Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Ruth Isenschmid: «Senegal hat mich in all den Jahren geerdet»
    Ruth Isenschmid lebt seit zwanzig Jahren in Dakar, der Hauptstadt Senegals in Westafrika. Die ehemalige Sozialpädagogin aus Bern, hat sich ihr eigenes Bed and Breakfast aufgebaut und beherbergt Touristen aus der ganzen Welt.
    Ruth Isenschmid führt ihr kleines Hotel ausserhalb der Hafenstadt Dakar in Senegal. Zum Meer sind es nur ein paar wenige Gehminuten. Es sei eine kleine Oase, sagt die 69-Jährige: «Es ist eine andere Lebensqualität hier. Die Sonne scheint praktisch jeden Tag. Die vier Jahreszeiten gibt es hier nicht.» Auch wenn ihr die Pandemie zugesetzt hat und viele Gäste ausgeblieben sind, an eine Rückkehr in die Schweiz denkt sie nicht: «In Senegal kann man auch mit wenig leben.» Ruth Isenschmid liebt die kontaktfreudige und aufgeschlossene Art der Senegalesen. Die Leute sind neugierig und sehr spontan: «Würde ich Menschen unter den Berner Lauben ansprechen, würde ich als schräger Vogel gelten.»
    «Ich trage ungern Schuhe»
    Ruth Isenschmid ist es gewohnt barfuss oder in Sandalen herum zu laufen. Umso mehr schmerzen die Füsse, wenn sie in der Schweiz zu Besuch ist: «Ich bin es nicht mehr gewohnt Schuhe zu tragen und kriege Blasen an den Füssen.» Man sei in Senegal eben viel geerdeter.
    17 min
  • Erna O’Connor – Engländerin mit Schweizer Pass
    Erna O'Connor ist Engländerin durch und durch. Ihren Schweizer Pass hat sie allerdings bis heute nicht abgegeben: «Ich habe es meinem Vater damals als junges Mädchen versprochen. Ich bin stolz, Schweizerin zu sein.» Die 81-jährige Appenzellerin lebt in Gloucester im Südwesten Englands.
    Erna O'Connor suchte ihr Glück einst in England. Vor achtundfünfzig Jahren ging sie ins Vereinigte Königreich, um eine Ausbildung als Krankenschwester zu machen. In Plymouth lernte sie ihren Mann kennen. Heue lebt Erna OConnor in Gloucester im Südwesten Englands. Ihre kleine Wohnung liegt am Stadtrand. Die Aussicht sei grandios: «Ich sehe auf einen grossen Park, da ist immer viel los.» Aufgewachsen ist Erna OConnor in der kleinen Gemeinde Bühler (AR). Sie sei überhaupt kein Landei: «Ich liebe das Stadtleben und brauche den Lärm.»
    Spezialisiert auf Frühgeburten
    Vierzig Jahre lang war Erna O'Connor Krankenschwester mit Herzblut. Vor allem war sie auf Frühgeburten spezialisiert und arbeitete auf einer Frühchenstation eines Spitals in Gloucester: «Ich habe tausende von Babys gepflegt und aufgepäppelt, welche zu früh auf die Welt kamen. Dieser Beruf hat mich erfüllt.»
    14 min
  • Ann Amann – Plötzlich alles anders
    Ann und Martin Amann haben ihren Traum gelebt. Die beiden sind viel gereist und sahen die Welt. Vor zwei Jahren traf die beiden ein harter Schicksalsschlag. Martin Amann erlitt einen Schlaganfall. Ann Amann hat ihre Geschichte in einem Buch verarbeitet.
    Vor sieben Jahren kaufte sich das glückliche Paar eine Wohnung in Chiang Mai, im Norden Thailands. Ann Amann hat ein Reisebüro und organisiert individuelle Reisen: «Ich bereiste die ganze Welt auf der Suche nach Abenteuern und Erholung für Reiselustige.» Martin Amann war ein erfolgreicher Marketingberater und sehr gefragt. Die beiden pendelten zwischen Zürich und Thailand hin und her. Als Martin im September 2019 einen Schlaganfall erlitt, stand ihr Leben auf einen Schlag Kopf. Ann Amann erinnert sich: «Alles war wie immer an diesem Septembermorgen. Nichts deutete darauf hin, dass dies die letzten unbeschwerten Augenblicke meines Lebens waren.» Heute leben die Amanns in Chiang Mai. Martin braucht rund um die Uhr Betreuung: «Die Thailänder sind sehr fürsorgliche Menschen. Für Martin ist das Leben hier in Chiang Mai viel besser.»
