Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • UBS-Chef Axel Lehmann: Was können Grossbanken jetzt tun?
    Der Shutdown des öffentlichen Lebens trifft die Wirtschaft brutal. Besonders die KMUs leiden, weshalb ihnen der Bund und die Banken rasch unter die Arme greifen wollen. Doch was genau ist die Rolle der Banken? UBS-Schweiz-Chef Axel Lehmann stellt sich im «Tagesgespräch» den Fragen von Marc Lehmann. In vielen Branchen kommt der behördlich verordnete Stillstand praktisch einem Berufsverbot gleich. Deshalb wollen die Behörden in Zusammenarbeit mit den etwa 300 Schweizer Banken dafür sorgen, dass die Unternehmen die Krise überstehen und möglichst keine Stellen streichen müssen. Dafür haben sie diese Woche ein 20 Milliarden Franken schweres Hilfspaket geschnürt, das den Firmen rasche und unkomplizierte Hilfe verspricht. Gestern ist das Programm angelaufen, die Banken, die das Geld zur Verfügung stellen sollen, machen erste Erfahrungen.
    Was genau ist die Rolle der Banken, die diesmal im Gegensatz zur Finanzkrise 2008 nicht Teil des Problems, sondern Teil der Lösung sind?
    Axel P. Lehmann ist Chef der UBS Schweiz und damit Vorgesetzter von über 20'000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Der promovierte Ökonom, der auch Mitglied der Konzernleitung der UBS-Gruppe ist, hat erst vor vier Jahren vom Versicherungs- operativ ins Bankwesen gewechselt und gilt als einer der einflussreichsten Manager auf dem Bankenplatz Schweiz. Was kann seine, in der öffentlichen Wahrnehmung eher auf vermögende internationale Grosskunden ausgerichtete Bank in der gegenwärtigen Krise für das Gewerbe in der Schweiz tun? Axel Lehmann hat Marc Lehmann zum Gespräch am UBS-Hauptsitz in Zürich empfangen.
    27 min
  • Thomas Süssli, Chef der Schweizer Armee
    Er ist erst seit drei Monaten im Amt – und schon steht er vor einer grossen Bewährungsprobe: Thomas Süssli, Chef der Schweizer Armee. Wegen der Corona-Pandemie kommt es zur grössten Ernstfall-Mobilisierung der Schweizer Armee seit dem Zweiten Weltkrieg. Angehörige der Sanitätstruppen sollen die kantonalen Behörden entlasten. Der Einsatz wirft viele Fragen auf: Wie können die Soldatinnen und Soldaten helfen – und wo stossen sie an Grenzen? Stehen schon bald Soldaten an der Schweizer Grenze? Patrouillieren sie sogar durch Städte, um Menschenansammlungen aufzulösen? - Der Armee-Einsatz - jetzt in der Corona-Krise - absorbiert Kräfte, die der neue Armee-Chef auch brauchen könnte, um die Landesverteidigung auf neue Bedrohungen auszurichten – Stichwort: Cyber-Kriege. Viel zu tun also für den 53jährigen Thomas Süssli. Wir schauen uns das genau an. Armee-Chef Thomas Süssli ist Gast von Iwan Lieberherr.
    26 min
  • Daniel Kübler über die Aushebelung der Demokratie in Krisenzeiten
    Versammlungsfreiheit abgeschafft, Läden zu, das öffentlichen Leben von der Polizei kontrolliert: Das Coronavirus macht möglich, wovon sonst nur Diktatoren träumen, die Demokratie macht gerade Pause. Muss uns das Sorgen machen? Wir fragen im Tagesgespräch den Demokratieforscher Daniel Kübler. In der Krise schlägt die Stunde der Exekutive: Wer durchgreift und harte Massnahmen verordnet, geniesst Respekt. Der Kampf gegen das Coronavirus lässt keine Zeit für lange Diskussionen. Demokratische Prozesse werden abgekürzt, Parlamente in den Urlaub geschickt. Und auch wenn die Grundrechte massiv eingeschränkt werden, leistet niemand nennenswerten Widerstand. Die Demokratie steht nämlich im Verdacht, zu langsam und unentschieden zu sein, um grosse Krisen lösen zu können. Doch: Sind all die harschen Massnahmen verhältnismässig? Geniessen sie auch auf die mittlere und lange Sicht die Akzeptanz der Bevölkerung? Und ist zu befürchten, dass sich die Mächtigen an die Vollmachten dieses Sonderregimes gewöhnen, steuern wir also auf autoritäre Zustände zu? Der Politologe Daniel Kübler ist Professor für Demokratieforschung an der Universität Zürich und am Zentrum für Demokratie Aarau. Auch er sorgt sich in Zeiten des durchaus nötigen Krisenmodus um die Demokratie. Kübler ist Gast von Marc Lehmann.
