Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Ruth Grimm, Lanzarote: «Ich habe mich sofort verliebt»
    Als Ruth Grimm vor über 50 Jahren zum ersten Mal die Insel Lanzarote besuchte, war es um sie geschehen. Die Insel liess sie nicht mehr los. Vor drei Jahren - kurz nach ihrer Pension - verwirklichte sie ihren Traum. 
    Ruth Grimm (68) kündigte ihre Wohnung in Hausen bei Brugg (AG) und buchte mit ihrem Mann Hans Schweizer (68) den finalen Flug nach Lanzarote in ihr neues Zuhause. Allerdings: Ganz so einfach war die Wohnungssuche nicht.
    Mehrere Anläufe bis zum perfekten Haus
    Rückblende: Bevor sie definitiv nach Lanzarote zogen, buchten sie zuerst nochmals Ferien auf der Insel. Ferien, um das geeignete Haus zu finden. «Was wir anfangs sahen, war schrecklich!» sagt sie heute. Sie besichtigten Haus um Haus. Doch dann, am drittletzten Tag «de füfer und s Weggli»: Ihr Traumhaus an der Playa Blanca.
    Dann kam Corona
    Ruth Grimm spricht von den Anfängen in ihrer neuen Heimat. Alles war wunderbar, sie nahm gar ihren Vater mit, da dieser den Schweizer Winter nicht mag. «So konnte er beim Einzug helfen». Doch dann kam die Corona-Pandemie. Das sei grauenhaft gewesen, sagt Ruth Grimm heute. Auf Lanzarote herrschte eine komplette Ausgangsperre über mehrere Monate. Raus durfte man nur um Lebensmittel zu kaufen. Das habe an den Nerven gezerrt. Für den Vater war das besonders schlimm, da er sich gerne bewegte aber nun ein halbes Jahr im Haus festsass.
    Der Hund brachte den Ausgleich
    Nach der Pandemie entschieden sich Ruth Grimm und ihr Mann für einen Hund. «Ein besonderes Tier» sagt Ruth Grimm. Denn der Hund stammt aus einem Tierheim auf Lanzarote. Viele heimische Hunde haben auf Lanzarote eine besondere, wenn auch fragwürdige Aufgabe: Auf Lanzarote wird jeweils zwischen August und Oktober Hasenjagd betrieben. Damit die Hunde motiviert bleiben, werden sie fast gänzlich ausgehungert und erst dann auf die Hasen losgelassen. Ihr «Podenco» wollte aber nicht so richtig. Also wurde er ausgesetzt und vom Tierheim gerettet.
    15 min
  • Michael Gähler – Hotelier mit Leidenschaft
    Michael Gähler hat sich in der internationalen Luxus-Hotelbranche längst einen Namen gemacht. Der Schweizer Hotelier eröffnet seit über zwanzig Jahren Luxus-Hotels in ganz Asien. Aktuell in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens.
    Nach dem Studium an der Schweizer Hotelfachschule Belvoirpark in Zürich, startete Michael Gähler eine steile Karriere als Hotelier und General Manager. Heute verfügt er über dreissig Jahre Erfahrung in der Luxus-Hotelbranche. Hong Kong, Singapur, Bali oder Taiwan: der Zofinger (AG) hat in seinem Leben viele exklusive Hotel eröffnet und auch selbst geführt. Ende Oktober eröffnet er ein luxuriöses Hotel in Jakarta, der Hauptstadt Indonesiens. Asien, sei fast wie die Schweiz, nur sind die Kantone viel grösser, sagt Michael Gähler: «Auf meinen unzähligen Reisen habe ich die unterschiedlichsten Kulturen kennen und schätzen gelernt.»
    «Behandelt man das Personal mit Respekt, hat man als Hotelier Erfolg!»
    Michael Gähler ist Hotelier mit Leidenschaft. In all den Jahren hat er vor allem eines nie verloren. Nämlich den Glauben an den hohen Stellenwert des Personals: «Schätzt man seine Mitarbeiter, kommt dies der Gästezufriedenheit zugute.»
    20 min
  • Helen Freiermuth: «Das türkische Volk ist offen und warmherzig!»
    Helen Freiermuth hat die Welt gesehen. Seit 1995 ist sie Auslandschweizerin. Mit ihrer Familie lebte sie in China, USA und Kanada. Seit zehn Jahren im Touristenparadies Çe?me an der Ägäisküste: «Nirgendswo auf dieser Welt haben wir uns so wohl gefühlt wie hier!»
