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Der Fehler für falsche Verbrauchswerte kann beim Messstellenbetreiber liegen, es können technische Störungen oder menschliche Fehler dahinterstecken. Alles drei kommt gar nicht so selten vor. Wer seinen Stromverbrauch im Blick behalten will, verlässt sich deshalb nicht allein auf die Jahresabrechnung, sondern liest in regelmäßigen Abständen selbst Verbrauchswerte ab. Viele technikaffine Verbraucher nutzen zusätzlich eigene Messgeräte, um den Stromverbrauch zu steuern und die Daten ihres Energieversorgers zu überprüfen. Aber Achtung: Die Installation eines privaten Zwischenzählers in den Zählerkasten solltet ihr einem Fachmann überlassen.
Die Stromkostenrechnung kommt zwar vom Stromanbieter, doch für die Erhebung und Übermittlung der Verbrauchsdaten ist laut Messstellenbetriebsgesetz allein der Messstellenbetreiber verantwortlich. Kommt es zu technischen Störungen oder Ausfällen, darf der Betreiber laut Messstellenbetriebsgesetz auf die sogenannte Ersatzwertbildung zurückgreifen. Dabei schätzt er den Verbrauch auf Basis historischer Kundendaten. Wiederkehrende Muster in den Abrechnungsdaten deuten auf solch eine automatisierte Schätzung hin. In dem im c’t-Podcast diskutierten Fall führte die Schätzung dazu, dass sich der abgerechnete Verbrauch über mehrere Wochen verdoppelte.
Fällt die eigene Stromrechnung deutlich zu hoch ausfällt, solltet ihr euch schriftlich beim Messstellenbetreiber beschweren und zugleich den Stromanbieter darüber in Kenntnis setzen. Wichtig ist, die Beschwerde formell einzureichen, empfiehlt Niklas. Denn diese Anfrage setzt den Messstellenbetreiber unter Zugzwang, innerhalb eines Monats zu antworten. Wie ihr vorgeht, wenn der Betreiber die Frist reißt, besprechen wir im Podcast.
Gesetze
§ 3 Abs. 2 Nr. 1 MsbG (Messstellenbetriebsgesetz): Zuständigkeit des Messstellenbetreibers
§ 71 Abs. 3 MsbG (Messstellenbetriebsgesetz): Ersatzwertbildung bei Messausfall
§ 111a EnWG (Energiewirtschaftsgesetz): Verbraucherbeschwerden
Wer bereits ein Leerrohr für den Glasfaseranschluss im Keller hat, fühlt sich meist auf der sicheren Seite – jetzt kann es ja nicht mehr allzu lange dauern, bis die Wohnung an das schnelle Internetkabel angeschlossen ist. Doch manchmal trügt der Schein, etwa weil die Arbeiten in der Siedlung nicht so gut laufen wie gedacht, das Bauunternehmen schlecht geplant hat oder es womöglich zwischenzeitlich bankrott gegangen ist.
Um solchen Problemen vorzubeugen, solltet ihr vor Vertragsschluss mit dem Anbieter einen konkreten Fertigstellungszeitraum verabreden, auf den ihr euch später berufen könnt. Diese zeitlichen Zusagen solltet ihr euch schriftlich bestätigen lassen, idealerweise per E-Mail. Das erleichtert später den Nachweis, falls es zum Streit kommt. Läuft etwas schief, könnt ihr Nachfristen setzen, die Bundesnetzagentur einschalten und unter bestimmten Bedingungen vom Vertrag zurücktreten.
Um die Wartezeit zwischen Vertragsabschluss und Glasfaseranschluss zu überbrücken, empfiehlt es sich sofern möglich, einen DSL-Übergangstarif beim gleichen Anbieter abzuschließen. Wer bereits DSL nutzt, kann den bestehenden Vertrag nach Ende der zweijährigen Mindestlaufzeit jederzeit monatlich kündigen, was den Wechsel zu einem neuen Provider erleichtert. Gesetzlich sind alle Provider verpflichtet, den Übergang zwischen Anbietern unterbrechungsfrei zu gestalten.
