Die fünfte Schweiz

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By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Peter von Arx: «Ich bin wohl der einzige Schweizer in Tangerang!»
    Der Reiseveranstalter Peter von Arx ist 2019 nach Indonesien ausgewandert. Die Heimat seiner Frau kennt er schon viele Jahre. Das Paar lebt in Tangerang, ausserhalb der Hauptstadt Jakarta. Tangerang, sagt der 70Jährige, sei früher ein kleiner Ort gewesen. Heute ist es eine Millionenmetropole.
    Tangerang war früher eine kleine Stadt mit lauter Palmöl-Feldern. Zwischen dem Flughafen Jakarta und der Hauptstadt hat sich in den Jahren eine Millionenstadt gebildet. Gebaut wird in die Breite und in die Höhe. Peter von Arx und seine indonesische Frau leben noch im ursprünglichen Kern der Stadt: «Meine Frau Ratna besitzt dort Land und wir konnten uns ein Haus bauen.» Ausländer gäbe es hier kaum welche: «Ich habe hier noch nie einen Schweizer angetroffen. Es scheint, als wäre ich der Einzige!»
    Autofahren nur an gewissen Tagen erlaubt
    Der Verkehr auf der vulkanreichen Insel Java stecke noch in den Kinderschuhen, sagt Peter von Arx: «Wegen dem riesigen Verkehrsaufkommen dürfen Fahrer mit ungeraden Autonummern nur an ungeraden Tagen in die Hauptstadt Jakarta fahren.» Auch wenn es bereits achtspurige Autobahnen gibt, herrscht ein ständiges Verkehrschaos: «Wir wohnen nur 30 Kilometer von Jakarta entfernt und brauchen bis zu zwei Stunden in die Innenstadt.» Trotzdem liebt er die Vulkaninsel mit all seinen Facetten.
    20 min
  • «Ich denke oft an die wunderbare Pfadi-Zeit in der Schweiz zurück!»
    Auch nach über fünfzig Jahren in Kanada, hat die Pfadfinderzeit Heinz Buchmann nie losgelassen. Die Erfahrungen aus Jugendzeiten sind dem 78Jährigen bis heute nützlich: «Ich weiss, wie man ein Feuer macht, Kompass und Karten liest und beim Zelten trocken bleibt!»
    Viele Jahre unternahm Heinz Buchmann abenteuerliche Kanufahrten im Norden der kanadischen Wildnis: «Wir waren oft wochenlang allein und weitab der Zivilisation unterwegs.» Der Dietiker wanderte 1971 nach Kanada aus. Mit seiner zweiten Frau lebt er heute in Saskatoon, einer Stadt in der Provinz Saskatchewan. Der pensionierte Techniker verbringt jede freie Minute in der Natur. Die Pfadfinderzeit in der Schweiz habe ihn fürs Leben geprägt: «Die Kameradschaft in der Pfadi ist gross, man lernt Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig tobt man sich so richtig in der Natur aus.» Sein Pfadfindername war «Chnebel»: «Sehr wahrscheinlich gaben sie mir diesen Namen, weil ich gross und dünn wie ein «Chnebel» war.
    Hilft als Übersetzer
    Heinz Buchmann engagiert sich regelmässig für eine Organisation in Saskatoon, die Neuankömmlingen hilft, in der Stadt Fuss zu fassen. Die Arbeit sei sehr abwechslungsreich und man begegne spannenden Menschen: «Ich mache vor allem Übersetzung in verschiedenen Sprachen.»
    14 min
  • Heidi von Moos – Holt ihre 97-jährige Mutter nach Thailand
    Ihr Optimismus sei ihr Rezept für ein glückliches Leben, sagt Heidi von Moos. So schaffte sie es, ihre 97-jährige Mutter für Thailand zu begeistern: «Sie kam vor drei Jahren mit nur einem Koffer angereist. Heute ist sie stolze 100 Jahre alt!» Die Glarnerin wohnt in Pak Chong, im Nordosten Thailands.
