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Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
Mit seiner dann doch recht unhöflich geratenen Verbal-Spitze zielte Scholz auf die Verhinderer eines Provisionsdeckels in der Lebensversicherung. Denn während das Bundesfinanzministerium schon lange dafür trommelt, eine Deckelung von Provisionen für kapitalbildende Lebensversicherungen festzuschreiben, stößt das Vorhaben bei Koalitionspartner CDU/CSU und vor allem auch in der FDP auf erheblichen Widerstand. Im Februar ließ das SPD-geführte Ministerium schließlich entnervt von seinem Plan ab – um zugleich trotzig zu versichern: Man sehe hier auch „weiterhin Handlungsbedarf“, „um mögliche Fehlanreize durch überhöhte Provisionen zu vermeiden“.
Dabei ist der Verdacht, dass Versicherungsvermittler „überhöhte Provisonen“ kassierten, ja noch nicht alles. Denn zugleich rückte Scholz vor einem Millionenpublikum die Lobbyarbeit von Versicherern und Versicherungsvermittlern, zur Verhinderung des Deckels, in einen Zusammenhang mit der Masken-Affäre von Unionsabgeordneten. So bedürfe es „sehr harte Regeln“, um solchen „privaten Interessen“, wie Scholz mit Blick auf die Versicherungsbranche erklärte, Einhalt zu gebieten.
Den Vorwurf, dass die Union ein strukturelles Problem beim Umgang mit Korruption habe, wies der CDU-Politiker Thomas de Maizière in der TV-Runde umgehend zurück: „Von einer Partei, die sich nicht distanziert, dass ein ehemaliger Bundeskanzler aus Russland bezahlt wird, lass‘ ich mir sowas nicht sagen. Das muss ich hier mal in aller Härte sagen, auch wenn das jetzt ein wenig unhöflich ist.“
Carsten Brodesser, der als CDU-Rentenexperte im Bundestag und im Finanzausschuss sitzt, erklärte am Montagabend gegenüber Pfefferminzia, dass er den Auftritt von Herrn Scholz ebenfalls gesehen und sich darüber „sehr geärgert“ habe. „Der Bundesminister hat durch seine Bemerkung den Eindruck erweckt, dass alle Parlamentarier, die nicht seiner Meinung sind und marktwirtschaftliche Ideen vertreten, von Lobbyisten gesteuert seien. Ich hätte mir eine differenzierte Darstellung gewünscht“, teilte Brodesser mit. Tatsächlich wäre ein allgemeiner Provisionsdeckel, wie im Gesetzentwurf vorgesehen, nicht angemessen, so der CDU-Politiker weiter. Denn die durchschnittlichen Abschlussprovisionen seien in den vergangenen Jahren gesunken und liegen deutlich unter 4 Prozent der Beitragssumme.
Und auch der FDP-Politiker Frank Schäffler zeigte sich von den Aussagen des Ministers irritiert – und ging in die Gegenoffensive: „Wenn Scholz mit einem Finger auf andere zeigt, dann zeigen mindestens drei auf ihn zurück“, teilte er Pfefferminzia mit. Und weiter: Wenn die Bafin ihre Arbeit machen würde, dann hätte sie das Provisionstreiben bei den Restschuldversicherungen längst unterbunden. Paragraf 48a des Versicherungsaufsichtgesetzes ermögliche der Behörde das längst. „Jedoch schläft die Bafin vor sich hin und hat bislang nie eingegriffen, obwohl teilweise Provisionen von über 70 Prozent bezahlt wurden. Es gibt hier kein Gesetzesdefizit, sondern ein Vollzugsdefizit.“ Nun, diese Verbal-Scharmützel zeigen uns vor allem eines: Der Wahlkampf ist eröffnet.
Der Vertriebstipp
In eigener Sache
Am 28. April geht es los mit einem spannenden Programm rund um die Gewerbeversicherung. Kostprobe gefällig? Als Keynote wird Ihnen RTL-Versicherungsdetektiv Timo Heitmann erklären, wie man Lügengeschichten erkennt. Rechtsanwalt Stephan Michaelis geht auf die aktuelle Rechtslage bei der Betriebsschließungsversicherung ein und Makler und Handwerker-Spezi Rainer Schamberger berichtet, wie man Gewerbekunden am besten anspricht.
Weiterbildungszeit erhalten Sie natürlich auch. Und dank unserer Co-Gastgeber Andsafe, Inter, Signal Iduna und Zurich ist die digitale Veranstaltung für Sie wieder kostenlos.
Die News der Woche, Teil 2
Das ist das Ergebnis einer aktuellen Studie des Wissenschaftlichen Instituts der PKV – kurz WIP. Je nach Szenario steigen danach die Beitragssätze bis zum Jahr 2030 von heute 14,6 Prozent auf 15,5 bis 20,6 Prozent. Für 2040 sagen die Forscher sogar 16,7 bis 28 Prozent voraus.
Um dieser Beitragsexplosion entgegenzuwirken, müsste sich der Bundeszuschuss bis 2030 mindestens auf 30 Milliarden Euro im Jahr verdoppeln, hat das WIP errechnet. Allerdings geht dieses Modell noch davon aus, dass die Einnahme- und Ausgabesituation der Kassen stabil bleibt – was angesichts der Entwicklungen in der Vergangenheit äußerst unwahrscheinlich sei.
Steigen Einnahmen und Ausgaben wie im Schnitt der vergangenen 20 Jahre, dann würden 2030 schon rund 83 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt gebraucht, um die Beiträge stabil zu halten. Anlässlich dieser Berechnungen erklärt Florian Reuther, Direktor des PKV-Verbands: „Höhere Bundeszuschüsse würden die Finanzprobleme der GKV nicht lösen, sondern nur verstecken. Die Steuerzahler werden zusätzlich belastet und die Gesundheitsversorgung gerät in Abhängigkeit des Finanzministers.“ Es drohe eine Gesundheit nach Kassenlage, kritisiert der Verband weiter – in Konkurrenz zu anderen wichtigen Zielen wie Klimaschutz oder Digitalisierung.
Das Schwerpunktthema
Und schon sind wir am Ende von Folge 34 unseres Podcasts. Wenn noch nicht geschehen, dann abonnieren Sie ihn doch gleich mal auf eine der gängigen Podcast-Plattformen.
Ansonsten hören wir uns kommende Woche wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
Nun muss sich das Unternehmen allerdings vorhalten lassen, womöglich selbst zur Verunsicherung der Menschen beizutragen. Wie Pfefferminzia aus Kreisen erfuhr, soll ein DVAG-Direktionsleiter in einer internen Facebook-Gruppe dazu aufgerufen haben, auf dem Online-Bewertungsportal Trustpilot doch bitte mal ein paar lobende Worte für den exklusiven Produktpartner Generali Versicherungen zu hinterlassen. Der Appell an die eingeschworene Gemeinschaft der Vermögensberater sollte der neuen Image-Kampagne gewissermaßen Rückenwind verleihen.
Na, ob das so eine gute Idee war? Tatsächlich fällt auf, dass die 5-Sterne-Bewertungen für die Generali Versicherungen in der vergangenen Woche sprunghaft in die Höhe schossen. „Sehr zufrieden. Schnelle Abwicklung und super Beratung“, steht da etwa in einem Eintrag vom 8. März zu lesen. Diese Aussage wird ein Kunde gemacht haben, dürfte sich der uninformierte Nutzer denken. Doch dem ist nicht so. Eine kurze Google-Recherche des Rezensenten führt rasch auf die Website eines Vermögensberaters. „Ich bin langjähriger Kunde bei der Generali, ich bin sehr zufrieden mit dem Service und der Schadenabwicklung“, lautet ein anderer Eintrag von vor wenigen Tagen. Auch hier führt der Name des Urteilsgebers zügig zu einer regionalen DVAG-Niederlassung. Und diese Aufzählung ließe sich munter fortsetzen.
Dabei verbietet Trustpilot solch ein Vorgehen ausdrücklich: „Sie können keine Bewertung abgeben, wenn Sie in einer besonderen Beziehung zu dem Unternehmen stehen, das Sie bewerten möchten“, heißt es in den „Richtlinien für Bewerter“. Und eine „enge“ oder „besondere“ Verbindung im Verhältnis von DVAG und Generali dürfte wahrlich nicht wegzudiskutieren sein, denn der Generali Konzern übertrug seinen gesamten Exklusiv-Vertrieb im Jahr 2018 an die Deutsche Vermögensberatung. Aus dieser „weiteren Intensivierung der Kooperation“, wie es damals hieß, wurden aus über 2.500 ehemaligen Generali-Vertretern neue hauptberufliche Vermögensberater, die seither ausschließlich Generali-Produkte verkaufen.