Hält der Anbieter den versprochenen Zeitrahmen nicht ein, solltet ihr im ersten Schritt eine angemessene Nachfrist zur Leistungserfüllung setzen. „Eine Frist von vier Wochen ab der ersten Verzögerung ist bei Glasfaseranschlüssen realistisch“, erklärt Niklas.
Ist auch diese Frist erfolglos verstrichen, greift Paragraf 323 Absatz 1 BGB. Er regelt den Rücktritt vom gegenseitigen Vertrag bei nicht erbrachter Leistung. Anschließend ist es so, als hätte es den Vertrag nie gegeben. Einige Anbieter versuchen, einen solchen Rücktritt abzulehnen oder zu ignorieren, doch das ist rechtlich unerheblich, stellt Niklas klar: „Der Rücktritt ist ein Gestaltungsrecht, der muss nicht angenommen werden“. Während ein Widerruf nur maximal 14 Tage nach Vertragsabschluss möglich ist, greift der Rücktritt, wenn der Anbieter seine vertraglichen Pflichten dauerhaft nicht erfüllt, in unserem Falls also den Anschluss nicht bereitstellt.
Alternativ könnt ihr euch bei Unstimmigkeiten an die Schlichtungsstelle Telekommunikation der Bundesnetzagentur wenden. Dieser Weg ist für Kunden kostenlos, man muss also keinen teuren Anwalt einschalten.
Gesetze:
§ 323 Abs. 1 BGB: Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung
§ 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
§ 59 TKG: Anbieterwechsel und Rufnummernmitnahme
Es klingt wie ein schlechter Scherz, ist für Betroffene aber purer Stress: Ein Haushalt wird aufgelöst, die Schlussrechnung bezahlt, doch drei Jahre später bucht der Stromversorger plötzlich wieder Geld ab. Jeglichen Widerspruch ignoriert er und schaltete am Ende sogar ein Inkassounternehmen ein.
Solche Fälle häufen sich, da viele Stromanbieter ihre internen Prozesse nicht im Griff haben, weiß Urs: „Wir bekommen viele Zuschriften von unzufriedenen Stromkunden und da sind alle Bereiche der Abrechnung betroffen.“ Die Rechtslage sei durch Gesetze zu erneuerbaren Energien zwar komplex, doch oft scheitert es schlicht an der Organisation der Unternehmen, glaubt Mansmann.
Stromanbieter dürfen Nachforderungen stellen, sofern sich der Abrechnungszeitraum überschneidet, etwa bei einem Umzug. Doch Forderungen, die Jahre später auftauchen, sind in der Regel nicht zulässig; die Verjährungsfrist liegt gemäß § 195 BGB bei drei Jahren. Beruft sich der Anbieter auf einen neuen Vertrag, muss er diesen vorlegen können. Niklas weist einmal mehr darauf hin, dass jede Partei die für sich rechtlich vorteilhaften Dinge belegen muss. Also muss der Stromanbieter nachweisen, dass ein solcher Vertrag tatsächlich zustande gekommen ist.
Leider können Unternehmen jederzeit Inkassobüros mit dem Eintreiben vermeintlicher Schulden beauftragen. Die Gebühren dürfen die Eintreiber dabei nicht willkürlich festlegen. Stattdessen dürfen die Kosten nicht jene Sätze übersteigen, die ein Rechtsanwalt nach dem Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG) für die gleiche Tätigkeit verlangen dürfte. Bei Streitwerten bis 500 Euro liegt diese Obergrenze für außergerichtliche Vertretung beispielsweise bei rund 95 Euro. Wird eine Forderung ernsthaft bestritten, etwa weil der vermeintliche Vertragspartner geschäftsunfähig ist, können Inkassounternehmen überhaupt keine Gebühren verlangen. Wie ihr auf eine unberechtigte Forderung reagierren solltet und welche Fristen dabei gelten, besprechen wir im Podcast.
