ERF Plus - Anstoß

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ERF Plus - Anstoß episodes

  • Am liebsten sofort
    Gedanken von Claudia Mertens über den Bibeltext Apostelgeschichte 12,5

    „Wie lang dauert es noch, bis wir da sind?“ – kaum ist man ins Auto gestiegen, kennen Eltern diese Frage, die bis zum Ziel wieder und wieder gestellt wird.

    Geduld scheint etwas zu sein, was den meisten Menschen nicht gleich in die Wiege gelegt ist. 

    Das stelle ich leider auch bei mir fest. Wenn es etwas zu klären gibt, wenn ich eine Antwort brauche, wenn ich mir etwas wünsche – immer nagt in mir der Wunsch, dass alles, was ich gern erledigt hätte, auch am besten jetzt und sofort passiert. Dabei merke ich, je länger ich mit Gott unterwegs bin: es ist besser, mich in Geduld zu üben und im Vertrauen, dass Gott alles in der Hand hat.  

    Vorbilder für Geduld finde ich in der Bibel z. B. in der Anfangszeit der christlichen Gemeinde. So heißt es in der Apostelgeschichte: ”Die Gemeinde in Jerusalem hörte nicht auf, für den Gefangenen zu beten”. Der Gefangene ist der Apostel Petrus, und die Gemeinde betet eine ganze Woche für ihn, bis er in Nacht vor der bereits angesetzten Hinrichtung durch ein Wunder gerettet wird.  

    Das lehrt und ermutigt mich: Gott hört, und seine Wunder geschehen, wenn er es will, spätestens rechtzeitig. 

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Claudia Mertens

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    2 min
  • Mein Erst-Gefühl
    Gedanken von Ute Heuser-Ludwig zu Lukas 17, 11-16.

    Welchen Reim mache ich mir auf diese Geschichte? Zehn Menschen rufen Jesus wegen einer Krankheit um Hilfe an. Gemeinsam klagen sie ihr Leid. Jesus hört sie – und Jesus heilt sie. Alle zehn lassen den Krankenstand hinter sich, sind nicht mehr isoliert, können wieder am Leben teilnehmen. Und jetzt?

    Einem von ihnen ist es wichtig, sich zuallererst bei Jesus zu bedanken. Für das Geschenk des Lebens in Freiheit, mit eigenen Entscheidungen, frei von Schmerzen und Klagen. Aber warum bedankt sich nur einer von den zehn Geheilten, und warum ausgerechnet der eine, der kein Einheimischer ist, sondern ein Migrant? Das wundert auch Jesus, erfahre ich im 17. Kapitel des Lukas-Evangeliums. Bevor dieser Eine seinen Alltag wieder aufnimmt, besinnt er sich. Er geht in sich. Und drückt Gott seine Dankbarkeit aus.

    Mir fällt dazu ein Morgenlied ein, das ich gerne singe: „Mein erst Gefühl sei Preis und Dank, erheb ihn meine Seele. Der Herr hört deinen Lobgesang. Lobsing ihm, meine Seele.“ Mit Hilfe von Liedern und Gebet für ein frohes Herz sorgen, das Seufzen hinter mir lassen und dankbar jeden Tag mein Leben aus Gottes Hand neu empfangen – das ist der Reim, den ich mir auf diese Bibel-Geschichte heute mache.

     

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    Autor: Ute Heuser-Ludwig

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    2 min
  • Völlig unerwartet
    Gedanken von Horst Kretschi zur Bibelstelle Richter 13

    Auf der Frankfurter Buchmesse bin ich mal einem Promi begegnet. Erst im Nachhinein war mir aber klar, wen ich da getroffen hatte. So ähnlich ist es vor vielleicht 3.100 Jahren auch den Eltern von Simson ergangen. Im Buch Richter im vorderen Drittel der Bibel wird davon berichtet. Das Volk Israel hat sich im verheißenen Land eingerichtet, aber mit dem Gottvertrauen ist es nicht mehr weit her, und so hat Gott zugelassen, dass die Philister den Israeliten über viele Jahre das Leben schwer machen konnten. Dann aber kommt es zu einer seltsamen Begegnung. Ein Mann teilt dem Israeliten Manoach und dessen Frau mit, dass sie einen Sohn bekommen werden, der die Israeliten von den Philistern befreien wird. Die beiden sind erstaunt, denn bis dahin war das Paar kinderlos, und Manoach und seine Frau wundern sich sehr über den mysteriösen Besucher. Erst nachdem der Mann, der als Engel des Herrn, bezeichnet wird, in einem Feuer gen Himmel fährt, ist den beiden klar, dass sie Gott persönlich begegnet sind.

