Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Mike Schäfer: Warum ist Klimakommunikation so schwierig?
    Er ist der einzige Professor für Wissenschaftskommunikation in der Schweiz und lehrt an der Universität Zürich. Mike Schäfer forscht darüber, wie wir über das Klima sprechen. Auch am Freitag wieder rund um den globalen Klimastreik. Mike Schäfer ist zu Gast im «Tagesgespräch» bei David Karasek.
    Im Frühjahr 2019 fand der erste globale Klimastreik statt. Am Freitag, beim zwölften globalen Klimastreik, wird wieder mit einer grossen Teilnahme weltweit gerechnet. Wie wir über den Klimawandel sprechen, hat einen grossen Einfluss darauf, wie die Menschen die Problematik wahrnehmen, den Ernst der Lage einschätzen und Bemühungen zur Eindämmung der globalen Erwärmung unterstützen. 
    Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler stellen sich die Frage, wie viele Menschen in der Lage sind, die Komplexität des Klimawandels zu verstehen. Daraus ergibt sich ein Bedarf an klarer und einfacher Klimakommunikation.
    Mike Schäfer ist Professor für Wissenschaftskommunikation an der Universität Zürich. Er lehrt und forscht vor allem darüber, wie über den Klimawandel gesprochen wird.
    27 min
  • Jan-Egbert Sturm: «Krise ist zu einem Modewort geworden»
    Es wird kein leichter Winter, ein Halbjahr ohne Wirtschaftswachstum. Auch die Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich korrigiert ihre Prognosen nach unten. Doch mit dem Schreckgespenst «Krise» vor Augen, lässt sich diese wohl abwenden, ist der KOF-Leiter Jan-Egbert Sturm überzeugt.
    Krise: Dieses Wort wird seit dem Ukraine-Krieg oft geschrieben oder gesagt, häufig auch in Zusammenhang mit der Wirtschaft. Kein Wunder, sind Inflation und Energiepreise so hoch wie schon lange nicht mehr, die Ungewissheit durch den Krieg besonders gross. Dadurch sinkt die Zuversicht der Konsumentinnen und Konsumenten. Und auch die Unternehmen beurteilen ihre Lage zunehmend kritisch; trotz nach wie vor vollen Auftragsbüchern und rekordtiefer Arbeitslosigkeit.
    Weltweit stehen die Zeichen vielerorts auf Rezession; so beispielsweise in Deutschland. Die Konjunkturforschungsstelle KOF muss im Zuge dieser Entwicklung ihre Prognosen nach unten korrigieren. Sie geht im Winterhalbjahr gar von einem Null-Wachstum aus. Dennoch kann sich Jan-Egbert Sturm nicht vorstellen, dass die Schweiz in eine Rezession stürzen wird, in eine Krise vergleichbar mit dem ersten Corona-Jahr oder mit der Finanzkrise. In der Schweiz werden bereits jetzt verschiedenen politischen Forderungen laut: Der Bundesrat beispielsweise soll jetzt schon einen Energienotstand ausrufen. Im Parlament werden Unterstützungshilfen für Firmen und Privathaushalte diskutiert. Auch, um die Kaufkraft zu erhalten. Dass die Politik vor dem Schreckgespenst Krise warnt, findet Jan-Egbert Sturm sinnvoll, denn genau diese Warnung erziele die nötige Verhaltensänderungen, um eine Krise zu verhindern.
    Doch bereitet sich die Schweiz genügend auf die Herausforderungen des Winters vor? Braucht es Konjunkturpakete oder Unterstützungsgelder wie sie die eidgenössischen Räte diskutieren? Sollen Profiteure der jetzigen Situation wie zum Beispiel die Energieunternehmen gar für sogenannte Übergewinne extra besteuert werden? Diese Fragen beantwortet der Wirtschaftsprofessor Jan-Egbert Sturm im «Tagesgespräch» bei Karoline Arn.
    28 min
  • Jeronim Perovic: Ist das die Wende im Krieg?
    Die Gegenoffensive der Ukraine ist in vollem Gang. Die russische Luftwaffe gerät zunehmend unter Druck und in Russland wächst die Kritik an Putin. Ist das die Wende im Krieg? Einschätzungen von Jeronim Perovic, Professor für Osteuropäische Geschichte an der Universität Zürich.
