Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Jacques Pitteloud: «Europa hat ein falsches Bild von den USA»
    Bis anfangs Monat war Jacques Pitteloud Botschafter der Schweiz in den USA. Die Beziehungen zu den USA seien für die Schweiz sehr wichtig. Er habe viel investiert, damit diese gut bleiben, auch wenn nicht alle in den USA die Neutralität der Schweiz verstanden haben.
    Mittlerweile sind die USA der wichtigste Handelspartner der Schweiz, vor Deutschland. Es sei ihm als Botschafter wichtig gewesen, die Schweiz auf die Landkarte der USA zu setzen. Europa habe die Tendenz, nur die Probleme in den USA wahrzunehmen. Es werde unterschätzt, wie stark das Land im Bereich der Wissenschaft und Wirtschaft am Boomen sei. Im Tagesgespräch erzählt er, ob es für die Schweiz entscheidend ist, ob die Demokraten oder die Republikaner an der Macht sind, dass in seiner Botschaft die Drähte heissliefen, als die CS in Schieflage geriet und warum ihm das Beobachten von Vögeln für seine Arbeit als Botschafter hilft.
    Jacques Pitteloud wechselt im Herbst als Botschafter nach Belgien, wo er auch ständiger Vertreter der Schweiz bei der Nato wird.
    27 min
  • Heinz Rhyn: Unterrichten ohne Diplom muss zeitlich begrenzt sein
    Seit 20 Jahren existieren Pädagogische Hochschulen. Immer wieder werden sie kritisiert. Für den Rektor der PH Zürich, Heinz Rhyn, ein gutes Zeichen. Es zeige die Bedeutung der PH. Unterrichten ohne Diplom müsse zeitlich limitiert sein, fordert er. Auch könnten die Hürden für den Beruf höher sein.
    Morgen und übermorgen treffen sich die Rektorinnen und Rektoren der Pädagogischen Hochschulen der Schweiz zu einer Tagung. Anlass ist das rund 20jährige Bestehen der PH. Wurden die gesteckten Ziele erreicht? Wo braucht es Anpassungen? Heinz Rhyn ist Rektor der PH Zürich und war die letzten vier Jahre Präsident der Kammer der Pädagogischen Hochschulen von Swissuniversities. Die Kritik an der Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer nimmt er ernst. Ist aber überzeugt, dass die PH weder zu theorielastig noch zu akademisch ist. An der Verzahnung von Theorie und Praxis müsse gearbeitet werden. Gegen die Überforderung von Lehrpersonen beispielsweise durch die Elternarbeit oder die Niveauunterschiede in einer Klasse bieten die PH Beratungen und Coachings an. Zum Nahostkonflikt hat die PH Zürich eine Webseite aufgeschaltet mit Hilfestellungen zum Umgang mit dem Krieg im Schulalltag. Um die Lehrpersonen ohne Diplom ist Rhyn sehr froh und dankbar, dass sie sich dieser schwierigen Arbeit annehmen. Dennoch findet er, der Einsatz müsse zeitlich begrenzt sein. Es dürfe sich nur um eine Notfallmassnahme handeln. Welche Rezepte haben die PH gegen den Mangel an Lehrpersonen? Und wird es je wieder zu viele Lehrerinnen und Lehrer geben? Heinz Rhyn ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
    26 min
  • Abstimmungskontroverse zur BVG-Reform
    Am 22. September stimmt die Schweiz über eine Reform der zweiten Säule ab, der beruflichen Vorsorge. Die Vorlage ist umstritten. Über Vor- und Nachteile der Reform diskutieren FDP-Nationalrätin Regine Sauter und SP-Nationalrätin Mattea Meyer.
    Bei der Altersvorsorge drehte sich in der Schweizer Politik in den letzten Jahren fast alles um die AHV. Nun aber wollen Parlament und Bundesrat die zweite Säule reformieren, die berufliche Vorsorge. Gewerkschaften und linke Parteien haben das Referendum ergriffen, weswegen es am 22. September zu einer Volksabstimmung kommt.
    Die Befürworterinnen streichen heraus, dass durch die Reform mehrere hunderttausend Menschen eine bessere Pensionskassen-Rente erhalten würden. Profitieren würden vor allem Arbeitnehmende mit einem geringen Einkommen und solche, die Teilzeit arbeiten.
    Die Gegnerinnen bezweifeln diesen Effekt und monieren, dass die höheren Lohnabzüge während des Erwerbslebens in keinem Verhältnis zum möglich Rentenzuwachs stünden – und dass einige Arbeitnehmende sogar weniger Rente erhalten könnten.
