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Frankreich steht eine dramatische Woche bevor: Eine neue, radikale Protestbewegung will das ganze Land blockieren, zudem hat der französische Premier überraschend angekündigt, die Vertrauensfrage im Parlament stellen zu wollen. Frankreich steht damit schon nach wenigen Monaten wieder vor einem Regierungssturz. Die wirtschaftlich angeschlagene Republik ist gelähmt, Präsident Emmanuel Macron ist schwer unter Druck, eine Machtübernahme der Partei von Marine Le Pen, dem Rassemblement National, scheint näher zu rücken.
In der neuen Ausgabe von "Das Politikteil" sprechen wir mit Matthias Krupa, dem Frankreichkorrespondenten der ZEIT, über die Lage im Nachbarland, das für Deutschland so wichtig ist wie kein anderer europäischer Partner. Krupa erklärt die Hintergründe der politisch und gesellschaftlich aufgeheizten Situation in Frankreich und beschreibt drei Szenarien für den Fall, dass François Bayrou die Vertrauensfrage verliert. Wir sprechen über den unaufhaltsam scheinenden Abstieg Macrons, und Krupa erklärt, warum ausgerechnet jener Präsident, der außenpolitisch eine große Strahlkraft hat, innenpolitisch so gar nicht reüssiert. Was ist der Grund für eine Entwicklung, mit der nicht nur Frankreich zu kämpfen hat: der Aufschwung der Rechten, bei gleichzeitigem Abstieg der demokratischen Mitte?
Im Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über das, was Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Diesmal moderieren Heinrich Wefing und Ileana Grabitz.
Seit dem 15.1.2025 sind Teile des Archivs sowie Sonderfolgen von Das Politikteil nur noch exklusiv mit einem Digitalabo der ZEIT zu hören – auf zeit.de, auf Apple Podcasts und auf Spotify. Ein kostenloses Probeabo können Sie hier abschließen. Wie Sie Ihr Abo mit Spotify oder Apple Podcasts verbinden, lesen Sie hier.
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Seit dreieinhalb Jahren bestimmt eine Region die Schlagzeilen der Weltpresse, über deren Innenleben nur wenig nach außen dringt. Es handelt sich um jene Gebiete im Osten und Süden der Ukraine, die von russischen Truppen besetzt sind. In der aktuellen Diskussion über eine mögliche Friedenslösung sprechen wieder alle über sie, über Abtretungen und Austausch, aber kaum jemand weiß, wie die Menschen dort leben, welchen Repressionen, Demütigungen und Zwangsmaßnahmen sie ausgesetzt sind – und welcher Gewalt. Wir blicken in eine Welt, die noch wenig beschrieben ist.
In der neuen Ausgabe von "Das Politikteil" sprechen Ileana Grabitz und Peter Dausend mit Alice Bota, der Osteuropaexpertin der ZEIT, über das Leben unter russischer Besatzung, die systematische Russifizierung und über ein Leben zwischen Gängelei, Widerstand und Kollaboration. Bota beschreibt, wie die russischen Truppen zu glauben schienen, sie würden "mit Blumen begrüßt" werden und anschließend "ein Terrorregime aufgebaut" haben, das die in den besetzten Gebieten lebenden Ukrainer "einer rasenden Willkür" aussetzt. Sie berichtet von Frauen, die mit Strom gefoltert, geschlagen, vergewaltigt wurden, von ukrainischen Kindern, die für russische Soldaten beten müssen, von Patienten, die nur behandelt werden, wenn sie einen russischen Pass besitzen. Ihr Fazit: "Die Bedrohung ist immer da."
Alice Bota, geboren in Polen, kam 1988 mit ihrer Familie nach Deutschland und studierte in Kiel, Posen und Berlin Neuere deutsche Literatur, Politikwissenschaft und Internationale Beziehungen. Nach dem Besuch der Deutschen Journalistenschule in München kam sie 2007 zur ZEIT, für die sie auch viele Jahre als Moskaukorrespondentin tätig war. Aktuell befasst sie sich von Berlin aus im Schwerpunkt mit Osteuropa, gemeinsam mit ihrem ZEIT-Kollegen Michael Thumann ist sie Host des Podcasts "Ostcast".
Im Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über das, was Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören.
