Perspektiven

Perspektiven

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Religion & Spirituality
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Perspektiven episodes

  • «Das Land» - Religiöse Sehnsucht und biblische Verheissung
    «Geh in das Land, das ich Dir zeigen werde» - diesem Ruf folgte Abraham und wird zum Urvater des Glaubens an den einen Gott. Die Beziehung «zum Land» zwischen Jordan und Mittelmeer hat die jüdische Gemeinschaft nie losgelassen, egal in welchem Exil sie sich gerade befand. Zu den zentralen biblischen Verheissungen des Gottes Israels an sein Volk gehört die vom Land. Darum ist «das Land» auch im religiösen Bewusstsein von Christinnen und Christen ständig präsent. Auch sie besingen Zion, Jerusalem und das Land in Psalmen und Kirchenliedern. Wenn sie das Gebiet links und rechts vom Jordan meinen, sprechen sie oft vom «Heiligen Land». Aber: Kann man über «das Land» überhaupt rein spirituell und theologisch nachdenken, ohne tagespolitisch zu werden? Der 70. Jahrestag der Gründung des Staates Israel gibt Anlass dazu. In den Augen vieler Juden und auch Christen erfüllten sich mit dieser Staatsgründung biblische Verheissungen. Für viele arabische Muslime und Christen zerplatzten gleichzeitig existentielle Hoffnungen auf eigenes Land. – Was für eine biblische «Spiritualität des Landes» ist überhaupt möglich, ohne ungerecht zu werden? Der Schweizer Jesuit Christian Rutishauser und der jüdische Gelehrte Gabriel Strenger versuchen Antworten.
    30 min
  • Auf der Suche nach Menschlichkeit - Flucht und Religion im Film
    Zum Thema Flucht und Migration sind in den letzten Jahren zahlreiche Filme produziert worden. Ungeschminkt und direkt tragen sie die Geschichten von Flüchtenden in unsere Wohnstuben und hinterfragen die europäische Flüchtlingspolitik. Das Thema Religion spielt dabei eine wichtige Rolle. Derzeit sind weltweit über 65 Millionen Menschen auf der Flucht. Die Schicksale von flüchtenden Menschen aus Kriegs- und Krisengebieten spielen in vielen Filmen eine wichtige Rolle. «Eldorado» beispielsweise heisst das neueste Werk des Schweizer Filmemachers Markus Imhoof («Das Boot ist voll», 1981). In «Eldorado» nun begleitet er Flüchtende auf ihrem Weg in das vermeintliche Paradies Europa. Das ist eine Reise, die mehrere Jahre dauern kann. Ein Betroffener fasst es mit den Worten zusammen: «Das hier ist kein Leben, es ist nicht mal Überleben.»
    Wie spiegelt sich das Thema Flucht im Film? Wie beeinflussen die Bilder über Flucht unser Ver­ständnis von Migration? Welche Rolle spielt Religion in den filmischen Darstellungen von Migra­tion und Flucht? Diesen Fragen geht die «Perspektiven»-Sendung nach.
    26 min
  • Frag den Kardinal!
    Seit knapp acht Jahren ist Kurt Koch nicht mehr Bischof von Basel, sondern Kurien­kardinal in Rom. Als «Ökumene-Minister» ist er für die Einheit der Christen zuständig. In dieser Sendung stellt er sich den Fragen des Radiopublikums. Kurt Kardinal Koch ist für den Austausch mit reformierten wie auch mit orthodoxen Kirchen zuständig. Ferner gehört der Dialog mit dem Judentum zu seinen Aufgaben.
    Dementsprechend fliegt der Kardinal durch die Weltgeschichte: von Armenien bis nach Skandi­na­vien. Zum Reformationsjubiläum sagte Kurt Koch, es sei Ziel der ökumenischen Bemühungen, ge­mein­­­sam Eucharistie zu feiern.
    Doch Fortschritte sind auf offizieller Ebene kaum zu erkennen. Es müssen noch viele dicke Bretter gebohrt werden.
    Wie erlebt Kurt Koch das Ringen um die Ökumene, Papst Franziskus, die Intrigen im Vatikan?