    «Das Buch half mir, mit dem Schicksal zu leben»
    Letztes Jahr musste Ann Amann das Büro von Martin in Zürich auflösen. Bei der Rückreise nach Thailand verbrachte sie zwei Wochen in einem Quarantäne-Hotel in Bangkok. In dieser Zeit schrieb sie ein Buch: «Die Geschichte in einem Buch zu verarbeiten, gab mir Trost und viel Kraft.» Und auch die Erkenntnis, dass sie ein erfülltes Leben mit Martin hat: «Im Alter schiebt man Träume und Ideen bis zur Pensionierung vor sich her. Martin und ich haben viele verrückte Reisen unternommen und dafür bin ich dankbar.»
    17 min
  • Irene Wilk feiert Weihnachten bei sommerlichen Temperaturen
    Irene Wilk aus Münchenbuchsee (BE) machte vor dreissig Jahren mit ihrem Mann Jürg eine Hochzeitsreise quer durch Australien. Auswandern war kein Thema: «Ich komme aus «Buchsi» und da bleibe ich, sagte ich damals!» Heute lebt die Familie in Lambs Valley, zwei Autostunden von Sidney entfernt. 
    Die Weihnachtsstimmung bei Irene Wilk hält sich zugegebenermassen in Grenzen: «Es ist schwierig für mich im Sommer «Mailänderli» oder «Zimtsterne» zu backen. Trotzdem feiert die Familie traditionell Weihnachten. Und natürlich ist Weihnachten auch im T-Shirt und Shorts ein schillerndes Fest für die ganze Familie: «Die Australier sind ganz wild auf die Festtage.»
    Irene Wilk lebt seit bald 29 Jahren in Australien. Mit ihrer Familie besitzt sie ein kleines Grundstück in Lambs Valley, in New South Wales. Ganz am Ende des idyllischen und hügeligen Tales. Früher hätten Sie auf ihrem Gut noch Mutterkühe gehabt. Heute weiden noch elf Schafe rund ums Haus: «Wir mussten die Kühe wegen der anhaltenden Dürre verkaufen.» Eine Farmerin sei sie aber nicht, betont die 59-Jährige: «Ich mag Tiere, aber sie zu schlachten, bringe ich nicht übers Herz.»
    Harte Arbeit lohnt sich
    Irene Wilk und ihr Mann Jürg haben in den Jahren ein Spenglergeschäft aufgebaut und sind auf Fassaden- sowie Dachverkleidungen spezialisiert. Mittlerweile ist die Firma führend in ganz Australien. Es sei nicht immer einfach gewesen, sagt sie: «Wir übernahmen die Niederlassung, als sie kurz vor der Schliessung stand.» Trotz vieler Hindernisse und harter Arbeit, haben sich die Wilks ein erfülltes und glückliches Leben erschaffen.
    18 min
  • Martin Rohacek – Notfallarzt in Tansania
    Martin Rohacek arbeitet seit sechs Jahren als Notfallarzt am Ifakara Health Institute in Tansania. Im Auftrag des Schweizer Tropen Instituts, hat der 51-Jährige eine Notfallstation aufgebaut und bildet dort tansanische Ärzte und Pfleger aus.
    In seinem Alltag ist Martin Rohacek mit traurigen Schicksalsgeschichten konfrontiert und regelmässig auch mit dem Tod. Manchmal schon bei der morgendlichen Visite in der Notfallstation. Die täglichen Extremsituationen haben ihn aber bis heute nicht abgestumpft: «Man gewöhnt sich als Arzt daran. Manchmal geschehen auch kleine Wunder und das erfüllt mich.» Das Institut gibt es seit über sechzig Jahren und gehört mittlerweile zum renommiertesten in ganz Afrika.
