Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Daniela Berlinger und Tochter Nicole im paradiesischen Chile
    Vor über dreissig Jahren ging Daniela Berlinger auf eine abenteuerliche Reise. Mit Pferd und Kutsche quer durch Südamerika. Endstation war Puerto Montt im Süden von Chile. Heute lebt sie in der idyllischen Hafenstadt.
    Daniela Berlinger hat im Süden von Chile ihr Glück auf Erden gefunden. Viele Jahre führte sie mit ihrem damaligen Mann einen Hotel- und Restaurantbetrieb auf Chiloé, der zweitgrössten Insel im Süden Chiles. Vor zwei Jahren vermietete sie das Anwesen und lebt seitdem wieder auf dem Festland in Puerto Montt. Den stressfreien Alltag geniesst die ehemalige Gastronomin in vollen Zügen: «Endlich bin ich wieder Mama durch und durch und bekoche meinen Partner und meine Tochter!» Daniela Berlinger hat zwei erwachsene Töchter. Die jüngere Tochter Nicole lebt ebenso in der Hafenstadt.
    Musik ist wichtig im Hause «Berlinger»
    Tochter Nicole lebt für die Musik. Das Talent hat sich in Chile einen Namen gemacht. Als «Sol Berlinger» verzaubert sie mit ihren lateinamerikanischen Balladen die Herzen der Fans. Daniela Berlinger ist stolz auf ihre Tochter: «Sie singt mit Leidenschaft und hat das Zeug dazu.»
    17 min
  • Bruno Humbel – Wissenschaftler und Karatemeister in Japan
    Bruno Humbel ist von Japan fasziniert. Heute lebt und arbeitet der Wissenschaftler auf der Insel Okinawa. Die japanische Kampfkunst hat es ihm besonders angetan. Mittlerweile hat er den schwarzen Gürtel in Karate: «Seit ich japanische Kampfsportarten ausübe, bin ich innerlich viel ruhiger geworden.»
    Bruno Humbel lebt seit zwei Jahren im Dorf Yomitan, der japanischen Präfektur von Okinawa. Der Wissenschaftler arbeitet an einem Institut und ist spezialisiert auf Elektronen-Mikroskopie. Mit seinem Team forscht er an aussergewöhnlichen Bakterien. Es sind Wasserbakterien, die aussehen wie ein Korkenzieher, sagt der 64-Jährige: «Wenn sie unter die Haut gehen, greifen sie die Organe an. Wir forschen, wie man das verhindern kann.»
    Japanische Kampfkunst
    Seit über zwanzig Jahren gehören japanische Kampfsportarten zu seinem Leben. Bruno Humbel trainiert mehrere Male in der Woche und unterrichtet auch selbst: «Es ist ein unglaublich effizientes Training und weckt Körper und Geist.»
    19 min
  • Christoph Weber hat seine Trauminsel gefunden
    Christoph Weber lebt in Manila auf den Philippinen. Sein Reisebüro ist weltweit bekannt für traumhafte und spezielle Ferien auf den Philippinen. Als die Pandemie die Reisebranche lahmgelegt hat, kam dem 37-Jährigen die zündende Idee. Er hilft gestrandeten Touristen, wieder nach Hause zu fliegen.
    Wer für die Reisebranche arbeitet sieht viel von der Welt. Christoph Weber war auf einigen Kontinenten unterwegs. Auf den Philippinen hat er sich vor paar Jahren niedergelassen und führt sein eigenes kleines und persönliches Reisebüro. Jetzt wo die Tourismusbranche still steht, hat der Zürcher aus der Not eine Tugend gemacht. Er hat sich auf Touristen spezialisiert, die durch Corona in Not geraten sind.
    Engen Kontakt mit den Behörden 
    Durch die strengen Massnahmen der Regierung, ist es für viele Touristen momentan nicht einfach, wieder nach Hause zu reisen, sagt Christoph Weber: «Es ist schwierig, wenn sie von einer Insel kommen, wo man zuerst eine Inlandreise machen muss.» Dazu brauche es zusätzliche Ausreisegenehmigungen: «Erst wenn man alle Papiere hat, inklusive medizinischen Tests, kann man ausreisen.» Christoph Weber organisiert alles von A bis Z und steht auch in engen Kontakt mit Botschaften und den lokalen Behörden.
    14 min
  • Maria Riccarda Wesseling erobert mit ihrer Stimme die Welt
    Die Bündner Mezzosopranistin lebt normalerweise nur gerade drei Monate im Jahr in ihrer Wahlheimat Holland. Sonst ist sie auf den grossen Bühnen der Welt zu Hause. Seit März ist jedoch alles weggebrochen, sagt die 51-Jährige: «Aktuell würde ich für ein Basler Projekt Regie führen.»
    Maria Riccarda Wesseling lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Amsterdam. Ein normaler Alltag ist selten bei der sonst viel beschäftigen Mezzosopranistin.
    Umso mehr, geniesst die Bündnerin jetzt die gemeinsame Zeit mit ihrer Familie. Ihr Mann Onno ist ein holländischer Schriftsteller. Tochter Maura studiert Kunstgeschichte und Theaterwissenschaften. Auch sie möchte eines Tages, in die Fussstapfen ihrer Mutter treten.