Gesetze
§ 398 BGB: Abtretung
§ 104 BGB Geschäftsunfähigkeit
§ 105 BGB: Nichtigkeit der Willenserklärung
§ 1814 BGB Voraussetzung Betreuerbestellung
§ 18 Abs.1 EnWG: Allgemeine Anschlusspflicht
§19 MsbG: Allgemeine Anforderungen an Messsysteme
§ 40 EnWG: Inhalt von Strom- und Gasrechnungen
Sonstiges
DAV Prozesskostenrechner
Wer eine falsche Adresse bemerkt, sollte sofort handeln und am besten den Händler anrufen und parallel versuchen, die Adresse online zu ändern. Niklas weist darauf hin, dass dem Händler eine Adressänderung zumutbar ist, solange er das Paket noch nicht an den Versanddienstleister übergeben hat.
Rechtlich handelt es sich bei Online-Bestellungen um die sogenannte Schickschuld: Der Händler muss die Ware versenden und dem Käufer in den Besitz bringen.
Hat der Händler das Paket korrekt an den Versanddienstleister übergeben, geht im B2B-Bereich die Gefahr für den Verlust oder die Beschädigung der Ware auf den Käufer über, sobald der Verkäufer die Ware korrekt an den Versanddienstleister übergeben hat. Beim sogenannten Verbrauchsgüterkauf nach § 447 zwischen Unternehmen und privaten Verbrauchern (B2C) gilt das nur, wenn ihr den Versanddienstleister selbst beauftragt habt. In allen anderen Fällen bleibt das Versandrisiko bis zur Übergabe der Sache an den Käufer beim Verkäufer und dieser muss sich um Aufklärung etwaiger Probleme kümmern.
Die Folgen einer Falschzustellung hängen auch davon ab, wer den Fehler verursacht hat. Ignoriert der Händler die rechtzeitige Adresskorrektur und liefert eine Ware deshalb an die falsche Adresse, muss er die Ware auf eigene Kosten erneut an die korrekte Adresse senden. Habt ihr es dagegen versäumt, die falsche Lieferadresse rechtzeitig zu korrigieren, befindet ihr euch im sogenannten Annahmeverzug. Dann könnt ihr zwar eine erneute Zusendung verlangen, müsst dafür aber die zusätzlichen Versandkosten tragen. Die ursprünglich vereinbarten Vertragsbedingungen gelten in beiden Fällen weiter.
Bei einem zeitlich begrenzten Angebot müsst ihr euch nicht mit einer Geld-zurück-Lösung abspeisen lassen, denn der Händler kann den Vertrag nicht einseitig auflösen. Das gilt auch für zeitlich begrenzte Sonderangebote, etwa zum Black Friday. Auch in solchen Fällen solltet ihr schriftlich auf Vertragserfüllung bestehen. Wie ihr dabei am besten vorgeht, klären wir im Podcast.
Gesetze
§ 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist
§ 197 BGB Abs.1 Nr.2: Dreißigjährige Verjährungsfrist
§ 242 BGB Abs. 1: Leistung nach Treu und Glauben
§ 323 BGB: Rücktritt wegen nicht oder nicht vertragsgemäß erbrachter Leistung
§ 433 BGB Abs.1 Satz 1: Vertragstypische Pflichten beim Kaufvertrag
§ 447 BGB: Verbrauchsgüterkauf
Bahnreisende müssen bei einer Fahrkartenkontrolle unverzüglich ein gültiges Ticket vorzeigen können. Wer das nicht kann, zahlt das erhöhte Beförderungsentgelt in Höhe des doppelten Fahrpreises, mindestens aber 60 Euro. Können Fahrgäste nachträglich belegen, dass sie zum Zeitpunkt der Kontrolle einen gültigen Fahrschein oder das Deutschlandticket besessen haben, reduziert sich die Strafe auf eine Bearbeitungsgebühr von 7 Euro.