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In diesen Tagen fliegt ein interstellares Objekt durch unser Sonnensystem, das Rätsel aufgibt: Die Flugbahn ist ungewöhnlich gerade, die Geschwindigkeit, mit der das Objekt durch das All rast, unfassbar hoch und die Flugroute insofern besonders, als 3I/Atlas – so der Name des Flugkörpers – sehr eng an Jupiter, Mars und Venus vorbeifliegt. Was den Harvard-Professor Avi Loeb veranlasst, darüber zu spekulieren, dass Außerirdische dahinterstecken könnten, die Informationen über unsere Planeten sammeln wollen.
Diese Geschichte ist so besonders, dass "Das Politikteil" in dieser Woche einen Ausflug in die Astrophysik unternimmt. Mit Sibylle Anderl, Ressortleiterin Wissen bei der ZEIT, sprechen die Hosts Ileana Grabitz und Heinrich Wefing über das Rätsel um 3I/Atlas. Was macht dieses interstellare Objekt für die Forschung so interessant? Was spricht dafür, dass es tatsächlich gelenkt werden könnte von außerirdischen Mächten? Was dagegen? Und gibt es überhaupt Indizien dafür, dass es irgendwo im Weltall Leben gibt?
Sibylle Anderl, selbst Astrophysikerin und Philosophin, erklärt, was über 3I/Atlas bekannt ist, wie die Szene auf die Theorien von Avi Loeb blickt und warum es – so irrational es klingt – sinnvoll ist, sich mit der möglichen Existenz von Aliens zu beschäftigen. Zum Schluss wagen wir uns auch an die ganz großen Fragen: Hat das Weltall ein Ende? Und ist da irgendwo Platz für Gott?
Im Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags, mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Und zuweilen, wie dieses Mal, wird intern getauscht.
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Zwischen Schuldenbremse und diplomatischer Großoffensive: Seit Mittwoch dieser Woche ist Bundeskanzler Friedrich Merz 100 Tage im Amt. Während er für seine außenpolitischen Initiativen und seine Auftritte in Kiew, Washington und Paris viel Lob erhielt, musste er innenpolitisch für seine politischen Wenden bei der Aufweichung der Schuldenbremse, der Absenkung der Stromsteuer und der Frage der Waffenlieferungen an Israel viel Kritik einstecken – vor allem aus den eigenen Reihen. Zudem haben die Vorgänge um die gescheiterte Richterwahl zum Bundesverfassungsgericht das Verhältnis zwischen den Koalitionspartnern CDU/CSU und SPD schwer belastet. Und dabei kommen die echten Herausforderungen für Merz und sein schwarz-rotes Regierungsbündnis erst noch.
In dieser Ausgabe des Round Tables von "Das Politikteil" ziehen wir Bilanz – und schauen nach vorn. Wie hat sich Merz bisher geschlagen? Was ist aus dem mit großem Pomp angekündigten Politikwechsel geworden? Meidet der Kanzler die mühevollen Ebenen der Innenpolitik, weil er sich lieber auf den Gipfeln der Außenpolitik sonnt? Wir gehen der Frage nach, warum es sich die einstige Galionsfigur der Konservativen mit den Konservativen in seiner Partei verscherzt hat, analysieren, was Merz außenpolitisch anders macht als sein Vorgänger Olaf Scholz – und zeigen auf, weshalb er sich Sorgen macht um seinen Koalitionspartner SPD. Und wir erörtern, ob die Koalition die Kraft dazu hat, die überfällige Reform der Sozialsysteme, vom Bürgergeld bis zur Pflege, anzupacken.
Am Tisch des Round Tables sitzen normalerweise die vier Hosts von "Das Politikteil": Ileana Grabitz, Tina Hildebrandt, Peter Dausend und Heinrich Wefing. In der aktuellen Ausgabe fehlt Ileana Grabitz. Mariam Lau, die als Parlamentskorrespondentin für DIE ZEIT unter anderem über die Union und das Kanzleramt berichtet, nimmt an ihrer Stelle Platz.
In der nächsten Woche erscheint dann wieder eine Ausgabe unseres Klassikers "Das Politikteil": mit einem Gast, einem Thema – und einem Geräusch. Moderieren werden Ileana Grabitz und Heinrich Wefing.