Natürlich hatte Pfefferminzia sowohl bei der DVAG als auch bei der Generali Deutschland um eine Stellungnahme zu dieser vermeintlichen Schummel-Aktion gebeten. Eine DVAG-Sprecherin teilte uns am Dienstag schriftlich und kurz angebunden mit, dass der Vorwurf offenbar zutraf: „Bei dem von Ihnen angesprochenen Vorgang handelt es sich um eine Einzelaktion eines selbstständigen Handelsvertreters, die weder von der Deutschen Vermögensberatung initiiert noch unterstützt wurde.“
Am Donnerstag wurde auch das Nachrichtenportal „Börse Online“ auf die Pfefferminzia-Recherchen aufmerksam und hakte bei der DVAG nach.
Zuvor gab sich ein Sprecher der Generali Deutschland AG gegenüber Pfefferminzia noch reservierter: „Uns ist der von Ihnen beschriebene Vorgang nicht bekannt. Da wir grundsätzlich keinen Einfluss auf Bewertungen auf entsprechenden Portalen nehmen, können wir dies nicht kommentieren.“
Das Kommentieren übernehmen derweil zahlreiche Pfefferminzia-Leser in den sozialen Netzwerken: „Das hat bei denen System“, schreibt ein Nutzer auf unserer Facebook-Seite. „Entweder du schwimmst mit ohne nachzufragen oder du bist nicht normal in deren Augen.“ Ohnehin ist die Häme auf der Plattform groß: 55 mal wurde der PR-Fauxpas bis Donnerstagmorgen mit einem „Haha“-Emoji bewertet. „Das ist einfach nur traurig“ und „Wundert jetzt genau wen?“, lauten weitere Kommentare. Ein anderer ergänzt: „Ich will ja nix sagen, aber das betrifft wohl nicht nur die DVAG“. Aber das wäre eine Geschichte für ein anderes Mal.
Die Kolumne
Die News der Woche, Teil 2
Aber auch das Angebot einer betrieblichen Krankenversicherung hat laut Studie einen nicht geringen Einfluss auf die Attraktivität eines potenziellen Arbeitgebers: Nahezu jeder Zweite stimmte dem im Rahmen der Umfrage zu. Für welche Gesundheitsleistungen interessieren sich Arbeitnehmer dabei konkret? Im Kern sind es vier Leistungsbereiche, die den Menschen besonders wichtig sind: Zahnbehandlungen und Zahnersatz, Sehhilfen, Krankentagegeld und verbesserte ambulante Leistungen. Eine eindeutige Präferenz für eine bestimmte Leistung gebe es nicht, heißt es im Studienpapier.
Die Studie zeigt aber auch: In vielen Bereichen sind die Beschäftigten noch schlecht informiert – etwa bei den Auswirkungen der betrieblichen Absicherung auf Steuern und Sozialabgaben, beim Thema Gesundheitsprüfung oder der Mitnahme beim Arbeitgeberwechsel. „Hier gibt es noch viel für Arbeitgeber und Vermittler zu tun, damit diese Informationslücken geschlossen werden“, so das Fazit von Helmut Hofmeier, Vorstand Kranken- und Lebensversicherung bei der Continentalen.
Das Schwerpunktthema
Und das war Folge 33 unseres Podcasts, liebe Hörerinnen und liebe Hörer. Wir freuen uns, dass Sie dabei waren und hoffen, dass Sie auch nächsten Freitag wieder einschalten.
Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
Konkret geht es um einen Hinweis an Privatkunden, den ein Versicherungsmakler aus München auf seiner Website platziert haben soll. Der Stein – beziehungsweise der Satz – des Anstoßes lautet so: „Wenn Sie demnächst eine Covid-19-Impfung vornehmen lassen wollen und Sie haben Bedenken dahingehend, ob nicht doch Nebenwirkungen auftreten könnten, dann kann eine Unfallversicherung eine wichtige finanzielle Absicherung bieten.“
Für „Focus Online“ ist damit die Geschichte fertig. Sie geht so: „Versicherungsmakler wissen, wie sie den Deutschen in der Corona-Krise noch etwas verkaufen können: Sie spielen mit der Angst der Menschen – und werben neuerdings für Versicherungen gegen Corona-Impfschäden. Verbraucherschützer mahnen, solche Policen nicht abzuschließen“, heißt es im Text.
Hubert Gierhartz, Versicherungsmakler im Ruhestand – der viele Jahre lang auch als Kommentator und Gastautor auf pfefferminzia.de aktiv war – empfindet den „Focus“-Beitrag als unfair: „Es gibt circa 45.000 aktive Versicherungsmakler, denen Sie mit Ihrer Überschrift ein Fehlverhalten vorwerfen“, kommentiert er unter dem Artikel. „Tatsache ist aber auch, dass Impfschäden schon seit Jahren in den guten Unfalltarifen eingeschlossen sind“, so Gierhartz. „Die Versicherer weisen zurzeit ausdrücklich ihre Vertriebspartner darauf hin, dass kein Ausschluss bei Corona-Impfungen gemacht werden. Stellt sich die Frage, warum man damit nicht werben kann?“, empört sich der Makler.
„Welch ein unsinniger Artikel“, ärgert sich ein anderer über den Focus-Bericht auf der Netzwerk-Plattform Xing. „Aktuell sind die Risiken der Impfstoffe durch die Bank immer noch nicht ausreichend getestet und klar“, schreibt er auf Xing weiter. Und merkt an, dass die Hersteller „weitestgehend enthaftet“ seien. „Sollte es somit zu Nebenwirkungen mit Spät- und/oder Dauerfolgen kommen, können mögliche finanzielle Belastungen ausgeglichen werden.“ Allein die Schlagzeile des „Focus“ sei Angstmacherei, findet der Mann. „Bei Versicherungen geht es schlicht nur um die Einschätzung von Risiken. Die Bewertung muss jeder für sich selbst treffen.“
Ein anderer Kommentator auf „Focus Online“ meint allen Ernstes: „Einfach… nicht impfen lassen…dann spart man sich die Versicherung…übrigens auch die Berufsunfähigkeitsversicherung, welche zwar in der Theorie eine tolle Absicherung bietet, in der Praxis aber sehr häufig sich um das Bezahlen drückt.“
Sofern letztere Einlassung nicht doch ironisch gemeint war, zeigt sich daran zumindest dieses: Für Versicherungsmakler bleibt noch viel zu tun, um schiefe, aber zugleich populäre, Ansichten über die ach so bösen Versicherer gerade zu rücken. Und vielleicht titelt „Focus Online“ ja sogar eines fernen Tages „Makler nehmen die Angst der Menschen“. Aber deutlich wahrscheinlicher ist wohl, dass das boulevardlastige Nachrichtenportal aus München lieber über das Comeback des sogenannten Versicherungsvertreters Mehmet Göker berichten wird, über den der NDR dieser Tage eine Enthüllungsgeschichte ausstrahlte. Aber das ist wieder eine ganz andere Geschichte.
Der Rechtstipp
Zu den Vortragsfolien von Hans-Peter Schwintowski geht es hier.
Die News der Woche, Teil 2
Demnach schätzen 38 Prozent der Befragten eine Einkommenssicherung zwar als wichtig ein. Und über 20 Prozent halten es sogar für nicht ausgeschlossen, einmal berufs- oder sogar erwerbsunfähig zu werden. Trotzdem verfügte keiner der Befragten über eine Absicherung des eigenen Einkommens.
Gefragt nach den Gründen für diese Zurückhaltung nannten 36 Prozent die aus ihrer Sicht zu hohen Kosten für eine Einkommensabsicherung. 35 Prozent meinten, sich zu wenig mit Versicherungen gegen den Erwerbsausfall auszukennen. Ein großes Problem sei auch ein Mangel an Vertrauen in die Produkte, berichten die Studienautoren.
„Obwohl Wunsch und Notwendigkeit einer Einkommensabsicherung klar erkannt werden, verhindern die Erwartung vermeintlich hoher Kosten und Vertrauensvorbehalte oft den entscheidenden Schritt in die Absicherung“, kommentiert Basler-Pressesprecher Thomas Klein die Ergebnisse. Na, wenn das mal keine Steilvorlage für eine vernünftige Beratung ist, liebe Vermittlerinnen und Vermittler.