    «Kaum jemand hat eine Krankversicherung hier»
    Das Gesundheitswesen ist in einem miserablen Zustand. Die Leute landen oft erst auf der Notfallstation, wenn es schon zu spät ist: «Es ist ihnen nicht bewusst, was es für Krankheiten gibt. Die Einheimischen gehen lieber zuerst zu einem Hexer.» Die meisten Patienten haben Lungeninfekte oder Herzprobleme. Martin Rohacek ist es mit seinem Konzept aber gelungen, dass sich praktisch jeder eine Behandlung auf der Station leisten kann.
    15 min
  • Roger Schläpfer küsst ein Dorf aus dem Dornröschenschlaf
    Vor acht Jahren zog der erfolgreiche Banker Roger Schläpfer aus Will (SG) die Handbremse, um mehr Zeit mit seiner Familie zu verbringen. Heute leben die Schläpfers ganz entschleunigt im idyllischen Dorf Montoro in Andalusien. 
    Als einziger Schweizer, hat der 57-Jährige das verschlafene Dorf im grössten Olivenanbaugebiet der Welt mit seinem Olivenmarkt endlich wachgerüttelt. Roger Schläpfer will dem Dorf Montoro wieder Leben einhauchen. Tatsächlich scheint dort die Zeit stehen geblieben zu sein. Die Altstadt blute aus, viele Häuser stehen zum Verkauf und die junge Generation zieht es weg in grössere Städte. Roger Schläpfer will nun Abhilfe schaffen: «Der Olivenmarkt soll Dreh- und Angelpunkt der Olivenölproduzenten werden.» Immerhin zählt die Gemeinde Montoro mit seinen rund sechs Millionen Olivenbäumen zu den führenden Olivenölproduzenten.
    Teil der Community geworden
    Anschluss bei den Einheimischen zu finden ist ein langer Weg, sagt Roger Schläpfer: «Um in den inneren Kreis zu gelangen, braucht es Zeit und Geduld.» Aber hat man das Vertrauen, dann ist man dabei, sagt der stolze Olivenproduzent.
    14 min
  • Margrith Tzanavara – Griechin durch und durch
    Margrith Tzanavara lebt seit über vierzig Jahren in Athikia. Das malerische Dorf in Griechenland liegt in der Nähe der berühmten antiken Stadt Korinth. Der Strand ist nur wenige Minuten entfernt. Ihr idyllisches Haus ist umgeben von Olivenhainen.
    Jedes Jahr produziert die Familie feinstes griechisches Olivenöl. Margrith Tzanavara ist aber nicht nur Oliven-Produzentin. Jahrelang war die 68-jährige aus Wattwil (SG) für ein Schweizer Reisebüro als Wanderleiterin quer durch Griechenland unterwegs. Das Land und die Leute, kennt sie wie ihre eigene Westentasche: «Das mediterrane Wetter und die Menschen faszinieren mich noch heute.»
    Sekretärin für eine Schweizer Firma
    In den 1970er Jahren bewarb sich Margrith Tzanavara als Sekretärin für eine Schweizer Firma in Korinth. Dort lernte sie ihre grosse Liebe kennen. Ihr Mann stammte aus Athikia: «Er kaufte ein Stück Land und wir bauten unser Haus.» Der Gedanke, in die Schweiz zurück zu kehren fällt ihr schwer: «Auch wenn ich die Schweiz immer wieder besuche und geniesse. Hier in Griechenland fühle ich mich frei wie ein Vogel!»
    15 min
  • Daniela Röthlisberger: «Mein Herz schlägt für Bolivien»
    Daniela Röthlisberger machte vor acht Jahren einen Sprachaufenthalt in Bolivien. Das Land, die Menschen und die Kultur zog sie in einen Bann. Ihr Rückflugticket liess sie verfallen und blieb. Heute lebt die Emmentalerin in der Anden-Stadt Samaipata.
