Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Aviva Thoma – Pornodarstellerin und Tierschützerin
    Unterschiedlicher könnten die zwei Welten nicht sein, in der Aviva Thoma lebt. Die Zürcherin mit Künstlernamen Aviva Rocks verdient ihr Geld als Webcam-Girl und setzt sich für Tiere ein. Dass sie mit ihrem Beruf und ihrem Aussehen aneckt, stört sie nicht: «Ich stehe zu dem, was ich mache.»
    Seit fünf Jahren lebt Aviva Rocks in Spanien. Die 33-Jährige liebt das mediterrane Klima und die spanische Kultur. Die Zürcherin hat ihre Traumvilla in der kleinen Ortschaft Benitachell an der Costa Blanca gefunden: «Ich habe hier viel mehr Freiheiten als in der Schweiz.»
    Ein grosses Herz für Tiere
    Vor zwei Jahren hat Aviva Thoma einen Gnadenhof gegründet. Allerhand Tiere tummeln sich mittlerweile auf ihrem grossen Anwesen. Unter anderem Esel, Ziegen, Schafe, Schweine sowie Enten und Hühner. Aber auch zehn Hunde und eine Katze. Die Tierschutz-Aktivistin hat sich ihren Lebenstraum erfüllt und setzt sich für die Rechte der Tiere ein: «Es sind Tiere, die kein schönes Leben hatten. Hier finden sie Ruhe und Geborgenheit.»
    16 min
  • Stefan Bossard & Patrick Ammann – Hostelbesitzer im Herzen von Medellín
    Letztes Jahr eröffneten die Ostschweizer Stefan Bossard und Patrick Ammann ein kleines Hostel inmitten der kolumbianischen Millionenstadt Medellín. Die Heimatstadt Pablo Escobars hat sich in den letzten Jahren enorm gewandelt, sagt Stefan Bossard: «Medellín ist eine moderne Stadt geworden.»
    Medellín ist die zweitgrösste Stadt Kolumbiens und gilt als Vorzeigestadt Lateinamerikas. 2012 wurde sie vom Wall Street Journal gar zur innovativsten Stadt der Welt gekürt. Wegen dem milden Klima wird Medellín auch die «Stadt des ewigen Frühlings» genannt. Vor rund einem Jahr haben Stefan Bossard und Patrick Amman mitten in einem beliebten Ausgehviertel ein schmuckes Hostel eröffnet. Der Tourismus hat in den letzten Jahren angezogen, sagt Stefan Bossard: «Die Stadt im Grünen pulsiert und bietet viel Kulturelles!»
    «Klein und fein»
    Vor allem Rucksacktouristen sind regelmässige Gäste im frisch renovierten Hostel von Stefan Bossard und Patrick Ammann. Viele schätzen vor allem die familiäre Atmosphäre im kleinen Hostel, sagt Stefan Bossard: «Im Essbereich hat es nur einen grossen Tisch, wo alle gemeinsam essen. Wir sind wie eine Familie!»
    14 min
  • Damian Göldi & Marcel Jaun – Bergsteiger und Hoteliers in Kirgistan
    Die beiden Bergsteigerfreunde Damian Göldi und Marcel Jaun haben schon viele Gipfel in der Schweiz und Europa erklommen. 2016 reisten sie zum ersten Mal nach Kirgistan und waren fasziniert von der unberührten Natur. Kurzerhand eröffneten die beiden ein kleines Hotel in Sarytasch.
    Sarytasch ist eine kleine Siedlung im äussersten Süden von Kirgistan in Zentralasien. Der Ort ist nur über eine Passstrasse zu erreichen und befindet sich auf einer Hochebene auf rund 3'000 Metern über Meer. Das Gebiet ist sehr beliebt bei Bergsteigern und Trekkingtouristen aus aller Welt. Auch Damian Göldi und Marcel Jaun zog die unberührte Landschaft in ihren Bann. Vor zwei Jahren kam ihnen die zündende Idee, dort ein Hotel zu eröffnen: «Wir wollten hohe Berge abseits der Touristenströme besteigen und sind geblieben», so Damian Göldi. Das Tal ist gerade mal fünfunddreissig Kilometer breit. Von Sarytasch aus, erblickt man einen der höchsten Berge, den Pik Lenin.