    Erstaunlich an der Geschichte ist für mich, dass Manoach und seine Frau nicht als besonders fromm bezeichnet werden. Es sind völlig normale Menschen. Aber immerhin sind sie für eine Begegnung mit Gott offen. Auch heute begegnet Gott Menschen, die bereit sind, sich ihm zu öffnen, und sich darauf einlassen, dass Gott auch heute noch redet und Wunder tut.

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    Autor: Horst Kretschi

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    3 min
  • Eins und doch verschieden
    Gedanken von Hans Wagner über den Bibeltext 1. Korinther 8,6.

    Als ich im Jahr 1989 zum ersten Mal in meinem Leben geflogen bin, ging es nach Thailand! Ich besuchte eine christliche Arbeit im Süden des Landes und fand mich plötzlich in einer ganz anderen Kultur wieder. Es war ein Ort von Schlichtheit und Ruhe statt Hektik und Lautstärke. Zumindest in diesem Bereich von Thailand. Diese Erfahrung steckt noch heute in mir. Sie hat mir deutlich gemacht: Ich habe nur einen kleinen Eindruck von dieser Welt und dem Leben auf ihr. Er ist geprägt von meiner eigenen Kultur, meiner Geschichte und meinem eigenen Erleben. In anderen Ländern auf dieser Erde sieht es oft ganz anders aus. Auch im Umgang mit Religion und Spiritualität.

    Die Grundlage für den Glauben an Gott allerdings, die gilt meines Erachtens für alle Menschen auf der Welt. Der Apostel Paulus beschreibt sie im 1. Korintherbrief, Kapitel 8 so: "Nur einer ist Gott – der Vater. Alles hat in ihm seinen Ursprung, und er ist das Ziel unseres Lebens. Und nur einer ist der Herr: Jesus Christus. Alles ist durch ihn entstanden, und durch ihn haben wir das Leben." Das ist die gemeinsame Ausgangsposition für ein Leben mit Gott.

    Aber ich bin der Überzeugung, dass der Weg dorthin doch sehr unterschiedlich sein kann. Darum will ich offen sein für Menschen mit anderen Erfahrungen und mir vielleicht eher fremden Zugängen für einen christlichen Glauben. Auch bei Menschen anderer Kulturen, die mir in unserem Land begegnen. 

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    2 min
  • Generation Ägypten
    Gedanken von Elke Drossmann über den Bibeltext 2. Mose 12,40.

    Wie viele Jahre kann ich überblicken? Wenn ich an meine Eltern, an meine Großeltern und Urgroßeltern denke, vielleicht gut hundert Jahre.

    Für Gott ist das alles kein Problem. Er kennt jede Generation und jedes Zeitalter. Gott kennt die Generationen Ägypten der Israeliten. Mehr als 3200 Jahre ist das jetzt her. Im 2. Buch Mose, Kapitel 12, Vers 40 wird festgehalten:

    „Vierhundertdreißig Jahre lang hatten die Israeliten in Ägypten gelebt.“

    Dann bläst Gott zum Aufbruch. Auf geht´s in die Heimat. Gott hat die Israeliten Jahrhunderte lang gesehen und gehört.