    In der Sendung «Perspektiven» stellt sich der Kardinal den Fragen unserer Hörerinnen und Hörern.
    29 min
  • Heilige Resilienz! – Die Bibel als Trauma-Bewältigerin
    Der New Yorker Bibelwissenschaftler David Carr zeigt, wie sich die biblischen Geschich­ten beider Testamente als Geschichte der Trauma-Bewältigung lesen lassen. Damit werde die Bibel zur Quelle für Resilienz. Die Bibel mache also stark, über traumatische Erfahrungen hinweg zu einem neuen, gelingenden Leben zu kommen. Der US-Theologe David Carr hat es am eigenen Leib erfahren: Ein schwerer Velounfall brachte ihn an die Schwelle von Leben und Tod. Seither funktioniert sein Körper nicht mehr so wie früher. Aber er ist darüber hinweggekommen, weil er die Schockerfahrung umarbeiten konnte.
    Dies lässt ihn biblische Erzählungen nun ganz anders lesen. Er kann plausibel zeigen, wie die Menschen hinter den biblischen Erzählungen ihre Erfahrungen von Vertreibung, Verfolgung, Zerstörung und Ermordung umdeuten konnten. Aus dem schmählichen Kreuzestod Jesu wird nicht das Ende einer Bewegung, sondern ihr Anfang. Das Mordinstrument Kreuz wird krass zum Lebenssymbol umgedeutet. Aber auch in anderen Erzählungen entdeckt der Quäker Carr Resilienz-Strategien.
    (Wiederholung 8. Mai 2016)
    Literatur zur Sendung:
    David Carr, The Holy Resilience, Yale University Press 2014. (Englisch); David Carr, Schrift und Erinnerungskultur. Die Entstehung der Bibel und der antiken Literatur im Rahmen der Schreiberausbildung, Theologischer Verlag Zürich TVZ 2015. (Deutsch)
    30 min
  • Macker und Paschas – sind Religionen schuld daran?
    Wechselt ein richtiger Mann Windeln und füttert das Kleinkind? Führt eine richtige Frau ein Unternehmen und ist als Mutter 100 Prozent berufstätig? Unsere Rollenbilder sind geprägt von Kultur und massgeblich auch von Religion. Wie sich Frauen und Männer verhalten sollen, wird noch heute aus den heiligen Schriften abgeleitet.
    Religionen sind aber nicht vom Himmel gefallen. Sie spiegeln die damaligen Verhältnisse wider. Trotzdem beeinflussen sie die Geschlechterrollen auch in unserer säkularen Gesellschaft. Diese werden immer öfter kritisch hinterfragt, von christlichen Feministinnen ebenso wir von modernen Musliminnen und Muslimen. Der Psychologe Ahmad Mansour und die beiden Islamwissenschaft­lerinnen Amira Hafner-Al Jabaji und Esma Isis-Arnautovic loten Spielräume aus und zeigen Aus­wege aus patriarchalen Strukturen.
    29 min
  • Sakrales Theater auf dem Julierpass
    Ein knallroter 30-Meter-Holz-Turm auf dem Julierpass – das ist nicht nur ein Farbtupfer in luftiger Höhe, sondern ein vielgefeiertes, temporäres Theaterhaus. Ausgezeichnet mit dem Wakkerpreis, bringt das Festival «Origen» spektakuläre Kunst an ungewöhnliche Orte im Bündnerland. Dahinter steckt der Bündner Giovanni Netzer, Intendant des Festivals. Er hätte Priester werden können, studierte er doch Katholische Theologie, Theaterwissenschaft und Kunstgeschichte. Auch wenn die Kunst seine wahre Berufung wurde bezeichnet Netzer die Kirche nach wie vor als geistige Heimat. Und er sieht viele Schnittstellen: «In der Theologie machte ich vor allem Liturgiewissenschaft, und in gewisser Weise steht die Liturgie am Anfang des Theaters». Ein Markenzeichen von Giovanni Netzer ist es, biblische Stoffe neu zu interpretieren. Im «Julierturm» werden etwa die Geschichte der Weisen aus dem Morgenland und Passionskonzerte gespielt. In «Perspektiven» spricht Giovanni Netzer über Kunst und Kultus – und den Reichtum biblischer Stoffe für Adaptionen der Gegenwart.
    29 min
  • Ihm reicht's nicht mit der Kirche