    27 min
  • Tessiner Kantonsarzt Merlani appelliert an den Rest der Schweiz
    «Wir sind Euch etwa eine Woche voraus, lernt aus unserem Beispiel», bittet der Tessiner Kantonsarzt Giorgio Merlani im «Tagesgespräch» bei Ivana Pribakovic. Er ist überzeugt, dass das Beispiel Tessin der Schweiz helfen kann, die schnelle Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das Tessin ist von der Corona-Pandemie von allen Schweizer Kantonen am stärksten betroffen. Hier sind die meisten Personen infiziert und die meisten Todesfälle zu verkraften. Giorgio Merlani warnt, dass das, was sich jetzt im Tessin abspiele, auf den Rest des Landes zukomme. «Noch haben wir Platz in unseren Spitälern auch für schwere Fälle», so Merlani, «wir haben unser Angebot verdreifacht». Und trotzdem fürchtet er sich vor den kommenden Wochen. Er hofft, dass der Rest der Schweiz weniger vom Virus befallen wird; auch damit die anderen Kantone dem Tessin in den kommenden Wochen helfen können. Was das Tessin jetzt am dringendsten brauche? «Zeit», sagt der Tessiner Kantonsarzt.
    27 min
  • Der Jesuit und Zen-Meister Niklaus Brantschen zu Corona
    Niklaus Brantschen sagte einmal: Der Mensch ist nicht, was er «macht»; er ist nicht, was er «hat»; er ist nicht, was er «ist»; er ist, was er liebt. Im Tagesgespräch bei Ivana Pribakovic denkt er über die aktuelle Pandemie nach. Niklaus Brantschen ist es gewohnt, Grenzen zu überschreiten. Als Jesuit, als Katholik studierte er schon in den 70er Jahren in Japan Zen, seit 1999 ist er Zen-Meister, ein Mann des Geistes. Er sagt, heute religiös zu sein, bedeute interreligiös zu sein, und zwar multilateral. Jetzt sind wir wegen der Corona-Pandemie in unserer Bewegungsfreiheit eingeschränkt, der Raum im Aussen wird enger. Uns werden plötzlich Grenzen gesetzt. Wie geht Niklaus Brantschen mit den Beschränkungen um? Mit der Empfehlung, nur für das Nötigste aus dem Haus zu gehen? Welchen begegnet er Sorgen und Ängsten? Und welche Kraft wirkt in der Stille für den Meditationsmeister? Der 82jährige hat Antworten, die weit über die aktuelle Situation weisen.
    27 min
  • Hans-Ulrich Bigler: Wie das Gewerbe die Coronakrise meistern will
    Das öffentliche Leben steht praktisch still, und das trifft die Wirtschaft ins Mark. Am unmittelbarsten leiden die Klein- und Mittelbetriebe, viele haben kein Geld in der Kasse, um die laufenden Kosten zu decken. Wie ist Ihnen zu helfen?, fragen wir Gewerbeverbands-Direktor Bigler im Tagesgespräch. Am Nachmittag will der Bundesrat informieren, wie er eine wirtschaftliche Katastrohe wegen den Auswirkungen der Corona-Krise verhindern will. Die Unternehmen erwarten ein deutliches Zeichen – das heisst: viel Geld und unbürokratische Unterstützung. Was ist denkbar, was ist nötig?
    Hans-Ulrich Bigler, seit 12 Jahren Direktor des Schweizerischen Gewerbeverbands, der eine halbe Million Firmen vertritt, muss sich seit Tagen die Sorgen der Unternehmer anhören. Nicht alle dürften die Krise überstehen, aber nun gilt es zu retten, was zu retten ist. Was kann der Gewerbeverband dafür tun? Bigler, der frühere Zürcher FDP-Nationalrat, ist Gast von Marc Lehmann.
    23 min
  • Casimir Platzer über das Gastgewerbe in existenzieller Notlage
    Wegen der Corona-Epidemie sind in der Schweiz seit Montag alle Restaurants, Clubs und Bars geschlossen. Gastrosuisse spricht von einer existenziellen Notlage und rechnet mit vielen Betriebsschliessungen. Verbandspräsident Casimir Platzer im «Tagesgespräch» über die Not der Gastronomie. Von der Dorfbeiz zur trendigen Bar bis hin zum Drei-Sterne-Restaurant: Seit Montag um Mitternacht ist die Gastronomie-Branche in der Schweiz praktisch stillgelegt. Eine Massnahme des Bundesrates im Kampf gegen die Corona-Epidemie. Nur Take-Away und Lieferservice sind noch erlaubt. Eine Branche im Stillstand. Der Branchenverband Gastrosuisse rechnet mit Umsatzeinbussen von mehreren Milliarden Franken und geht davon aus, dass viele Gastrobetriebe ohne Unterstützung diese Krise nicht überleben werden. Wie geht die Branche mit der Situation um? Und wie gut helfen die bisher beschlossenen Sofortmassnahmen des Bundes? Casimir Platzer, Präsident von Gastrosuisse ist nun Gast bei Barbara Peter.