    Vor dreizehn Jahren hat Heidi von Moos ihr kleines Paradies in Thailand gefunden. Der Bungalow ist umgeben von einem exotischen Garten. Das Herzstück ist der eigene Pool: «Es vergeht kaum ein Tag, wo ich nicht schwimme.» Die Gartensiedlung mit lauter Einfamilienhäuser liegt ausserhalb der Bezirksstadt Pak Chong. Eine tolle Gemeinschaft, sagt die 74-Jährige: «Wir sind ein buntgemischtes «Völkli» aus Thailändern und Schweizern, die nebeneinander wohnen.» Langeweile kommt selten auf: «Jeden Mittwochnachmittag gehe ich mit meiner Mutter in den Malunterricht eines Schweizer Künstlers.»
    Pak Chong bekannt für sein Klima
    Pak Chong ist bekannt für seine grünen Berglandschaften. Vor allem für viele Thailänder aus Bangkok ist die Gegend ein beliebter Ausflugsort. Er gehört zu den bestklimatisierten Gegenden von Thailand. Der Khao-Yai-Nationalpark hat gar verschiedene Klimazonen, bestehend aus Regenwald und Mischwald.
    14 min
  • Ursula Cabras Keller: «Die Sarden sind ein besonderes Volk!»
    Die Insulaner, sagt Ursula Cabras Keller, haben ihren eigenen Charakter: «Zuerst sind sie eher misstrauisch gegenüber Fremden, aber dann öffnen sie ihr Herz.» Die Langenthalerin (BE) lebt bald vierzig Jahre auf Sardinien. An den Lebensstil der Sarden hat sie sich gewöhnt.
    Es gibt zwei Typen von Sarden, die auf der Insel leben. Die einen zurückgezogen in den Bergen. Die Schafzucht hat auf Sardinien eine alte Tradition. Die anderen leben vom Tourismus am Meer. Seit rund 37 Jahren ist die beliebte Ferieninsel Sardinien die zweite Heimat von Ursula Cabras Keller. Die 63-Jährige wohnt mit der Familie in der kleinen Gemeinde Cardedu. Nur wenige Touristen verirren sich in das idyllische Städtchen am Meer , sagt die mittlerweile pensionierte Krankenschwester: «Hier in Cardedu ist es viel ruhiger als an anderen Orten der Insel.»
    Die grosse Liebe in Florenz gefunden
    Als junge Frau machte Ursula Cabras Keller einen Sprachaufenthalt in Perugia, Italien. In Florenz lernte sie damals ihren Mann kennen. Die erste Zeit auf Sardinien war nicht einfach, erinnert sich Ursula Cabras Keller: «Wir hatten ein kleines Einkommen und ich durfte erst viel später auf meinem Beruf als Krankenschwester arbeiten.» Die turbulente Zeit hat das Paar zusammengeschweisst.
    17 min
  • Pascal Schnyder verzaubert Thailand mit seinen Kochkünsten
    Pascal Schnyder hat sich in Thailand einen Namen gemacht. Der Schweizer Spitzenkoch mit koreanischen Wurzeln lebt in Pattaya. Zusammen mit seiner Frau führt er ein Gourmet-Restaurant und vermietet luxuriöse Wohnungen an bester Lage. 
    Trotz seines Erfolges, bleibt Pascale Schnyder bescheiden: «Es ist einfach nach oben zu kommen, aber schwer, das Niveau zu halten.» Seit 23 Jahren lebt der 53-Jährige in der Stadt Pattaya, an der östlichen Golfküste Thailands. Die Stadt ist ein wahrer Touristen-Magnet und bekannt für ihre traumhaften Strände, Bars und Club. Mittendrin hat sich der Gastronom und Unternehmer ein kleines Imperium geschaffen. Sein Gourmet-Restaurant ist weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt. Auch wenn die Tage lang sind, beschweren will sich Patrick Schnyder nicht: «Es ist mein Herzblut und von nichts kommt nichts.»
    «Fotografieren ist meine Leidenschaft»
    Wenn es die Zeit zulässt, widmet sich Pascal Schnyder seiner Passion dem Fotografieren. Der Landschaftsfotograf steht dafür auch schon mal früh morgens auf: «Ich liebe es die Sterne bei der aufgehenden Sonne zu erhaschen.»
