Tagesgespräch

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Tagesgespräch episodes

  • Sommerserie: Eine neue «Nachrichten-Zeitrechnung» beginnt
    Für Radio DRS beginnt am 1. März 1971 ein neues Kapitel. DRS ist nun allein für die Radionachrichten zuständig und übernimmt von dies der Schweizerischen Depeschenagentur und baut laufend aus. Bis es aber dann rund um die Uhr DRS-Nachrichten gibt, dauert es noch ein paar Jahre. 
    Es gibt neue Sendungen, die Texte und auch die Anmutung der gesprochenen Texte durch die Sprecher:innen verändert sich im Lauf der Zeit. Gleichzeitig verändert sich die Medienlandschaft - die Privatradios entstehen und 1983 gibt es mit DRS3 einen neuen Radiosender. Damit erhalten die Nachrichten erneut einen Veränderungsschub.
    Nach dem Brand von Schweizerhalle 1986 werden dann auch in der Nacht Live-Nachrichten gesendet und die Nachrichten zur Alarmierung der Bevölkerung verpflichtet.
    In der Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt» - erzählt Kurt Witschi als Zeitzeuge und Nachrichtenexperte, was er in seinen 43 Jahren als Nachrichtenredaktor erlebt hat. Etwa den Morgen nach dem Brand in Basel.
    Und mit dem Historiker und Medienwissenschafter Edzard Schade reden wir unter anderem über die Entstehung der Privatradios und deren Einfluss auf die SRG.
    26 min
  • Sommerserie: Das Radio bedrohte damals die Zeitungen
    Rund um die Uhr werden wir heute versorgt mit stündlichen Radio-Nachrichten. In den Anfängen der SRG in den 1930er Jahren waren Nachrichten aber noch ein Ereignis. Am Landessender Beromünster gab gerade mal zwei Nachrichtenbulletins am Tag, produziert von der Schweizerischen Depeschenagentur, SDA.
    Während mehr als 40 Jahren war die SDA für die Nachrichten bei Radio Beromünster zuständig. Kontrolliert von den Verlagen gewann sie dabei eine hohe Glaubwürdigkeit - insbesondere während des 2. Weltkriegs, aber auch in den Jahren danach. Der Stil war anders als heute und die Nähe zu den Behörden nicht abzustreiten.
    Die Entwicklung der Berichterstattung von den Anfängen mit Verlautbarungen am Radio bis in die späten 1960er Jahre beleuchten wir im ersten Teil der Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt» - mit dem Fokus: wie sich die Nachrichten verändert haben.
    Zu Gast ist der Historiker Edzard Schade, er ist Professor an der Fachhochschule Graubünden und hat die Veränderungen der Radio-Berichterstattung der letzten 100 Jahren erforscht. Er sagt: «Das schnelle Medium Radio war für die Verlage eine Konkurrenz, das wollten sie kontrollieren und auch bremsen.»
    Und wir reden mit dem langjährigen Nachrichtenredaktor Kurt Witschi. Er hat das Wirken der SDA als Radionachrichtenlieferantin aktiv miterlebt und erzählt als Zeitzeuge.
    26 min
  • «Feministischer Streik»: So streiken die Frauen heute
    1991 streikten die Schweizer Frauen zum ersten Mal. 33 Jahre später sind viele Forderungen immer noch aktuell. Der Streik wird mittlerweile aber als «feministischer Streik» bezeichnet. Wie das ankommt, ist Thema dieser Folge «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt».
    Unter dem Motto «Wenn Frau will, steht alles still» strömten am 14. Juni 1991 erstmals hunderttausende Frauen auf die Strasse und beteiligten sich an zahlreichen Protest- und Streikaktionen für ihre Rechte.
    Dieser Tag ging als erster nationaler Frauenstreik in die Geschichte ein. Doch, was blieb von jenem grossen Tag? Wie der Blick in unser Archiv zeigt, hatte der Streik ein Jahr später offenbar noch keine greifbaren politischen Auswirkungen. Was man als Effekt des 14. Juni 1991 bezeichnen kann, ist jedoch dann das Gleichstellungsgesetz von 1996.