    23 min
  • Thomas Minder über die ersten Tage nach dem Schul-Grounding
    Corona-Notstand in der Schweiz, und eine der einschneidendsten Massnahmen: die Schliessung aller Schulen. Nun hatten Schulgemeinden und Lehrpersonen ein paar Tage Zeit, um einen Krisenbetrieb auf die Beine zu stellen. Wie weit ist man? Das Fragen wir den obersten Schulleiter Thomas Minder. In der Schweiz herrscht die «ausserordentliche Lage», und der Bund greift massiv ins Schulsystem ein: Er hat bis nach den Frühlingsferien alle Schulen stillgelegt, Präsenzunterricht ist nicht mehr erlaubt, rund eine Million Schülerinnen und Schüler müssen jetzt aus der Ferne gebildet und auch sonst irgendwie beschäftigt werden. Eine Herausforderung für Lehrpersonen und Eltern gleichermassen.
    Nach ersten Chaostagen haben die meisten Schulen einen Modus gefunden, wie sie ihre Kinder und Jugendlichen per Fernunterricht mit dem nötigen Schulstoff versorgen können, damit möglichst keine Bildungslücke entsteht. Doch welche Modelle funktionieren und wo hapert es noch? Sind die Schulen genügend ausgerüstet für die Umstellung auf digitale Bildungs-Alternativen? Die Übersicht hat Thomas Minder: Der 44-jährige ausgebildete Sekundarlehrer ist seit vergangenem August Präsident des Verbands Schulleiterinnen und Schulleiter Schweiz. Der dreifache Familienvater leitet selbst die Volksschule im thurgauischen Eschlikon.
    28 min
  • Werner Kübler: Wie gut gerüstet sind die Schweizer Spitäler?
    Seit Mitternacht gilt in der Schweiz die «ausserordentliche Lage». Die Schweizer Spitäler stehen vor grossen Herausforderungen. Im «Tagesgespräch» berichtet Werner Kübler, Direktor des Universitätsspitals Basel von den aktuellen Vorbereitungen. Es geht darum, die Spitäler in der Schweiz nicht zum Kollaps zu bringen, sagte Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga gestern, als der Bundesrat die «ausserordentliche Lage» gemäss Epidemien-Gesetz ausrief. Die Corona-Epidemie stellt viele auf die Probe – insbesondere die Spitäler und das Gesundheitspersonal. Worauf bereitet man sich bei den Spitälern vor? Was kommt auf Ärztinnen und Pfleger zu? Wie gut sind die Schweizer Spitäler für diesen Ernstfall aufgestellt? Wir haben darüber mit Werner Kübler gesprochen. Er ist seit 2008 Direktor des Universitätsspitals Basel und Vize-Präsident von H+, dem Verband der Schweizer Spitäler. Er kennt den Alltag im Unispital in Basel und die Gesamtsituation in der Schweiz. Barbara Peter hat Werner Kübler heute Vormittag in Basel zum Gespräch getroffen – unter Einhaltung des Mindest-Abstandes.
    27 min
  • Alfred Mettler: Ist Amerika gerüstet für die Corona-Epidemie?
    Vernunfthandlung oder Verzweiflungstat? Die US-Notenbank senkt den Leitzins auf fast null Prozent. Hilft das der amerikanischen Wirtschaft, um die Corona-Krise zu meistern? Der schweizerisch-amerikanische Wirtschaftsprofessor Alfred Mettler analysiert im Tagesgespräch bei Marc Lehmann. Die Notenbanken sehen sich durch die Corona-Pandemie gezwungen, weiter aufs Gaspedal zu drücken. Auch die amerikanische Fed hat letzte Nacht den Leitzins noch einmal gesenkt, zum zweiten Mal innert zwei Wochen. Damit hat auch die letzte grosse Notenbank, die noch etwas Zinsspielraum hatte, ihr Pulver verschossen.
    Was bringt die Intervention? Und taugen die Rezepte, die sich vor zehn Jahren bei der Finanzkrise bewährt haben, auch jetzt? Die Frage bleibt, welchen realwirtschaftlichen Nutzen Zinssenkungen im derzeitigen Umfeld haben. Ob die USA, die grösste Volkswirtschaft der Welt, genügend gewappnet sind, um die Corona-Pandemie zu meistern, bleibt offen. Präsident Trump hat bisher jedenfalls keinen souveränen Eindruck als Krisenmanager hinterlassen. Wird das Corona-Virus sein stärkster Gegner und ihn am Ende die Wiederwahl kosten? Der gebürtige Schweizer Alfred Mettler lebt seit über 20 Jahren in den USA. Gegenwärtig lehrt er als Wirtschafts- und Finanzprofessor an der Universität Miami und ist ausserdem assoziierter Professor am Swiss Finance Institute in Zürich. Gerade noch vor dem Einreisestopp konnte er Ende letzter Woche von einem Schweiz-Aufenthalt in seine amerikanische Wahlheimat zurückfliegen.
    28 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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