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Bitte werfen Sie eine Münze ein! So oder so ähnlich findet man eine Aufforderung an verschiedenen Automaten. Man bezahlt den geforderten Betrag und bekommt dann das gewünschte Produkt.
So oder so ähnlich stellen sich manche Menschen Gott vor: Man wirft ein Gebet ein, wenn es durchflutscht, auch mehrmals hintereinander, um im Bild zu bleiben. Und dann erwartet man, dass Gott entsprechend reagiert.
Die Realität spricht eine andere Sprache. Das liegt nicht nur daran, dass Gott kein Automat ist: Gott antwortet manchmal nicht oder anders oder später. Und mancher fragt sich: Warum? Habe ich falsch gebetet? Warum passiert nichts?
Der Prophet Jesaja kannte solche Überlegungen aus dem Volk Israel auch schon und schreibt daher: “Siehe, des HERRN Arm ist nicht zu kurz, dass er nicht helfen könnte, und seine Ohren sind nicht taub geworden, sodass er nicht hören könnte.”
Offensichtlich hat sich auch das Volk Israel schon gefragt, warum seine Gebete einfach nicht erhört wurden.
Einen möglichen Grund nennt der Prophet Jesaja gleich in den nachfolgenden Versen: Eure Verbindung zu Gott ist gestört. Ihr wollt von Gott nur haben – aber mit ihm leben wollt ihr nicht. Was er will, darum kümmert ihr euch nicht.
Tatsächlich: es kann daran liegen, dass sich etwas in meine Verbindung zu Gott geschoben hat. Dann gilt aber: Solche Worte sollen mich zurück zu Gott führen, Dinge bereinigen und wieder fröhlich werden lassen. Nicht, damit ich nicht doch bekomme, was ich will. Sondern damit ich wieder weiß: Gottes Wille ist das Beste für mich. Und damit ich mit ihm ins Reine komme und die Beziehung zu ihm wieder ungetrübt ist. Egal, welche Wünsche ich gerade habe.
Autor: Claudia Mertens
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Wie leicht fällt es ihnen Entscheidungen zu treffen? Manchmal fällt die Entscheidung schon schwer, welches Menü von der Speisekarte man nimmt oder an welche Schlange an der Kasse man sich anstellt. Aber das sind Alltagsentscheidungen, deren Auswirkungen überschaubar sind. Die Frage, welchen Beruf ich erlerne, hat da schon weiterreichende Folgen. Eine Umschulung könnte mich Jahre kosten. Und die Frage, wen ich heirate, hat wohl Bedeutung für mein gesamtes Leben.
Es gibt eine Frage, die nicht nur Auswirkungen für dieses Leben hat, sondern auch für alles, was darüber hinaus geht: Es ist die Entscheidung für oder gegen Gott, die Entscheidung an Gott zu glauben oder nicht.
Im Alten Testament fragten sich Menschen in Israel: „Warum geht es den Gottlosen so gut?“ Die Jünger fragten Jesus: „Was haben wir davon, dass wir alles zurückgelassen haben und dir folgen?“ Heute fragen sich Menschen: „Lohnt es sich, als Christ zu leben, wenn mich der Glaube an Jesus viel kostet?“
Ob sich etwas lohnt, sieht man erst am Ende. Nach dem Wettkampf weiß ich, ob das Training sich gelohnt hat. Wen das Haus fertig ist, weiß ich, ob sich die Arbeit und die Investition in den Bau gelohnt haben. Genauso ist es mit der Hoffnung und dem Glauben.
Der Prophet Jesaja wirft im 25. Kapitel seines prophetischen Buches einen Blick auf das Ende und schreibt:
Das möchte ich am Ende auch sagen können: Meine Hoffnung war nicht vergebens. Gott hat mich gerettet. Darüber freue ich mich.
