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Andrea Keller ist eine Hansdampfin in allen Gassen. Noch etwas passender wäre: eine Tänzerin in allen Gassen und auf allen Bühnen. Auch wenn sie behauptet, nie zu tanzen (was ich mir eigentlich nicht vorstellen kann). Andrea ist eine grandios inspirierende Person und sie veranstaltet mit Kolleginnen und Kollegen bald ein Festival mit dem Titel «Hallo Tod» in Zürich (und online).
Alles zum Festival «Hallo Tod» (25. bis 30. Mai 2021 online und in Zürich) sowie dem dazugehörigen Podcast «Tod & Leben» findet ihr hier: www.hallo-tod.com.
Zora Debrunner spricht in dieser Folge über das Lebensende, über Sterben und Trauer. Zum Beispiel über den frühesten Tod, den sie in ihrem Leben erlebte: Sie war zwei Jahre alt, als ihr neugeborener Bruder starb. Sie erlebte diesen Tod trotz des jungen Alters bewusst und denkt bis heute oft an ihren Bruder. "Der Tod meines Bruders stellte unsere gesamte Familie auf den Kopf. In meinen Augen hat sich meine Mutter von diesem Trauma nie wirklich erholt", sagt Zora. Als sie 30 war, starb ihre Mutter. "Das war bisher vermutlich der schlimmste Verlust in meinem Leben." Inzwischen ist Zora 43, sie begleitete ihre an Demenz erkrankte Oma bis zu deren Lebensende und verarbeitete viel Erlebtes schreibend in ihrem Blog "Demenz für Anfänger", woraus auch ein Buch entstanden ist. Vor wenigen Monaten erst starb ihr Vater. Sie trauert noch. "Das Loslassen passiert bei mir in Schüben. Das weiss ich inzwischen von mir und darum lebe ich das auch so." Immer wieder liest man darum in ihrem Blog von ihren Erinnerungen, ihrer Trauer, ihrem Umgang mit dem Verlust. Das Schreiben, so Zora, sei für sie immer schon enorm wichtig gewesen. Es hilft ihr beim Umgang mit ihren Gefühlen.
Der Psychoanalytiker, Satiriker und Autor Peter Schneider spricht in diesem «letzten Stündchen» mit Elena Ibello über das Altwerden und die einzige Richtung, die das Leben zuverlässig nimmt: zu einem Ende hin. Darüber hat Schneider kürzlich zusammen mit der Journalistin Andrea Schafroth ein kurzweiliges Buch mit dem Titel «Jung bleiben ist auch keine Lösung» geschrieben (Verlag Zytglogge).
Das Gespräch in diesem Podcast dreht sich um Dinge, die das Nachdenken über das Sterben und den Tod an die Oberfläche spült: Um das Bewusstsein für die Endlichkeit und Pseudo-Tiefsinniges, um assistierten Suizid, Selbstbestimmung und Abhängigkeiten. Auch um Spital-Equipment zuhause, Ruhe beim Sterben, freundliches Pflegepersonal, urbane Asche-Verteilung, um Bestattungen via Zoom oder die Zurückhaltung einer Leiche gegenüber den Trauergefühlen der Angehörigen. Um viele Fragen wie: Wohin mit all den Büchern, wenn ich gestorben bin? Wo und wie sollen wir sterben und warum sollen wir uns das überhaupt vorstellen, wo wir doch (noch) gar nicht sterben wollen? Und zuletzt um die Frage, was es mit der Solidarität der Lebenden mit den Toten auf sich hat. Ein inspirierendes, leichtfüssiges, aber in jedem Sinne ernst gemeintes Gespräch.
Alleine Sterben: Die meisten Menschen hoffen wohl, dass sie das nicht müssen. So auch Monika Obrist. Mehr noch: Sie will, dass alle Menschen in der Schweiz am Lebensende und im Sterben gut umsorgt sind. Dafür setzt sie sich seit Jahrzehnten ein. Die ehemalige Pflegefachfrau arbeitet für die Schweizerische Gesellschaft für Palliative Care. Ihr Ziel ist es, dass wir alle am Ende unseres Lebens einst so gut umsorgt sein werden wie am Anfang. Natürlich medizinisch-pflegerisch, aber auch psychisch, sozial und spirituell. Und auch wenn es noch einiges zu tun gibt, um dieses Ziel zu erreichen, weiss Monika Obrist, dass die meisten Schweizerinnen und Schweizer schon heute relativ gut versorgt sind mit Palliative Care.
Reden über Sterben. Elena Ibello und Anne Rüffer
Über das Sterben hat Monika Obrist viel gelernt und einiges gesehen. Dass auch für sie trotzdem noch ganz viel offen ist, dass wir alle letztlich vieles nicht verstehen können, betrübt sie nicht. Sie lebt mit offenen Fragen statt mit fertigen Antworten, wie sie sagt. Und findet genau das spannend. Das war auch unser Gespräch übers Sterben. Danke, Monika!
Mitten aus dem Leben gerissen wurde Alvas Lebenspartner vor fünf Jahren. Als er starb, war Alva 32 und voller Lebenslust. Nie hätte sie gedacht, dass ihr Partner so plötzlich für immer gehen könnte. Und doch hat sie gelernt, sich damit abzufinden.
Das letzte Stündchen stellt sich vor
Elena Ibello führt die Gespräche mit ihren Gästen in der Hoffnung, damit andere zum Reden übers Sterben anzuregen. Und aus lauter Neugierde. Sie ist Mitherausgeberin verschiedener Bücher rund ums Lebensende. Unter anderem: "Zu Ende denken. Worte zum Unausweichlichen" (mit Rebecca Panian, Wörterseh Verlag) und "Reden über Sterben" (mit Anne Rüffer, rüffer & rub Sachbuchverlag). Ausserdem ist sie Autorin der Masterthesis «Schreiben übers Sterben. Wenn der Tod zur Sprache kommt» und gibt Workshops zum Schreiben über das Sterben.
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