    27 min
  • Andrea Christen: «Die Krönungsmesse für Kamala Harris»
    Ab Montag wird die Begeisterung um Kamala Harris den Parteitag der Demokraten in Chicago prägen, ein viertägiges Grossereignis. Allerdings könnten Proteste in Bezug auf den Krieg im Gazastreifen die Feierlichkeiten beeinträchtigen. 
    Weniger als drei Monate vor der US-Präsidentschaftswahl beginnt am Montag in Chicago der Parteitag der Demokraten. Sie wollen das viertägige Grossereignis nutzen, um ihre kurzfristig eingesprungene Kandidatin Kamala Harris zu krönen.
    Eröffnen soll den Konvent Präsident Joe Biden, der nach wachsendem Druck aus den eigenen Reihen auf eine erneute Kandidatur verzichtet hat.
    Geplant sind auch Auftritte von den Ex-Präsidenten Barack Obama und Bill Clinton, bevor Harris mit einer Rede den Parteitag am Donnerstag abschliesst.
    Einschätzungen von USA-Korrespondent Andrea Christen.
    26 min
  • Verlieren Sie Deutschland an die Populisten, Christian Lindner?
    Er liefert sich einen Budgetstreit mit seinen Koalitionspartnern. Er verteidigt die massive deutsche Ukraine-Hilfe. Und er kämpft angesichts des Aufstiegs von AfD und Bündnis Sahra Wagenknecht um die Zukunft seiner FDP: Christian Lindner, deutscher FDP-Chef und Finanzminister.
    Fast kein Tag vergeht ohne eine neue Episode im deutschen Koalitionsstreit: FDP-Finanzminister Lindner liegt sich in den Haaren mit seinen linken Koalitionspartnern SPD und Grüne. Wie viel Sinn macht die Koalition bei all diesen Zwists?
    Der Koalitionsstreit ist das eine, mindestens so gefährlich für Lindners FDP ist der Aufstieg der AfD und des Bündnis Sahra Wagenknecht: Diese lehnen die massive deutsche Ukraine-Hilfe ab, wollen mit Putin verhandeln – und stehen vor massiven Wahlgewinnen in zwei Wochen bei den Länderwahlen in Ostdeutschland. Wie verteidigt Lindner das deutsche Engagement für die Ukraine? Fällt das, was die Ukraine zurzeit auf russischem Territorium macht, immer noch unter Verteidigung? Antworten des deutschen Finanzministers auf kritische Fragen.
    Christian Lindner, deutscher FDP-Chef und Finanzminister, ist Gast in der «Samstagsrundschau» bei Dominik Meier.
    Ergänzend zum «Tagesgespräch» finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle «Samstagsrundschau».
    29 min
  • André Seidenberg: Kokain vom Staat?
    Die Suchtkommission des Bundes fordert die kontrollierte Kokain-Abgabe für Schwerstsüchtige. André Seidenberg sagt, das sei viel zu gefährlich. Der Arzt hat vor 30 Jahren die staatliche Heroinabgabe mitentwickelt und berät nun den Bund beim Versuch mit legalem Kokain.
    Was tun gegen den wachsenden Kokain-Konsum in der Schweiz? Die Suchtkommission des Bundes fordert ein Hilfsangebot für Schwerstsüchtige und denkt an die kontrollierte Kokain-Abgabe. Doch dazu gibt es kaum Forschung, und die Fachwelt ist gespalten: «Viel zu gefährlich», sagt André Seidenberg, Zürcher Arzt und einer der Pioniere in der Schweizer Drogenpolitik im «Tagesgespräch». Die politische Forderung nach Kokainversuchen verkenne die realen Probleme meist grundlegend. Seidenberg berät nun erstmals den Bund bei der Suche nach Hilfsangeboten für Kokain-Süchtige.
    26 min
  • David Gerke: «Wir haben den Wolf unterschätzt»
    Ab dem 1. September dürfen in der Schweiz erneut Wölfe präventiv geschossen werden, also bevor sie Schaden anrichten. Welche Schlüsse lassen sich aus der ersten proaktiven Wolfsregulation ziehen? David Gerke von der Gruppe Wolf Schweiz ist zu Gast im Tagesgespräch.