Das Schwerpunktthema
Und damit sind wir durch mit Folge 32 unseres Podcasts. Wenn Sie keine weitere Sendung verpassen möchten, dann abonnieren Sie unseren Podcast doch auf eine der gängigen Podcast-Plattformen. Weiterempfehlen dürfen Sie ihn auch gerne. Wir würden uns sehr freuen.
Ansonsten hören wir uns am kommenden Freitag wieder. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
Zu den im Interview erwähnten Webinaren geht es hier:
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Die News der Woche, Teil 1
Von dieser Resonanz womöglich angestachelt, legte der Professor von der Hochschule Ludwigshafen in seinem Blog nun noch einmal nach. Am Freitag kritisierte er in einem langen Beitrag den Auftritt von Jörg Asmussen in besagter Sendung. Asmussen wurde in seiner Funktion als Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) interviewt. Darin äußerte er sich zu dem Vorwurf, dass die Lebensversicherer mit zu hohen Kosten operierten und dass es Wissenschaftlern wie Walz nicht ermöglicht werde, in die Kalkulation der Anbieter schauen zu dürfen.
Asmussen sagte der ARD wörtlich: „Ich glaube, der Vorwurf ist so nicht richtig. Kostentransparenz ist für uns gesetzlich vorgeschrieben. Wir müssen unsere Kostenstruktur offenlegen.“ Und weiter: „Wir benennen seit 2015 für Lebensversicherungen die Kostenstruktur in einer einzigen Kennzahl, das sind die Effektivkosten – also das machen wir.“
Diese Aussage sei „großer Blödsinn“, schimpft Walz nun in seinem Blog-Beitrag – der „Cheflobbyist der Versicherer“ betreibe gar „Volksverdummung“. „Man kann eine Struktur nicht in einer Kennzahl benennen – eine Struktur ist eine Zusammensetzung, ein Gefüge, ein Aufbau“, schreibt Walz. Eine Kennzahl sei hingegen eine Zahl, eine Nummer, in der man „bestenfalls die Kostenhöhe benennen und offenlegen“ könne. „Dafür würde ich mir dann eine klare Angabe in Euro wünschen, die mir sagt, welcher Teil meines Blutes von den Vampiren der Blutbank abgezweigt wird“, knüpft Walz an seinen bildhaften Vergleich aus der ARD-Doku an.
Bei der Effektivkostenquote, auf die Asmussen verwies, handelt es sich Walz zufolge hingegen um eine „raffinierte optische Täuschung“. „Die von der Lobby durchgesetzte Angabe provoziert nämlich das völlig falsche Verständnis, dass sich die Effektivkosten auf die vom Kunden bezahlten Beiträge bezögen.“ Doch das sei „mitnichten der Fall“. Dazu verweist er unter anderem auf Berechnungen der Verbraucherzentrale Hamburg vom 7. September 2015, wonach eine DEVK-Lebensversicherung „mit einer ausgewiesenen Effektivkostenquote von 0,44 Prozent bei 100 Euro Monatsbeitrag stolze 11,93 Euro als Kosten einbehielt“. Diesen Betrag würde „jeder Normaldenkende als Kostenquote von knapp 12 Prozent verstehen“, schreibt Walz, aber das sei eine „Täuschung“ – und spottet, dass die Versicherungsmathematiker bestimmt lange gebraucht hätten, um sich eine „solch geniale Kennzahl“ auszudenken. Denn diese sei „eine hervorragende Informationsverhinderungskennzahl!“, echauffiert sich der Blog-Autor.
Tja – und was sagt der GDV zu diesem Schwall der Empörung. Gar nichts. „Wir verzichten auf einen Kommentar“, teilte ein Sprecher des Verbandes auf Anfrage von Pfefferminzia mit. Schade eigentlich. Das hätte bestimmt eine spannende Diskussion werden können.
Der Vertriebstipp
Die News der Woche, Teil 2
„Wie ein Anwalt und ein Steuerberater sollten auch Finanzberater nur im Interesse ihrer Mandanten tätig sein“, fordert Schick in dem Interview. „Das ist der Vertrieb in Banken und Sparkassen, aber auch von vielen freien Vermittlern nicht. Hier steuern Provisionen, die sie von den Anbietern der Produkte erhalten, was sie ihren Kunden verkaufen. Es mag zwar auch gute und seriöse Provisionsberater geben, aber besser ist es, sich einen Honorarberater zu suchen, der keinerlei Vergütung von den Produktanbietern erhält.“
Für Schick ist ein Berater, der auf Provisionsbasis arbeitet, „ja eigentlich kein Berater, sondern ein Verkäufer.“ Das sei so, als würde man sich von einem Anwalt vertreten lassen, der für die Gegenseite arbeite, oder einem Arzt vertrauen, der bei einem PharmaUnternehmen angestellt sei, meint der Ex-Politiker weiter. „Wer sich nicht auskennt, läuft Gefahr, gnadenlos ausgenommen zu werden“, schiebt er hinterher.
Natürlich erntet Schick dafür auf unserer Facebook-Seite Kritik: „Ich mache den Job seit 18 Jahren und bin mir sicher, dass man gut beraten und verkaufen kann. Ein Kunde merkt sich doch, wo er ordentlich beraten wurde und kauft dann genau dort aus diesem Grunde noch mal“, schreibt einer unserer Leser. „Politiker arbeiten selbstverständlich ehrenamtlich ohne Geld….“, wirft ein anderer den Ironie-Modus an. Und ein dritter warnt in punkto Honorarberatung: „Herr Schick vergisst, dass auch Honorarberater verkaufen müssen und zwar ihre Honorarberatung. Und dann darf es eben schon mal eine Stunde Beratung mehr sein, weil der Fall ja angeblich so kompliziert ist.“ Und da dürfte wohl auch was dran sein.
Das Schwerpunktthema
So, das war’s mit Folge 31 unseres Podcasts. Wie hat sie Ihnen gefallen? Lassen Sie es uns gerne wissen unter [email protected]. Über Feedback freuen wir uns genauso wie über Themenwünsche, Vorschläge für Interviewpartner & Co.
Und pssst. Wir verraten Ihnen hier schon mal das Schwerpunktthema für März: Nachhaltigkeit. Denn da kommt einiges auf Vermittler zu. Aber etwas müssen Sie sich noch gedulden, bis kommenden Freitag nämlich. Bis dahin gilt wie immer: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
Was hat die FDP nun konkret vor, um das deutsche Rentensystem zu reformieren, das Vogel zufolge „an seine Belastungsgrenze gekommen“ sei. Dazu muss man auf den Rentenbeitrag schauen, der aktuell bei 18,6 Prozent des Bruttoeinkommens liegt. Davon möchte die FDP gerne zwei Prozenpunkte abziehen, um diese Gelder in die Aktienrente umzuleiten – getragen je zur Hälfte von Arbeitgebern und Arbeitnehmern. Der gesetzliche Rentenbeitrag würde also unter jetziger Annahme auf 16,6 Prozent fallen. Die sich dadurch vermindernden Rentenansprüche der Versicherten sollen durch die Erträge der Aktienrente überkompensiert werden. Eine durchschnittliche Rendite von 6,5 Prozent sei in der „Basis-Variante“ drin, rechnet der Rentenexperte Martin Werding in einem Gutachten zum FDP-Modell vor. Das Konzept sei demnach bereits ab 2022 umsetzbar.
Konkret würden die Beiträge für die Aktienrente wie in Schweden in einen unabhängig verwalteten, staatlichen Fonds fließen, von wo aus das Kapital in Aktien angelegt wird. Vor allem Geringverdiener sollen angesichts ihrer geringen gesetzlichen Rentenansprüche von dem System profitieren, heißt es. Dabei ist wichtig zu betonen, dass die Liberalen ihren Vorschlag als Ergänzung zur privaten Altersvorsorge verstehen, nicht aber als Ersatz-Lösung.
Entsprechend wohlwollend fällt das Echo unserer Facebook-Nutzer aus. Immerhin 28 Likes erntete unsere Meldung zum FDP-Renten-Vorstoß bis zum Donnerstagmorgen. „Zumindest ist es endlich mal ein Vorschlag, der innovativ ist“, kommentiert ein Leser, doch es gibt auch Zweifel an der Umsetzbarkeit des Plans: „Wahrscheinlich wird das Wort AKTIEN jegliches Interesse und Befürworten auf Seiten der (entscheidenden) Politik ausschließen…“, schreibt ein anderer.