    Die Luzernerin Helen Freiermuth lebt seit zehn Jahren mit ihrem Mann in der Hafenstadt Çe?me in der Provinz Izmir. Der Ort gehört zu den schönsten Reisezielen der Türkei. Die weissen Sandstrände und das türkisblaue Meer, zieht Touristen auch aus der ganzen Türkei an, sagt Helen Freiermuth: «Es ist die Offenherzigkeit der Menschen. Hier kann man einfach die Seele baumeln lassen.» Ihr Haus ist gerade Mal fünfzehn Gehminuten vom Meer entfernt: «Es ist gross und im mediterranen Stil mit Garten und Pool. Einfach eine Wohlfühloase.»
    Delegierte für die Türkei im Auslandschweizerrat
    Rund 5'300 Menschen mit einem Schweizer Pass leben in der Türkei. Helen Freiermuth vertritt als Delegierte deren politischen Anliegen und Bedürfnisse. Bis zu dreimal im Jahr trifft sie sich mit Politikerinnen und Politiker in der Schweiz: «Das E-Voting und Fragen zur Sozialversicherung sind ein grosses Thema.»
    16 min
  • Daniel Meier wohnt an der schönsten Küstenstadt Norwegens
    Seit fünf Jahren lebt Daniel Meier mit seiner norwegischen Frau im Küstenstädtchen Mosjøen an der Helgeland-Küste, einer der wichtigsten Städte in Norwegen. Als einziger Architekt vor Ort, baut der 59-Jährige gerade eine Seilbahn.
    Die norwegische Küstenstadt Mosjøen ist ein für die Gegend wichtiger Industrieort und bekannt für seine Aluminiumwerke. Das historische Städtchen mit seinen berühmten Holzhäusern liegt inmitten der atemberaubenden Vielfalt der norwegischen Natur. Mosjøen ist umsäumt von Feldern, Fjorde, Wälder und Flüssen. Für Naturfreunde ein Paradies, sagt Daniel Meier: «Wer gerne Lachs fischt oder jagen geht, kommt hier voll auf seine Kosten.» Trotzdem musste sich Daniel Meier an den idyllischen Ort zunächst gewöhnen, gibt er zu: «Ich hatte am Anfang einen kleinen Kulturschock. Wer gerne an kulturelle Anlässe geht, findet sie hier kaum.» Mittlerweile fühlt sich der Architekt aber mehr als heimisch.
    Stufen zum Himmel und bald schon eine Seilbahn
    Die «Helgelandstrappa» in Mosjøen ist die längste Steintreppe Norwegens. Ihre dreitausend Stufen führen auf den Øyfjellet Berg. Als einziger Architekt in der Gegend ist Daniel Meier für ein besonderes Projekt verantwortlich. Der Bau einer Seilbahn auf den Hausberg: «Wer keine steilen Treppen mag, kann in Zukunft gemütlich mit der Seilbahn auf die Aussichtsplattform hochfahren und wird mit einem atemberaubenden Blick aufs Meer belohnt.»
    18 min
  • Silvia McClure-Crottet – Schauspielerin in Hollywood
    Hollywood gilt als Hochburg der Filmindustrie. Mittendrin ist die Schweizer Schauspielerin Silvia McClure-Crottet. Die Traumfabrik sei zwar ein hartes Pflaster, trotzdem hat die 55-Jährige die Lust am Spielen nie verloren: «Auch kleine Rollen können Grosses bewirken!»
    Silvia McClure-Crottet lebt seit neunundzwanzig Jahre in Kalifornien. Die Schauspielerin und Off-Sprecherin steht regelmässig vor der Kamera und ist auch in diversen Netflix Serien zu sehen. Ihre unverkennbare Stimme ertönt regelmässig in zahlreichen Werbespots. Als Schauspielerin brauche man in Hollywood viel Durchhaltevermögen: «Für eine Rolle als Krankenschwester bewerben sich schon mal über tausend Schauspielerinnen.» Ohne Schauspielagent geht gar nichts. Aufgewachsen ist Silvia McClure-Crottet in Düdingen (FR). Zur Schweiz habe sie bis heute einen engen Bezug: «Wenn ich meine Familie besuche, tanke ich meinen sogenannten Schweizer Tank auf. Ich esse Käse, Fondue, fahre im Winter Ski und schau mir einen Hockeymatch von Fribourg-Gottéron an!»
    «Die Liebe meines Lebens gefunden»
    Ihren Mann Charlie lernte Silvia McClure-Crottet 1988 kennen, als sie für ein Jahr bei einer Gastfamilie in Kalifornien lebte: «Er war Schlagzeuger einer Band, die in der Bar seiner Eltern auftrat.» Später übernahmen die beiden «Charlies Bar» und führten sie ganze zwanzig Jahre lang. Heute lebt das Paar in der kleinen Stadt Grover Beach am berühmten Highway 101.
