Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • «Rätoromanisch ist auch in Texas nicht klein zu kriegen!»
    Clemens Sialm ist in Disentis (GR) aufgewachsen. Heute ist er Professor für Finanzen und Wirtschaft an der Universität Texas in der Hauptstadt Austin. Seit 25 Jahren lebt er in Amerika. Doch seine rätoromanischen Wurzeln haben ihn nie losgelassen.
    Clemens Sialm hat sich vor fünfundzwanzig Jahren für das Land der unbegrenzten Möglichkeiten entschieden. Heute lebt er mit seiner Familie in der Hauptstadt Austin vom Bundesstaat Texas. Seine Frau stammt aus China. Zu Hause lebe man einen multikulturellen Alltag: «Die chinesische sowie die schweizerische Kultur haben einen grossen Einfluss auf unsere beiden Söhne.» Clemens Sialm hat seine Heimat Schweiz nie vergessen: «Im Gegenteil, ich versuche die Schweiz so oft wie möglich zu besuchen. Die Familie und die Berge sind mir wichtig.» Der Unterschied zwischen Disentis und Texas seien die Distanzen, sagt Clemens Sialm: «Um in Amerika auf den Skiern zu stehen, fahren wir fünfzehn Stunden bis nach Colorado!»
    Alltag an der Uni
    Clemens Sialm ist Professor für Finanzen und Wirtschaft an der Universität Texas in Austin. Nebst den Vorlesungen, führt er als CEO ein Team an Studenten, die lernen in Aktien zu investieren: «Wir haben eigens einen Investmentfonds, wo die Studenten lernen, wie sie die Aktien clever und richtig anlegen.»
    16 min
  • Hugo und Doris: «Auch im Piemont wird’s Berner Platte geben.»
    Der Emmentaler Hugo Lüthi ist ein waschechter Wandervogel. Mehrere Jahre lebte der Hotelier und Gastronom auf der Baleareninsel Mallorca. Seine letzte Saison ging 2019 zu Ende. Dann holte ihn seine Lebensgefährtin Doris Gloor zu sich. Jetzt planen die beiden ins Piemont auszuwandern.
    Das Auswandern wurde Hugo Lüthi wortwörtlich in die Wiege gelegt. Schon seine Eltern wanderten Ende der 60er-Jahre mit der Familie nach Spanien aus. Hugo Lüthi lernte als kleiner Junge rasch die spanische Kultur kennen. Obwohl seine Eltern nur kurze Zeit in Spanien lebten, war der gelernte Maschinenzeichner angetan vom mediterranen Land und den Leuten: «Seither hatte ich immer den Drang wieder nach Spanien zurück zu kehren.» Auf Mallorca fühlte sich Hugo Lüthi besonders wohl. Der 62-Jährige arbeitete mehrere Jahre in der Hotellerie und Gastronomie in der Ortschaft Cala d'Or. Bis er seine grosse Liebe Doris kennen lernte. Nun wird künftig die italienische Flagge gehisst.
    Von Mallorca ins Piemont
    Die Koffer sind gepackt für eine neue Traumdestination. Hugo Lüthi und Doris Gloor besitzen ein Haus in der piemontesischen Ortschaft Montabone, nicht unweit von Asti. Ihr Haus steht inmitten von Rebbergen, sagt Hugo Lüthi: «Meine Partnerin hat das Haus geerbt. Statt nur paar Monate dort zu verbringen, haben wir uns entschlossen, für immer dort zu leben. Es ist ein kleines Paradies, ein Ort der Ruhe.»
    14 min
  • Robert Pfister führt ein bescheidenes Leben reich an Kultur
    Der Berner Robert Pfister lebt seit rund zwei Jahren in Isaan, im nordöstlichen Teil Thailands. Isaan grenzt an Laos und Kambodscha und gehört zu den ärmsten Gegenden des Landes. Es gilt als Kornspeicher Thailands. Auf den Reisfeldern packt der ehemalige Informatiker tatkräftig mit an.
