F.A.Z. Bücher-Podcast

F.A.Z. Bücher-Podcast

By Frankfurter Allgemeine ZeitungSociety & CultureArtsBooks
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F.A.Z. Bücher-Podcast episodes

  • Hier ist ein Ich, das was erlebt: Judith Schalansky und ihre Buchreihe „Naturkunden“
    Eine Aufnahme vom Rheingau Literatur Festival 2023

    Wo man sich eben so kennenlernt im Berliner Literaturbetrieb: Die Idee zu den „Naturkunden“, der jüngeren der beiden herausragenden Reihen auf dem deutschen Buchmarkt, hatten der Verleger Andreas Rötzer und die Schriftstellerin und Buchgestalterin Judith Schalansky in einem Taxi in Taipeh. Vor etwas mehr als zehn Jahren.

    Seitdem sind mehr als achtzig Bücher in dieser Reihe erschienen. Sie haben das nature writing, eine hierzulande zuvor eher unterrepräsentierte Schreibweise, populär gemacht.

    Am 21. September 2023 war Judith Schalansky im Rheingau Literatur Festival. Als Herausgeberin der „Naturkunden“ spricht sie mit Andreas Platthaus nicht nur über deren Anfänge, sondern über Bücher und die Geschichten hinter Büchern der ersten zehn Jahre, darüber, was wir dem wissenschaftlichen Duktus beim Blick auf die Natur entgegenstellen müssen – und die Sprache der Nachtigall spricht sie ebenfalls.

    Die von Judith Schalansky herausgegebene und gestaltete Reihe „Naturkunden“ auf der Website von Matthes und Seitz Berlin

    Zur Website des Rheingau Literatur Festivals

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    1 hr 29 min
  • Ein letztes Mal: Die Magie des Nobelpreisträgers Gabriel García Márquez - und ein Erinnerungsbuch seines Sohnes
    Paul Ingendaay im Gespräch mit Rodrigo García

    Gabriel García Márquez (1927 bis 2014) war nicht nur der berühmteste Autor einer literarischen Gruppe, die als lateinamerikanischer „Boom“ Weltruhm erlangte. Er war der Begründer einer vitalen, facettenreichen und sinnlichen Romankunst, die Lateinamerika in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts endgültig auf die Landkarte der Weltliteratur setzte: Gabo, der Mythenstifter, der Schöpfer von Macondo und der Sippe der Buendía in seinem Roman „Hundert Jahre Einsamkeit“ (1967). Selten ist eine Zuerkennung des Nobelpreises auf so einhellige Zustimmung getoßen wie jene an den Kolumbianer García Márquez im fernen Jahr 1982.

    Zehn Jahre nach dem Tod des Schriftstellers erscheint aus seinem Nachlass ein Werk mit dem Titel „Wir sehen uns im August“. Es ist ein poetisches Kammerstück über das Verkümmern der Liebe und den Blick einer Frau auf ihre Ehe, die Familie und das Leben selbst. Aus fünf verschiedenen Versionen hat sein Lektor eine Lesefassung konstruiert, deren literarische Qualität das Vorgehen rechtfertigt. Zur selben Zeit erscheint auf Deutsch das Buch „Abschied von Gabo und Mercedes: Erinnerungen an meinen Vater Gabriel García Márquez“, geschrieben von Rodrigo García, dem älteren der beiden Söhne des Nobelpreisträgers. Beide Werke sind Thema im Bücher-Podcast. Mit Rodrigo García, einem Drehbuchautor, Filmregisseur und Produzenten, sprach ich im Videochat zwischen Berlin und Los Angeles.

    „Wir sehen uns im August“ von Gabriel García Márquez, übersetzt von Dagmar Ploetz, ist erschienen bei Kiepenheuer & Witsch, hat 144 Seiten und kostet 23 Euro.

    Im selben Verlag, übersetzt von Elke Link: Rodrigo García, „Abschied von Gabo und Mercedes: Erinnerungen an meinen Vater Gabriel García Márquez“. 170 Seiten, 22 Euro.

    30 min
  • Damit das Herz auch weiterschlägt: Die schönsten Kinderbücher von Paul Biegel
    Tilman Spreckelsen und Fridtjof Küchemann über fünf Werke des großen niederländischen Schriftstellers

    An einen Osterhasen hat der große niederländische Kinderbuchautor Paul Biegel bestimmt nicht gedacht, als er sich für sein Buch „Eine Geschichte für den König“ einen letzten treuen Diener für den sterbenskranken Herrscher Mansolin einfallen ließ. Außerdem ist nicht nur Ostersonntag, sondern auch der fünfte Sonntag im Monat März, und damit wie oft in einem Monat mit fünf Sonntagen hier im Bücher-Podcast der F.A.Z. Gelegenheit zu einem Gespräch außer der Reihe, über Kinderbücher.