Und da ist durchaus etwas dran: So erklärte der rentenpolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Ralf Kapschack, umgehend in der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, dass die Aktienrente der gesetzlichen Rentenversicherung „Milliardenbeträge“ entziehe, die aus dem Bundeshaushalt ersetzt werden müssten. Der Bundeszuschuss könne besser ausgegeben werden als für das „Abenteuer Kapitaldeckung“, wird Kapschack weiter zitiert. Und auch der CDU-Rentenexperte Peter Weiß bezeichnet das Vorhaben als „Utopie“. Sinnvoller sei es, „sich erst einmal auf die Reform der betrieblichen Altersversorgung und der Riester-Rente zu konzentrieren“, so Weiß. Und das dürfte auch im Sinne von Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft, sein. Auf dem Kurznachrichtendienst Twitter schrieb er zwar von einem „interessanten Vorschlag“. Zugleich schlug Asmussen aber in seinem Tweet einen Bogen zur Riester-Rente. Hier müsse die Beitragsgarantie gelockert werden, erinnerte der GDV-Hauptgeschäftsführer an eine alte Forderung des Verbandes.
Angesichts der knappen Zeit bis zur Bundestagswahl forderte Asmussen am Montag in der „Süddeutschen Zeitung“ zumindest eine Teilreform der Riester-Rente – und warnte: Wenn dies nicht geschehe, könnte es ab 2022 „große Probleme“ geben. Dies sei dann der Fall, „wenn der Höchstrechnungszins abgesenkt würde und gleichzeitig die 100-Prozent-Beitragsgarantie erhalten bliebe“. Dieser Umstand würde zu einer „De-facto-Beerdigung“ der Riester-Rente führen, so Asmussen. Nun ja, vielleicht besteht ja doch noch Hoffnung auf eine schnell zusammenschraubbare Riester-Reform, ganz im Sinne des Ikea-Prinzips. Einfach und günstig.
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Die Kolumne
Denn wie die Studie auch zeigt, befindet sich der Anteil, den Erträge wie Zinsen und Kurszuwächse an der Vermögenszunahme ausmachen, seit Jahren im freien Fall. Die Folge ist ein dramatischer Wertverlust. Demnach haben deutsche Sparer seit 2010 rund 130 Milliarden Euro verloren, davon knapp 100 Milliarden Euro allein in den drei Jahren zwischen 2017 und 2019. „Das beachtliche Finanzvermögen der Deutschen ist besonders in den letzten Jahren vor allem durch Konsumverzicht und Sparanstrengungen entstanden“, erläutert Professor Stolper. Die enormen Zuwächse bei den absoluten Zahlen kaschierten nur den Wertverlust. Rund 1.900 Milliarden Euro des gesamten deutschen Finanzvermögens seien Sichteinlagen, deren Realverzinsung, also Zins abzüglich der Inflationsrate, in den vergangenen 20 Jahren nahezu ausnahmslos negativ gewesen sei.
Vor allem ältere Sparer hofften noch immer auf „bessere Zeiten“ mit steigenden Zinsen – doch das sei ein Irrweg. „Um der Realzinsfalle zu entkommen, führt kein Weg an aktienbasierten Sparanlagen vorbei“, ist sich Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment, sicher. Er macht das an einem Beispiel klar. „Aktuell kann eine durchschnittliche angestellt beschäftigte 35-jährige Person in Deutschland im Alter von 67 Jahren mit einer monatlichen Nettorente nach heutiger Kaufkraft von etwa 1.200 Euro rechnen. Das entspricht etwa 60 Prozent des voraussichtlichen letzten Nettogehalts in Höhe von etwa 2.000 Euro. Nimmt man an, dass 80 Prozent des letzten Nettogehalts für die Versorgung im Alter ausreichen, fehlen für das Versorgungsziel jeden Monat rund 400 Euro“, so Gay.
Um diese Rentenlücke in Höhe von etwa 72.000 Euro bei einem durchschnittlich erwarteten Rentenbezug von 15 Jahren zu schließen, müsse ein Girosparer aufgrund der negativen Rendite bei Renteneintritt über 90.000 Euro angespart haben. Das entspräche 126 Prozent des erforderlichen Kapitals. Monatlich sei dafür eine Sparrate von 237 Euro notwendig. Bei einem langfristig ausgerichteten Sparer, dessen Aktienfonds im Mittel die langjährige reale Durchschnittsrendite aller in Deutschland erhältlichen Aktienfonds in Höhe von 6,2 Prozent vor Kosten und Steuern erziele, sehe die Sache ganz anders aus, ist Gay überzeugt.
Bei diesem langfristig ausgerichteten Sparer werde nämlich ein Großteil des erforderlichen Vermögens nicht durch die Sparleistung, sondern durch den Kapitalzuwachs generiert. „Mit nur 23.600 Euro muss dieser Sparer nur etwa ein Drittel der benötigten 72.000 Euro zur Seite legen. Das schafft er mit einer monatlichen Rate von 61 Euro“, so der Experte. Im Vergleich zum Girosparer habe der Aktienfondssparer somit Monat für Monat fast 180 Euro mehr in der Tasche, die er für andere Dinge verwenden könne, so Gays Fazit. Na, wenn das mal kein überzeugendes Argument ist.
Das Schwerpunktthema
Und damit ist Schluss mit Folge 30 unseres Podcasts. Wir freuen uns über dieses kleine Jubiläum und hoffen, dass Sie uns auch für die nächsten 30 Folgen Ihre Ohren leihen. Falls noch nicht geschehen, abonnieren und bewerten Sie unseren Podcast auf Spotify, Apple Podcasts oder einer anderen Plattform Ihrer Wahl.
Ansonsten hören wir uns kommenden Freitag wieder. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
Und damit wären wir im Prinzip schon bei der Neugestaltung der Provisionsregelung in der Lebensversicherung und Restschuldversicherung angelangt. Das Vorhaben kam im politischen Berlin seit einigen Monaten überhaupt nicht mehr voran. Zu verhärtet erschienen die Fronten innerhalb der Regierungskoalition. Nun aber hat das SPD-geführte Bundesfinanzministerium einen neuen Vorstoß unternommen – und einen bislang noch inoffiziellen Referentenentwurf zu Papier gebracht. Und dieser „hat es in sich“, wie etwa der Versicherungswissenschaftler Matthias Beenken meint.
Was steht also drin? Nun, der Entwurf sieht vor, dass die Abschlussprovision bei der Vermittlung von Restschuldversicherungen künftig auf maximal 2,5 Prozent der Darlehenssumme begrenzt wird. Soweit so unstrittig. Denn dieser Vorschlag ist von der Branche im Grunde erwartet worden und diente gewissermaßen als Friedensangebot an die SPD, wenn im Gegenzug die Lebensversicherung in Ruhe gelassen würde. Doch diese Hoffnung scheint nun merklich getrübt, denn das Ministerium möchte laut Entwurf auch den Begriff von Abschluss- und Bestandsprovision neu definieren. Und das wäre eine „ziemlich dicke Kröte“, die der Vertrieb aller Versicherungssparten zu schlucken hätte, wie Experte Beenken im „Versicherungsmagazin“ berichtet.
Konkret sorgt die geplante Neufassung des Paragrafen 7 Nummer 34c des Versicherungsaufsichtsgesetzes (VAG) für gehörigen Zündstoff. Denn dieser enthält die besagte Neudefinition der Abschlussprovision. Und eben jener Passus folgt gewissermaßen der Devise „alles in einen Topf“, sprich unter „Abschlussprovisionen“ sollen künftig auch Bestandsprovisionen subsumiert werden – zumindest dann, wenn diese nur für den Fortbestand des Vertrages gezahlt werden. Bestandsprovisionen würden dann nur noch in klar definierten Ausnahmefällen fließen, etwa für „spezifische Dienstleistungen“, die ein Vermittler gegenüber dem Versicherer erbringt.
Der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK) zeigt sich dann auch über den Entwurf regelrecht entsetzt: „Das von der SPD geführte BMF plant hier durch die Hintertür einen beispiellosen ordnungspolitischen Eingriff in die Privatautonomie der Versicherungskaufleute und ihrer Freiheit, die Höhe der Provisionen selbst zu bestimmen“, erklärte ein verärgerter BVK-Präsident Michael Heinz am 4. Februar in einer Stellungnahme. Weiter moniert Heinz, dass das Ministerium durch den Paragrafen 32a auch Dienstleistungsentgelte zwischen den Unternehmen und den Vermittlern regulieren wolle. „Demnach darf ein Versicherer nur marktübliche Vergütungen vereinbaren“, so die Erkenntnis des BVK.
