Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Patrick Warnking – Geschäftsführer von Google Schweiz
    Die Suchmaschine Google verzeichnet täglich Milliarden von Anfragen und hat einen Marktanteil von über 90 Prozent. Die Such-Technologien und Web-Services sind eine Macht. Wie geht der Internet-Riese damit um? Darüber spricht Marc Lehmann mit Patrick Warnking, dem Geschäftsführer von Google Schweiz.Google ist überall, und Google weiss viel. Das ist faszinierend, aber auch unheimlich – denn Google ist nicht so leicht greifbar. Trotzdem verfügt der wertvollste Konzern der Welt über ein erstaunlich gutes Image, denn er hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Menschen den Alltag zu erleichtern. An immer besseren Diensten wird auch in Zürich gearbeitet. Beispielsweise wurde die Karten-App von Google in der Schweiz erfunden und entwickelt. Der Google-Standort an der Limmat ist das grösste Entwicklungszentrum des Konzerns ausserhalb der USA. Was macht Zürich für Google so wertvoll?Warnking lobt die Hochschulen in Zürich und Lausanne, sie seien wichtig für die Rekrutierung von Personal und Kooperationen. «Wir versuchen nach wie vor als Startup zu funktionieren», umschreibt Warnking die Kultur im Hause, Milliarden-Umsätze hin oder her. Der Google-Geschäftsführer legt Wert darauf, dass Google gespeicherte persönliche Daten weder an Regierungen weitergibt noch verkauft. Die personalisierte Werbung, die beim Verwenden der Google Suchmaschine erscheint, sei ausschliesslich an die Abfrage gekoppelt, und nicht an die Person.
    27 min
  • Silvia Martens – Imame, Rapper, Cybermuftis
    Das negative Islam-Image hat Einfluss darauf, wie sich junge Musliminnen und Muslime mit ihrer Religion auseinandersetzen. Das zeigt eine Studie der Universität Luzern. Co-Autorin und Gast von Susanne Brunner ist Islamwissenschaftlerin Silvia Martens.Radikale Imame, die muslimische Jugendliche in der Schweiz beeinflussen und radikalisieren: Das kommt vor, geschieht aber weniger oft, als viele meinen. Der Forschungsbericht «Imame, Rapper, Cybermuftis» der Universität Luzern zeigt, dass die Auseinandersetzung mit ihrer Religion bei jungen Musliminnen und Muslimen differenzierter abläuft. Ein Imam ist für sie nicht die einzige Autorität, genauso wenig, wie sie sich von einer einzigen Quelle im Internet beeinflussen lassen. Über drei Jahre hinweg hat ein Forschungsteam der Universität Luzern 61 junge Frauen und Männer im Alter von 15 bis 30 mit unterschiedlichem Migrationshintergrund und religiösem Profil befragt.Dabei stellte sich unter anderem heraus, dass die überwiegende Mehrheit der Muslime gar nicht in die Moschee geht und die allermeisten gar nie Kontakt zum Imam hat. Überrascht hat Silvia Martens das hohe Reflexionsniveau der jungen Menschen, was Religion, Geschlechterrollen und Politik angeht.
    26 min
  • WEF-Gründer Klaus Schwab
    Donald Trumps Wahl zum US-Präsidenten, der «Brexit», Chinas Machtansprüche: Die Welt ist im Umbruch. Es besteht Diskussionsbedarf. Das WEF in Davos bietet die Plattform dafür. Klaus Schwab, Gastgeber am «World Economic Forum», ist Gast von Marc Lehmann.Zum 47. Mal versammelt der umtriebige Genfer Professor die Weltelite im Davoser Schnee: Könige, Staatspräsidenten und Regierungschefinnen und CEO von Grosskonzernen kommen, wenn Klaus Schwab ruft. Ist den Mächtigen bewusst, dass ihnen die Menschen immer weniger vertrauen? Dass dieser Vertrauensbruch den Populismus befeuert und Volksvoten wie die Trump-Wahl und den «Brexit» möglich macht?Der bald 79-jährige Klaus Schwab kann die Welt zwar nicht verändern «aber die Bühne für den Dialog bereitstellen», wie er selber sagt. Deshalb legt er auch grossen Wert auf die Präsenz Chinas am WEF: Ohne die künftige Supermacht mache alles Reden keinen Sinn.