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Treffen mit Putin, Ultimatum an Russland, Rekordzölle für Brasilien, Drohungen gegen die Schweiz und Indien, den Vize als Nachfolger platziert, die Statistikchefin gefeuert, weil sie schlechte Arbeitslosenzahlen vorlegt: Unter der Flut an Meldungen, mit der Donald Trump in dieser Woche wieder die Nachrichtenkanäle überschwemmt hat, sticht eine hervor: Ghislaine Maxwell, die zu 20 Jahren Haft verurteilte Komplizin des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein, verhandelte mit dem Vizejustizminister über Hafterleichterungen und eine mögliche Freilassung. Damit rücken jene Fragen ins Zentrum der Epstein-Debatte, die für den US-Präsidenten gefährlich werden könnten: Wie eng war die Freundschaft zwischen Trump und Epstein wirklich, taucht der Name Trump auf einer "Klientenliste“ auf? Und: Warum sträubt sich Trump nun vehement gegen eine Veröffentlichung der Ermittlungsakten, der Epstein-Files, die er im Wahlkampf so lautstark gefordert hatte?
In der neuen Folge von Das Politikteil sprechen Tina Hildebrandt und Peter Dausend mit der neuen US-Korrespondentin der ZEIT, Juliane Schäuble, über den Fall Epstein und die Verbindung des Milliardärs zu Donald Trump. Schäuble beschreibt die Geschichte der Freundschaft der beiden Männer, deren Bruch sowie die Rolle von Ghislaine Maxwell beim organisierten sexuellen Missbrauch junger Mädchen. Sie analysiert zudem, warum die Trump-Anhängerschaft aus der "Make America Great Again"-Bewegung so entschieden auf eine Veröffentlichung der Akten drängt – und weshalb genau das für Trump zum Problem werden kann. Dass Enthüllungen aus den Epstein-Files die Öffentlichkeit schockieren könnten, glaubt Schäuble allein schon deshalb nicht, da nach allem, was bereist passiert sei, "nichts bei Trump uns noch schockieren kann".
Im zweiten Teil des Podcasts zeigt Schäuble auf, warum Trump ausgerechnet jetzt eine Debatte über seinen Nachfolger lostritt, welche Rolle Elon Musk noch spielt – und ob eine von ihm angekündigte neue Partei, die America Party, im Kampf um die nächste Präsidentschaft eine Chance hätte.
Juliane Schäuble hat Politikwissenschaften in Potsdam und Außenpolitik der Vereinigten Staaten an der American University in Washington, D. C. studiert. Von 2005 bis 2025 arbeitete sie für den Tagesspiegel, unter anderem als Ressortleiterin Politik, von 2018 an war sie US-Korrespondentin des Blatts. In dieser Funktion ist sie seit dem 1. August 2025 für DIE ZEIT tätig. Gemeinsam mit Annett Meiritz hat sie 2022 das Buch Guns n' Rosé veröffentlicht, im September erscheint Die Allianz der Neuen Rechten, ebenfalls mit Annett Meiritz als Co-Autorin.
Im Podcast Das Politikteil sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags, mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Und zuweilen, wie dieses Mal, wird intern getauscht.
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Wie ist die Lage in Gaza, nachdem Israel wieder etwas mehr Hilfe in das blockierte Gebiet hineinlässt? Warum kommen viele Hilfen nicht an, selbst, wenn es sie gibt? Wie sinnvoll ist die Luftbrücke, an der sich Deutschland beteiligen will? Tut die Regierung zu wenig? Und braucht es einen deutschen Kurswechsel?
Viele europäische Länder verschärfen gerade ihren politischen Kurs gegenüber Israel. Nach neuesten Umfragen wünschen sich das auch 74 Prozent der Deutschen von der Bundesregierung.
Darüber sprechen wir diese Woche in "Das Politikteil" mit Yassin Musharbash, stellvertretender Leiter des Investigativressorts der ZEIT und Kenner der arabischen Welt. Er war selbst schon bei einem jordanischen Hilfsflug dabei und kommt gerade von einer Recherchereise aus Amman zurück.
Unser zweiter Gast ist Jörg Lau, außenpolitischer Korrespondent der ZEIT, dessen nächstes Buch über Außenpolitik den Titel „Der Westen, das sind jetzt wir“ tragen wird.