    20 min
  • Brigitte und Sacha Kunz – Stolze Besitzer einer Imbissbude an der Nordseeküste
    Viele Jahre machte Familie Kunz Urlaub an der Nordseeküste. Sie lieben die raue See und die direkte Art der Norddeutschen. Vor allem auch die leckeren deutschen Currywürste mit Pommes, welche die Imbissbuden am Strand anbieten. Seit 2019 betreibt die Familie ihren eigenen Küsten Imbiss. 
    Familie Kunz aus Läufelfingen (BL) hat sich unter den Imbissbuden Betreiber an der Nordseeküste längst einen Namen gemacht. Vor vier Jahren haben Brigitte und Sacha Kunz ihren eigenen Küsten-Imbiss beim Kutterhafen von Dorum-Neufeld an der Nordseeküste eröffnet. Das kleine Familienunternehmen hat Erfolg. Jetzt ist Hochsaison und auch Schweizer Touristen stehen geduldig in der Schlange, um eine beliebte Currywurst zu essen, sagt Sacha Kunz: «Die ganze Familie packt mit an, wir sind ein Team.»
    Schweisstreibende Arbeit
    Es ist die fünfte Saison für die Familie Kunz in ihrem Küsten-Imbiss. Sieben Tage in der Woche steht Sacha Kunz abwechselnd mit seiner Frau hinter dem Tresen. Und auch die drei Kinder geben Vollgas, sagt Sacha Kunz: «Mein ältester Sohn Kevin ist Chef des Bierwagens, den wir zusätzlich betreiben.» Pro Jahr bereiten wir bis zu achttausend Kilogramm Pommes zu!» Es sei zwar eine Knochenarbeit, aber trotzdem ein Traumjob, sagt Sacha Kunz: «Manchmal kann es in der Bude schon bis zu 60 Grad heiss werden.» Trotzdem sei ihr Imbiss ihr Herzprojekt: «Ich liebe meine Arbeit und vor allem den Kontakt zu den Leuten. Auch wenn es streng ist, haben wir hier an der Nordseeküste ein Stück Freiheit gefunden.»
    17 min
  • Forscher Reto Guler – Sagt der Tuberkulose den Kampf an
    Der Walliser Reto Guler forscht an der renommierten Universität von Kapstadt. Der Immunologe befasst sich seit Jahren mit der Behandlung von Tuberkulose: «Vor allem in Südafrika ist die Infektionskrankheit nach wie vor weit verbreitet.»
    Tuberkulose ist die gefährlichste Infektionskrankheit der Welt. In Südafrika sind über hunderttausend Menschen betroffen. Wenn die Symptome nicht frühzeitig erkannt werden, verbreitet sich die hoch ansteckende Krankheit rasant weiter. Reto Guler forscht mit seinem Team an medikamentösen Therapien gegen Tuberkulose. Er studierte in Genf und schrieb dazu seine Doktorarbeit: «Ein Forscher aus Chur holte mich damals nach Kapstadt.» Seither sind 20 Jahre vergangen.
    Kapstadt hat viele Gesichter
    Reto Guler lebt mit seiner Familie in der Nähe der Universität. In seiner Freizeit geniesst der Forscher die vielen Möglichkeiten, die Kapstadt bietet: «Entweder fahre ich mit dem Mountainbike auf den Tafelberg oder ich gehe Kite Surfen im Meer.» Reto Guler ist fasziniert von der atemberaubenden Kulisse zwischen Tafelberg und Meer. Doch die Metropole hat auch ihre Schattenseiten: «Die riesige Schere zwischen Arm und Reich macht sich jeden Tag bemerkbar.» Und Überbleibsel aus der Apartheidzeit prägen Südafrika bis heute.
    17 min
  • Anna Marti: «Die Anspannung in Taiwan ist permanent zu spüren»
    Anna Marti wohnt und arbeitet zurzeit in Taipeh, der Hauptstadt Taiwans. Sie leitet das Büro der deutschen Friedrich-Naumann-Stiftung. Die Organisation setzt sich für eine liberale Demokratie, Menschenrechte und Meinungsfreiheit ein.
