Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Louise Claire Wagner: «Mein Herz schlägt für Japan»
    Louise Claire Wagner lebt und arbeitet seit rund fünf Jahren in der japanischen Hauptstadt Tokio. Die 29-jährige Kunstfotografin wohnt im bekannten Stadtviertel Yotsuya, nicht unweit vom Nationalstadion. Jetzt zeigt sich Tokio von seiner rosa Seite: Es ist Kirschblühten Zeit.
    Das Haus von Louise Claire Wagner ist typisch traditionell, mit Schiebetüren zu jedem Raum. Die japanische Schlichtheit fasziniert die junge Baslerin: «Ich habe anfangs am Boden auf einem Futon geschlafen und jeden Morgen die Matratze zusammengerollt.» Das Quartier Yotsuya habe in einer Millionenmetropole wie Tokio einen besonderen Charakter: «Es ist sehr dörflich hier. Mit vielen kleinen Geschäften und Tempeln.»
    Louise Claire Wagner studierte an der Universität in Paris Soziologie und Anthropologie. Als sie eine Studienkollegin in Japan besuchte, war sie fasziniert von der japanischen Kultur und den Menschen: «Beim Rückflug in die Schweiz wusste ich, dass ich hier leben werde.» Die Kunstfotografin feiert mit ihren Ausstellungen viele Erfolge. Nebenbei arbeitet sie für eine französische Modefirma und berät europäische Modelabel, wie man sich in der japanischen Welt etablieren kann.
    «Hanami» - Der Brauch des Blütenbestaunens
    Tokio versinkt gerade im rosafarbenen Rausch. Es dreht sich alles um die Kirschbäume, die jetzt in voller Pracht blühen. Das Naturspektakelt zieht jedes Jahr tausende von Menschen an, sagt Louise Claire Wagner: «Wer sich einen Platz unter dem Kirschbaum sichern möchte, muss früh aufstehen.»
    18 min
  • Reto Fürst hilft Flüchtenden an der polnisch-ukrainischen Grenze
    Reto und Maja Fürst leben nahe der polnisch-ukrainischen Grenze. Vor zwei Jahren zog das Paar in die kleine Ortschaft Rybotycze. Maja Pisarzewska Fürst ist gebürtige Polin. Durch den Krieg in der Ukraine, steht ihre Region plötzlich im Fokus der Weltöffentlichkeit.
    Reto Fürst und Maja Fürst suchten in Polen eigentlich ein Leben in der Abgeschiedenheit. Reto Fürst hat seine eigene Informatikfirma und ist leidenschaftlicher Naturfotograf. Vor zwei Jahren fanden sie ein kleines Haus in der Ortschaft Rybotycze, nur 15 Kilometer Luftlinie von der Grenze zur Ukraine entfernt. Nun sind die beiden zu Flüchtlingshelfern geworden. Hunderttausende Menschen fliehen aus der Ukraine. Die Fürsts, helfen, wo sie können. Jeden Tag kaufen die beiden Hilfsgüter und bringen sie zur Nothilfestelle in Przemy?l an der Grenze zur Ukraine, sagt Reto Fürst: «Täglich kommen Züge mit Flüchtlingen aus Lemberg an. Es sind vor allem Frauen und Kinder.»
    «Hilfe aus dem Westen ist nicht immer eine Hilfe»
    Die Solidarität aus dem Westen beeindrucken Reto und Maja Fürst. Doch gäbe es viele private Sammelaktionen, die unorganisiert die Ware an die Grenze liefern, sagt Reto Fürst: «Sie können die Hilfsgüter oft nicht in die Ukraine bringen. Die Sachen bleiben dann einfach an der Grenze liegen.» Haufenweise Kleider und andere Spenden türmen sich mittlerweile an den Checkpoints. Es sei darum wichtig, direkt bei den Hilfsorganisationen anzufragen, was wirklich gerade benötigt wird.
