Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Stefan Strehler in New York – Spürnase für künstliche Aromen und Düfte
    Stefan Strehler ist ein Spitzenkoch der besonderen Art. Statt in einem Restaurant seine Kochkunst zu präsentieren, sucht der 51-Jährige nach Geschmacks- und Duftnoten für ein japanisches Unternehmen. Es ist eines der weltweit grössten Hersteller von künstlichen Aromen in der Lebensmittelindustrie.
    Stefan Strehler ist in Hong Kong, China, geboren. Die ersten Lebensjahre hat der Zürcher in Sydney Australien verbracht. Danach kehrte die Familie nach Meilen in Kanton Zürich zurück. Aber schon bald zog es den Weltenbummler wieder ins Ausland. Nach der Hotelfachschule wanderte der Spitzenkoch nach Amerika aus: «Eigentlich wollte ich irgendwann Mal ein 5 Sterne-Hotel leiten.» Seine Karriere verlief jedoch komplett anders. Der Schweizer Koch hat sich in der Lebensmittelindustrie einen Namen gemacht. Heute arbeitet er für einen der grössten Hersteller von Lebensmittelaromen in New York: «Ich gehe auf Rezeptsuche und koche beispielsweise Omas berühmten Schmorbraten und Gemüsesuppe nach.» Die eingefangen Aromen versucht Stefan Strehler dann mit modernster Technologie einzufangen und künstlich herzustellen. Der Zürcher leitet mittlerweile ein grosses Aroma-Team, welches aufgrund seiner Rezeptur künstliche Geschmacksrichtungen produziert.
    «Mitten in New York City trifft man auf Murmeltiere und Waschbären»
    Wer denkt, New York bestehe nur aus Wolkenkratzern, hat weit gefehlt. Die Stadt bietet auch viele grüne Inseln. Stefan Strehler lebt mit seiner Familie mitten im Zentrum in der Nähe des Central Parks. Sein Haus ist umgeben von Wald und grünen Parks: «Wir leben wie auf dem Land. Hier tummeln sich schon mal Waschbären und Rehe.» Im Gemüsegarten des Spitzenkochs findet man allerlei leckeres Gemüse: «In meinem Garten wachsen Spargeln und Chilischoten.»
    20 min
  • Susan und Hanspeter Schaden – Ein erfülltes Leben auf den mystischen Azoren
    Hanspeter und Susan Schaden haben sich vor zwei Jahren ihren grossen Traum erfüllt. Das Paar lebt auf der zweitgrössten Azoreninsel «Pico» in Portugal. Ihr Haus steht inmitten von Rebbergen am Fusse des Vulkans «Ponta do Pico.»
    Im Garten von Hanspeter und Susan Schaden wächst nicht nur klassisches Gemüse. Auch Ananas- und Bananenstauden sowie Orangen- und Mandarinenbäume gedeihen in voller Pracht. Ihr Bungalow mit viel Umschwung und Blick aufs Meer ist ein kleines Paradies, sagt Hanspeter Schaden: «Wir haben hier ein bescheidenes und erfülltes Leben gefunden.» Wovon viele träumen ist für Hanspeter und Susan Schaden in Erfüllung gegangen. Viele Jahre verbrachten die beiden ihre Ferien auf der Azoren Insel «Pico». Bis die Gelegenheit kam, ein Haus zu kaufen, sagt Hanspeter Schaden: «Wir konnten in all den Jahren viele Freundschaften mit Einheimischen schliessen.» Ihr Land führt bis zu den Klippen zum Meer. Dort spielt sich jedes Jahr ein besonderes Spektakel ab, sagt Hanspeter Schaden: «In diese Bucht kommen immer wieder Delphine und zeigen ihren Jungen wie man jagt.»
    Brot backen, Bier brauen und Haus-Glacé
    Den Inselkoller kriegen Susan und Hanspeter Schaden wohl kaum. Die beiden Auswanderer sind nämlich wahre Selbstversorger. Der gelernte Schreinermeister Hanspeter Schaden backt in seinem Holzofen regelmässig verschiedene Brotsorten und braut sein eigenes Bier. Auch gibt der leidenschaftliche Gourmeur Kochkurse in der Region. Susan Schaden produziert eigene Glacé und verkauft selbstgemachte Nudeln.
    15 min
  • Monika Leuenberger hat in Guatemala ein kleines Hilfswerk auf die Beine gestellt
    Die Auswanderergeschichte von Monika Leuenberger könnte nicht abenteuerlicher sein. Die Sekundarlehrerin landete nach einem turbulenten Segelturn in Guatemala und blieb. Heute betreibt sie mit Herzblut ein kleines Hilfswerk in Fronteras am Rio Dulce.
