Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Malin Schell – Ein Leben für die Musik und Brasilien
    Malin Schell ist Sängerin durch und durch. Schon als kleines Mädchen entdeckte sie die Welt der Musik. Heute schreibt sie ihre eigenen Kompositionen: «Musik bringt mich in einen Bewusstseinszustand, in dem ich mit Freude und Leichtigkeit einfach sein, fliegen, träumen und erschaffen kann.»
    Die Zürcherin Malin Schell lebt im Bundesstaat Bahia in Brasilien. Sie hat sich dort ihren Traum verwirklicht und lebt seit sieben Jahren in Vale de Capao. Das Tal befindet sich im Nordosten Brasiliens. In ihrem kleinen Anwesen inmitten der brasilianischen Wildnis, findet die 32-Jährige die Inspiration für ihre Musikprojekte und hat schon einige Alben aufgenommen: «Es ist ein magischer Ort. Ich verspüre eine tiefe Verbindung zu mir selbst, meine Essenz und meinem Herzen.»
    «Es ist wie eine grosse Kommune»
    Die Ortschaft Vale de Capao zieht sich durch ein langes Tal. Nicht nur Brasilianer, sondern auch viele Europäer leben dort. Es sei wie eine grosse Kommune: «Es ist ein Miteinander und oft kommen die Leute spontan zu mir auf Besuch.» Spontane Besucher sind auch kleine Affen und Schlangen: «Es ist wundervoll, diese einzigartige Natur direkt vor der Haustüre zu haben.»
    19 min
  • Irene und Vince Hogan begeistern mit ihrer Hochbeet-Kultur
    Irene Hogan Hollenstein und ihr Mann Vince führen einen Bio-Bauernhof in der Kleinstadt Traverse City, im US-Bundesstaat Michigan. Die Selbstversorger sind bekannt für ihren aussergewöhnlichen Gemüseanbau: «Hier in Amerika kennt man die Hochkultur aus Europa kaum, sagt die 60-Jährige.»
    Irene Hogan Hollenstein kam 1984 als Aupair nach San Francisco und blieb. Vor rund acht Jahren übernahm die gelernte Dentalhygienikerin mit Ehemann Vince die «Boone-Farm» in der amerikanischen Kleinstadt Traverse City. Der Bauernhof gehörte ursprünglich den Grosseltern von Vince: «Die Farm ähnelt der Villa Kunterbunt von Pippi Langstrumpf!» Die beiden setzen mit Erfolg auf nachhaltige Landwirtschaft. Sogar die lokalen Medien wurden auf das Paar aufmerksam: «Viele Leute schauen vorbei und füttern unsere Tiere auf den saftig grünen Wiesen.»
    Glückliche «Säuli» und Hühner
    Die Schweine und Hühner tummeln sich frei auf den saftigen Wiesen. Für Irene Hogan Hollenstein und Vince war es von Anfang an wichtig, dass die Tiere glücklich aufwachsen, bevor sie geschlachtet werden: «Wer bei uns Fleisch kauft, weiss dass ihr Steak von einem glücklichen Schwein stammt.» Um Stress zu vermeiden, werden die Tiere auf dem Hof geschlachtet und erst dann im örtlichen Schlachthof verarbeitet.
    17 min
  • Rolf Kunz – Vom «Pöschtler» zum Bauern in Zentral-Thailand
    Rolf Kunz ist vor vier Jahren mit seiner Frau Pairin nach Thailand ausgewandert. Die beiden leben in der Ortschaft Bung Sam Phun, in der Region Phetchaphun. Dort bewirtschaften sie Reisfelder und haben einen eigenen Hof. Touristen trifft man kaum: «Es ist ein traumhafter Ort», sagt der 65-Jährige.
    Der pensionierte Postangestellte Rolf Kunz hat eine neue Lebensaufgabe. Statt die Post zu verteilen, kümmert sich der 65-Jährige um die Kühe und Hühner auf dem eigenen Hof und hilft auch auf den Reisfeldern tatkräftig mit: «Man lernt schnell und probiert immer wieder aus. Es ist faszinierend in diese neue Welt einzutauchen.» Selbstversorger seien sie in Sachen Reis und Eiern: «Gemüse und Früchte kaufen wir auf dem Dorfmarkt dazu.»