Lau und Musharbash beschreiben, wie es zur Hungersnot in Gaza gekommen ist, wie die Situation dort aktuell ist und wie Lösungen nach einem Waffenstillstand aussehen könnten.
Und sie sind sich einig: Das deutsche Wort von der "Staatsräson" gehört in den Papierkorb der nutzlosen Phrasen.
Erwähnt werden:
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Noch nie hat die Berufung einer Richterin an das Bundesverfassungsgericht für solche Eruptionen im politischen Berlin gesorgt wie die gescheiterte Wahl der Potsdamer Juristin Frauke Brosius-Gersdorf Mitte Juli.
Was ist bei der Wahl schiefgelaufen? Wie sind die Positionen von Frauke Brosius-Gersdorf verfassungsrechtlich zu bewerten? Und wie könnte eine Lösung in diesem politisch aufgeladenen und ungelösten Streit aussehen?
Darüber sprechen wir in "Das Politikteil" mit der früheren Bundesverfassungsrichterin Gertrude Lübbe-Wolff, die an der Universität Bielefeld lehrt.
Lübbe-Wolff erklärt, wie Wahlen zum Verfassungsgericht üblicherweise ablaufen und warum sie trotz der polarisierten öffentlichen Debatte an einer Wahl der Verfassungsrichter durch eine Zweidrittelmehrheit im Bundestag festhalten würde. Sie sagt: Frauke Brosius-Gersdorf wäre eine gute Verfassungsrichterin, beschädigt seien diejenigen, die die gescheiterte Wahl zu verantworten haben.
Das Verfassungsgericht sollte keine Liste mit neuen Kandidaten vorlegen, solange die parlamentarische Debatte nicht abgeschlossen ist.
Lübbe-Wolff war selbst zwölf Jahre lang Richterin am Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe, von 2002 bis 2014. Sie ist Autorin des Buchs "Beratungskulturen", in dem sie die Arbeitsweise des Bundesverfassungsgerichts beschreibt und die Organisation und Arbeitsweise von Verfassungsgerichten weltweit vergleicht, unter anderem auch die unterschiedlichen Systeme der Richterwahl.
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Mit einem Bevölkerungsanteil von 20 Prozent leben in Deutschland mehr Eingewanderte als in jeder anderen Industrienation, mehr noch als in den USA. Nichts hat die deutsche Schule so verändert wie diese biografische, sprachliche und kulturelle Vielfalt. Der Bildungssoziologe Aladin El-Mafaalani spricht von "Superdiversität". Aber wie wirkt sie sich in den deutschen Klassenzimmern aus? Vor welche Herausforderungen stellt das Kinder, Eltern und Lehrer? Und warum sind die Leistungsunterschiede zwischen zugewanderten und einheimischen Schülerinnen und Schülern in keiner vergleichbaren Nation weltweit so groß wie in Deutschland?
Darüber sprechen wir diese Woche in "Das Politikteil", dem politischen Podcast der ZEIT. Zu Gast bei Ileana Grabitz und Heinrich Wefing ist Martin Spiewak, Bildungsredakteur der ZEIT. Er ist seit vielen Jahren unterwegs in Klassenzimmern, spricht mit Lehrerinnen, Ministerinnen und Wissenschaftlerinnen. Spiewak sagt: "Es gibt einen linearen Zusammenhang zwischen mehr Kindern mit Migrationshintergrund und schlechten Leistungen in einer Klasse."
Wir fragen: Wie hilfreich ist da eine "Migrationsquote" für Schulklassen, wie sie die CDU-Politikerin und Bildungsministerin Karin Prien vor Kurzem ventiliert hat? Und gibt es Beispiele in Deutschland und Europa, wo die Dinge besser laufen? Welche politischen Reformen braucht es? Martin Spiewak sagt: "Wir brauchen eine andere Ressourcenverteilung zwischen den Schulen." Und er fordert einen "Mentalitätswandel" in den Kitas: "Viele verstehen die Kitas immer noch nicht als Bildungsinstitution."
Im Podcast "Das Politikteil" sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags, mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Im Wechsel sind als Gastgeber Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing oder Ileana Grabitz und Peter Dausend zu hören. Diese Ausgabe moderieren Ileana Grabitz und Heinrich Wefing.