Auch Norman Wirth, geschäftsführender Vorstand des AfW Bundesverband Finanzdienstleistung, ist irritiert – er spricht gar von einem „absoluten Dammbruch“. Seine Begründung: „Es sollen nach dem vorliegenden Entwurf privatautonom vereinbarte Vergütungsverträge einer ganzen Branche staatlicherseits für unwirksam erklärt werden“, schimpft Wirth. Und weiter: „In dem Gesetz geht es eben nicht nur um eine Deckelung der Provisionen bei Kreditrestschuldversicherungen, sondern um den verzweifelten Versuch der SPD, ihr wirres Ziel eines allgemeinen Provisionsdeckels doch noch durchzusetzen.“ Eben ganz im Sinne „von hinten durch die Brust ins Auge“.
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Der Rechtstipp
Die News der Woche, Teil 2
Weitere 40 Prozent der Befragten sagen, dass die Beitragssteigerung nicht begründet wurde oder sie sich nicht an eine Erklärung erinnern könnten. Gab es doch eine, lautete diese am häufigsten „allgemein steigende Kosten in der Gesundheitswirtschaft“ oder „höhere Kosten für medizinische Behandlungen“. Diese Werte sollten in der Branche dafür sorgen, dass man „dem Kundendialog mehr Aufmerksamkeit schenkt“, findet Ralf Pispers, Geschäftsführer der Personal Business Machine. Denn: Laut der Umfrage würde sich ein besserer Dialog mit den Versicherten durchaus lohnen. Immerhin 61 Prozent der Befragten geben nämlich an, dass sie eine ausführliche Erklärung der Beitragsanpassung „eher“ oder „auf jeden Fall“ von einem Wechsel abhalten würde.
Zudem sei eine „crossmediale Ansprache über verschiedene Kanäle“ von den Kunden gewünscht und möglich, so Pispers weiter. „Immerhin haben sich rund die Hälfte der Versicherten über ein Online-Portal oder eine App bereits bei ihrer Krankenversicherung registriert.“ Die Studie zeigt aber: Nach wie vor setzen die meisten Versicherer noch auf die Kommunikation per Brief. 77 Prozent der Versicherten erhielten die Nachricht ihrer Beitragserhöhung auf diesem Weg. Da geht also noch deutlich mehr, liebe Krankenversicherer.
Das Schwerpunktthema
Damit sind wir am Ende der Folge 29 unseres Podcasts angelangt. Wir hoffen, Ihnen hat der Themenmix gefallen. Wenn Sie Themenwünsche haben oder einen Wunsch-Kandidaten für ein Interview, dann schreiben Sie uns das. Einfach ne Mail schicken an [email protected].
Ansonsten hören wir uns kommenden Freitag wieder. Bis dahin: Bleiben Sie gesund, genießen Sie das Wochenende und kommen Sie gut in die neue Woche.
Im Gespräch
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Die News der Woche, Teil 1
„Dazu kommt noch der Betrag aus der Überschussbeteiligung“, so ein Sprecher des Versicherers gegenüber der Zeitung. Dieser könne bei schlechtem Verlauf der Kapitalmärkte aber auch wegfallen.
Warum macht die Allianz sowas? Der Sprecher begründet den Schritt mit der anhaltenden Zinsflaute. Für die Absicherung des Rentenfaktors müsse der Versicherer mehr Geld in sichere Anlagen wie Staatsanleihen stecken, je näher der Beginn der Rentenzahlungsphase rücke, erklärt er. Das Problem: Dafür gibt es aber kaum noch Zinsen oder sogar Negativzinsen. Durch die Senkung des Rentenfaktors müsse man weniger Mittel umschichten – und die Renditechancen könnten wieder steigen, fügt der Unternehmenssprecher hinzu.
Und wie kommt das Ganze am Markt an? Bei unseren Lesern überwiegt das Verständnis für den Schritt des Vesicherers. „Leider wird es jedem Versicherer so ergehen, dass er Leistungen herabsetzt oder irgendwann auch verwehren muss“, schreibt ein Leser auf Facebook. „Wenn andere Versicherer jetzt in der anhaltenden Niedrigzinsphase nicht reagieren, werden sie kurz oder lang vom Markt verschwinden“, ergänzt ein anderer.
Erwartungsgemäß erntet die Allianz aber auch Kritik. Einer unserer Leser schreibt auf unserer Facebook-Seite kurz und knapp „Saftladen“ zu der Meldung. Ein anderer formuliert: „Allianz ist für Altersvosorge absolut untauglich!“ Und wieder ein anderer kommt sogar mit einer Lösung für das Altersvorsorge-Dilemma um die Ecke: „Kauf dir einfach 30 Jahre lang Allianz-Aktien und du hast eine super Altersvorsorge!“ Das ist natürlich auch ne Idee…
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Die Kolumne
**Die News der Woche, Teil 2 **
Aber wozu eigentlich die Sorge? Nun, die Riester-Reform ist zwar im Koalitionsvertrag festgeschrieben – doch auf einer Art „To-Do-Liste“ des Bundesfinanzministeriums, die alle verbliebenen Gesetzesvorhaben bis zum Ende der Legislaturperiode auflistet, wird die Riester-Generalüberholung mit keinem Wort erwähnt – wir berichteten darüber im vorherigen Podcast.
Die Untätigkeit des Gesetzgebers schürt nun Spekulationen, ob womöglich bald ein anderes Vorsorgeprodukt gewissermaßen das Erbe der Riester-Rente antreten könnte – spätestens nach der Bundestagswahl am 26. September. Vielleicht bekommt ja sogar die sogenannte Deutschland-Rente unter einer etwaigen schwarz-grünen Bundesregierung eine Chance? Das Konzept stammt zumindest schonmal aus der Feder einer ebenfalls schwarz-grünen Regierung – nämlich der Landesregierung aus Hessen.
Der Slogan lautet „einfach, sicher, günstig“. Das Prinzip: Ein Staatsfonds soll geschaffen werden, der von der gesetzlichen Rentenversicherung betreut wird. Darin zahlen alle Deutschen einen Teil ihres Lohnes einzahlen, solange sie nicht explizit widersprechen. Experten nennen das „Opt-out-Modell“. Der Fonds soll zum Selbstkostenpreis arbeiten und der Staat bürgt für die Auszahlung, so der Plan. Eine staatliche Förderung, zumindest für Geringverdiener, ist ebenfalls angedacht.
Das Konzept wurde bereits vor ziemlich genau fünf Jahren vorgestellt – und Pfefferminzia hat sich angesichts des Jubiläums mal im hessischen Finanzministerium nach dem Stand der Dinge in Sachen Deutschland-Rente erkundigt: Man werde sich dafür einsetzen, dass die folgende Bundesregierung das Thema Altersvorsorge „zügig angeht, denn die Zeit drängt. Gerade Menschen mit niedrigen Einkommen brauchen die Möglichkeit und die Zeit, zusätzliche Alterseinkünfte anzusparen“, hieß es aus Wiesbaden. Und weiter: „Es freut uns sehr, mit unserem Konzept ein Vorreiter gewesen zu sein.“ Wir bleiben gespannt, ob sich der frühe Vogel am Ende auch den Wurm schnappen wird.
Das Schwerpunktthema
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Im Gespräch
Die News der Woche, Teil 1
Diese einst sehr beliebte Form der staatlich geförderten Altersvorsorge ist, nun ja, ein bisschen in die Jahre gekommen – und hätte eigentlich dringend ein Konzept zur Runderneuerung nötig gehabt. So schien es jedenfalls ausgemacht. Doch die Bundesregierung hat die geplante Riester-Reform von ihrer Agenda gestrichen – das legt jedenfalls ein Papier aus dem Bundesfinanzministerium nahe, das der „Bild“-Zeitung vorliegt. Denn in dem Dokument sind alle Gesetzesvorhaben aufgelistet, die die Bundesregierung noch bis zur Bundestagswahl umsetzen möchte. Die Riester-Reform taucht darin aber mit keinem Wort auf – obwohl diese im Koalitionsvertrag vereinbart war und der Handlungsbedarf unverkennbar ist. So wird beispielsweise von den rund 16,5 Millionen Riester-Verträgen bereits jeder fünfte nicht mehr bespart. Trotz drohender Renten-Lücke.
