Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Nina Wachter lebt im Reich des Sultans von Oman
    Nina Wachter lebt seit vier Jahren ihren Wüstentraum. Als Kindergärtnerin unterrichtet die 32-Jährige an einer internationalen Schule in Muscat, der Hauptstadt von Oman. «Viele denken, für mich als Frau sei es schwierig hier», sagt sie. «Dabei ist es viel unkomplizierter, als man denkt.»Oman ist ein Staat im Osten der Arabischen Halbinsel. Das Barometer klettert nicht selten auf über fünfzig Grad. Man gewöhne sich daran, sagt Nina Wachter: «Die Klimaanlagen laufen rund um die Uhr. Zu Fuss unterwegs zu sein ist fast unmöglich.»Mehr Wertschätzung für die KindergärtnerinSeit vier Jahren ist Muscat, Omans Hauptstadt, ihr Zuhause. An einer Privatschule unterrichtet die Kindergärtnerin Kleinkinder aus aller Welt. «In der Schweiz werden wir Lehrer oft von den Eltern kritisiert. Hier erlebe ich eine viel grössere Wertschätzung und Respekt», sagt sie über ihren beruflichen Alltag.In der Freizeit fährt die ehemalige Tauchlehrerin mit ihrem englischen Freund oft ans Meer und macht Ausflüge in die zauberhafte Wüstengegend.Kulturelle UnterschiedeFrauen im Oman müssen gewisse Regeln beachten. Knie und Schultern müssen bedeckt sein. Paare dürfen sich in der Öffentlichkeit nicht berühren, geschweige küssen. Aber Nina Wachter relativiert: «Viele denken, für mich als Frau sei es schwierig hier. Dabei ist es viel unkomplizierter, als man denkt.»Wie lange bleibt Nina Wachter noch im Oman?Nina Wachter hat schon in allen Teilen der Welt gelebt. Als Tauchlehrerin hat sie unter anderem in Thailand und Malaysia gearbeitet. Wie lange Sie noch im Oman bleibt, ist unklar: «Ich werde bestimmt wieder auswandern, aber nicht in die Schweiz.»
    10 min
  • Fast schon Wikinger: Familie Feucht auf Island
    Für ihre Diplomarbeit an der Universität in Bern, reiste Christa Maria Feucht nach Island und blieb. Seit zehn Jahren lebt die Geologin zusammen mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Breiðdalsvík,rRund 600 Kilometer von der Hauptstadt Reykjavik entfernt.Das Dorf zählt gerade mal hundertfünfzig Einwohner. Dass jeder jeden kennt, kann schon mal nerven, gibt die 36-Jährige aus Gontenschwil zu.Gemeinsame SacheIn Island gibt es eindrucksvolle Fjorde, kleine Fischerdörfer, Vulkane und Berge. Die Natur ist atemberaubend, sagt Christa Maria Feucht: «Ich halte jeden Felsen, jede Verfärbung des Gesteins fest und dokumentiere so die Landschaft.»Auch ihr Mann ist Geologe. Seit ein paar Jahren führen die beiden das örtliche geologische Zentrum von Breiðdalsvík, welches zugleich auch ein Museum ist.Christa ist der Chef im kleinen Team: «Wenn ich den Chef raushänge, kann das schon mal zu Diskussionen mit meinem Mann führen.» Arbeitet man so eng zusammen, darf der Humor nicht fehlen.Nach all den Jahren in Island kennt die Aargauerin aber auch das Gefühl von Heimweh: «Obwohl die Insel viel Platz bietet, wird es mir manchmal zu eng. Wir überlegen uns ab und zu in die Schweiz zurück zu kehren.»