    Diesmal lassen wir die Bilderbücher und die Jugend- und Sachbücher, um die es sonst meist auch geht, außen vor. Diesmal ist Tilman Spreckelsen, der Kinder- und Jugendbuchexperte bei uns in der F.A.Z., im Bücher-Podcast zu Gast, um uns einen einzelnen Autor und einige seiner wichtigsten Werke näherzubringen. Paul Biegel, den Verfasser von „Eine Geschichte für den König“ und von mehr als fünfzig anderen Kinderbüchern, geboren vor 99 Jahren, Ende März 1925, im nordholländischen Bussum, gestorben am Ende Oktober 2006 in Laren.

    „Eine Geschichte für den König“ von Paul Biegel auf der Website des Verlags Urachhaus

    „Erzählen ist eine Angelegenheit des Herzens“: Fridtjof Küchemann über „Eine Geschichte für den König“ von Paul Biegel

    „Eine Nachtlegende“ von Paul Biegel auf der Website des Verlags Urachhaus

    „Die zerfetzten Flügel der Fee“: Tilman Spreckelsen über „Eine Nachtlegende“ von Paul Biegel

    „Das große Buch vom kleinen Kapitän“ von Paul Biegel auf der Website des Verlags Urachhaus

    „Im Boot mit Heini Hasenfuß“: Tilman Spreckelsen über „Das große Buch vom kleinen Kapitän“ von Paul Biegel

    „Die sieben Federn des Papageis“ von Paul Biegel auf der Website des Verlags Urachhaus

    „Die Gärten von Dorr“ von Paul Biegel auf der Website des Verlags Urachhaus

    „Triffst du nur das Zauberwort“: Jan Wiele über „Die Gärten von Dorr“ von Paul Biegel

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    47 min
  • Der eigene Körper und das Nein: Deniz Ohde über ihren Roman „Ich stelle mich schlafend“
    Maria Wiesner und Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel

    „Du bist zu alt für mich“, ruft eine Vierzehnjährige von Hochhaus zu Hochhaus über die Straße, „Schatz, ich liebe nur dich“, ruft der Siebzehnjährige zurück, der ihr eine Sekunde zuvor noch mit einem Laserpointer zwischen die Augenbrauen gezielt hatte. Gerade erst hatte Yasemin mit Vito Schluss gemacht, dabei hatte sie ihn anfangs für die Liebe ihres Lebens gehalten.

    In „Ich stelle mich schlafend“, dem zweiten Roman von Deniz Ohde, folgen wir Yasemin durch ihre Kindheit, durch Jugendepisoden, ihre erste Begegnung mit Vito und eine zweite, verhängnisvolle, zwanzig Jahre später. Männliche Gewalt gegen Frauen, die den Willen beugende oder ihn brechende Gewalt, ist das große Thema des Buchs.

    „Streulicht“, das Debüt von Deniz Ohde, wurde viel gelobt und gelesen, auch in Schulklassen und im vergangenen Jahr beim Lesefest „Frankfurt liest ein Buch“ gleich von einer ganzen Stadt. Gerade ist „Ich stelle mich schlafend“ erschienen, und wir freuen uns sehr, Deniz Ohde uns im Bücher-Podcast der F.A.Z. zu Gast zu haben. Nach dem Gespräch mit der Autorin stellen wir ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen, veröffentlichen die Lösung aus dem Februar 2024 und den Namen des Gewinners oder der Gewinnerin.

    „Ich stelle mich schlafend“ von Deniz Ohde auf der Website des Suhrkamp Verlags

    „Sie wirken doch ganz intelligent“: **Fridtjof Küchemann über Deniz Ohdes Roman „Streulicht“ **

    „Sie hatte einen Traum“: Florian Balkes Gespräch mit der Schriftstellerin Deniz Ohde im April 2023 vor dem Festival „Frankfurt liest ein Buch“

    faz.net/literaturraetsel: Die Seite für Ihre Teilnahme am Literaturrätsel

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    58 min
  • Die Welt auf der Kippe: Heinz Bude spricht über die Boomer
    Kai Spanke im Gespräch mit dem Autor

    Der Soziologe Heinz Bude sagt, Boomer hätten das Gefühl, von ihnen gebe es zu viele. Die zwischen 1955 und 1970 Geborenen stellen derzeit rund dreißig Prozent der Bevölkerung in Deutschland. Die Jüngeren unter ihnen bereiten sich langsam auf den Ruhestand vor, die Älteren sind schon in Rente gegangen. Anfang der Dreißigerjahre wird ein Großteil des geburtenstärksten Jahrgangs 1964 aus dem Erwerbsleben ausgeschieden sein. Die Wünsche der Boomer nach einem guten Leben im Alter sind Bude zufolge gleichermaßen eine Belastung und Bereicherung für Wirtschaft und Gesellschaft.