    Weitab vom Tourismus
    Bung Sam Phun liegt in Zentralthailand. Etwa hundert Kilometer von Bangkok entfernt. Nur wenige Touristen kommen in die Gegend, sagt Rolf Kunz: «Viele Bangkoker fahren über das Wochenende in den nahegelegenen Nationalpark.» Ausländer treffe man hier kaum. Höchstens im örtlichen Einkaufszentraum.
    17 min
  • Lukas Egli bringt die Landwirtschaft in die Städte
    Der Biologe und Forscher Lukas Egli macht sich in Leipzig für eine nachhaltige Landwirtschaft stark. Der 32-Jährige gründete zusammen mit anderen den Ernährungsrat: «Wir möchten allen Menschen Zugang zu einem gesunden und nachhaltigen Essen ermöglichen.»
    Lukas Egli engagiert sich seit Jahren für eine nachhaltige Landwirtschaft. Der 32-jährige aus Pfäffikon (SZ) lebt in Leipzig. Der Biologe und Wissenschaftler arbeitet im Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung. Mit seinem Team versucht er die Städter auf die umliegende Landwirtschaft zu sensibilisieren: «Wir zeigen auf, dass ein wesentlicher Anteil der hier konsumierten Lebensmittel im Umland produziert werden könnte.»
    Herzprojekt Mehrgenerationenhaus
    Eine alternative Wohnform ist ein Mehrgenerationenhaus. Ein Herzprojekt von Lukas Egli. Aktuell saniert er mit anderen fünfzehn Leuten ein altes Gründerhaus. Mit dem Ziel eine grosse Wohngemeinschaft zu bilden. Familien, junge und ältere Menschen leben gemeinsam unter einem Dach: «Es ist wie eine grosse WG, nur viel verbindlicher.»
    16 min
  • «In der Schweiz lebt man besser in Brasilien mehr!»
    Hanspeter Häfeli ist in Uruguay geboren. Seine Schweizer Wurzeln liegen in Zetzwil im Kanton Aargau. Der Unternehmer lebt mit seiner Familie unter anderem in der Stadt Vinhedo in der Nähe von São Paulo. Der 66-Jährige führt das traditionelle Fleischunternehmen seiner Eltern.
    In den 1950er Jahren wanderten viele Schweizerinnen und Schweizer nach Südamerika aus. Auch die Eltern von Hanspeter Häfeli. Der Vater machte sich als Metzger einen Namen und gründete sein eigenes Fleischunternehmen in São Paulo. Mittlerweile hat die Familie mehrere Geschäfte und ist auf Fleischprodukte nach traditionellen Schweizer Rezepten spezialisiert: «Wir produzieren allerlei Würste, Rippli, Wädli oder Landjäger nach Schweizer Art.» Und auch typisch schweizerische Beilagen, wie Röschti oder Sauerkraut und Senf sind ein wahrer Renner bei den Brasilianern und vor allem bei den Schweizer und Deutschen Kolonien: «Für diejenigen, die noch nie in der Schweiz oder in Deutschland waren geniessen die kulinarischen Köstlichkeiten aus ihrer Ursprungsheimat.»
    Immer gerne wieder in der Schweiz
    Auch wenn Hanspeter Häfeli in Uruguay geboren ist, hat er trotzdem einen engen Bezug zur Schweiz. Als Kind verbrachte er mehrere Jahre bei den Grosseltern auf dem Bauernhof: «So blieb mein Schweizerdeutsch erhalten.» Sein älterer Sohn lebt und arbeitet in Basel: «Wenn immer möglich, kommen wir ihn besuchen.»
    21 min
  • Tanja Zurbrügg – Glücklich in Neuseeland
    Schon als kleines Mädchen wusste Tanja Zurbrügg, dass auf sie die grosse Welt wartet. Gefunden hat sie ihre Heimat auf Neuseeland. Seit zwanzig Jahren lebt sie mit ihrer Familie ausserhalb von Auckland. Ihr Partner ist ein waschechter Maori.
