Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Susanne Brunner: Dieses Heimweh nach Freiheit
    Die ehemalige SRF Nahost-Korrespondentin erzählt im «Tagesgespräch» von Erlebnissen, die sie nicht vergessen wird und wieso ihr die Erfahrungen aus Bagdad, Beirut und Jerusalem helfen für ihre neue Aufgabe als Auslandchefin von Radio SRF. 
    Seit Frühjahr 2018 berichtete Susanne Brunner als Nahost-Korrespondentin für Radio SRF. Eine Region, in der mehr Kulturen, Religionen und Völker ineinander verstrickt scheinen als irgendwo sonst und sich die Konflikte dieser Welt immer wieder aufs Neue manifestieren. Der drohende Bürgerkrieg im Irak rund um die Führungsfigur Muktada Al-Sadr ist nur ein Beispiel für einen solchen Konflikt.
    Neben aktuellen Unruhen offenbaren sich in dieser kulturellen und religiösen Vielfalt aber auch ganz andere, faszinierende Seiten. Susanne Brunner erzählt im «Tagesgespräch» über all diese Aspekte und über ihren Wechsel von der Nahost-Korrespondentin zur Leiterin der SRF Auslandredaktion.
    26 min
  • Judith Wipfler: «Hier begegnen sich Russland und die Ukraine»
    In Karlsruhe treffen sich rund 4000 Christinnen und Christen aus 120 verschiedenen Ländern; darunter auch Mitglieder der russisch-orthodoxen Kirche. Sie treffen auf ukrainische Kirchenvertreterinnen und -vertreter. Religionsexpertin Judith Wipfler ist in Karlsruhe und zu Gast im Tagesgespräch.
    Die Vollversammlung des Ökumenischen Kirchenrates findet alle acht Jahre statt. Die Diskussionen um Frieden stehen unter besonders schwierigen Vorzeichen. Die russisch-orthodoxe Kirche, die klar hinter Putin und seiner Politik steht, ist die grösste christliche Gemeinschaft innerhalb des Rates und hat auch bei der Vollversammlung starken Einfluss.
    Daneben sind aber auch Vertreterinnen und Vertreter ukrainischer Kirchen angereist. Während für die russische Delegation politische Diskussionen keinen Platz am Treffen haben sollen, fordert die ukrainische eine stärkere Mitgliedschaft und Unterstützung.
    Sind Treffen und Gespräche in diesem Rahmen möglich? Kann es gar eine kleine Annäherung geben? Wie können sich die anderen Kirchen aus den 120 verschiedenen Ländern mit ihren Schwierigkeiten, Konflikten und auch Kriegen einbringen, damit nicht alle Aufmerksamkeit auf der Ukraine liegt? SRF-Religionsexpertin Judith Wipfler beobachtet in Karlsruhe den Kongress und ist zu Gast bei Karoline Arn im Tagesgespräch.
    28 min
  • Christoph Brand: «Niemand konnte diese Situation voraussehen»
    Axpo ist das grösste Energieunternehmen der Schweiz. Es ist auch das Unternehmen mit den momentan grössten Problemen. Um zahlungsfähig zu bleiben, hat es beim Bund Kredite in der Höhe von 4 Milliarden Franken beantragt. Axpo-Chef Christoph Brand ist Gast im Tagesgespräch.
    Diese Situation hat es noch nie gegeben. Die Strommärkte spielen verrückt. Hohe Strompreise bringen grosse Gewinne, aber ebenso grosse Risiken. Das zeigt sich momentan beim Energieunternehmen Axpo. Dieses beantragte beim Bund, unter den Rettungsschirm zu schlüpfen und allfällige Kredite bis zu vier Milliarden zu erhalten, um zahlungsfähig zu bleiben. Denn das Geld muss plötzlich bezahlt werden können, um sogenannte Sicherheitszahlungen zu leisten.
    Eine Situation wie diese sei einmalig, und ja, hätte das Unternehmen anders entschieden in der Vergangenheit, wären die Probleme heute nicht da. Wie kam es dazu? Warum betrifft es im Moment nur die Axpo und was hätte sie besser machen können?
