Die fünfte Schweiz

Die fünfte Schweiz

By Schweizer Radio und Fernsehen (SRF)Society & Culture
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Die fünfte Schweiz episodes

  • Ruth Michel Richter ­– Das Heimatland so nah und doch so fern!
    Ruth Michel Richter lebt mit Ehemann Konrad oberhalb des Rheinufers auf der deutschen Seite. Nur wenige Meter vom Grenzübergang nach Kaiserstuhl im Kanton Aargau. Jeden Tag steht sie vor der Absperrung und schaut wehmütig rüber in ihr Heimatland Schweiz.
    Seit über zwanzig Jahren lebt Ruth Michel Richter zusammen mit ihrem Mann Konrad im deutschen Hohentengen am Hochrhein. Nur gerade mal fünfzig Meter trennen sie von ihrer Heimat Schweiz. Bis anhin war der Grenzübergang eine unsichtbare Grenze, sagt die 69-Jährige: «In all den Jahren war es uns gar nicht mehr bewusst, dass der Grenzübergang Rheinbrücke, eine Grenze ist. Wir liefen jeden Tag ganz normal nach Kaiserstuhl rüber, um unsere Familie und Freunde zu treffen.»
    «Therapie gegen den Corona Koller»
    Symbolisch geht die freischaffende Journalistin und Fotografin nun jeden Tag um die gleiche Zeit zur Absperrung und macht ein Foto in Richtung Schweiz. Dass Sie nicht in ihre Heimat darf, schmerzt sie sehr: «Meine Enkeltochter kam im Januar zur Welt und ich kann sie nicht in die Arme nehmen.»
    11 min
  • Barbara Gimelli: «Die Leute in Georgien sind sehr emotional»
    Vor knapp 20 Jahren hat Barbara Gimelli aus Zollikofen ihren heutigen Ehemann – einen Georgier – in einem Pfadilager kennengelernt. Nachdem die beiden einige Jahre in der Schweiz gelebt haben, sind sie vor bald 13 Jahren nach Georgien ausgewandert.
    Die Heimat von Barbara Gimelli und ihrer Familie ist für viele ein unbekanntes Land: Georgien liegt zwischen Europa und Asien und grenzt im Westen an das Schwarze Meer. Trotz Konflikten mit Russland fühlt sich Gimelli in Georgien wohl, nicht zuletzt auch wegen der Eigenschaften der Einheimischen: «Die Georgier sind sehr gastfreundlich, herzlich und offen. Und sie reagieren auf alles sehr emotional, sowohl bei guten als auch bei schlechten Dingen.»
    Landwirtschaft und Jugend liegen Gimelli am Herzen
    Die 44-jährige Barbara Gimelli hat vier Kinder und engagiert sich in diversen Projekten. In Georgien hat sie gemeinsam mit ihrem Ehemann ein Jugendzentrum und einen Bio-Bauernhof aufgebaut. Daneben arbeitet sie als Lehrerin und führt ein kleines Reisebüro. Den Kontakt zur Schweiz pflegt die sechsköpfige Familie mit regelmässigen Besuchen.
    19 min
  • Rosmarie Rüst: «Unser Wein verbindet Südafrika mit der Schweiz»
    Vor 47 Jahren haben Rosmarie und Fred Rüst das Zürcher Oberland verlassen und sind nach Südafrika ausgewandert. Nachdem sie lange Zeit in der Hauptstadt Johannesburg lebten, war der Umzug ans Westkap nach Stellenbosch für sie wie eine Reise «in eine völlig andere Welt».
    Im Oktober 1972 wanderten Rosmarie und Fred Rüst nach Südafrika aus, dort trat Fred einen Job als Maschineningenieur an. Aus den geplanten drei Jahren sind mittlerweile 47 geworden. Rosmarie Rüst kann sich eine Rückkehr in die Schweiz nur schwer vorstellen: «Die vielen Leute und das enge Leben würden mir vermutlich nicht mehr gefallen, hier in Südafrika ist man sich viel Platz gewohnt.»
    Schweizer Schloss - Südafrikanischer Wein
    Als sich das Paar Ende der 90er-Jahre dem Pensionsalter näherte, entschied es sich, einen langjährigen Traum wahr werden zu lassen: Die beiden kauften sich ein Weingut am Westkap in der Stadt Stellenbosch. Dort produzieren die mittlerweile 74-Jährigen den Kyburg-Wein, der seinen Namen dem Schloss Kyburg in der Nähe von Winterthur zu verdanken hat.