    14 min
  • Bettina Lori - Leben in Neufundland im Naturschutzgebiet
    «Ich habe nie ans Auswandern gedacht und wollte nie nach Kanada» Bettina Lori muss heute schmunzeln, wenn sie zurück denkt. Heute lebt sie mit ihrem Schweizer Mann und ihrem Labradorhund in einem kleinen Nest an einem wunderschönen Fjord in Neufundland, Kanada.Bettina Lori ist ausgebildete Heilpädagogin und arbeitete früher auch als Journalistin. Beides ist in ihrer neuen Heimat nicht gefragt. Dafür betreibt sie, zusammen mit ihrem Mann, ein Guesthouse mit Restaurant, den «Neddies Harbour Inn». Und seit neustem auch noch ein Café.
    17 min
  • Sarah Sempach: «Unser Paradies in Frankreich»
    Er ist ein veritables Landgut, der Bauernhof mit riesigem Umschwung im französischen Jura, an der Grenze zum Burgund. Dass er heute wie ein Paradies erscheint, hat auch viel mit dem Engagement der Schweizer Familie Sempach aus Mattstetten zu tun.Auswandern als ChanceVor vielen Jahren wurde der Familie Sempach im Thurgauischen der Pachtvertrag ihres Hofes gekündigt. So ntschlossen sie sich zum Auszuwandern. Im Ausland, so sagten sie sich, bekommt man einen Hof mit viel Umschwung noch eher zu einem zahlbaren Preis.Eigentlich war Kanada das Ziel. Die Familie hatte schon das Visum in der Tasche. Aber es kam anders. Nach ein paar Jahren ohne Hof stiessen die Sempachs auf ein Inserat. Es bot einen verlotterten Hof mit viel gutem Umland zum Verkauf an – nicht in Kanada, sondern in der Gemeinde Romange im französischen Jura.«Bonne chance», sagten die Leute nurEs war viel Land von erster Qualität. Das war die eine Seite der Medaille. Die Kehrseite: das riesige Wohnhaus, rund 600 Jahre alt und ziemlich heruntergekommen. Die Leute im Ort hatten Mitleid.Aber es kam gut. Heute, sechzehn Jahre nach dem Start ins Abenteuer, ist das Haus saniert, die Familie integriert. «Wir Schweizer sind den Einheimischen weniger fremd als die Menschen in Paris oder Marseille», sagt Sarah Sempach.Neben Milchwirtschaft und Ackerbau bieten sie auch Gästezimmer an und verkaufen ihre Produkte ab Hof. In ein paar Jahren wird der Sohn den Hof übernehmen.
    18 min
  • Michelle Stark: Reise ins unbekannte Nicaragua
    Ocotal ist eine Stadt im Norden Nicaraguas und seit eineinhalb Jahren die Heimat von Michelle Stark und ihrer Familie. Die Auswanderung war ein Wagnis, gibt die Sozialpädagogin aus Winterthur zu. Bereut hat sie den Schritt ins Ungewisse aber nie.Viele Jahre träumten Michelle Stark und ihr Mann davon, nach Nicaragua auszuwandern, um dort einen Entwicklungseinsatz für eine Hilfsorganisation zu leisten. Sich auf die Socken zu machen war nicht einfach, sagt sie: «Sich von Familie und Freunden zu verabschieden, fiel uns nicht leicht. Und weil wir kleine Kinder haben, stiessen wir auch hie und da auf Unverständnis.» Doch die Abenteuerlust und das Verlangen, anderen Menschen zu helfen, siegten.In Nicaragua muss man umdenkenVieles läuft anders in Ocotal. Zum Beispiel gibt es keine Strassennamen oder Strassennummern. Strom- und Wasserrechnungen werden einfach über die Hausmauer in den Garten geworfen, weiss Michelle Stark aus Erfahrung: «Wenn man jemanden sucht, dann ruft man ‹Buena› über den Gartenhag.»Auch Hausklingeln gibt es nicht. So waren die Starks kurzerhand erfinderisch und bastelten die erste Türklingel in der ganzen Stadt. Zum Vergnügen der einheimischen Schulkinder, die es sich nicht nehmen lassen, immer wieder aus Spass zu klingeln.Den Jugendlichen von Ocotal eine Zukunft bietenAls Sozialpädagogin betreut Michelle Stark Jugendliche mit einer Behinderung. Sie lehrt sie soziale Kompetenz, spricht unter anderem über Gesundheitsthemen und klärt in Sachen Körperhygiene auf: «Die Jugendlichen stammen aus ärmlichen Verhältnissen. Wir versuchen sie aufzuklären, damit sie alleine und trotz Behinderung den Alltag meistern lernen.»