    Der 14. Juni blieb ausserdem über die Jahre ein Tag, an dem mit Streikaktionen auf die mangelnde Gleichberechtigung aufmerksam gemacht wurde – doch erst der 14. Juni 2019 ging als zweiter nationaler Frauenstreik in die Geschichte ein. An jenem Tag beteiligten sich auch viele bürgerliche Frauen an den Streikaktionen.
    Nach 2019 kam es dann aufgrund der Corona-Pandemie erst wieder 2023 zum grossen Streiktag. Während dabei die Forderungen mehr oder weniger dieselben blieben, änderte sich die Bezeichnung des Tages. Der Streik wird seitdem nicht mehr Frauenstreik, sondern «feministischer Streik» genannt. Diese Namensänderung sorgt bis heute für Diskussionen.
    22 min
  • Sommerserie: So haben die Schweizer Frauen 1991 gestreikt
    «Wenn Frau will, steht alles still»: Die erste lila Welle rollte am 14. Juni 1991 durch die grössten Schweizer Städte. Wie die Meinungen damals auseinandergingen, ist Thema dieser Folge «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – was Sie und uns bewegt».
    Es war die grösste politische Mobilisierung in der Schweiz seit dem Generalstreik nach dem Ersten Weltkrieg: Der erste landesweite Frauenstreik am 14. Juni 1991. Schätzungsweise eine halbe Million Menschen beteiligten sich damals an den Streikaktionen und gaben ihrem Unmut Ausdruck. Dies, unter dem Motto «Wenn Frau will, steht alles still».
    Es kam zu Aktionen wie überlangen Pausen, zum Aushängen von Transparenten oder demonstrativem Nichtstun. Frauen legten vereinzelt kurzzeitig die Arbeit nieder, versammelten sich am Arbeitsplatz, auf der Strasse oder vor Ladengeschäften. Sie liessen auch die unbezahlte Haus-, Erziehungs- und Betreuungsarbeit ruhen.
    Doch alles stand nicht still an diesem Tag. Denn nicht jede Frau wollte streiken. Viele gingen wie gewohnt ihrer Arbeit nach und fanden wenig bis kein Verständnis für die Streikaktionen. Margrit Meier, die Gewerkschaftssekretärin und eine der Initiantinnen des ersten Frauenstreiks, erklärt sich das 1991 unter anderem mit der Angst vor der Reaktion des Arbeitgebers oder auch des eigenen Mannes. Doch auch die Bezeichnung «Frauenstreik» sorgte für Diskussionen.
    21 min
  • Sommerserie: So überwachen Schweizer Behörden heute
    Ende 1989 wurde das Ausmass der Schweizer Überwachung durch die Fichen-Affäre bekannt. Das ist fast 35 Jahre her.Wie überwachen Polizei und Geheimdienste heute, auf welche Methoden wird gesetzt? In der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt».
    Kabelaufklärung, Vorratsdatenspeicherung und eine nationale Polizeidatenbank: Das sind Instrumente der Behörden, um Verdächtige zu überwachen.
    Wie diese Methoden funktionieren und was Aktivisten und Datenschützer kritisieren, beleuchten wir in der Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt».
    Martin Steiger, Anwalt und Sprecher der Digitalen Gesellschaft Schweiz, kennt die Methoden der Behörden gut und kritisiert diese scharf.
    12 min
  • Sommerserie: Das Ausmass der Fichen-Affäre wird bekannt
    Die Fichen-Affäre erschütterte das Vertrauen der Bürger in den Staat. Die Behörden hatten heimlich Dossiers über hunderttausende Bürger geführt, die als staatsgefährdend galten. Wie Betroffene davon erfuhren, in der Serie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt».