Dies ist kein freiwilliges Entgegenkommen des Unternehmens, sondern ebenso wie das erhöhte Beförderungsentgelt in der Eisenbahnverkehrsordnung (EVO) festgeschrieben. Die vermeintlichen Schwarzfahrer müssen ihr Ticket dazu innerhalb einer vom Verkehrsunternehmen gesetzten Frist nachreichen, laut EVO innerhalb von sieben Tagen. Einige Anbieter, darunter auch die Deutsche Bahn, gewähren kulanterweise auch 14 Tage.
Für die Funktionsfähigkeit des digitalen Tickets sind die Fahrgäste verantwortlich. Das schließt ein funktionierendes und ausreichend geladenes Smartphone ebenso ein wie die lauffähige App. Darauf weisen viele Verkehrsunternehmen in ihren Beförderungsbedingungen hin. Ein Ausfall der App entbindet ebenso wenig von der Pflicht, das Ticket vorzuzeigen, wie ein leerer Akku.
Technische Probleme in der App verantwortet der App-Anbieter, nicht das kontrollierende Verkehrsunternehmen. Beförderungsunternehmen wie die Deutsche Bahn schließen in ihren Nutzungsbedingungen jedoch eine Haftung für technische Störungen und Ausfallzeiten der App explizit aus. Als Fahrgäste tragt ihr also das Risiko, wenn ihr euch für die digitale Ticketlösung entscheidet. Und der Weg zum Rechtsanwalt loht sich wegen des geringen Streitwerts kaum.
Wie ihr vorgehen solltet, wenn ihr trotz gültigem Fahrschein zu einer Strafe verdonnert wurdet, besprechen wir im Podcast.
Der Fall Johann B.: Bahn kassiert Strafzahlung trotz gültigem Deutschlandticket
Gesetze
§ 6 Eisenbahnverkehrsverordnung (EVO): Erhöhtes Beförderungsentgelt
§ 307 ff BGB: AGB-Kontrolle in Deutschland
Motics : Fälschungssicherer Standard für das Deutschland-Ticket
AGB Deutsche Bahn
Weitere Episode mit Bahn-Bezug: Vorsicht, Kunde! – Bußgeld trotz gültigem Ticket
Anfang 2025 gab es etwa 15.000 gelbe Packstationen mit Schließfächern von DHL, bis 2030 sollen es 30.000 werden. Die meisten Packstationen haben bislang ein Display und einen Scanner, an dem man seine Daten eintippt und den QR-Code der Lieferbestätigung zum Abholen einscannt oder die Adresse des Empfängers eingibt, wenn man selbst ein Paket verschicken will.
Neuere Packstationen kommen ganz ohne Display, Scanner und Drucker aus, man kommuniziert mit ihnen per App und muss nicht einmal ein Adressetikett ausdrucken. Stattdessen erledigt das der Mitarbeiter, der das Paket abholt.
Der entscheidende Nachteil beim Versand über eine Packstation: Anders als in einer Filiale, wo ein Mitarbeiter den Empfang des Pakets quittiert, erhalten Versender an der Packstation allenfalls eine digitale Bestätigung per E-Mail oder in der App. Diese belegt jedoch nur, dass ein Fach geöffnet und wieder geschlossen wurde und nicht, ob der Kunde tatsächlich ein Paket eingelegt hat oder was dessen Inhalt war. Ohne einen qualifizierten Einlieferungsbeleg können Absender aber kaum nachweisen, dass sie die Sendung korrekt übergeben haben, wenn das Paket verloren geht.