    16 min
  • Vietnam macht Hubi Aeschbach zum «Schnell-Esser»
    Vor knapp zwanzig Jahren ist Hubi Aeschbach aus dem Kanton Aargau nach Vietnam ausgewandert. Seit er dort zuhause ist, hat sich im Land vieles verändert. Etwas bleibe aber immer gleich, sagt Aeschbach: die Offenheit und Kontaktfreudigkeit der Einheimischen.
    Als der mittlerweile 62-jährige Hubi Aeschbach 1993 zum ersten Mal nach Vietnam reiste, gehörte das Land am Südchinesischen Meer zu einem der ärmsten Länder weltweit. Der Vietnamkrieg hatte seine Spuren hinterlassen. «Seit meinem ersten Besuch hat sich Vietnam enorm verändert, der Aufbau des Landes geschah mit rasanter Geschwindigkeit», sagt Aeschbach heute.
    «Vietnamesen sind kontaktfreudig und sozial»
    Hubi Aeschbach wohnt in der Stadt Nha Trang im Südosten Vietnams – das Meer, der Strand und die warmen Temperaturen an diesem Ort gefallen ihm. Doch nicht nur vom Land ist er begeistert, auch von den Leuten: «Die Vietnamesen sind offen, kontaktfreudig, sehr sozial – und essen schnell», sagt Aeschbach. Diese Angewohnheit habe er mittlerweile sogar bereits übernommen. In seiner neuen Heimat ist der Aargauer als Reiseleiter tätig und führt deutschsprachige Touristen durch Vietnam.
    16 min
  • Carole Saurer in Kanada – fernab von Enge, Lärm und Hektik
    Der Westen Kanadas begeistert Carole Saurer bereits seit mehr als 30 Jahren. Vor fünf Jahren hat sie ihren Traum vom Auswandern in die Tat umgesetzt. Seither lebt sie mit ihrer Familie an einem Ort, wo sich Bär und Hase gute Nacht wünschen.
    Mit dem Gedanken, die Schweiz zu verlassen, spielte Carole Saurer viele Jahre. Schon als sie 1989 mit ihrem Mann Ueli Kanada bereiste, war sie fasziniert von der Natur, der Freiheit und den weitläufigen Wäldern Nordamerikas. Doch ihren Bauernbetrieb in Gunten am Thunersee wollte die Familie nicht einfach so aufgeben. Auch wenn sie sich immer häufiger an den Schweizer Vorschriften störte.
    «Im Internet das Landstück per Zufall entdeckt»
    Es folgten weitere Reisen nach Kanada. Der Wunsch, auszuwandern, wurde immer stärker. «Als ich dann im Internet ein Resort entdeckte, das zum Verkauf stand, packten wir die Chance», so die 48-jährige Carole Saurer. «Zumal auch unsere beiden Töchter Interesse am Auswandern bekundeten.» 
    Nach einigen bürokratischen Hürden, die es zu überwinden galt, war es 2015 schliesslich so weit: Carole Saurer verliess gemeinsam mit ihrem Mann, ihren beiden Töchtern und dem Schwiegersohn die Schweiz und zog in die Stadt Smithers. Ihren Entscheid bereut sie bis heute keine Minute.
    15 min
  • Spontan und entspannt: Das liebt Milena Hengartner an Costa Rica
    Der Druck in der Schweiz, der ständige Stress und der hohe Stellenwert der Arbeit haben Milena Hengartner dazu veranlasst, der Schweiz den Rücken zu kehren und sich mit ihren beiden Kindern in Costa Rica ein neues Leben aufzubauen.
    Milena Hengartners erste Reise nach Costa Rica liegt bereits mehr als zehn Jahre zurück. Fasziniert von der gelassenen Lebensweise und der Spontaneität der Einheimischen pendelte sie in den Folgejahren immer wieder zwischen der Schweiz und Costa Rica hin und her.
    Entschleunigung statt Beschleunigung
    Nach und nach verlegte Milena Hengartner ihren Lebensmittelpunkt nach Costa Rica. «Ich gehöre hierher, der ständige Druck und der Fokus auf die Arbeit in der Schweiz tun mir nicht gut», sagt die 31-Jährige. Gemeinsam mit ihren beiden Kindern lebt die gebürtige Thurgauerin im kleinen Dorf Santa Cecilia im Norden Costa Ricas. Hier will sie mit ihrer Familie bleiben – auch wenn die Jugendliebe von damals nicht mehr aktuell ist.