    Die Fichen-Affäre schüttelte die Gesellschaft Ende der 1980er Jahre durch. Es kam ans Licht, dass Bundesbehörden, insbesondere die Bundespolizei, über Jahrzehnte hinweg heimlich Fichen, über mehr als 900'000 Personen und Organisationen geführt hatten.
    Fichiert wurden Personen, die als potenziell staatsgefährdend galten, darunter politische Aktivisten, Gewerkschafter, Intellektuelle und einfache Bürger, die sich kritisch gegenüber dem Staat äusserten.
    Der Skandal wurde durch eine parlamentarische Untersuchung im Jahr 1989 aufgedeckt, empörte die Bevölkerung und führte zu Reformen im Bereich des Datenschutzes und der Überwachung.
    Mitarbeit Recherche und Archive (R&A): David Simonetti
    20 min
  • Der lange Weg zum Frauenstimmrecht in der Schweiz
    1971 haben die Schweizer Frauen das nationale Stimm- und Wahlrecht erhalten. Warum dauerte es in der Schweiz so lange? Das Gespräch dazu mit den beiden Frauenrechtshistorikerinnen Elisabeth Joris und Fabienne Amlinger in der Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was sie und uns bewegt».
    Die Schweiz liess sich viel Zeit für die Einführung des Frauenstimmrechts. 1918 reichten zwei Nationalräte den ersten Vorstoss dazu ein. Mehr als 52 Jahre später sagte die männliche Stimmbevölkerung Ja zum Frauenstimmrecht. Der 7. Februar 1971 wurde zur Zeitenwende für die Schweizer Demokratie. Die Frauen mussten sich im Kampf für politische Mitbestimmung in Geduld üben.
    Wir reden mit den beiden Frauenrechtshistorikerinnen Elisabeth Joris und Fabienne Amlinger über die Frage, warum es in der Schweiz im Vergleich zum Ausland so lange dauerte, bis Frauen die gleichen Rechte hatten.
    Amlinger von der Gosteli-Stiftung erklärt es einerseits mit der direkten Demokratie in der Schweiz. Andererseits aber auch damit, dass sowohl im Parlament als auch im Bundesrat ein Unwille vorhanden war, den Frauen das Stimm- und Wahlrecht zu geben.
    Joris ergänzt, dass in der Schweiz die Diskussion über Menschenrechte sehr spät aufgekommen sei. Dass der Bundesrat 1968 entschied, die Europäische Menschenrechtskonvention unter Ausklammerung des Frauenstimmrechts zu ratifizieren, habe grossen Protest ausgelöst und zum «Marsch auf Bern» geführt. Dieser habe entscheidend dazu beigetragen, dass der Druck so gross wurde, eine zweite Abstimmung über die Einführung des Frauenstimmrechts abzuhalten.
    Joris und Amlinger sind Gäste in unserer Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt.» Der zweite Teil der Geschichte des Frauenstimmrechts.
    Mitarbeit: David Simonetti von Recherche & Archive
    29 min
  • Der lange Weg zum Frauenstimmrecht in der Schweiz
    1971 haben die Frauen das nationale Stimm- und Wahlrecht erhalten. Jahrzehnte nach dem europäischen Ausland. Jahrzehnte nach dem ersten parlamentarischen Vorstoss dazu im Nationalrat. Unsere akustische Zeitreise in der Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt».
    Die Schweiz liess sich viel Zeit für die Einführung des Frauenstimmrechts. 1918 reichten zwei Nationalräte den ersten Vorstoss dazu ein. Mehr als 52 Jahre später sagte die männliche Stimmbevölkerung Ja zum Frauenstimmrecht. Der 7. Februar 1971 wurde zur Zeitenwende für die Schweizer Demokratie.
    Die Frauen mussten sich im Kampf für politische Mitbestimmung in Geduld üben. Auch wenn ihr Ziel klar war: Dem Zeitgeist der 40er und 50er Jahre war es egal, welche Methoden die Frauenorganisationen wählten. Ob mit Anpassung, mit glasklarer Argumentation oder mit feinen Nadelstichen. Das Resultat war stets dasselbe. Aber weil steter Tropfen den Stein höhlt und zudem in den 60er Jahren eine neue Frauenbewegung auf den Plan trat, bröckelte der männliche Widerstand immer mehr.