    Auf einer Rundreise quer durch Thailand verliebte sich Robert Pfister nicht nur in das einzigartige Land, sondern auch in seine künftige Frau. 2016 lernte er Sukunia kennen. Sie stammt aus Isaan, nordöstlich von Thailand. Eigentlich wollten die beiden ein gemeinsames Leben in der Schweiz starten. Doch die Behörden zogen ihm einen Strich durch die Rechnung: «Leider bekam meine Frau kein Visum, also entschloss ich, ohne lange zu zögern, in ihre Heimat auszuwandern.» Bereut hat er den Schritt nicht, im Gegenteil: «Hier im Norden Thailands kann ich komplett entschleunigen, im Gegensatz zu meinem Leben in der Schweiz.» Die meisten Menschen in Isan sind Reisbauern, so auch die Eltern seiner Frau. 
    «Hier dauert alles halt etwas länger»
    Robert Pfister wohnt im Moment noch bei seinen Schwiegereltern, da das gemeinsame Haus immer noch nicht bezugsbereit ist. Es sei eine Notlösung, so der 62-Järhige: «Geduld ist das Schwerste aber Einzige was sich zu lernen lohnt. Ich fühle mich sehr aufgenommen bei der Familie.» Robert Pfister nimmt es gelassen: «Wenn man auswandert, muss man die fremde Kultur mit Haut und Haaren leben.» Robert Pfister spricht mittlerweile auch etwas thailändisch.
    19 min
  • Ein super Team: Barbara Marty mit Töchtern Jana und Lena
    Ausbrechen und etwas Neues anfangen. Dieser Wunsch ging für Barbara Marty aus Rifferswil (ZH) in Erfüllung. Seit fünfzehn Jahren lebt die zweifache Mutter in Brasilien. Die Tierärztin führt eine eigene Tierklinik in Ipeúna, eine Ortschaft im Landesinneren von São Paulo.
    Barbara Marty kommt aus einer Arztfamilie und arbeitete viele Jahre als Krankenschwester im Spital. Irgendwann kam jedoch die Krise, sagt die 45-Jährige: «Die Arbeit gefiel mir nicht mehr und ich wollte mich neu orientieren.» In der Tat passierte dies ganz rasch. Im Ausgang lernte sie ihre künftige Lebenspartnerin aus Brasilien kennen. Eine Schweizerin, deren Familie ursprünglich nach Brasilien ausgewandert ist.
    Auf und davon
    Kurzerhand packte Barbara Marty ihre Koffer und folgte der Liebe. Heute gehen die beiden zwar getrennte Wege, aber sind immer noch eng befreundet. Vor dreizehn kamen nämlich die Zwillinge Jana und Lena zur Welt: «Wir sind eine coole Patchworkfamilie.»
    Traumberuf Tierärztin
    Barbara Marty hat die ersten Jahre in Brasilien Tiermedizin studiert. Das Studium sei eine wahre Herausforderung gewesen: «Ich konnte kaum portugiesisch und es war für mich eine harte Zeit.» Das Durchbeissen hat sich aber gelohnt. Heute führt sie eine eigene Tierarztklinik in Ipeúna: «Hier auf dem Land behandeln wir alle Arten von Tieren: Kühe, Pferde, Hunde oder Katzen, bis hin zu Kanarienvögeln.» Langweilig wird es Barbara Marty nie!
    16 min
  • Martin Zemp hat schon vielerorts gelebt
    Martin Zemp ist in Sachen Auswanderern ein wahrer Experte. Erste Station war Holland, dann ging es für zehn Jahre nach Asien. Vor drei Jahren ist die Familie wieder nach Utrecht, im Herzen der Niederlanden zurück gekehrt.