    Vor rund fünf Jahren gönnte sich Monika Leuenberger eine Auszeit. Die Sekundarlehrerin arbeitete für ein Jahr auf dem Schiff einer Schweizer Segler-Familie und unterrichtete dort deren Kinder. Doch der Segelturn entpuppte sich als Albtraum, erinnert sich Monika Leuenberger: «Die Chemie zwischen uns stimmte überhaupt nicht.» Es war ein Leben auf engstem Raum: «Wir waren viele Tage auf dem offenen Meer unterwegs und da kann man nicht einfach von Bord gehen!» Als die Segelcrew in Guatemala anlegte, trennten sich die Wege. Für Monika Leuenberger ein Glücksfall. Sie fand ihre neue Heimat Guatemala.
    «In der Pandemie hatten viele plötzlich kein Geld mehr»
    Eigentlich wollte Monika Leuenberger wieder zurück in die Schweiz. Doch die Pandemie machte ihr einen Strich durch die Rechnung: «Es herrschten strenge Ausgangssperren und ich konnte nicht zurück fliegen.» Viele Leute hatten in dieser Zeit kaum ein Einkommen und so fing Monika Leuenberger an, Lebensmittelpakete an die Menschen zu verteilen: «Durch die sozialen Medien konnte ich Geld bei Freunden sammeln.» Heute ist Monika Leuenberger täglich mit ihrem Pickup unterwegs und hilft wo sie kann.» Mit Spendengeldern finanziert sie mittlerweile auch Schulausbildungen oder organisiert Benzin, dass der Ambulanz ausgegangen ist.
    18 min
  • Heini und Heidi Gadmer lieben die wilde und einsame Natur Kanadas
    Heini und Heidi Gadmer leben seit bald dreissig Jahren in Kanada. Ausserhalb von Vernon in British Columbia betreibt die Familie eine kleine Hobby-Farm. Ein Paradies inmitten der kanadischen Natur, sagt Heini Gadmer: «Wir haben Schafe, Ziegen, Hühner und einen Esel.»
    Schon in der Schulzeit träumte der Bündner Heini Gadmer vom Auswandern nach Kanada: «Die wilde Natur in Kanada ist atemberaubend.» Heini Gadmer ist leidenschaftlicher Jäger und Fischer und hat schon viele Male das Land bereist. Zweifellos ist Kanada für die Jagd eines der besten Länder der Welt. Auch für Heidi Gadmer ist Kanada ein wunderbares Land: «Wir gehen oft wandern und fischen. Hier fühle ich mich frei!»
    Im Herzen des Okanagan Valley
    Die Farm der Gadmers liegt in einem Tall ausserhalb der Stadt Vernon. Das Okanagan Valley ist umgeben von Wäldern und grünen Hügeln mit kleinen Seen. Die Gegend ist ein bekanntes Weinanbau-Gebiet sowie für den Obstanbau. In der Region gibt es viele Apfelbauern, sagt Heini Gadmer: «Es ist das kleine Mostindien Kanadas»
    19 min
  • Barbara George-Jäggli – Biologin und Farmerin in «Down Under»
    Die Biologin Barbara George-Jäggli forscht seit Jahren für die australische Regierung von Queensland. Ihr Hauptgebiet ist die Nahrungsmittelsicherheit: «Wir versuchen Getreide hitzeresistent zu machen.» Australien ist von den Auswirkungen des Klimawandels so betroffen wie kaum ein anderes Land.
    Australien wird aufgrund des Klimawandels stetig heisser und anfälliger für extreme Hitze. Der Kontinent kämpft immer mehr mit Buschbränden, grossen Dürren aber auch Überschwemmungen. Barbara George-Jäggli lebt seit rund dreissig Jahren in der kleinen Ortschaft Killarney, nördlich der Grenze zwischen den Bundesstaaten Queensland und New South Wales. Die Biologin forscht an der Nachhaltigkeit von Getreidepflanzen: «Wir versuchen beispielsweise Getreide so zu züchten, dass es während der intensiven Hitzeperioden auf weniger Wasser angewiesen ist.»
    Farmerin durch und durch
    Ihren australischen Mann Peter hat Barbara George-Jäggli in der Schweiz kennen gelernt, als der Landwirt und ebenfalls Forscher für ein Austauschjahr auf einen Bauernhof nach Volketswil (ZH) kam: «Ich hatte den Nachbarshof gepachtet. Wir lernten uns sozusagen über dem Misthaufen kennen und lieben!» 1996 wanderte das Paar nach Australien aus. Ausserhalb von Killarney betreiben sie heute eine grosse Farm mit Schweizer Milchkühen: «Die Swiss Brown Kühe sind in Australien sehr beliebt, weil sie robust sind.»