    Im Podcast erläutert Bude, warum sich viele Boomer auf Peter Frankenfeld oder Willy Brandt berufen, was Boomer West von Boomern Ost unterscheidet – und wieso vor allem Aids und Tschernobyl so prägend für diese Kohorte gewesen sind. Bude sagt, das Wort Aids habe für „das Ende einer Politik der Selbstbefreiung und der Gesellschaftsveränderung“ gestanden. Mit Blick auf Tschernobyl spricht er von einer „Allbetroffenheit der Bedrohung“, denn „kein Erdteil, kein Land, keine Region“ konnte sich sicher fühlen. Was also hat es mit den Boomern auf sich, gibt es gute Gründe, ihnen nachzutrauern? Und wo liegen Gemeinsamkeiten zwischen ihnen und den Millennials? Mehr in dieser Folge unseres Bücher-Podcasts.

    „Sie dachten, das Schlimmste liege hinter ihnen“: Sonja Asals Besprechung von Heinz Budes „Abschied von den Boomern“

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    40 min
  • Die Gudrun Ensslin nach dem Bruch: Stephanie Bart und ihr Roman „Erzählung zur Sache“
    Eine Aufnahme vom Rheingau Literatur Festival 2023

    Am 24. Mai 1972 explodierten zwei Bomben der RAF auf dem Heidelberger Gelände des Hauptquartiers der US-Armee in Europa, drei Menschen starben. Mit dem Tag dieses Anschlags, an dem Gudrun Ensslin beteiligt war, eröffnet Stephanie Bart ihren Roman „Erzählung zur Sache“ über das Leben der Terroristin. Das Leben der Terroristin nach dem Bruch, wie die Schriftstellerin präzisiert: Mit dem Schritt in den Untergrund sei „eine zweite Gudrun“ entstanden, die mit der ersten, mit den frühen, bürgerlichen Jahren nicht mehr viel zu tun hat.

    Stephanie Bart nennt sich selbst eine Schriftstellerin, die von ihren Stoffen gefunden werde, statt nach ihnen suchen zu müssen. Was heißt es, einer zentralen Figur der Rote Armee Fraktion literarisch nahe zu kommen? Wie verändert sich der Blick, wenn man, um sie zu verstehen, selbst Marx, Luxemburg und Gramsci zu lesen beginnt? Welche Quellen sind heute zugänglich, und wie geht man mit ihnen literarisch am besten um?

    Am 23. September 2023 war Stephanie Bart mit ihrem Roman „Erzählung zur Sache“ im Rheingau Literatur Festival zu Gast, sie las aus ihrem Buch und sprach über sein Entstehen. Es moderierte Andreas Platthaus.

    Stephanie Barts Roman „Erzählung zur Sache“ auf der Website des Secession Verlags

    „Das große Nein“: Rupert von Plottnitz über Stephanie Barts RAF-Roman „Erzählung zur Sache“

    „Ein Roman wie ein Faustschlag“: Andreas Platthaus über den Roman „Deutscher Meister“ von Stephanie Bart

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    1 hr 31 min
  • Keine Angst vor dem Jahrhundertbuch: Franz Kafka und eine neue Ausgabe von „Der Process“
    Ein Gespräch mit dem Kafka-Biographen Reiner Stach über einen modernen Klassiker, der nicht altert.

    2024 ist Kafka-Jahr. Vor hundert Jahren starb er, kaum 41 Jahre alt. Seitdem ist Kafkas literarischer Ruhm nur gewachsen und mit den Ruhmeskränzen auch die Schwierigkeit, seinen Büchern unbefangen zu begegnen. Den Beweis dafür erhielt ich nicht nur in einer norwegischen Hafenstadt nahe dem Polarkreis, wo ich mich ins Café Kafka setzte und einsame Menschen bei der Lektüre von Büchern (Kafka?) beobachtete. Nein, der scheue, perfektionistische Prosakünstler, der nur einen Bruchteil seines Werks selbst veröffentlichte, ist längst als Popikone vereinnahmt worden, gilt als emblematischer Schrifsteller der Angst und Prophet totalitärer Überwachungswelten. Nicht ganz von ungefähr bringen Diktaturen, die lange nach seinem Tod entstanden, neue enthusiastische Kafka-Leser hervor. Mehr denn je scheint es, als hätte Kafka die Bürokratisierung der Macht im 20. Jahrhundert, die Kontrolle durch mächtige Institutionen und die Zerstörung der Intimität vorausgeahnt: In seinen Büchern ist sie so handgreiflich Wirklichkeit geworden wie bei keinem anderen Autor.