    Schweizer Pünktlichkeit gilt als unhöflich
    Die Kirgisen nehmen, im Gegensatz zur Schweizer Pünktlichkeit, eine Verspätung von dreissig Minuten als Höflichkeit wahr, sagt Damian Göldi: «Ein zu frühes Erscheinen wird als unpassend erachtet.» Damian Göldi und Marcel Jaun gehören nach nur eineinhalb Jahren in Sarytasch zur Dorfgemeinde.
    19 min
  • David Zünd – Der Pferdeflüsterer von England
    David Zünd trainiert junge Pferde und bildet ihre Besitzer aus. Der Instruktor und seine Frau Alison, führen seit zwölf Jahren ein Pferdeausbildungszentrum in Hartland, in der Grafschaft Devon: «Ich helfe beiden, grossartige Partner zu werden.»
    Mit Jungpferden zu arbeiten, braucht viel Einfühlungsvermögen, sagt David Zünd: «Man muss geerdet sein, um ihr Vertrauen zu gewinnen.» Der 45-jährige Pferdeausbildner reitet die Pferde mit einer speziellen Technik zu und stärkt ihr Selbstbewusstsein. Es gibt nur eine Handvoll Instruktoren, die sich weltweit auf diese spezielle Pferdeausbildung spezialisiert haben. Auch die Pferdeinhaber können ihre Reitkünste verbessern, sagt David Zünd: «In der Reitausbildung lernen sie einen optimalen und sicheren Umgang mit ihren Pferden.» Sein Wissen, hat sich David Zünd in Amerika angeeignet. Auf einer Pferderanch in Colorado hat er viele Stunden Bodenarbeit mit Pferden trainiert.
    Hundert Meter hohe Klippen
    Die Pferdeanlage von David und Alison Zünd befindet sich in Hartland, einem kleinen Ort in der Nähe der Stadt Bideford. Vom Reitplatz hat man Aussicht aufs Meer, sagt David Zünd: «Es ist eine wundervolle Landschaft und im Sommer kommen viele Touristen zum Wandern hierher.» Die Gegend ist bekannt. Die Wanderwege führen entlang hundert Meter hohen Klippen.
    17 min
  • Alfred und Eva Bischof – Vom Banker zum Ziegenfarmer
    Alfred Bischof tauschte den Chefsessel gegen den Melkschemel. Der ehemalige Banker liess sich vor sieben Jahren früh pensionieren, um den gemeinsamen Traum zu leben. Eva und Alfred sind glücklich auf ihrer Ziegen- und Rinderfarm in Irland.
    Eva und Alfred Bischof sind ganze zweiundvierzig Jahre verheiratet. Nach ihrer Hochzeitsreise quer durch Irland, sprang der Funken über, erinnert sich Eva Bischof: «Wir sind fasziniert von der grünen Insel!» Heute sind die beiden stolze Besitzer einer Ziegen- und Rinderfarm in der Nähe der kleinen Ortschaft Newtowncashel. Ihr Haus liegt inmitten einer atemberaubenden Landschaft. Ganz in der Nähe des Lough Ree Sees, der so gross ist wie der Bodensee. Das Paar vermietet auch Ferienhäuser. 
    Schweizer Ziegen beliebt in Irland
    Neben den Dexter Rindern, halten Eva und Alfred Bischof eine besondere Ziegenrasse: Die Toggenburger Ziege. Die Schweizer Ziegenart ist sehr verbreitet in Irland, sagt Alfred Bischof: «Sie sind robust und geben viel Milch.» Auch ihr Sohn Rico lebt in der Nähe. Er hat sich auf Ziegenkäse und Ziegenjogurt spezialisiert.
    15 min
  • Ursula Wohlgefahrt – In den Herzen der Flüchtlinge auf Samos
    Ursula Wohlgefahrt engagiert sich für Flüchtlinge auf der griechischen Insel Samos. Eigentlich wollte sich die pensionierte Immobilienfachfrau eine Auszeit auf der beliebten Touristeninsel gönnen: «Als ich hörte, dass eine Übersetzerin für Flüchtlinge gesucht wird, sagte ich sofort zu.»