    Doch was ist das für eine Heimat, die die meisten nur noch vom Hörensagen kennen? Gott verspricht: „Ich begleite euch. Ich weise den Pharao in seine Schranken. Ich bin euer Weg von Ägypten ins Land Kanaan.“

    So gut, wie es in Ägypten unter ihrem Vorfahren Josef begonnen hatte, so gut, nein, noch viel besser, soll der Neustart in der Heimat werden. Die Rede ist von einem Land, in dem Milch und Honig fließen. Nach der Ziegelbrennerei, nach dem Schuften als Sklaven – was für Aussichten: Raus aus der Sklaverei Ägyptens, endlich frei – dank Gott!

    Gott hat mich heute genauso im Blick. Gefangen im eigenen Ich meiner Generation führt Gott mich in die Freiheit seiner Liebe. Mit dieser Liebe sehe ich Gott und andere Menschen, aber auch mich selbst mit nicht mehr mit meinen, sondern mit seinen Augen.

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    Autor: Elke Drossmann

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    3 min
  • Wen Gott segnen will, den segnet er
    Gedanken von Wolf-Dieter Kretschmer über 4. Mose 23,19

    3.200 Jahre vor unserer Zeit: Ein hellsichtiger Mann ist aus dem fernen Petor am Fluss Euphrat ins Ostjordanland gereist. König Balak hat ihn herbeigerufen, weil dem Seher Bileam ein besonders guter Draht nach oben zugeschrieben wird. Seine Aufgabe: im Namen Gottes soll Bileam das Volk Israel verfluchen. Für diesen zweifelhaften Gefallen bietet der moabitische König dem Propheten Geld an. Sehr viel Geld.  

    Aber es kommt anders als geplant. Gott erlaubt Bileam nicht, Israel zu verfluchen. Im Gegenteil. Bileam segnet die Israeliten mehrfach. Das macht König Balak wütend. Er überzieht den Propheten mit Vorwürfen. Aber Bileam widerspricht. Er fragt: Wie kann ich etwas anderes verkünden als das, was Gott mich wissen lässt? Dann erklärt Bileam seinem Auftraggeber:

    Gott ist nicht ein Mensch, dass er lüge, noch ein Menschenkind, dass ihn etwas gereue. Sollte er etwas sagen und nicht tun? Sollte er etwas reden und nicht halten? 4. Mose 23, Vers 19

    Die Botschaft für König Balak ist klar: Gott ist anders als die Menschen. Wenn Gott sich etwas vornimmt, dann geschieht das auch.

    Ich lerne aus dieser Geschichte mehrerlei: Zum einen kann ich Gott nicht für meine Zwecke benutzen. Er ist souverän. Das bedeutet aber auch, dass etwaige Manipulationsversuche bei ihm ins Leere laufen.

    Außerdem gilt: Wen Gott segnen will, den segnet er. Dabei lässt er sich von niemandem, und schon gar nicht von übelmeinenden Menschen aufhalten. Gut zu wissen.

     

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    Autor: Wolf-Dieter Kretschmer

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    3 min
  • So sehen Sieger aus
    Ellen Hörder-Knop über 1. Johannes 5,4

    „So sehen Sieger aus!“ Jubel, Tränen, Freudentaumel – pure Emotion! Wenn das Stadion bebt, fühlt sich alles richtig an.

    Aber selbst der lauteste Jubel verklingt. Und irgendwann geht auch das letzte Flutlicht aus.

    Gibt es einen Sieg, der bleibt? Auch dann, wenn ich schwach bin? Wenn ich zweifle, falle und keiner mehr klatscht?

    Vor fast 2000 Jahren schreibt der Apostel Johannes an christliche Gemeinden im römischen Kleinasien – mitten in schwierigen Zeiten. Er ermutigt sie mit einem Satz, der bis heute gilt, zu finden im ersten Johannesbrief, Kapitel 5, Vers 4:

    „Unser Glaube ist der Sieg, der die Welt überwunden hat.“

    Starke Worte in einer Welt, die oft ganz andere Sieger feiert: Die, die sich durchsetzen. Die, die glänzen. Die, die ganz oben stehen. Erfolg zählt. Macht beeindruckt. Selbstoptimierung ist das Gebot der Stunde. Doch wer zahlt den Preis dafür?