    Maria Riccarda Wesseling ist stolz: «Bei uns in der Familie wurde schon immer gesungen und alle schwatzen wild durcheinander!»
    Zur rechten Zeit am rechten Ort
    Ihren Durchbruch als international gefragte Opernsängerin hatte Maria Riccarda Wesseling 2006 an der Oper in Paris. Aus Jux ging sie für eine Hauptrolle vorsingen. Zunächst wurde sie als Zweitbesetzung engagiert.
    Am Tag der Premiere kriegte sie den Anruf, der ihr Leben verändert hat. Die Hauptdarstellerin war krank und sie musste einspringen. Zeit, um nervös zu werden, blieb ihr nicht. Der Weg war geebnet für die grosse Opernkarriere.
    15 min
  • Gabriele Mazzi vom Geschäftsmann zum Hindu-Mönch
    Gabriele Mazzi hat sich für ein bescheidenes Leben im Ashram entschieden. Der ehemalige Geschäftsmann aus Locarno (TI) ist heute Hindu-Mönch: «Der Leistungsdruck in der Schweiz hat mich nicht mehr motiviert. Ich wurde Sklave meines eigenen Erfolges.»
    Gabriele Mazzi wuchs in Locarno auf. Schon als junger Mann fühlte er sich stark zum Hinduismus hingezogen. Er reiste oft nach Indien, um zu meditieren und sich mit der hinduistischen Lehre auseinander zu setzen.
    Der gelernte Lebensmittelingenieur war zuvor ein erfolgreicher Unternehmer im Bio-Lebensmittelbereich. Vor sieben Jahren gab er alles auf und zog in den Ashram seines spirituellen Meisters nach Heidenrod-Springen in Deutschland.
    «Ich erfüllte mir meinen grössten Traum»
    Mönch zu werden, war sein grösster Wunsch, sagt der heute 54-Jährige: «Ich bin aus der katholischen Kirche ausgetreten, weil mir da viele Fragen des Lebens nicht beantwortet wurden. Hier im Ashram finde ich Antworten».
    Dass er sein reiches Leben gegen ein Bescheidenes eingetauscht hat, bereut er nicht: «Im Gegenteil, ich bin innerlich reicher geworden und bei mir angekommen. Hinduismus ist eine Kultur, in die ich hineingewachsen bin.»
    20 min
  • Familie Herzog betreibt eine Bio-Hühnerfarm im Osten Russlands
    Marianne und Matthias Herzog lernten sich bei einer christlichen Organisation in Wladiwostok kennen. Seit drei Jahren lebt die Familie im Poltavka, nur wenige Kilometer von der chinesischen Grenze entfernt. An die extremen Minustemperaturen im Winter haben sie sich längst gewöhnt.
    Rund drei Autostunden von Wladiwostok entfernt liegt das kleine Dorf Poltavka. Nur noch vierhundert Menschen leben dort. Zwei Dorfläden sind die einzige Attraktion in der ländlichen Idylle. Früher habe es hier eine staatliche Kolchose gegeben, sagt Marianne Herzog: «Nach der Schliessung sind viele in die grösseren Städte gezogen. Hier gibt es kaum Arbeit.»
    «Sofort Feuer und Flamme von der Idee!»
    Trotzdem reizte es die Familie in diese Gegend zu ziehen, sagt Marianne Herzog: «Freunde erzählten uns von der Möglichkeit, in Poltavka einen Bauernhof zu übernehmen. Wir waren sofort Feuer und Flamme von der Idee!»
    Englischlehrerin mit Herzblut
    Marianne Herzog unterrichtet Englisch an der örtlichen Schule. Ihre grösste Klasse besteht aus sechs Schülerinnen und Schülern. «Die kleinste Klasse hat gerade mal zwei Kinder. Viele von ihnen haben ein schwieriges Zuhause», sagt sie.
    Glückliche Hühner
    Matthias und Marianne Herzog haben sich mit ihrer Bio-Hühnerfarm in der Umgebung einen Namen gemacht. Im Sommer gackern 600 Hühner auf dem Areal. «Sie haben ein glückliches Leben, bevor sie geschlachtet werden», sagt Marianne Herzog. Auch zwei Kühe gehören zum Hof. Nächstes Jahr will die Familie mit der Käseproduktion beginnen. «Wir kaufen noch mehr Kühe, um genügend Käse zu produzieren.»
    13 min
  • Rainer Hasler hat sich in Chiang Mai seinen Traum erfüllt
    Rainer Hasler ist fasziniert von Asien. Der Funken sprang über, als er als kleiner Junge ein Fotoband über Nepal geschenkt kriegte. Heute lebt der pensionierte Primarlehrer in Chiang Mai, ganz im Norden Thailands.
    Rainer Hasler erfüllte sich vor fünf Jahren seinen lang ersehnten Traum. Er wanderte nach Thailand aus. Mit seiner thailändischen Frau lebt der 70-Jährige heute ausserhalb von Chiang Mai.