    18 min
  • Remo Müller – Mit vier Sibirischen Tigern ab nach Deutschland
    Das Gepäck von Remo Müller und Partnerin Alexandra Taetz war schwer, als das Paar vor acht Jahren nach Deutschland ausgewandert ist. Der Tierpfleger und Tigertrainer nahm just seine vier Raubkatzen mit.
    Remo Müller arbeitete viele Jahre als Tierpfleger und Tigertrainer im Walter-Zoo in Gossau (SG). Dort betreute und trainierte er vier ausgewachsene Sibirische Tiger. Die Raubtiere durfte Remo Müller bei seiner Auswanderung mitnehmen. 2015 haben sich Remo Müller und seine Frau Alexandra ihren grossen Traum erfüllt. Im kleinen Dörfchen Bell (Hunsrück) in Rheinland-Pfalz, kauften sie einen maroden Freizeitpark. Mit dem Ziel: Einen Zoo für heimatlose Tiere aufzubauen. Heute ist es ein grosser Erlebnis-Tierpark mit vielen Wildtieren. Remo ist stolz auf sein Lebenswerk: «Wir nehmen viele Tiere aus anderen Zoos und Auffangstationen bei uns auf.» Aktuell sind zwei Tigerbabys hinzugekommen und im Herbst können sogar Giraffen in den Gehegen bewundert werden.
    «Auch Wildtiere brauchen Beschäftigung»
    Der Erlebnispark von Remo Müller und Alexandra Taetz in Bell (Hunsrück) hat sich in den Jahren einen Namen gemacht. Nicht nur Wildtiere, wie Tiger und Trampeltiere tummeln sich auf dem riesigen Areal. Auch Ziegen, Ponys oder und Ratten finden dort ihren Platz. Langweilig werde es den Tieren nicht, sagt Remo Müller: «Die Tiere sind schlau und neugierig. Wir trainieren täglich mit ihnen.» Auch Wildtiere brauchen ihre Abwechslung.
    19 min
  • Peter Näf: «Die Osterinsel ist abgelegen, aber verbunden mit der Welt!»
    Lange Zeit war die Osterinsel von der Aussenwelt abgeschnitten. Heute ist die Insel mit den berühmten Steinfiguren ein Touristenmagnet. Auch Peter Näf hat sie entdeckt. Vor allem hat der ehemalige Reiseleiter dort seine grosse Liebe gefunden.
    Auf einem Südamerikarundflug landete der Ostschweizer Peter Näf 2004 auf der Osterinsel mitten im Pazifik. Eher ungewollt, erinnert sich der ehemalige Flight Attendant: «Ich kannte die Insel nicht und war verantwortlich für die Ausflüge zu den Steinfiguren. Darauf war ich nicht vorbereitet.» Vielleicht sei es aber auch Schicksal gewesen. Auf «Rapa Nui», wie die Inselbewohner sagen, lernte er nämlich seine heutige Frau Tiare kennen. Eine Einheimische. Mittlerweile haben die beiden zwei kleine Töchter und vermieten Bungalows an Touristen.
    Ein mystischer Ort mitten im Pazifik
    Die Osterinsel hat gerade mal rund achttausend Einwohnerinnen und Einwohner. Für die Ureinwohner steht die Familie an erster Stelle, sagt Peter Näf: «Jeder Clan der Rapanui hat ein Familienoberhaupt und man hilft sich untereinander.» Für Peter Näf ist die Osterinsel bis heute ein besonderer Ort. Die Insel strahlt eine unglaubliche Ruhe aus: «Wenn ich der Küste entlang der Steinfiguren laufe, denke ich immer, was wohl in den Köpfen der Steinmänner vor sich geht.»
    16 min
  • Catherine el Taweel – Zaubert aus Kairos Abfall nützliche Dinge
    Vor ein paar Jahren gründete Catherine el Taweel-Kost eine Upcycling Manufaktur ausserhalb von Kairo, um benachteiligten Frauen saubere Arbeitsplätze zu schaffen. In der Werkstatt entstehen nützliche Produkte aus Müll. Eine kleine Erfolgsgeschichte.