    28 min
  • Wolf Grabendorff: Warum Chile eine neue Verfassung ablehnt
    Chiles Bevölkerung lehnte mit überwältigender Mehrheit eine neue Verfassung ab. Eine deutliche Niederlage für ein Dokument, welches Chile seit drei Jahren beschäftigt, um die Verfassung aus der Zeit der Militärdiktatur zu ersetzen. Lateinamerika-Experte Wolf Grabendorff ordnet diese Abstimmung ein.
    Mehr soziale Rechte, Mehr Rechte für Ureinwohner, mehr Umweltschutz: 15 Millionen Chileninnen und Chilenen waren aufgerufen, über eine Verfassungsreform abzustimmen. Eine deutliche Mehrheit lehnte den Entwurf ab. Vielen in der konservativen chilenischen Gesellschaft ging der Entwurf für eine progressive, soziale und ökologische Verfassung zu weit.
    Die aktuelle Verfassung stammt noch aus der Zeit der Militärdiktatur unter General Augusto Pinochet (1973-1990). Sie bleibt nun in Kraft.
    Die Ablehnung der neuen Verfassung ist eine Niederlage für die Regierung von Präsident Gabriel Boric. Der 36-jährige stammt selbst aus der Protestbewegung für eine neue Verfassung. So entwickelte sich die Abstimmung über den Entwurf auch zu einer Abstimmung über die Regierung. Boric hat bereits alle politischen Parteien eingeladen, um ab heute die Weiterführung des verfassungsgebenden Prozesses zu analysieren.
    Mit dem Lateinamerika-Experten Wolf Grabendorff wollen wir die Ablehnung der neuen Verfassung in Chile genauer unter die Lupe nehmen. Der deutsche Politikwissenschaftler hat in den letzten 40 Jahren in mehreren Ländern Lateinamerikas gelebt. Grabendorff war zudem Programmdirektor der SPD-nahen Friedrich Ebert Stiftung in Chile. Im «Tagesgespräch» ist er zu Gast bei David Karasek.
    25 min
  • Kontroverse um Teilabschaffung der Verrechnungssteuer
    Im Vorfeld der Abstimmung über die Teilabschaffung der Verrechnungssteuer ist ein regelrechter Zahlenstreit entbrannt. Die Linken warnen vor fehlenden Einnahmen, die Rechten sprechen von Mehreinnahmen. Wie kommen die beiden Lager auf die entgegengesetzten Zahlen? Das erklären sie im «Tagesgespäch».
    Die politische Linke warnt: Bei einem Ja zur Teilabschaffung der Verrechnungssteuer am 25. September gehe der öffentlichen Hand viel Geld verloren. Nein, im Gegenteil, erwidern die Bürgerlichen und die Wirtschaftsverbände. Sie sprechen von zusätzlichen Arbeitsplätzen und Mehreinnahmen für die Allgemeinheit. In der Kontroverse legen beide Seiten Berechnungen vor, um ihre Version zu untermauern.
    Bundesrat und Parlament sagen Ja zur Teilabschaffung der Verrechnungssteuer. SP, Grüne und Gewerkschaften sind dagegen.
    Im «Tagesgespäch» zu Gast bei Dominik Meier sind FDP-Nationalrätin Maja Riniker als Befürworterin und SP-Co-Präsident Cédric Wermuth als Gegner.
    26 min
  • Daniel Büchel: Energiesparer von Beruf
    Energiesparen – und zwar subito! So die verkürzte Botschaft der neuen Kampagne des Bundes. Ein Appell, der seit 30 Jahren besteht und die Schweiz nun vor einer Energiekrise bewahren soll. Doch wie gelingen solche Kampagnen? Antworten von Daniel Büchel, Vizedirektor des Bundesamts für Energie.
    Die Wirtschaftsverbände haben es vorgerechnet: Gerät die Schweiz in einen Energie-Engpass, wird es teuer. Teurer, als uns die Corona-Krise zu stehen kam. Auch die Massnahmen, die eine sogenannte «Mangellage» mit sich brächten, wären deutlich einschneidender, als die Schutzmassnahmen der Pandemie, sind die Verbände überzeugt. Kein Wunder, treten nun Kantone, die Wirtschaftsverbände und der Bund gemeinsam auf, um zum Energiesparen aufzurufen. Wobei «Sparen» heute nicht mehr der zeitgemässe Begriff ist. Die Kampagne will vor allem bezwecken, dass keine Energie verschwendet wird. Dies ist nicht der einzige Unterschied zu den vielen Energiesparbemühungen des Bundes der letzten Jahrzehnte. Bei dieser Kampagne wollte der Bund vorab herausfinden, wie die Bevölkerung am besten zum Sparen gebracht werden kann. Soll der Bund drohen? Helfen finanzielle Anreize? Oder braucht es ein grosses Solidaritätsgefühl?