    14 min
  • Stefan Michel mag die hilfsbereiten, unkomplizierten Isländer
    Mehr als zehn Jahre nach seiner ersten Island-Reise hat sich Stefan Michel entschieden, die Schweiz definitiv zu verlassen und sich ein neues Leben auf dem zweitgrösstem Inselstaat Europas aufzubauen.
    Zum ersten Mal reiste Stefan Michel vor 15 Jahren nach Island. Damals absolvierte er im kleinen Dorf Hvolsvöllur ein Praktikum in einem Hotelbetrieb. «Für mich war Auswandern aber kein Thema», sagt Stefan Michel rückblickend.
    Die Isländer machen ihn glücklich
    Erst seine weiteren Reisen nach Island, der Kauf eines kleinen Sommerhauses und die Arbeit in einem Hotel, das er gemeinsam mit seinen isländischen Freunden führt, haben ihn dazu veranlasst, der Schweiz definitiv den Rücken zu kehren. «Hier in Island ist mein Zuhause. Einen Umzug in die Schweiz kann ich mir momentan unmöglich vorstellen.» Grund dafür seien vor allem die Isländer, sagt er: «Sie sind mir mit ihrer Hilfsbereitschaft und ihrer unkomplizierten Art sehr ans Herz gewachsen.»
    9 min
  • Claudia Sabitzer: Schauspielerin am Wiener Volkstheater
    Die Schauspielerin aus Zürich lebt und arbeitet seit 15 Jahren in Wien. Auch wenn sie längst den «Ösi-Pass» hat, ihre Schweizer Wurzeln hat Claudia Sabitzer ganz und gar nicht vergessen. Am Wiener Volkstheater spielt Claudia Sabitzer aktuell in einem Stück, das sich mit der drohenden Klimakatastrophe beschäftigt. Sie schlüpft in die Rolle von Gudrun: «Eine Frau, die auf einem Hof wohnt und Dinge produziert, die es im Unterland nicht mehr gibt», sagt Claudia Sabitzer. Die 48-jährige Schauspielerin war früher Zahnarztgehilfin. Sie fühlte sich aber schon von klein auf zum Theater hingezogen: «Mit acht Jahren schlich ich mich hinter die Bühne eines Kleintheaters und schaute zu. Ich sagte mir dann: 'Das kann ich besser'.»
    15 min
  • Candida und Martin Lafayette leben auf Kap Verde
    Die Inselgruppe Kap Verde liegt vor der Nordwestküste Afrikas. Candida und Martin Lafayette sind vor 8 Monaten auf die Insel «Ilha do Sal» ausgewandert. In der Hauptstadt Espargos baut das Paar eine kleine Ferienanlage. Auszuwandern, fiel den beiden anfänglich schwer. Candida und Martin Lafayette fühlen sich eigentlich sehr wohl in der Schweiz. Doch das Schweizer Klima machte den beiden immer mehr zu schaffen. Auslöser für die Auswanderung waren die ständigen Rheumabeschwerden, sagt Martin Lafayette: «In Kap Verde geht es uns gesundheitlich viel besser» Die Familie hinter sich zu lassen, war nicht einfach, sagt Candida: «Dank der heutigen Technik, bleiben wir jederzeit und ohne Probleme in Kontakt mit ihnen.» Auf Kap Verde sind Candida und Martin mittlerweile angekommen und fühlen sich zu Hause.
    15 min
  • Melanie Müller bringt Hundebesitzern die Hundesprache bei
    Melanie Müller lebt in der französischen Gemeinde Sansa-Veinazès, in der Region Auvergne-Rhône-Alpes. Sie trainiert dort verhaltensauffällige Hunde. Nicht die Vierbeiner sind das Problem, sagt die 42-Jährige: «Viele Halter wissen nicht, wie man Hunde artgerecht hält und vermenschlichen sie.» Melanie Müller wohnt in einer alten Steinmühle aus dem 18. Jahrhundert. Das Haus ist umgeben von märchenhaften Wiesenlandschaften. Auf ihrem Grundstück tummeln sich nicht nur Hunde, sondern auch peruanische Alpakas. Melanie Müller hat eine besondere Beziehung zu den Tieren: «Ich habe selber peruanische Wurzeln und bin fasziniert von ihnen.» Künftig wird die Hundetrainerin auch Kopfkissen und Bettdecken aus Alpakawolle herstellen: «Seit Beginn dieses Jahres bin ich offiziell eine Landwirtin.»
    12 min

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