    Jesus Christus, der Stifter und Namensgeber des christlichen Glaubens, hat anders gesiegt. Nicht mit Gewalt, sondern mit Liebe. Nicht mit Ellbogen, sondern mit durchbohrten Händen – am Kreuz.

    Und er lebt. Er sagt: „Ich habe die Welt überwunden.“ (Johannes 16,33)

    Nicht: „Du musst stark sein. Du schaffst das schon!“ Sondern: „Ich hab’s geschafft – für dich!“

    Wenn ich kämpfe, mit Angst, mit Schuld, mit mir selbst – dann gilt: Ich muss nicht siegen.

    Ich kann mich an den halten, der längst gesiegt hat.

    So sehen Sieger aus: Nicht perfekt. Aber getragen - vom Sieger der Liebe. Verbunden mit Jesus. Für immer.

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    Autor: Ellen Hörder-Knop

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    3 min
  • Gott ist kein Bürokrat!
    Gedanken von Oliver Jeske zur Bibelstelle Matthäus 20,27.

    Mein älterer Sohn studiert auf Lehramt. Begonnen hat er hier bei uns in Berlin. Doch als er den Bachelor in der Tasche hatte, wollte er mal etwas anderes schnuppern als immer nur Berliner Luft.

    Gar nicht so einfach. Schule ist bekanntlich Ländersache in Deutschland. Schnell wurde klar: Hier musste er etwas nachholen. Dort würde es schwierig werden. Und ein Bundesland hatte für Studenten wie ihn gleich ganz dicht gemacht. Ärgerlich und irritierend, wenn überall andere Regeln gelten!

    Gott ist kein Bürokrat! Gott sei Dank – im wahrsten Sinne des Wortes.

    Und doch hat der Sohn Gottes, Jesus Christus, vor 2.000 Jahren ebenfalls für Irritation gesorgt. Er hat gesagt: Auch bei mir müsst ihr euch auf Regeln und Maßstäbe einlassen.

    Im biblischen Buch des Evangelisten Matthäus wird Jesus zitiert mit den Worten:

    „Wer von euch der Erste sein will, soll euer Diener sein.“ (Matthäus 20,27 – BasisBibel)

    Moment mal! Alles, was ich bisher geleistet habe, soll bei Gott nichts gelten? Das ist ja noch heftiger als der Umzug als Lehramtsstudent von einem Bundesland in ein anderes.

    Richtig, doch gleichzeitig befreit Jesus alle, die ihm vertrauen, von einem unwahrscheinlichen Leistungsdruck. Nicht ich muss mir das Himmelreich verdienen. Das hat er selbst längst getan. Nicht meine Leistung zählt. Gott ist es vielmehr wichtig, dass ich meinen Mitmenschen in den Blick nehme.

    Mein Sohn wird sich wohl noch einige Zeit mit dem deutschen Schulsystem und mit typisch deutscher Bürokratie herumschlagen müssen. Als Kinder Gottes sind wir aber auch Menschen, die gleichzeitig eine ungeahnte Freiheit atmen dürfen.

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    Autor: Oliver Jeske

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    2 min
  • Vielversprechender Dreiklang
    Gedanken von Tobias Schier über die Bibelstelle Matthäus 14,35-36

    Vielversprechender Dreiklang

    Neulich erst erlebt: Ich hatte die Chance, einen Menschen eine ganze Woche lang besser kennenzulernen, den ich bisher nur aus der Ferne gesehen hatte. Trotzdem hatte ich mir schon längst eine Meinung über ihn gebildet: Kühl, etwas hochnäsig und emotionslos. Wie anders ist nun das Bild, nachdem ich ihn besser kennengelernt habe.

    Ganz ähnlich muss es denen ergangen sein, die Jesus live erlebt haben. Für die einen war er ein guter Mensch, für andere ein Scharlatan, wieder andere bezeichneten ihn als Gotteslästerer oder als Propheten. Aber für eine bestimmte Gruppe von Menschen war er der der Sohn Gottes und Heiland der Welt. Über diese Menschen lese ich im Matthäusevangelium: „Die Bewohner des Ortes erkannten Jesus.“ Das heißt, sie sahen, wer und wie er wirklich war. In der Folge bringen sie alle Kranken zu ihm. Die bitten Jesus darum, dass sie den Saum seines Gewandes berühren dürfen. Weiter heißt es dann: „Und alle, die es taten, wurden gesund“ (GNB). Wie ist das möglich?