Autor: Jens Kilian
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Die Menschen als Krone der Schöpfung! Diese Redensart reicht schon sehr lange zurück – 3.000 Jahre, um genau zu sein. Von König David stammt ein Psalm, der genau das nahelegt. Dort fragt der Psalmist, an Gott gerichtet: "Was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst, und des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst? Du hast ihn wenig niedriger gemacht als Gott, mit Ehre und Herrlichkeit hast du ihn gekrönt. Du hast ihn zum Herrn gemacht über deiner Hände Werk, alles hast du unter seine Füße getan: Schafe und Rinder allzumal, dazu auch die wilden Tiere, die Vögel unter dem Himmel und die Fische im Meer und alles, was die Meere durchzieht." (Psalm 8,5-9)
Hier hält David grundsätzlich erstmal fest, was im ersten Buch Mose in der Schöpfungsgeschichte auch nicht anders steht. Doch zwischen den Zeilen ist mitzulesen: Gott überträgt den Menschen zwar die Herrschaft über die Erde, hat zugleich aber auch Erwartungen an die Menschen. Sie sollen die Erde bebauen und bewahren. Sie sollen die Schöpfung nutzen, aber nicht ausbeuten oder gar zerstören! Herrschen heißt auch, zu schützen, worüber man herrscht.
Man kann aus Davids Worten einen gewissen Stolz heraushören. Der Mensch ist wenig niedriger als Gott selbst! Doch Stolz ist gefährlich. Er kann überheblich und eingebildet machen. Stolz wird in der Bibel nicht als Tugend gelobt. Stattdessen hebt die Bibel das Gegenteil von Stolz, die Demut, als positive Eigenschaft hervor. Wir Menschen bewegen uns in der Schöpfung auf einem schmalen Grat und können nur bestehen, wenn wir die Schöpfung achten und den göttlichen Auftrag des Bewahrens nicht aus den Augen verlieren.
Autor: Horst Kretschi
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Da hat mich doch wieder mal ein Bibeltext überrascht. Nicht wegen seiner inhaltlichen Aussage, sondern weil ich feststellen musste, dass mir die Worte durch ein Lied viel bekannter sind als durch das Lesen der Bibel. Konkret geht es um das Lied „Wohl dem, der nicht wandelt“ von Peter Strauch. Wie oft habe ich mitgesungen, und nun finde ich den Text ziemlich identisch wieder im Alten Testament, im Buch des Propheten Jeremia, in Kapitel 17 ab Vers 5. Es ist eine Mahnung Gottes an das Volk Israel, an die Menschen im Südreich Juda an der Wende vom 7. zum 6. Jahrhundert vor Christus. Die Menschen sollen sich vom Götzendienst abwenden und stattdessen auf Gott vertrauen.
Was so alles unter das Stichwort „Götzendienst“ gehört, wird deutlich im Vers 11, der durchaus auch in unsere Gegenwart passt. Dort steht: „Wer seinen Reichtum nicht rechtmäßig erwirbt, gleicht einem Rebhuhn, das fremde Eier ausbrütet: Mitten im Leben muss er schon alles zurücklassen und steht am Ende wie ein Trottel da.“
Die Parallele zum genannten Liedtext findet sich in der Frage: Worauf vertraue ich in meinem Leben? Auf fremde Götzen, die ich anbete? Auf Reichtum, erst recht, wenn er auf unehrliche Weise erworben wurde? Es ist der gute Weg, auf Gott zu vertrauen und auf seine Liebe. Wer das tut, und da singe ich dann auch gerne mit, der ist wie ein Baum, gepflanzt an Wasserbächen, der seine Frucht bringt zu seiner Zeit und seine Blätter verwelken nicht! Das klingt für mich nach einem erfüllten Leben, nach dem ich mich ausstrecke!
Autor: Hans Wagner
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Worte, die mir wichtig erscheinen, behandle ich anders als Worte, die ich für überflüssig halte. Wie bedeutsam sie für mich sind, hängt auch davon ab, wer diese Worte zu mir sagt und mit welcher Absicht. Wovon hängt es ab, ob Worte durch mein persönliches Raster fallen oder Gehör finden?
Ich selbst bin ganz Ohr, wenn Gott redet. Seine Worte möchte ich behalten und in meinen Alltag einbinden.
Die Israeliten haben Gottes Worte gehört und beachtet. Im 5. Buch Mose, Kapitel 6, im Vers sechs heißt es:
„Diese Worte, die ich dir heute gebiete, sollst du zu Herzen nehmen und sollst sie deinen Kindern einschärfen und davon reden.“
Mit „diesen Worten“ ist das Bekenntnis Israels gemeint: „Höre Israel, der Herr ist unser Gott, der Herr allein.“ (5. Mose 6,4)
Worte, die sich den Israeliten im Familienleben und im Gottesdienst eingeprägt haben, wurden Teil ihrer Identität und haben das jüdische Volk geleitet: „Wir haben einen Herrn. Der ist unser Gott.“
Ich vertraue mich dem Herrn Jesus Christus an. Gottes Sohn ist mein Herr. Treffe ich eine Entscheidung, höre ich auf Jesus. Was ihn überzeugt, beeindruckt mich. Was er sich vorstellt, will ich beachten. Andere sollen seine Absichten in meinem Leben entdecken.