    Im Bücher-Podcast erzählt Reiner Stach, Autor der gefeierten dreibändigen Kafka-Biographie, nicht nur vom Kafka-Bild der Gegenwart und der einen oder anderen Absurdität, ob in den Social Media oder auf einem anderen Kontinent; der Spezialist erläutert auch seine Neuausgabe des Romans „Der Process“ im Wallstein Verlag und erzählt, warum sich Deutschlehrer so schwer damit tun, Kafka vernünftig im Deutschunterricht zu behandeln. Weg von dem Terror der Interpretation, rät Stach, hin zur humanen Lesehilfe und der neugierigen Lektüre. Denn so hätte Kafka gelesen werden wollen.

    Franz Kafkas Roman „Der Process“, herausgegeben und kommentiert von Reiner Stach, ist erschienen im Wallstein Verlag, hat 400 Seiten und kostet 34 Euro.

    50 min
  • Was man in Rumänien so sucht und findet: Dorothee Riese über ihren Roman „Wir sind hier für die Stille“
    Maria Wiesner und Fridtjof Küchemann im Gespräch mit der Autorin – und ein neues Literaturrätsel

    Die Mutter sagt es, als sie der fremden Frau am Hoftor das letzte Brot gegeben hatte und der Vater Falten machte wie Jesus, weil es im Dorfladen von Sarmizegetusa nur einmal in der Woche Brot gibt und der Bus ins nächste Städtchen auch nur einmal in der Woche fährt: „Wir sind hier für die Stille, nicht für das Brot.“

    Ende Januar haben wir hier mit Iris Wolff über ihren Roman „Lichtungen“ gesprochen, der aus Rumänien erzählt, aus den Neunzigerjahren, in denen viele, viele Siebenbürger Sachsen nach Deutschland gezogen sind und das Land verlassen war. Jetzt erscheint Dorothee Rieses Roman „Wir sind hier für die Stille“, und er erzählt ebenfalls aus Rumänien, auch aus den Neunzigern, allerdings von einer Familie, die dem Strom der Aussiedler entgegenzieht, von einem deutschen Luftkurort namens Bad Rosau nach Sarmizegetusa in Transsilvanien. Für die Stille. Und um auch so harte Hände zu bekommen wie die Frauen im Dorf, sagt die Mutter einmal. Weil sie zum Spielen einfach auf die Straße gehen kann und nicht erst anrufen muss, sagt an einer anderen Stelle Judith, das Mädchen, dem wir in „Wir sind hier für die Stille“ folgen.

    Das ist nicht nur eine bemerkenswerte Komplementarität, sondern Dorothee Rieses Debütroman ist auch ein bemerkenswertes Buch. Also haben wir auch sie in den Bücher-Podcast eingeladen. Im Anschluss an das Gespräch gibt es noch ein neues Literatur-Rätsel von Tilman Spreckelsen. Wir verraten die Lösung aus dem Januar 2024 und den Namen des Gewinners oder der Gewinnerin.

    „Wir sind hier für die Stille“ von Dorothee Riese auf der Website des Berlin Verlags

    „Ins Früher geführt“: Andreas Platthaus über Iris Wolffs Roman „Lichtungen“

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    1 hr 3 min
  • Gegen jeden Modeschöpfer-Blödsinn: Maria Wiesner spricht über Jil Sander
    Kai Spanke im Gespräch mit der Autorin

    Für Frauen, die wie Pralinen aussehen, habe sie nur Mitleid übrig. Das gab Jil Sander einmal zu bedenken, und was sie meinte, ist Folgendes: Wer sich verspielt gebärdet, eigene Wünsche nicht so wichtig findet und gerne in Verkleidungen schlüpft, kommt als Model für sie nicht in Frage. Die 1943 geborene Modedesignerin hat immer den selbstbestimmten Typus favorisiert, der den eigenen Körper nie als Präsentationsfläche für barockes Dekor betrachten würde.