    Martin Zemp ist im luzernischen Dagmersellen aufgewachsen. Lange Zeit arbeitete er erfolgreich bei einer Bank. Doch der Wunsch auszuwandern, war stärker. Heute lebt er mit seiner Familie in der Universitätsstadt Utrecht und ist CEO der Finanzen bei einer holländischen Firma. Die Sprache zu lernen, sei für ihn eine kleine Herausforderung gewesen: «Verstehen geht schnell, aber reden viel langsamer und die Holländer sind sehr ungeduldig.»
    «In Asien führten wir ein typisches Expat Leben»
    Manchmal vermisst Martin Zemp die Zeit in Asien, gibt er zu: «Als Expat führt man in Asien ein tolles Leben. An den Wochenenden fuhren wir oft spontan auf eine der vielen Inseln.» Trotzdem ist er froh, wieder in Europa und auch näher zu seiner Heimat Schweiz zu sein: «Es war mir wichtig, dass die Kinder in Europa zur Schule gehen.»
    15 min
  • Ueli Morgenthaler: «Es herrschen Zustände wie in Nordkorea»
    Ueli Morgenthaler kennt Burma wie seine Westentasche. Schon in jungen Jahren bereiste er das Land regelmässig. Seit paar Jahren führt er dort seine eigene Ferien Lodge am Bay of Bengal. Durch den Militärputsch steht alles still und der 57-Jährige schaut in eine ungewisse Zukunft.
    Ueli Morgenthaler hat sich vor einigen Jahren seinen Traum erfüllt und ist stolzer Besitzer einer Eco Lodge direkt am Strand von Burma. Das Ferien Resort hat er mit viel Herzblut und nach traditioneller burmesischer Bauweise realisiert.
    Allerdings bleiben seit längerem die Gäste aus. Die Situation in Myanmar, dem ehemaligen Burma, spitzt sich von Tag zu Tag zu: «Immer mehr Menschen protestieren gegen das Militärregime und gehen auf die Strasse.»
    «Ich habe immer noch Hoffnung»
    Auch wenn in Burma Ausnahmezustand herrscht, versucht Ueli Morgenthaler positiv zu denken: «Ich lebe von Tag zu Tag. Notfalls schliesse ich die Lodge vorübergehend und kehre in die Schweiz zurück.»
    Vor kurzem lebten noch über hundert Schweizerinnen und Schweizer in Burma. Heute sind es mit Ueli Morgenthaler noch gerade mal sieben Auslandschweizer, die an die Zukunft von Burma glauben.
    19 min
  • Monika Rudin-Burgess – Mit Islandpferden auf Shetland
    In Grossbritannien und auf den Shetland Inseln gibt es gerade mal tausend Islandpferde. Monika Rudin-Burgess hat zwei davon. Sie lebt mit ihrem Mann Peter auf der Hauptinsel «Mainland» und sagt: «Die Isländer haben einen besonderen und wilden Spirit, genau wie die wilde Natur der Shetland Inseln!»
    Monika Rudin-Burgess liebt die raue Natur und das stürmische Wetter der Shetland Inseln. Bevor sie vor zwei Jahren hierherkam, lebte sie mit der Familie in der Grafschaft Cornwall in England.
    Die gelernte Apothekerin hat sich in Schottland nun ihren Traum erfüllt. Mittlerweile gehören zwei Shetland Ponys und zwei Islandpferde zur Familie: «Die Shetland Inseln sind sehr ähnlich wie Island. Das war auch der Grund, warum wir hierhergezogen sind.»
    «Die Shetlander sind ein cooles Volk»
    Shetland gehört zwar zu Schottland. Die Bewohner aber, fühlen sich durch ihre skandinavischen Wurzeln unabhängig, sagt Monika Rudin-Burgess: «Sie sind sehr stolz auf ihre Geschichte und haben auch ihre eigene Sprache.»
    Monika Rudin-Burgess mag die offene und warmherzige Art der Inselbewohner: «Hier verschliesst niemand die Haustür oder das Auto. Auf den Shetland Inseln gibt es keine Kriminalität.»