    14 min
  • Einziger Schweizer auf der Insel «Arran» in Schottland
    Auf Arran leben gerade mal rund 5000 Menschen. Bruno Baumgärtner ist der einzige Schweizer auf der Insel. Diese Tatsache hat auch einen Nachteil, verrät er: «Ich habe niemanden mit dem ich Jassen kann!»Die Insel «Isle of Arran» liegt im Westen Schottlands und ist seit einundzwanzig Jahren die Heimat von Bruno Baumgärtner. Er mag die wilde Landschaft mit ihren sagenumwobene Burgen und den langen leeren Stränden.Vor dem Haus von Bruno Baumgärtner in Corriecravie liegt der Atlantik. Im Meer gebadet habe er allerdings noch nie, gesteht der 72-Jährige: «Das Wasser ist viel zu kalt! Und die Klippe vor meinem Haus ist zu steil, um hinab zu steigen.»Bruno Baumgärtner lebt mit seiner Frau in einem typischen schottischen Cottagehouse. Um den Bus zu kriegen hält man vor seiner Haustüre einfach den Daumen hoch: «Corriecravie besteht aus paar wenigen Häusern, darum gibt es keine Bushaltestelle.»Vom Werber zum GastronomIn der Schweiz war er erfolgreicher Werber und Marketingchef. Auf «Arran» führte er bis zu seiner Pensionierung vor ein paar Jahren ein traditionelles schottisches Gästehaus. Es sei anfänglich schon eine Umstellung gewesen, den Gästen morgens Kaffee zu servieren: «Mit der englischen Frühstückskultur, fette Würstchen und Speck, konnte ich mich nie anfreunden.» Bruno Baumgärtner war der erste auf der Insel, der das klassische «Schweizer Zmorge» einführte: Müsli, Käse und Butterbrot mit Konfitüre.
    13 min
  • Auslandschweizer bietet Auswander-Hilfe
    Raphael Bättig ist ein Profi in Sachen auswandern: Er war schon in Brasilien und Mexico. Seit zwei Jahren lebt er mit seiner Familie in Santiago de Chile. Als Manager einer internationalen Firma, sorgt er für den reibungslosen Umzug von Leuten, die von der Firma ins Ausland geschickt werden.Die Mitarbeiter von Raphael Bättig organisieren den ganzen Umzug für die Auswanderer und deren Familien: «Sie suchen ein Haus, besorgen die Aufenthaltsbewilligung und finden die richtige Schule für die Kinder. Wir haben tiefen Einblick in die Privatsphäre», erzählt er. Auch interkulturelles Training sei wichtig: Viele hätten zunächst einmal einen Kulturschock und seien dankbar, wenn sie eine schützende Hand an ihrer Seite hätten.Zwischen Berge und MeerSantiago ist die Hauptstadt von Chile und liegt in einem Talkessel am Fluss Rio Mapocho. Umgeben von Bergen und Meer bietet die Gegend viele Ausflugsmöglichkeiten, sagt der 40-Jährige aus Effretikon (ZH): «Man glaubt es kaum, aber die sechs Millionenstadt hat viele Parks und unzählige Fahrradwege», sagt er.Gerade ist Raphael Bättig stolzer Papa eines Sohnes geworden: «Meine Frau spricht Spanisch mit ihm. Ich rede Schweizerdeutsch beim Wickeln.»