    Daniel Büchel ist von Berufes wegen Energiesparer. Er ist Vizedirektor des Bundesamtes für Energie, leitet die Abteilung Energieeffizienz und ist Programmleiter von Energieschweiz, dem unterdessen 30-jährigen Energiesparprogramm des Bundes, das mit der Kampagne «Bravo» begann, samt dem legendären Eierkochen mit Bundesrat Adolf Ogi. Wie erneuert man die Energiespartipps effizient? Welche Motive hat die Bevölkerung heute zum Sparen im Gegensatz zu früher? Daniel Büchel ist im «Tagesgespräch» zu Gast bei Karoline Arn.
    27 min
  • Valentin Inzko: Mit dem Krieg steht Bosnien-Herzegowina im Fokus
    Bis vor einem Jahr war Valentin Inzko der Hohe Repräsentant der Vereinten Nationen von Bosnien-Herzegowina. Die Probleme des Landes spitzen sich mit dem Krieg in der Ukraine zu. Die aktuelle Situation sieht er jedoch auch als Chance für sein Land.
    Regiert wird Bosnien-Herzegowina dezentral von einem dreiköpfigen Präsidium, das je eine Ethnie vertritt. Die Trennung des Krieges in den neunziger Jahren ist nicht überwunden. Die Korruption und Arbeitslosigkeit im Land gross. Von den Wahlen bleiben viele ausgeschlossen. Noch immer verlassen viele Menschen das Land.
    Der Präsident der bosnischen Serben, Milorad Dodik, provoziert mit Forderungen nach Abspaltung, nach einer eigenen Armee oder nach einem eigenen Steuersystem. Er unterhält gute Beziehungen zu Putin, will diesen in den nächsten Tagen zum wiederholten Mal treffen. Die nationalistischen Tendenzen, vor denen der ehemalige Hohe Repräsentant von Bosnien-Herzegowina schon vor Jahren gewarnt hat, spitzen sich mit dem Krieg in der Ukraine weiter zu: Russland hat auch Bosnien-Herzegowina damit gedroht, bei einer Annäherung an die Nato, aggressiv einzuschreiten.
    Valentin Inzko ist jedoch überzeugt: Trotz der Spannungen und der vielen Parallelen zur Ukraine wird es keinen neuen Krieg geben. Im Gegenteil, der Krieg in der Ukraine führe den Vereinten Nationen, aber auch Europa, vor Augen, wie wichtig Bosnien-Herzegowina sei. Es liege mitten im Herzen Europas und sei dennoch mit all seinen Problemen fast vergessen gegangen. Dies habe sich nun geändert.
    28 min
  • Yves Kugelmann: «Zionistenkongress-Jubiläum war oberflächlich»
    Vor 125 Jahren versammelte der Journalist Theodor Herzl in Basel Juden aus der ganzen Welt – und veränderte die Welt mit der Gründung des Staates Israel. Gestern Abend ist der Jubiläums-Zionistenkongress in Basel zu Ende gegangen. Was hat er gebracht?
    Im Jahr 1897 fand in Basel der Erste Zionistenkongress statt. 125 Jahre später eine Jubiläumsgala – an demselben Ort, im Stadtcasino Basel: Schauplatz eines welthistorisch wichtigen, aber auch zentralen Ereignisses für die zionistische und jüdische Geschichte. Es war Theodor Herzl, ein Journalist und Schriftsteller, der 1896 einen entscheidenden Text veröffentlichte, in dem er die Grundlage eines jüdischen Staates europäischen Zuschnitts skizzierte.
    Das 125-Jahr-Jubiläum des Ersten Zionistenkongresses wurde mit Podien, Workshops und Konferenzen gefeiert. Höhepunkt war der Festakt am Montagabend, 29. August, mit 1200 Gästen aus der ganzen Welt – unter ihnen auch der israelische Staatspräsident Yitzhak Herzog.