Haben Kunden für den Paketversand ein Retourenlabel vom Online-Händler genutzt, entstehen bei einem Paketverlust zusätzliche Probleme. In diesem Fall ist nämlich nicht der Kunde Vertragspartner des Paketdienstes, sondern das Unternehmen, das das Retourenlabel ausgestellt hat. Und nur das kann im Verlustfall einen Nachforschungsantrag stellen.
Immerhin verpflichtet § 241 Absatz 2 BGB die Händler dazu, Kunden bei Problemen mit dem von ihm beauftragten Versanddienstleister zu unterstützen. Was ihr tun könnt, wenn eure Sendung in der Packstation verloren geht, diskutieren wir im Podcast.
Der Fall Andrea M.: Paket verschwindet aus Packstation
Gesetze:
§ 823 Abs. 1 BGB: Schadensersatzpflicht
§ 985 BGB: Herausgabeanspruch
Immer mehr Banken stellen ihre Kartensysteme um. Sie gehen weg von der Girocard, vormals als EC-Karte bekannt, und bieten stattdessen Debitkarten an. Während diese Umstellung für die Banken lukrativer ist, wirft sie für Kunden Fragen auf, denn oft wird die ehemals kostenlose Girocard plötzlich kostenpflichtig. Der im Podcast behandelte Fall von Frank V. zeigt, dass die Kündigung einer solchen Girocard nicht immer reibungslos verläuft.
Zur Unterscheidung: Die Girocard ist ein rein deutsches Debitkartensystem, bei dem das Geld direkt vom Konto abgebucht wird. International einsetzbare Debitkarten von Visa oder Mastercard funktionieren ebenfalls auf Guthabenbasis. Bei Kreditkarten räumt die Bank dagegen einen Kreditrahmen ein, der später zurückgezahlt wird; abgerechnet wird üblicherweise monatlich.
Für Händler entstehen bei Debit- und Kreditkartenzahlungen Gebühren. "Da gibt es immer einen kleinen Obolus, der vom Verkäufer bei jedem Warenkauf entrichtet werden muss", erklärt Niklas. Deshalb akzeptieren manche Geschäfte nur noch Girocards oder sie verlangen gleich Barzahlung.
Für Debit- und Kreditkarten gelten besonders verbraucherfreundliche Regelungen, auch in Bezug auf mögliche Kündigungen und damit verbundene Fristen. Was ihr tun könnt, wenn eure Bank nicht auf eure Kündigung oder die Rückforderung von zu Unrecht abgebuchten Gebühren reagiert, besprechen wir im Podcast.
Der Fall Frank V.: Schwierige Kündigung bei der DKB
Gesetze
§ 312k BGB Kündigungsbutton
§ 675f BGB: Zahlungsdienstevertrag
§ 675 h Abs.1 BGB: Kündigungsfristen
§ 14 UKLAG Verbraucherschlichtungsstellen
Wer online einen Vertrag abschließt, etwa mit einem Energieversorger oder Telekommunikationsanbieter, möchte in der Regel sofortig auf das Kundenportal zugreifen können. Dort sind schließlich Vertragsunterlagen, Rechnungen und persönliche Daten hinterlegt. Das klappt leider nicht immer.
Grundsätzlich haben Kunden ein Recht auf Einsicht in ihre Vertragsdokumente. So verpflichtet das BGB bei Fernabsatzverträgen Anbieter dazu, die Vertragsbestimmungen zugänglich zu machen. Im Energiesektor schreibt zudem das Energiewirtschaftsgesetze (EnWG) konkrete Informations- und Transparenzpflichten vor. Diese Informationspflicht besteht übrigens unabhängig davon, ob euch die Vertragsinformationen in der Vergangenheit schon einmal elektronisch oder per Post zugestellt wurden.
Bei technischen Problemen solltet ihr zunächst telefonisch Kontakt aufnehmen, darüber lassen sich einfache Probleme oft schnell klären. Wenn alles Naheliegenden ausgeschlossen wurde, besteht freundlich, aber bestimmt darauf, dass der Fehler beim Anbieter liegt und lasst euch am besten an den technischen Support weiterleiten.