    Die Ukraine ist nach eigenen Angaben weiter nach Osten vorgedrungen, in von russischen Truppen aufgegebenes Gebiet. Gemäss britischem Geheimdienst gerät insbesondere die russische Luftwaffe zunehmend unter Druck. In den letzten zehn Tagen verlor Russland weitere vier Kampfjets, von insgesamt 55 seit Kriegsbeginn.
    Jeronim Perovic äussert sich im «Tagesgespräch» über die Erfolge der Ukraine, die Rolle der westlichen Partner und die ukrainische Strategie für den Winter. Aber eine konkrete Frage steht im Fokus: Kommt jetzt die Wende im Krieg?
    Jeronim Perovic ist Professor für osteuropäische Geschichte und Direkter des Zentrums für Osteuropa Studien an der Universität Zürich.
    27 min
  • Regula Rytz: Vom Politisieren als Helvetas-Präsidentin
    Seit 100 Tagen ist Regula Rytz Präsidentin von Helvetas. Die ehemalige Parteipräsidentin und Nationalrätin der Grünen will ihren Fokus auf die globalen Probleme richten. In einem Appell fordert sie die Verdoppelung der Soforthilfe auf 200 Millionen Franken, um die allergrösste Not zu lindern.
    Sie wollte ihren Fokus erweitern, international agieren und die globalen Probleme bekämpfen. Seit 100 Tagen ist Regula Rytz, die ehemalige Parteipräsidentin der Grünen und Nationalrätin, nun Präsidentin der Entwicklungsorganisation Helvetas. In einer Situation, in welcher der globale Hunger wieder zunimmt und Dürren, Überschwemmungen und Stürme den ärmsten Ländern am meisten zusetzen. Rytz reagiert mit einem Appell an die Schweizer Politik, die Soforthilfe um 100 Millionen Franken zu verdoppeln auf insgesamt 200 Millionen Franken. Sie fordert nicht nur Geld, sondern auch den Einsatz für Menschenrechte, eine starke internationale Zusammenarbeit und eine aktive Rolle der Schweiz in den nächsten zwei Jahren im UNO-Sicherheitsrat.
    Das Wirkungsfeld von Rytz hat sich also verändert, die politischen Forderungen aber sind ähnlich geblieben. Wie spürbar sind die Verschlechterungen der Lebensumstände in vielen Ländern? Welche Rückmeldungen erhält sie von ihren Projektleiterinnen und -Leitern aus den über 30 Ländern, in denen Helvetas sich engagiert? Antworten von Regula Rytz im «Tagesgespräch» bei Karoline Arn.
    24 min
  • Lorenz Bertsch: «In der Schweiz wird es mehr Verschuldete geben»
    Strom- und Heizpreise steigen. Das zeigt sich in den Portemonnaies. «Wir müssen mit allen Mitteln verhindern, dass Menschen wegen den aktuellen Preisexplosionen in die Armut gedrängt werden.» Das sagt Lorenz Bertsch, Leiter Schuldenberatung bei der Caritas im «Tagesgespräch».
    Teuerung, steigende Strompreise und höhere Krankenkassenprämien: 20-30% der Menschen in der unteren Mittelschicht würden bis nächsten Frühling in die Armut rutschen, rechnet das Hilfswerk Caritas.
    Die Schweiz schlittere laut der Caritas auf eine Krise zu, welche die Ärmsten heftig treffen werde. Diese hätten bereits jetzt die Teuerung bei Lebensmitteln, Mobilität und Energiepreisen zu verkraften. Auf ersten Januar folgt nun eine Kostenexplosion bei den Strompreisen und Krankenkassenprämien. Familien und Alleinstehende mit Kleineinkommen würden laut der Caritas innert kürzester Zeit in eine Notlage geraten.
    Zum Problem wird es für jene, die mit ihrem gesamten Einkommen die minimalen Lebenskosten nicht decken können oder zu einer AHV- oder IV-Rente Ergänzungsleistungen beziehen müssen. Letztes Jahr taten das laut dem Bundesamt für Statistik 345'000 Personen in der Schweiz.
    Lorenz Bertsch ist Leiter der Schuldenberatung bei der Caritas St.Gallen-Appenzell und zuständig für den Fachbereich Sozialpolitik. Er ist zu Gast bei David Karasek.
    26 min
  • Maja Riniker, Priska Seiler Graf: Sicherheit versus Demokratie?