    Ursula Wohlgefahrt lebt auf der griechischen Insel Samos. Die beliebte Touristeninsel kennt die 64-Jährige auch von der anderen Seite. Aus ihrem Ferienaufenthalt wurde eine Lebensaufgabe. Sie arbeitet ehrenamtlich für eine deutsche Hilfsorganisation und hilft Flüchtlingen im Alltag: «Diese Menschen haben vieles durchgemacht. Ich versuche, ihnen ein bischen Geborgenheit zu vermitteln.» Meist sind es Flüchtlinge aus Afrika und Afghanistan. Aber es hat auch Frauen mit Kindern aus der Ukraine, die sie mit Herzblut unterstützt: «Es ist mehr als nur helfen. Wir stehen uns alle sehr nahe!»
    Den richtigen Riecher für gute Unterkünfte
    Ursula Wohlgefahrt hat viele Jahre in einer grossen Immobilienfirma gearbeitet und blickt auf eine grosse Karriere zurück. Das kommt ihr jetzt zugute. Die 64-Jährige, weiss, wo man geeignete Unterkünfte auf der Insel findet: «Die Flüchtlinge müssen nach nur dreissig Tagen aus dem Camp. Auch wenn die Papiere noch längst nicht geregelt sind!» Umso wichtiger ist es, dass die Leute rasch eine Wohnung finden. Die Bernerin ist gut vernetzt auf Samos.
    13 min
  • Oriana Pauli – Auswandern mal umgekehrt!
    Oriana Pauli ist in der Schweiz geboren und in Australien aufgewachsen. Ihre Familie lebt an der berühmten Sunshine Coast im Bundesstaat Queensland. Ihre Schweizer Wurzeln hat die 30-Jährige aber nie vergessen. Vor zwei Jahren ist sie in ihr Ursprungsland zurück gewandert. 
    Oriana Pauli hat vor zwei Jahren den weissen Sandstrand an der Sunshine Coast in Australien für die Schweizer Berge eingetauscht. Die gebürtige Schweizerin lebt in der Ortschaft Nuglar-St. Pantaleon im Kanton Solothurn. Oriana Pauli ist Sprachassistentin und unterrichtet Englisch an der Berufsfachhochschule BFS in Basel. Dank der Organisation «Movetia» konnte sie ihre ursprüngliche Heimat neu entdecken und kennen lernen. Die Agentur vermittelt junge Auslandschweizerinnen und Schweizer als Sprachlehrkräfte an Schweizer Gastschulen. Finanziert wird das Projekt durch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation. Besser hätte es nicht kommen können, sagt die 30-Jährige: «Mein Grossvater und meine Mutter haben immer wieder Geschichten über die Schweiz erzählt. Ich war schon von klein auf von der Schweiz fasziniert!»
    «Die Schweiz ist klein und doch so gross»
    Mittlerweile ist Oriana Pauli in der Schweiz angekommen. Die Australierin mit Schweizer Wurzeln ist beeindruckt von ihrer ursprünglichen Heimat: «Es ist ein wunderbares kleines Land, mit einer ungeheuerlichen Sprachkultur.» Auch hat Oriana Pauli hier ihre grosse Liebe gefunden. Mittlerweile ist sie mit dem Aargauer Raphael verheiratet. Er studiert Nanowissenschaften an der Universtiät Basel: «Für mich ist klar, dass ich hier bleibe. Die Schweiz ist definitiv meine Heimat!»
    16 min
  • Svetlana Schimpfhuber: «Wenn ich mir was in den Kopf setze, dann wird’s gemacht!»
    Beispielsweise nach Kroatien auswandern. Svetlana Schimpfhuber ist in Liestal (BL) aufgewachsen. Ihre Eltern stammen aus Kroatien und sind vor sechzehn Jahren wieder zurück in ihr Ursprungsland. Svetlana Schimpfhuber hat es ihnen vor einem Jahr nach gemacht.