    17 min
  • Wie Suzanne Wolf den Politkrimi in Österreich erlebt hat
    Die Bundespräsidenten-Wahl in Österreich hat die Schweizerin Suzanne Wolf zittern lassen: «In den letzten Jahren hat sich ein starker Rechtsdrang entwickelt», sagt sie. Doch der Politkrimi fand ein Happy End, Suzanne Wolf ist zufrieden. Seit 46 Jahren lebt sie schon in Wien.Seit einer Woche führt der Grüne-Politiker Alexander Van der Bellen das höchste Amt in Österreich. Auslandschweizerin Suzanne Wolf hat den Politkrimi hautnah miterlebt. Sie ist erleichtert. Über den Grünen Politiker sagt sie: «Er hat einen gewissen Schmäh, wie man in Wien so schön sagt, sympathisch aber eher ein trockener Typ.»Mit der Politik gross gewordenSuzanne Wolfs Vater war Stadtrat und Stadtammann in St. Gallen. Er sei ein korrekter Politiker gewesen, erinnert sie sich: «Er war ein Sozialdemokrat und immer sehr korrekt.» Die Politiker in Österreich hingegen würden oft Vetternwirtschaft betreiben. Es laufe alles über Beziehungen.Die ehemalige Werbe- und Marketingleiterin ist seit rund zehn Jahren pensioniert. Obwohl sie die Politik sehr interessiert, steht der Genuss des Lebens ganz oben auf der Liste: «Ich geniesse die viele Zeit, die ich habe. Ich singe in einem Chor, lerne italienisch und kümmere mich um Haus und Garten.»
    14 min
  • Jürg Arnet, Ecuador: «Vom Erdbeben sind auch wir betroffen»
    Auswanderergeschichten sind oft Geschichten des Zufalls. Auch bei Jürg Arnet aus Cham spielte der Zufall mit. Ein kirchliches Hilfsprojekt wurde für ihn zum Start ins Leben in Ecuador und er blieb im tropischen Klima hängen.Erdbeben betrifft alleJürg Arnet (57) lebt in der Region Manabi, zwei Autostunden vom Meer entfernt; seit dreissig Jahren, in einer kleinen Siedlung mit nur fünf Häusern. Dort betreibt er ein Gästehaus. Die Idylle an einem kleinen See hat aber vor kurzem Risse bekommen. Grössere und kleinere Erdbeben seit April dieses Jahres machen ihm Sorgen. Zwei der fünf Häuser trugen Schäden davon.Schweizer Hilfsprojekt für EcuadorMit einer Gruppe Freiwilliger war er vor rund dreissig Jahren nach Ecuador aufgebrochen und baute ein Pfarrhaus und eine medizinische Station auf. Danach suchte er sich Arbeit und blieb.Als gelernter Orgelbauer veränderte er sich beruflich mehrmals, war Werkstattchef, Verkaufschef, Bergführer, Akapunkteur und heute betreibt er ein Gästehaus.
    13 min
  • Jürg Arnet, Ecuador: «Vom Erdbeben sind auch wir betroffen»
    Auswanderergeschichten sind oft Geschichten des Zufalls. Auch bei Jürg Arnet aus Cham spielte der Zufall mit. Ein kirchliches Hilfsprojekt wurde für ihn zum Start ins Leben in Ecuador und er blieb im tropischen Klima hängen.Erdbeben betrifft alleJürg Arnet (57) lebt in der Region Manabi, zwei Autostunden vom Meer entfernt; seit dreissig Jahren, in einer kleinen Siedlung mit nur fünf Häusern. Dort betreibt er ein Gästehaus. Die Idylle an einem kleinen See hat aber vor kurzem Risse bekommen. Grössere und kleinere Erdbeben seit April dieses Jahres machen ihm Sorgen. Zwei der fünf Häuser trugen Schäden davon.Schweizer Hilfsprojekt für EcuadorMit einer Gruppe Freiwilliger war er vor rund dreissig Jahren nach Ecuador aufgebrochen und baute ein Pfarrhaus und eine medizinische Station auf. Danach suchte er sich Arbeit und blieb.Als gelernter Orgelbauer veränderte er sich beruflich mehrmals, war Werkstattchef, Verkaufschef, Bergführer, Akapunkteur und heute betreibt er ein Gästehaus.
    16 min

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