    17 min
  • Regina Hirter in Portugal: «Ich pflücke Orangen vor der Haustüre»
    Regina Hirter lebt mit ihrer Familie in «Estoi» im Süden Portugals an der Algarve. Die Familie besitzt eine kleine Orangenplantage. Daneben entwirft die 58-jährige aus Schwarzenburg (BE) Silber- und Korkschmuck, den sie an den örtlichen Märkten an Touristen aus aller Welt verkauft.
    Regina Hirter besuchte vor 33 Jahren eine Schweizer Freundin in Portugal und blieb. Sie verliebte sich in den Portugiesen José Manuel. Die beiden haben mittlerweile zwei erwachsene Söhne. Das Leben in Portugal erfülle sie bis heute: «Das Land, die Leute und das Klima sind einzigartig.» Als Schmuckdesignerin verkauft sie ihre Kreationen an den örtlichen Märkten: «Wenn Schweizer Touristen merken, dass ich eine von ihnen bin, dann staunen sie.»
    Das Meer so nah und doch so fern
    Während der Hochsaison im Sommer, arbeiten Regina Hirter und ihr Mann rund um die Uhr: «Oft stehen wir bis spät abends an unserem Marktstand und verkaufen meinen Schmuck.» Spaziergänge am Strand geniesst die Familie vor allem in der Winterzeit.
    14 min
  • Mirjam Gut in Chile: «Mein Haus ist aus Eierschachteln gebaut»
    Mirjam Gut lebt in der Ortschaft Rari in Chile. Das Dorf liegt in der Provinz Linares am Fusse der Anden. Früher vermietete sie dort ihre ökologischen Strohballenhäuser an Touristen. Heute ist ihr kleines Paradies ein Wallfahrtsort für Hippies. 
    Bei Mirjam Gut kann man die Seele so richtig baumeln lassen. Entschleunigung findet man im Massage-Tempel oder im grossen Garten. Es ist ein Ort der Ruhe, sagt die 58-Jährige: «Hier kann man Yoga praktizieren und Schach spielen.» Das Dorf Rari ist bekannt für seine einzigartigen Kunsthandwerke aus Pferdehaaren. Beispielsweise bringen die bunt geflochtenen Schmetterlinge, Rosenkränze und Amulette Glück für Hochzeitspaare.
    Das «Bluememeitli» von Basel
    Mirjam Gut ist kein unbekanntes Gesicht in Basel. Viele Jahre verkaufte die Floristin mit Herzlichkeit ihre bunten Blumensträusse auf dem Stadtmarkt vor dem Rathaus: «Die Leute kannten mich als «Bluememeitli». Ein passender Name zu ihrem blumigen zu Hause in Rari.
    18 min
  • Rudolf Müller – Forscher und Wildtierpathologe in Kanada
    Rudolf Müller hat sich international als Wildtierforscher einen Namen gemacht. Obwohl der 78Jährige schon längst pensioniert ist forscht er weiter und unterrichtet an der medizinischen Fakultät der Universität in Ottawa.
    Seit Jahren beschäftigt sich der Tierarzt und Forscher Rudolf Müller mit Krankheiten von Wildtieren. Seit mehr als 46 Jahre lebt der Zurzacher aus dem Kanton Aargau in Kanada. Die Familie wohnt im Bezirk Almonte von Ontario, der Landeshauptstadt von Ottawa. Der Wildtierpathologe arbeitet immer noch eng mit Biologen zusammen, die sich mit der Markierung des Wildtierbestandes beschäftigen: «Ich berate die Forscher, wie sie die Wildtiere mit besseren Methoden fangen und markieren können.»
    Garage zum Labor umfunktioniert
    Nicht selten landet ein totes Tier zur Untersuchung in der Garage von Rudolf Müller. Dort seziert er beispielsweise tote Wölfe und untersucht sie auf Krankheiten: «Es sind wichtige Daten, die dann für die Forschung erfasst werden.» Auch kanadische Pelzfänger berät der Schweizer: «Hier in Kanada leben viele davon.»