Welche Worte und Überzeugungen geben Sie an Ihre Kinder und Enkel weiter? Welchem Herrn sollen sie folgen?
Autor: Pastorin Elke Drossmann
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Als Student hat mich ein Termin sehr nervös gemacht: Alle zwei Jahre musste ich zur Fahrzeuginspektion beim TÜV vorfahren. Diese Untersuchung hat mittlerweile ihren Schrecken verloren, und das aus gutem Grund:
Wenn ich heute beim TÜV erscheine, dann nicht, wie früher, in einer Rostlaube. Das gefürchtete Hämmerchen, mit dem seinerzeit der Ingenieur verdächtige Stellen an der Karosserie abgeklopft und Roststellen offengelegt hat, bleibt unbenutzt. Die Prüfung verläuft ohne Beanstandungen, denn inzwischen kann ich mir ein gutes Auto und regelmäßige Service-Termine in der Werkstatt leisten.
Der heutige Bibelvers erinnert mich ein bisschen an den TÜV. In Psalm 139 heißt es:
Erforsche mich, Gott, und erkenne mein Herz; prüfe mich und erkenne, wie ich’s meine. Und sieh, ob ich auf bösem Wege bin, und leite mich auf ewigem Wege. Psalm 139, Vers 23-24
Bei der Fahrzeuguntersuchung kann der zuständige Prüfingenieur schonmal etwas übersehen. Bei Gott ist das anders. Er sieht das Gute, das Schlechte und auch das Hässliche.
Aber was heißt das? Wie gehe ich mit dem um, was Gott in meinem Leben aufdeckt?
Im bewussten Satz aus den Psalmen steckt auch die Lösung: Ich kann mich Gott anvertrauen. Er sieht nicht nur die Mängel, er kann und will auch Abhilfe schaffen und mich wieder auf Kurs bringen. Auf Wege, die Bestand haben. Seine Wege.
Autor: Wolf-Dieter Kretschmer
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In meiner digitalen Bibel habe ich Verse gelb markiert, die mit Licht zu tun haben. Diese Gewohnheit will ich mit meiner neuen Bibel fortsetzen. Es ist eine Bibel mit Papier, das auch Textmarkern standhält. In meiner ersten Lesestunde mit der neuen Heiligen Schrift fällt mir auf, dass es sofort auf der ersten Seite auftaucht: das Licht. Es ist Gottes erste und wahrscheinlich wichtigste kreative Schöpfung. Denn ohne Licht blieben all die wunderbaren weiteren Werke im Verborgenen. Und viele biologische und chemische Prozesse würden ohne Licht gar nicht funktionieren.
Seit diesem einmaligen Schöpfungsereignis scheint täglich überall auf der Welt die Sonne. Und doch erlebe ich so viel Dunkelheit: Krieg, Ungerechtigkeit, Unversöhnlichkeit, Krankheit. Doch die Bibel bezeugt: Gott besiegt auch diese Art von Finsternis. Er zeigt es sowohl in Jahrtausende alten sowie aktuellen biografischen Geschichten: Menschen behalten Hoffnung, sehen einen neuen Weg, entdecken unbeschreibliche Freude oder finden Trost mitten im Leid.
In Psalm 112 Vers 4 heißt es „Den Frommen geht das Licht auf in der Finsternis, gnädig, barmherzig und gerecht.“ Anders gesagt: Mein Leben wird hell, wenn ich mich an Gott halte. Der zweite Teil „gnädig, barmherzig und gerecht“ könnte sich auf Gott beziehen, aber auch auf den gottesfürchtigen Menschen. Das bleibt je nach Übersetzung oder Auslegung des Textes offen. Vielleicht, weil es beide betrifft. Denn wenn ich Gottes Licht in mich hineinlasse, dann geht etwas von Gottes heiliger Helligkeit auf mich über. Ich erhalte Anteil an seinem Licht und auch an einem winzigen Bruchteil seiner göttlichen Eigenschaften. Was für eine Erleuchtung!