    Kairo ist faszinierend und chaotisch zugleich. Sie ist laut und schmutzig. In den Strassen türmen sich vor allem Berge von Abfall. Doch wenn man hinter die Fassaden blickt, entdeckt man die Seele der pulsierenden Stadt, sagt Catherine el Taweel-Kost: «Kairo ist eine Stadt der Gegensätze und vielen Geschichten.» Seit fünfzehn Jahren lebt die Baslerin mit ihrer Familie in der Millionenmetropole Ägyptens. Täglich produziert die Stadt über siebentausend Tonnen Abfall. In Sachen Recycling ist Kairo Weltmeister. Ein ganzer Stadtteil lebt vom Sammeln, Sortieren und Wiederverwerten. Auch Catherine el Taweel-Kost verwandelt Müll in nützliche Gegenstände.
    Blumenvasen aus alten Gurkengläsern
    Rund dreissig Frauen beschäftigt Catherine el Taweel-Kost in ihrer kleinen Upcycling Manufaktur ausserhalb von Kairo. Aus alten Flaschen produzieren die einheimischen Frauen beispielsweise schmucke Trinkgläser, Windlichter oder Schälchen für Oliven. Aus Stoffresten werden Körbe oder bunte Taschen gehäkelt. Die Produkte kommen gut an, sagt die 61Jährige: «Grossbanken kaufen die Sachen als Giveaways für ihre Kunden und auch reiche Leute erfreuen sich über den wiederverwerten Müll.» Am meisten freut es Catherine el Taweel-Kost aber, dass sie mit ihrem Projekt Arbeitsplätze schafft: «Die Frauen sind nicht nur Handwerkerinnen und die Hauptstütze der Familie. Es sind wahre Künstlerinnen.»
    18 min
  • Familie Caboussat und ihr Wasserturm von Cuxhaven
    In einer aussergewöhnlichen Immobilie zu wohnen, davon träumen viele. Mirabelle und Alain Caboussat haben ihr Traumobjekt in Cuxhaven an der Nordseeküste gefunden. Sie haben einen historischen Wasserturm gekauft und wollen das über 100 Jahre alte Wahrzeichen der Stadt bewohnbar machen.
    Mirabelle und Alain Caboussat haben ein Flair für ausgefallene Objekte. Eigentlich stand das Auswandern nie im Vordergrund, sondern immer die Suche nach einer ungewöhnlichen Immobilie, sagt Mirabelle Caboussat: «Die Liebe zu alten Gebäuden, war immer schon unsere grosse Leidenschaft.» Dementsprechend hat die Berner Familie auch schon viele Objekte besichtigt. Etwa eine alte Windmühle in Holland oder eine verlassene Kirche in Schottland. Gefunkt hat es aber nie richtig. Im Internet entdeckte das Ehepaar per Zufall den alten Wasserturm von Cuxhaven und hat sich sofort in den Turm verliebt. Für dieses Mammutprojekt haben die Caboussats ihr beschauliches Leben im Emmental aufgegeben: «Unser Plan ist es, ein Turm Café zu eröffnen und Ferienwohnungen auszubauen!»
    Nerven aus Stahl
    Der denkmalgeschützte Wasserturm von Cuxhaven ist das Herzstück der Familie Caboussat. Aber das Millionen-Projekt kostet Mirabelle und Alain Caboussat auch ziemlich Nerven. Eigentlich wäre das Backsteinmonument längst saniert. Doch die Pandemie legten alles lahm und die strengen Auflagen erschweren den Umbau. Jetz fehlen auch noch die guten Handwerker. Trotzdem gibt sich Mirabelle Caboussat nicht geschlagen: «Wir glauben an unseren Wasserturm. Es ist unser Herzensprojekt!» Bald soll das Café eröffnet werden.
    17 min
  • Sylvia und Markus Buob – Spüren den Geist von Astrid Lindgren
    Sylvia und Markus Buob bereisten die Welt und suchten nach einem Ort, wo sie ihre Wurzeln schlagen können. Ihre zweite Heimat hat die Familie in Südschweden gefunden. In der Nähe von Vimmerby haben sie einen Hof übernommen und vermieten Ferienhäuser.
    Sylvia und Markus Buob haben schon immer vom Auswandern geträumt. Gefunden haben sie ihr Glück in Südschweden. Vor rund sechs Jahren kaufte das Paar aus Wauwil im Kanton Luzern einen alten Bauernhof mitsamt zwei Gästehäusern. Snokebo heisst der idyllische Hof und liegt ganz in der Nähe von Vimmerby in der historischen Provinz Småland.
    Auf den Spuren von Pippi Langstrumpf
    Vimmerby ist das Heimatdorf der berühmten Schrifstellerin Astrid Lindgren. Pippi Langstrumpf und Michel aus Lönneberga sind allgegenwärtig und zieht viele Touristen an. Für Sylvia Buob ist ein lang gehegter Traum in Erfüllung gegangen: «Wir können hier ein selbstbestimmtes und vor allem naturnahes Leben führen.»
    19 min

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