    16 min
  • Martin Jucker – Klimaforscher und begnadeter Musiker aus Sydney
    Der Klimaforscher Martin Jucker unterrichtet und forscht seit vier Jahren an der Universität New South Wales in Sydney, Australien. 2020 sei ein schlechtes Jahr gewesen, sagt der 40-Jährige: «Hierzulande spricht man vom «Black Summer». Der Klimawandel spielt dabei eine grosse Rolle.
    Der Aargauer Klimaforscher beobachtet die extremen Wetterlagen in Australien. Durch die Buschbrände und der langanhaltenden Dürrezeit sind enorme Schäden für die Natur und die Tierwelt entstanden: «Wenn man weiss, welche Prozesse für diese Wetterextreme verantwortlich sind, kann man vorausplanen.» Neben der Forschung, hält Martin Jucker an der Universität New South Wales regelmässig Vorlesungen.
    Musik für die Seele und die Familie
    Die Familie Jucker lebt in einem Viertel ausserhalb von Sydney, direkt am Meer. Viele Europäer leben in dieser Gegend. Die Lebensqualität in Sydney sei sehr hoch, sagt Martin Jucker: «Wir gehen oft an den Strand und auch musikalisch kann ich mich entfalten.» Der begnadete Saxophonist spielt mittlerweile auch auf der Gitarre: «Ich hatte kürzlich ein Konzert. Mein 7-jähriger Sohn sass am Schlagzeug und konnte fast nicht mehr davon ablassen.»
    18 min
  • Karin Keller: «Die Natur Norwegens ist malerisch und einzigartig»
    Karin Keller lebt mit ihrer Frau und den drei Töchtern im Westen von Norwegen. Sie arbeitet seit 35 Jahren im «Camphill Hogganvik Landsby», in der Nähe von Vikedal. Das kleine Dorf ist eine Wohn- und Arbeitsgemeinschaft für Erwachsene, die besondere Pflege beanspruchen.
    Eigentlich wollte Karin Keller aus Thal (SG) nach ihrem Bachelor für soziale Arbeit nur für einen kurzen Sprachaufenthalt nach Norwegen. Sie meldete sich damals in der Arbeits- und Lebensgemeinschaft «Camphill Hogganvik Landsby». Seither sind 35 Jahre vergangen: «Mir gefällt es hier, auch wenn der Westen Norwegens die regenreichste Gegend ist!» Das Camp liegt am Vindafjord und ist umgeben von Wald und Wiesen. Das Dorfleben fordert die Menschen, ihre eigenen Grenzen zu überwinden: «Die Leute lernen hier selbständig zu sein und gewinnen an Selbstvertrauen.»
    «Die Arbeiten sind sehr vielfältig»
    Karin Keller betreut die Mitbewohnerinnen und Mitbewohner im Camp. Anfangs war die 54-Jährige hauptsächlich für den Mittagstisch verantwortlich. Das Käserei-Handwerk erlernte Karin Keller in der eigenen Käserei. Auch sonst gäbe es immer was zu tun: «Wir versorgen Milchkühe, Schafe, Kaschmirziegen und Hühner.» Auch zwei Hängebauchschweine tummeln sich auf dem Areal.
    15 min
  • Peter Kämpfen: Tausendsassa und Weltenbummler
    Das Leben von Peter Kämpfen ist Stoff für einen abenteuerlichen Roman. Zu seinen Stationen gehören Afrika und Saudi-Arabien. Am längsten lebt der 72-Jährige aber in Brasilien. Er war Entwicklungshelfer, Besitzer einer Fabrik für Holzmöbel und einer Palmenplantage. Heute geht er es ruhiger an.