    Andreas Heggli wurde 1968 der erste Pastoralassistent der Schweiz. Sein langes römisch-katholisches Theologenleben engagiert er sich für die Freiheit in seiner Kirche. Andreas Heggli hat lange Jahre den Herbert-Haag-Preis für die Freiheit in der Kirche mitgeprägt und wurde so auch schweizweit bekannt. Er wirkt auch bis heute in progressiven Basisgruppen der römisch-katholischen Kirche der Schweiz mit, etwa in der Allianz «es reicht». Warum es ihm trotz allem Protest selber immer noch nicht reicht mit seiner Kirche, erklärt er in Perspektiven.
    29 min
  • Die Namen Gottes
    Der Name Gottes ist so heilig, dass man ihn nicht aussprechen kann und das auch besser gar nicht erst versuchen sollte. «Du sollst den Namen Deines Gottes nicht missbrauchen!» In der Anrufung des Namens nämlich beschwört man Gott selbst. Da ist also Vorsicht geboten. Um den göttlichen Eigennamen nicht auszusprechen, sagen jüdische Gläubige drum oft einfach nur «HaShem», was «der Name» heisst. Im Islam hat sich ebenfalls eine Namensmystik ausgebildet. Mit 99 schönen Eigenschaften bezeichnen Muslime Gott, wohl wissend, dass wir Gott eben nicht zu fassen kriegen und darum auch nicht malen sollten.
    Die Heiligkeit des Namen Gottes bewirkt, dass der Benennung von Menschen religiöse Bedeutung zukommt. In manch biblischem Namen steckt gar ein ganzes Lebensprogramm: Jakob wird umbenannt in «Israel» = «der mit Gott ringt», oder es wird etwas verheissen, etwa mit Jehoshua (Jesus), dass «Gott rettet». Solch biblisch fundierte Namens-theologie inspiriert auch die Berner Theologin Magdalene Frettlöh in ihrem zeitgenössischen Werk.
    24 min
  • #ChurchToo – Debatte um Sexismus ist auch in der Kirche angekommen
    Die Welle der Meldungen von sexistischem Verhalten hat auch die Kirche erreicht. Unter dem Stichwort «#ChurchToo» berichten Frauen von ihren Erlebnissen aus dem kirchlichen Umfeld. Gemeint sind damit sämtliche kirchlichen Institutionen, nicht nur die katholischen und reformierten Kirchen und Kirchgemeinden, auch die Freikirchen und die kirchliche Freiwilligenarbeit. Was bedeutet es, wenn es an Orten, die explizit als Schutzräume gelten, übergriffiges Verhalten gibt? Hat die Kirche ein Problem mit Erotik und Sexualität, mit Macht und Abhängigkeit, mit Sexismus und sexualisierter Gewalt? Was muss auf die Anklage im Netz und die Empörung folgen?
    28 min
  • Hinausziehen und Fragen stellen
    Eine Reportage über Aussteigerinnen und Aussteiger aus dem ultraorthodoxen Milieu in Israel. Jüdinnen und Juden, die ein religiös-orthodoxes Leben verlassen und säkular werden, heissen «Fragesteller» oder noch wörtlicher «Die hinausziehen und Fragen stellen». Sie hinterfragen nicht nur Gott, sondern auch den strengen Lebensstil in ultra-orthodoxen Gemeinden. Wer hieraus auszieht, verlässt für immer die Familie und das gewohnte soziale Umfeld.
    In der säkularen High-Tech-Welt finden sich diese Menschen dann aber erst einmal gar nicht zurecht. Hier hilft die Organisation Hilel. Sie vermittelt Wohnung, Ausbildung und Kontakte. Die Aussteigerinnen und Aussteiger müssen alles neu lernen, etwa mit einem Handy umzugehen. Gründe für den Ausstieg sind aber nicht nur mangelnder Glaube, sondern auch materielle Armut und Not.
    30 min

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Perspektiven aufs Leben. Der wöchentliche Podcast von SRF Kultur rund um Religion, Spiritualität und Ethik. Hier haben Glaube, Zweifel und Hoffnung Platz. Wir erzählen, erklären, debattieren und…

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