    17 min
  • Jörg und Pia Caluori helfen den Menschen in den Townships
    Vor vier Jahren haben sich Jörg und Pia Caluori in Südafrika ihren Traum erfüllt. Sie kauften ein Haus am Strand in einem Vorort von Kapstadt. Das Land und vor allem die Menschen aus den Townships wuchs den beiden rasch ans Herz. Die beiden engagieren sich für etliche Familien und Kinderheime.
    Jörg und Pia Caluori leben in einem vornehmen Vorort von Kapstadt. Doch blinde Touristen, die nur die Schönheiten von Südafrika sehen wollen, sind sie nicht, sagt Jörg Caluori: «Wir haben ein privilegiertes Leben hier, aber sehen auch die andere Seite in unserem zweiten Heimatland.» Ein grosser Teil der schwarzen Bevölkerung in Südafrika lebt in bitterer Armut. Während des harten Lockdowns spitzte sich die Lage noch mehr zu. Jörg Caluori fing an Hilfs- und Essensgüter zu sammeln: «Unsere Angestellten schickten uns Nachrichten, sie hätten nichts mehr zu essen!»
    Essenseinkäufe, Kleider und Schulsachen
    Seit der Pandemie engagieren sich Jörg und Pia Caluori für die Menschen in den Townships. Das beginnt bei Kleiderspenden, die sie bei Freunden in der Schweiz oder Deutschland sammeln. Aber auch Essenspakete gehören dazu. Jörg Caluori macht regelmässig Führungen durch die Townships: «Die Touristen begegnen den Menschen dort auf Augenhöhe.» Auch ein kleiner Tropfen kann sehr viel bewegen, ist der 68-jährige St. Galler überzeugt.
    19 min
  • Alessandro Huber ist Buschpilot in Surinam
    Zugegeben: Anfangs musste er das Land auch googeln. Alessandro Huber ist durch Zufall nach Surinam gekommen. Nämlich über einen Artikel auf Facebook.
    «Ich wusste anfangs nichts über Surinam» sagt Alessandro Huber. Aufgewachsen ist er in Melide, im Tessin. Seit 10 Jahren lebt er nun im kleinen Land in Südamerika. 
    Er machte im Militär eine Ausbildung als Pilot für Kleinflugzeuge, und nahm mehrere Stellen im Ausland an, unter anderem in Brasilien. Auf Facebook ploppte eines Tages eine Anzeige auf, dass in Surinam einen Buschpiloten gesucht wird. Er bewarb sich und wurde eingestellt.
    Seit nun zehn Jahren lebt er in der ehemaligen Kolonie der Niederlande.
    Hochwertvolle «Passagiere»
    Surinam besteht zu 93 Prozent aus Urwald. In abgelegenen Orten, die er mit Güter beliefern muss, leben die Ureinwohner. Mit diesen hat er sich angefreundet.
    Nebst Lebensmitteln transportiert er auch Hochwertvolles: Gold, das er von den Goldminen in die Hauptstadt Paramaribo fliegt. 
    Der Export von Gold ist eines der Haupteinnahmequellen in Surinam. Der Abbau ist allerdings auch umstritten: Für die Goldminen werden grosse Flächen an Urwald abgeholzt. Danach wird das Gold mit Hilfe von Quecksilber abgebaut. Das Schwermetall gelangt in Flüsse und Seen. «Mir ist bewusst, dass das ein Problem ist», sagt Alessandro Huber. «Solange die Menschen daran gut verdienen, passiert nichts.»
    Denn: Ein grosser Teil des Goldes wird nach Europa verfrachtet. Das grösste Hauptabnehmerland ist die Schweiz. 
    Alessandro Huber ist aber auch Lebensretter: Verunfallt in einem abgelegenen Dorf im Urwald eine Ureinwohnerin oder Ureinwohner, fliegt er die Patientinnen und Patienten in die Hauptstadt Paramaribo.
    Wenig Kriminalität
    Die Welt in Surinam hat es ihm angetan. «Es ist einfach ein Paradies».
    Alessandro Huber wohnt in Paramaribo. Die Stadt erinnert mit ihrer Holzarchitektur eher an ein holländisches Provinzstädtchen als an Südamerika. Und auch mit der niedrigen Kriminalitätsrate tanzt das Land aus der Reihe: «Hier es so sicher, ich behaupte sogar, meine Eltern in der Schweiz schliessen die Haustüre öfters ab als ich hier!»