Autor: Sonja Kilian
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Die Bibel ist manchmal hoch politisch und sehr aktuell. Im 2. Buch der Chroniken im 20. Kapitel findet sich die Aussage:
„Der Kampf ist nicht eure, sondern Gottes Sache.“ (2. Chronik 20,15b)
Der Prophet Jahasiel spricht sie im 9. Jahrhundert hinein in eine äußerst brenzlige Situation. Juda, das Südreich Israels, wird akut bedroht. Gleich drei Nachbarvölker haben den Angriffskrieg ausgerufen. Was nun?
Joschafat ist der König über das Südreich Juda. Doch statt zu Schwert und Schild greift er zunächst zu geistlichen Waffen: Er lässt das ganze Volk fasten. Es kommt am Tempel in Jerusalem zusammen. Und dort bekennt Joschafat Gott gegenüber öffentlich seine Schwäche gegenüber der militärischen Übermacht des Feindes. Er ruft Gott um Hilfe an.
Wow! Das nenne ich Chuzpe! Die Feinde rücken einem immer näher auf die Pelle. Und hier verfällt jemand nicht in puren Aktionismus, sondern vertraut auf Gott und sein Eingreifen.
Wenn ich auf die Ukraine schaue oder auf Israel und den Gazastreifen, dann bewegt mich die Frage: Was würde anders laufen, wenn die Kriegsparteien einen ständigen Ausschuss hätten, der sich mit der Frage beschäftigt: Was denkt der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs dazu?
Im Fall von Joschafat sorgt Gott selbst für Abhilfe: Die Feinde machen sich gegenseitig unschädlich.
Wo sind die Menschen, die heute mit dem konkreten Eingreifen Gottes in die Konflikte unserer Zeit rechnen?
Autor: Oliver Jeske
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Eine Mischung aus Angst, Staunen und Liebe
Der alles zerschneidende Blitz am Nachthimmel. Der Orkan mit einer Stärke von 600 km/h. Die Kraft des Wassers, das den Waserfall Salto Ángel in Venezuela über 980 Meter in die Tiefe stürzen lässt… da stockt mir der Atem und ehrfürchtiges Staunen erfasst mich. Der Grund: Ich erlebe im Anblick dieser Phänomene wie klein ich bin.
Mit dieser Erfahrung bin ich in guter Gesellschaft. Die Jünger Jesu werden sich wohl ganz ähnlich gefühlt haben, nachdem Jesus einen Sturm auf dem See gestillt hatte. Im Markusevangelium Kapitel 4 lese ich von ihrer Reaktion: „Sie (die Jünger) fürchteten sich sehr und sprachen untereinander: Wer ist der, dass ihm Wind und Meer gehorsam sind!“
Wovor fürchten sich die Jünger? Vor der Tatsache, dass etwas Spektakuläres passiert ist, oder vor demjenigen, der dieses Geschehen machtvoll beeinflusst hat? Ich denke vor beidem. Sie sind Augenzeuge von etwas geworden, dass sie sich nicht erklären können. Auf das Wort Jesu hin legt sich ein Sturm und es wird still. So etwas haben sie noch nie gesehen. Meine angemessene Reaktion auf etwas für mich Unerklärbares ist Skepsis, Unwohlsein oder auch Furcht. Das ist ganz normal.
Gott ist auch nicht erklärbar. Wenn er sich zeigt, wenn ich ihm begegne, dann ist meine angemessene Reaktion Ehrfurcht. Da ist jemand, der so viel größer ist als ich, so viel mächtiger als ich, so viel heiliger als ich: Gott. Und dieser allmächtige Gott liebt mich. Diese Mischung aus Angst, Liebe und Staunen steckt für mich in dem Wort Ehrfurcht. Die Jünger hatten Ehrfurcht vor Jesus. Ein Gefühl, dass ich wieder schätzen lernen will.
Autor: Tobias Schier
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Wie machen Sie das, wenn Sie auf Reisen sind? Ich bin eine von denen, die zum Beispiel am Flughafen auf jede verfügbare Anzeigentafel noch einmal draufschaut, ob sich an den Flugdaten in den letzten zwei Minuten auch wirklich nichts geändert hat. Am Bahnsteig gehe ich auch gerne noch ein zweites und drittes Mal an den Schaukausten mit dem Fahrplan - vielleicht kann ich mir die Uhrzeit und die Haltestellen ja irgendwann doch noch merken.
Autor: Miri Langenbach
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