    Der F35A wird gekauft, auch wenn eine Initiative dagegen hängig ist. Der Krieg in der Ukraine eint die Kräfte, um die Armee zu stärken, auch mit einem grösseren Budget. Welche sicherheitspolitische Strategie verfolgt die Schweiz? Maja Riniker und Priska Seiler Graf sind zu Gast im Tagesgespräch.
    Es geht um das grösste Rüstungsgeschäft der Schweizer Geschichte: den Kauf der neuen Kampfjets F35A. Bundesrat und Parlament sind sich mehrheitlich darüber einig, dass es der beste und günstigste Flieger ist. Diese Überzeugung ist durch den Ukraine-Krieg noch bestärkt worden, das Parlament hat den Kauf beschlossen, obwohl eine Volksinitiative dazu noch hängig ist. Der Nationalrat ist heute dem Ständerat gefolgt und ermächtigt den Bundesrat, die Kaufverträge bereits bis im März zu unterzeichnen. In der Debatte wurde nicht weniger als der Untergang Armee beschworen, falls der F35A nun nicht sofort gekauft werde. Entgegengehalten wurde die Missachtung der Demokratie, wenn nun ohne Abstimmung die Verträge unterschrieben werden. Stehen die Sicherheit und die Kosten über den demokratischen Rechten? Welche Sicherheit bringen die neuen Kampfjets?
    Diese Fragen zeigen zwar grundsätzliche Differenzen auf. In der Debatte um Armeebotschaft, die gesamten Armeekredite von zusammengezählt über 9 Milliarden Franken, tritt aber auch eine grosse Geschlossenheit zu Tage – um die Schweizer Armee für die aktuellen und künftigen Herausforderungen zu rüsten. Vor dem Hintergrund des Krieges in der Ukraine haben sich die Positionen auch angenähert. Welche Ausgaben braucht die Schweizer Armee, um ihre Aufgabe erfüllen zu können? Wie sieht eine längerfristige Sicherheitspolitik aus?
    Priska Seiler Graf, Nationalrätin der Sozialdemokratischen Partei und Maja Riniker, Nationalrätin der FDP sind beide Mitglieder in der Sicherheitspolitischen Kommission des Nationalrates und sind nun die Gäste im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    28 min
  • Nina Zimmer: «Jede Einigung, jede Rückgabe ist ein Triumph»
    2014 ernannte der deutsche Kunsthändler Cornelius Gurlitt das Kunstmuseum Bern überraschend als Erbe seiner Bilder – ein Bestand auch mit Raubkunst der Nazis. Das Kunstmuseum zieht nun in seiner Ausstellung «Gurlitt. Eine Bilanz» ein Fazit zur Herkunftsforschung der Bilder.
    Es war eine grosse Überraschung, als Cornelius Gurlitt 2014 ausgerechnet das Kunstmuseum Bern als Erbe seiner Kunstwerke einsetzte. Die Werke sorgten zuvor als «Schwabinger Kunstfund» für Schlagzeilen. Kunsthändler Hildebrand Gurlitt handelte für die Nazis mit Raubkunst und beschaffte Bilder für Hitlers Führermuseum.
    Viel sprach dafür, das Erbe auszuschlagen, doch Bern wagte den Schritt und gründete als erstes Museum in der Schweiz eine Abteilung für die sogenannte Provenienzforschung, zur Erforschung der Herkunft der Bilder. Neun Werke wurden unterdessen restituiert: Sie wurden als Raubkunst den rechtmässigen Erben zurückgegeben.
    Das Kunstmuseum Bern beschreitet aber auch neue Wege. Zwei Werke, deren Herkunft nur lückenhaft geklärt werden konnte, hat es den ehemaligen Besitzerfamilien übergeben. Damit hat die Berner Provenienzforschung auch international neue Standards gesetzt. Viele der Ängste, beispielsweise vor Prozessfluten, welche mit der Übernahme der Kunstwerke verbunden waren, haben sich nicht bewahrheitet. Geblieben ist die aufwändige Arbeit, die auch mit immensen Kosten verbunden ist.
    28 min
  • Abstimmungskontroverse zur AHV-Reform
    Die finanzielle Stabilität der AHV ist in Gefahr. Geburtenstarke Jahrgänge erreichen das Pensionsalter, die Lebenserwartung steigt. Die Einnahmen der AHV reichen in wenigen Jahren nicht mehr aus, um die Renten zu finanzieren. Soll deshalb das Frauen-Rentenalter und die Mehrwertsteuer erhöht werden?