    Kaum jemand hat so einen vielfältigen Lebenslauf wie Peter Kämpfen. Der Aargauer ist ein wahrer Weltenbummler. Vor zweiundvierzig Jahren führte das Schicksal ihn nach Brasilien. Zuerst nach Marajó, wo Peter Kämpfen als Entwicklungshelfer in einer Genossenschaft arbeitete: «Ich habe junge Menschen als Schreiner ausgebildet.» Später eröffnete er eine Fabrik für Holzmöbel. Es sei eine schöne, aber intensive Zeit gewesen: «Die brasilianische Kultur ist offen, aber manchmal auch abenteuerlich.» Peter Kämpfen lebt in João Pessoa, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Paraíba. Eine langgezogene und bunte Stadt am Meer.
    «Irgendwann muss man kürzertreten»
    Täglich geht Peter Kämpfen mit seinem Hund am Strand spazieren und macht Sport. Ab und zu hilft er einem Bekannten bei Bauprojekten. Es sei eine schöne und entspannte Nebenbeschäftigung: «Ich zeichne Pläne für Inneneinrichtungen.»
    14 min
  • Diego Bianconi – Tessiner Akt- und Landschaftsmaler
    Die Kunstmalerei und vor allem die Liebe hat Diego Bianconi vor 34 Jahren in den Norden Deutschlands gelockt. Der 64-Jährige ist freischaffender Künstler und lehrt unter anderem an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften von Nürnberg. Mit der Aktmalerei hat er sich längst einen Namen gemacht.
    Diego Bianconi lebt mit seiner Familie in Eckental in der Nähe von Nürnberg. Der Tessiner Maler aus Muralto bei Locarno hat auch nach 34 Jahren immer noch einen engen Bezug zur «Sonnenstube» der Schweiz: «In Deutschland konnte ich mich als Künstler verwirklichen. Trotzdem bleibt das Tessin meine Heimat.»
    «Mit dem Aktmodell bin ich per Sie»
    Viele Jahre war Diego Bianconi Lehrbeauftragter für Aktzeichnen an der Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Nur noch wenige Künstler arbeiten mit dieser Kunstform. Die Zusammenarbeit sei sehr offen und intensiv: «Bei schwierigen Passagen braucht es totale Konzentration. Da wird kaum geredet.» Sonst herrsche aber eine lockere Stimmung untereinander.
    14 min
  • «Die Luxemburger nennen ihr Land liebevoll auch Hobbit Land»
    Wer schon mal in Luxemburg war, kennt die hügeligen und grünen Landschaften, die tatsächlich einer «Hobbit Landschaft» ähneln. Esther Lindenmann Celis lebt seit dreiundzwanzig Jahren in der Nähe der Hauptstadt Luxemburg. 
    Das kleine Land habe viel Ähnlichkeit mit der Schweiz, sagt die 52-Jährige: «Die Luxemburger sind ein gut organisiertes Volk.» Esther Lindenmann aus Wil (SG) hatte schon immer den Drang, die Welt zu entdecken. Sie machte Sprachaufenthalte in Italien, Spanien und England. Bis sie ein spannendes Job Angebot nach Luxemburg lockte. Vor dreiundzwanzig Jahren, zog sie in die gleichnamige Hauptstadt Luxemburg und arbeitete für eine Firma in der Mobil-Telefonie. Heute ist sie Hausfrau, Mutter und vor allem ein kreativer Mensch, wie sie sagt: «Ich und mein Mann bauen leidenschaftlich Häuser um, oder renovieren alte Objekte.»
    Wohnen in einer alten Mühle
    Eine alte Mühle nur paar Minuten von der Stadt Luxemburg entfernt, ist bereits das fünfte Objekt, welches Esther Lindemann Celis zusammen mit ihrem Mann David umgebaut und renoviert hat. Seit acht Jahren lebt die Familie in in den alten Gemäuern, die sie liebevoll umgestaltet haben. Es sei ein Mix aus alt und neu, sagt sie: «Das Treppenhaus ist aus Glas und lichtdurchflutet.» Ihr Hobby wurde in den Jahren zur Leidenschaft. Das Herzstück eines Tages loszulassen, damit habe sie keine Probleme: «Es ist für uns immer wieder ein Abenteuer, ein neues Objekt zu finden.»
    16 min

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