    17 min
  • Ophelia Stähelin: «Freundschaften in London sind schnell lebig!»
    Ophelia Stähelin brauchte eine Veränderung im Leben und zog vor vier Jahren in die Millionenmetropole London. Dort startete die kaufmännische Angestellte ein Praktikum in einem Hotel. Heute arbeitet die 24-Jährige aus Rickenbach (LU) als Assistentin eines Software-Startups.
    Ophelia Stähelin musste sich an das multikulturelle Leben der pulsierenden Stadt anfänglich gewöhnen: «Man lernt Freunde aus aller Welt kennen, die dann leider oft nur für kurze Zeit bleiben und wieder in ihre Heimat zurückkehren.» Trotzdem ist sie fasziniert von der Vielseitigkeit, die diese Stadt bietet.
    WG-Leben in Waterloo
    Ophelia Stähelin hat sich gut in London eingelebt. Mit ihrem Freund und einer Freundin wohnt sie im Stadtteil Waterloo, nahe der bekannten Waterloo Bridge. An den Lockdown, der seit Januar gilt, hat sich Ophelia längst gewöhnt: «Letztes Jahr war es schlimmer. Jetzt sind wenigstens die Coffeeshops und Takeaways offen. Ich bin regelmässig zu Fuss unterwegs, das ist meine Fitness hier.»
    14 min
  • Der Boss hat Christoph Stalder in die Wüste geschickt
    Christoph Stalder lebt mit seiner Familie in Dubai, in den Arabischen Emiraten. Wo früher nur Sand war, stehen heute riesige Wolkenkratzer. Der 39-Jährige ist beeindruckt von der Wüstenstadt: «Dubai ist in kurzer Zeit rasant gewachsen. Der neue Stadtteil ist so gross wie New York.»
    Durch seinen Arbeitgeber hatte Christoph Stalder die Möglichkeit, für einige Jahre in Dubai zu arbeiten. Bald zieht der Experte für Möbeldesign wieder nach Europa zurück. Nach Schweden – Heimat der bekannten Möbelfirma.
    Von der Hitze in die Kälte
    Im März heisst es für die Familie Stalder Abschied nehmen von der berühmten Wüstenstadt Dubai. Dann wird künftig Älmhult in Schweden ihr neues Zuhause sein. Älmhult ist eine industriell geprägte Kleinstadt in Schweden. Christoph Stalder freut sich auf die neue Umgebung: «Es ist schön, wieder Blick ins Grüne zu haben.»
    17 min
  • Mathias Spirig mit einem Fuss in der Schweiz
    Es muss nicht immer weit weg von zu Hause sein. Mathias Spirig lebt in Dornbirn im österreichischen Vorarlberg. Nur paar Kilometer von seinem Elternhaus in Diepoldsau (SG). Der Rheintaler ist seit kurzem stolzer Papa: «Plötzlich Vater zu sein, ist ein unglaubliches Gefühl.»
    Mathias Spirig ist IT-Spezialist und pendelt zwischen Dornbirn (A) und St. Gallen. Jetzt in der Pandemie arbeitet der 41-Jährige von zu Hause aus. Das Home-Office kommt ihm gelegen. Kürzlich gab es nämlich Zuwachs im Hause Spirig. Sohn Laurin ist drei Monate alt. Dass sich sein Leben um 180 Grad dreht, wollte der Weltenbummler zunächst nicht glauben: «Durch die Geburt meines Sohnes besinnt man sich auf andere Werte zurück.»
    Vorarlberger sind anders als die Österreicher
    Mathias Spirig schätzt die offene und herzliche Art der Vorarlberger: «Eine Besonderheit an Vorarlberg ist, dass man grundsätzlich per Du ist.» Sogar auf dem Amt oder beim Arzt duzt man sich: «Für einen höflichen Schweizer ist das zu Beginn etwas befremdlich aber sehr sympathisch!»
    15 min

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