Hosts: Ileana Grabitz und Heinrich Wefing
Gast: Martin Spiewak, Bildungsredakteur der ZEIT
Recherche und Töne: Dune Korth
Aufnahme: Jona Rösch, Pool Artists
Aufgezeichnet am 24. Juli 2025, 10 Uhr
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Die gescheiterte Wahl von drei neuen Bundesverfassungsrichtern hat gezeigt, wie prekär die Lage der Koalition ist. Steuern wir in amerikanische Verhältnisse? Ist das Problem der CDU zu viel Kulturkampf – oder zu wenig Politikwechsel? Sollte die Besetzung von Ämtern wie den höchsten Richtern lieber nicht in der Öffentlichkeit diskutiert werden? Und kann die schwarz-rote Koalition die politische Mitte retten oder ist ihre Schwäche Teil einer tiefergehenden Krise des politischen Systems?
Darüber sprechen wir diese Woche in "Das Politikteil" mit Thomas Biebricher, Professor für Politikwissenschaft an der Goethe-Universität Frankfurt und Autor. Die Episode erscheint einen Tag früher als normalerweise, weil wir aus internen Gründen schon am Mittwoch aufzeichnen mussten. Biebricher sagt: Für die CDU ist es verlockend, auf Symbolpolitik zu setzen, weil sie viele ihrer inhaltlichen Versprechungen gar nicht einlösen kann. Biebricher, der sich unter anderem mit der Krise der europäischen Konservativen beschäftigt hat, erklärt, warum die politische Mitte so etwas wie ein Phantom ist – und warum er das Wort "unerträglich" unerträglich findet.
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Seit ihrer Gründung 2013 hat die AfD mehrere Häutungen durchlebt – aus jeder ist sie radikaler hervorgegangen. Nun scheint sie diesen Prozess umkehren zu wollen. Die AfD-Fraktion hat sich neue Benimmregeln für ihren Auftritt im Bundestag auferlegt: gemäßigtere Tonlage, Verzicht auf Reizworte wie "Remigration" und "Leitkultur" – und ein gepflegtes Äußeres. Doch bei der ersten Gelegenheit, der Haushaltsdebatte im Parlament, verfiel die Partei- und Fraktionsvorsitzende Alice Weidel in ihre traditionelle Rolle – und griff die Bundesregierung mit zum Teil diffamierenden Worten scharf an. Von wegen gemäßigt. Hinter dem Widerspruch zwischen Ankündigung und Auftreten taucht eine grundsätzliche Frage auf: Wohin steuert die AfD?
In der neuen Folge von "Das Politikteil" sprechen Ileana Grabitz und Peter Dausend mit dem Politikwissenschaftler Benjamin Höhne, einem Experten in Sachen Populismus, über die Alternative für Deutschland. Höhne zeigt die wahren Motive hinter dem Benimmvorstoß auf, geht der Frage nach, ob sich aus der jüngsten Annäherung zwischen der AfD und dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) eine Regierung in einem ostdeutschen Bundesland formen lässt, und analysiert die politischen Folgen eines möglichen AfD-Verbotsverfahrens.
Zudem beschreibt Höhne, wie sich in Ost- und Westdeutschland zwei verschiedene Parteienlandschaften festsetzen. Während die AfD-Basis im Osten die Deradikalisierungsstrategie kritisch sehe, so Höhne, werde sie von der im Westen begrüßt – und das führe zu internen Spannungen. Der Politikwissenschaftler betrachtet die AfD schon länger nicht mehr als Protestpartei, sondern als Heimstatt eines verfestigten rechtsradikalen Milieus, gegen die eins mit Sicherheit nicht helfe: die Übernahme von Inhalt und Tonfall durch die etablierten Parteien. Genau das sei aber bei der Migrationspolitik geschehen – zum Nutzen der Rechtspopulisten.
Benjamin Höhne hat an der Uni Trier promoviert und an der FU Berlin, in Potsdam, Halle-Wittenberg, Magdeburg und Münster gelehrt. Im Sommersemester 2022 war er DAAD-Research-Fellow am American Institute for Contemporary German Studies der Johns Hopkins University in Washington, D. C. Seit April 2024 lehrt er an der TU Chemnitz.
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