Tja, das Entsetzen ist nun nicht zuletzt in der Versicherungs- und Fondsbranche groß – zumal es ja nicht an Verbesserungsvorschlägen mangelt. Hans Joachim Reinke, Chef der Fondsgesellschaft Union Investment, hat laut Bild sogar einen Brandbrief an Finanzminister Olaf Scholz geschrieben und ihn darin eindringlich zum Handeln aufgefordert. Reinke zufolge machen vor allem zwei Dinge das Riestern zunehmend unattraktiv für Sparer: einerseits das Niedrigzinsumfeld und andererseits die gesetzliche Verpflichtung der Riester-Anbieter, ihren Kunden eine 100-Prozent-Garantie für ihre Sparbeiträge zu geben. Wodurch Fondsanbieter wie Union Investment das Geld ihrer Anleger nur sehr zurückhaltend in renditestarke Anlageklassen wie Aktien investieren können.
Und auch der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, wiederholte in Bild seine Forderung nach einer „Riester-Revolution“. Aufgelegt werden solle demnach eine „einfachere geförderte Altersvorsorge mit flexibleren Garantien, die Sicherheit mit Chancen am Kapitalmarkt kombiniert“, fasst Asmussen den GDV-Plan zusammen.
Riester-Kritiker wie Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbandes vzbv, sehen in dem Produkt jedoch eher eine Subventionierung der Banken- und Versicherungswirtschaft. Müller fordert dann auch, dass es ein „Weiter So“ bei der staatlich geförderten privaten Altersvorsorge nicht geben könne. Und auch der Rentenexperte Professor Bernd Raffelhüschen äußerte sich in dieser Woche in einem Interview mit Pfefferminzia zur Riester-Debatte. Er meint: „Die Kritik an der Riester-Rente wird meistens von Leuten geübt, die sie gar nicht durchdrungen haben.“ Tja, an der Riester-Rente werden sich wohl bis auf ewig die Geister scheiden.
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Der Vertriebstipp
Die News der Woche, Teil 2
Eine Expertengruppe des Versicherungsverbands GDV hat kürzlich Vorschläge unterbreitet, wie, so wörtlich, „von Pandemien betroffene Wirtschaftsteile künftig durch eine Public Private Partnership zwischen Versicherungswirtschaft und Staat unterstützt werden könnten“. Man schlägt eine rechtlich eigenständige Einrichtung mit einem Kapitalstock in deutlich zweistelliger Milliardenhöhe vor. Dieser Kapitalstock soll sich aus Beiträgen der Wirtschaft, Leistungen von Erst- und Rückversicherern und mit Mitteln zum Beispiel aus Katastrophenanleihen speisen, die im Pandemiefall fällig werden. Erst wenn dieser Kapitalstock aufgebraucht ist, soll der Staat einspringen, so die Idee. „Wir rufen mitnichten reflexartig nach dem Staat, der es im Zweifel richten soll. Vielmehr ist und bleibt es oberstes Ziel, privatwirtschaftlich funktionierenden Versicherungsschutz bereitzustellen, bei dem der Staat außen vor bleibt, gar entlastet werden kann“, heißt es vom GDV.
Die Verbraucherschützer vom Bund der Versicherten (BdV) halten von diesem Plan nichts. Denn: Wirtschaft und Steuerzahler würden so gleichermaßen belastet – und das wiederum führe zu „zusätzlicher Unsicherheit“. BdV-Vorstandssprecher Axel Kleinlein bringt es in seiner gewohnt scharfen Art auf den Punkt: „Eine Branche, die noch nicht einmal in der privaten Altersvorsorge den Kapitalerhalt versprechen kann, ist unfähig, bei deutlich riskanteren Gefahren wie einer Pandemie verantwortlich mit Geld umzugehen.“ Dabei sei es für die Mathematiker in der Altersvorsorge, so Kleinlein, „vergleichsweise einfach, Risiken zu kalkulieren, bei Gefahren wie Pandemien und den entsprechenden Folgeschäden ist dies ungleich schwerer“.
Besonders stoße dabei auf, so der Verein, dass die Unternehmen zu diesen Zahlungen verpflichtet werden sollen. „Nachdem die Versicherer mit privatwirtschaftlichen Lösungen gescheitert sind, soll nun die Wirtschaft per Zwangsabgabe in diese Absicherung gezwungen werden“, schimpft Kleinlein. Auch erwarte der BdV massive Intransparenz bei dem Pandemiefonds. „Was die Versicherungswirtschaft hier zeigt, ist der Versuch, die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler für Schäden aufkommen zu lassen, die eigentlich die Assekuranz zahlen müsste“, ärgert sich der BdV-Vorstandssprecher.
Ob es zu einem Pandemiefonds kommt oder nicht, wird sich in der Zukunft zeigen. Eines wäre aber auf jeden Fall wünschenswert. Dass man eine Lösung findet, auf die sich die betroffenen Gastwirte, Hoteliers, Unternehmen & Co. verlassen können. Und dass es nach dem Schadenfall dann nicht wieder erst zu einer Prozesslawine vor den deutschen Gerichten kommen muss. Denn das schadet den Unternehmen und auch dem Ruf der Versicherungsbranche.
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Das Schwerpunktthema
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Im Gespräch
Im Gespräch genannte Links und Bücher
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Die News der Woche, Teil 1
Von den 1.923 gemeldeten Sanktionen wurden allein 1.588 – also mehr als zwei Drittel – in Deutschland ausgesprochen. Nach Darstellung des Bundesverbands Finanzdienstleistung AfW bezogen sich die geahndeten Verstöße zum Beispiel auf fehlende Vermögensschadenshaftpflichtversicherungen, fehlende Nachweise der erforderlichen Qualifikation oder Weiterbildung und fehlende Nachweise über geordnete Vermögensverhältnisse.
Klingt ja auf den ersten Blick nicht so dolle. Aber der AfW zeigt sich entspannt. Die Zahlen seien „weder erschreckend hoch, noch zufriedenstellend niedrig“. Vielmehr zeige das Ergebnis, dass die Aufsicht über die Versicherungsvermittler funktioniere, betont der geschäftsführende Verbandsvorstand, Norman Wirth. „Die zuständigen Industrie und Handelskammern sorgen dafür, dass in Deutschland europaweit das mit Abstand strengste Aufsichtsregime herrscht.“
Vor diesem Hintergrund wiederholt der Verband seine Forderung, an der bisherigen Form der Aufsicht über die Finanzanlagenvermittler festzuhalten: In der Diskussion um eine Übertragung der Aufsicht hin zur „Wirecard-belasteten Bafin und weg von den IHKen und Gewerbeämtern“ sei seitens des Verbraucherzentrale Bundesverbands (VZBV) in Richtung der IHKen „der Vorwurf aufgekommen, sie seien durch ihre ‚Doppelrolle‘ als Aufsicht und Interessenvertreter nicht unabhängig und schufen Raum für Interessenkonflikte“, schreibt der Verband.
Dazu Wirth: „Unabhängig davon, dass das ein klarer Angriff auf das bewährte Kammersystem insgesamt in Deutschland ist, zeigen die Zahlen der Eiopa auch, dass am Vorwurf des Interessenskonfliktes gegen die IHKen nichts, aber auch gar nichts, dran ist.“ Der AfW befürworte daher eine „einheitliche Aufsicht über die Versicherungsvermittler und Finanzanlagenvermittler bei den IHKen“ und lehne eine Verlagerung zur Bafin ab.
Die Kolumne
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Die News der Woche, Teil 2
Doch selbst das relativ bescheidene Wachstumsziel von über 2 Prozent steht unter einigen Vorbehalten. Wie diese aussehen, erläuterte Wolfgang Weiler, Präsident des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), am Mittwoch auf der digitalen Jahresmedienkonferenz des Verbands. Vorausgesetzt sei, dass es im Laufe des Frühjahrs zu Lockerungen bei den Einschränkungen und zu großen Fortschritten bei der Impfkampagne komme, schränkte Weiler ein.
Vor allem die Lebensversicherung soll 2021 wieder kräftig in Schwung kommen und zum künftigen Plus beitragen, so die Hoffnung. Denn das LV-Neugeschäft war 2020 tiefrot eingefärbt. Die Zahl neu abgeschlossener Verträge sei, auch aufgrund verschobener Beratungstermine, „um gut 12 Prozent gesunken“, wie Weiler vortrug.