    Die zweite Abstimmung über das Frauenstimmrecht brachte 1971 dann den erhofften Sieg für die Frauen. Die akustische Zeitreise dazu in unserer Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio – Was Sie und uns bewegt.» 
    Mitarbeit: David Simonetti von Recherche & Archive.
    23 min
  • Unser Blick auf die 68er-Bewegung: Zu einseitig?
    In der 68er-Bewegung traten medial vor allem die Männer in Erscheinung. Die Frauen waren deutlich weniger sichtbar. Woran lags? Das ist Thema in unserer Sommerserie zu «100 Jahre Weltgeschichte – was Sie und uns bewegt».
    Das Jahr 1968. Die Bilder der Proteste und der damaligen Musikstars, gingen um die Welt. Auch deshalb, weil die 68er-Revolte die erste Protestbewegung war, die gezielt die Medien für die Verbreitung ihrer Forderungen nutzte. Gleichzeitig war die 68er-Bewegung auch eine medienkritische Bewegung. In Deutschland beispielsweise, wo Studentinnen und Studenten den Axel Springer Verlag für das Attentat auf ihren Anführer Rudi Dutschke mitverantwortlich machten. Auch in der Schweiz wurde Kritik laut an den Leitmedien. Vor allem über deren Berichterstattung während des Vietnamkriegs.
    Die Historikerin Christina von Hodenberg hat die Berichterstattung der Medien der späten 60er-Jahre intensiv untersucht. Ebenso die Rollen der Frauen damals. Sie kommt zum Schluss, dass im Jahr 1968 nicht nur ein Generationenkonflikt stattfand, sondern mindestens genauso ein Konflikt der Geschlechter. Und dass der Beitrag der Frauen an diese Bewegung viel grösser war als bislang anerkannt.
    Mitarbeit: David Simonetti von Recherche & Archive.
    19 min
  • Die 68er-Bewegung: im behäbigen Bern
    1968 erreicht die Jugendbewegung die Schweiz. In Bern wird gegen den Vietnamkrieg oder gegen den Einmarsch der Russen in die Tschechoslowakei demonstriert. Wie verlief die Bewegung damals in der Bundesstadt? Antworten darauf liefert unsere Sommerserie «100 Jahre Weltgeschichte im Radio».
    Im Jahr 1968 überrollen Jugendrevolten weltweit die Städte. Jugendliche und Studierende protestieren gegen altmodische Strukturen an den Universitäten, gegen staatliche Willkür und für weltweiten Frieden. Die Protestwelle erfasst 1968 auch die kleine Schweiz. Im Gegensatz zu den Globus-Krawallen in Zürich, fliegen in Bern aber kaum einmal die Pflastersteine. Stattdessen entsteht in der Bundesstadt eine eher gemässigte Bewegung, die sich vor allem mit dem kulturellen Wandel auseinandersetzt. Dreh- und Angelpunkt ist das Kellerlokal «Junkere 37» in der unteren Altstadt. Die pensionierte Lehrerin Regula Keller war damals Teil der Bewegung in Bern. Wie hat sie das Jahr 1968 in Erinnerung? Wie wurde sie politisiert? Und die Historikerin Erika Hebeisen erklärt, weshalb die Frauen damals nicht so stark in Erscheinung traten und die Frauenbewegung erst nach 1968 so richtig an Fahrt aufnahm. Darum geht es in unserer Serie «100 Jahre Weltgeschichte – was Sie und uns bewegt».
    Mitarbeit: David Simonetti von Recherche & Archive.
    18 min

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Die aktuelle Talk-Sendung: Im Tagesgespräch wird das Thema des Tages mit Gästen aus Gesellschaft, Politik und Wirtschaft diskutiert und vertieft.

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