    Der Name Samaipata stammt aus der Quechua-Sprache und bedeutet «Die Ruhe in der Höhe». Die Ruhe hat Daniela Röthlisberger in der Landstadt Samaipata allemal gefunden: «Ich fühle mich seelenverwandt mit den Menschen hier oben. Sie haben mich wie eine Tochter aufgenommen.» Es sei, als würde man eine Reise in die Vergangenheit machen. Der Weg nach Samaipata ist steinig, der Dorfkern ist im Kolonialstil erbaut. Auch wenn etwas abgelegen, biete das Städtchen viele Sehenswürdigkeiten, sagt die 49-Jährige: «Es ist ein friedliches Dorf mit Cafés, Restaurants und kleinen Handwerksläden.»
    «Ich habe meinen Weg gefunden»
    Ihr Geld verdiente Daniela Röthlisberger bis zur Pandemie als Reiseleiterin und organisierte Touren zum berühmten Titicaca-See in den Anden. Heute arbeitet die gelernte Hotelfachangestellte als mentaler Ferncoach: «Ich helfe den Menschen, ihr Inneres zu stärken, indem sie ihren eigenen Körper und Geist kennen lernen.»
    14 min
  • Brigitte Berger: «Almo ist der Ballenberg von Schweden»
    Als Kind bekam sie von ihrer Tante das Buch von Astrid Lindgren «Die Kinder von Bullerbü» geschenkt. Seither ist Schweden tief in ihrem Herzen verankert. Seit drei Jahren lebt die Handwerklehrerin aus Uebeschi (BE) im 300 Seelendorf Almo, in der Region Dalarnas Lan.
    Die Gegend rund um Almo in der Provinz Leksands ist atemberaubend. Der kleine Weiler befindet sich unweit des malerischen Siljansee. Brigitte Berger wohnt mit ihrem Partner auf einem typisch schwedischen Hof. Ein kleines Wohnhaus in der Mitte und vielen kleinen Aussengebäuden: «Der Schopf und der Stall sind wie ein Schutzwall.» Auch eine gemütliche Werkstatt hat sich die Handwerklehrerin eingerichtet: «Da kann ich mich austoben. Ich bastle, schnitze, webe und male.» Kennen gelernt haben sich die beiden bei einem Kurs einer Handwerker-Schule in Schweden.
    Schwedische Volkstänze in Berner Tracht
    Brigitte Berger arbeitet für die Gemeinde und als Lehrerin im örtlichen Kindergarten. In ihrer Freizeit tanzt die 62-Jährige in einer schwedischen Volksgruppe und spielt auf ihrer Geige schwedische Volksmusik. Einzig dem Outfit bleibt sie treu: «Ich tanze in der Berner Tracht. Meinen Schweizer Wurzeln bleibe ich immer treu.»
    16 min
  • Maik und David – Digitale Nomaden in Thailand
    Maik Disch hat sich sein Büro unter Palmen eingerichtet. Seit zwei Jahren lebt er mit seinem Partner David auf der Insel Ko Pha-ngan in Thailand. Von dort aus kreiert er Webseiten für Schweizer Firmen. Sein Vorteil, er ist immer der Zeit voraus: «Wenn die Schweiz schläft, arbeite ich bereits!»
    Der Webdesigner Maik Disch aus Malans (GR) hat sich seinen Traum verwirklicht. Mit Wenig im Gepäck, die Welt entdecken. Alles was er besitzt hat Platz in seinem Rucksack. Immer dabei, sein Laptop: «Ich bin mit dem Gedanken aufgebrochen, die Welt zu erobern und kann arbeiten, wo ich will.» Im Moment erobert der digitale Nomade Thailand. Mit seinem Partner lebt Maik Disch in einem typischen Bungalow unter Kokospalmen, inmitten von Ko Pha-ngan. Damit Büroatmosphäre aufkommt, arbeitet er regelmässig in einem Coworking Space direkt am Meer: «Mir ist wichtig, dass ich Struktur in meinen Arbeitsalltag reinbringe.»
    «Ich vermisse die Schweizer Berge»
    Maik Disch is ein begnadeter Snowboarder. Auf einer tropischen Insel zu leben und zu arbeiten, sei traumhaft schön. Trotzdem fehlt ihm die kalte Winterzeit: «Ich vermisse die Berge und den Schnee.» Auch Weihnachten unter Palmen zu feiern, sei eher bizarr: «Bei 30 Grad im Schatten kommt keine richtige Weihnachtsstimmung auf.»
    19 min

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