Doch es gibt auch Positives zu vermelden: So richtete das herbe Minus im LV-Neugeschäft kaum Schaden im Hinblick auf die gesamten Beitragseinnahmen in der Lebensversicherung an. Konkret verzeichneten Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds einen Rückgang von lediglich 0,4 Prozent auf knapp 103 Milliarden Euro. „Dass wir das Niveau weitgehend halten konnten, sehen wir als klaren Vertrauensbeweis unserer Kunden in die Zukunftsfähigkeit der Lebensversicherung“, freute sich Weiler.
Zugleich wurde deutlich, dass sich der GDV-Präsident einen „klaren Vertrauensbeweis“ der Öffentlichkeit auch auf einem anderen Feld gewünscht hätte – der Digitalisierung. Die Erfolge der Versicherer in diesem Bereich empfindet Weiler als unzureichend gewürdigt – vor allem seitens der Medien.
„Es wird ja immer wieder auch angeführt, Versicherer seien digital so verschlafen, nicht so richtig á jour“, ärgerte sich der ehemalige Sprecher des Vorstands der Huk-Coburg. Dabei habe es die Branche geschafft „innerhalb von zwei, drei Wochen im Frühjahr ungefähr 90 Prozent unserer Mitarbeiter ins Homeoffice zu bringen“. Man stehe als Branche damit „völlig einzigartig dar“, so Weiler.
Die Mitarbeiter hätten Zuhause „ganz normal produktiv arbeiten können – und das tun sie ja im Moment wieder“, erklärte der oberste Versicherungslobbyist – und ging damit indirekt auf die zuletzt immer lauter vorgetragene Kritik aus der Politik ein, wonach die verschiedenen Wirtschaftszweige in Deutschland angesichts der ungewissen Pandemie-Aussichten deutlich mehr tun könnten, um ihren Beschäftigten Homeoffice zu ermöglichen.
„Wenn das alles noch so vorsintflutlich wäre, wie kann das überhaupt klappen?“, echauffierte sich Weiler über Stimmen, die der Branche gerne mal ein zu geringes Digitalisierungstempo unterstellen. Ach ja, und hier noch ein kleiner Fun-Fact zur biblischen Metapher des GDV-Präsidenten: „Nach uns die Sintflut“ ist per Wikipedia-Definition „ein geflügeltes Wort, das Gleichgültigkeit gegenüber Zukünftigem zum Ausdruck bringen soll“. Und das zumindest kann man der Versicherungswirtschaft ganz gewiss nicht unterstellen.
Das Schwerpunktthema
Musikalischer Übergangsjingle
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Im Gespräch
Wie kann ich eigentlich gesund bleiben? Und wie kann mich mein Krankenversicherer dabei unterstützen? Diese Fragen stellen sich die Deutschen aktuell häufiger – natürlich auch wegen der Corona-Pandemie. Das wird der privaten Krankenversicherung neuen Auftrieb verleihen, glaubt Folke Tedsen, der bei der HanseMerkur die Abteilungen Kranken-Leistung und Service-Center leitet. Und auch das Thema Prävention wird in seinen Augen immer wichtiger werden. Wie auch Vermittler davon profitieren können, verrät er im Interview.
**Die Pfefferminzia-Leserumfrage
60 Prozent der Befragten stellen durch Corona danach „keine Veränderung“ hinsichtlich der Gesprächsgrundlage in der Sparte Krankenversicherung fest. 25 Prozent geben an, sie habe sich „deutlich verbessert“ oder „eher verbessert“. Als „eher verschlechtert“ und „deutlich verschlechtert“ sehen 15 Prozent unserer Leser die Ausgangsbasis für eine Beratung zum Thema PKV an.
Hat sich die Form der Beratung durch Corona verändert? Fast vier von zehn Pfefferminzia-Lesern stellen eine stärkere Akzeptanz der Online-Beratung fest. 63 Prozent bemerkten im Umkehrschluss aber keine Veränderung. Eine Online-Beratung, zum Beispiel per Video, führen 40 Prozent der Umfrageteilnehmer „nie“ durch. Weitere 19 Prozent geben an, dieses Medium „selten“ zu nutzen. Knapp ein Drittel tut das aber „häufig“ oder sogar „sehr häufig“. Die meisten Umfrageteilnehmer setzen also wie gehabt vor allem auf den persönlichen Austausch mit dem Kunden – und dem Versicherer. Zwei von drei Lesern wünschen sich bei den Gesellschaften nämlich persönliche Ansprechpartner, wenn es um die Unterstützung des Vertriebs geht.
Wo sich die Befragten durchaus mit der Digitalisierung anfreunden können, ist im Bereich der Telemedizin. Digitale Innovationen im Gesundheitswesen, wie Videosprechstunden mit dem Arzt, die digitale Patientenakte oder Gesundheits-Apps halten viele für sinnvoll. Aktiv sprechen die Umfrageteilnehmer ihre Kunden im Zusammenhang mit einer PKV-Beratung auf solche digitalen Services aber nur selten an. 46 Prozent sind hierbei eher verhalten. Weitere 21 Prozent gehen bei diesem Thema gar nicht auf ihre Kunden zu. „Häufig“ oder „sehr häufig“ nennt ein Drittel der teilnehmenden Makler und Vermittler als Antwort.
Ein weiteres Ergebnis unserer Umfrage: Ein wichtiges Thema für 69 Prozent unserer Leser ist die betriebliche Krankenversicherung. Denn: Der kollektive Zugang erleichtere Annahmen und ermäßige Beiträge für den einzelnen Mitarbeiter. 44 Prozent sehen Chancen zum Beispiel „durch Cross-Selling, steuerliche Vorteile und fehlende Ausschluss-Klauseln“.
Allerdings gibt es hier auch Hürden. Die aktuell größte ist für 62 Prozent unserer Leser der zu hohe Beratungsaufwand. Dass die Produkte zu kompliziert sind, empfinden weitere 34 Prozent so. Die Vergütung ist 19 Prozent unserer Leser zu gering für die Vermittlung eines bKV-Produkts. Andere Hinderungsgründe seien etwa, dass „die Arbeitgeber nicht mitspielen und die Vorteile der bKV nicht erkennen“.
Na, vielleicht liefert die Corona-Pandemie ja auch hier viele wertvolle, neue Argumente für eine betriebliche Krankenversicherung. Denn auch vielen Arbeitgebern ist in den vergangenen Monaten schließlich bewusst geworden, wie schnell die Mitarbeiter durch ein kleines Virus außer Gefecht gesetzt werden können.
Im Gespräch
Die Corona-Pandemie hat zahlreiche Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gebracht. Vor diesem Hintergrund stehen Investitionen erstmal hinten an, richtig? Nun, nicht unbedingt. Bei der betrieblichen Krankenversicherung hat die Gothaer zumindest noch keine Einbrüche erlebt, berichtet Kabil Azizi, Vertriebskoordinator Gesundheit bei dem Kölner Versicherer, in unserem Interview. Im Gegenteil habe das Virus den Arbeitgebern noch einmal verdeutlicht, wie wichtig eine gesunde Belegschaft für ein florierendes Unternehmen ist. Welche Vorteile die bKV für Arbeitgeber, Arbeitnehmer und auch für Vermittler hat, darauf geht Azizi im Interview ausführlich ein.
Das Trendthema
Von Pandemie zu Prävention: Das Corona-Virus, das sich 2020 in Windeseile weltweit verbreitete, hat viel verändert. Dazu gehört auch das Gesundheitsbewusstsein der Deutschen. Insbesondere das Thema Prävention ist für viele Bundesbürger nun wichtiger geworden. So halten 44 Prozent der Deutschen Präventionsmaßnahmen seit Beginn der Corona-Pandemie für wichtiger als zuvor. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Meinungsforschers Civey im Auftrag des Pharmaunternehmens Pfizer Deutschland.
Und während 79 Prozent der Befragten die Meinung äußern, das deutsche Gesundheitssystem sei gut darin, Krankheiten zu behandeln, geben das nur 58 Prozent der Umfrageteilnehmer an, wenn es um die Krankheitsvorbeugung geht. Es werden in Deutschland zwar schon einige Präventionsmaßnahmen angeboten und auch erstattet. Oft erreichen sie aber gerade die Menschen nicht, denen sie am meisten helfen würden.