    Yves Kugelmann ist in Basel geboren, Journalist und Publizist. Als Chefredaktor des jüdischen Wochenmagazins «tachles» hat er alle Protokolle der Zionistenkongresse in Basel gelesen. Über den Jubiläumskongress sagt er: «Vertieft diskutiert, wurde an diesem Zionistenkongress kaum. Obwohl viele Fragen von damals noch immer offen sind.»
    26 min
  • Abstimmungskontroverse zur Massentierhaltungsinitiative
    Sollen alle Tiere in der Schweiz nach Bio-Standard leben? Über diese Frage stimmt die Schweizer Stimmbevölkerung am am 25. September ab. Sie befindet über ein Verbot der Massentierhaltung.
    Die Schweiz hat eines der weltweit strengsten Gesetze zum Schutz der Tiere. Würde und Wohlergehen von Tieren sind geschützt, unabhängig davon, wie viele Tiere an einem Ort gehalten werden. Die Initiative «Keine Massentierhaltung in der Schweiz» – die sogenannte «Massentierhaltungsinitiative» will den Schutz der Würde von Nutztieren wie Rindern, Hühnern oder Schweinen in die Verfassung aufnehmen. Sie will zudem die Massentierhaltung verbieten. Das Tierwohl würde dadurch systematisch verletzt.
    Bundesrat und Parlament lehnen die Initiative ab. Nutztiere seien schon sehr gut geschützt. Immer mehr Tiere würden besonders tierfreundlich gehalten. Dafür sprech sich SP, Grüne, Grünliberale und die Kleinbauernvereinigung aus.
    In der Abstimmungskontroverse diskutieren Marionna Schlatter, Nationalrätin der Grünen und Befürworterin der Vorlage und Markus Ritter, Mitte-Nationalrat und Präsident des Bauernverbandes. Er ist gegen die Initiative.
    22 min
  • Thomas Weber: Der Hosenlupf vor dem Fest
    In einer Agglomerationsgemeinde eine kleine Stadt aus dem Boden zu stampfen und eine der grössten mobilen Tribünen der Welt zu bauen, das alleine ist schon ein währschafter Hosenlupf! OK-Präsident des ESAF Thomas Weber, Regierungsrat von Basel-Land, ist heute im Tagesgespräch.
    Dieses Wochenende werden rund 400 000 Besucherinnen und Besucher nach Pratteln pilgern, ans Eidgenössischen Schwing und Älplerfest. Zum Vergleich: Im ganzen Kanton Basel-Landschaft leben 290 000 Menschen. Das Fest zu ermöglichen war nicht gerade einfach, es war ein zähes Ringen – vor dem eigentlichen Hosenlupf. Denn das Eidgenössische findet dieses Jahr nicht auf dem Land auf irgendeiner grünen Wiese statt, sondern mitten in der Welt, mitten in der Agglomerationsgemeinde Pratteln mit ihren Einwohnerinnen und Einwohnern aus 100 verschiedenen Nationen.
    Ein kulturell spannende Mix, der auch für Spannungen sorgen kann: Wie kann ein solcher Riesenanlass inmitten von Bahn, Strasse und Hochspannungsleitungen sicher sein? Haben Trachten und Volkstänze aus aller Welt Platz an diesem urschweizerischen Event? Über fünf Jahre dauerte es, einen Standort zu suchen, Sicherheitskonzepte zu entwerfen, die Perrons des Bahnhofs zu verlängern, einen Gabentempel mit Preisen im Wert von über einer Million Franken zu füllen, 4200 Freiwillige zu rekrutieren, Armee und Zivilschützer zu organisieren, 42 Sattelschlepper mit Material anzukarren Nur, um ein paar Eckpunkte zu nennen, die nötig sind, damit am Sonntag ein König aus dem Ring steigen kann. Doch der Kanton Basel-Landschaft will mehr: Der Spuk soll nicht nach dem Wochenende vorbei sein. Gerade kulturell sollen die Vereine im ganzen Kanton noch weiter von diesem Ereignis zehren können. Viel seiner Energie hat OK-Präsident Thomas Weber für das Schwingfest gegeben. Weber, der abseits vom ESAF auch noch Gesundheits- und Wirtschaftsdirektor von Basel-Landschaft ist. Über diese Herausforderungen, sein Engagement und seine Ziele erzählt Thomas Weber im Tagesgespräch mit Karoline Arn.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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