    Und Sander versteht sich durchaus als Vorbild: Ketten, Ringe, Klunker aller Art hält sie sich konsequent vom Leib. Eine minimalistische Ästhetik hat sie schon verfolgt, als sie im Alter von vierundzwanzig Jahren eine Boutique in Hamburg eröffnete. Sie sprach über das eigene Weniger-ist-mehr-Verständnis in einer Modeklasse an der Universität für angewandte Kunst Wien, entwickelte Parfums und präsentierte ihre Kleider in Mailand. 1989 ging es mit ihrer Firma an die Börse, woraufhin Sander hierzulande die erste Frau an der Spitze eines Aktienunternehmens war.

    Wie ist dieser Erfolg zu erklären? Unter welchen Umständen fand Sander zu ihrem Stil? Warum gilt er nach wie vor als Klassiker? Wieso konnten und können sich so viele Leute auf den Duft „Jil Sander Sun“ einigen? Was meint Sander, wenn sie sagt, Mode für Frauen habe lange etwas Laniges und Launisches an sich gehabt, das „oft in einem Modeschöpfer-Blödsinn gipfelte“?

    Maria Wiesner hat ein Buch über Jil Sander geschrieben, deren Weggefährten getroffen und in Hamburg wie Paris recherchiert. In dieser Folge des Bücher-Podcasts zeichnet sie nicht nur ein Porträt ihrer Protagonistin, sie erörtert auch, wie Mode und gesellschaftlicher Wandel zusammenhängen – und warum eine aufs Wesentliche reduzierte Garderobe am Ende wahrscheinlich doch jede noch so elaborierte Form von Pomp schlägt.

    „Jil Sander. Eine Annäherung“ von Maria Wiesner auf der Website des Verlags HarperCollins

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    46 min
  • Das Alter für sich beanspruchen: Bodo Kirchhoff und sein Roman „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“
    Ein Abend aus dem Literaturhaus Frankfurt

    Am Anfang seines neuen Romans „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“ begleitet Bodo Kirchhoff – und mit ihm seine Leserschaft – die Hauptfigur Arthur Louis Schongauer aus der Einsamkeit seines abendlichen Hauses in Norditalien zur Auffahrt des Anwesens, leicht bekleidet und ziemlich schwer bewaffnet. Bis zum Nebenrollen-Nazi in Hollywood hat es der Mann gebracht, mit Mitte Siebzig will er nur noch seine Ruhe.

    Stattdessen: durchdrehende Reifen, der Geruch nach Gummi und Kupplung. Und eine Reise-Bloggerin, gerade einmal 24 Jahre alt, die mit ihrem Camper nicht mehr weiterkommt. „Wie jemand dieses Alter für sich beanspruchen kann“, fragt sich Schongauer. Und wenig später: „Ab wann ahnt man, dass jemand zum Prüfstein des eigenen Lebens werden könnte, doch nicht schon nach zehn Minuten.“ Dabei bleibt Frida nicht der einzige Besuch, der Schongauer, bleibt sie nicht die einzige Frau, die ihn nach Jahren allein auf den bald vierhundert Seiten des Romans herausfordert.

    Am 16. Januar war Bodo Kirchhoff mit „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“ im Literaturhaus Frankfurt zu Gast. Es moderierte Sandra Kegel. Und Alexander Fest, beratender Verleger bei dtv, Bodo Kirchhoffs neuem Verlag, sprach ein Grußwort zu dieser Buchpremiere.

    Bodo Kirchhoffs Roman „Seit er sein Leben mit einem Tier teilt“ auf der dtv-Website

    „Herr und Hund“: Florian Balke über die Buchpremiere im Frankfurter Literaturhaus

    „Wie einem Menschen jede Selbstgewissheit entwunden werden kann“: Rose-Maria Gropp über Bodo Kirchhoffs Novelle „Nachtdiebe“

    „Schreiben, um zu überleben“: Sandra Kegel über Bodo Kirchhoff und den großen Markt der Schreibschulen

    Das Programm des Literaturhauses Frankfurt

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    1 hr 27 min

About F.A.Z. Bücher-Podcast

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Die F.A.Z.-Redakteure Maria Wiesner, Fridtjof Küchemann und Kai Spanke stellen im Bücher-Podcast der F.A.Z. ausgewählte Neuerscheinungen und Klassiker der Literatur vor. Sie sprechen mit Schriftstellern, Übersetzern und anderen Experten des Literaturbetriebs und beschäftigen sich mit den Eigenheiten des literarischen Lebens und Lesens. Jeden Sonntag erscheint eine neue Episode. Einmal im Monat wird ein Literaturrätsel gestellt und unter den Einsendern der richtigen Lösung ein Buch verlost. Viel Spaß beim Mitmachen!

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