    17 min
  • Ana Rosa De Benedetto – Hilft den Tobas in Argentinien
    Schon als Kind hatte Ana Rosa Vögeli De Benedetto die Idee, benachteiligten Menschen zu helfen. Vor fünfzig Jahren ging die Narkoseschwester nach Argentinien, um sich für die Tobas einzusetzen. Bis heute engagiert sich die 76-jährige Emmentalerin mit Herzblut für das indigene Volk.
    Ana Rosa Vögeli De Benedetto lebt mit ihrer Familie in der Provinz Chaco, im Norden von Argentinien. Viele Jahre arbeitete die Krankenschwester aus Langnau im Emmental in einem Missionsspital, welches das Volk der Tobas medizinisch versorgt. Auch ihr argentinischer Mann habe sich zeitlebens für ihre Rechte eingesetzt: «Viele von Ihnen wurden durch das Militär ihrer Ländereien beraubt und enteignet.»
    Helfen als Lebensaufgabe
    Auch wenn Ana Rosa Vögeli De Benedetto längst im Pensionsalter ist, denkt sie nicht ans Aushören. Nach wie vor arbeitet sie im Gesundheitswesen: «Wir machen Krebsabstriche und Zahnreparaturen für Toba Frauen.» Ana Rosa Vögeli De Benedetto hat drei erwachsene Kinder und ist mittlerweile stolze Grossmutter.
    14 min
  • Stolzer Appenzeller Musher in Alaksa
    Als Sven Haltmann zum ersten Mal auf einem Hundeschlitten stand, packte ihn die Abenteuerlust Alaska: «Ich liebe diese einzigartige Wildnis!» Seit über zwanzig Jahren organisiert der professionelle Iditarod Musher Hundeschlittentouren bei eisiger Kälte für Gäste aus aller Welt.
    Alaska habe in Sven Haltmann etwas geweckt, was kein anderes Land auf der Welt kann: «Ich verspüre hier eine riesige Freiheit», sagt der Appenzeller. Seit 2001 lebt der 45-Jährige im grössten und am dünnsten besiedelten US-Bundesstaat. Das Land ist fünfunddreissig Mal grösser als die Schweiz und es leben gerade mal rund 700'000 Menschen in Alaska: «Man kommt sich hier unheimlich klein vor in der grossen Wildnis».
    Weitab vom Trubel
    Bis Ende März führte Sven Haltmann noch Hundeschlittentouren in Bettles durch. Der kleine Ort entstand in den Zeiten des Goldrausches. 22 Menschen leben permanent dort: «Während zwei Monaten im Jahr erreicht man Bettles mit dem Hundeschlitten oder Schneetöff.» Sonst ist ein Kleinflugzeug die einzige Verbindung zur Aussenwelt.
    17 min
  • «Patrick» von Guggisberg in Australien
    Patrick Guggisberg macht seinem Namen alle Ehre. Bei einem Heimaturlaub in der Schweiz, ging der Berner vor dem Ortsschild «Guggisberg» auf die Knie und hielt um die Hand seiner australischen Frau an. Die Familie lebt heute in Perth im Westen von Australien.
    Patrick Guggisberg wanderte 2003 zusammen mit seiner Mutter, der Schwester und dem Bruder nach Perth in Australien aus. Heute unterrichtet der 32-jährige aus Belp (BE) an einer privaten Schule. Auch wenn er durch und durch Australier ist. Seine Heimat die Schweiz, vermisst er ungeheuer: «Ich bin stolz, Schweizer zu sein!» So stolz, dass er sich gar eine Schweizerfahne auf den Arm tätowieren liess.
    Triathlon mit Hai-Alarm
    In der Freizeit ist Patrick Guggisberg ein begeisterter Triathlet. Im Gegensatz zur Schweiz, bestreitet der Berner den Ausdauersport im offenen Meer. Ab und zu tauchen auch schon mal neugierige Haie auf: «Das ist dann schon ein komisches Gefühl im offenen Meer zu schwimmen.» Zur Sicherheit werden an den Stränden während des Triathlons jeweils Netze im Wasser gespannt.
    14 min

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