    Besonders für die Frauen ist diese Abstimmung das heisse Eisen am 25. September. Weil die AHV nach Hochrechnungen in den kommenden Jahren in die roten Zahlen zu rutschen droht, soll das Rentenalter der Frauen von 64 auf 65 Jahre erhöht werden; zudem soll die Mehrwertsteuer um 0,4 Prozentpunkte steigen.
    Die Frauen, die in den ersten neun Jahren nach Inkrafttreten der Reform pensioniert werden, erhalten für die Erhöhung des Rentenalters eine Kompensation. In der Abstimmungskontroverse diskutieren SP-Nationalrätin Flavia Wasserfallen, sie ist gegen die Reform und FDP-Nationalrätin Regine Sauter, sie ist dafür.
    28 min
  • Nagra-CEO Matthias Braun: «Unsere Daten sind Weltklasse»
    Wohin mit dem Atommüll? Das steht nun fest: Er soll dereinst in Nördlich Lägern vergraben werden. Das 123 Quadratkilometer grosse Gebiet nördlich der Stadt Zürich umfasst 15 Gemeinden und ist laut Matthias Braun der sicherste Ort für ein Tiefenlager: Hier eigne sich die Geologie am besten.
    Jahrzehntelang wurde gebohrt, untersucht, getestet, diskutiert und argumentiert. Unterdessen ist der Begriff «Opalinus-Ton» vielen geläufig, die Regionen wie «Nördlich Lägern» allen ein Begriff. Nödlich Lägern, das ist der kurze Schluss der langen Suche. Die geeignete Gesteinsschicht ist in der Region am grössten, am dichtesten und am ruhigsten. Dies sei auch für die Gefahr von Erdbeben sehr wichtig, so die Nagra.
    Am ruhigsten ist in Nördlich Lägern aber auch die politische Opposition. Haben politische Überlegungen keine Rolle gespielt? Der Verdacht kommt auf, da die heute gekürte Region vor sieben Jahren noch abgeschrieben werden sollte. Martin Neukom, Regierungsrat Kanton Zürich und Vorsitzender Ausschuss der Kantone im SGT, widersprach an der Medienkonferenz zum Standortentscheid: «Heute stehen wir an einem anderen Ort.» Die Frage sei lediglich, welcher der sicherste Standort sei: «Es war kein politischer Entscheid.»
    «In Nördlich Lägern haben wir den besten Standort für ein Tiefenlager gefunden, mit den grössten Sicherheitsreserven. Erfreulich ist, dass wir einen eindeutigen geologischen Entscheid haben. Die Geologie hat gesprochen. Es wird eventuell nach einem Bundesratsentscheid und einem Beschluss des Parlaments ein Referendum möglich werden. Vorher gibt es auch noch eine Vernehmlassung, in der sich jeder Bürger vernehmen lassen kann», sagt Nagra-Chef Braun.
    28 min
  • Thomas Kielinger: Erinnerungen an eine «wertvolle» Frau
    Königin Elizabeth II. ist im Alter von 96 Jahren verstorben. Laut Thomas Kielinger, Biograf von Queen Elizabeth II., hatte die Verstorbene drei Pfeiler in ihrem Leben: Den Ehemann, das Christentum und das Glück, alt zu werden. Thomas Kielinger ist zu Gast im «Tagesgespräch».
    Die Queen ist auf Schloss Balmoral in Schottland im Alter von 96 Jahren friedlich eingeschlafen. Nun trauert Grossbritannien um seine langjährige Königin und erlebt den Übergang zu König Charles III.
    Am Freitag um 13 Uhr unserer Zeit läuten die Glocken von Westminster und der St.-Pauls-Kathedrale in London. Im Tagesverlauf wird der neue König, Charles III, von Schottland nach London reisen, die britische Premierministerin Liz Truss treffen und danach seine erste Rede halten.
    Thomas Kielinger, Biograf von Queen Elizabeth II. und langjähriger Korrespondent für die «Welt» in London, sieht in der Verstorbenen eine Garantin für Stabilität und Kontinuität. Dass sie noch kurz vor ihrem Tod die neue britische Premierministerin Truss empfangen habe, kröne ein Leben der Diensterfüllung. Er ist zu Gast bei David Karasek.
    22 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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