    Hier wird eine Art „Dreiklang“ beschrieben, der es in sich hat. Zunächst war entscheidend: Sie haben Jesus als den Heiland anerkannt. Als denjenigen, dem alles möglich ist. Dann haben Sie ihn um etwas gebeten. Hier kommt eine demütige Haltung zum Ausdruck, die nicht einfordert, sondern anfragt. Zu guter Letzt handeln sie, werden praktisch, investieren eigene Kraft und tun etwas.

    Möglicherweise liegt in diesem „Dreiklang“ eine Art Hinweis darauf verborgen, wie ich Jesus auch heute begegnen kann. Wer ist Jesus für mich? Fordere ich von ihm oder bitte ich ihn? Bleibe ich passiv oder werde ich aktiv? Fragen, die sich nur jede und jeder selbst beantworten kann.

    Bibellesen unter bibleserver.com

    Autor: Tobias Schier

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    3 min
  • ... und hätte der Liebe nicht
    Gedanken von Mirjam Langenbach über die Bibelstelle 1. Johannes 4,8

    In seinem ersten Brief an die Christengemeinden in Korinth empfiehlt der Apostel Paulus, nach den großen Gaben Gottes zu streben. Und er setzt noch einen drauf, als er schreibt, er wolle ihnen einen noch besseren Weg zeigen. Dann setzt er an zum so genannten 'Hohelied der Liebe' in dem er - kurz zusammengefasst - nichts an tollen Frömmigkeitsübungen durchgehen lässt, wenn sie nicht mit Liebe geschehen.

    Letzter Satz: "Nun aber bleiben Glaube, Hoffnung, Liebe, diese drei; aber die Liebe ist die größte unter ihnen." (1. Korinther 13,13 LUT)

    Ich bin nur eine Moderatorin beim ERF, zu diesem großartigen, tiefgründigen und wunderbaren BIbeltext fällt mir nichts Weiterführendes ein. Darum kommt hier eine Einordnung von Dietrich Bonhoeffer, aus seinem Buch "London 1933 - 1935"

    Es ist zunächst etwas sehr Einfältiges, was hier gesagt ist, nämlich daß [sic] ein Leben Sinn und Wert hat, nur sofern Liebe in ihm ist, und daß [sic] ein Leben nichts, gar nichts ist und keinen Sinn und Wert hat, wenn keine Liebe in ihm ist. Ein Leben ist so viel wert, wie viel Liebe es hat. Alles andere ist nichts, gar nichts, ganz gleichgültig, ganz unwichtig, alles Schlechte und alles Gute, alles Große und alles Kleine ist unwichtig – wir sind nur nach einem gefragt, ob wir Liebe haben oder nicht. …

    »Wenn ich mit Menschen- und mit Engelzungen redete« … das ist die Möglichkeit, mit der wir nicht gerechnet hatten, daß [sic] auch unsere heiligsten Worte unheilig, gottlos, gemein werden können – wenn ihnen das Herz fehlt, wenn sie ohne Liebe sind. …

    »Und wenn ich weissagen könnte und wüßte [sic] alle Geheimnisse und Erkenntnisse …« wenn ich wüßte [sic], warum ich diesen Weg und warum jener jenen Weg gehen muß [sic], wenn ich die dunklen Wege Gottes schon hier erkennen könnte – ja, wäre das nicht die Seligkeit? …

    Erkenntnis, Wissen, Wahrheit ohne Liebe ist nichts, sie ist nicht Wahrheit – denn Wahrheit ist Gott und Gott ist Liebe – darum ist Wahrheit ohne Liebe Lüge.

    (Dietrich Bonhoeffer, „London 1933-1935“, DBW Band 13, Seite 380 f, 383 f )

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    Autor: Miri Langenbach

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    3 min

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