    Noch sei es zu früh, um eindeutig festzustellen, wie die Abschüsse der gut 50 Wölfe im vergangenen Winter das Verhalten des Wolfes verändert haben. Einige Beobachtungen liessen sich aber machen, erzählt David Gerke. Er ist Geschäftsführe der Gruppe Wolf Schweiz, diese versteht sich als Stimme der Grossraubtiere. Er erklärt, dass auch er nicht vorausgesehen hat, wie gut sich der Wolf in der Schweiz anpassen kann. Es sei eine Illusion zu glauben, dass man den Wolf aus Gebieten verbannen kann. Werde ein Tier getötet, komme schon bald das nächste. Gerke geht davon aus, dass die Naturschutzorganisationen bei der kommenden Regulation keine Beschwerden gegen die Abschüsse einreichen werden.
    27 min
  • Erich Fischer: «In Zürich könnte es maximal 43-44 Grad werden»
    Unwetter bedrohen Menschen, zerstören Dörfer und Infrastrukturen. Erich Fischer ist Klimatologe an der ETH Zürich. Er versucht, den Worst Case zu berechnen, um Schäden zu verhindern und die Bevölkerung zu schützen: Was ist unwahrscheinlich, aber möglich? In Zürich 43 bis 44 Grad während fünf Tagen.
    Weltweit jagt ein Temperarturrekord den anderen. Auch die Klimatologinnen und Klimatologen hat das Tempo der Entwicklung des Klimawandels überrascht. Nun hat die ETH Zürich ihre Forschung angepasst. Sie sucht nach dem schlimmsten möglichen Szenario. Nach dem Worst-Case, um sich dagegen zu wappnen. Sicherheitskonzepte gegen Terrorgefahr oder Cyber-Angriffe sind bereits Standard, sie wären auch für Wetterextreme hilfreich. Ein Beispiel waren die Olympischen Spiele in Paris, bei welchen anhand von Modellrechnungen der ETH Zürich ein Konzept gegen eine mögliche Hitzewelle erarbeitet wurde. Wie sieht es für die Schweiz aus? Welche Hitzewellen wären denkbar? Könnte es auch eine Kältewelle geben, die Infrastrukturen an den Rand bringen würde? Der Klimatologe Erich Fischer forscht zu Extremereignissen beim Wetter an der ETH Zürich und ist zu Gast im Tagesgespräch.
    27 min
  • Ruth Metzler: Die erste Frau an der Spitze des Schweizer Sports?
    Die Schweizer Athletinnen und Athleten haben an den olympischen Spielen überzeugt. Wie kann dieses Niveau gehalten werden? Altbundesrätin Ruth Metzler stellt sich der Aufgabe, sie will Präsidentin von Swiss Olympic werden. Im Tagesgespräch spricht sie zum ersten Mal über ihre Kandidatur.
    Swiss Olympic ist der Dachverband des Schweizer Sports und das Nationale olympische Komitee. Ruth Metzler wäre die erste Frau an dessen Spitze.
    Dass sie aus der Politik und Wirtschaft kommt und nicht aus der Sportwelt wie ihre beiden Kontrahenten Markus Wolf und Sergej Aschwanden, sieht sie nicht als Hindernis. Das Fachwissen sei bei den Sportverbänden oder auf der Geschäftsstelle bereits vorhanden, sie könne durch ihr Netzwerk und ihre Bekanntheit wichtige Verbindungen schaffen.
    Im Tagesgespräch erzählt sie, was sie an der Aufgabe reizt und was sie im Schweizer Sport verändern will. Sie schaut aber auch zurück auf die Abwahl aus dem Bundesrat und erzählt, dass ihr der Sport in schwierigen Lebensphasen geholfen hat.
    26 min
  • Elisabeth Baume-Schneider: «Ich bin Tarantino-Fan»
    Das «Tagesgespräch» ist zurück aus der Sommerpause mit Bundesrätin Baume-Schneider als Gast. Wir treffen die Kulturminister am Locarno Filmfestival, wo sie sagt, dass sie den Regisseur Quentin Tarantino verehre. Das grösste Drama spielt sich aber nicht auf der Leinwand, sondern bei der AHV ab.
    Elisabeth Baume-Schneider ist das erste Mal als Kulturministerin am Filmfestival Locarno, welches noch die ganze Woche Filme auf der Piazza Grande zeigt. Im «Tagesgespräch» spricht Baume-Schneider über Film- und Kulturpolitik, über ihre Lieblingsfilmhelden und über die Konkurrenz Netflix. Ihr erster Auftritt als Kulturministerin am Filmfestival wird jedoch vom AHV-Debakel überschattet: Die Sozialministerin schliesst nach der AHV-Rechenpanne personelle Konsequenzen nicht aus. Sie wolle nach Abschluss der Administrativuntersuchung transparent aufzeigen, wie es zu dem Irrtum kommen konnte, sagt die zuständige Bundesrätin.
    25 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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