    Tanja Zurbrügg ist im Kiental aufgewachsen. Ein zweihundert Seelendorf im Berner Oberland. Schon früh wusste die heute 46-Jährige, dass sie die Welt entdecken möchte. Für eine Schweizer Firma in Spiez arbeitete sie einige Jahre in Afrika. In der Modebranche designte sie Stoffe für die Pariser Fashion Szene. Sie lebte einige Jahre in London, doch irgendwie war sie noch nicht angekommen: «Ich durchstöberte sämtliche Bibliotheken von London, bis ich einen Reiseführer über Neuseeland entdeckte!» Heute lebt Tanja Zurbrügg mit ihrer Familie in einem grossen Haus mitten im Grünen von Auckland. Sie ist Mitinhaberin einer grossen Agentur, die tonnenschwere Tanks nach Übersee verschifft.
    Das grösste Schweizer Festival
    Einmal im Jahr findet das grösste Schweizer Festival in Auckland statt. Tanja Zurbrügg hat das Festival zehn Jahre lang organisiert und dafür gesorgt, dass allerlei Schweizer Köstlichkeiten auf der Insel landen: «Von Rivella, Ragusa über Raclette-Käse ist alles zu haben. Ein Highlight für die «Kiwis», wie man hier liebevoll den Neuseeländern sagt.»
    19 min
  • Vom «Seebueb am Zürisee» zum Seemann auf den Weltmeeren
    Ulrich Baumgartner fuhr jahrelang als Schiffskapitän auf den grössten Frachtschiffen der Welt. Heute unterrichtet der 62-jährige Schiffsingenieur angehende Schiffsmechaniker. Mit seiner Familie lebt der Zürcher auf einem idyllischen ostfriesischen Bauernhof in Rastede an der Nordsee.
    Als Kapitän von riesigen Containerschiffen sah der Zürcher Ulrich Baumgartner die Welt. Oft war er wochenlang auf hoher See und war verantwortlich für tausende von Tonnen Fracht. Beim Beruf Seefahrer denken immer noch viele an das Leben auf See in früheren Zeiten. Heute versteckt sich hinter der Schifffahrt modernste Technologie. Trotzdem brauche das Steuern ein gutes Fingerspitzengefühl, sagt Ueli Baumgartner: «Es ist jedes Mal aufregend, so ein tonnenschweres Frachtschiff in den Hafen zu manövrieren.»
    Ein Bauernhof im Moor
    Ueli Baumgartner lebt mit der Familie auf einem typisch ostfriesischen Bauernhof. Es sei ein Ort der Ruhe, umgeben von vielen Bäumen: «Es ist unsere kleine Oase.» Typisch an der Nordsee ist die flache Landschaft und der ständige Wind: «Wir sehen schon am Freitag, wer am Sonntag zu Besuch kommt!»
    19 min
  • Noel Furrer weiss, wie man Menschen verzaubert
    Noel Furrer ist der geborene Gastgeber. Der Luzerner mischte nicht nur in der Zürcher Kulturszene mit. In Hong Kong ist er als «Mr. Nightlife» bekannt. Heute lebt der 45-Jährige in Phnom Phen, der Hauptstadt von Kambodscha. Aktuell konzipiert er ein edles Hotel für ein grosses Familienunternehmen.
    Noel Furrer liebt Veränderungen und taucht immer wieder in neue Projekte ein: «Ich bin wie eine Pflanze, die man in einen Topf setzt und zusieht, wie sie von Tag zu Tag wächst.» Der gelernte Koch stand etwa an der Seite von Starkoch Anton Mosimann in London und verwöhnte den Gaumen der Royals. In Hong Kong zeigte er prominenten Gästen das bunte Nachtleben. Seit sieben Jahren lebt und arbeitet Noel Furrer in Phnom Phen, der Hauptstadt Kambodschas. Aktuell ist er für das Design eines luxuriösen Hotels zuständig. In paar Monaten ist die Eröffnung: «Ich mache das gesamte Branding und verleihe den rund 200 Zimmern die richtige Ambiance.» Dazu gehört auch das Rekrutieren von rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Ein wahres Mammutprojekt.