Hilft das nicht weiter, könnt ihr eine formale Beschwerde nach § 111a EnWG beim Anbieter einreichen. Der Anbieter ist gesetzlich verpflichtet, diese innerhalb von vier Wochen zu bearbeiten. Und bleibt das alles erfolglos, kann die Schlichtungsstelle Energie helfen.
Im Streitfall über den Kontenzugang unterstreichen in jedem Fall klar formulierte Beschwerden mit Angabe der einschlägigen Gesetze und Ankündigung weiterer Schritte, etwa die Einbindung der Bundesnetzagentur, euer Anliegen. Wie ihr da genau vorgeht und auf welche Gesetze ihr euch berufen solltet, besprechen wir im Podcast.
Der Fall Karsten B.: E.ON bekommt Fehler im Kundenkonto nicht in den Griff
Gesetze
§ 111a EnWG: Verbraucherbeschwerden
§ 111b EnWG: Schlichtungsstelle
§ 42 EnWG: Stromkennzeichnung, Transparenz der Stromrechnungen, Verordnungsermächtigung
§ 41 EnWG: Energielieferverträge mit Letztverbrauchern
§ 54 EnWG Allgemeine Zuständigkeit der Regulierungsbehörde
§ 65 EnWG: Aufsichtsmaßnahmen
§ 312d BGB: Informationspflichten
§ 242 BGB: Leistung nach Treu und Glauben
§ 355 BGB: Widerrufsrecht bei Verbraucherverträgen
Wer am Wohnort schnelles Internet benötigt, sollte frühzeitig die Verfügbarkeit von Glasfaseranschlüssen prüfen. Dabei gilt: Wenn Anbieter nur maximal 16 Megabit anbieten, liegt noch keine moderne Infrastruktur vor. Auch ein Blick auf den sogenannten Breitbandatlas der Bundesnetzagentur kann helfen, wobei die dortigen Angaben nicht immer aktuell oder fehlerfrei sind.
Vor Ort kann ein orangefarbenes Leerrohr durch den sogenannten Hausstich auf einen vorbereiteten Glasfaseranschluss hinweisen. Eine Glasfasersteckdose in der Wohnung oder zumindest besagtes Leerrohr im Keller sprechen für vorbereitete Anschlüsse, ersetzen aber keine verbindliche Zusage.
Baut ein Unternehmen in einer Straße das Glasfasernetz aus, bietet es den Hausanschluss oft kostenlos oder stark vergünstigt an, meist in Verbindung mit einem Vorvertrag. Wer sich erst Jahre später für einen Anschluss entscheidet, muss mit erheblichen Kosten für die nachträgliche Installation rechnen, die können schnell bei 1500 Euro oder mehr liegen.
Netzbetreiber können ihre neuen Glasfasernetze laut Telekommunikationsgesetz für einen Bereitstellungszeitraum von fünf Jahren exklusiv vermarkten (§ 72 Abs. 6 TKG). Danach müssen sie Wettbewerbern Zugang zur Infrastruktur gewähren. Kommunen müssen Tiefbau deshalb in der Regel genehmigen, sodass Doppelverlegungen in einer Straße möglich sind. Effizient ist das natürlich nicht.
Ist der bestellte Glasfaseranschluss nicht sofort verfügbar, bieten Provider häufig sogenannte Übergangstarife an. Die müsst ihr nicht zwingend annehmen und ihr solltet sie genau kalkulieren. Ist der Übergangstarif im Worst Case, also nach Ablauf der vergünstigten Monate, teurer als euer bisheriger Tarif, schließt ihn besser nicht ab. Rechtlich haben Verbraucher Anspruch zwar auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten, allerdings nicht auf eine bestimmte Bandbreite. Fallbacks wie LTE sind deshalb grundsätzlich zulässig.