    27 min
  • Thomas Ruttig über abgeschobene afghanische Flüchtlinge
    Über 12‘000 Asylsuchende aus Afghanistan müssten Deutschland verlassen. Die ersten hat unser Nachbarland bereits abgeschoben. Ist das zumutbar? Thomas Ruttig, Co-Direktor des Afghanistan Analysts Network, ist Gast von Susanne Brunner.Deutschland hat viele Milliarden Euro in die Stabilisierung und den Aufbau Afghanistans investiert und insgesamt 5500 Bundeswehrsoldaten in das Land geschickt. Über 50 kamen dabei ums Leben. Trotzdem sind Zehntausende aus Afghanistan nach Deutschland geflüchtet. Auch in der Schweiz stellen Afghanen nach den Eritreern am meisten Asylgesuche. Chancen auf Asyl haben sie aber kaum.Die deutsche Regierung hat damit begonnen, abgewiesene Asylbewerber aus Afghanistan abzuschieben. Das sei zumutbar, denn in Afghanistan gebe es sichere Regionen. Um diese Praxis ist ein Streit entbrannt, denn Organisationen wie das UNHCR halten fest, dass überall in Afghanistan Bürgerkrieg herrsche.Thomas Ruttig hat zehn Jahre in Afghanistan gelebt, er ist Co-Direktor des Think Tanks Afghanistan Analysts Network, das ein Büro in Kabul, das andere in Berlin unterhält. Er beschreibt, in welchem Zustand sich das Land befindet.
    26 min
  • Ernst Ulrich von Weizsäcker – Epochenwechsel in Energiepolitik
    Dieses Jahr werden die energiepolitischen Weichen gestellt, die Schweiz stimmt über die Energiewende ab. Wie Energie nachhaltig erzeugt und genutzt werden kann, erklärt der deutsche Naturwissenschaftler Ernst Ulrich von Weizsäcker im Gespräch mit Marc Lehmann.Von Weizsäcker ist Gastredner am schweizerischen Stromkongress in Bern, an dem über 400 Vertreterinnen und Vertreter aus Politik, Wirtschaft und der Strombranche über die Zukunft der Schweizer Energielandschaft diskutieren: Umwälzungen im Stromsektor, neue Geschäftsmodelle für die Energiewende, mögliche Blackouts und eine nachhaltige Energienutzung. Trotz der gegenwärtigen Stromschwemme plädiert Ernst Ulrich von Weizsäcker für eine Verteuerung der Strompreise. Der renommierte Chemiker, Physiker und Biologe, der während sieben Jahre für die SPD im deutschen Bundestag sass und seit vier Jahren die Expertenorganisation «Club of Rome» präsidiert, hat mit seinen Büchern wichtige Anstösse zum Ressourcensparen und zum nachhaltigen Wirtschaften gegeben.
    28 min
  • Ursula Renold – wenn die Globalisierung vor Diplomen Halt macht
    Ein syrischer Arzt kann in der Schweiz nicht als Arzt arbeiten. Eine mexikanische Soziologin arbeitet als Putzfrau. Das Problem: Ihre Diplome werden nicht anerkannt. Bildungsforscherin Ursula Renold von der ETH Zürich kennt die Problerme, sie ist Gast von Susanne Brunner.Zahlreiche Unternehmen klagen, dass sie in der Schweiz keine Fachkräfte finden und holen jährlich Zehntausende aus dem Ausland. Trotzdem kommt es vor, dass hochqualifizierte und anerkannte Flüchtlinge, die in der Schweiz bleiben dürfen, keine Stelle finden, die ihren Qualifikationen entspricht. Ähnlich geht es ausländischen Ehepartnern von Schweizer Bürgerinnen und Bürgern, wie die Sendung Treffpunkt auf Radio SRF 1 berichtet. Warum holt man immer neue Fachkräfte aus dem Ausland, obwohl viele bereits hier sind? Warum werden ihre Diplome und Berufsabschlüsse in der Schweiz nicht anerkannt? Ursula Renold ist Leiterin der Forschungsgruppe Bildungssysteme der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich und Präsidentin des Fachhochschulrats der Fachhochschule Nordwestschweiz. Sie ist in der Lage, durch den Dschungel der Diplome und Qualifikationen zu führen.