    Die feine Art der Asiaten
    Aus dem einstigen Partylöwen Noel Furrer ist ein ausgeglichener Mensch geworden. Die asiatische Denkweise hat ihn inspiriert. Sein privates Leben hat der 45-Jährige schon längst auf den Kopf gestellt: «Mich fasziniert der achtsame und respektvolle Umgang der Menschen. Heute bin ich viel ausgeglichener.»
    20 min
  • Urs Grüter – Auf einer kleinen Insel mitten im Nirgendwo
    Urs Grüter begleitet für neun Monate ein Forscherteam auf der Insel Macquarie mitten im Pazifischen Ozean. Die Insel gehört zum australischen Bundesstaat Tasmanien. Der Sicherheitschef kümmert sich dort um das Wohl der Wissenschaftler: «Ich bin ein wandernder Sanitäter.» 
    Die raue und windige Insel Macquarie ist von der restlichen Welt abgeschnitten. Wegen ihrer geologischen Bedeutung gehört Macquarie Island zum Weltnaturerbe. Sie liegt im südlichen Pazifischen Ozean, in der Mitte zwischen dem australischen Inselstaat Tasmanien und der Antarktis. Urs Grüter weilt seit März mit einem Forscherteam auf der wilden Insel und trainiert die Wissenschaftler für das unwegsame Gelände: «Es gibt viele steile und gefährliche Hänge. Ich bilde die Expeditionsteilnehmer als Ersthelfer und im Rettungsdienst aus.» Die Insel ist nur für Forscher zugänglich. Als erster Schweizer ist Urs Grüter stolz, Teil des australischen Forschungsprogrammes zu sein: «Manchmal, wenn Du denkst, das Leben ist ziemlich gut, kann es noch besser werden.»
    Zwischen Pinguinen, Seelöwen und Walen
    Urs Grüter ist fasziniert von der einzigartigen Tierwelt auf Macquarie Island: «Man kann sich nicht satt sehen!» Der ausgebildete Kletterführer zählt für die Forschung zwischendurch sogar die Küken der Königspinguine. Aber auch für den Küchendienst ist sich Urs Grüter nicht zu schade: «Es ist wie ein langes Ferienlager!»
    21 min
  • Patrick Olivier Puerro – Stolzer Olivenölproduzent in Portugal
    Nach über 20 Jahren Bürotätigkeit folgte Patrick Olivier Puerro seinem wahren Herzenswunsch. Heute sind der Berner und seine Partnerin Maylene stolze Olivenbauern. In der Ortschaft Mata besitzt das Paar einen riesigen Olivenhain.
    Vor sieben Jahren wagte Patrick Olivier Puerro den Schritt aus der Komfortzone «Schweiz». Der erfolgreiche Finanzmanager kaufte mit Partnerin Maylene vor sieben Jahren einen riesigen Olivenhain in Mata, Portugal: «Ich wollte meinem Leben eine neue Richtung geben.» Patrick Olivier Puerro fühlte sich schon immer stark mit der Natur und der Landwirtschaft verbunden: «In der Schweiz hätte ich mir diesen Traum nie erfüllen können. In Portugal kriegten wir das perfekte Angebot.» 
    Mit Herzblut Selbstversorger
    Hühner, Katzen und Hunde tummeln sich auf dem Hof von Patrick Olivier Puerro. Der Alltag des Olivenproduzenten ist hart, doch die Belohnung sei gross, sagt der 53-Jährige: «Wir bewirtschaften die Olivenbäume im Alleingang und haben ein Hochbeet, wo wir Gemüse und Obst anbauen.» Trotz der vielen Arbeit, ist das Leben der Selbstversorger mehr als erfüllt: «Es ist der schönste Fleck Land auf Erden und wir sind dankbar, dass wir diesen Schritt in ein neues Leben gewagt haben!»
    15 min

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