    Svetlana Schimpfhuber und ihr Mann Andreas sind 2021 von Flums (SG) ins kleine Fischerdorf Maslenica in der Gemeinde Jasenice gezogen. Dort besitzt das Paar ein grosses Haus mit Umschwung und vermietet zwei schmucke Ferienwohnungen an Touristen. Die Anlage liegt nur gerade mal drei Gehminuten vom Meer entfernt. Es ist traumhaft, sagt Svetlana Schimpfhuber: «Ich schaue aus dem Fenster und blicke aufs Meer. Was will man mehr!»
    Auswandern mit vielen Hürden
    Der Start in Kroatien war allerdings alles andere als entspannt, erinnert sich Svetlana Schimpfhuber: «Der Zügeltransport tauchte nicht auf, obwohl wir bezahlt hatten. Und im neuen Haus konnten wir zunächst nicht einziehen.» Obschon der Start nervenaufreibend war, bereut die 51-Jährige keine Sekunde: «Kroatien ist ein wundervolles Land mit einer wundervollen Kultur.»
    17 min
  • Jakob Hausmann – Erster TV-Koch im rumänischen Fernsehen
    Jakob Hausmann hat sich nach der Revolution in Rumänien einen Namen als erster TV-Koch im rumänischen Fernsehen gemacht. Doch sein grösster Erfolg, gehört den Ärmsten von Bukarest. Seit über zwanzig Jahren kocht der 63-Jährige für minderbemittelte Menschen.
    Der Schweizer Gastronom Jakob Hausmann lebt mit seiner rumänischen Frau Crenguta im Herzen von Bukarest. Viele Jahre führte er das renommierte Schweizer Restaurant «Mica Elvetie», übersetzt «Keine Schweiz». Der Spitzenkoch verköstigte mit seiner Schweizer Küche Staatsoberhäupter und andere prominente Rumäninnen und Rumänen. Mit seiner legendären Kochshow im rumänischen Fernsehen ist auch er längst kein Unbekannter. Der 63-Jährige aus Steckborn (TG) kennt das Land und die Leute. Aber auch die arme Seite des Landes. 
    Kochen für arme Menschen
    Die wichtigsten Gäste, für die Jakob Hausmann am liebsten kocht, sind die armen Menschen, sagt der Steckborner: «Ich koche mehrmals im Jahr in den Strassen von Bukarest.» Gerade vor Weihnachten hat er für 450 mittelbeminderte Leute eine reichhaltige Gulaschsuppe auf den Tisch gezaubert. Ein Herzensprojekt.
    18 min
  • Olav Bergflodt – Gefragtester Akkordeonbauer Norwegens
    Der gebürtige Schweizer Olav Bergflodt hat sich als Handzuginstrumentenmacher längst einen Namen in Norwegen gemacht. Seine «Handörgeli» sind berühmt und auch Weltstars der Volksmusik gehören zu seiner Kundschaft. Trotzdem ist der St. Galler bescheiden geblieben.
    Norwegen ist bekannt für seine unzähligen Fjorde, Wälder und Rentiere. Olav Bergflodt lebt auf der norwegischen Halbinsel Jeløya in der Nähe der Kleinstadt Moss. Der 67-Jährige ist einer der letzten Akkordeonbauer in Norwegen. In seiner Werkstatt entstehen wahre Kunstwerke: «Es gibt nicht mehr viele von meiner Sorte.» Früher arbeitete er als Reiseleiter in Skandinavien und kam so in Berührung mit der norwegischen Volksmusik. Ein wichtiges Instrument spielte schon immer das Akkordeon. Nicht nur sein einzigartiger Klang, hat den St. Galler mit norwegischen Wurzeln fasziniert, sondern auch das Handwerk der Herstellung. Also absolvierte Olav Bergflodt in den 1980er Jahren kurzerhand eine vierjährige Ausbildung. Seither produziert er diatonische Akkordeons der Extraklasse und ist europaweit bekannt für seine aussergewöhnlichen Handorgeln.
    «In Norwegen fühle ich mich als Schweizer»
    Obwohl Olav Bergflodt den norwegischen Pass besitzt, spreche er besser schweizerdeutsch als norwegisch: «Auch nach so vielen Jahren in Norwegen, fühle ich mich hier als Schweizer. Umgekehrt bin ich ein Norweger, wenn ich die Schweiz besuche.»
    18 min

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