„Leicht zugängliche Präventionsangebote sind entscheidend, wenn wir unser Gesundheitssystem zukunftsfähig machen wollen“, zieht Martin Fensch, Mitglied der Geschäftsführung von Pfizer Deutschland, ein Fazit aus den Umfrage-Ergebnissen. „Die Notwendigkeit, mehr für die eigene Gesundheit zu tun, um gesund zu bleiben, haben die Menschen durch Corona erkannt. Jetzt gilt es, die entsprechenden Rahmenbedingungen zu setzen und Vorsorge einfacher zu machen“, so Fensch weiter.
Der gleichen Meinung ist Joachim Haid, Riester-Kenner und Gründer und Geschäftsführer des Gesundheitsprogramms Paleo-Mental, das auf eben diesen Präventionsgedanken setzt. Haid sieht hier Versicherer und Vermittler gleichermaßen gefordert. Die Versicherer müssten davon wegkommen, reine Leistungserbringer im Krankheitsfall zu sein, und dazu übergehen, Gesundheitsmanager des Kunden zu werden. „Es braucht Spezialtarife, die zum Beispiel die Kosten für orthomolekulare Blutbilder oder für Analysen der Darmgesundheit übernehmen, die Ernährungsberatungen bezahlen, so was“, sagt der Gesundheitsexperte.
Den Vermittlern schlägt Haid ein Umdenken beim Beratungsansatz vor. Studien wie der Kantar Werte-Index zeigten, dass für die Deutschen seit Jahren das Thema Gesundheit an erster Stelle stehe – noch vor Familie und Finanzen, sagt Haid: „Dennoch erfolgt die Ansprache des Kunden meist zu Themen wie Krankheiten, Verlust der Arbeitskraft, Pflegefall, Unfallfolgen oder frühzeitigem Todesfall.“
Zumindest bei den Versicherern hat ein Umdenken bereits eingesetzt. Zum Standard-Repertoire eines Krankenversicherers gehört mittlerweile eine eigene App, über die der Kunde mindestens Rechnungen einreichen kann – wenn nicht deutlich mehr. So weisen manche Versicherer über ihre digitalen Anwendungen auf empfehlenswerte Vorsorgeuntersuchungen hin, liefern Unterstützung bei Diabetes oder bieten ihren Kunden einen Arzt-Zweitmeinungsservice an.
Die Möglichkeiten sind vielfältig: Bei der App Tinnitracks hört der Versicherte zum Beispiel Musik, die genau auf die Frequenz seines Tinnitus eingestellt ist. Dadurch sollen die für den Tinnitus verantwortlichen Hörzellen wieder ins Gleichgewicht gebracht und der Tinnitus gelindert werden. Die Rücken-App Kaia wiederum soll über Trainingseinheiten von 15 Minuten dazu beitragen, dass sich die Rückenschmerzen der Kunden verbessern. Und akut psychisch Erkrankte, die noch auf einen Therapieplatz warten, können über das Portal Selfapy Online-Therapiekurse absolvieren oder persönliche Gespräche mit Psychologen am Telefon oder per Chat führen.
Die Beispiele zeigen: Es tut sich was am Markt. Nur wissen die Kunden über diese Angebote nicht unbedingt immer Bescheid. Und hier kommen verstärkt die Vermittler ins Spiel. Zukunftsforscher Sven Gábor Jánszky von der Denkfabrik 2b Ahead sieht die Hauptaufgabe des Vertriebs künftig nicht mehr darin, Versicherungsverträge zu verkaufen. Vielmehr werde es darum gehen, „für seine Kunden die besten Apps und die modernste Gesundheitssoftware zu recherchieren.
Ein Paradigmenwechsel steht im Vertrieb also an. Die Richtung geht zu einer Beratung, die nicht über den Preis kommt und auch nicht über die Leistungen eines Versicherungsprodukts informiert. Vielmehr wird es darum gehen, mit dem Kunden zusammen zu erarbeiten, wie dieser gesund bleiben kann.
Im Gespräch
Für 80 Prozent der Menschen in Deutschland ist Gesundheit das Wichtigste im Leben. Der Absicherungsbedarf ist dabei enorm. Und das Potenzial ebenfalls, sagt Nina Henschel, Vorstandsmitglied der R+V Krankenversicherung. Denn gerade das Thema Gesundheit liefere regelmäßige Kontaktpunkte zum Kunden, was die Bindung stärke und das Cross-Selling-Potenzial erhöhe, erklärt uns die Kölnerin im Gespräch.
Der Ups-Faktor
Von spezieller Rückenschmerztherapie bis zur Tinnitus-App: Private Krankenversicherer bieten ihren Kunden immer mehr Service-Leistungen an. Das Problem: Vielen Versicherten ist das überhaupt nicht bekannt, zeigt eine aktuelle Umfrage der Rating-Agentur Assekurata. Die Analysten fragten 500 PKV-Versicherte danach, inwieweit sie mit den Gesundheitsservices ihres Versicherers vertraut sind. Das Ergebnis überrascht: Nur 50 Prozent der Befragten wissen überhaupt von den Extra-Leistungen ihrer Gesellschaft.
Während über drei Viertel der Befragten angaben, über allgemeine Informationsschreiben auf die zusätzlichen Leistungen aufmerksam geworden zu sein oder sich selbst informiert zu haben, wurden nur 7 Prozent direkt im Hinblick auf ihre Erkrankung vom Krankenversicherer kontaktiert.
Assekurata vermutet, dass dieser geringe Wert zum einen datenschutzrechtliche Gründe hat, zum anderen aber auch mit der schlechten Datenqualität und Datenanalyse der Gesellschaften zusammenhängt. „Auf dem Weg vom Payer zum Player bleibt hier definitiv noch viel zu tun für die Unternehmen“, resümieren die Tester. Nur mit einer bedarfsgerechten Informationspolitik würden sich auch die erhofften Effekte des Gesundheitsmanagements einstellen.
Wie sehr die Kunden an gezielten Unterstützungsleistungen interessiert sind, zeigt der Umstand, dass 93 Prozent der Befragten einem solchen Angebot grundsätzlich offen gegenüberstehen. Nur 7 Prozent wünschen sich in dieser Hinsicht keine Unterstützung durch ihre PKV. Betrachtet man nur die chronisch Kranken steigt die Offenheit sogar auf 95 Prozent. Laut Assekurata kommt daher gerade dieser Zielgruppe eine besonders hohe Bedeutung zu.
Im Gespräch
Normalerweise läuft das so: Man fühlt sich nicht, und geht zum Arzt. Kann es aber auch sinnvoll sein, sich in solch einem Fall an seinen Krankenversicherer zu wenden, und diesen um Hilfe zu bitten? Ja durchaus, findet Benjamin Schröder, Zentralbereichsleiter Service und Gesundheitsmanagement bei der Halleschen. Warum das so ist und welche Chancen und Herausforderungen er 2021 für die private Krankenversicherung sieht, erklärt er uns im Interview.
Der Pfefferminzia Gesundheitstag.digital
Ein Podcast zum Thema Gesundheit ist ja schön und gut, aber Sie wollen noch mehr und noch tiefergehende Infos? Und dafür auch noch Weiterbildungsminuten einheimsen? Na, dann haben wir was Passendes für Sie. Am 25. Februar 2021 veranstaltet Pfefferminzia einen digitalen Gesundheitstag. Um 11 Uhr geht es los. Dann erwarten Sie Vorträge und Workshops zu den Bereichen Krankenversicherung, Gesundheit und Prävention sowie Arbeitskraftabsicherung. Zu unseren Top-Referenten gehören Philip Wenzel, Hagen Engelhard, Stephan Kaiser, Nicolas Vogt und Joachim Haid.
Als Versicherungsmakler und -vermittler erhalten Sie auf dem Gesundheitstag wertvolle Tipps für eine zielgerichtete Kundenansprache. Und – selbstverständlich – auch ordentlich Weiterbildungszeit. Und das Beste: Dank unserer Co-Gastgeber Hallesche und Inter ist die Veranstaltung für Sie kostenlos! Interessiert? Dann schauen Sie auf der Veranstaltungswebsite vorbei und melden Sie sich direkt an unter www.gesundheitstag.pfefferminzia.de
Und das war es mit dem Pfefferminzia Sonder-Podcast zum Thema Gesundheit. Ihnen schwebt ein weiteres Thema vor, dem wir uns mal im Detail widmen sollen? Dann morsen Sie uns an unter [email protected]
Dann bis zum nächsten Podcast. Machen Sie es gut, und vor allem: Bleiben Sie gesund!
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