    Kunstvolle Tempel
    Die Stadt liegt im bergigen Norden Thailands und ist bekannt für seine kunstvollen buddhistischen Tempel: «Ich bin fasziniert von der Kultur und den Menschen hier.»
    Viel Zeit in der Werkstatt
    Auf dem kleinen Grundstück der Familie hat sich Rainer Hasler auch eine Werkstatt gebaut. Sich als Pensionierter zur Ruhe zu setzen, das käme nie in Frage: «Ich verbringe viel Zeit in der Werkstatt und habe immer was zu hämmern.»
    17 min
  • Vom Banker zum Tierschützer - Urs Büchler rettet Wildtiere in Bolivien
    Urs Büchlers Auswanderergeschichte ist abenteuerlich. Vor fünfzehn Jahren entschied sich der erfolgreiche Anlageberater für ein bescheidenes Leben im tropischen Unterland von Bolivien. Er baute eine Auffangstation und rettet seither bedrängte Wildtiere.
    Urs Büchler lebt mit Wildkatzen, Schildkröten, Papageien, Nasenbären und achtzig Affen unter einem Dach. Der ehemalige Banker befreit Wildtiere aus illegaler Haltung und Tierschmuggel. In seiner Auffangstation bekommen die Tiere eine artgerechte Haltung, sagt der 70-Jährige: «Es ist sozusagen ein Gnadenhof für Wildtiere. Einige von ihnen können aber wieder ausgewildert werden.» Auch Wildschweine und Pumas tummeln sich auf der Farm.
    Ein Leben für die Tierliebe
    Das Areal befindet sich ausserhalb von Santa Cruz. Eine Strasse dorthin gibt es nicht. Nicht einmal einen Strassennamen, geschweige denn eine Hausnummer hat sein Anwesen. Das luxuriöse Leben vermisst der St. Galler nicht: «Mir wurde es schlicht zu eng in der Schweiz und ich wollte was Sinnvolles in meinem Leben machen.» Langweilig wird es dem Thurgauer nie. Täglich versorgt und pflegt er mit seinen Mitarbeitern über 350 Tiere. Um seinen Kaffee am Morgen in Ruhe geniessen zu können, hat er sich eigens einen Käfig gebaut: «Die Affen sind handzahm und stibitzen alles Essbares. Manchmal auch meine Kaffeetasse.»
    16 min
  • Sabine Huber ist eine waschechte «Kiwi»
    Etwas hat Sabine Huber von den Neuseeländern in all den Jahren gelernt: Gelassenheit. Seit vierzig Jahren lebt sie mit ihrer Familie in Auckland, auf der Nordinsel Neuseelands. Die «Kiwis» sind freundliche und bodenständige Leute, sagt die 64-Jährige: «Man kommt rasch mit ihnen ins Gespräch.»
    Zwei grosse Hauptinseln, eine mittelgrosse und einige kleine Insel am Ende der Welt. Das ist das atemberaubende Neuseeland. Die Naturvielfalt der Inseln ist ein Magnet für Touristen aus aller Welt.
    Sabine Huber lebt mit ihrer Familie am Stadtrand von Auckland. Das subtropische Klima gefällt der Aargauerin: «Im Gegensatz zu Australien gibt es hier keine giftigen Schlangen und Spinnen.» Sabine Huber arbeitet als Spieltherapeutin in einem Kinderspital.
    Neuseeland mit dem VW Bus entdeckt
    Vor vierzig Jahren setzten sich Sabine Huber und ihr Mann nach ihrer Hochzeit in den VW Bus und bereiste die Welt. Kaum In Neuseeland angekommen, haben sie ihr Herz an die Insel verloren: «Uns war klar, hier wollen wir leben.» Das Paar hat drei erwachsene Töchter und sind stolze Grosseltern von zehn Enkelkindern.
    14 min
  • Gabriela Feierabend: «In Südamerika fühle ich mich pudelwohl»
    Es ist die Herzensart der Menschen und die lateinamerikanische Kultur, die Gabriela Feierabend vor elf Jahren nach Santiago de Chile gelockt haben. Beruflich hatte sie das Glück, in der pulsierenden Hauptstadt Karriere zu machen. Sie ist Finanzchefin eines internationalen Versicherungsmaklers. 
    Auch wenn die Tage im Büro lang sind, das Familienleben steht für Gabriela Feierabend an oberster Stelle. Ihr gemeinsamer Sohn Yannick Noel besucht in Santiago eine Schweizer Schule. Zur Schweiz hat er einen starken Bezug: «Vor der Pandemie war er regelmässig zu Besuch. Am liebsten würde er in der Schweiz leben.»
    «Die Unruhen in Chile haben vieles verändert»
    Gabriela Feierabend fühlt sich wohl in Chile. Doch das Land habe sich seit den Unruhen letzten Oktober gewandelt: «Ich frage mich, was das Land für eine Zukunft hat.» Eine Rückkehr in die Schweiz könnte sie sich gut vorstellen: «Mein Mann und mein Sohn sind begeistert von der Idee.»
    19 min

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