätin und Unternehmerin Magdalena Martullo befürwortet die Vorlage, der Basler SP-Nationalrat Beat Jans ist gegen die Reform. Diskussionsleiter ist Gaudenz Wacker.Dass die Steuerprivilegien abgeschafft werden müssen, darüber herrscht grundsätzlich Einigkeit. Uneins ist man hingegen über die Ausgestaltung der vorliegenden Steuerreform. Für die einen ist USRIII eine ausgewogene Vorlage, die dafür sorgt, dass die Schweiz ein attraktiver Standort für Unternehmen bleibt. Gegnerinnen und Gegner warnen vor Steuerausfällen in Milliardenhöhe; sie haben deshalb das Referendum ergriffen. Am 12. Februar wird über USR III abgestimmt.
    28 min
  • Navid Kermani – «Sozusagen Paris»
    Mit seinem neuen Roman im Gepäck ist der deutsch-iranische Schriftsteller Navid Kermani in die Schweiz gekommen. Der Träger des Friedenspreises des deutschen Buchhandels ist Gast von Susanne Brunner.Kermani ist in Deutschland geboren und aufgewachsen - und Muslim. Seine Religion, der Islam, befände sich in einem schlechten Zustand. «Kein Wunder haben die Menschen Angst vor ihm.» Trotzdem kritisiert er die politische Debatte in seinem Heimatland, die populistischen Ansätze der AfD und deren Kritik am Islam. «Es geht doch um Freiheitsrechte. Der Islam ist nur ein Vorwand für alles andere, das diese Parteien an unserer Gesellschaft schlecht finden.» Kermani lebt als freier Schriftsteller in Köln. Als Reporter hat er sich auf die Balkan-Flüchtlingsroute begeben, von Köln über Ungarn bis in die Türkei, und hat die Menschen gefragt, warum sie kommen. Er spricht aber nicht nur mit Flüchtlingen, sondern auch mit denen, die sie aufnehmen oder ablehnen. Seine Reportagen aus Europa und Krisengebieten wie Syrien, Irak und Afghanistan sind bewegende Zeitdokumente, seine Reden Aufrufe zur Empathie und zum Handeln. Sein neuester Roman heisst «Sozusagen Paris», und handelt von einem Schrifsteller, der seine Jugendliebe nach 30 Jahren wieder trifft.Das Buch: Navid Kermani. Sozusagen Paris. Carl Hanser Verlag, München 2016
    28 min
  • Tiziana Soudani - «Prix d'honneur» der Solothurner Filmtage
    Seit 30 Jahren produziert Tiziana Soudani Spiel- und Dokumentarfilme, etwa «Pane e Tulipani» von Silvio Soldini oder zuletzt «Le ultime cose» von Irene Dionisio. Dafür erhält sie den «Prix d'honneur» der Solothurner Filmtage. Mit Marc Lehmann spricht sie im Café Barock in Solothurn.Sie steht nicht vor und nicht hinter der Kamera – und ist trotzdem unentbehrlich im Film-Business: die Produzentin. Die Tessinerin Tiziana Soudani gehört zu den Meisterinnen ihres Fachs. «Ich scheue das Scheinwerferlicht. Es genügt mir schon, mit Ihnen hier zu sitzen», scherzt Soudani im Gespräch. Die Schweizer Filmszene sei sehr vielseitig, aber manchmals sei es schwierig, den Schweizer Film zu bewerben, weil es keinen gemeinsamen Stil gebe. «Vielleicht am ehesten noch den Dokumentarfilm.» Soudani ist seit 30 Jahren im Geschäft und hat über 100 Dokumentar- und Spielfilme produziert.
    26 min
  • Charles King Mallory IV zum Amtsantritt Donald Trumps
    Heute wird nach acht Jahren Obama wieder ein Republikaner US-Präsident. Ein Tag der Freude für die Republikaner? Gast von Susanne Brunner ist Charles King Mallory IV, Republikaner und Sicherheitsexperte bei der Denkfabrik Rand Corporation.Der Mann mit dem klingenden Namen war unter Präsident George W. Bush Berater im Aussenministerium, und im Vorwahlkampf der letzten Präsidentschaftswahlen hat er John Kasich beraten, den republikanischen Gouverneur von Ohio. Seine Familie stammt aus New Orleans, seine Vorfahren können sogar Verwandtschaft zu König Heinrich II von England nachweisen. Der Name «King» ist geblieben, und Charles King Mallory galt in Deutschland lange als Sprecher der Neokonservativen.Schon als Direktor des renommierten Berliner Aspen-Instituts setzte er sich aber für einen ideologiefreien transatlantischen Dialog ein, und das macht er weiterhin bei der Denkfabrik Rand Corporation. Dieser Dialog dürfte mit dem Amtsantritt von Donald Trump schwieriger werden. Seit Wochen fragt man sich in Europa und anderswo, ob man diesen Präsidenten ernst nehmen kann, und vor allem auch, was er in Amerika und der Welt anrichten wird.In der Aussenpolitik hofft Mallory, Trump werde realpolitisch agieren und die Europäer und die EU zu etwas mehr Engagement im sicherheitspolitischen Bereich bewegen könnte. Innenpolitisch könnte es für Trump schwieriger werden als es scheint, sagt Mallory. Denn im Senat genügten nur wenige Abtrünnige und Trump laufe auf. Er werde deshalb nur einen Teil seiner Vorhaben umsetzen können.Dennoch sagt Mallory, «America ist schon ‹great›», und er traut ihm durchaus zu, für die Minderprivilegierten etwas zu tun, zum Beispiel in Rahmen einer Bildungsinitiative. «Die USA können enorm grosse Ressourcen frei machen, wenn sie sich einem Ziel verschreiben.»
    26 min
  • Michael Castritius – Mexiko in vielfältiger Krise
    Kriminelle, Vergewaltiger, Drogendealer: Donald Trump leistete sich einen unzimperlichen Wahlkampf, voller Bösartigkeiten gegen Mexiko und die mexikanische Bevölkerung. Was bedeutet der Machtwechsel in den USA für das südliche Nachbarland? Mexiko-Kenner Michael Castritius ist Gast von Marc Lehmann.Er werde eine «grossartige Mauer» bauen und Mexiko noch dafür bezahlen lassen, verkündete Donald Trump vor seiner Wahl grossspurig. Der designierte US-Präsident hat die südlichen Nachbarn als Sündenböcke auserkoren für vieles, was in den USA schief läuft. Donald Trump als US-Präsident bedeute für Mexiko eine grosse Unsicherheit, sagt Michael Castritius. Dieser war während vieler Jahre Korrespondent der ARD und ist nun freier Journalist in Mexiko. «Die Unsicherheit hat heute schon drastische Folgen für die Wirtschaft. Der Peso ist abgesackt, die Inflation beginnt zu galoppieren.» Zusätzliche Verunsicherung hat Trumps Ankündigung ausgelöst, in Mexiko hergestellte Autos mit exorbitanten Zöllen zu belegen. Dabei hätte Mexiko als zweitgrösste lateinamerikanische Volkswirtschaft riesiges Potential und die beiden Länder sind eng verbunden – nicht nur wirtschaftlich, auch gesellschaftlich und kulturell. Auch Trumps Drohung, eine Mauer aus Stahl und Beton zu bauen, nehme er durchaus ernst, so Castritius: «Ich schätze Donald Trump so ein, dass er diese Mauer tatsächlich bauen wird.»
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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