Wird ein zugesagter Anschalttermin nicht eingehalten, müsst ihr aktiv werden. Wurde ein konkretes Datum vereinbart, gerät der Anbieter bei Nichteinhaltung automatisch in Verzug. Ist im Vertrag lediglich einen Zeitraum genannt, setzt erst eine schriftlich angemahnte Frist den Anbieter in Verzug. Wie ihr auf einen rechtzeitigen Anschalttermin drängen könnt und worauf ihr beim neuen Glasfaseranschluss allgemein achten solltet, diskutieren wir im Podcast.
Der Fall Jürgen K: Deutsche Telekom lässt umziehenden Kunden beim Internetanschluss hängen
Gesetze
§ 156 TKG: Recht auf Versorgung mit Telekommunikationsdiensten
§ 60 TKG: Umzug
§ 72 TKG: Glasfaserbereitstellungsentgelt
§ 123 TKG: Befugnisse der Bundesnetzagentur
§ 197 TKG: Zusammenarbeit mit anderen Behörden auf nationaler Ebene
§ 286 BGB: Verzug des Schuldners
In der aktuellen Episode sprechen wir über die Verwaltung von Office-Lizenzen, die Bedeutung von Hersteller-Accounts und die Vor- und Nachteile von Einmallizenz versus Abomodell.
Grundlage ist der Fall von Andreas B., der beim Aufräumen seines IT-Kram nicht mehr benötigte Zugänge und Passwörter gelöscht hat, darunter auch einen seiner beiden Microsoft-Konten. Das stellte sich bei einem späteren Notebook-Wechsel als fataler Fehler heraus, denn ebendieser Account war mit seinem Office-Paket verknüpft. Die Bürosoftware hatte B. vor einigen Jahren als dauerhafte Lizenz erworben.
Bei dauerhaften Office-Lizenzen kauft man das Produkt einmal und kann es ohne monatliche Kosten unbegrenzt nutzen. Die Lizenz ist jedoch an einen bestimmten PC gebunden. Abo-Modelle wie Office 365 funktionieren anders: Sie sind nutzer- statt gerätebezogen und können auf mehreren Geräten gleichzeitig verwendet werden. Dafür fallen aber regelmäßige Kosten an.
Microsoft Office-Lizenzen sind grundsätzlich an einen Microsoft-Account gebunden, sowohl bei dauerhaften Lizenzen als auch bei Abo-Modellen wie Office 365. Diese Verknüpfung dient der Kundenbindung, dem Support und soll Lizenzpiraterie verhindern. Löscht man das Konto, mit dem die Lizenz verknüpft ist, kann der zugehörige Produktschlüssel nicht mehr verwendet werden.
Probleme mit Softwarelizenzen regelt seit 2022 Paragraf 327 BGB, darin geht es allgemein um die Haftung und Gewährleistung bei Produktmängeln für digitale Produkte. Die im Online-Handel übliche Beweislastumkehr gilt bei einmaligen Käufen ein Jahr lang, bei dauerhaften Bereitstellungen wie Abo-Modellen dagegen unbegrenzt, erklärt Niklas. Problematisch wird es bei Account-Verknüpfungen: Ob deren unwiderrufliche Bindung einen Integrationsmangel darstellt, ist rechtlich zumindest derzeit umstritten.
Im Podcast diskutieren wir die Vor- und Nachteile von Abo- und Einmal-Lizenz-Modell und klären, wie Kunden bei Lizenzproblemen vorgehen können.
Der Fall Andreas B.: Schwierige Reaktivierung von Office-Lizenzen bei Microsoft
Gesetze
§ 327 BGB: Verbraucherverträge zur Bereitstellung digitaler Produkte
§ 327 e BGB: Produktmangel
$ 327 k: Beweislastumkehr
§ 305 BGB: Einbeziehung der AGB
§ 307 Abs. 2 BGB: Inhaltskontrolle/Unangemessene Benachteiligung
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