    27 min
  • Jérôme Cosandey – Altersarbeit in den Kinderschuhen
    Im Durchschnitt waren 2016 in der Schweiz rund 150‘000 Menschen als arbeitslos gemeldet, mehr als im Jahr davor. Die Zahl der Arbeitslosen ab 50 ist ebenfalls gewachsen. Jérôme Cosandey von der Stiftung «Avenir Suisse» ist Gast von Susanne Brunner.«Die Baby Boomer kommen derzeit in das Alter der über Fünzigjährigen», erklärt Cosandey das bestehende Problem mit den älteren Langzeitarbeitslosen. Deshalb kenne wohl jeder jemanden, der sich in der misslichen Lage befände. Die gute Nachricht: Im internationalen Vergleich sind in der Schweiz überdurchschnittlich viele Menschen zwischen 55 und 64 Jahren erwerbstätig. Doch Firmeninhaber würden allmählich den Wert älterer Angestellter erkennen. «Die Swisscom hat zum Beispiel gemerkt, dass ältere Mitarbeiter älteren Kunden viel besser helfen können.» Der Avenir-Suisse-Experte fordert deshalb von den Firmen flexiblere Arbeitszeitmodelle und von den älteren Angestellten ein stetes Weiterbilden, nicht nur mit Kursen sondern auch intern, dank der Teilnahme an bereichsübergreifenden Projekten und Pilotprojekten.
    26 min
  • Philipp Felsch: «Fake News» – Lügen und Fakten
    Wenn Donald Trump twittert, erreicht er die Massen, auch mit Unwahrheiten. Macht sein Beispiel im Wahlkampf Frankreichs und Deutschlands Schule? Gast von Susanne Brunner ist der Kulturwissenschaftler und Historiker Philipp Felsch.«Fakten sind rar, weil ihre Beschaffung und Überprüfung Zeit kostet», erzählt Felsch. Die Institution, die Fakten verbreite, nehme deshalb einen besonderen Stellenwert ein, weil sie für Glaubwürdigkeit stehe – oder eben nicht. Die Zunahme von Informationskanälen via Internet produziere aber eine Unmenge an Fakten, die aus zeitlichen Gründen nicht alle überprüft werden können. «Es ist aber ein altes Phänomen, dass Falschmeldungen, Lügen und Politik zusammengehen», sagt Philipp Felsch. Er ist Professor für die Geschichte der Humanwissenschaften an der Humboldt-Universität Berlin.
    26 min
  • Gian Franco Kasper, Präsident des Internationalen Skiverbandes
    Vor 50 Jahren wurde das erste Weltcup-Rennen ausgetragen und am Wochenende macht der Ski-Zirkus in Adelboden Halt – bei voraussichtlich besten Bedingungen und einem euphorischen Publikum. Eine Gelegenheit, um mit dem Ski-Weltverbandspräsidenten Gian Franco Kasper zurück und nach vorn zu blicken.Der Ski-Weltcup feierte gestern seinen 50. Geburtstag. Mit ihm begann eine neue Ära im alpinen Skisport. Man erinnert sich an legendäre Abfahrtsduelle wie jene zwischen Bernhard Russi und Roland Collombin in den 70er Jahren – oder an Paul Accola gegen Alberto Tomba im Slalom. Namen von Stars wie Jean-Claude Killy, Ingemar Stenmark oder Maria Walliser bringen Ski-Fans noch immer ins Schwärmen.Einer, der die Entwicklungen im Skisport seit Jahrzehnten mitprägt, ist Gian Franco Kasper. Seit mehr als 40 Jahren steht der Engadiner im Dienste des Weltverbands FIS, zuerst als dessen Generalsekretär, seit 1998 als Präsident. Am Tag vor dem Weltcup-Wochenende in Adelboden ist der oberste Ski-Funktionär Gast von Marc Lehmann.
    27 min
  • Ueli Stückelberger – die Zukunft der Schweizer Seilbahnen
    Kürzere Winter, weniger Schnee, wärmere Temperaturen: Die Schweizer Seilbahnen leiden unter dem Klimawandel. Trotzdem habe der Wintersport eine Zukunft, sagt Ueli Stückelberger, Direktor des Verbands Seilbahnen Schweiz. Er ist Gast von Marc Lehmann.Bis vor wenigen Tagen war dieser Winter warm und grün – und hat nicht unbedingt zum Skifahren animiert. Auf schneearme Winter muss man sich auch in der Schweiz einstellen, der Wintertourismus dürfte zu den grossen Verlieren des Klimawandels gehören. Für die Schweizer Bergbahnen sind die Zeiten hart, dass weiss Ueli Stückelberger. Dennoch bleibt der oberste Seilbähnler der Schweiz optimistisch: «Dank immer effizienterer künstlicher Beschneiung und kreativen Zusatz-Angeboten ist der Wintersport nicht in Gefahr.» Diesbezüglich sei er als ehemaliger Grünen-Politiker pragmatisch geworden. Sorgen machen dem 47-jährigen Berner hingegen die ausbleibenden Gäste aus dem Euroraum und die fehlende Ski-Begeisterung der einheimischen Jugend.
    27 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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