    Anna Marti kommt aus Sursee (LU). Aufgewachsen ist die 37Jährige mit ihrer Familie in Deutschland. Die China-Expertin ist seit je her fasziniert von der asiatischen Kultur und spricht fliessend chinesisch. Anna Marti arbeitet für die Friedrich-Naumann-Stiftung in Taipeh: «Wir verfolgen die angespannte Lage in Taiwan auf den sozialen Medien und vermitteln.» Seit Jahrzehnten erhebt China Besitzansprüche auf Taiwan. Seit dem Ukrainekrieg, wächst international die Angst, dass China die Besitzansprüche mit militärischer Gewalt durchsetzen will. Die Menschen in Taiwan hätten gelernt, mit dieser ständigen Bedrohung umzugehen: «Es ist nichts Neues. Die Bedrohung herrscht seit dem Ende des Bürgerkriegs im Jahr 1949.» Dennoch spüre man die angespannte Lage jeden Tag.
    Faszinierende Landschaft Taiwans
    Anna Marti und ihr Mann leben inmitten der Millionenstadt Taipeh. Und doch sei man der atemberaubenden Natur sehr nahe. In der Freizeit machen die beiden Ausflüge an die traumhaften Strände oder unternehmen Wandertouren in die Berge. Das Wetter in Taiwan ist tropisch heiss: «Ich Moment ist Regenzeit. Wenn es regnet, dann wie aus Kübeln.»
    19 min
  • Eric und Christian: «Schottland ohne Regen geht nicht!»
    Christian Danuser und Eric Guignard haben vor sieben Jahren ihr Glück in Schottland gefunden. Die beiden ehemaligen Flugbegleiter leben in der Nähe des Hafenortes Lochinver, in den nordwestlichen Highlands von Schottland. Das ständige Regenwetter kümmert sie wenig.
    Fragt man Schweizerinnen und Schweizer, wohin sie am liebsten auswandern würden, antworten die Meisten: Dorthin wo es warm ist. Christian Danuser und sein Ehemann Eric Guignard führten viele Jahre erfolgreich ein Bed and Breakfast im Süden Frankreichs. Doch eigentlich träumten die beiden schon immer von Schottland, sagt Christian Danuser: «Die Leute hielten uns für verrückt, als wir das mediterrane Klima gegen die raue und karge Landschaft Schottlands eintauschten.» Das Paar lebt seit 2016 in der Nähe von Lochinver im Nordwesten von Schottland.
    «Wir möchten den Menschen helfen, die weniger Glück hatten»
    Die Einheimischen haben Christian Danuser und Eric Guignard längst in ihr Herz geschlossen. Die beiden Schweizer engagieren sich seit Jahren in diversen Vereinen der Gemeinde. Zudem ist Christian Danuser auch Vorsitzender in der regionalen Abteilung einer landesweiten Wohltätigkeitsorganisation: «Wir sammeln Geld für krebskranke Menschen, die sich eine Pflegeunterstützung kaum leisten können.»
    15 min
  • Roger Moreno Rathgeb – Auf Augenhöhe mit Königin Beatrix
    Roger Moreno Rathgeb ist Musiker, Komponist und Weltbürger, wie er sich selber nennt. Längst hat er sich international einen Namen gemacht. Mit seinem klassisches Werk «Requiem for Auschwitz» hat er die Herzen des Publikums berührt. Auch das der früheren niederländischen Königin Beatrix.
    Als Musiker zog es Roger Moreno Rathgeb in den 1980er Jahren um die Welt. In Holland ist der heute 66-Jährige Künstler sesshaft geworden. Er lebt in der kleinen holländischen Stadt Vaals, die an Deutschland und Belgien grenzt: «Es ist ruhig hier in Vaals. Wenn ich Halligalli suche, gehe ich ins Zentrum nach Aachen.» Der Schweizer fühlt sich in den verschiedensten Musikrichtungen zu Hause. Das Musizieren hat sich der Zürcher Roger Moreno Rathgeb selber beigebracht: «Ich fing erst mit 10 Jahren, Gitarre zu spielen.» Mittlerweile ist er ein wahrer Musikvirtuose und spielt die unterschiedlichsten Instrumente. Vor allem aber, ist Roger Moreno Rathgeb bekannt als Akkordeonkünstler. Mit seiner Gypsy-Ensemble «Tabor» feiert er grosse Erfolge.
    «Beatrix ist total unkompliziert!»
    Die frühere Königin Beatrix ist schon vor vielen Jahren auf den Schweizer Musiker und Komponist Roger Moreno Rathgeb aufmerksam geworden. Seither wird er regelmässig zu Hofe geladen und darf private Konzerte geben. Auch kürzlich spielte der 66-Jährige in einem Trio zu Ehren des Muttertages vor der Königsfamilie. Das strenge Hofprotokoll nimmt die abgedankte Königin eher gelassen, sagt Roger Moreno Rathgeb: «Beatrix ist völlig unkompliziert. Darum lieben sie die Menschen, weil sie so volksnah ist.»
    19 min

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